DE2001453B2 - Harzartiges Copolymer von a -Methylstyrol und Vinyltoluol - Google Patents
Harzartiges Copolymer von a -Methylstyrol und VinyltoluolInfo
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Description
Aus der US-PS 30 00 868 ist bekannt, daß /v-Methylstyrolmonomer
und Vinyltoluolmonomer copolymerisiert werden können und Harze heller Färbung mit
Erweichungspunkten (Ring und Kugel) von etwa 1000C und höher bilden. Diese Harze sind brauchbar bei der
Herstellung harter trocknender Lacke, Klebstoffe und dergleichen.
Die bekannten harzartigen Copolymere von «-Methylstyrol und Vinyltoluol mit Erweichungspunkten im
Bereich von 1000C sind zwar in einer Vielzahl von Lösungsmitteln löslich, aber nur wenig löslich in
Paraffinwachs, so daß die Verwendung dieser Copolymere in heißschmelzenden, für Überzüge bestimmten
Massen, insbesondere in Wachsgemischen bisher beschränkt war. Wachsüberzugsgemische, welche die
bekannten Harze enthalten, sind bei niedrigen Temperaturen in der Farbe milchigweiß und erzeugen beim
Aufbringen auf ein Substrat eine verschleierte Oberfläche, obwohl die bekannten harzartigen Copolymere als
selche wasserklare Überzüge mit einer guten Farbbeständigkeit und einem unbeachtlichen Geruch ergeben,
wie es für Nahrungsmittel erforderlich ist.
Aus Wachs allein sowie aus Gemischen von Wachs und Äthylencopolymeren !»ergestellte Überzüge zeigen
gute Feuchtigkeitsdampfbeständigkeit, gute Wasserbeständigkeit und hohe Druckdehnung bei niedrigen
Temperaturen, aber sie haften ungenügend.
Die Löslichkeit der bekannten harzartigen Copolymere aus «-Methylstyrol und Vinyltoluol in Wachsgemischen
wird zwar besser, wenn man den Erweichungspunkt des Copolymers stark herabsetzt, aber die mit
solchen Lösungen erhaltenen Überzüge haben eine unzureichende Härte. Dieser Nachteil soll durch die
Erfindung überwunden werden, was — wie gefunden wurde — durch ein harzartiges Copolymer aus
a-Methylstyrol und Vinyltoluol der in den Ansprüchen
angegebenen Art möglich ist Diese Copolymeren haben eine überraschend hohe Löslichkeit in Paraffinwachs
und noch hohe Erweichungspunkte, so daß sie zur Verwendung in Wachsüberzugsgemischen hervorragend
geeignet sind. Die Wachslöslichkeit des erfindungsgemäßen Copolymers wird, wie angenommen
werden kann, durch sorgfältiges Steuern der Molekularkettenlänge und der Molekulargewichts verteilung des
Copolymers erzielt Ferner haben die erfindungsgemäßen Copolymere die wünschenswerten Eigenschaften,
wie wasserhelle Färbung, gute Farbstabilität und einen unbeachtlichen Geruch.
η Vorzugsweise weist das erfindungsgemäße Copolymer
ein Gewichtsverhältnis von Vinyltoluol zu a-Methylstyrol im Bereich von 23 zu 1 bis 4,5 zu 1 auf.
Vorzugsweise besitzt das Copolymer auch eine Trübungspunktlöslichkeit von weniger als 74" C in einer
fünfzigprozentigen Paraffinwachslösung.
Die erfindungsgemäßen Copolymere können in Heizschmelzmassen verwendet werden, die im wesentlichen
aus Paraffinwachs, Äthylencopolymeren und den erfindungsgemäßen Copolymeren bestehen. Beispiele
21) von Äthylencopolymeren sind Äthylen-Vinylacetat
(EVA), Äthylen-Äthylacrylat (EEA) und Ätiiylen-Isobutylacrylat
(5BA), jedoch wird EVA bevorzugt. Diese Heißschmelzmassen eignen sich besonders zur Herstellung
von Überzügen auf Nahrungsmittelbehältern.
ίο Die Herstellung der erfindungsgemäßen Copolymere
erfolgt in der Weise, daß man ein Gemisch der Monomeren Vinyltoluol und «-Methylstyrol in einem
inerten Verdünnungsmittel in Anwesenheit eines sauren Tonkatalysators bei einer Temperatur im Bereich von
r> 13° bis 18°C miteinander versetzt, wobei das Gewichtsverhältnis von Vinyltoluol zu «-Methylstyrol in diesem
Gemisch im Bereich von 2,5 zu 1 bis 4,5 zu 1 liegt, und dann die Temperatur zur Vervollständigung der
Umsetzung erhöht.
Die Katalysatormenge beträgt, bezogen auf die Reaktionsteilnehmer, vorzugsweise etwa 3,3 Gew.-%,
doch kann sie ohne nachteilige Auswirkung geändert werden.
Gemäß dem folgenden Beispiel werden die Monome-
4r> ren zu einer Suspension des Katalysators in einem
inerten Verdünnungsmittel hinzugesetzt. Diese Reihenfolge ist indes nicht wesentlich, weil gleich gute
Ergebnisse erhalten werden, wenn man die Arbeitsgänge des Zusetzens variiert.
Vi Ein üblicher SOO-ccm-Dreihalskolben, welcher mit
Rührer, Thermometer und einem Gaseinlaß zur Schaffung einer Stickstoffdecke ausgerüstet ist, wird mit
67 g eines inerten Verdünnungsmittels beschickt, zum Beispiel ein Petroleumlösungsmittel, das aus 98,9%
r> Aromaten und 1% Paraffin besteht; vgl. dieserhalb die US-PS 36 30 891, Spalte 2, Zeilen 55 bis 59. Der Kolben
wird mit Stickstoff durchgespült und dann eine Stickstoffatmosphäre während der Reaktionsdauer
aufrechterhalten. Es werden 3,3 g eines Säuretonkataly-
bo sators — γ,7 — in den Kolben hinzugesetzt und der
Säuretonkatalysator (eine säureaktivierte Blecherde) im Verdünnungsmittel durch Rühren suspendiert. Die
Temperatur der Suspension wird auf 16°C eingestellt und in den Kolben innerhalb 35 Minuten ein
h) Monomorengemisch aus 80g Vinyltoluol und 20g
«-Methylstyrol gegeben. Während der Dauer Hes Zusetzens wird die Temperatur des Reaktionsgemisches
mit einem Alkohol-Trockcneisbad bei !6°C, plus oder
minus 2° C, gehalten.
Nach dem vollständigen Zusetzen der Monomeren wird die Temperatur auf 500C gesteigert und diese
Temperatur etwa 30 Minuten beibehalten, um die Vollständigkeit der Reaktion zu gewährleisten. Der
Kolbeninhalt wird auf 600C erhitzt und mittels eines unter Vakuum stehenden Büchnertrichters durch
Filtrierpapier filtriert Das Filtrieren kann erleichtert werden, indem man den Trichter zunächst mit einem
FiltrierhilfsrrJttel überzieht.
Das Filtrat wird destilliert, um das Lösungsmittel und
niedere Polymere oder schwere öle, welche vorliegen können, zu entfernen. Man gewinnt 97 bis 98 g harziges
Material.
Das erhaltene harzartige Copolymer hat folgende Eigenschaften:
Färbung (Gardner-Skala) wasserhell
Erweichungspunkt (Ring und Kugel) ^O bis 98° C
Molekulargewicht, kryoskopiscli 800
spezifisches Gewicht bei 25° C 1,04
Brechungsindex 1,585
Bromzahl 0,3 bis 0,6
Untersuchungen der Molekulargrößenverteilung gemäß der bekannten Geldurchdringungs-Chromatographietechnik
zeigen, daß die maximale Kettenlänge der Copolymermoleküle bemerkenswert geringer ist als die
maximale Kettenlänge der bekannten Λ-Methylstyrol/
Vinyltoluol-Copolymermoleküle. Beispielsweise ist die maximale Kettenlänge der Moleküle, welche in 98
Gew.-% einer Probe des erfindungsgemäßen Copolymers vorliegen, etwa 90 A. Gleiche, gewichtsprozentuale
Proben von nach bekannten Verfahren hergestellten «-Methylstyrol/Vinyltoluol-Copolymeren mit Erweichungspunkten
von etwa 75° C, 100° C und 120° C haben
dagegen maximale Kettenlängen von 110 Ä, 200 Ä bzw. 320 A, woraus folgt, daß die Moleküle des neuen
Copolymers maximale Kettenlängen von etwa der Hälfte der Kettenlängen bekannter Λ-Methylstyrol/Vinyltoluol-Copolymere
mit ähnlichen Härteeigenschaften besitzen.
Prüfungen gemäß der Geldurchdringungs-Chromatographie
ergaben aucn Aufschluß über die Molekulargrößenverteilung des erfindungsgemäßen Copolymers im
Vergleich zu den bekannten «-Methylsiyrol/Vinyltoluol-Copolymeren.
Die Zeichnung zeigt ein Diagramm mit der Kettenlänge in Angström als Abszisse und dem
zunehmenden Gewichtsprozent als Ordinate, und zwar für das erfindungsgemäße Copolymer und zwei
bekannten Copolymere, von welchen das eine einen der Erfindung annähernd gleichen, das andere einen
höheren Erweichungspunkt hat.
Aus dem Diagramm ist ersichtlich, daß der Bereich der Kettenlängen der erfindungsgemäßen Moleküle in
dem zwischen 5 und 95 Gew.-% Zunahme liegenden Teil der Probe zwischen 13 und 76 Ä lieg'. Gleiche Teile
aer Proben mit Erweichungspunkten von 1000C und
ίο 1200C zeigen Kettenlängen von etwa 14 bis 145 Ä bzw.
von etwa 30 bis 270 A.
Hinsichtlich der Geldurchdringungs-Chromatographie wird auf folgende Literatur verwiesen:
li Gel Permeation Chromatography: A New Method
for Molecular Weight Distribution of High Polymers, J. C. Moore, J. Polymer Sei., Part A, 2,
835-843 (1964) und
Comparison of Solution and Gel Permeation Fractionation of a cis-l,4-polybutadiene, D.J.
Comparison of Solution and Gel Permeation Fractionation of a cis-l,4-polybutadiene, D.J.
Harmon, J. Polymer Sei. C8,243 - 252 (1965).
Die Molekularkettenlänge wird nach der von L R. Snyder und J. J. Kirkland in »Introduction to Modem
Liquid Chiomatography«, N. Y. (1974), insbes. Seiten
340 und 350 beschriebenen Methode bestimmt.
Unter dem Ausdruck »saure Tonkatalysatoren« werden solche verstanden, die in »Catalysis«, Bd.
VII« ... Dehydration and Cracking Catalysts«, herausg.
jo von Paul H. Emmet, Reinhold Publishing Corp. N. Y.
(1960) S. 11 —20 beschrieben worden sind.
Gemäß dem vorstehenden Ausführungsbeispiel wurden weitere Versuche mit dem gleichen Verdünnungsmittel
und gleichen Katalysator, aber mit verschiedenen
j-, Mengen an Monomeren bei verschiedenen Temperaturen
und unterschiedlicher Dauer des Zusetzens der Ausgangsmaterialien und unterschiedlichen Verweilzeiten
nach der Reaktion durchgeführt. Die Versuchsergebnisse sind in der folgenden Tabelle 1 aufgeführt. Aus
4(i dieser Tabelle geht hervor, daß alle Ausbeuten über
90% liegen und die hergestellten Copolymere gemäß der Gardner-Skala wasserklar waren und die verschiedenen
Reaktionsbedingungen weitgehend ohne nachteiligen Einfluß auf das Endprodukt geändert werden
ν-, können. Aus der Tabelle ist ferner ersichtlich, daß die
Mengen an Aus^angsmaterialien, die Reaktionstemperatur, der Arbeitsschritt des Zusetzens und die
Verweilzeit variiert werden können, ohne daß dies eine nachteilige Auswirkung auf die Eigenschaften des
iü Endproduktes ausübt.
|
I
< |
Gewichts | 1 | % | Art des Zusatzes | % Ton zu | Reaktions | Ton- bzw. | Verweilzeit | Erwei |
| Nr. | verhältnis | 1 | Mono | Mono | temperatur | Monomer- | in Min. | chungs | |
| Vinyltohjol | 1 | mere in | meren | Zusatzzeit | nach der | punkt | |||
| a-Methyl- | 1 | Lösung | Reaktion | ||||||
| styrol | 1 | °C | (min) | 0C | |||||
| 1 | 3:1 | 1 | 50 | umgekehrt | 1,5 | 20-25 | 35 | 30 | 93 |
| 2 | 3 | 1 | 50 | umgekehrt | 1,5 | 15-20 | 35 | 30 | 98 |
| 3 | 3 | 1 | 40 | umgekehrt | 1,87 | 15-20 | 40 | 40 | 93,5 |
| 4 | 3 | 60 | umgekehrt | 1,25 | 15-20 | 40 | 40 | 95 | |
| 5 | 3 | 50 | umgekehrt | 1,5 | 10-13 | 30 | 40 | 94 | |
| 6 | 3 | 50 | umgekehrt | 2,0 | 5- 8 | 30 | 40 | 97,5 | |
| 7 | 4 | 60 | umgekehrt | 1,67 | 10-12 | 32 | 40 | 93,5 | |
| 8 | 4 | 60 | umgekehrt | 2,5 | 10-12 | 32 | 40 | 94 | |
| 9 | 4 | 60 | umgekehrt | 3,83 | 10-12 | 32 | 30 | 94 |
Wachslöslichkeit
Um die Eignung des erfindungsgemäßen Copolymeren zur Verwendung in Wachsüberzugsgemischen zu
bestimmen, werden Löslichkeitsversuche durchgeführt. In halbtechnischem Maßstab werden zwei getrennte
Proben an Copolymeren von Λ-Methylstyrol und
Vinyltoluol nach dem erfindungsgemäßen Verfahren wie folgt bereitet:
Copolymer A
Die zur Herstellung des Harzes verwendete Ausrüstung ist ein mit Glas ausgekleidetes Gefäß von 189
Liter Inhalt, welches mit einem Rührer versehen ist. Die anfängliche Beschickung besteht aus 43,5 g Petroleumlösungsmittel
und 2,3 kg sauren Tons. Der Rührer wird mit 180 U/Min, betätigt und im Gefäß wird eine
Stickstoffdecke aufrecht erhalten. 52,2 kg Vinyltoluol und 13,1 kg Λ-Methylstyrol werden zum Gefäßinhalt
innerhalb einer Zeitspanne von etwa 75 Minuten hinzugegeben. Während der Zusatzdauer hält man die
Temperatur des Reaktionsgemisches bei 13° C ±2° C. Am Ende der Zusatzdauer steigert man die Temperatur
des Gefäßinhaltes auf 50° C und hält diese Temperatur für etwa 1 Stunde ein. Bei der Herstellung zum
Gewinnen des Produktes wird die Temperatur weiter auf 60°C gesteigert. 0,91 kg Filterhilfsmittel und 0,91 kg
Attapulgus-Ton werden zu dem Gefäß hinzugegeben und der Gefäßinhalt filtriert. Das Filtrat wird destilliert
und das gewonnene harzartige Produkt zeigt die folgenden Eigenschaften:
| Ausbeute | 96,7% |
| Erweichungspunkt | 94,5° C |
| Färbung (Gardner) | wasserhell |
| OM S-Trübungspunkt | -4° C. |
in aüen Beispielen wurde ein saurer Tonkatalysator der Typenbezeichnung »Filtroe Grade 22 Acid Clay«
verwendet, der von der Filtrol Corporation hergestellt wird.
Copolymer B
Dieses Harz wird nach den gleichen Arbeitsgängen bereitet, welche zur Herstellung des Copolymeren A
verwendet wurden mit der Ausnahme, daß der Rührer mit 190 U/Min, betätigt wird und die Zeit des Zusetzens
90 Minuten beträgt Das sich ergebende Produkt zeigt ähnliche Eigenschaften wie die des Copolymeren A.
Die Löslichkeit der Proben (nachstehend als »A« und »B« bezeichnet) wird bestimmt: (1) In einem Paraffinwachs
allein; (2) in einem Mikrokristallinwachs allein (3) in Gemischen von Äthylen-Vinylacetat (EVA) und
Paraffinwachs, wobei die Konzentration des Vinylacetats im EVA variiert wird, und (4) in Gemischen von
EVA und Paraffinwachs, wobei die Mengenanteile der drei Bestandteile in großem Umfange variiert werden.
Die Ergebnisse dieser Tests sind nachstehend in den Tabellen II bis V zusammengestellt
Die Löslichkeit des neuen Copolymeren wird in allen Fällen durch den Trübungspunkttest gemessen, eine
Technik, welche dem Fachmann bekannt ist Nach dieser Methode werden die Lösungsmittel und der
gelöste Stoff (hier das Copolymere) zusammen erhitzt bis man eine klare Lösung erhält. Die Temperatur wird
dann erniedrigt bis Trübungsbildung beobachtet wird. Die Temperatur in "C wird vermerkt und dieser Wert ist
das Maß für die Löslichkeit. Je niedriger die Temperatur ist, um so höher ist der Lösiichkcitsgrad des gelösten
Stoffes in den Lösungsmitteln.
Die Tabelle Il zeigt die Löslichkeit des erfindungsgemäßen Copolymeren in Paraffinwachs, das einen
Schmelzpunkt von 68° C besitzt. Die Löslichkeitsbestimmungen werden in Wachslösungen durchgeführt und
das neue Copolymere besitzt die angegebenen Wachskonzentrationen.
| Ii | Tabelle II | 30% Wachs | 50% Wachs | 70% Wachs |
| Copolymer | 73' 70c |
67°C 73°C |
68° C 76° C |
|
| 20 | A B |
'C C |
||
Die Tabelle III zeigt die Löslichkeitsindices des neuen
Copolymeren, das in einer 50%igen Lösung von mikrokristallinem Wachs mit einem Schmelzpunkt von
82° C getestet wurde.
Copolymer
50% mikrokristallines Wachs
A
B
B
118°C
116°C
116°C
Die Tabelle IV zeigt die Löslichkeit des neuen Copolymeren in Gemischen aus 60% Paraffinwachs,
20% EVA und 20% Copolymeren. Die Konzentration von Vinylacetat im EVA-Copolymeren wird, wie
angegeben, variiert.
| Tabelle | IV |
25% Vinyl
acetat |
28% Vinyl
acetat |
33% Vinyl
acetat |
|
Co-
50 poly mer |
18% Vinyl
acetat |
71°C 74° C |
75° C
70° C |
71°C 70°C |
|
A
B |
80° C 84° C |
|||
Schließlich werden Gemische aus Paraffinwachs EVA und dem neuen Copolymer bereitet und die
Trflbungspunkttemperatur beobachtet Die Ergebnisse dieser Tests sind in Tabelle V gezeigt Die Gemische
1—8 werden, wie angegeben, mit variierenden Mengen
anteilen der drei Komponenten bereitet, um den breiter Bereich zu simulieren, über welchen Wachsüberzüge
zubereitet werden können. Das EVA, welches in dieser Tests verwendet wird, besitzt 28% Vinylacetat irr
Copolymeren, die im weitesten Umfang in Paraffinwachsüberzügen verwendete Abart Die Paraffinwachskomponente
besitzt einen Schmelzpunkt von 68° C
(Mengenanteile in Gewichtsteilen)
| Gemisch | Nr. | 2 | C | 3 | 4 | C | 5 | 6 | C | 7 | C | 8 | C | |
| 1 | 20 | C | 25 | 20 | ■c | 20 | 20 | 'C | 20 | C | 20 | ■c | ||
| EVA | 15 | 60 | 50 | 70 | 60 | 50 | 40 | 30 | ||||||
| Wachs | 70 | 20 | 25 | 10 | 20 | 30 | 40 | 50 | ||||||
| Copolymer | 15 | |||||||||||||
| Copolymer | 70° | 70c | 67C | 70° C | 72C | 74° | 77C | |||||||
| A | 69° C | 70° | 7Γ | 70c | 70°C | 70c | 76° | 86C | ||||||
| B | 68° C | |||||||||||||
| 'C | ||||||||||||||
| 'C | ||||||||||||||
in allen vorstehenden Lösiichkeiisiest sind die mit
dem neuen Copolymeren erzielten Trübungspunkttemperaturen bemerkenswert niedriger als die Trübungstemperaturen, welche mit bekannten «-Methylstyrol/
Vinyltoluol-Copolymeren mit ähnlichen Erweichungspunkten erzielbar sind.
Was speziell das Gemisch Nr. 2 in Tabelle V betrifft, so stellt dieses die am meisten üblichen Paraffinwachs-Überzugsmasse
dar. Die Löslichkeit des erfindungsgemäßen Copolymeren zeigt eine dramatische Löslichkeitssteigerung
gegenüber dem bisherigen Harz. Hinsichtlich des Schmelzpunktes von 68° C des Wachses
zeigen die Ergebnisse für Gemisch Nr. 2 eine Bedingung an, welche der Lösung in festem Zustand gleichbedeutend
ist.
Heißschmelzüberzüge
Auf die vorteilhafte Verwendung der erfindungsgemäßen Copolymeren in Heißschmelzmassen wurde
oben hingewiesen. Heißschmelzmassen bestehen zu 100% aus Feststoffen, welche bei erhöhten Temperaturen
hinreichend fließfähig werden, um das Aufbringen auf verrchiedene Substrate zu gestatten. Die Gemische
können so zubereitet werden, daß sie unterschiedliche Eigenschaften ergeben, welche durch den Endgebrauch
des Produktes benötigt werden. Heißschmelzmassen sind besonders brauchbar in Schutzüberzügen, dekorativen
Überzügen, Beschichtungsstoffen, Haftstoffen und Dichtungsmitteln.
Die meisten Heißschmelzverbindungen sind aus einer oder mehreren der folgenden Komponenten zusammengesetzt:
(1) Elastomere wie Äthylencopolymere, Polyäthylen und Butylkautschuk;
(2) Klebemittel und Dichtungsförderer, welche gewöhnlich aus einem harzigen Material bestehen;
(3) Oberflächenhärter und Glanzförderer, welche gewöhnlich aus einem harzigen Material bestehen;
(4) Weichmacher oder die Viskosität herabsetzende Mittel wie Wachs, organische Weichmacher und
harzige Substanzen;
(5) Füllstoffe, Pigmente oder Streckmittel wie Ruß,
Metallpulver und dergleichen; und
(6) Antioxydationsmittel oder Wärmestabilisatoren, von denen das beste Beispiel butylierte Hydroxytoluol
ist (nachstehend als »BHT« bezeichnet).
Heißschmelzgemische aus Wachs, Äthylencopolymeren und dem erfindungsgemäßen Copolymeren können
mit Vorteil verwendet werden für gewellte Überzüge, Faltkartonüberzüge und Nahrungsmittelverpackung.
Die Gemische können in erhitzten Starkschermischern mit Sigmaklinge oder in einem erhitzten, gerührten
Tank bereitet werden, welcher eine hinreichende Heißmantel- bzw. Heißschlangenkapazität besitzt um
das Gemisch auf die Löslichkeitstemperatur zu bringen. Bei der Starkscherausrüstung mit Sigmaklinge können
die Massen am besten bereitet werden, indem man das Copolymere und die Äthylencopolymeren bei Starkscherbedingungen
gründlich knetet und das sich ergebende Produkt durch Wachszusatz als Endkomponente
verdünnt. In Rührtankmischern sollte das Wachs zuerst auf etwa 39 bis 56° C über seinen Schmelzpunkt
erhitzt werden und die Äthylencopolymeren langsam zum heißen Wachs hinzugesetzt werden. Nachdem das
gesamte Äthylencopolymere im heißen Wachs aufgelöst ist, sollte man das Copolymere langsam hinzusetzen.
Unter Verwendung des erfindungsgemäßen Copoly-
jo meren werden einige Heißschmelzmassen bereitet. Die
Zubereitungen sind unten angegeben und als »C«, »D«, »E«, »F« und »G« bezeichnet. Überzugszubereitungen
»C« und »D« werden nach bekannten Methoden auf Substrate aufgebracht, und die Eigenschaften der sich
j5 ergebenden Überzüge werden nach genormten Techniken
gemessen. Diese Testdaten erscheinen in der nachstehenden Tabelle VI.
Zubereitung C - Heißkleber/Heiß-Versiegelungsüberzug
Erfindungsgemäßes Copolymeres
EVA (28% Vinylacetat)
Paraffinwachs (Fp. 68° C)
BHT(Antioxidationsmittel)
EVA (28% Vinylacetat)
Paraffinwachs (Fp. 68° C)
BHT(Antioxidationsmittel)
Zubereitung D — Welliger Überzug
Erfindungsgemäßes Copolymeres
EVA (28% Vinylacetat)
Paraffinwachs (Fp. 68° C)
Mikrokristallines Wachs (Fp. 82° C)
BHT (Antioxidationsmittel)
EVA (28% Vinylacetat)
Paraffinwachs (Fp. 68° C)
Mikrokristallines Wachs (Fp. 82° C)
BHT (Antioxidationsmittel)
Gewichtsteile 25
30
45
0,1
30
45
0,1
Teile
15
15
60
10
0,1
15
15
60
10
0,1
Zubereitung E — Heißversiegelungsüberzug
für Faltkartons
für Faltkartons
Erfindungsgemäßes Copolymeres
EVA (Schmelzindex 6-28% Vinylacetat)
EVA (Schmelzindex 6-28% Vinylacetat)
EVA (Schmelzindex 150 - 28% Vinylacetat)
Paraffinwachs (Fp. 68° C)
Mikrokristallines Wachs (Fp. 82°C)
BHT (Antioxidationsmittel)
Erucasäure (Gleitmittel)
Mikrokristallines Wachs (Fp. 82°C)
BHT (Antioxidationsmittel)
Erucasäure (Gleitmittel)
BHT ist butyliertes HydroxytoluoL
Teile
15
15
50,0
10,0
0,1
0,2
Zubereitung F — Extrusions-Heißsachmelzüberzug
Teile
Erfindungsgemäßes Copolymeres 10
EVA (niedriger Schmelzindex — 28% Vinylacetat) 35
Paraffinwachs (Fp. 68° C) 55
BHT (Antioxydationsmittel) 0,1
Zubereitung G — Heißschmelz-Dichtungsklebemittel
Teile
Erfindungsgemäßes Copolymeres 35
EVA (niedriger Schmelzindex weniger Vinylacetat) 25
Polyäthylen (Fp. 116° C) 15
Mikrokristallines Wachs (Fp. 82° C) 25
BHT(Antioxidationsmittel) 0,2
Ergebnisse der Standard-Prüfungen
Wasserdampfdurchlässigkeit bei 38° C und 90% rel.
Luftfeuchtigkeit in g/m3 ·
24 Stunden
Luftfeuchtigkeit in g/m3 ·
24 Stunden
flach 7,75
gefaltet 9,3
| Eigenschaften | Mischung | D |
| C | 69°C | |
| Trübungspunkt | 70°C | |
| Viskosität bei | 50OcPs | |
| 121°C | 12.00OcPs | 40OcPs |
| 135°C | 8.000 cPs | 30OcPs |
| 149° C | 5.500 cPs | |
| Wärmebeständigkeit — | ||
| Färbung: fortlaufend | ||
| nach der Gardner-Farb | ||
| skala ermittelte Farbe | <1 | |
| zu Beginn | ; _ | |
| 7 Std. bei 135° C | 1- | 1- |
| 15Std. bei 135° C | 1 + | |
| 22 Std. bei 135°C | ||
| 22 Std. bei 1350C + | 2- | |
| 2 Std. bei 149°C | 19 μπι auf | |
| Werte für Filme | 19μπι auf | M.G.-Kraft- |
| Pergamin | papier | |
19 μπι auf
Pergamin
Pergamin
19 μπι auf
M.G.-Kraft-
papier
4,65 4,65 Ergebnisse der Prüfungen
mit dem Blockpunkt-Prüfgerät »Standard Oil
Research Blocking Point
Tester«
mit dem Blockpunkt-Prüfgerät »Standard Oil
Research Blocking Point
Tester«
Blockpunkt, 0C 57 60
Wanderungspunkt, °C 63 60
Beginn der Heiß- 60 63
siegelung, "C
Lösung der Heiß- 110 . 102
siegelnaht, °C
Heißsiegelbereich 60 bis 77° C
(28,35-g-Feder)
Die Viskosität wurde mit einem Brookfield-Thermocel-Viskosimeter auf die ASTM D 1544 beschriebene Weise gemessen.
Die Wärmebeständigkeit wurde wie folgt bestimmt: Proben von 10 g in einer offenen Aluminiumschale wurden während
2*> der genannten Zeit bei der genannten Temperatur im Wärmeschrank mit Luftzirkulation gehalten. Jede Probe wurde im
gleichen Volumen Toluol gelöst, worauf die Farbe durch Vergleich mit der Gardner-Farbskala bestimmt wurde, wie in
ASTM M 544 beschrieben.
Die Wasserdampfdurchlässigkeit wurde nach der in TAPPI
«ι Τ 464 beschriebenen Methode bestimmt (TAPPl = Technical
Association of the Pulp and Paper Industry). (Entsprechende deutsche Prüfvorschrift DIN 53 112. jedoch bei 85% rel. Luftfeuchtigkeit.)
Überzugsgemische aus Paraffinwachs, EVA und den erfindungsgemäßen a-Methylstyrol/Vinyltoluol-Copolymeren
verleihen dem Substrat ausgezeichnete Haftung, ohne eine poröse Oberfläche für das Freisetzen
von Lösungsmittel oder Wasser zu benötigen. Sie können glatt und leicht auf unterschiedliche Substrate
aufgebracht werden, einschließlich Faserpappe, Wellpappe und flexible Verpackungsmaterialien, wie Papier.
Folien und Filme.
Die Verwendung dieser Überzüge beseitigt Brandgefahren und Probleme der Toxizität, welche gewöhnlich
mit Überzügen in Verbindung stehen, die Lösungsmittel anwenden. In vielen Fällen erzielt man größere
Wirtschaftlichkeit weil keine großen Trockenofen bzw. -erhitzer erforderlich sind.
Claims (4)
1. Harzartiges Copolymer von Λ-Methylstyro! und
Vinyltoluol, dadurch gekennzeichnet, daß 95 Gew.-% des Copolymers Molekularkettenlängen
von weniger als 100 A aufweisen (bestimmt nach ASTM D 3536-76) und das Copolymer einen
Erweichungspunkt (bestimmt nach ASTM E-28-67) von 90 bis 98° C besitzt
2. Copolymer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Copolymer eine Trübungspunktlöslichkeit
von weniger als 74° C in einer 50%igen Paraffinwachslösung besitzt
3. Verfahren zur Herstellung eines Copolymers nach Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet,
daß man
a) ein Gemisch der Monomeren von Vinyltoluol und oc-Methylstyrol in einem inerten Verdünnungsmittel
in Anwesenheit eines Katalysators aus saurem Ton bei einer Temperatur im Bereich von 13 bis 18° C zur Reaktion bringt,
wobei man ein Gewichtsverhältnis des Vinyltoluols zum «-Methylstyrol in diesem Gemisch im
Bereich von 2,5 : 1 bis 4,5 :1 einhält, und
b) das Produkt dieser Reaktion gewinnt.
4. Verwendung eines Copolymers gemäß den Ansprüchen 1 und 2 in heißschmelzenden Überzugsmassen.
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| US83154069A | 1969-06-09 | 1969-06-09 |
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| DE2001453C3 DE2001453C3 (de) | 1981-06-25 |
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|---|---|---|---|
| C3 | Grant after two publication steps (3rd publication) |