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"Fadenfang- und Schneidvorrichtung für den Schiffchenfaden bei Schiffchen-
Stickmaschinen" (Ausscheidung aus P 20 17 125.9-26 Die Erfindung bezieht sich auf
eine Fadenfang- und Schneidvorrichtung für den Schiffohenfaden bei Schiffchen- Stickmaschinen
mit an senkrechten über die ganze Stickfeldhöhe reichenden Trägerschienen im senkrechten
Rapportabstand einstellbaren Schiffohengehäusen, deren eine Seitenwand von einer
mit einer Kröpfung versehenen Stichplatte und deren untere Wand von einer eine Führung
für das Schiffchen bildenden Lauffläche gebildet wird0 Bei bekannten Fadenfang-
und Schneidvorrichtungen dieser Art ist inzwischen der Rückseite des Stickfeldes
und dem Schiffchenrahmen ein über die ganze Breit des Stickfeldes durchgehemdes,
aus einem endlosen, um angetriebene Umlenkscheiben umlaufenden
Bandmesser
bestehendes Messer vorgesehen, und die Umlenkscheiben sind auf Lagerstücken drehbargelagert,
die auf zwei zu beiden Seiten des Stickfeldes fest angeordneten Säulen parallel
zum Stickfeld verschiebbar angeordnet und mit einem Antrieb versehen sind0 Bei diesen
Fadenfang- und Schneidvorrichtungen werden die Schiffchenfäden nach einem Versetzen
des Stickrahmens in der richtigen Länge für ein Wiederansticken durch das über die
ganze Breite des Stickfeldes reichende und von oben nach unten über die ganze Stickfeldhöhe
geführte Bandmesser abgeschnitten. Diese abgeschnittenen Schiffohenfäden hängen-aber
frei an der Rückseite des Stickfeldes, so daß sie sich gegenseitig verfangen ünd
ein Wiedereinsticken in Frage stellen können, Außerdem wird es durch das in kurzer
Entfernung über den Stickboden geführte Messer unmöglich, andere Vorrichtungen zum
Auswechseln und Wiedereinsetzen von Schiffchen beispielsweise mittels Schiffchenmagazinen
vorzusehen.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, den Schiffchenfaden in der
richtigen Länge für ein Wiederansticken gleichzeitig an jedem über die ganze Stickfeldfläche
verteilten Schiffchen bzw.
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Schiffohengehäuse abzuschneiden und festzuhalten, so daß das Abschneiden
der Schiffchenfäden wesentlich kürzere Zeit beansprucht, die Schiffchenfäden festgehalten
und damit ein gegenseitiges Verfangen verhindert wird und diese Fadenfang- und Schneidvorrichtungen
keinen besonderen Platz aug der Schiff chen rückseite beanspruchen, so daß die Rückseite
für das Änbringen von Vorrichtungen beispielsweise zum Mechanisieren eines Satzwechsels
der Schiffchen freigehalten wird. Dies wird gemäß der Erfindung dadurch erreicht,
daß in dem Kanal der Stichplattenkröpfung ein in dessen Längsrichtung verschiebbarer,
mit einem Haken versehener Fadenfänger, -dessen hakenförmige Öffnung sich in der
eingeschobenen Endlage des Fadenfängers während des Stickens mit dem Nadelloch in
der Stichplatte und dem Nadelkanal in der Schiffchenführung überdeckt, und ein an
dem Fadenfänger anliegendes, an der Kröpfung der Stichplatte befestigtes
Messer
angeordnet ist. Dadurch, daß die Fadenfang- und Schneidvorrichtung in dem von der
Kröpfung in der Stichplatte gebildeten Kanal angeordnet ist, beansprucht sie auf
der Rückseite der Schiffchenanordnung keinerlei Platz, so daß die Rückseite auf
den Schiffchengehäusen für die Anbringung weitere Mechanisierungsvorrichtungen frei
zur Verfügung steht. Dadurch ferner, daß der Fadenfänger in der Stichplattenkröpfung
an einem anliegenden, festen Messer verschiebbar ist, wird der von dem Padenfänger
an dem Messer entlanggeführte Faden mit Sicherheit durchgeschnitten.
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Gemäß einer Weiterbildung der Erfindung soll auf der dem Messer abgewendeten
Seite des Fadenfängers eine an der Schiffchenführung befestigte und gegen den Fadenführer
drückende Klemmplatte unterhalb des Nadelloches in der Stichplatte angeordnet sein,
so daß der Schiffchenfaden nach seinem Abschneiden durch diese Klemmplatte in dem
Kröpfungskanal festgehalten wird, bis die federnde Klemmplatte zurückgedrückt wird
und dadurch den Schiffchenfaden für ein Wiedereinsticken freigibt.
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Auf der Zeichnung ist die Erfindung in einem Ausführungsbeispiel dargestellt.
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Figur 1 zeigt von der Seite eine Fadenfang- und Schneidvorrichtung
für den Schiffchenfaden in Arbeitsstellung bei abgenommerner Stichplatte.
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Figur 2 zeigt in einer gleichen Seitenansicht den eingefangenen Schiffchenfaden,
Figur 3 zeigt eine Trägerschiene mit einem angebauten Bührungsteil für das Schiffchen
eines Schiffchengehäuses von der Unterseite her.
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Figur 4 ist ein Querschnitt durch Figur 3.
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An über die ganze Stickfeldhöhe reichenden, in der Stoffbahntransportrichtung
liegenden, senkrechten Trägern 2 sind Schiffchengehäuse 1 in senkrechtem Abstand
einstellbar befestigt. Die Schiffchengehäuse 1 bestehen aus einem im allgemeinen
U-förmigen Führungsteil 3 für das Schiffchen 15, eine an dessen einem Schenkel 16
befestigten Stichplatte 4 und einem an der Stichplatte 4 befestigten, zum Steg 17
des U-förmigen Pührungsteil 3 etwa parallelen Oberteil So An der der Stichplatte
4 abgekehrten Seite sind an dem Oberteil 5 eine Einwurfklappe 6 für ein einzelnes
Auswechseln von Schiffchen und eine Auswurfklappe 7 für das Schiffchen schwenkbar
angeordnet. Bei einem Satzwechsel dagegen erfolgt der Einwurf eines neuen Schiffchens
unter der geöffneten Auswurfklappe.
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Der Führungsteil 3 enthält unter dem Oberteil 5 und zwischen der Stichplatte
4 und den Klappen 6 und 7eine Lauffläche 8 für das Schiffchen 15, welche für den
Durchtritt von Treiberarmen mit nicht dargestellten Schlitzen versehen ist. Der
U-förmige Bührungsteil 3 ist breiter als die Breite der Lauffläche 8 ausgeführt
rund mit seinem anderen Schenkel 18 an dem einen Schenkel 19 des ebenfalls zweckmäßig
im Querschnitt U-förmigen Trägers 2 befestigt. Der Schenkel 19 des Trägers 2 ist
mit Schlitzen 10 zur einstellbaren Befestigung der Schiffchengehäuse 1 an dem U-Schenkel
18 des Führungsteiles 3 mittels Schrauben 27 versehen.
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Die Stichplatte 4 enthält ein Nadelloch 12, welches durch einen Nadelkanal
13 in dem Führungsteil 3 für den Eintritt der Sticknadel verlängert ist. Das Nadelloch
12 befindet sich äuf einer über die ganze Breite der Stichplatte 4 reichenden Kröpfung
14, durch welche ein Kanal 20 zwischen der Stichplatte 4 und dem Steg 17 des Führungsteiles
3 gebildet wird0 In dem Kanal 20 der Kröpfung 14 ist ein Fadenfänger 29 angebrdnest.
Der Fadenfänger 29 hat etwa die Breite des Kröpfungskanales
20 und
ist zwischen einem auf der Innenseite der Kröpfung 14 der Stichplatte 4 befestigten
Messer 30 und einer an der Außenseite des Schenkels 16 des Führungsteiles 3 befestigten
Klemmfeder 31 verschiebbar gelagert, Dieser Fadenfänger 29 enthält ein hakenförmiges
Ende 21, dessen Öffnung 22 sich während des Arbeitens der Stickmaschine mit dem
Nadelloch 12 und dem anschlissenden Nadelkanal 13 überdeckt (Fig0 3). Der Hakenteil
21 ist mit einer zu der Hakenöffnung 22 führenden schiefen Ebene 23 versehen. Auf
der dem Messer 30 abgekehrten Seite drückt gegen den Fadenfänger 29 die an dem Führungsteil
3 befestigte Klemmfeder 31 mit einem nach innen abgebogenen Ende, wodurch der abgeschnittene
Bobinenfaden festgeklemmt wird.
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An dem dem Haken 21 abgekehrten Ende ist der Fadenfänger 29 über einen
Gelenkbolzen 32 mit einem von einer Hülse 35 (Fig0 2) vorspringenden Finger 34 gelenkig
verbunden, wobei die Hülse 33 drehbar auf einer in dem Hohlraum des U-förmigen Führungsteiles
3 angeordneten Fängerwelle 35 angeordnet ist. Mit einem weiteren von der Trägerhülse
33 vorspringenden Finger 36 ist ein Pleuel 37 gelenkig verbunden, welches auf der
anderen Seite an einen Gelenkkopf 38 angelenkt ist. Der Gelenkkopf 38 ist mit einem
Magnetanker 39 verbunden, welcher innerhalb einer zweiteiligen Magnetspule (40,
41) verschiebbar angeordnet ist. Die Magnetspule 40 ist so gewickelt, daß bei einer
Erregung der Anker 39 nach links bewegt wird, während die Spule 41 so gewickelt
ist, daß der Anker 39 nach rechts bewegt wird. Der Strom für die beiden Magnetspulen
40 und 41 wird durch Anschlüsse 42 zugeführt, deren Stromversorgung von der Lochkarte
aus gesteuert wird. Magnetspulen 40, 41 und Magnetanker 39 sind in dem Hohlraum
des U-förmigen Trägers 2 angeordnet.
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In dem von dem U-formigen Führungsteil 3 gebildeten Hohlraum ist ferner
noch die Treiberstange 43 angeordnet. An dieser
Treiberstange 43
sind mittels Klemmschrauben der Untertreiber und von diesem im Abstand des Schiffchens
der Obertreiber in der Längsrichtung der Treiberstange 43 verstellbar befestigt,
Die Fang- und Schneidevorrichtung für den Schiffchenfaden arbeitet folgendermaßen.
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Soll der Faden 52 der Bobine, die sich im Inneren des Schiffchens
15 befindet, von der Stickerei am Stickboden getrennt werden, sp muß dieser vorher
sicher gefangen werden, wobei das Fangen und spätere Abschneiden an der Stelle zu
erfolgen hat, wo der Bobinenfaden aus dem Schiffchen 15 so weit herausgezogen ist,
daß er zum späteren Wiedereinsticken die notwendige Länge von ungefähr 5 cm erhält.
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Die Funktionsauslösung erfolgt über bekannte Lochkarten einer Stickmaschine,
indem die Magnetwicklung der Magnetspule 39 bis 41 Strom bekommt, Dadurch wird bewirkt,
daß der Anker 39, welcher sich während des Stickvorganges in der in Fig. 2 gezeichneten
Stellung befindet, nach links bei Fig. 2 zurückgezogen wird und damit über das Gelenkstück
37 und die Hülse 33 den Finger 34 des Fadenfängers 29 verschwenkt. Mit der Hülse
33 bewegt sich der Finger 34 im Uhrzeigersinn, und dieser nimmt dabei den Fadenfänger
29 mit sich, welcher dadurch in den Stichplattenkanal 20 der Kröpfung 14 nach links
in Figur 3 gezogen wird.
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9 Da der Fadenfänger 29 in seiner in Figur 3 dargestellten Normalstellung
den Nadelkanal 13 umfasst, zieht er bei seiner Bewegung nach unten (das ist links
in Fig. 3) den Bobinenfaden 52 gegen die Klemmfeder 31 und bei einer weiteren Bewegung
gegen das Fadenmesser 30. Damit wird der Bobinenfaden abgeschnitten und gleichzeitig
zwischen dem Fadenfänger 29 und der Klemmfeder 31 festgehalten0 Damit ist die Verbindung
zwischen Bobine und Stickerei getrennt
Soll im weiteren Stickverlauf
der beschriebene Bobinenfaden 52 wieder mitarbeiten, so wird durch Stromzuführung
über die Lochkarte die Wicklung 41 der Magnetspule erregt und der Anker 39 nach
rechts und der Fadenfänger 29 in seine Normalstellung nach Figur 3 bewegt. Ir. dieser
Stellung wird weiter gestickt, bis der nächste Bobinenfaden mit Schnitt erfogen
soll.