DE20101818U1 - Audio-Kabel - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft ein Kabel zur Übertragung von Signalen im Bereich der Elektroakustik, insbesondere für die Signalübertragung zwischen Komponenten einer Audioanlage oder zwischen einem Verstärker und einem Schallwandler.
Für die Übertragung von Audiosignalen im Bereich der Elektroakustik wird von Kabeln erwartet, dass sie in einem möglichst großen Frequenzbereich einen "ebenen" Frequenzgang besitzen, also die Übertragung der Signale frequenzunabhängig erfolgt. Das gilt sowohl für die Signalübertragung zwischen einzelnen Komponenten eines professionellen oder Heim-Audiosystems zur hochqualitativen Musikwiedergabe als auch für die Übertragung von einem Leistungsverstärker zu einem Schallwandler, insbesondere zu einem Lautsprecher.
Herkömmlich kommen im HiFi-Bereich zwei Typen von Leitungen zum Einsatz, nämlich einerseits Phono-Kabel als auch Lautsprecherleitungen. Phono-Kabel (engl. phono-cables), auch als Cinch-Kabel bezeichnet, werden für die Übertragung geringer Leistungen zwischen den verschiedenen Komponenten in der Übertragungskette eines Audiosystems eingesetzt. Bei der Übertragung solch geringer Leistungen ist das übertragene Signal besonders anfällig für Störeinflüsse von außen. Um äußere Störeinflüsse klein zu halten, werden in der Regel abgeschirmte Kabel, insbesondere Koaxialkabel, verwendet. Ein Koaxialkabel besteht aus zwei konzentrisch angeordneten elektrischen Leitern, zwischen denen ein geeignetes Isoliermedium angeordnet ist. Der Außenleiter dient dabei als Abschirmung und liegt in der Regel auf Massepotential. Koaxialkabel erlauben eine verlust- und verzerrungsarme Signalübertragung und werden für die Übertragung von Signalen mit hohen Frequenzen eingesetzt.
Musikinstrumente erzeugen Frequenzen bis 100 kHz und auch heutige Audio-Signalquellen und Speichermedien wie z.B. die Audio-DVD können Audiosignale mit Frequenzen bis zu 100 kHz bereitstellen.
In einem Audiosystem wird das Audiosignal so aufbereitet, dass es einen Schallwandler ansteuern kann, der die elektrischen Signale in wahrnehmbare Schalldruckwellen umwandelt. Dazu sind deutlich höhere Signalleistungen erforderlich als zwischen den Komponenten eines Audiosystems zur Musikwiedergabe, so dass die Signale in den Zuleitungen zu einem Schallwandler deutlich weniger empfindlich gegenüber äußeren Einflüssen sind.
Die Fähigkeit des menschlichen Gehörs Schalldruckschwankungen wahrzunehmen ist auf einen bestimmten Frequenzbereich beschränkt. Die Kurve wahrnehmbarer, einzelner Sinustöne wird "Ruhehörschwelle" oder auch "absolute Hörschwelle" genannt. Der empfindlichste Bereich des normalen Gehörs befindet sich zwischen und 5 kHz. Oberhalb dieses Frequenzbereichs nimmt die Wahrnehmungsempfindlichkeit deutlich ab, um zwischen 16 kHz und 20 kHz eine Grenze zu erreichen, oberhalb der Hörempfindungen von Tönen nicht mehr hervorgerufen werden. Dennoch können höhere Harmonische, die auch außerhalb des Hörbereichs liegen, die Wahrnehmung innerhalb des Hörbereichs beeinflussen, insbesondere durch die Wahrnehmung von Differenztönen, die bei gleichzeitiger Abstrahlung mehrerer benachbarter Töne entstehen und hörbar werden können. Lautsprecherleitungen sollten deshalb in der Lage sein, auch hohe Frequenzen vorzugsweise bis zu 100 kHz unverzerrt zu übertragen. "Unverzerrt" bedeutet, dass im gesamten Frequenzbereich der Amplituden- und Phasengang des Signals möglichst geringe Veränderungen erfährt.
Lautsprecherkabel werden bisher als parallel geführte Stromleiter ausgebildet. Um die Übertragungseigenschaften von Lautsprecherkabeln zu verbessern, werden im allgemeinen Kabel mit größeren Querschnitten verwendet. Solche Kabel sind nicht nur deutlich teurer, sondern sie machen die Handhabung und Verlegung der Kabel umständlich. Zudem verbessern solche Kabel nur die Tiefenwiedergabe, ohne auch
die Wiedergabe höherer Frequenzen zu verbessern. Im Gegenteil, sie weisen für die unterschiedlichen Frequenzen des Signals unterschiedliche Dämpfungswerte auf.
Im folgenden werden einige der physikalisch relevanten Randbedingungen angegeben, die es bei der Gestaltung von Audiokabeln, insbesondere Lautsprecherleitungen oder Phonokabein zu beachten gilt.
Der ohmsche Widerstand des verwendeten Leitungsmaterials bewirkt einen Leistungsverlust. Um diesen auszugleichen, werden in der Regel Leiter mit größeren Querschnitten verwendet.
Die in dem Leiter übertragenen Signale können leicht durch elektromagnetische Fremdfelder gestört werden. Um den Einfluss solcher Störungen zu vermeiden, werden in der Regel abgeschirmte Leiter verwendet. Koaxialkabel weisen eine Abschirmung auf, wobei eine metallische Ummantelung die übertragenen Signale gegen Störungen schützt, so dass das Außenfeld vernachlässigbar ist. Die Abschirmung besteht entweder aus einem folienartigen Material oder aus einem Geflecht sehr feiner Drähtchen.
Aufgrund des Proximity-Effektes (auch Stromverdrängungseffekt genannt) kommt es zu Verzerrungen der Übertragungsqualität in Abhängigkeit von der Frequenz. Zwei in dichtem Abstand geführte parallele Leiter beeinflussen gegenseitig den Stromfluss im jeweils anderen Leiter. Bei gegenläufigen Strömflüssen in beiden Leitern führt dies zu einem reduzierten Leitungsquerschnitt für höherfrequente Signalanteile, und zwar liegen die wirksamen Leitungsquerschnitte an den einander zugewandten Leitungsseiten. Ein Beispiel für eine solche Querschnittsverengung ist in Fig. 2 dargestellt. Der gesamte Querschnitt der beiden parallel verlaufenden Leiter ist jeweils auf die schwarz dargestellten Bereiche 5 und 6 eingeschränkt. Gleichanteile des Signals und sehr niedrige Frequenzen werden jedoch über den gesamten Querschnitt übertragen. Es kommt daher bei der Zuführung der Audiosignale zu den Lautsprechern herkömmlich zu nachteiligen Frequenzverzerrungen.
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Zusätzliche frequenzabhängige Verzerrungen der übertragenen Signale werden vom Skin-Effekt hervorgerufen. Der Skin-Effekt beschreibt ein Phänomen, das seine Bedeutung aus der Hochfequenztechnik herleitet. Durchfließt Wechselstrom einen Leiter, so induziert das Wechselmagnetfeld eine elektromotorische Kraft. Die elektromotorische Kraft führt zur Abnahme der Stromdichte im Leiterinneren. Das Ergebnis ist ein Anstieg der Kabelimpedanz bei hohen Frequenzen. Zur Verminderung der Auswirkungen kann ein Kabel mit widerstandsreduzierendem Silber an der Oberfläche versehen werden. Eine solche Maßnahme ist jedoch aufwendig und führt zu einer deutlichen Erhöhung der Herstellungskosten.
Weitere frequenzabhängige Verzerrungen können durch Signalreflexionen hervorgerufen werden. Bei zweiadrigen Kabeln entstehen solche Signalreflexionen, wenn die Abstände beider Leiter zueinander herstellungsbedingt nicht gleichmäßig sind. Auch bei Koaxialkabeln mit einer Spiral- oder Geflechtabschirmung können solche Signalreflexionen auftreten, wenn die parallel bzw. kreuzweise angeordneten feinen Drähte der Abschirmung in Abhängigkeit von der jeweiligen Krümmung des Kabels mehr oder weniger Kontakt miteinander haben. Dies führt zu mikroskopisch kleinen Inhomogenitäten und entsprechenden Verzerrungen.
Aufgabe der Erfindung ist es, ein Kabel, insbesondere ein Audiokabel, anzugeben, das eine möglichst frequenzunabhängige Übertragungscharakteristik aufweist.
Diese Aufgabe wird mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
Erfindungsgemäß werden die frequenzunabhängigen Übertragungseigenschaften dadurch erreicht, dass das Kabel in allen Frequenzbereichen eine gleichmäßige Dämpfung aufweist. Durch Verwendung eines Mittelleiters mit einer Mehrzahl von diesen Mittelleiter umgebenden einzelnen Leitern in konstantem Abstand können die Auswirkungen des Proximity-Effektes und des Skin-Effektes auf die Übertragungseigenschaften deutlich reduziert werden. Der erfindungsgemäße Kabelaufbau kombiniert die Auswirkungen beider Effekte so, dass sie zu insgesamt besseren Übertragungseigenschaften, insbesondere im höheren Frequenzbereich, führen.
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Gleichzeitig wird durch die ringförmige Anordnung der einzelnen Adern des Außenleiters eine Abschirmung des Mittel leiter bewirkt. Dadurch lässt sich dieses Kabel sowohl als Lautsprecherleitung als auch als Phono- bzw. Cinch-Kabel einsetzen.
Das erfindungsgemäß hergestellte Kabel ist durch seine vielfältigeren Einsatzmöglichkeiten in der Herstellung und im Preis besonders günstig.
Ein weiterer Vorteil der Erfindung ist, dass das Kabel besonders klein gehalten werden kann, da die Leitungsquerschnitte besser als herkömmlich zur Signalübertragung verwendet werden können
Vorteilhafterweise weisen sowohl der Mittelleiter und dessen Isolierung als auch die einzelnen Adern des Außenleiters und deren Isolierungen einen kreisförmigen Querschnitt auf. Auf diese Weise lässt sich mit einfachen Mitteln erreichen, dass die einzelnen Adern des Außenleiters einen konstanten Abstand zum Mittelleiter haben und so keine Inhomogenitäten der Induktivität oder Kapazität entstehen. Durch Verwendung von Leiterisolierungen mit großen Durchmessern weist das Kabel eine besonders niedrige Kapazität auf. Bei kreisförmigen Querschnitten ist ein solches Kabel mit exakten Abständen sehr leicht herzustellen, da keine komplizierten Maßnahmen erforderlich sind, um einen konstanten Abstand zwischen dem Mittelleiter und den Adern des Außenleiters bei der Herstellung und im Betrieb zu gewährleisten.
Die Homogenität der Leitungscharakteristika lässt sich weiter verbessern, wenn ein Zwischenmantel zwischen den einzelnen Adern des Außenleiters und einem Außenmantel angeordnet ist. Dieser Zwischenmantel drückt die Adern des Außenleiters an die Isolierung des Mittelleiters, so dass auch bei mechanischer Verformung des Kabels die Abstände zwischen dem Mittelleiter und den Adern des Außenleiters konstant bleiben. Ein solches Kabel ist besonders gut handhabbar, da im Gebrauch die Übertragungseigenschaften nicht verschlechtert werden.
Bei einer Verwendung von 6 bis 15 Adern für den Außenleiter beeinflussen sich der Skin-Effekt und der Proximity-Effekt gegenseitig besonders vorteilhaft. In einer bevorzugten Ausführungsform werden insgesamt 11 einzelne Adern für den Außenleiter verwendet.
Der Mittel leiter weist vorzugsweise eine Querschnittsfläche von etwa 1 mm2 auf. Der Leitungsquerschnitt kann gegenüber herkömmlichen Lautsprecherkabelquerschnitten deutlich reduziert werden ohne negative Auswirkungen auf die Übertragungsqualität. Im Gegenteil, ein solcher Querschnitt trägt mit zu einer ebenen Übertragungscharakteristik bei. Dadurch erhält das Kabel eine Größe, die es auch als Phono- bzw. Cinch-Kabel verwendbar macht. Es ist also nicht nur aufgrund seiner geringeren Ausmaße leichter handhabbar, sondern auch vielseitiger verwendbar. Vorzugsweise hat dabei jede Ader des Außenleiters eine Querschnittsfläche von 0,2 mm2.
Für die Isolierung der einzelnen Leiter, also des Mittelleiters und der Adern des Außenleiters, wird vorzugsweise Polyethylen verwendet. Polyethylen führt zu besonders geringen Verlusten bei höheren Frequenzen bei gleichzeitig ausreichend mechanischer Stabilität.
Besonders gute Qualitätseigenschaften des Kabels werden erzielt, wenn der Zwischenmantel aus Spezialpolyethylen hergestellt ist, um die einzelnen Adern des Außenleiters auch bei Verformung des Kabels im gleichen Abstand zum Mittelleiter zu halten. Dadurch bleiben auch bei mechanischer Verformung, beispielsweise durch Krümmung des Kabels, die guten Übertragungseigenschaften erhalten und machen das Kabel besonders einfach handhabbar.
Ein Außenmantel aus PVC macht das Kabel besonders stabil gegen mechanische Einflüsse von außen und erhöht somit ebenfalls die Handhabbarkeit im täglichen Einsatz.
Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.
Im folgenden wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels unter Bezugnahme auf die Zeichnungen beschrieben.
Fig. 1 zeigt einen Leitungsquerschnitt eines Leiters, bei dem zur Veranschaulichung des Skin-Effektes verschiedene wirksame Leitungsquerschnitte dargestellt sind.
Fig. 2 zeigt einen Querschnitt durch zwei parallel geführte Leiter, wobei die Auswirkungen des Proximity-Effektes dargestellt sind.
Fig. 3 zeigt den Aufbau des erfindungsgemäßen Kabels.
Fig. 4 zeigt den Querschnitt aus Fig. 3, bei dem Auswirkungen des Proximity-Effektes und des Skin-Effekts auf den wirksamen Leitungsquerschnitt angedeutet sind.
Fig. 1 zeigt einen Querschnitt durch einen einzelnen Leiter, bei dem durch unterschiedliche Schraffuren die Auswirkungen des Skin-Effektes veranschaulicht werden. Wechselstrom, der durch einen Leiter fließt, induziert durch das Wechselmagnetfeld eine elektromotorische Kraft, die zur Abnahme der Stromdichte im Leiterinneren führt. Bei höheren Frequenzen des übertragenen Signals ist der wirksame Leitungsquerschnitt deshalb auf einen ringförmigen Leitungsquerschnitt reduziert. Fig. 1 zeigt Beispiele für die Reduktion des wirksamen Leitungsquerschnitts für Signale mit zunehmend höheren Frequenzen. Für sehr hohe Frequenzen wird das Signal nur innerhalb des schwarzen, äußeren Rings 1 übertragen. Für niedrigere Frequenzen nimmt der wirksame Leitungsquerschnitt wieder zu, so dass der wirksame Leitungsquerschnitt für etwas niedrigere Frequenzen aus den Bereichen mit den Bezugszeichen 1 und 2 besteht und für noch niedrigere Frequenzen aus den Bereichen 1, 2 und 3. Nur bei sehr niedrigen
Frequenzen trägt auch der mittlere Abschnitt mit dem Bezugszeichen 4 zur Übertragung des Signals bei. Aus Fig. 1 ist daher ersichtlich, dass in Abhängigkeit von der Frequenz des übertragenen Signals eine Reduktion des Leitungsquerschnitts und damit eine frequenzabhängige Dämpfung des übertragenen Signals einhergeht.
In Fig. 2 ist ein weiteres Phänomen dargestellt, das den zur Signalübertragung wirksamen Leitungsquerschnitt beeinflusst, nämlich der in der Beschreibungseinleitung schon angesprochene Proximity-Effekt. Die von einem Wechselmagnetfeld eines Leiters induzierte elektromotorische Kraft wirkt nicht nur auf den Leiter selbst zurück, sondern auch auf benachbart angeordnete Leiter. Fließt durch beide Leiter ein entsprechender Strom in entgegengesetzter Richtung, so reduziert sich der wirksame Leitungsquerschnitt wie in Fig. 2 dargestellt. Höherfrequente Signalanteile werden nur in den schwarz wiedergegebenen Teilen des Leiterquerschnitts übertragen.
Beide Effekte lassen sich zum Teil kompensieren, wenn ein Kabelaufbau gewählt wird, wie er in Fig. 3 gezeigt ist. Erfindungsgemäß besteht das Kabel aus einem Mittelleiter 7, der von einer Isolationsschicht 8 umhüllt ist. Um diesen Mittelleiter herum sind separat isolierte, einzelne Adern 11 mit Isolierungen 12 angeordnet. Diese einzelnen Adern bilden zusammen eine Außenleiter und sind jeweils im gleichen Abstand von dem Mittelleiter 7 um diesen herum angeordnet.
Vorteilhafterweise werden zwischen sechs und fünfzehn einzelne Adern 11 um den Mittelleiter 7 herum angeordnet. In einer bevorzugten Ausführungsform werden genau elf einzelne Adern verwendet, die in regelmäßigen Abständen um den Mittelleiter angeordnet sind. Durch geeignete Wahl der Durchmesser der Isolierungen sowohl für den Mittelleiter 7 als auch für die einzelnen Adern 11 wird die Herstellung vereinfacht und die Betriebeigenschaften verbessert. Der Abstand zwischen dem Mittelleiter 7 und dem Außenleiter ist auf diese Weise fest vorgegeben. Der Abstand unterliegt daher keinen zusätzlichen Herstellungsschwankungen oder Veränderungen bei Kabelkrümmungen im Betrieb.
In Fig. 4 ist die Auswirkung der erfindungsgemäßen Kabelkonstruktion auf den wirksamen Leiterquerschnitt der einzelnen Adern dargestellt. Herkömmlich werden als Lautsprecherzuleitungen Kabelkonstruktionen gemäß Fig. 2 verwendet. Für hohe Frequenzen hat ein Zusammenwirken des Proximity-Effektes mit dem Skin-Effekt zur Folge, dass von dem durch den Skin-Effekt auf eine Schlauchform reduzierten Leitungsquerschnitt bloß ein Ausschnitt, also ein Schlauchsegment, zur Übertragung hochfrequenter Signalanteile übrig bleibt. Die bei höheren Frequenzen wirksame Querschnittsfläche aus Fig. 1 wird also noch einmal reduziert. Beide Effekte bewirken also eine verstärkte Dämpfung höherer Frequenzen.
In Fig. 4 ist wiedergegeben, wie mit dem erfindungsgemäßen Leiter dieser nachteilige kombinatorische Effekt beider Dämpfungsmechnismen aufgehoben werden kann. Der Rückleiter setzt sich aus einzelnen, in regelmäßigen Abständen um den Mittelleiter herum angeordneten Leitern zusammen. Dadurch hat der Proximity-Effekt nicht die oben geschilderte nachteilige Auswirkung. Rund um den Mittelleiter sind die Adern des Rückleiters bzw. Außenleiters angeordnet. Aufgrund des Proximity-Effektes trägt dadurch der gesamte schwarz dargestellte Bereich 14 des Mittelleiters zur Leitung hoher Frequenzen bei. Das ist genau der Bereich, auf den auch aufgrund des Skin-Effektes der Leitungsquerschnitt bei höheren Frequenzen reduziert wird. Diese Anordnung erlaubt daher, die negativen Auswirkungen von frequenzabhängigen Verzerrungen bei der Signalübertragung zu vermeiden.
Da insgesamt der Leitungsquerschnitt kleiner als bei herkömmlich guten Lautsprecherkabeln gewählt wird, kann eine gleichmäßigere Dämpfung aller Frequenzanteile erreicht werden.
Durch die insgesamt kleinere Bauweise gegenüber herkömmlichen Lautsprecherkabeln und den "Koaxial-Effekt", nämlich die Abschirmung des Mittelleiters durch den Außenleiter, lässt sich dieses Kabel zusätzlich zur Übertragung von hochfrequenten Signalen mit kleineren Leistungen verwenden, wie sie bei Phono- bzw. Cinch-Kabeln auftreten. Das erfindungsgemäße Kabel ist daher in seinem Einsatz vielfältiger verwendbar.
Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform wird ein Mittelleiter mit einem Querschnitt in der Größenordnung von 1,0 mm2 verwendet. Die Isolierung wird aus Polyethylen hergestellt, das vorzugsweise einen Durchmesser von ungefähr 3,0 mm aufweist. Um diesen Mittelleiter herum sind sechs bis fünfzehn, vorzugsweise elf Adern 11 angeordnet. Alle Adern 11 weisen den gleichen Aufbau mit einem Leitungsquerschnitt von 0,2 bis 0,25 mm2 auf, vorzugsweise von jeweils 0,22 mm2. Auch die Isolierung 12 der Adern 11 des Außenleiters ist aus Polyethylen und weist einen Durchmesser von 1 bis 1,5 mm, vorzugsweise 1,22 mm auf.
Der Mittelleiter 7 und die Adern 11 des Außenleiters werden von einem Zwischenmantel 10 umfasst. Dieser Zwischenmantel ist aus Spezialpolyethylen hergestellt und hat einen Durchmesser zwischen 6 und 7 mm, vorzugsweise von 6,5 mm. Dieser Zwischenmantel ist so ausgebildet, dass er die Lagestabilität der Adern 11 gegenüber dem Mittelleiter 7 erhöht, so dass auch bei Verformung des Kabels der Abstand zwischen Mittelleiter 7 und den einzelnen Adern 11 konstant bleibt. Dadurch bleibt die Induktivität und Kapazität und auch der Wellenwiderstand über die ganze Länge des Kabels konstant und es treten keine Verzerrungen einzelner Frequenzanteile durch Signalreflexionen auf. Gerade solche Deformationen führen bei herkömmlichen Kabeln dazu, dass im praktischen Einsatz weitere Verzerrungen der Übertragungseigenschaften auftreten.
Um den Zwischenmantel 10 herum ist ein Außenmantel 9 vorgesehen, der das Kabelinnere gegen mechanische Beschädigungen schützt und zudem den Druck des Zwischenmantels 10 auf die Adern 11 des Außenleiters abfängt. Der Außenmantel weist einen Durchmesser zwischen 7 und 9 mm, bevorzugt von 7,5 bis 8,0 mm auf.
Die neuartige Konstruktion des erfindungsgemäßen Kabels vermeidet die physikalisch und elektrisch bedingten Nachteile herkömmlicher Kabel. Durch den Koaxialaufbau weist das Kabel konstante Werte für Wellenwiderstand, Induktivität und Dämpfung auf. Die Betriebskapazität des Kabels ist klein gewählt, um die Däm-
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pfungswerte zu mindern. Durch diese Konstruktion werden alle Frequenzbereiche gleich stark gedämpft und es treten keine Verzerrungen des Signals bei der Übertragung auf. Außerdem wird durch die gleich starke Dämpfung in den verschiedenen Frequenzbereichen eine Phasenverschiebung zwischen den Frequenzbereichen vermieden. Durch Anschluss des Außenleiters an Masse schirmen diese den Mittelleiter gegen Störungen ab, die von außen auf das Kabel einwirken. Die Kombination dieser Maßnahmen führen zu einem Kabel mit besonderer Frequenzneutralität und einem homogenen, neutralen Klangbild.
Claims (9)
1. Kabel zur Übertragung von Signalen aus dem Bereich der Elektroakustik mit einem Mittelleiter (7), einer den Mittelleiter umgebenden Isolierung (8) und einem Außenleiter mit einer Mehrzahl einzelner Adern (11), die jeweils von einer separaten Isolierung (12) umgeben sind, wobei die einzelnen Adern (11) des Außenleiters einen identischen Aufbau aufweisen, in regelmäßigen Abständen um den Mittelleiter (7) angeordnet sind und zu diesem einen im wesentlichen identischen Abstand aufweisen.
2. Kabel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Isolierungen (8, 12) des Mittelleiters (7) und der einzelnen Adern (11) des Außenleiters einen kreisförmigen Querschnitt aufweisen.
3. Kabel nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Kabel weiterhin einen Zwischenmantel (10) und einen Außenmantel (9) aufweist, wobei
der Zwischenmantel (10) den Mittelleiter (7) und die einzelnen Adern (11) des Außenleiters sowie deren Isolierungen (8, 12) gemeinsam umschließt und eine mechanische Vorspannung auf die einzelnen Adern (11) ausübt, die in Richtung des Mittelleiters (7) wirkt, und
der Außenmantel (9) den Zwischenmantel (10) mit dem darin angeordneten Mittelleiter (7) und Adern (11) des Außenleiters mit einem ringförmigen Querschnitt umschließt.
der Zwischenmantel (10) den Mittelleiter (7) und die einzelnen Adern (11) des Außenleiters sowie deren Isolierungen (8, 12) gemeinsam umschließt und eine mechanische Vorspannung auf die einzelnen Adern (11) ausübt, die in Richtung des Mittelleiters (7) wirkt, und
der Außenmantel (9) den Zwischenmantel (10) mit dem darin angeordneten Mittelleiter (7) und Adern (11) des Außenleiters mit einem ringförmigen Querschnitt umschließt.
4. Kabel nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Außenleiter zwischen 6 und 15 einzelne um den Mittelleiter (7) beabstandet angeordnete Adern (11) aufweist, vorzugsweise elf einzelne Adern (11).
5. Kabel nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass
der Mittelleiter (7) eine Querschnittsfläche in der Größenordnung von 1 mm2 aufweist und
die einzelnen Adern (11) des Außenleiters eine Querschnittsfläche in der Größenordnung von 0,2 mm2 aufweisen, vorzugsweise jeweils 0,22 mm2.
der Mittelleiter (7) eine Querschnittsfläche in der Größenordnung von 1 mm2 aufweist und
die einzelnen Adern (11) des Außenleiters eine Querschnittsfläche in der Größenordnung von 0,2 mm2 aufweisen, vorzugsweise jeweils 0,22 mm2.
6. Kabel nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass
die Isolierung (8) des Mittelleiters (7) einen äußeren Durchmesser von etwa 3 mm aufweist und
die Isolierung (12) jeder einzelnen Ader (11) des Außenleiters einen Durchmesser zwischen 1 und 1,5 mm aufweist, vorzugsweise 1,22 mm.
die Isolierung (8) des Mittelleiters (7) einen äußeren Durchmesser von etwa 3 mm aufweist und
die Isolierung (12) jeder einzelnen Ader (11) des Außenleiters einen Durchmesser zwischen 1 und 1,5 mm aufweist, vorzugsweise 1,22 mm.
7. Kabel nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Isolierung (8) des Mittelleiters (7) und die Isolierung (12) der einzelnen Adern (11) aus Polyethylen hergestellt ist.
8. Kabel nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Zwischenmantel (10) aus Spezialpolyethylen hergestellt ist und einen äußeren Durchmesser von etwa 6,5 mm aufweist.
9. Kabel nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Außenmantel (9) aus PVC hergestellt ist und einen Durchmesser zwischen 7 und 9 mm aufweist, vorzugsweise zwischen 7,5 und 8 mm.
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