[go: up one dir, main page]

DE2002200B2 - Zweistufiges biotechnisches verfahren zur zuechtung einer l-asparaginase-reichen bakterienzellmasse - Google Patents

Zweistufiges biotechnisches verfahren zur zuechtung einer l-asparaginase-reichen bakterienzellmasse

Info

Publication number
DE2002200B2
DE2002200B2 DE19702002200 DE2002200A DE2002200B2 DE 2002200 B2 DE2002200 B2 DE 2002200B2 DE 19702002200 DE19702002200 DE 19702002200 DE 2002200 A DE2002200 A DE 2002200A DE 2002200 B2 DE2002200 B2 DE 2002200B2
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
fermenter
asparaginase
stage
constant
acetic acid
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Granted
Application number
DE19702002200
Other languages
English (en)
Other versions
DE2002200A1 (de
DE2002200C3 (de
Inventor
Günter Dr.rer.nat; Gramsall Johanna; 8132 Tutzing Holz
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Roche Diagnostics GmbH
Original Assignee
Boehringer Mannheim GmbH
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Boehringer Mannheim GmbH filed Critical Boehringer Mannheim GmbH
Priority to DE19702002200 priority Critical patent/DE2002200C3/de
Priority claimed from DE19702002200 external-priority patent/DE2002200C3/de
Priority to ZA710072A priority patent/ZA7172B/xx
Priority to GB2090/71A priority patent/GB1299301A/en
Publication of DE2002200A1 publication Critical patent/DE2002200A1/de
Publication of DE2002200B2 publication Critical patent/DE2002200B2/de
Application granted granted Critical
Publication of DE2002200C3 publication Critical patent/DE2002200C3/de
Expired legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C12BIOCHEMISTRY; BEER; SPIRITS; WINE; VINEGAR; MICROBIOLOGY; ENZYMOLOGY; MUTATION OR GENETIC ENGINEERING
    • C12NMICROORGANISMS OR ENZYMES; COMPOSITIONS THEREOF; PROPAGATING, PRESERVING, OR MAINTAINING MICROORGANISMS; MUTATION OR GENETIC ENGINEERING; CULTURE MEDIA
    • C12N9/00Enzymes; Proenzymes; Compositions thereof; Processes for preparing, activating, inhibiting, separating or purifying enzymes
    • C12N9/14Hydrolases (3)
    • C12N9/78Hydrolases (3) acting on carbon to nitrogen bonds other than peptide bonds (3.5)
    • C12N9/80Hydrolases (3) acting on carbon to nitrogen bonds other than peptide bonds (3.5) acting on amide bonds in linear amides (3.5.1)
    • C12N9/82Asparaginase (3.5.1.1)

Landscapes

  • Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Health & Medical Sciences (AREA)
  • Genetics & Genomics (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Bioinformatics & Cheminformatics (AREA)
  • Zoology (AREA)
  • Wood Science & Technology (AREA)
  • Molecular Biology (AREA)
  • Microbiology (AREA)
  • Biotechnology (AREA)
  • Biomedical Technology (AREA)
  • Biochemistry (AREA)
  • General Engineering & Computer Science (AREA)
  • General Health & Medical Sciences (AREA)
  • Medicinal Chemistry (AREA)
  • Enzymes And Modification Thereof (AREA)
  • Micro-Organisms Or Cultivation Processes Thereof (AREA)

Description

Die L-Asparaginase, ein hydrolytisch wirksames Enzym, das L-Asparagin in Asparaginsäure und Ammoniak spaltet, findet sich in tierischen und pflanzlichen Geweben und Körperflüssigkeiten sowie in verschiedenen Mikroorganismen. Besonders bemerkenswert ist das Vorkommen einer L-Asparaginase im Meerschweinchenserum, die einen inhibierenden Effekt auf verschiedene transplantatierbare Mäuse- und Ratten-Lymphomas aufweist. Sie zeigt auch eine hohe Aktivität gegenüber gewissen leukämischen Zellen beim Menschen. Gleiches ist bekann! bei L-Asparaginasen aus E. coli und einigen anderen Mikroorganismen, wie Serratia marcesojns und Erwinia carotovora. Demzufolge werden allenthalben Bemühungen zur Entwicklung optimaler Verfahren zur Deckung des entsprechenden Bedarfs an L-Asparaginase-Präparaten mit antileukämischer Wirksamkeit berichtet.
So ist aus der DT-OS 19 04 330 ein Verfahren bekannt, bei dem ein Mikroorganismus der Genus Serratia bei einer auf einen zum Wachstum des Mikroorganismus ausreichenden Wert begrenzten Belüftung in einem wäßrigen Nährmedium kultiviert wird, welches höchstens 1 Gew.-% einer Kohlenstoffquelle
enthält. Aus der DTOS 19 04 850 ist ein Verfahren zur Züchtu.ig von L-Asparaginasercichem E. coli bekannt, bei dem die Züchtung in einem glycerinhaltigen Nährmedium durchgeiuhrt wird, welches gegebenenfalls noch mit Pankreasferment abgebaute» Casein oder Sojabohnenmehl. Natriumchlorid und Dikaliumphosphat enthalt. Aus der LISA.-Patentschrift 34 40 142 ist ein Verfahren bekannt, bei dem E. coli unter heftiger Belüftung 18 Stunden bei 37°C auf einem Medium gezüchtet wird, welches Dextrose, Pepton, Hefeextrakt sowie Kaliumphosphate enthalt.
Ferner sind diskontinuierliche Verfahren zur Gewinnung von L-Asparaginase durch aerobes Züchten von verschiedenen Mikroorganismen bekannt, bei welchem in größerem Maßstab mit 60-l-Fermentern in 35 Stunden Züchtungsdauor maximal eine Asparaginase-Aktivität von 3,13 L)ZmI erzielbar ist. Ferner ist aus der DT-OS 19 27 118 ein diskontinuierliches einstufiges Verfahren bekannt, welches in einem 400 I Ansatz bei etwa 12- bis ISstündiger Fermentation etwa 2,95 IU/ml L-Asparaginase liefert. Es hat sich jedoch gezeigt, daß dies nur bei hohem analytischen Aufwand möglich ist und die Behandlung des dabei verwendeten Hauptrohstoffes Maisquellwasser sehr arbeitsintensiv ist.
In der US-PS 35 42 647 wird schließlich auf ein bekanntes Verfahren hingewiesen, bei welchem eine zweistufige Fermeniierung durchgeführt wird, die aus einem kurzen aeroben Wachstum und einem 20minütigen anaeroben Altern bei Raumtemperatur besteht. Hierbei handelt es sich nicht um eine echte zweistufige Fermentation, sondern um eine normale aerobe Fermentation mit anschließender kurzer anaerober Alterung. Diesem Verfahren ist wie allen anderen obenerwähnten bekannten Verfahren der Nachteil gemeinsam, daß die Züchtung -'ti relativ niedrigen Ausbeuten an Asparaginase im geernteten Mikroorganismus führt. Teilweise sind diese Verfahren auch recht arbeitsaufwendig. Ein weiterer Nachteil besteht darin, daß die Verfahren ni ht zur kontinuierlichen Züchtung geeignet sind.
Es besteht daher ein Bedarf nach einem Züchtungsverfahren für Mikroorganismen, welches den Gehalt an der gewünschten L-Asparaginase Meigert. Gewünscht ist außerdem ein Verfahren, welches sich kontinuierlich durchführen läßt.
Diese Nachteile werden durch die Erfindung überwunden.
Bei kinetischen Untersuchungen des Züchtungsverlaufes in Batch-Kultur unter bestimmten Bedingungen wurde ein zweiphasiges Wachstum der Mikroorganismen beobachtet, welches sich in einem scharfen Knick in der linearen Kurve bemerkbar macht, die man erhält, wenn in bekannter Weise die natürlichen Logarithmen der zugewachsenen Zellmassen über der Zeit aufgetragen werden. Überraschend wurde hierbei gefunden, daß je nach den Versuchsbedingungen nach 3- bis 5stündigem anfänglich rapidem Wachstum eine deutliche Verlangsamung des Zuwachses stattfindet. Erst in der zweiten Phase treten beachtliche L-Asparaginasemengen auf, während sich in der ersten Phase reichliche Mengen intrazellulären Asparagins bilden, das in der Phase 2 stark abnimmt.
Das erfindungsgemäße zweistufige biotechnische Verfahre", zur Herstellung einer L-Asparaginase-reichen Bakterienzellmasse ist dadurch gekennzeichnet, daß man die Bakterien zuerst unter starker Belüftung in dem Essigsäure und/oder Glutaminsäure enthaltenden Nährmedium bei pH 7 bis pH 8,5 wachsen läßt, bis der
Knickpunkt der logarithmischen Wach.siiimskuru erreicht ist. und daß nach Erreichen des Knickpunktes in Hungerphase weitergearbeitet wird, indem das Wachs· tumsniedium unter Aufrechterhalten: des pH-Wertes an Sauerstoff verarmt und gleichzeitig nicht weiter mit Nährstoff ergänzt wird, abgesehen von zur pH-Wertregelung gegebenenfalls zugesetzter Essigsäure.
Wichtig ist, daß in der ersten Phas.- stark belüftet, also viel Sauerstoff zugeführt wird. r-"ür die· außerordentlichen Switheseleistungen des Organismus muß genügend intrazelluläres Adenosininphosnhat als Energiedonator gebildet werden.
Ein Zusatz von Glucose wirkt sich überraschenderweise rachteilig aus, auch ein Glycerinzusatz ist nicht erwünscht.
Im Verlauf der Züchtung ist ein Anstieg des pH-Wertes festzustellen, so daß vorzugsweise zur pH-Konstanthaltung Säuren zugegeben werden. Die bevorzugt verwendete Essigsäure wirkt hierbei als sich selbst verbrauchendes Ncutralisationsmittel. Milchsäure erwses sich ebenfalls als geeignet, führt jedoch nicht zu den mit Essigsäure erzielbaren Enzynimengen.
Nach Erreichen des Kmckpunk>es der Wachstumskurve beginnt die zweite Phase des erfindungsgemäßen Verfahrens, die sogenannte Hungerphase. In dieser Hungerphase wird an Sauerstoff verarmt und gleichzeitig der bereits abgemagerte Nährboden nicht weiter ergänzt. Der pH-Wert wird jedoch auch in der /weiten Stufe konstant gehalten.
Das Wachstumsmedium enthält auch Aminosäuren, insbesondere solche aus der sogenannten Asparaginsäurefamilie, zweckmäßig als Eiweißhydrolysat. Sie werden zweckmäßig in solcher Menge zugesetzt, daß keine zu hohe Populationsdichte in der Zcllbrühe erhalten wird. Werden zu viel Aminosäuren zugesetzt, so wird die Wachstumsbrühe zu dick und schäumt. Die geeignete Aminosäurekonzentration läßt sich leicht feststellen, da im Bereich des Knickpunktes der erwähnten \Vachstumskurve diese Aminosäuren verbraucht sind.
In der Fig. wird die erwähnte Wachstumskurvc dargestellt. Sie gibt die Bakterientrockenmassen in natürlichen Logarithmen über der Zeit an. Man erkennt deutlich, daß bei etwa knapp 5 Stunden die durch eine Gerade darstellbare Wachstumskurve einen scharfen Knick aufweist und sich mit einer zweiten Wachstumskurve schneidet.
Dieses physiologische Verhalten der Kulturen ermöglicht die Kultivierung von optimal L-Asparaginase-haltigen Zellmassen. Dies ist erfindungsgemäß im Batch-Betrieb möglich, erfordert hierbei jedoch entsprechenden Aufwand an Überwachung. Dies läßt sich vermeiden unter Erzielung eines optimalen Betriebes durch kontinuierliche Züchtung.
Eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung besteht daher darin, daß kontinuierlich gearbeitet wird, indem einem ersten stark belüfteten Fermenter soviel frisches Nährmedium zugeführt wird, daß die Bakteriendichte konstant und nahe dem Wert des kritischen Punktes der Wachstumskurve (Schnittpunkt der beiden Garaden) gehalten wird und gebildete Zellbrühe in gleicher Menge einem zweiten größeren Fermenter zugeführt wird, dessen Z.ellbrühgehalt so bemessen ist, daß bei konstantem Volumen die Bakteriendichte konstant und über dem Wert dps ersten Fermenters gehalten wird.
Die kontinuierliche Kultur bildet ein offenes System, das im Fließgleichgewicht steht. Bei einer kontinuierlichen Kultur werden die Milieubedingungen konstant gehalten, und die Anlage läßt sich damit leicht automatisieren. Der die statische Kultur (Batch-Kultur) beherrschende Zeitfaktor mit Anlaufphase, exponentieller Wachstumsphase und stationärer Phase, der sich die Absterbephase anschließt, wird bei der kontinuierlichen Kultur ausgeschaltet. Die Bedingungen des Fließgleichgewichtes lassen sich aus der Wachstumskurve errechnen:
Veränderung der Bakteriendichte = Wachstum — Auswachsrate = 0 bzw. in mathematischer Formulierune
d V
d/
.■..V DX
Sind also in dieser Differentialgleichung die Wachstumsrate μ und die Verdünnungsrate D einander gleich, so ergibt sich, daß die Bakteriendichte X im Kulturgefäß bzw. Fermenter konstant bleibt. Die exponentielle Vermehrung der Zellen wird durch den negativ exponentiellen Vorgang der Auswaschung kompensiert, μ (l/h) ist die spezifische Wachstumsrate und D (l/h) stellt die Verdünnungsrate, Flieügeschwindigkeif F(Uh) dividiert durch Arbeitsvolumen '/(I) dar, d. h., Dgibt den Volumenwechsel pro Stunde an. Für den in der beigefügten Zeichnung dargestellten Fall il-.r Wachstumskurve ergibt sich hieraus:
I In X _ 0.74 _
II. /)
I In.V 0.29
- (UbX .
Die obigen Gleichungen für die beiden Stufen des erfindungsgemäßen kontinuierlichen Verfahrens ergeben also, daß man in der gewählten Ausführungsform in der I. Stufe mit großer Verdünnungsratc D arbeitet und diese in der II. Stufe entsprechend verkleinert. Erfindungsgemäß wird dies bei gleicher Fließgeschwindigkeit /-"durch Anwendung entsprechender Arbeitsvolumina Verreicht.
In der I. Stufe des kontinuierlichen Verfahrens wird vorzugsweise turbidostatisch gearbeitet, d. h. unter Konstanthaltung einer bestimmten Bakteriendichte oder Trübung bei einer Verdünnungsrate mit maximalem Bakterienertrag. Als Arbeitspunkt der Bakteriendichte dient der Schnittpunkt der beiden logarithmischen Kurven, entsprechend dem Knick in der Figur.
Die so erhaltene Bakterienkultur wird nun dem zweiten Fermenter zugeführt, dessen Arbeitsvolumen so bemessen ist, daß bei gleicher Fließgeschwindigkeit (l/h) die errechnete niedrige Verdünnungsrate erzielt wird. In diesem zweiten Fermenter reift die Kultur unter Bildung der hohen L.-Asparaginaseaktivität. Das Verfahren wird bei konstanten pH-Werten durchgeführt. Die pH-Werte liegen zwischen 7 und 8,5, vorzugsweise zwischen 7.5 und 7,8. Zweckmäßig wird der pH-Wert in beiden Verfahrensstufen getrennt reguliert. Diese pH-Wertregulierung erfolgt vorzugsweise durch Essigsäurezusatz.
Die in der Zeichnung dargestellte Wachstumskurve gilt für E. coli. Bei Verwendung eines anderen Mikroorganismus ändern sich die Winkel c/' und ψ" etwas, wie sich durch Versuche ohne weiteres feststellen läßt. Das Prinzip bleibt jedoch in jedem Falle gleich und beruht darauf, daß eine starke Bildung von L-Asparaginase immer erst in der Hungerphase, d. h. im zweiten Ast der Wachstumskurve stattfindet.
Das erfindungsgemäße Verfahren gestattet eine erhebliche Steigerung des L-Asparaginasegehalts in den Mikroorganismen. Im Batch-Verfahren wurden hierbei Werte bis zu 1,5 internationale Einheiten pro mg Protein erreicht. Als eine Einheit ist hierbei diejenige Menge definiert, die in einer Minute aus Asparagin ΙμΜοΙ Ammoniak freisetzt unter den gegebenen Testbedingungen. Bezogen auf das Volumen liegen die erzielbaren Aktivitäten bei 3 lU/ml. Demgegenüber werden für das Verfahren der DT-OS 19 04 330 maximal 0,66 IU/mg Protein und für das Verfahren der DT-OS 19 04 850 maximal 1,62 IU/ml angegeben. Erfindungsgemäß wird also eine Ausbeutesteigerung um mindestens 100% erzielt.
Beispiel 1
Es wird eine Anlage verwendet, die zwei Fermenter enhält. Das Arbeitsvolumen des ersten beträgt 20 1. das des zweiten 80 1. Die Fermenter sind mit Belüftungseinrichtung und Rührern ausgerüstet. Die Füllung des ersten Fermenters beträgt 10 I, die des zweiten 601.
In einem gesonderten Behälter werden 750 I eines Nährmediums folgender Zusammensetzung hergestellt und sterilisiert:
Essigsäure
Glutaminsäure
Hefeextrakt
Eiweißhydrolysat (hoher Gehalt an
Methionin, Threonin, Alanin und Lysin)
geringe Mengen Phosphat
0,5% 0,3% 0,1%
2.0%
Die Substanzen werden in der angegebenen Menge Leitungswasser gelöst, der pH-Wert mit KOH auf 7,0 gestellt und die Lösung sterilisiert.
Zunächst werden 60 1 des Nährmediums im zweiten Fermenter mit einer Impfkultur von E. coli MRE 600 beimpft, die gesondert als Schüttelkultur auf gleichem Nährboden in 15 Stunden herangezogen wurde. Diese Kuitur wird 10 Stunden ohne äußeren Zufluß durch kräftige Belüftung (600 1 Luft pro Stunde) anwachsen gelassen. Der pH-Wert des Fermentationsmediums beträgt nun 7,2. Nun werden 101 der erhaltenen Kulturbrühe in den ersten Fermenter eingeführt. Durch Trübungsmessung wird festgestellt, ob der kritische Punkt in der Wachstumskurve schon erreicht ist. Sobald dies der Fall ist, wird mit dem Pumpen frischer Nährlösung begonnen. Gleichzeitig wird kräftig belüftet
40 (600 I pro Stunde). Bei einer mittleren Fließgeschwindig keit von 3 1 Nährlösung pro Stunde lassen sich in 23( Stunden 6901 vollautomatisch durchsetzen. Bei der gewählten Arbeitsvolumina ergibt sich damit für die I Stufe eine Verdünnungsrate D von 0,3. in der II. Stuf« von 0,05. Man gewinnt einen Ausstoß mit einei L-Asparaginaseaktivität von 2800 bis 3000 IIJ/I unc einer spezifischen Aktivität (IU/mg Protein) zwischer 1.3 und 1,5. Die Ausbeute beträgt 4 bis 4,5 £ Bakterientrockenmasse pro I. Die Kulturlösung wird ir einem kühlbaren Lagerbehälter gesammelt und die Bakterienmasse daraus auf einer Durchlaufzentrifuge abgetrennt. Die pH-Wertregelung wird in der I. und II Stufe getrennt durchgeführt, wobei insgesamt pro Stunde etwa 10 g 100%ige Essigsäure benötigt werden.
Beispiel 2
Auf dem in Beispiel 1 angegebenen Nährboden wurde Serratia marcescens ATCC 60 in einem 2,5-l-Erlenmeyer-Kolben gezüchtet. Unter kräftiger Belüftung wurde 23 Stunden gezüchtet, anschließend 20 Minuten anaerob altern gelassen. Man erhielt so 3000 IU/1 Kulturlösung bei einem Trockenmassegehalt von 2 g/l. Hieraus ergeben sich 1500 IU/g Bakterientrockenmasse mit einer spezifischen Aktivität zwischen 2,8 und 3,3 IU/mg Protein.
Beispiel 3
Nach dem in Beispiel 1 beschriebenen Verfahren und unter den dort angewendeten Bedingungen wurde Serratia marcescens ATCC 60 gezüchtet. Die mittlere Fließgeschwindigkeit betrug 3,41 Nährlösung pro Stunde. Die L-Asparaginase-Aktivität im Produkt betrug 6500 bis 7000 IU/1. Der Trockenmassegehiilt betrug 2 g/l. Hieraus ergeben sich 3250 bis 3500 IU^ Bakterientrockenmasse sowie eine spezifische Aktivität von 4,5 bis 5 IU/mg Protein.
Beispiel 4
Das Verfahren von Beispiel 1 wurde unter Verwendung von Serratia marcescens ATCC 60 wiederholt. Dem Nährboden wurden jedoch zusätzlich 1% Glutaminsäure zugegeben. Der Durchsatz betrug 5 I Nährlösung pro Stunde. Man erhielt so eine L-Asparaginase-Aktivität von 24 000 IU/1 bei 6 g Bakterientrockenmasse pro 1. Dies entspricht einer Aktivität von 4000 IU/g Bakterientrockenmasse mit einer spezifischen Aktivität von 5 IU/mg Protein.
Hierzu 1 BIuU Zeichnungen

Claims (5)

Patentansprüche:
1. Zweistufiges biotechnisches Verfahren zur Herstellung einer L-Asparaginasereichen Bakterienzellmasse, dadurch gekennzeichnet, daß man die Bakterien zuerst unter starker Belüftung in dem Essigsäure und/oder Glutaminsäure enthaltenden Nährmedium bei pH 7 bis pH 8,5 wachsen läßt, bis der Knickpunkt der logariihmischen Wachstumskurve erreicht ist, und daß nach Erreichen des Knickpunktes in Hungerphase weitergearbeitet wird, indem das Wachstumsmedium unter Aufrechterhaltung des pH-Wertes an Sauerstoff verarmt und gleichzeitig nicht weiter mit Nährstoff ergänzt wird, abgesehen von zur pH-Wertregelung gegebenenfalls zugesetzter Essigsäure.
2. Verfahren nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, daß kontinuierlich gearbeitet wird, indem einem ersten stark belüfteten Fermenter soviel frisches Nährmedium zugeführt wird, daß die Bakteriendichte konstant und nahe dem Wert des Knickpunktes der logarithmischen Wachstumskurve gehalten wird und gebildete Zellbrühe in gleicher Menge einem zweiten größeren Fermenter zügeführt wird, dessen Zellbrühgehait so bemessen ist, daß bei konstantem Volumen die Bakteriendichte konstant und über dem Wert des ersten Fermenters gehalten wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2. dadurch gekennzeichnet, daß das A:beitsvolumen des zweiten Fermerters das 3- bis lOfache, vorzugsweise 5- bis 7fache, des ersten Fermenters beträgt.
4. Verfahren nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß man E. coli einsetzt und in erster bzw. zweiter Stufe eine Verdünnungsrate von 0,3 bzw. 0,05 anwendet.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der pH-Wert durch Essigsäurezusalz konstant gehalten wird.
DE19702002200 1970-01-19 1970-01-19 Zweistufiges biotechnisches Verfahren zur Züchtung einer L-Asparaginase-reichen Bakterienzellmasse Expired DE2002200C3 (de)

Priority Applications (3)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DE19702002200 DE2002200C3 (de) 1970-01-19 Zweistufiges biotechnisches Verfahren zur Züchtung einer L-Asparaginase-reichen Bakterienzellmasse
ZA710072A ZA7172B (en) 1970-01-19 1971-01-06 Process for obtaining a cell mass containing l-asparaginase
GB2090/71A GB1299301A (en) 1970-01-19 1971-01-15 Process for obtaining an l-asparaginase-rich cell mass

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DE19702002200 DE2002200C3 (de) 1970-01-19 Zweistufiges biotechnisches Verfahren zur Züchtung einer L-Asparaginase-reichen Bakterienzellmasse

Publications (3)

Publication Number Publication Date
DE2002200A1 DE2002200A1 (de) 1971-11-18
DE2002200B2 true DE2002200B2 (de) 1977-05-12
DE2002200C3 DE2002200C3 (de) 1977-12-29

Family

ID=

Also Published As

Publication number Publication date
DE2002200A1 (de) 1971-11-18
ZA7172B (en) 1971-11-24
GB1299301A (en) 1972-12-13

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE69422161T2 (de) Verfahren zur Gewinnung einer Biomasse, Verwendung von der erhaltenen Biomasse und Brottreibmittel
DE2208279C3 (de) Verfahren, um den Nucleinsäuregehalt von einzelligem Protein (SCP)-Material zu vermindern
EP0141784B1 (de) Verfahren zum Abbau von s-Triazin-Derivaten in wässrigen Lösungen
EP0144017A1 (de) Verfahren zur biotechnologischen Herstellung von Poly-D(-)-3-hydroxybuttersäure
DE2224133B2 (de) Verwendung von bestimmten Mikroorganismen-Stämmen zur Gewinnung von Cholesterinoxydase, welche Cholesterin mit O tief 2 zu Cholestenon + H tief 2 O tief 2 oxydiert
DE2633076A1 (de) Verfahren zur durchfuehrung von enzymatischen reaktionen unter verwendung von in einer polymerisatmatrix eingeschlossenen mikroorganismen
DE3343576A1 (de) Verfahren zur biotechnologischen herstellung von poly-d(-)-3-hydroxybuttersaeure
DE3418374A1 (de) Verfahren zur herstellung von cyclopropancarbonsaeuren
EP0286033A2 (de) Biophysikalisch derivatisiertes Ascomycetes-, Schizomycetes- und Hefepräparat enthaltende Futtermittel und Pflanzenwuchs- stoffe, sowie Verwendung der Präparate zur Hautbehandlung und probiotischen Aktivierung
DE2021465B2 (de) Verfahren zur Herstellung eines Enzympräparates, welches die OH-Gruppe in der 3beta-Stellung des Cholesterins dehydriert
EP0103210B1 (de) L-2-Hydroxy-4-methylpentansäure-Dehydrogenase, Verfahren zu ihrer Gewinnung und ihre Verwendung
DE2401519A1 (de) Mikrobiologisches verfahren zur herstellung fluessigen und trockenen futterkonzentrates von l-lysin und kristallinen l-lysins
DE2002200C3 (de) Zweistufiges biotechnisches Verfahren zur Züchtung einer L-Asparaginase-reichen Bakterienzellmasse
DE2002200B2 (de) Zweistufiges biotechnisches verfahren zur zuechtung einer l-asparaginase-reichen bakterienzellmasse
EP1012246B1 (de) Fermentationsverfahren mit kontinuierlicher massenkultivierung von ciliaten (protozoa) zur produktion biogener wertstoffe
DE1300487B (de) Verfahren zur mikrobiologischen Herstellung von Lipase
DE2734290C2 (de) Verfahren zur Züchtung von Fungi der Gattung Coriolus
DE578820C (de) Verfahren zur Herstellung von Citronensaeure durch Gaerung
DE2142916A1 (de) Verfahren zur Herstellung von Enzymen mit Hilfe von Kohlenwasserstoffen
DE2917891A1 (de) Verfahren zur herstellung von acyl-coa- synthetase lcf-18
EP0014364A2 (de) Verfahren zum mikrobiologischen Abbau von Acrylnitril in wässrigen Dispersionen
DD253836A1 (de) Verfahren zur kontinuierlichen mikrobiellen synthese von produkten der unvollstaendigen oxidation
EP0031553B1 (de) Verfahren zur Gewinnung von Glycerin-dehydrogenase
AT347385B (de) Verfahren zur herstellung von protein
DE2308059C3 (de) Verfahren zur biosynthetischen Herstellung von Griseofulvin

Legal Events

Date Code Title Description
C3 Grant after two publication steps (3rd publication)
E77 Valid patent as to the heymanns-index 1977
EHJ Ceased/non-payment of the annual fee