DE20009854U1 - Vorrichtung für Druckmessungen - Google Patents
Vorrichtung für DruckmessungenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung für Druckmessungen zwischen benachbarten Gewebeschichten im menschlichen Körper.
Derartige Vorrichtungen für Druckmessungen sind bereits bekannt in dem Bereich Neurochirurgie, wo mittels luftgefülltem Ballon zwischen Schädelknochen und harter Hirnhaut Drücke gemessen werden.
Diese werden bereits erfolgreich bei Untersuchungen und Operationen verwendet, sind jedoch aufgrund ihres Aufbaus und des verwendeten Messprinzipes nicht universell einsetzbar.
Bei der Behandlung der weiblichen Harninkontinenz, welche durch die Kolposuspension nach Bruch operiert wird, wird das seitliche Scheidengewölbe durch Nähte der Oberkante des oberen Schambeinastes genäht, wobei die Nähte oben durch das sogenannte Cooperische Ligament gezogen werden. Diese Naht wird dabei nicht komplett zugezogen, sondern es wird eine Schlaufe gezogen, die das Cooperische Ligament und das seitliche Scheidengewölbe annäht, ohne zu einem direkten Kontakt zwischen beiden Strukturen zu führen.
Für diese Operation ist es von großer Bedeutung, dass hierbei eine ausreichende Fadenspannung erreicht wird, da es nur dadurch möglich ist, eine ausreichende Anhebung des Blasenhalses mit entsprechender Verbesserung der Inkontinenz-Symtomatik zu erreichen. Andererseits kann durch zu hohe Fadenspannung eine Einschnürung des Blasenbodens und der Urethra resultieren, die sich klinisch von Blasenentleerungsstörungen bis hin zur völligen Unmöglichkeit des Urinierens, dem sogenannten Harnverhalt, äußern.
Nach dem bisherigen Stand der Technik wurde die Fadenspannung nach dem Gefühl und der Erfahrung des behandelnden Operateurs definiert.
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Bei sehr vielen mit einer Kolposuspension operierten Patienten kommt es zu einer Überkorrektur, wobei dies eine intermittierende Blasenkatheterisierung, teilweise auch eines Dauerkatheters, bedingt. Infolgedessen treten bedingt durch die längere Hospitalisierung wesentlich höhere Krankenhauskosten auf, wobei die Patienten danach in die hausärztliche Weiterversorgung mit entsprechender Nachsorge entlassen werden, welche ebenfalls hohe Folgekosten verursachen. Ein weiterer Nachteil dieser Methode wird darin gesehen, dass es bei sehr vielen Patienten zu Rezidivoperationen der Überkorrekturen kommt, welche noch einmal zusätzlich den Kostenaufwand erheblich in die Höhe treiben.
Hier setzt die Erfindung ein, die es sich zur Aufgabe gestellt hat, die Nachteile des bisher bekannten Stand der Technik zu verbessern und die eine hinreichende Reproduzierbarkeit des Operationsergebnisses ermöglicht, eine Reduzierung der Mehrkosten, da keine Nach- und Weiterbehandlungen mehr erforderlich sind, die die Kosten für zusätzliche Rezidivoperationen drastisch einschränken und die letztendlich zu einer höheren Patientenzufriedenheit führen.
Erfindungsgemäß wird dies dadurch gelöst, dass die Vorrichtung für Druckmessungen zwischen benachbarten Gewebeschichten im menschlichen Körper bestehend aus wenigstens einer elastischen Folie und einem Schlauch, wobei die elastische Folie an ihren Randbereichen zu einem gas- und flüssigkeitsdichtem Element verbunden ist, in dessen Lumen sich wenigstens ein Schlauch befindet, dass die Oberfläche des Elementes veränderbar ist, wobei diese Änderung über ein im Element 25 und im Schlauch befindliches Medium erfassbar ist und, dass das Element zwischen der vorderen Scheidenwand mit daraufliegender Urethra und der symphysen Hinterseite positioniert ist.
Mit dieser erfindungsgemäßen Vorrichtung kann jederzeit eine korrekte Fadenspannung erreicht werden, welche unabhängig von der Erfahrung und dem Gefühl des Operateurs ist. Bei der Innovation kommt es zur Annäherung der Gewebeschichten der vorderen Scheidenwand mit daraufliegender Urethra und der symphysen Hinterseite, was zu einem entsprechenden Druck auf die erfindungsgemäße Vorrichtung führt, welcher durch am Ende des Schlauches befindliche Messelemente erfasst und kontrolliert werden kann. Hiermit erhält der Operateur ein objektives Kriterium, welches die Voraussetzung für den positiven Abschluss einer derartigen Operation bildet.
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In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform befindet sich im Randbereich des Elementes ein Schlauch, welcher gas- und flüssigkeitsdicht mit dem Element verbunden ist und durch welchen eine optimale Übertragung und dadurch um schnellere und vor allem genauere Messungen des Druckes ein Element möglich ist.
Weiterhin vorteilhaft wird gesehen, dass bei Verwendung von zwei Schläuchen, welche gas- und flüssigkeitsdicht mit dem Element verbunden sind, diese voneinander beabstandet sind, so dass dadurch blasenfreie Befüllung und ungedämpfte Druckübertragung möglich ist, ohne dass die Druckmessleitung unterbrochen werden muss.
Weiterhin vorteilhaft wird gesehen, dass sowohl das Element, als auch der Schlauch aus einem polymeren Werkstoff bestehen, welches somit wirtschaftlich, in ausreichender Stückzahl sowie in reproduzierbarer Qualität zur Verfügung gestellt werden können.
In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung wird für das Element und den Schlauch ein transparenter polymerer Werkstoff verwendet, welcher jederzeit die optische Kontrolle darüber zulässt, ob die gefüllten Lumen und Volumina so gefüllt sind, dass sich keine Luftblasen im System befinden, die zu einer Beeinträchtigung der Übertragungsfrequenz führen.
Weiterhin lehrt die Erfindung, dass der mit dem Element verbundene Schlauch röntgenkontrastfähig eingestellt ist, was wiederum dazu führt, dass die Positionierung des Elementes durch den Operateur sehr genau und jederzeit kontrollierbar einstellbar ist.
Durch die Verwendung eines derart objektiven Druckmessverfahrens bei Kolposuspensionsoperationen kann durch die intraoperative Durchregistrierung die Rezidiv-Rate von derzeit ca. 30 bis 40 % deutlich reduziert werden, was neben der Kostenreduzierung zu einer deutlich höheren Patientenzufriedenheit führt.
Im folgenden soll an den die Erfindung nicht beschränkenden Ausführungsformen diese näher beschrieben werden.
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Es zeigen:
Figur 1: Erfindungsgemäße Vorrichtung
Figur 2: Einsatz der erfindungsgemäßen Vorrichtung im menschlichen Körper
In Figur 1 ist die erfindungsgemäße Vorrichtung 1 für Druckmessungen dargestellt. In der hier dargestellten Ausführungsform besteht diese aus einer elastischen Folie 2, welche an Ihren Randbereichen 21, 22, 23 und 24 gas- und flüssigkeitsdicht verschlossen ist. In dem Volumen 26 des dadurch entstandenen Elementes 25 ist das freie Ende 31 des Schlauches
3 erkennbar, wobei der Schlauch 3 mit dem Element 25 ebenfalls gas- und flüssigkeitsdicht verbunden ist.
Vom freien Ende 31 des Schlauches 3 beabstandet ist das freie Ende 41 eines Schlauches
4 im Volumen 26 des Elementes 25 positioniert, wobei der Schlauch 4 gas- und flüssigkeitsdicht mit dem Element 25 verbunden ist.
An den freien Enden 32, 42 des Schlauches 3, 4 sind Anschlusselemente 5, 6 einstückig angebracht, an denen die erforderlichen Messelemente 7, 8 anschließbar sind.
In Figur 2 ist die erfindungsgemäße Vorrichtung 1 beim Einsatz im menschlichen Körper dargestellt zwischen dem Schambein 100 und der Blase 101 ist das Element 25 der erfindungsgemäßen Vorrichtung 1 positioniert. Die Blase 101 stützt sich am Uterus 102, am oberen Scheidungsgewölbe 103 sowie am Schambein 100 ab. Durch den Operateur wird über das Anziehen der Fäden 104 über die Blase 101 ein Druck auf das Element 25 ausgeübt. Die dadurch entstehende Druckdifferenz wird über den Schlauch 3 zu dem dazugehörigen Messelement 7, welches außerhalb des menschlichen Körpers in Sichtweite des Operateurs positioniert ist, weitergeleitet und von diesem registriert. Durch die Kraft mit der die Fäden 104 gespannt werden, verändert sich der Druck auf das Element 25 der erfindungsgemäßen Vorrichtung 1, so dass der Operateur beim Erreichen eines Mindestbzw. Grenzwertes, welcher am Messelement 7 angezeigt wird, die Fäden 104 verknoten kann. Nach Entnahme der erfindungsgemäßen Vorrichtung 1 aus dem menschlichen Körper kann die Operation positiv abgeschlossen werden.
m- Schutzansprüche -
Claims (8)
1. Vorrichtung für Druckmessungen zwischen benachbarten Gewebeschichten im menschlichen Körper, bestehend aus wenigstens einer elastischen Folie (2) und einem Schlauch (3), wobei die elastische Folie (2) an ihren Randbereichen (21, 22, 23, 24) zu einem gas- und flüssigkeitsdichten Element (25) verbunden ist, in dessen Volumen (26) sich wenigstens ein Schlauch (3) befindet, daß die Oberfläche des Elementes (25) veränderbar ist, wobei diese Änderung über ein im Element (25) und im Schlauch (3) befindliches Medium übertragbar ist und, daß das Element (25) zwischen dem Schambein (100) und der Blase (101) ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß sich ein Schlauch (4) in wenigstens einem Randbereich (21, 22, 23, 24) befindet.
3. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Schlauch (4) gas- und flüssigkeitsdicht mit dem Element (25) verbunden ist.
4. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die freien Enden (31, 41) des Schlauches (3, 4) im Volumen (26) des Elementes (25) voneinander beabstandet sind.
5. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß sich an dem dem Element (25) gegenüberliegenden freien Ende (32, 42) des Schlauches (3, 4) Messelemente (7, 8) befinden.
6. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Element (25) und der Schlauch (3, 4) aus einem polymeren Werkstoff bestehen.
7. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Element (25) und der Schlauch (3, 4) aus einem transparenten polymeren Werkstoff bestehen.
8. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Schlauch (3, 4) röntgenkontrastfähig eingestellt ist.
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| NUMOTO,Mitsuo,et.al.: Pressure indicating bag for monitoring intracranial pressure. In: J. Neurosurg., Vol.39, Dec. 1973, S.784-787 |
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
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