DE2009179B - Verfahren zur Herstellung von Allophanatpolyisocyanaten - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von AllophanatpolyisocyanatenInfo
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Description
auch in schwächerem Ausmaß, die für Uretdion
charakteristische Bande im Bereich von 1755 bis
1780 cm1 aufweist. Dieser Befund wird durch den Umstand bestätigt, daß der Gehalt ?n freiem Toluylen-
In der britischen Patentschrift 994 890 wird ein 45 diisocyanat in dem Gemisch lediglich 33,9 Gewichts-Verfahren
zur Herstellung von organischen Polyiso- piozent beträgt, während sich rechnerisch unter
cyanaten beschrieben, bei dem Urethanisocyanate der Zugrundelegung einer ausschließlichen Allophanatallgemeinen
Formel bildung ein Gehalt an freiem Toluylendiisocyanat
R(OCONH — R — NCO)n von 47-9° ° erSibt-
50 Bei einem zweiten Versuch wird bei unveränderter
in der R' einen mono- oder polyvalenten organischen Arbeitsweise zu Beginn der Umsetzung nach der
Rest einer mono- oder polyfunktionellen Hydroxyl- Glykolzugabe 5 Stunden auf 140°C erhitzt. Das
verbindung, η eine ganze Zahl von 1 bis 6 und R Reaktionsgemisch weist dann einen NCO-Wert von
einen bifunktionellen organischen Rest bedeutet, mit 27,7% auf und zeigt im IR-Spektrum starke, für
Diisocyanaten derart umgesetzt werden, daß jede 55 Isocyanurat charakteristische Banden. Aus clem IR-Urethangruppe
mit 1 Mol Diisocyanat zur Reaktion Spektrum kann auf die Anwesenheit eines AlIogebracht
wird. Die exakte Konstitution der Reaktions- phanatpolyisocyanats in Übereinstimmung mit dem
produkte kann gemäß der Lehre der britischen Patent- den rechnerischen Wert von 47,9% weit, unterschrift
(S. 2, Zeilen 52 bis 64) nicht mit Sicherheit schreitenden Gehalt an freiem Toluylendiisocyanat
angegeben werden. Aus den gemessenen NCO-Werten 60 von 22,7% nicht mehr geschlossen werden,
der Reaktionsgemische bzw, der daraus isolierten Aus diesen Versuchsergebnissen wird ersichtlich, Endprodukte wird geschlossen, daß diese im wesent- daß die Reaktion des Urethandiisocyanats mit überlichen Allophanatpolyisocyanate darstellen. Wenn die schüssigem Toluylendiisocyanat nicht ausschließlich in der Patentschrift angewandte Methode der Kon- auf der Allophanatstufe stehenbleibt, sondern daß stitutionsermittlung durch Bestimmung des NCO- 65 sich vielmehr unter den Reaktionsbedingungen der Gehaltes jedoch durch IR-spektrciskopische Messungen zitierten britischen Patentschrift in beträchtlichem ergänzt wird, können in jenen Fällen, wo aromatische Umfange Isocyanuratpolyisocyanat bildet. Dieser Isocyanate zur Herstellung der Verfahrensprodukte Befund ist nicht überraschend, da die Bildung von
der Reaktionsgemische bzw, der daraus isolierten Aus diesen Versuchsergebnissen wird ersichtlich, Endprodukte wird geschlossen, daß diese im wesent- daß die Reaktion des Urethandiisocyanats mit überlichen Allophanatpolyisocyanate darstellen. Wenn die schüssigem Toluylendiisocyanat nicht ausschließlich in der Patentschrift angewandte Methode der Kon- auf der Allophanatstufe stehenbleibt, sondern daß stitutionsermittlung durch Bestimmung des NCO- 65 sich vielmehr unter den Reaktionsbedingungen der Gehaltes jedoch durch IR-spektrciskopische Messungen zitierten britischen Patentschrift in beträchtlichem ergänzt wird, können in jenen Fällen, wo aromatische Umfange Isocyanuratpolyisocyanat bildet. Dieser Isocyanate zur Herstellung der Verfahrensprodukte Befund ist nicht überraschend, da die Bildung von
isocyanuraten aus Allophanaten und Isocyanaten und/oder polyfunktioneUen, Hydroxylgruppen in ali-
bzw. Dunerer dieser Isocyanate literaturbekannt ist phatischer, cycloaliphatischer, araliphatischer oder
^' <r<iQigiOh·' Iq^' "* SOC" VoL 78>
aromatischer Bindung enthaltenden Verbindungen
1956, S. 4911 bis 4914). un(« mono_ und/oder polyfunktionellen Isocyanaten
Oberraschenderweise wurde nun gefunden, daß 5 leicht zugängliche Ausgangsstoffe. Als geeignete
mindestens eine NCO-Gruppe in aromatischer Bin- Hydroxylgruppen aufweisende Verbindungen seien
dung enthaltende Allophanatpolyisocyanate ohne z. B. genannt:
Nebenprodukte mit Isocyanuratstruktur aus N-sub- Lineare oder verzweigte, gesättigte oder unge-
stituierten Carbamidsäureestern, die selbst bereits sättigte, Substituenten oder Heteroatome enthaltende
NCO-Gruppen enthalten können, und mono- und/ io monofunktionelle Alkohole bzw. Phenole, wie Methyloder
polyfunktionellen Isocyanaten erhalten werden alkohol, Butylalkohol, Hexadecanol-1, Isopropylalkokönnen,
wenn die Herstellung in Gegenwart von hol, Isobutylalkohol, 2,2-Dimethyl-hexanoI-l, 2,2-Dialkylierend
wirkenden Verbindungen erfolgt. methyl-decanol-l. Allylalkohol, 1,1-Dimethyl-allyl-
Gegenstand der vorhegenden Erfindung ist somit alkohol, Octadecen-9-ol-l, Äthylenchlorhydrin,
ein Verfahren zur Herstellung von Allophanatpoly- 15 2,2,2-TrichIoräthvIalkohol, l,3-Dichlor-propanol-2,
isocyanaten mit mindestens einer aromatisch ge- 2,3-Dibrom-prop.mol-l, Äthylenglykol-monomethylbundenen
Is ^yanatgruppe durch Umsetzung von äther, Äthylenglykol-monobutyläth'er, Diäthylengly-N-substituierten
Carbamidsäureestern mit organi- koi-monoäthylätlier. Cyclohexanol, Benzylalkohol,
sehen Moiio- oder Polyisocyanaten mit aliphatisch 1-Phenoxy-ät'han jI-2, Phenol, Kresole, Dodecylphe-
oder aromatisch gebundenen Isocyanatgruppen, wo- 20 nol; polyfunktionelle Hydroxylverbindungen wie
bei jedoch der N-substituierte Carbamidsäureester 1.2-Propylenglykol, 1,2-, 1,3- und 2,3-Butylenglykol.
mindestens eine aromatisch gebundene Isocyanat- Glykole der allgemeinen Formel
gruppe aufweist und'oder die Reaktion unter Ver- .. . ._ r„ o„
gruppe aufweist und'oder die Reaktion unter Ver- .. . ._ r„ o„
wendung von mindestens zwei aromatisch gebun- * 2 '"
denen Isocyanatgruppen aufweisenden Polyisocyanaten 25 in der « eine ganze Zahl von 2 bis 10 bedeutet, 2,2-Dierfolgt,
dadurch gekennzeichnet, dali man die Um- methyl- und 2,:i-Diäthylpropandiol-l,3, Octadecansetzung
in Gegenwart von alkylierend wirkenden Ver- diol-1,12, Trime hylolpropan. Glycerin, Hexantriol,
bindungen durchführt. Pentaerythrit, Sorbit, Mannit und andere höher-
Die durch das erfindungs^-mäße Verfahren er- wertige Alkohole ähnlicher Struktur, Monoallyläther
zielbaren Vorteile sind insbesondere: 30 von drei- und höherwertigen Alkoholen sowie deren
1. Die Bildung von Begleitsubstanzen mit Iso- pättigte Haloienierungsprodukte, Butendiol-14,
cyanuratstruktur ist in hohem Maße von der 2,3-DibrombutendioI-lA2-Chlor-propandioI-l,2,Phe-Konstitution
der am Aufbau d^r Allophanat- nyläthylenglykol, CycIohexandiol-1,4, 2.2-Bis-(4-hypolyisocyanate
beteiligten Hydroxylverbindungen droxy-cyclohexyO-propan. l,4-Bis-(hydroxymethyl)-abhängig.
Bei sonst gleichen Reaktionsbedin- 35 cyclohexan, Hydrochinon, Lrc-nzkatechin, 4,4 -Digungen
werden 7. B. aus aromatischen Polyiso- hydroxydiphenyl-dimethylmethan, Polyphenole, wie
cyanaten und Äthylenglvkol, 1,2-Propy:enelvkol sie in der USA.-Patentschnft 3 330 781 beschneben
oder Diglykol hohe, durch Reaktion der gleichen sind- Phenol-Formaldehyd-Kondensationsprodukte
Isocyanate mit 2,2-Dimethyl-, 2,2-Diäthyl-pro- oder 4,4-Dihydroxydiphenylcarbonat.
pandiol-1.3 oder Trimethylolpropan jedoch ge- 4° Ferner Seei8net sind aus den vorgenannten Verringe Anteile an Nebenprodukten mit Isocyanu- indungen mit Alkylenoxiden, wie Athylenoxid, Proratstruktur gebildet. Durch den erfindungsge- Pylenoxid, Butylen-1,2- und 2,3-ox.d, Isobutylenox.d, mäßen Zusatz alkylierender Substanzen wird die G1ycid· Epichlorhydrin, Styroloxid oder Gemischen konstitutionell bedingte unterschiedliche Neigung solcher Epoxide, gewonnene lineare oder verzweigte der Hydroxylverbindungen zur Bildung uner- 45 Hydroxylgruppen enthaltende Atheralkohole oder wünschter Begleitsubstanzen bei der Herstellung Polyäther mit Molgewichten bis 10 000 Des weiteren der vielseitig verwendbaren Allophanatpolyiso- gee'g"et s'nd a,us den vorgenannten Hydroxylgruppen cyanate nivelliert, so daß nunmehr jede Hydroxyl- enthaltenden Verbindungen durch Veresterung mit verbindung mit gleich gutem Erfolg eingesetzt mono- oder polyfunktionellen Carbonsauren oder werden kann 5° Oxycarbonsauren gewonnene niedrig- bzw. honer-
pandiol-1.3 oder Trimethylolpropan jedoch ge- 4° Ferner Seei8net sind aus den vorgenannten Verringe Anteile an Nebenprodukten mit Isocyanu- indungen mit Alkylenoxiden, wie Athylenoxid, Proratstruktur gebildet. Durch den erfindungsge- Pylenoxid, Butylen-1,2- und 2,3-ox.d, Isobutylenox.d, mäßen Zusatz alkylierender Substanzen wird die G1ycid· Epichlorhydrin, Styroloxid oder Gemischen konstitutionell bedingte unterschiedliche Neigung solcher Epoxide, gewonnene lineare oder verzweigte der Hydroxylverbindungen zur Bildung uner- 45 Hydroxylgruppen enthaltende Atheralkohole oder wünschter Begleitsubstanzen bei der Herstellung Polyäther mit Molgewichten bis 10 000 Des weiteren der vielseitig verwendbaren Allophanatpolyiso- gee'g"et s'nd a,us den vorgenannten Hydroxylgruppen cyanate nivelliert, so daß nunmehr jede Hydroxyl- enthaltenden Verbindungen durch Veresterung mit verbindung mit gleich gutem Erfolg eingesetzt mono- oder polyfunktionellen Carbonsauren oder werden kann 5° Oxycarbonsauren gewonnene niedrig- bzw. honer-
2. In zahlreichen Anwendungsbereichen der Poly- molekulare lineare oder verzweigte Polyester mit
urethanchemie, so z.B. auf dem Gebiet der endständigen Hydroxylgruppen. Hydroxylgruppen-Hartschaumstoffe,
ist eine hohe Tanktionalität halt'Se Polyacetale, Polyth.oather, Polylactone, Po yder
Reaktionskomponenten erwünscht. Allopha- carbonate, aus Tetrahydrofuran gewonnene PoIynatpolyisocyanate
hoher NCO-Funktionalität 55 ather sowie ureihangruppenhalt.ge Polyole aus den
lassen sich aus entsprechenden Hydroxylver- genannten Hydroxylverbindungen und aliphatischen,
bindungen leicht gewinnen, wobei durch den u A nd/oder araliphaüschen Polyisocyanaten sind ais
erfindungsgemäßen Zusatz alkylierender Verbin- Ausgangsverbindungen ebenfalls gee.gnet.
düngen die Funktionalität erhalten bleibt und fi Die Umsetzung der Hydroxygruppen enthaltenden
durch die Bildung meist trimerer Isocyanurat- 6o Verbindungen mit mono- und/oder polyfunktionellen
polyisocyanate nicht reduziert wird. aliphatischen, cycloaliphat.schen, araliphatischen oder
3. Unerwünschte Viskositätserhöhungen, die auf aromat.schen Isocyanaten kann im NCO/OH-Verdie
Bildung von Nebenprodukten mit Iso- haltms von k!emeL' S'?lch od.er Sroßer.als .} !0^"
cyanuratstruktur zurückzuführen sind, werden "ommen v'erden· Z"r Herstellung von bereits NCO-niVht
hpnharhtpt 6S Gruppen enthaltenden Carbamidsäureestern erfolgt
nicm oeooacniei. die Umsetzung in einem NCO/OH-Verhältnis von
Die für das erfindungsgemäße Verfahren benötigten größer als 1, was die Mitveirwendung von Polyiso-N-substituierten
Carbamidsäureester sind aus mono- cyanaten mit einer Funktionalität von mindestens 2
erforderlich macht. Die Umsetzung der Kompo- ''bumah^^lM^
nenten kann bei Ab- oder Anwesenheit von Lösung*- sulfonsäuremethyK -athyl-
mitteln, bei Raumtemperatur oder mäßig erhöhten Propen-1- oder Propen-2^
Temperaturen bis etwa 1000C vorgenommen werden, denen der Alkylre* linear °d*r *™
wobei in meist exothermer Reaktion die N-substi- 5 bis zu 6 Kohlenstoffatome enthalten J
tuierten Carbamidsäureester erhalten werden. ^^f
Sowohl bei der Herstellung der Carbamidsäure- oder -diäthy ester, ^^ ,
ester als auch beim erfinduigsgemäßen Verfahren Methanthiosulfosauremethylester^^ ahphatische Disulkönnen
alle beliebigen Monopol- und Polyiso- foiisäureester, wie l^Athan-oder 1,3-Propandisulfoncyanate
gegebenenfalls in Mischung eingesetzt wer- io säurediäthylester, BaugrtouttonsanreeDqrt«^ JW
den. wie z.B. Methylisocyanat, Propylisocyanat, aromatischeSulfonsaurealkyleser,derenaromatischer
Stearylisocyanat, MethoxymethyUsocyanat, Cyclo- Ring substituiert und deren Alkylgruppe linear oder
hexylisocyanat, Phenylisocyanat, TolyUsocyanate, verzweigt sein kann, _z. B. BenzolsuUonsaurep-Chiorphenylisocyanat,
M-Hexamethylendiisocy- methylester. Benzolsulfonsauieathylester.p-Chlorbenfna:,
Cyclohexan-U- oder -1,4-diisocyanat, 1-Methyl- i5 zolsuifonsäureäthylester p-Toluolsulfonsauremethyl-,
cyclohexan-2,4- oder -2,6-diisocyanat, m- oder p-Xyly- -äthyt-, butyl-, und -cetylester, des weiteren Napnthalenciisocyanat,
1,3- oder 1,4-PhenylenHüsocyanat, linsulfonsäurealkylester sow Sulfooenzoesaured.me-2,4-
oder 2,6-ToluyIendiisocyanat so..ie Gemisuie thylester, Arylbis- bzw. -poly;alf ensäureester v.ie
dieser Isomeren, M'-Diphenylmethandiisocyanat, Toluolbissulfonsäuredimethylester, Phenol-2,6-disul-Naphthalin-l,5-diisocyanat.
Triphenylmethan-4,4', 20 fonsäureester. Ferner geeignet sind oultone ^c
^'-triisocyanat, l-Isocyanatomethyl-S-isocyanato- y-PropansuIton, Butansulton sowie deren Alkyl-1,3,3-trimethyl-cyciohexan,
durch Kondensation von Substitutionsprodukte. Bevorzugt werden beim c,·-
Anilin und/oder alkylsubstituierten Anilinen mit findungsgemäßen Verfahren Ester der Sauren >vs
Formaldehyd und nachfolgende Phosgenierung ge- sechswertigen Schwefels insbesondere Dialkylsul.atc
wonnene Polyphenyl-polymethylen-polyisocyanate 25 sowie aromatische oder aiiphatische Sulfoiisaureusw.
Bevorzugt beim erfindungsgemäßen Verfahren alkylester eingesetzt. Die Alkylierungsmittcl konr.cn
einzusetzende Polyisocyanate sind 2,4-Toluylendliso- für sich allein oder im Gemisch miteinander in Mengen
cyanat, 2,6-Toluylendiisocyanat bzw. aus diesen Iso- von 0,001 bis 5 Gewichtsprozent bezogen auf das
meren bestehende Gemische, 4,4'-Diphenylmethandi- Gesamtgewicht der Reaktionspartner eingesetzt verisocyanat
sowie durch Phosgenierung von Anilin- 30 den. Es ist bemerkenswert, daß bei starken Alk>Formaldehyd-Kondensationsprodukten
zugängliche lierungsmitteln, wie Dialkylsulfaten, aliphatischen odor
Polyphenyl-polymethylen-polyisocyanate. aromatischen Sulfonsäurealkylestern mit niederem
Die Allophanatpolyisocyanate mit mindestens einer Alkylrest, insbesondere den Methylestern, sehr kleine
NCO-Gruppe in aromatischer Bindung werden er- Mengen von 0,001 bis 0,1 Gewichtsprozent bereits
findungsgemäß aus den N-substituierten Carbamid- 35 ausreichend sind, um die Bildung von isocyanuratsäureestern
durch Umsetzung mit Isocyanaten in haltigen Begleitsubstanzen wirksam auszuschließen.
Gegenwart von alkylierend wirkenden Substanzen Die erfindungsgemäße Umsetzung der Mono-
gewonnen. Die Mengenverhältnisse der Ausgangs- bzw. Polyisocyanate mit den N-substituierten Carbkomponenten
werden beim erfindungsgemäßen Ver- amidsäureestern erfolgt vorzugsweise bei zwischen
fahren unter Berücksichtigung der Funktionalität 40 100 und 180° C liegenden Reaktionstemperaturen
der Ausgangskomponenten so gewählt, daß AUo- während 5 bis 50 Stunden bei Normal- oder Überphaiatpolyisocyanate
der jeweils gewünschten Funk- druck in Ab- oder Anwesenheit von Lösungsmitteln, tionalität mit mindestens einer aromatisch gebun- die keine mit Isocyanat reaktionsfähigen Wasserdenen
Isocyanatgruyipe erhalten werden. Durch diese stoffatome aufweisen dürfen.
letztgenannte Forderung wird bei der Allophanati- 45 Die Bildung der Allophanatpolyisocyanate kann
sierung der N-substitaierten Carbamidsäureester der durch quantitative Bestimmung des NCO-Gehaltes
Einsatz von aliphatischen, cycloaliphatischen oder der Reaktionsarsätze in Verbindung mit infrarotarylaliphatischen
Isocyanaten ausgeschlossen, wenn spektroskopischen Messungen leicht verfolgt und gedie
Carbamidsäureester ausschließlich unter Ver- steuert werden. Charakteristisch ist das gekoppelte
Wendung dieser Isocyanate hergestellt wurden, und 50 Auftreten von Absorptionsbanden bei 1725 cm"1 und
aus diesem Grunde keine aromatisch gebundene bei 1685 bis 1690 cm"1 sowie das Fehlen einer für
Isocyanatgruppe aufweisen. Das erfindungsgemäße die Isocyanuratstruktur charakteristischen Bande bei
Verfahren ermöglicht z. B. bei durchgreifender AlIo- 1400 bis UjO cm"1.
phanatisierung die Herstellung eines tetrafunktionellen Die zur Allophanatbildung eingesetzten Isocyanate
Allophanatpolyisocyanats aus einem Bisurethan- 55 gelangen vorzugsweise im Überschuß zum Einsatz,
diisocyanat und zwei Mol Diisocyanat oder eines so daß Lösungen von Allophariatpolyisocyanaten
hexafunktionellenAUophanatpoIyisccyanats aus einem in überschüssigem Isocyanat erhalten werden. Aus
Triurethan-triisocyanat und drei Mol Diisocyanat. diesen Lösungen lassen sich die reinen Allophanat-SelbstverständJich
ist.eine nur partielle Allophanati- polyisocyanate z. B. durch Abtrennung des übersierung
ebenfalls möglich, in diesem Fall werden 60 schüssigen Isocyanats mit Hilfe einer Dünnschicht-Allophanatpolyisocjanate
erhalten, die noch N-sub- destillation oder durch Lösungsmittelextraktion isostituierte
Carbamidsäureestergruppen enthalten. Heren.
Für das erfindun.^sgemäße Verfahren geeignete In einer bevorzugten Ausführungsfoim des er-
alkylierend wirkende Verbindungen sind z. B.: Me- findungsgemäßen Verfahrens erfolgt die Herstellung
thyljodid, Dimethylphosphit, Dimethylsulfat, Triäthyl- 6y der N-substituierten Carbamidsäureester und deren
oxoniumtetrafluoroborat,Dialkylsulfate, wieDimethyl- anschließende Umsetzung mit Polyisocyanaten zu
sulfat, Diäthylsulfat, Methyläthylsulfat, Dibutylsulfat, Allophai-atpolyisocyanaten in einem Arbeitsgang,
aiiphatische Sulfonsäurealkylester, wie Methansulfon- Hierzu werden die obengenannten Hydroxylgruppen
aufweisenden Verbindungen zunächst bei zwischen Raumtemperatur und 1000C liegenden Temperaturen
mit einem Überschuß an aromatischen Polyisocyanaten in Gegenwart der erfindungsgemäß mitzuverwendenden Alkylierungsmittel zur Bildung der S
N-substituierten Carbamidsäureester zur Reaktion gebracht. Durch Erhitzen der so erhaltenen Lösungen
der Carbamidsäureester in überschüssigem Polyisocyanat auf zwischen 100 und 1800C liegende Temperaturen werden dann Lösungen von Allophanat-
polyisocyanat in überschüssigem, als Ausgangsstoff verwendetem Polyisocyanat erhalten.
Das erfindungsgemäße Verfahren gestattet auch unter Mitverwendung der in der Praxis der Polyurethanchemie besonders wichtigen aromatischen
Polyisocyanate die Herstellung von Allophanutpolyisocyanaten mit den jeweiligen Erfordernissen angepaßter Funktionalität. Die in organischen Lösungsmitteln meist gut löslichen Verfahrensprodukte können für sich allein oder im Gemisch mit anderen so
Polyisocyanaten, vorzugsweise gelöst in den zu ihrer Herstellung verwendeten Polyisocyanaten, vorteilhaft zur Herstellung von Polyurethan-Kunststoffen
nach dem Isocyanatpolyadditionsverfahren eingesetzt werden. Da sich die nach dem erfindungsgemäßen as
Verfahren zugänglichen Polyisocyanate gegenüber den ohne Mitverwendung von alkylierend wirkenden
Substanzen erhaltenen Isocyanurat aufweisenden PoIyisocyanatgemischen insbesondere durch eine wesentlich niedrigere Viskosität auszeichnen, können sie
bei der Herstellung von Polyurethankunststoffen, insbesondere -Schaumstoffen, wesentlich schneller und
homogener mit den Reaktionspartnern vermischt werden, ein Vorteil, der z. B. bei der maschinellen
Schaumstoffabrikation von entscheidender Bedeutung ist.
Unter Mitverwendung der Allophanatpolyisocyanate hergestellte Polyurethan-Kunststoffe zeichnen
sich im Vergleich zu den aus den üblichen Polyisocyanaten hergestellten Kunststoffen insbesondere
durch eine verbesserte Flammwidrigkeit aus. Als Reaktionspartner kommen alle beliebigen, in der
Polyurethanchemie bekannten Verbindungen mit gegenüber Isocyanatgruppen reaktiven Wasserstoffatomen, vorzugsweise Hydroxylgruppen aufweisenden polyfunktionellen Komponenten in Betracht.
Selbstverständlich können bei der Herstellung von Polyurethankunststoffen unter Mitverwendung der
Allophanatpolyisocyanate auch alle beliebigen, in der Polyurethanchemie üblichen Zusatzstoffe wie z. B.
Katalysatoren, Treibmittel, Stabilisatoren usw. mitverwendet werden.
Die Verfahrensprodukte eignen sich weiterhin zur Herstellung von Imprägnierungen oder Beschichtungen von Trägermaterialien, Oberflächenschutzanstrichen oder Verklebungen.
Zu 1.-92 Gewichtsteilen Toluylendiisocyanat (80/20-Gemisch des 2,4- und 2,6-Isomeren, 0,005 °/0 hydrolysierbares Chlor, 0,003% Säurechlorid-Chlor, 0,01 °/0
Gesamt-Chlor) werden die in der Tabelle nach Art und Menge aufgeführten Alkylierungsmittel und alsdann bei 80 bis 85°C im Verlauf von 45 Minuten
unter ständigem Rühren 62 Gewichtsteile Äthylenglykol hinzugefügt. Nach erfolgter Zugabe wird
während 20 Stunden auf 130 bis 1350C erhitzt. Die nach dieser Zeit erreichten NCO-Werte sowie die
Ergebnisse der IR-spektroskopischen Messungen sind in der Tabelle aufgeführt, wobei positive oder negative Vorzeichen die An- oder Abwesenheit der angegebenen Gruppierungen anzeigen:
| Versuchs- | Alkylierungsmittel | rhne Zusatz | — | ·/« NCO | IR-Spektnim | — |
| Bezeichnung | Art | Dimethylsulfat | 0,7 | Allophanat ■ Isocysaurat | — | |
| 2003/1 | Dimethylsulfat | 0,35 | 27,3 | - + | — | |
| 2003/2 | Dimethylsulfat | 0,175 | 37,8 | + | — | |
| 2003/3 | Beazolsnlfonsäuremethylester | 0,7 | 37,5 | + | — | |
| 2003/6 | Benzolsulfonsauretnethylester | 0^5 | 37,5 | + | — | |
| 2003/4 | Benzolsulfonsäuremethylester | 0,175 | 36£ | + | ||
| 2003/5 | Toluolsulfonsäuremethylester | 0,7 | 36,7 | + | — | |
| 2003/7 | Toluolsulfonsäureäthylester | 0,7 | 35,2 | + | — | |
| 332/b | Toluolsulfonsäurebutylester | 0,7 | 34,9 | + | — | |
| 332/h | Methansulfonsäureäthylester | 0,7 | 35,0 | + | — | |
| 345/e | Methansulfonsäurebutylester | 0,7 | 34,9 | + | ||
| 332/d | 34,9 | + | ||||
| 332/e | 35,1 | + |
Sämtliche NCO-Werte liegen über dem rechnerischen Wert von 34,7% NCO bei vollständiger
AUophanatisierung im Gegensatz zum KontroHversuch 2003/1 ohne Alkylierungsmittel, bei dem die
Reaktion nach einer Erhitzungsdauer von nur 4 Stunden zugunsten der Bildung von isocyanurathaltigen
Begleitsubstanzen in Übereinstimmung mit dem IR-Spektrum über die Stufe der Allophanatpolyisocyanate weitergelaufen ist.
Es wird gemäß üeispiel 1 verfahren, wobei in der
Tabelle Art und Menge des eingesetzten Alkylierungsmittels, Reaktionsdauer und -temperatur sowie die
erzielten Ergebnisse aufgeführt sind. Das eingesetzte Toluylendiisocyanat, 80/20-Gemisch des 2,4- und
2,6-Isomeren, hatte die gleichen analytischen Daten wie in Beispiel 1 augegeben, war jedoch anderer
Herkunf*.
| 9 | 2 | g | 009 179 ς |
ions-
Timperatur 0C |
10 |
IR-Spt
Allophanat |
;ktrum
lsocyanurat |
|
|
Alkylierungsmittel
Art |
. . | 130 | •/o NCO | __ | + | |||
|
Versuchs-
Bezeichnung |
ohne Zusatz | 0,7 |
Reakt
Dauer Stunden |
130 | 27,2 | + | — | |
| 2016/2 | Dimethylsulfat | 0,7 | 2,25 | 150 | 32,9 | — | ||
| 2016/3 | Dimethylsulfat | 0,7 | 18 | 130 | 32,5 | + | — | |
| 2016/6 | Diäthylsulfat | 0,7 | 18 | 130 | 33,9 | — | ||
| 2016/4 | Propansulton | 0,7 | 18 | 130 | 32,5 | + | — | |
| 2016/5 | Dimethylsulfit | 0,7 | 18 | 130 | 35,9 | + | — | |
| 2016/12 | Dimethylphosphit | 20 | 35,3 | |||||
| 2016/13 | Triäthyloxoniumtetra- | 7 | 18 | 130 | — | |||
| 345/i | fluoroborat | 48 | 130 | 36,1 | — | |||
| Methyljodid | 10 | 35,2 | ||||||
| 347*) | 10 | |||||||
*) Der Versuch wurde im geschlossenen Gefäß unter Druck ausgeführt.
Wie ersichtlich, zeigen sämtliche mit Alkylierungsmitteln durchgeführten Versuche die für ein Allophanat charakteristischen Banden im IR-Spektrum
im Gegensatz zum Kontrollversuch 2016/2, der bei einer Reaktionsdauer von nur 274 Stunden unter
Bildung von Isocyanuraten über die Stufe der AHophanatpolyisocyanate weitergelaufen ist.
Beispiel 3
Versuch A
Zu 1392 Gewichtsteilen Toluylendiisocyanat (80/20-Gemisch des 2,4- und 2,6-Isomeren) werden bei 80
bis 900C 106 Gewichtsteile Diglykol im Verlauf von etwa 1 Stunde hinzugefügt. Das Reaktionsgemisch
wird nunmehr unter Stickstoff als Schutzgas 61/» Stunden auf 1400C erhitzt.
Versuch B
Bei analoger Arbeitsweise wie im Versuch A werden
as dem Reaktionsansatz nach erfolgter Diglykolzugabe
1,4 Gewichtsteile Benzolsulfonsäuremethylester hinzugefügt und während 30 Stunden auf 1400C erhitzt.
Die Ergebnisse beider Versuche:
Versuchs-Bezeichnung
Reaktions-
Zeit
Stunden
Temperatur
°C
V, NCO
CP 25°
IR-Spektrum
Allophanat I lsocyanurat
A
B
6,5
30
140
140
31,9 34,8
1825
157
Wie ersichtlich, zeigt der gemäß beanspruchtem Verfahren durchgeführte Versuch B im IR-Spektrum
die für ein Allophanatpolyisocyanat charakteristischen Banden bei Abwesenheit von isocyanurathaltigen
Begleitsubstanzen. In Übereinstimmung mit diesem Befund wird trotz vielfach längerer Erhitzungsdauer
im Vergleich zum Versuch A ein NCO-Wert von 34,8% gefunden, der dem errechneten NCO-Wert
von 33,6°/o bei vollständiger Allophanatisierung nahekommt Charakteristisch ist des weiteren die so
niedrige Viskosität von 157 cP 25° gegenüber 1825 cP
25° des Vergleichsversuchs.
Zu 1218 Gewichtsteilen Toluylen-2,4-diisocyanat SS
werden bei Raumtemperatur 0,6 Gewichtsteile Benzolsulfonsäuremethylester und nach dem Erhitzen
auf 800C 106 Gewichtsteile Diglykol im Ve: «auf
von etwa 1 Stunde hinzugefügt wobei die Temperatur zwischen 80 bis 900C gehalten wird. Unter &>
Stickstoff als Schutzgas wird nunmehr 30 Stunden auf 1400C bei ständigem Rühren des Ansatzes erhitzt
Nach dieser Zeit hat das Reaktionsgemisch folgende Kennzahlen: 32,5% NCO (rechnerischer Wert bei
durchgreifender Allophanatisierung 31,7 °/o NCO), Viskosität 52OcP 25°, 59,O°/O Festsubstanz (60,6°/0
berechnet bei durchgreifender Allophanatisienmg).
Das IR-Spektrum zeigt die für Allophanat charak
teristischen Banden bei 1725 cm-1 und 1685 bis
1690 cm-1 und gibt keinen Hinweis auf das Vorhandensein von Begleitsubstanzen mit Isocyanuratstruktur.
Bei einem Vergleichsversuch ohne Zusatz von Benzolsulfonsäuremethylester wird nach nur fünfstündigem Erhitzen auf 1400C ein NCO-Wert von
31,7 ·/„ eine Viskosität von 141OcP 25° ermittelt
und das IR-Spektntm zeigt durch eine Absorptionsbande bei 1430 cm-1 isocyamwathaltige Begteitsubstanzen an.
Unter Stickstoff als Schutzgas werden 228 Gewichtsteile 4,4'-Dihydroxydrphenyldimethylmethan,
1740 Gewichtsteile Toluylen-2,4-diisocyanat und 2 Gewichtsteile p-Toluolsulfosäuremethylester 30 Stunden
auf 1600C unter ständigem Rühren des Reaktionsgemisches erhitzt (versuch A). In einem zweiten
Versuch (B) wird in gleicher Weise, jedoch ohne Zusatz von p-Toluolsulfosäuremethylester gearbeitet
Die Reaktionsgemische sind nach dieser Zeit durch die folgenden Daten gekennzeichnet:
| V&sucbs- |
A
B |
•/.NCO | cPz5° |
IR-Spektrum
Allophanat ' lsocyanurat |
| ΐ |
36,1
33,0 |
114
872 |
+ ! -+ |
}■
Wie ersichtlich, zeigt der gemäß beanspruchtem Verfahren durchgeführte Versuch A im IR-Spektrum
die für Alloohanat charakteristischen Banden im Gegensatz zum Kontrollversuch B, bei dem sich isocyanurathaitige Begleitsubstanzen gebildet haben. In
Übereinstimmung mit diesem Befund liegt der NCO-Gehalt des Versuchs A mit 36,1 °/0 zwischen den
rechnerischen Werten von 38,4 % für ein Bisurethandiisocyanat in überschüssigem Toluylen-2,4-diisocyanat und von 34,1% für ein Allophanatpolyisocyanat aus 1 Mol 4,4'-Dihydroxydiphenyldimethylmethan und 4 Mol Toluylen-2,4-diisocyanat in überschüssigem Diisocyanat. Im Versuch B zeigt der
NCO-Wert von 33,0 °/„ an, daß die Reaktion zugunsten einer Bildung von Isocyanuratpolyisocyanaten weitergelaufen ist. Charakteristisch sind des
weiteren die Viskositätsunterschiede der Ansätze, wobei der niedrige Wert von 114cP25° die Wirksamkeit des Alkylierungsmittels im Sinne der Erfindung besonders deutlich macht.
62 Gewichtsteile Äthylenglykol werden zu 1344 Gewichtsteilen Hexamethylendiisocyanat tropfenweise im
Verlauf von 20 Minuten hinzugefügt und während 1 Stunde bei 800C zur Reaktion gebracht. Entstanden
ist nach dieser Zeit das Bisuretiiandiisocyanat aus 1 Mol Äthylenglykol und 2 Mol Hexamethylendiisocyanat gelöst in überschüssigem Diisocyanat mit einem
NCO-Wert der Lösung von 41,4% gegenüber dem rechnerischen Wert von 41,8 0I0. 199 Gewichtsteile
des durch eine Destillation im Hochvakuum aus der
Lösung gewonnenen reinen Bisurethandiisocyanats werden in Gegenwart von 0,55 Gewichtsteilen p-Toluolsulfonsäuremethylester mit 348 Gewichtsteilen
Toluylen-2,4-diisocyanat unter Stickstoff als Schutz-S gas 18 Stunden bei 1400C zur Reaktion gebracht.
Das Reaktionsgemisch ist gekennzeichnet durch einen NCO-Gehalt von 31,0°/0 (rechnerischer Wert
für ein Allophanatpolyisocyanat in überschüssigem Toluylen-2,4-diisocyanat 30,7 °/e) und durch die für
ίο Allophanat charakteristischen Banden im IR-Spektrum.
Ein Kontrollversuch ohne p-Toluolsulfcnsäuremethylester führt dagegen bei einer Reaktionsdauer
von nur 8 Stunden bei 14O0C zu einem NCO-Wert
von 27,5 °/o und zeigt die für Isocyanurat charakteristischen Banden, wobei die Anwesenheit eines AIIophanatpolyisocyanats nicht ausgeschlossen werden
kann.
1000 Gewichtsteile eines linearen Polypropylenglykoläthers mit einer Hydroxylzahl von 112 (1 Mol)
werden unter Stickstoff als Schutzgas in Gegenwart von 2 Gewichtsteilen p-Toluolsulfosäuremethylester
»5 mit 1044 Gewichtsteilen Toluylendiisocyanat, 80/20-Gemisch des 2,4- und 2,6-Isomeren (6 Mol) 10 Stunden auf 1500C erhitzt (Versuch A). In einem zweiten
Versuch (B) wird in gleicher Weise, jedoch ohne Zusatz von p-Toluolsulfosäuremetliylester gearbeitet
bei einer Erhitzungsdauer von nur 2V4 Stunden. Die
Reaktionsgemische sind durch die folgenden Daten gekennzeichnet:
Versuchs-Bezeichnung
Reaktions-
Tempei-atur
"C
Zeit
Stunden
V. NCO
cP25°
IR-Lpektrum
Allophanat I Isocyanurat
A
B
150
150
10
21/«
1120
hochviskos
Wie ersichtlich, zeigt der Versuch A die für AUo phanat charakteristischen Banden im IR-Spektrum
im Gegensatz zum Versuch B, bei dem isocyanurathaltige Begleitsubstanzen durch die entsprechenden
Banden angezeigt werden. In völliger Übereinstimmung mit diesem Befand ist Versuchsprodukt A
durch eine niedrige, Versuchsprodukt B durch eine sehr hohe Viskosität ausgezeichnet. Des weiteren
hegt der NCO-Gehalt bei Versuch A zwischen den rechnerischen Werten von 20,5 °/0 fmr ein Bisu-ethandiisocyanat in überschüssigem Toluylendiisocyanat
und von 16,4 °/e für ein Allophanatpolyisocyanat aus
1 Mol Polyprppyienglykoläther und 4 Mol Toluylendiisocyanat in überschüssigem Diisocyanat Der
NCO-Wert von 13,3 «/o bei Versuch B zeigt an, daP
die Reaktion einen andersartigen Verlauf zugunsten der Bildung von Isocyanuratpolyisoeyanaien genommen hat.
Werden 1 Mol Polypropylengrykoläther mit 5 Mol
Toluylendiisocyanat in Gegenwart von 0,2 Gewichtsprozent p-Tüluolsulfonsäuremethylester, bezogen auf
das Gesamtgewicht der Komponenten, 22 Stunden bei 1500C zur Reaktion gebracht, so ist nach dem IR-Spektrum ein AUophanatpoIyisocyanat gelöst in
überschüssigem Diisocyanat ohne isocyanurathaltige
Begleitsubstanzen mit einem NCO-Gehalt von 15,4 °/0
und einer Viskosität von 2500 cP 25° entstanden.
1000 Oewichtsteäe eines linearen Polypropylen· gjykoläthers mit einer Hydroxylzahl von 56 werden
So unter Stickstoff als Schutzgas in Gegenwart von 1,5 Gewichtsteilen p-Toluolsulfonsäuremethylester mit
522 Gewichtsteilen Toluylendiisocyanat, 80/20-Gemjsch des 2,4- und 2,6-lsomeren, 20 Stunden auf
1500C erhitzt (Versuch A). Ein Kontrollversuch (B)
SS wird in gleicher Weise, jedoch ohne Zusatz von
p-Toluolsulfonsäuremethylester durchgeführt Die Reaktionsgemische sind durch die folgenden Daten
gekennzeichnet:
|
60 Versochs-
HCaCJCnnuilg |
•/.NCO | cP25° |
ER-Spektrum
Aüophauat I Isocyanurat |
|
A
B |
12,3
10,0 |
1365
8240 |
I I ' , ! +■ |
Wie ersichtlich, zeigt der Versuch A die für AlIopbana charakteristischen Banden im IR-Spektrum
im Gegensatz zum Versuch B, bei dem isocyanurat-
haltige Begleitsubstanzen angezeigt werde«. In Übereinstimmung
mit diesem Befund ist Versucnsprodukt A durch eine niedrige, Versuchsprodukt B durch
eine hohe Viskosität ausgezeichnet. Des weiteren liegt der NCO-Gehalt des Versuchs A zwischen den
rechnerischen Werten von 13,8 °/0 für ein Bisurethandiisocyanat
in Überschüssigem Toluylendiisocyanat und von 11,0 °/0 für ein Allophanatpolyisocyanat aus
1 Mol Polypropylenglykoläther und 4 Mol Toluylendiisocyanat in überschüssigem Düsocyanat. Der
NCO-Wert von 10,0 °/0 zeigt an, daß die Reaktion
einen Verlauf zugunsten der Bildung von Isocyanuratpolyisocyanaten genommen hat, wie dies auch durch
das IR-Spektrum angezeigt wird.
Zu einem Gemisch aus 500 Gewichtsteilen 4,4'-Diisocyanatodiphenylmethan
und 1,54 Gewichtsteilen p-Toluolsulfonsäuremethylester werden bei einer Temperatur
von 800C 106 Gewichtsteile Diäthylenglykol im Verlauf von 2 Stunden hinzugefügt. Nach weiteren
30 Minuten beträgt der NCO-Gehalt des Reaktionsgemisches 13,6% (berechnet 13,86%). Anschließend
werden 1044 Gewichtsteite Toluylendiisocyanat (80/20-Gemisch
des 2,4- und des 2,6-Isomeren) hinzugefügt. Danach wird das Gemisch 12 Stunden auf 14O0C
erhitzt. Nunmehr beträgt der NCO-Gehalt 31,1 °/„ (berechnet für vollständige Umwandlung der Urethangruppen
in Allophanatgruppen: 30,5%). Die Viskosität des erhaltenen Produkts tcträgt. 1665 cP 25°.
Im Infrarotspektrum sind die für Allophanatgruppierungen charakteristischen Banden erkennbar, die
S der Isocyanuratgruppen fehlen.
Ein Versuchsansatz, der sich lediglich durch das Fehlen des p-ToluoIsulfonsäuremethylesters von dem
eben beschriebenen unterscheidet, weist nach genau gleicher Versuchsdurchführung einen NCO-Gehalt
ίο von 25,2 °/0 auf. Das erhaltene Produkt ist ein halbfestes Harz, in dessen Infrarotspektrum die Anwesenheit
von Tsocyanuratgruppen durch eine starke Bande bei 1430 cm"1 angezeigt wird.
Zu einem Gemisch aus 4176 Gewichtsteilen ToIuyleudiisocyanat
(80/20-Gemisch des 2,4- und des 2,6-Isomeren) und 2,1 Gewichtsteilen p-Toluolsulfonsäuremethylester
werden bei einer Tempsratür von
ao 800C 536 Gewichtsteile Dipropylenglykol im Verlauf
von 105 Minuten hinzugefügt. Danach wird das Gemisch 24 Stunden lang auf eine Temperatur von
1300C erhitzt. Der NCO-Gehalt des Gemisches beträgt
dann 30,75% (berechnet für durchgreifende
as Bildung von Allophanatgruppen: 28,5%). Die Viskosität
beträgt 1130 cP 25°. Nach dem Infrarotspektrum sind keine isocyanuratgruppenhaltigen Begleitsubstanzen
vorhanden.
Claims (6)
1. Verfahren zur Herstellung von AHophanat- Hauptprcdukte festgestellt werden. Ein gemäß den
polyisocyanaten mit mindestens einer aromaticch 5 in der Patentschrift genannten Reaktionsbedingungen
gebundenen Isocyanatgruppe durch Umsetzung durchgeführter Versuch mit den ^Is bevorzugt gevon
N-substituierten Carbamidsäuxeestern mit eignet genannten Komponenten Athylenglykol und
organischen Mono- oder Polyisocyanaten mit Toluylendiisocyanat belegt diese Feststellung .zweifelsaliphatisch
oder aromatisch gebundenen Isocyanat- frei:
gruppen, wobei jedoch der N-substituierte Carb- io Zu 1392 Gewichtsteilen Toluylendiisocyanat (80/20-
amidsäureester mindestens eine aromatisch ge- Gemisch des 2,4- und 2,6-Tsomeren, 0,005 % hydroly-
bundene Isocyanatgruppe aufweist und/oder die sierbares Chlor, 0,003% Säurechlorid-Chlor, 0,01%
Reaktion unter Verwendung von mindestens zwei Gesamt-Chlor) werden bei 70 bis 75° C im Verlaufe
aromatisch gebundenen Isocyanatgruppen auf- von 45 Minuten unter Rühren 62 Oewichtsteile
weisenden Polyisocyanaten erfolgt, dadurch 15 Athylenglykol hinzugefügt. Nach erfolgter Glykol-
gek en nzei ch net, daß man die Umsetzung zugabe wird das Reaktionsgemisch währer d einer
in Gegenwart von alkylierend wirkenden Ver- Stunde auf der gleichen Temperatur gehalten. Der
bindungen durchführt. NCO-Gehalt des feinkristalline Abscheidung ent-
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch ge- haltenden Gemisches beträgt danach 40,6 "/0. Der
kennzeichnet, daß man die Umsetzung mit in situ 20 theoretische NCO-Gehalt einer Lösung des Urethanaus
mindestens eine Hydroxylgruppe aufweisenden diisocyanats aus 2 Mol Toluylendiisocyanat urd 1 Mol
Verbindungen und aromatischen Polyisocyanaten Athylenglykol in dem vorgelegten überschüssigen
gebildeten Carbamidsäureestern als N-substituierte Toluylendiisocyanat würde 40,4% betragen.
Carbamidüäureester durchführt. Das Reaktionsgemisch wird nun unter Stickstoff
Carbamidüäureester durchführt. Das Reaktionsgemisch wird nun unter Stickstoff
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch ge- 25 als Schutzgas 19 Stunden auf 128 bis 1300C erhitzt,
kennzeichnet, daß man die Umsetzung mit ToIu- Der NCO-Gehalt des Gemisches beträgt nunmehr
ylendiisocyanat-isomere bzw. -isomerengemische 33,9 °/0, während sich rechnerisch für die Lösung
als aromatische Polyisocyanate durchführt. eines Allophanatpolyisocyanats aus 1 Mol des in
4. Verfahren nach Anspruch 1 bis 3, dadurch situ gebildeten Urethandiisocyanats und 2 weiteren
gekennzeichnet, daß man die Umsetzung mit 30 Mol Toluylendiisocyanat in dem überschüssigen
Estern von Säuren des 6wertigen Schwefels als Toluylendiisocyanat ein NCO-Gehalt von 34,7°„
alkylierend wirkende Substanzen durchführt. ergibt. Die Tatsache, daß trotz der auf eine Lösung
5. Verfahren nach Anspruch 1 bis 4, dadurch von weitgehend reinem Allophanatpolyisocyanc* in
gekennzeichnet, daß man die Umsetzung mit Toiuylerdiisocyanat hinweisenden NCO-Werte in
Dialkylsulfaten als alkylierend wirkende Sub- 35 Wirklichkeit ein äußerst komplexes Gemisch vorliegt,
stanzen durchführt. ergibt sich aus dem IR-Spektrum, welches neben dem
6. Verfahren nach Anspruch 1 bis 4, dadurch für Allophanatgruppierungen charakteristischen Bangekennzeichnet,
daß man die Umsetzung mit den bei 1725, 1690 und 1685 cm~l, insbesondere für
Sulfonsäurealkylestern als alkylierend wirkende Isocyanurat charakteristische Banden bei 1690 bis
Substanzen durchführt. 40 1720 cm l und 1400 bis 1430 cm"1 sowie, wenn
Family
ID=
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| EP0362654A1 (de) * | 1988-09-29 | 1990-04-11 | Vianova Kunstharz Aktiengesellschaft | Verfahren zur Herstellung von diblockierten Triisocyanatverbindungen |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| EP0362654A1 (de) * | 1988-09-29 | 1990-04-11 | Vianova Kunstharz Aktiengesellschaft | Verfahren zur Herstellung von diblockierten Triisocyanatverbindungen |
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