DE2055320A1 - Polyvinylalkoholfasern und polyvinylalkoholfaserhaltige Radialreifen - Google Patents
Polyvinylalkoholfasern und polyvinylalkoholfaserhaltige RadialreifenInfo
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Description
Kuraray Co., Ltd. DA-5039 J^T
Patentanwälte
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i Polyvinylalkoholfasern und polyvinylalkoholfaserhaltige
Radialreifen
Prioritäten: 25. November I969, Japan, Nr. 44-94790
30. April 1970, Japan, Nr. 45-37354
Die Erfindung betrifft Polyvinylalkoholfasern mit ausgezeichneten Hochtemperatureigenschaften, wie Garnzähfestigkeit,
Garninitialmodul und Garnkriechverhalten. Sie bezieht sich ferner auf Radialreifen, bei denen diese
Fasern als Kord für den Gürtel bzw. Breaker verwendet werden, indem man sie unter vorgegebenen Bedingungen verzwirnt.
Im allgemeinen sind Polyvinylalkoholfasern (PVA) anderen Synthesefasern In ihrer Bruchfestigkeit und ihrem Initialmodul
überlegen. Ihre Anwendung ist daher seit neuem im Bereich der fieberglasverstärkten Kunststoffe (FRP) sehr
verbreitet. Es ist eine bekannte Tatsache, dass PVA-Fasern, die bis zu ihrer Streckgrenze gestreckt und durch
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anschliessende Wärmeschrumpfung verkürzt werden, über eine
hervorragende Bruchfestigkeit und einen ausgezeichneten Initialmodul verfugen. PVA-Fasern neigen jedoch ähnlich
anderen Synthesefasern dazu, dass sich ihre Eigenschaften bei
hoher Temperatur proportional zur Temperaturerhöhung sich stark verschlechtern.
Ein wesentliches Ziel der Erfindung ist daher die Vermeidung der oben erwähnten Nachteile bei den Synthesefasern,
indem neue PVA-Fasern mit ausgezeichneten Eigenschaften bei hoher Temperatur sowie Radialreifen geschaffen
werden, bei denen diese Fasern als Kord für den Gürtel bzw. Breaker verwendet werden. Die erfindungsgemässen Synthesefasern
sind den üblichen PVA-Fasern insbesondere überlegen in ihrer Garnzähfestigkeit, ihrem Garninitialraodul und ihrem
Garnkriechen. Die Radialreifen, bei denen die erfindungsgemässen PVA-Fasern als Kord für den Gürtel bzw. Breaker verwendet
werden, verfügen daher, wie später näher belegt werden wird, über ausgezeichnete Eigenschaften beim Druckstangen-
bzw. Plungertest, Hochgeschwindigkeitstest, Walkbzw. Eckentest, Laufflächenverschleissfestigkeitstest und
Haltbarkeitstest.
Die PVA-Synthesefasern sowie die Radialreifen werden im folgenden einzeln näher beschrieben.
I. Die erfindungsgemässen PVA-Synthesefasern sind hoch kristallin und orientiert und sind gekennzeichnet durch
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günstige Eigenschaften bei hohen Temperaturen sowie einen Gehalt an Borsäure (Η,ΒΟ,) oder Borat. Es gilt für sie
folgendes:
Garnzähfestigkeit bei 1200C Garninitialmodul bei 1200C
Garnkriechen bei 135°C Borsäuregehalt
7*5 g/d und darüber 100 g/d und darüber 2 % und darunter
0,2 bis 0,9 Gew.-^, bezogen auf das Gewicht
an PVA.
Im allgemeinen nimmt die Dehnfähigkeit von Synthesefasern proportional zur Temperaturerhöhung zu, und die Festigkeit
sowie der Garninitialmodul können dabei abnehmen. Dieses Phänomen lässt sich deuten, indem man annimmt, dass die
durch die Erwärmung bedingte Bewegung der Molekülketten bei den Fasern mit niederer Molekularorientierung beginnt
und bald den Zustand hoher Molekularorientierung erreicht.
Zur Verbesserung der Hochtemperatureigenschaften von Synthesefasern ist es daher wichtig, die Bewegung der Molekülketten
möglichst stark zu unterdrücken. Dies kann erreicht werden, indem man (l) die Molekülketten so stark orientiert,
dass sie sich nicht mehr bewegen können, oder (2) den Polymeren bestimmte Stoffe zusetzt, die die Bewegung der Molekülketten
hemmen. Werden diese beiden Mittel getrennt angewendet, so lassen sich jedoch die erfindungsgemäss gewünschten
Ziele nicht erreichen, nämlich die Verbesserung der Eigenschaften bei hohen Temperaturen, wie der Garn-
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zähfestigkelt, des Garninitialmoduls und des Garnkriechens.
Eine Verbesserung des Garninitialmoduls kann beispielsweise durch ein Verfahren erwartet werden, bei dem man herkömmliche
PVA-Fasern mit Borsäure nachbehandelt. Mit diesem Verfahren ist jedoch zugleich eine ziemliche Abnahme der
Garnzähfestigkeit verbunden. Zahlreiche Untersuchungen legten daher den Schluss nahe, dass der wesentliche Paktor
zum Erreichen des erfindungsgemässen Zieles eine faserige Struktur ist, bei der die Molekülketten insgesamt gesehen
sehr hoch orientiert sind, die jedoch eine Substanz enthält, um die Bewegung der Molekülketten dort zu verhindern,
wo die genannte Molekülorientierung verhältnismässig niedrig ist. Das bedeutet, ein Teil oder die Gesamtmenge an in den
Fasern vorhandener Borsäure kann sich mit dem PVA in verhältnismässig
loser Orientierung vereinigen, um die durch Erwärmung bedingte Bewegung der Molekülketten zu verhindern.
Liegt der Gehalt an Borsäure unter 0,2 Gew.-%, auf PVA bezogen,
so reicht dies nicht aus, um die Kettenbewegung zu bremsen, während eine über 0,9 Gew.-% hinausgehende Menge
eine hohe Orientierung der Molekülketten unterbindet und somit gleichzeitig die Garnfestigkeit verschlechtert.
Zu den erfindungsgemässen PVA-Fasern kann man gelangen, indem man eine borsäure- oder borathaltige wässerige Lösung
von PVA (Spinnlösung) herstellt, diese in ein vorwiegend aus Wasser bestehendes Koagulierbad einspinnt, das bestimmte
Mengen an Natrium- oder Kaliumhydroxid und Natriumsulfat enthält, die erhaltenen Fäden mittels Walzen streckt, das
an den Fasern haftende Alkali durch Säure neutralisiert,
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die Pasern nass warmverstreckt, zur Einstellung auf eine
bestimmte Menge an in den PVA-Fasern verbleibender Borsäure mit Wasser spült, entwässert, trocknet und sehliesslich
trocken warmverstreckt.
Was die Herstellung einer geeigneten Mischung für das Koagulierbad betrifft, sei bemerkt, dass ein für herkömmliche
Nasspinnverfahren zur Herstellung borsäure- oder boratfreier PVA-Fasern benutztes Koagulierbad mit Natriumsulfat
nahezu gesättigt 1st, wenn man Natriumsulfat, das als Entwässerungssalz dient, für das Bad verwendet. Dies
macht man deshalb, weil die Fasern wegen der ungenügenden Koagulierung fest aneinanderhaften wurden, wenn die Konzentration
dieses Bades unter 300 g/l liegen würde. Dem erfindungsgemäss
verwendeten Koagulierbad werden zu diesem Zweck bestimmte Mengen an Natrium- oder Kaiiumhydroxid zugesetzt,
wodurch sich die borsäure- oder borathaltigen Lösungen leichter verspinnen lassen. Darüber hinaus hängen die Eigenschaften
der so hergestellten PVA-Fasern nur sehr wenig von der Temperatur ab. Ist der Natriumsulfatgehalt in dem Koagulierbad
hoch, so lässt sich oft beobachten, dass die Streckfähigkeit des Produktes niedriger wird. Verglichen mit üblichen
borsäurefreien PVA-Fasern sind die erfindungsgemäss hergestellten PVA-Synthesefasern jedoch besser streckbar
und weniger temperaturabhängig.
Es wurden daher verschiedene Ueberlegungen und Versuche
bezüglich des Koaguliervermögens borsäure- oder borathaltiger wässeriger Lösungen von PVA und der Eigenschaften der damit
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erhaltenen Produkte angestellt und hierbei Verfahren und Bedingungen zur Herstellung von PVA-Synthesefasern gefunden,
deren Garnzähfestigkeit, Garninitialmodul und Garnkriechen kaum temperaturabhängig sind. Dieses neue Verfahren besteht
darin, dass man eine borsäure- oder borathaltige wässerige Lösung von PVA in ein Koagulierbad einspinnt, das durch
Zugabe von 10 - 100 g/l Natrium- oder Kaiiumhydroxid und
100 - 530 g/l Natriumsulfat stark alkalisch gehalten ist,
und die hierbei erhaltenen Pasern entsprechend nachbehandelt, wie mittels Walzen streckt, ihr Alkali neutralisiert, sie
zur Einstellung der in den Fasern verbleibenden Borsäuremenge auf 0,2 bis 0,9 Gew.-#, bezogen auf PVA, mit Wasser
spült, entwässert, trocknet und schliesslich trocken warmverstreckt.
Die Borsäure oder das Borat werden der Spinnlösung vorzugsweise in Mengen zwischen 1 und 5 Gew.-#, bezogen auf PVA,
zugesetzt. Die Spinnlösung wird schwach sauer gehalten, insbesondere auf pH., bis pH_. Als Säuren können der Lösung
anorganische Säuren zugesetzt werden, wie Schwefelsäure, Salpetersäure oder Salzsäure, organische Säuren, wie Essigsäure,
Weinsäure, oder Mischungen aus organischen Säuren und ihren Salzen, wie Citronensäure und Natriumeitrat,
Essigsäure und Natriumacetat, Weinsäure und Kaliumtartrat,
Weinsäure und Natriumeitrat.
Liegt der pH-Wert der Spinnlösung unter 3» so ist die
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Koaguliergeschwindigkeit im Koagulierbad langsamer, und die Anlage korrodiert wegen der zu starken Azidität.
Liegt andererseits der pH-Wert über 5» so wird die Lösung instabil und höher viskos, wodurch die guten Spinnbedingungen
bzw. die Spinnfähigkeit grossteils verlorengehen.
Die Konzentration an PVA in der Spinnlösung beträgt vorzugsweise 10 bis 30 Gew.-^. Der Polymerisationsgrad von
PVA sollte vorzugsweise über 500 liegen. Wie bereits erwähnt, wird die Spinnlösung in ein stark alkalisches Koagulierbad
eingesponnen, das vorwiegend Wasser enthält sowie Natriumoder Kaliumhydroxid in Mengen zwischen 10 und 100 g/l und
Natriumsulfat in Mengen zwischen 100 und 330 g/l. Ein
Natrium- oder Kaliumhydroxidgehalt von unter 10 g/l ist ungünstig. Er erniedrigt beispielsweise die Koaguliergeschwindigkeit
sowie Streckfähigkeit bzw. Ziehbarkeit während des Spinnens. Ueber 100 g/l liegende Mengen sind dagegen
ebenfalls unerwünscht, da hierbei die gelierende Wirkung des Alkalis so stark wird, dass die Eigenschaften der Fasern,
wie Garnzähfestigkeit, Garninitialmodul und Garnfliessen, stärker temperaturabhängig werden. Liegt die Konzentration
an Natriumsulfat unter 100 g/l, so überdeckt die Gelierwirkung des Alkalis die entwässernde und koagulierende Wirkung
des Natriumsulfats. Hierdurch quillt die Faser während des Koagulierens an, was die Qualität des Produktes ebenfalls
negativ beeinflusst. Natriumsulfatkonzentrationen von über 330 g/l deformieren andererseits den Faserquerschnitt
kokonartig, da die entwässernde und koagulierende Wirkung
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andere Einflüsse übertrifft. Fasern mit deformiertem
Querschnitt sind schlechter streck- bzw. ziehbar.
Die nach obigem Verfahren erfindungsgemäss gesponnenen PVA-Fasern werden dann Nachbehandlungen unterworfen. Sie
werden beispielsweise mittels Walzen gestreckt, ihr Alkali wird mittels einer Säure neutralisiert, sie werden nasswarm verstreckt und zum Einstellen der in den Fasern verbleibenden
Borsäuremenge auf 0,2 bis 0,9 Gew.-^, bezogen auf
PVA, mit Wasser gespült. Die Borsäuremenge nach der Wasserspülung sollte dabei über 0,2 Gew.-#, bezogen auf PVA,
liegen, weil die Fasern bei Mengen unter 0,2 Gew.-^ während
des Spülens sonst anquellen können. Beim Quellen der Fasern bilden sich jedoch Slacks oder Lockerstellen in den Fasern,
die beim Durchlaufen der Walzen Unsauberkeiten ergeben, wodurch Garnzähfestigkeit, Garninitialmodul und Garnkriechen
schlechter werden.
Die eben erwähnten Nachteile treten erfindungsgemäss nicht auf, da die in den Fasern vorhandene Borsäuremenge entweder
mit PVA unter Bildung inter- oder intramolekularer Vernetzungen reagieren, an den PVA-Ketten hängen oder unumgesetzt
verbleiben kann. Dies stellt eines der wesentlichen Merkmale der Erfindung dar. Liegt die Borsäuremenge jedoch
über 0,9 Gew.-^, so wird die Zieh- bzw. Streckbarkeit
schlechter, was mit einer Abnahme der absoluten Werte an Garnzähfestigkeit sowie Garninitialmodul verbunden ist.
Man kann daher sagen, dass sich durch Auswahl der optimalen Koagulierbedingungen das Verfahren zur Herstellung einer
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an sich bekannten Faser mit hoher Streckbarkeit stabilisieren lässt.
Werden darüber hinaus die Bedingungen für die Wasserspülung so eingestellt, dass die noch zurückbleibende Menge an
Borsäure zwischen 0,2 und 0,9 Gew.-% liegt, so gelangt man
zu einem Produkt mit nahezu temperaturunabhängigen Eigenschaften, ohne dass die Trockenwarmverstreckbarkeit erniedrigt
wird.
Erfindungsgemäss ist es erforderlich, die Trockenwarmverstreckung
der PVA-Fasern nach der Wasserspülung, Entwässerung und Trocknung durchzuführen, um zu einem Gesamtstreckverhältnis
von über I5OQ # zu gelangen. Liegt das Gesamtstreckverhältnis
unter 13OO #, gelangt man nur schwer zu PVA-Fasern
mit den oben erwähnten Eigenschaften. Die erfindungsgemäss erhaltenen PVA-Fasern können dagegen bis zu einem
Gesaratstreckverhältnis von I8OO % gestreckt werden.
Die hierbei erhaltenen PVA-Fasern haben folgende Eigenschafen: Garnzähfestigkeit bei 1200C von über 7,5 g/d^
Garninitialmodul bei 120°C von über 100 g/d und Garnkriechen bei 135°C von unter 2 % (Dehnwert bei einer Last von lg/d
für 60 Minuten). Sie enthalten 0,2 bis 0,9 Gew.-^ Borsäure.
Die Fasern sind üblichen borsäure- oder boratfreien PVA-Fasern in ihrem Eigenschaften bei hohen Temperaturen überlegen.
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Die Ermittlung der In den Synthesefasern verbleibenden
Borsäuremenge wird folgendermassen durchgeführt:
Eine auf PVA bezogene, etwa 2 g schwere Faser wird in einen Tiegel gegeben und darin mit 0,1 molarer wässeriger
Natriumhydroxid-Lösung überdeckt. Man lässt das ganze über Nacht in einem Trockenschrank bei 1050C stehen, und
erhitzt sodann in einem elektrischen Ofen 60 Minuten auf 400 - 5000C. Die Faser in dem Tiegel wird dann in einen
Becher gegeben, und man fügt Ionenaustauschwasser zu und lässt alles 60 Minuten stehen. Man gibt sodann einige Tropfen
Phenolphthalein als Indikator zu und versetzt mit 0,1 molarer Salzsäure, bis sich die Farbe von rot nach gelb
ändert. Sodann wird 30 - 60 Minuten zum Sieden erhitzt, abgekühlt
und es wird neutralisiert auf pH 7 mit Natriumhydroxid
oder mit Salzsäure, worauf man Mannit zusetzt und durch Titrieren mittels 0,1 molarer Natriumhydroxid-Lösung
erneut auf pH 7 neutralisiert. Das zum Titrieren benötigte Volumen (<Jm ) wird ermittelt. Die Menge an in der
Faser vorhandener Borsäure wird nach folgender Gleichung berechnet, worin W (g) das Gewicht an PVA in dem Testprodukt
ist, welches nach dem oben angegebenen Verfahren bestimmt wurde, und f sowie ν (cnr) die Stärke bzw. das titrierte
Volumen einer 0,1 molaren wässerigen Natriumhydroxid-Lösung sind:
0,62 . f . ν W
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II. Die Charakteristiken der erfindungsgemäss hergestellten
PVA-Fasern mit ausgezeichneten Hochtemperatureigenschaften treten am besten dann zutage, wenn die Fasern
zur Herstellung von Radialreifen verwendet werden.
Wegen der Notwendigkeit der Anpassung an die immer höher werdenden Geschwindigkeiten von Automobilen in den letzten
Jahren finden Reifen mit verbesserten Eigenschaften, wie Hochgeschwindigkeitsverhalten, Abnutzungseigenschaften und
Verarbeitungsfähigkeit, sehr schnell grosse Verbreitung. Man versteht hierunter die sogenannten Radialreifen.
Die Radialreifen enthalten eine aus Kord hergestellte Karkasse, die parallel zur Querachse der Reifen angeordnet
ist *und einen Gürtel bzw. Breaker, der mit einer gürtel-
bzw. bandartigen Schicht versehen ist, in der ein Reifenkord im wesentlichen parallel zum Reifenumfang und an der
Aussenseite der Karkasse zum Verstärken der Lauffläche bzw. des Profils angeordnet ist. Der Radialreifen unterscheidet
sich in seinem Aufbau sehr stark vom herkömmlichen Diagonalreifen, bei dem in ein Kordgewebe eingewebter Kord diagonal
geschnitten und in einem Winkel von 40 - 60° gegen die
Umlaufrichtung der Karkasse bzw. des Unterbaus angeordnet ist. Das hervorstechendste Merkmal beim Radialreifen ist das
Vorhandensein einer gürtel- bzw. bandartigen Schicht, Der Aufbau mit den oben erwähnten Merkmalen bringt beim
Radialreifen viele Vorteile bezüglich Eigenschaften und Wirkungen mit sich, wenn man für den Gürtel Reifenkord mit
zum Aufbau bzw. zur Struktur entsprechenden Eigenschaften verwendet.
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Es wurde: daher eine Reihe von Versuchen mit Radialreifen angestellt, und zwar inabesondere einem Reifenkord für
den Gürtel, bevor man schliesslich zu einem neuen Radialreifen gelangte, für den die erfindungsgemässen PVA-Synthese·
fasern verwendet werden.
Bei dem erfindungsgemässen Radialreifen wird ein Kord aus PVA-Synthesefasern hergestellt, die 0,2 bis 0,9 Gew.-^,
bezogen auf PVA, Borsäure oder Borat enthalten, wobei die Garnzähfestigkeit über 7,2 g/d bei 1200C beträgt, der Garninitialmodul
über 100 g/d bei 1200C liegt und das Garnkriechen
unter 2 % liegt, und zwar bei einer Belastung von 1 g/d über einen Zeitraum von 60 Minuten. Die Verzwirnungskonstante
des Fadens (ply) dieses PVA-Garns im Kord beträgt 800 - 1J500. Die Kabel verzwirnung (Windungen/10 cm)
wird geführt in einem Verhältnis von 80 - 100 % der Padenverzwirnung
(Windungen/10 cm).
Der Gürtel bzw. Breaker bedeutet kurz gesagt das, was der Reif bzw. das Band für ein Fass sind. Die hauptsächlichen
Qualifikationen des für den Reifenkord zur Herstellung des Gürtels verwendeten Materials sind daher hohe Zähfestigkeit
sowie hoher Modul, und die PVA-Synthesefasern sind für diese Eigenschaften allgemein bekannt. Die Üblichen PVA-Fasern
sind jedoch noch unvollkommen, da ihre Zähfestigkeit sowie ihr Modul mit zunehmender Temperatur stark absinken,
was auch für andere thermoplastische Synthesefasern gilt, beispielsweise Polyester oder Polyamide. Das Innere eines
Reifens befindet sich darüber hinaus während des Fahrens
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normalerweise in einem Zustand hoher Temperatur, etwa 10O0C, da sich während des Fahrens Wärme bildet bzw. staut,
die sich automatisch auf den Radialreifen überträgt, da der Reifenkord für den Gürtel ebenfalls von diesem
Temperaturanstieg beeinflusst wird. Ein unter Verwendung der herkömmlichen PVA-Fasern hergestellter Radialreifen,
deren Eigenschaften in hohem Masse von der Temperatur abhängen, kann daher seine primäre Funktion des starken bzw.
festen und nicht streckbaren Gürtels,der die Deformation des Reifens überwacht, nicht ausüben. Natürlich kann man diesen
Mangel an Festigkeit und Modul bei den herkömmlichen PVA-Fasern durch Erhöhung der für einen Reifen verwendeten Menge
an Fasern ausgleichen bzw. wettmachen. Hierbei ergibt sich jedoch das Problem, dass die Haltbarkeit des Reifens stark
abnimmt, weil der Wärmestau bzw. die Wärmebildung in Abhängigkeit von der zunehmenden Menge an Fasern grosser wird,
wodurch Adhäsion und Ermüdungsfestigkeit sinken.
Aus diesem Grunde wird erfindungsgemäss ein Radialreifen
vorgeschlagen, zu dessen Herstellung die erfindungsgemässen PVA-Fasern mit ausgezeichneten Eigenschaften bei hoher
Temperatur verwendet werden. Es wurde dabei gefunden, dass die erfindungsgemässen Radialreifen die genannten Vorteile
nur dann aufweisen, wenn die verwendeten PVA-Fasern einen Borsäure- oder Boratgehalt zwischen 0,2 und 0,9 Gew.-^
aufweisen, eine Garnzähfestigkeit von über 7,5 g/d bei 1200C
haben, einen Garninitialmodul von über 100 g/d bei 1200C
aufweisen und das Garnkriechen unter 2 % bei 1350C liegt.
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Diese Tatsachen gelten unabhängig von den Bedingungen der Konstruktion bzw. des Aufbaus des Kords, der Wärmebehandlung
des Kords oder der Struktur des Reifens.
Einer der Faktoren, die unbedingt eingehalten werden müssen,
ist die Konstruktion bzw. der Aufbau des Kords, da insbesondere die Verzwirnungszahl einen starken Einfluss auf
Eigenschaften und Güte des Endproduktes hat. Es gibt keine alles umfassende Zahl von Verzwirnungen, die für jedes
Material geeignet ist. Sie ist untrennbar mit den Eigenschaften des Materials verknüpft. Man kann daher die geeignete
Zahl an Verzwirnungen für die herkömmlichen PVA-Pasern oder andere Pasern unmöglich auf die erfindungsgemässen PVA-Fasern
übertragen. Es wurde daher eine Reihe echter Fahrversuche mit Reifen durchgeführt, bei denen die Verzwirnungszahlen
der erfindungsgemäss verwendeten PVA-Pasern sehr verschieden waren, um so die optimale Verzwirnung für den zur
Herstellung des Gürtels verwendeten Kord herauszufinden.
Die Sache wird dadurch noch komplizierter, dass die Eigenschaften eines Reifens sowohl direkt als auch umgekehrt
proportional sind zur Verzwirnungszahl. Die Ermüdungsfestigkeit wird daher beispielsweise mit steigendem Verzwirnungswert
direkt proportional besser, während die Moduleigenschaften, wie Rollfestigkeit,Walk- bzw. Eckenfestigkeit,
umgekehrt proportional sind. .
Jede Art von Reifen, und zwar nicht nur der Radialreifen,
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muss daher den verschiedenen erforderlichen Qualifikationen genügen. Die oben erwähnten Versuche ergaben daher, dass
die erfindungsgemässen PVA-Synthesefasern bezüglich ihrer
geeigneten Zahl an Verzwirnungen sehr begrenzt sind, um hieraus den Kord für den Gürtel des Radialreifens herzustellen,
und zwar muss die Verzwirnungskonstante des Fadens (ply) 800 - 13OO betragen und die Kabelverzwirnung (Windungen/10 cm)
bei 80 - 100 % der Fadenverzwirnung (Windungen/10 cm) liegen.
Der erfindungsgemäss verwendete Ausdruck "Verzwirnungskonstante" wird durch den Buchstaben K in der folgenden
Gleichung angegeben, worin D für Denier steht und T die Anzahl an Verzwirnungen (Anzahl/10 cm) ist:
κ = vHd . τ
Die Anzahl an Verzwirnungen nimmt mit steigendem Wert von K zu.
Falls die Verzwirnungskonstante des Fadens unter 800 liegt, so wird nicht nur die Form des Kords sehr ungleichförmig
und somit die Güte bzw. das Aussehen des Reifens schlechter, sondern es wird auch die Ermüdungsfestigkeit des Kords ungenügend,
so dass der Kord früher bricht, als sich Lauffläche oder Profil abnutzen, was eine kürzere Lebensdauer
des Reifens zur Folge hat. Die Anzahl bzw. der Wert der Kabelverzwirnungen (Windungen/10 cm) hat einen grösseren
Einfluss auf die Ermüdungsfestigkeit als die Fadenverzwirnung (Windungen/10 cm). Die Haltbarkeit des Reifens ist ebenfalls
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schlechter, wenn die Kabelverzwirnung (Windungen/10 cm)
weniger als 80 % der Fadenverzwirnung (Windungen/10 cm)
beträgt.
Ist andererseits die Verzwirnungskonstante des Fadens grosser als 1300, so gehen Eigenschaften der PVA-Fasern,
wie hohe Zähfestigkeit und hoher Modul, verloren, wodurch die Vorteile des Radialreifens bezüglich Rollfestigkeit,
Laufflächen- bzw. Profilfestigkeit und Walk- bzw. Eckenfestigkeit verlorengehen. Die Kabelverzwirnung
(Windungen/10 cm) sollte ferner nicht über die oben angegebene
Grenze hinausgehen, d.h. nicht über 100 % der Fadenverzwirnung
(Windungen/10 cm) sein, da hierdurch nicht nur die Zähfestigkeit und der Modul des Kords beträchtlich reduziert
werden, sondern ebenfalls ein Knicken des Kords unter Entspannung sowie Verarbeitungs- und andere Schwierigkeiten entstehen.
Der Reifenkord wird normalerweise einer Tauchbehandlung unterworfen,
um ihm so eine Adhäsion gegenüber Kautschuk zu verleihen. Der erfindungsgemäss verwendete Klebstoff ist
nicht auf bestimmte Typen beschränkt, sondern man kann jeden Klebstoff verwenden, der in der Kautschukindustrie
üblich ist. RFL, ein Gemisch aus einem alkalischen Initialkondensat aus Resorcin und Formalin mit Latex,wird besonders
bevorzugt, oder eines, das anstelle von Latex Polyvinylpyrrolidin enthält. Die Bedingungen der Tauchbehandlung können
denen gleichen, wie sie bei Behandlungsverfahren für Kord
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herkömmlicher Diagonalreifen angewendet werden. Das Trocknen, Härten in der Wärme, Strecken und die Wärmebehandlung
werden bei Temperaturen über 2000C durchgeführt.
Zur Durchführung der Erfindung kann für die Karkasse bzw. den Unterbau jedes Material verwendet werden, das auch
zur Herstellung der gewöhnlichen Diagonalreifen dient.
Die Erfindung lässt sich auch zur Herstellung von mit einem Gürtel bzw. einem Band versehenen Diagonalreifen anwenden,
die eine gürtel- bzw. bandartige Schicht aus Reifenkord aufweisen, welche im wesentlichen parallel zum Reifenumfang verläuft
und ausserhalb der Karkasse zur Verstärkung
der Lauffläche bzw. des Profils angeordnet ist, wie
dies beim Radialreifen der Fall ist, wobei die Karkasse jedoch die gleiche Struktur aufweist, wie beim normalen
Diagonalreifen.
Bevor die Erfindung anhand der Beispiele näher erläutert wird, werden nun die verschiedenen Untersuchungsmethoden
beschrieben, die zur Ermittlung der Eigenschaften von Radialreifen dienten.
A. Plungertest
Das Ergebnis wird ermittelt aus der okkludierten Energie
(kg . cm), bevor der Reifen durch langsames Eindringen des Plungers bricht. Der Innendruck des Reifens beträgt
2
1*7 kg/cm . Je grosser der Wert ist, umso fester bzw. stärker ist der Reifen.
1*7 kg/cm . Je grosser der Wert ist, umso fester bzw. stärker ist der Reifen.
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B. Hochgeschwindigkeitstest
Oemäss MVSS Nr. 109 (ASTM) lässt man auf einen Druck von 1,7 kg/cm eingestellte Reifen bei 80 km/Std. auf einer
Versuchstrommel anlaufen. Falls keine Schäden an den Reifen nach einer vorbestimmten Laufdauer auftreten, wird
die Geschwindigkeit stufenweise erhöht. Das Ergebnis wird ermittelt durch die Maximalgeschwindigkeit (km/Std.) beim
Brechen des Reifens und die Laufdauer (Minuten) bei der
gleichen Geschwindigkeit. Je grosser dieser Zahlenwert ist, desto grosser ist die Hochgeschwindigkeitsfestigkeit.
C. Walk- bzw. Eckenfestigkeit
Die Walk- bzw. Eckenkraft (kg) eines auf einen Druck von 1*7 kg/cm eingestellten Reifens wird bei einer Geschwindigkeit
von J>0 km/Std., einer Belastung von 125 kg und
einem Schleifwinkel von 10° gemessen. Der durch Division
der Walk- bzw. Eckenkraft durch den Schleifwinkel erhaltene Wert ergibt die Walk- bzw. Eckenfestigkeit (kg/Grad). Je
grosser dieser Wert ist, umso besser sind die Walk- bzw. Eckeneigenschaften.
D. Abriebfestigkeit von Lauffläche bzw. Profil
Man lässt ein Automobil, dessen Reifen auf einen Druck
ο
von 1,7 kg/cm eingestellt sind, auf einer Teststrecke f
von 1,7 kg/cm eingestellt sind, auf einer Teststrecke f
Nach einer Fahrstrecke von 20.000 km bei einer Geschwin»
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digkeit von etwa 80 - 100 km/Std. wird der Abrieb der
Lauffläche bzw. des Profils, die den Boden berühren, gemessen. Die Abriebfestigkeit der Lauffläche bzw. des
Profils wird ausgedrückt durch die Entfernung, die der Reifen zurücklegt, bis 1 ram hiervon abgerieben ist. Je grosser
dieser Wert ist umso grosser ist die Abriebfestigkeit von Lauffläche bzw. Profil.
E. Haltbarkeit
Man lässt ein Auto, dessen Reifen auf einen Luftdruck von
1*7 kg/cm eingestellt sind, auf einer Teststrecke 20.000 km
bei einer Geschwindigkeit von etwa 80 - 100 km/Std. laufen. Durch Untersuchen des Reifenkords des Gürtels bzw. Brea-"kers
vor und nach dem Testlauf wird die Festigkeit des Kords ermittelt. Sie wird ausgedrückt in Restfestigkeit (#) des
Kords des getesteten Reifens gegenüber dem Originalkord. Je höher der Wert ist, umso höher ist die Haltbarkeit.
Ergänzend sei noch bemerkt, dass sich die PVA-Synthesefasern mit verbessertem Hochteraperaturverhalten auch als
Zugteil für V-Riemen sowie zur Verstärkung von Schläuchen verwenden lassen. Hoher Modul und geringes Kriechen bei
hohen Temperaturen sind hierbei die Gewähr für V-Riemen mit konstanter Dimensionsstabilität. Hochdruckschiäuche, wie
sie für öldruckbetriebene Maschinen und Werkzeuge verwendet werden, werden ebenfalls besser durch Verwendung der erfindungsgemässen
PVA-Fasern, da die Expansion des Schlauches aufgrund des hohen Moduls bei hoher Temperatur gegenüber
dem Innendruck gering gehalten wird.
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1,7 kg PVA mit einem Polymerisationsgrad von 1750 und einer Verseifungszahl von 99,5 MoI-Ji sowie 34 g Borsäure
und eine zur Einstellung des pH-Wertes auf 4,3 erforderliche
kleine Menge an Salpetersäure werden zu 10 kg wässeriger PVA-Lösung vermischt. Diese Spinnlösung wird durch
Spinndüsen mit 600 Spinnlöchern von 0,08 mm Durchmesser in ein Koagulierbad eingesponnen, das 30 g/l Natriumhydroxid
und 230 g/l Natriumsulfat enthält. Die so gesponnenen Fasern
werden dann mit einer Geschwindigkeit von 10 m/Min, aus dem
Bad gezogen, und dann Nachbehandlungen unterworfen, wie einem Walζverstrecken um 100 %, einer Neutralisation in einem
Bad mit 70 g/l Schwefelsäure und 300 g/l Natriumsulfat, einem Nasswarmverstrecken um I50 %, einer Spülung mit Wasser
zur Einstellung des Borsäuregehaltes auf 0,45 %» einer Entwässerung
sowie einem Trocknen und schliesslich einem Trockenwarmverstrecken auf 220 %. Das so erhaltene Endprodukt
wird auf ein Gesamtstreckverhältnis von I500 % gestreckt.
Das Produkt hat dann eine Garnzähfestigkeit von 9,3 g/d bei 1200C, einen Garninitialmodul von 135 g/d bei 1200C
und ein Garnkriechen von 1,4 % bei 135°C.
Zur Herstellung von Radialreifen für Personenkraftwagen mit der Grosse I65 - 13 werden erfindungsgemässe PVA-Fasern
mit 1200 d/600 f (f ist die Fadenanzahl) für den Gürtel bzw. Breaker verwendet, während hochzähfestes Rayon-Super-2 mit
2 09823/0869
1650 d/llOO f für die Karkasse verwendet wird. Beide Garne
sind verdrillt und zu Kordgewebe verarbeitet, das die in Tabelle 1 angegebene Charakteristik aufweist.
| Klassifizierung Material A | 1200 d/1/3 | Material B |
| Konstruktion | I65O d/1/2 | |
| Verzwimungs- bzw. | ||
| Twistzahl: | 30 | |
| Faden (ply)(Windungen/10cm) | 25 | 50 |
| Kabel ( " " ) | 50 | |
| Kord Verzwirnungs- bzw. Twistkon | 1039 | |
| stante des Fadens | 2031 | |
| Kabelverzwirnung bzw. -twist/ | ||
| Fadenverzwimung bzw. -twist | ||
| χ 100 {%) | 100 | |
| Verzwirnungs- bzw. Twistrichtung; | ||
| Fadenverzwimung bzw. PIy- | Z | |
| twist | S | Z |
| Kabelverzwirnung bzw.-twist | 32 | S |
| Kord- Dichte (Enden/5 cm) | 49 | |
| gewebe |
Beide Kordgewebe A und B werden in üblicher Weise in
RFL-Lösung getaucht. Das Kordgewebe A wird dann 3 Minuten
209823/0869
bei 200°C trocken warmbehandelt, wobei der Kord um 2,5 %
gestreckt wird. Das Kordgewebe B wird indessen bei 1500C
und seiner ursprünglichen Länge getrocknet.
Unter Verwendung der oben genannten Kordgewebe zur Bildung des Gürtels bzw. Breakers und der Karkasse gelangt man
nach üblichen Verfahren, wie Kautschuktauchen, Reifenformen, Vulkanisieren und Nachhärten zum erfindungsgemässen Reifen. Der vorliegende Reifen wurde jedoch aufgebaut aus 4 Schichten bzvr. Plys im Gürtel bzw. Breaker und 2 Schichten bzw. Plys in der Karkasse.
nach üblichen Verfahren, wie Kautschuktauchen, Reifenformen, Vulkanisieren und Nachhärten zum erfindungsgemässen Reifen. Der vorliegende Reifen wurde jedoch aufgebaut aus 4 Schichten bzvr. Plys im Gürtel bzw. Breaker und 2 Schichten bzw. Plys in der Karkasse.
Die Ergebnisse verschiedener Tests über die Eigenschaften
der Reifen sind der Tabelle 2 zu entnehmen. Als Vergleichsproben wurden Radialreifen verwendet, deren Struktur und
Grosse dem erfindungsgemässen Reifen glichen, für die jedoch zur Herstellung des Gürtels bzw. Breakers PVA-Pasern verwendet wurden, die nicht alle Herstellungsbedingungen und Eigenschaften der Erfindung erfüllten. Die Untersuchungsergebnisse der Vergleichsbeispiele sind ebenfalls in der
Tabelle angegeben.
Grosse dem erfindungsgemässen Reifen glichen, für die jedoch zur Herstellung des Gürtels bzw. Breakers PVA-Pasern verwendet wurden, die nicht alle Herstellungsbedingungen und Eigenschaften der Erfindung erfüllten. Die Untersuchungsergebnisse der Vergleichsbeispiele sind ebenfalls in der
Tabelle angegeben.
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1
Vergleichsbeispiele 5 4 . 5"
Material:
Polymerisationsgrad des PVA
Verseifungszahl des PVA (MoI-Ji)
1750 1750 1750 1750 1750 1750 1750 1750 99,5 99,5 99,5 99,5 99,5 99,5 99,5 99,5
| Spinnlösung: Konzentration an PVA |
(*) | (*) | 17 | 17 | 17 17 | 17 | 1000 | 18 | 18 | 17 |
| zugesetzte Menge an Bor säure (%) |
(Ji) | 2,0 | 2,2 | 2,2 2,2 | 2,2 | 2,6 | 2,6 | 2,0 | ||
| pH | 4,5 | 4,1 | 4,1 4,1 | 4,1 | .4,0] | ■ 4,03 | L ■ * 2 4,5* |
|||
| Koagulierbad: NaOH (g/1) |
50 | 8 | 110 80 | 15 | 40 | 40 | 50 | |||
| Na2SO4 " | 250 | 260 | ISO 90 | 56Ο | 220 | 220 | 250 | |||
| Neutralisierbad: H2SO4 (g/1) Na2SO4 " |
70 500 |
70 500 |
70 nicht 70 spinnfähig 500 500 |
80 520 |
80 520 |
70 500 |
||||
| Streckung: Gesamtstreckverhältnis |
1500 | 1100 | 1200 | 1500 | 1200 | 1100 | ||||
| Walzenverstrecken | 100 | schlecht walzenver- streckbar |
schlecht spinn fähig |
schlecht 100 walzen- verstreck- bar |
100 | 100 | ||||
Fortsetzung Tabelle 2
| I (U |
angen | Nassverstrecken in der Wärme (%) |
Beispiel | 1 | 2 | Vergleichs beispiele | 5 | 6 | 7 | I ro |
|
| W fan |
dingi | Trockenverstrecken in der Wärme {%) |
1 | •χ ή. ' | 150 | 140 | 150 | -$=■ | |||
| bellun | 'ten | Menge an restlicher Borsäure (*) Zähfestigkeit(Tenazität) (1200C) (g/d) |
150 | 220 | 192 | l40 | |||||
| Hers | cd r; |
Initialmodul (120°C)(g/d) | 220 | 0,51 6,2 |
0,52 7,0 |
0,15 7,3 |
1,00 7,0 |
0,46 6,5 |
|||
| igen- | O co |
Kriechen (Creep X 1350C) (Ji) | 0,45 9,3 |
72 | 82 | 0,49 5,4 |
91 | 82 | 96 | ||
| CX. |
QJ
U |
Plungertest (kg.cm) | 135 | 2,5 | 2,2 | 63 | 2,3 | 2,4 | 2,3 | ||
| CD NJ |
d ü |
Hochgeschwindigkeitstest [(km/Std), min.] |
1,4 | 3524 | 4175 | 3,1 | 4632 | 4298 | 3485 | ||
| OJ | C φ |
Walk- bzw. Kantenfestigkeit (kg/Grad) |
5863 | 184,10 | 192,25 | 2643 | 208,23 | 184,24 | 192,20 | ||
| O QO |
I C. |
shaft | Laufflächen- bzw. Profil festigkeit (kg/mm) |
217,20 | 31,9 | 32,8 | 160,40 | 30,7 | 32,5 | 33,4 | |
| cn cc |
eigei | K! | Haltbarkeit {%) | 40,5 | 7710 | 8290 | 30,2 | 8030 | 7960 | 8140 | |
| Ji fen | 8£20 | 73 | 76 | 7630 | 86 | 82 | 89 | ||||
| 95 | 70 | ||||||||||
Fortsetzung Tabelle 2
Bemerkungen: *1
*2
bedeutet, dass der pH-Wert mit Weinsäure eingestellt wurde
bedeutet, dass der pH-Wert mit Essigsäure und Natriumacetat eingestellt wurde.
Bei Beispiel 1 bis zu den Vergleichsbeispielen wurde Salpetersäure zum Einstellen des pH-Wertes
verwendet.
Nach der in Beispiel 1 beschriebenen Verfahrensweise werden natriumborathaltige PVA-Pasern hergestellt, wobei man
jedoch anstelle von Borsäure 1,5 % Natriumborat, bezogen auf PVA, und anstelle von Salpetersäure zur Einstellung des
pH-Wertes Weinsäure verwendet. Die Fasern werden auf ein Gesaratstreckverhältnis von 1500 % gestreckt. Das erhaltene
Produkt hat eine Garnzähfestigkeit von 9,1 g/d bei 1200C,
einen Garninitialmodul von 127 g/d bei 1200C und ein
Garnkriechen von 1,5 % bei 135°C.
Bei der Herstellung von Radialreifen unter Verwendung des obigen Garns werden die Eigenschaften von Reifen miteinander
verglichen, bei denen man die Verzwirnung des Kords für den Gürtel bzw. Breaker wie in Tabelle 3 angegeben veränderte:
209823/0869
| Beispiel 2 |
8 | Vergleichsbeispiele 9 10 11 |
73 | 18 | 40 | |
| Verzwirnungs- bzw. Twistzahl: |
43,3 | 18 | 40 | |||
| Faden (ply) (Windungen/10 cm) |
30 | 30 | 23 | |||
| Kabel (Windungen/ 10 cm) |
30 | 20 | 11,5 | Z | Z | |
| Verzwirnungs- bzw. Twistrichtung: |
S | S | ||||
| Faden | Z | Z | Z | 624 | I386 | |
| Kabel | S | S | S | |||
| Verzwirnungs- bzw. . Twistkonstante des . Fadens |
1039 | 1039 ' | Γ97 | 100 | 100 | |
| Kabe!verzwirnung bzw. -twist/Fadenver- |
dito 12000 km |
keine Mängel nach einem Lauf von 40000 km |
||||
| zwirnung bzw.-twist. . 100 {%) |
100 | 67 | 50 | 96 | ||
| keine Män gel nach einem Lauf von 40000 km |
der Kord dito in dem Gürtel brach nach einem Lauf von 30000 24000 km km |
45,6 | 30,6 | |||
| Haltbarkeit{% der Restfestigkeit des Kords nach εinem Lauf von 20.000 km) |
97 | 81 | ||||
| Walk- bzw. Kantenfe.- stigkeit (kg/Grad) |
40,3 | 39,6 |
209823/0869
Eine wässerige Lösung von PVA in einer Konzentration von 15 Gew.-%, die I50 g PVA enthält mit einem Polymerisationsgrad
von 2350 und einer Verseifungszahl von 99#5
Mol-#, wird mit 30 g Borsäure (2 Gew.-%, bezogen auf PVA)
und einer kleinen Menge Essigsäure versetzt, um so zu einer Spinnlösung von pH 4,5 zu gelangen. Die Spinnlösung
wird in ein stark alkalisches Koagulierbad eingesponnen, das im wesentlichen aus Wasser besteht, welches 40 g/l
Natriumhydroxid und 250 g/l Natriumsulfat enthält. Die
Fasern werden mit einer Geschwindigkeit von 10 m/Min, aus dem Bad gezogen, mittels Walzen auf 100 % gestreckt, neutralisiert,
nass warmverstreckt auf I50 %, zur Einstellung
des Borsäuregehaltes auf 0,4 Gew.-^, bezogen auf PVA, mit
Wasser gespült, entwässert und getrocknet und schliesslich auf 200 % trocken warmverstreckt. Das erhaltene Produkt
(1200 d/600 f) wird dann auf ein Gesamtstreckverhältnis von l400 % gebracht. Das hierbei erhaltene Produkt hat eine
Garnzähfestigkeit von 9,2 g/d bei 1200C, einen Garninitialmodul
vonl^l g/d bei 120°C und ein Garnkriechen von 1,9 %
bei 135°C. Es verfügt über ausgezeichnete Hochtemperatureigenschaften.
Das nach obigem Verfahren hergestellte Garn wird zur Herstellung des Gürtels bzw. Breakers von Radialreifen verwendet,
indem man es unter den im folgenden genannten Bedingungen zu einen Kord (1200 d/l/3) verzwirnt:
209823/0869
Fadenverzwirnung bzw. -twist
Kabelverzwirnung bzw. -twist
Richtung der Verzwirnung bzw. des Twists:
Faden (ply)
Kabel.
Faden (ply)
Kabel.
Verzwirnungs- bzw. Twistkonstante des Fadens
Kabe1verzwirnung/Fadenverzwirnung . 100
30 Windungen/10 cm 30 Windungen/10 cm
1039 100
Nach einer Laufstrecke von 35000 km wurden keine Fehler
beobachtet. Die Dauerfestigkeit betrug 98 % und die Walk- bzw. Eckenfestigkeit lag bei 4o,8 kg/Grad.
Eine wässerige Lösung mit I7 Gew.-# PVA, die 100 kg PVA
mit einem Polymerisationsgrad von I750 und einer Verseifungszahl
von 99*9 MoI-Ji enthält, wird zur Herstellung
einer Spinnlösung mit 2 kg Borsäure (2 Gew.-%t bezogen auf
PVA) und 0,3 kg Essigsäure (0,005 Aequivalent, bezogen auf 100 g PVA) versetzt. Der pH-Wert wird auf 4,5 gehalten.
Die Spinnlösung wird durch Düsen mit 1000 Löchern und
0,15 mm Durchmesser in ein Koagulierbad gesponnen, das 50 g/l Natriumhydroxid und 200 g/l Natriumsulfat enthält.
Die Fasern werden mit einer Geschwindigkeit von 10 m/Min, aus dem Bad gezogen. Das Spinnverhalten ist in diesem Fall
sehr stabil. Während des zweiwöchigen Spinnens treten keine Schwierigkeiten auf, wie ein Verstopfen der Düsen usw.
Die erhaltenen Fasern werden dann genauso weiterverarbeitet wie bei Beispiel 3· Sie werden auf Walzen gestreckt, neutralisiert,
nass warmverstreckt, mit Wasser gespült, um die Borsäuremenge auf 0,5 Gew.-%, bezogen auf PVA, einzustellen,
entwässert, getrocknet und trocken warmverstreckt. Das auf diese Weise erhaltene Produkt (I800 d/1000 f) wird
auf ein Gesamtstreckverhältnis von l400 % gebracht. Es
verfügt über eine Garnzähfestigkeit von 9,3 g/d bei 1200C,
einen Garninitialmodul von IJk g/d bei 1200C und ein Garnkriechen
von 1,8 % bei
Das so erhaltene Garn wird zur Herstellung des Gürtels bzw. Breakers eines Radialreifens verwendet, indem man es unter
den im folgenden genannten Bedingungen zu einem Kord ÖL800 d/1/2) verzwirnt:
Fadenverzwirnung Kabelverzwirnung Verzwirnungs- bzw. Twistrichtung:
Faden
Kabel
Kabel
Verzwirnungs- bzw. Twistkonstante des Fadens
Kabelverzwirnung/Fadenverzwirnung . 100 {%)
30 Windungen/10 cm 30 Windungen/10 cm
1272
100
209823/0869
Nach einer Laufstrecke von 35OOO km wurden keine Fehler
festgestellt. Die Dauerfestigkeit beträgt 96 % und die
Walk- bzw. Eckenfestigkeit 41,2 kg/Grad.
2ÜÜ823/0 8 69
Claims (3)
1. ί Polyvinylalkoholfasern mit ausgezeichnetem Hochtemperaturverhalten, gekennzeichnet durch eine Garnzähfestigkeit von
über 7,5 g/d bei 1200C, einen Garninitialmodul von über
100 g/d bei 1200C und ein Garnkriechen von unter 2 % bei
155°C, die einen Borsäure- oder Boratgehalt von 0,2 bis
0,9 Gew.-#, bezogen auf Polyvinylalkohol, aufweisen.
2. Polyvinylalkoholfasern nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man eine borsäure- oder borathaltige
Spinnlösung aus Polyvinylalkohol bei einem pH zwischen 3 und 5 in eine wässerige Lösung einspinnt, die 10 - 100 g/l
Alkalihydroxid und 100 - 330 g/l Natriumsulfat enthält, die
erhaltenen Fäden mittels Walzen streckt, neutralisiert, nass warmverstreckt,die Menge an Borsäure oder Borat durch
Wasserspülung auf 0,2 bis 0,9 Gew.-%, bezogen auf Polyvinylalkohol,
einstellt, die Fäden entwässert, trocknet und schliesslich trocken wärmverstreckt bis zu einem Gesamtstreckverhältnis
von über I300 %,
3. Radialreifen, dessen Gürtel bzw. Breaker aus einem Kord besteht, der die in Anspruch 1 genannten Polyvinylalkoholfasern
enthält, dessen Verzwirnungskonstante für den Faden (ply) 800 - I300 beträgt und dessen Verzwirnung
für das Kabel (Windungen/10 cm) 80 - 100 % der Fadenverzwirnung
(Windungen/10 cm) beträgt.
2098*3/0869
Pi -
Sl
K, Radialreifen nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet,
dass man zur Herstellung des Kords für den Gürtel bzw. Breaker die nach Anspruch 2 erhaltenen Polyvinylalkohol-Synthesefasern
verwendet.
Applications Claiming Priority (4)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| JP9479069 | 1969-11-25 | ||
| JP9479069 | 1969-11-25 | ||
| JP45037354A JPS4910994B1 (de) | 1970-04-30 | 1970-04-30 | |
| JP3735470 | 1970-04-30 |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE2055320A1 true DE2055320A1 (de) | 1972-05-31 |
| DE2055320C DE2055320C (de) | 1973-03-22 |
Family
ID=
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| EP0150513A3 (en) * | 1984-01-31 | 1985-09-11 | Kuraray Co., Ltd. | High-tenacity, fine-denier polyvinyl alcohol fiber and a method for production thereof |
| EP0146084A3 (en) * | 1983-12-12 | 1986-07-16 | Toray Industries, Inc. | Ultra-high-tenacity polyvinyl alcohol fiber and process for producing same |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| EP0146084A3 (en) * | 1983-12-12 | 1986-07-16 | Toray Industries, Inc. | Ultra-high-tenacity polyvinyl alcohol fiber and process for producing same |
| EP0150513A3 (en) * | 1984-01-31 | 1985-09-11 | Kuraray Co., Ltd. | High-tenacity, fine-denier polyvinyl alcohol fiber and a method for production thereof |
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| ES414751A1 (es) | 1976-01-16 |
| FR2072392A5 (de) | 1971-09-24 |
| GB1319099A (en) | 1973-05-31 |
| US3826298A (en) | 1974-07-30 |
| BE759394A (fr) | 1971-04-30 |
| DK132186B (da) | 1975-11-03 |
| ES385833A1 (es) | 1973-12-16 |
| CA1007028A (en) | 1977-03-22 |
| DK132186C (da) | 1976-03-29 |
| NO134562B (de) | 1976-07-26 |
| DE2064969A1 (de) | 1972-01-13 |
| NO134562C (de) | 1976-11-03 |
| SE368590B (de) | 1974-07-08 |
| NL7017196A (de) | 1971-05-27 |
| AT316722B (de) | 1974-07-25 |
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Legal Events
| Date | Code | Title | Description |
|---|---|---|---|
| E77 | Valid patent as to the heymanns-index 1977 | ||
| 8328 | Change in the person/name/address of the agent |
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