DE2055193C2 - Verfahren zur Herstellung offenzelliger mikroporöser Polypropylenfolien - Google Patents
Verfahren zur Herstellung offenzelliger mikroporöser PolypropylenfolienInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung offenzelliger mikroporöser Polypropylenfolien nach dem
Oberbegriff des Patentanspruchs.
Folien mit dieser mikroporösen Struktur und ihre Herstellung werden beispielsweise in der US-PS 34 26 754
beschrieben. Gemäß dem dort beschriebenen Herstellungsverfahren werden kristalline, elastische Ausgangsfolien
um etwa 10 bis 300% ihrer ursprünglichen Länge einstufig gereckt Anschließend wird die gereckte Folie
unter einer solchen Spannung, daß die Folie nicht ungehindert oder nur in begrenztem Maße schrumpfen kann,
durch Heißfixieren stabilisiert
Die vorstehend beschriebenen mikroporösen Folien haben sich in der Praxis zwar als vorteilhaft und brauchbar
erwiesen, doch existieren Anwendungen, bei denen Folien erwünscht sind, die eine größere Porenzahl, eine
gleichmäßigere Porenkonzentration oder -verteilung, eine größere Gesamtporenfläche und bessere Wärmebeständigkeit
haben. Diese Eigenschaften sind beispielsweise wichtig bei Filtermitteln sowie bei atmenden Wundverbänden,
die hohen Sterilisationstemperaturen ausgesetzt werden und thermisch stabil sein müssen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zu schaffen, mit dem mikroporöse Polypropylenfolien
hergestellt werden können, deren Poren besonders gleichmäßig verteilt sind und deren Porosität gegenüber
mit gleichem Verstreckungsverhältnis einstufig verstreckten Polypropylenfolien erhöht ist und bei höheren
Temperaturen über lange Zeit weitgehend erhalten bleibt
Zur Lösung dieser Aufgabe sind in Verbindung mit den Merkmalen des Anspruchsoberbegriffs die Merkmale
im Kennzeichen des Patentanspruchs vorgesehen.
Nach verschiedenen morphologischen Methoden, beispielsweise mit Hilfe des Elektronenmikroskops, wurde
festgestellt, daß die erfindungsgemäß hergestellten Folien eine Vielzahl von langgestreckten, miteinander verbundenen
Oberflächenbereichen aufweisen, deren Längsachsen im wesentlichen parallel verlaufen. Im wesentlichen
abwechselnd mit diesen Oberflächenbereichen und begrenzt von diesen Oberflächenbereichen ist eine
Vielzahl von parallelen Fibrillen vorhanden. Diese Fibrillen sind an jedem Ende mit den langgestreckten
Oberflächenbereichen verbunden und verlaufen im wesentlichen parallel zueinander und im wesentlichen senkrecht
zu den obengenannten Längsachsen, und zwischen den Fibrillen befinden sich die Poren oder offenen
Zellen. Mit dieser Struktur besitzen die Folien eine größere Oberfläche, eine größere Porenzahl und eine
gleichmäßigere Porenverteilung als die bekannten mikroporösen Folien. Ferner sind die vorhandenen Fibrillen
stärker als das restliche Polymermaterial in der Folie gereckt oder orientiert, so daß sie zu der höheren
thermischen Stabilität der Folie beitragen.
Die Erfindung wird nachstehend in Verbindung mit den Abbildungen erläutert.
F i g. 1 zeigt schematisch eine Vorrichtung, die sich zur Durchführung des Verfahrens gemäß der Erfindung
eignet;
F i g. 2 ist eine Elektronenmikroskopaufnahme einer elastischen Ausgangsfolie aus getempertem Polypropylen
bei 45 OOOfacher Vergrößerung;
F i g. 3,4 und 5 sind Elektronenmikroskopaufnahmen von erfindungsgemäß hergestellten mikroporösen PoIypropylenfolien
mit 13 800facher, 16 80Ofacher und 54 OOOfacher Vergrößerung;
F i g. 6 und 7 sind Elektronenmikroskopaufnahmen einer nach dem Verfahren der US-PS 34 26 754 hergestellten
mikroporösen Polypropylenfolie bei 13 80Ofacher und 51 OOOfacher Vergrößerung;
F i g. 8 ist eine graphische Darstellung, die den Einfluß des bei unterschiedlichen Temperaturen durchgeführten
Verstreckens und der Heißfixierbedingungen auf die Stickstoffdurchlässigkeit von mikroporösen Polypropylenfolien
veranschaulicht
Wie in F i g. 1 dargestellt, wird in der kontinuierlich arbeitenden Vorrichtung 1 die elastische Ausgangsfolie 3
von einer Vorratsrolle 4 über eine Leerlaufrolle 5 in die Zone 6 als erste Stufe eingeführt. Die Verstreckungsvoi richtung
besteht aus einer Haltewalze 7, die mit einer ersten Verstreckungswalze 8 zusammenwirkt, die mit einer
Umfangsgeschwindigkeit S\ durch einen Antriebsmechanismus 9 angetrieben wird, und aus zwei Klemmwalzen
t)5 10 und 11, die mit einer zweiten Verstreckungswalze 12 zusammenarbeiten, die mit einem geeigneten Antrieb 13
mit einer Umfangsgeschwindigkeit S2, die größer ist als Si, angetrieben wird. Die Folie 3 wird hierdurch mit
einem Verhältnis S2/S1 bei Temperaturen im Bereich von 10 bis 700C verstreckt. Die verstreckte Folie 14 wird
dann über eine Leerlaufrolle 15 in einen Ofen 16 eingeführt, der die Wärme sowohl für die Zone 17 als zweite
Stufe als auch für die Heißfixierzone 18 liefert Die zweite Verstreckungsvorrichtung besteht aus einer Yerstrekkungswalze 19, die durch den Antrieb 13 mimner Umfangsgeschwindigkeit S3 angetrieben wird, die ungefähr
identisch mit 52 oder etwas größer, beispielsweise weniger als 10% größer ist als S2, um eine Entspannung der
Folie 14 zu verhindern. Die Walze 19 läuft mit der Haltewalze 21 so zusammen, daß ein ausreichender Reibungskontakt gewährleistet ist Leerlaufwalzeu 22 können so angeordnet sein, daß die gewünschte Verweilzeit im
Ofen erreicht und dennoch die notwendige Ofenkapazität minimal gehalten wird. Eine zweite Verstreckungswalze 23 wird durch den'Antrieb 20 :<*dt einer Umfangsgeschwindigkeit S4 angetrieben, die größer ist als S3. Die
Folie 14 wird auf diese Weise bei einem Verstreckungsverhältnis S4/S3 bei Temperaturen von 130 bis 1509C
verstreckt Die zweifach erfindungsgemäß verstreckte Folie 24 wird dann um die Leerlaufwalzen 25 geführt, um
eine für die Heißfixierung genügende Verweilzeii zu erreichen, worauf sie um eine Abzugswalze 26 und eine
Klemmwalze 27 geführt und auf einer üblichen Aufwickelrolle 28 aufgewickelt wird. Die Abzugswalze 26 wird
durch den Antrieb 20 mit ungefähr der gleichen Geschwindigkeit wie die Walze 23 angetrieben, um die FoUe
während der Heißfixierung unter Spannung zu halten.
Bei allen VerStreckungen, bei denen Wärme zugeführt werden muß, kann dies über laufenden Walzen
erfolgen, die ihrerseits durch elektrische Widerstandsheizung, durch Führung über eine erhitzte Platte, durch
eine erhitzte Flüssigkeit ein erhitztes Gas od. dgL erwärmt werden können.
Die Wärniefixierung kann an der Luft oder in anderen Atmosphären wie Stickstoff, Helium und Argon
durchgeführt werden.
F i g. 2 zeigt eine Elektronenmikroskopaufnahme (Methode beschrieben in Polymer Single Crystals von Geil,
Seite 69 [Interscience, 1963]) einer nichtporösen getemperten elastischen Ausgangsfolie aus Polypropylen bei
45 OOOfacher Vergrößerung. Diese Folie ist Teil einer Ausgangsfolie, die auf die in den Vergleichsbeispielen 1 bis
9 beschriebene Weise hergestellt worden ist Wie F i g. 2 zeigt zeigt diese Folie keine kennzeichnenden Strukturmcrkmale oder -eigenschaften, d. h. die Oberfläche der Folie ist verhältnismäßig glatt und gleichmäßig.
Andererseits zeigen die in den Elektronenmikroskopaufnahmen von F i g. 3 bis 5 dargestellten mikroporösen
Folien deutlich unterscheidende Strukturmerkmale.
Ferner sind die unterscheidenden Strukturmerkmale einer erfindungsgemäß hergestellten mikroporösen
Folie, die in F i g. 3 bis 5 bei Vergrößerung von 13 800,16 800 und 54 000 dargestellt sind, deutlich verschieden
von den unterscheidenden Strukturmerkmalen einer mikroporösen Folie, die in Fig.6 und 7 mit 13 800facher
und 51 OOOfacher Vergrößerung dargestellt ist und nach dem Verfahren der obengenannten US-PS 34 26 754
hergestellt worden ist
Die in F i g. 3 bis 5 dargestellte mikroporöse Fofe ist Teil einer mikroporösen Folie, die erfindungsgemäß auf
die in Beispiel 7 beschriebene Weise hergestellt worden ist Wie F i g. 3 bis 5 zeigen, haben die mikroporösen
Folien gemäß der Erfindung eine Vielzahl von langgestreckten nichtporösen, miteinander in Verbindung stehenden Oberflächenbereichen oder Flächen A, deren Längsachsen im wesentlichen parallel zueinander und im
wesentlichen senkrecht zu der Richtung verlaufen, in der die Folie gereckt wird. Mit den nichtporösen Oberflächenbereichen A wechselt eine Vielzahl von langgestreckten porösen Oberflächenbereichen B ab, die eine
Vielzahl von parallelen Fibrillen C enthalten und von den nichtporösen Oberflächenbereichen A begrenzt
werden. Die Fibrillen C sind an jedem ihrer Enden mit den nichtporösen Bereichen A verbunden und verlaufen
im wesentlichen senkrecht zu ihnen. Zwischen den Fibrilien Cliegen die weiß oder weißlich erscheinenden Poren
Oder Folie.
Die in F i g. 6 und 7 dargestellte mikroporöse Folie ist Teil einer mikroporösen Folie, die nach einem anderen
bekannten Verfahren, das im Vergleichsbeispiel 1 beschrieben wird, hergestellt worden ist Wie diese Abbildungen zeigen, sind die weiß oder weißlich erscheinenden Poren E nicht so konzentriert, d. h. ihre Zahl ist geringer,
und sie treten regellos auf. Ferner ist die Verteilung der Porenlänge sehr weit, und die gesamte Porenfläche ist
geringer als die Hälfte der Gesamtporenfläche der in F i g. 3 bis 5 dargestellten mikroporösen Folie gemäß der
Erfindung.
Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal der erfindungsgemäß hergestellten mikroporösen Folien gegenüber
bekannten Folien ist ihre ,Stickstoffdurchlässigkeit Die Werte der Stickstoffdurchlässigkeit werden wie folgt
berechnet:
Eine Folie mit einer Standardoberfläche von 6,5 cm2 wird in eine Standard-Membranzelle eingespannt, die ein
Siundardvolumen von 63 cm3 hat Die Zelle wird mit Stickstoff auf einen Standard-Differenzdruck (Druckabfall
durch die Folie) von 14,06 kg/cm2 aufgedrückt Die Stickstoffzufuhr wird dann abgesperrt und die Zeit, die für
einen Abfall des Drucks auf einen endgültigen Differenzdruck von 10,546 kg/cm2 während des Durchflusses des
Stickstoffs durch die Folie erforderlich ist, mit einer Stoppuhr gemessen. Der Stickstoffdurchgang Q (in g-Mol/
cm2 min χ 103) wird dann aus der folgenden Gleichung bestimmt:
27,74 χ IQ3 v - At χ Τ
Die erfindungsgemäß hergestellten Folien haben einen Stickstoffdurchgang oder Q-Wert von wenigstens 35,4,
vorzugsweise von wenigstens 40, besonders bevorzugt einen Q-Wert von 50 bis 300.
Bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung werden in den folgenden Beispielen beschrieben, wobei die
unierschicdlichen Temperaturbereiche der beiden Stufen des Verstreckens der Folie der Einfachheit halber
ersetzt werden durch »kalt« bzw. :>warm«.
Beispiele 1 bis 9
Kristallines Polypropylen mit einem Schmelzindex von 0,7 und einer Dichte von 0,92 wurde als Schmelze bei
230°C durch eine 20,32 cm breite Breitschlitzdüse stranggepreßt. Der Strang wurde sehr schnell mit einem
Abzugsverhältnis von 150 abgezogen und mit einer rotierenden Gießwalze in Berührung gebracht, die bei 500C
gehalten wurde und vom Düsenaustritt einen Abstand von 19,05 mm hatte. Die auf diese Weise hergestellte
Folie hatte die folgenden Eigenschaften: Dicke 25,4 μ; Erholung aus 50% Dehnung bei 25°C = 50,3%; Kristallinität59,6%.
Eine Probe dieser Folie wurde etwa 30 Minuten in einem Ofen mit Luft unter einer leichten Spannung bei
14O0C getempert, aus dem Wärmeschrank genommen und der Abkühlung überlassen. Sie hatte nun die folgenden
Eigenschaften: Erholung aus 50% Dehnung bei 250C = 90,5%; Kristallinität 68,8%. Eine Elektronenmikroskopaufnahme
eines Teils dieses Zwischenprodukts oder der elastischen Ausgangsfolie ist in F i g. 1 dargestellt.
Proben der getemperten elastischen Folie wurden dann unterschiedlich gereckt, wie in Tabelle 1 angegeben,
und dann unter Spannung, d. h. bei konstanter Länge, 10 Minuten an der Luft bei 145°C heißfixiert. Die Reckung
der ersten Stufe wurde bei 25°C und die Reckung der zweiten Stufe bei 145°C vorgenommen. Die Gesamtrekkung
betrug 100% der ursprünglichen Länge der elastischen Folie. Die thermische Stabilität wurde bestimmt,
indem der Stickstoffdurchgang nach verschiedenen Verweilzeiten bei 650C gemessen wurde. Die Ergebnisse
sind in Tabelle I genannt.
Stickstoffdurchgang (g-Mol/cm2 Min. χ 103) der mikroporösen Polypropylenfolie bei 65° C
| 25 Beispiel Dehnungs- | verhältnis | Stickstoffdurchgang | Nach 1 Std. | Nach 3 Std. | Nach 48 Std | Nach 87 Std. | Nach 159 Std. | Nach 281 Std. |
| 0,0 | zu Beginn | 0 | ||||||
| la) | 0,10 | 35,4 | 0 | |||||
| 2 | 0,20 | 45,5 | 0 | |||||
| 30 3 | 0,40 | 46,7 | 1,33 | 0 | ||||
| 4 | 0,60 | 61,7 | 34,8 | 214 | 144 | 0 | ||
| 5 | 0,80 | 76,1 | 79,9 | 71,0 | 424 | 36,8 | 33.0 | 27,7 |
| 6 | 0,90 | 100 | 106 | 100 | 71,0 | 66,0 | 61,7 | 56,3 |
| 7 | 0,95 | 1274 | 100 | 87 | 71,0 | 61,7 | 59,8 | 54,7 |
| 35 8 | 1,0 | 113 | 13,7 | 11,9 | 7,8 | 5,5 | ||
| 9b) | 100% kalt gereckt. | 19,7 | ||||||
| a) | 100% heiß gereckt. | |||||||
| b) |
Beispiele lObis 18
Die Versuche gemäß Beispiel 1 bis 9 wurden wiederholt mit dem Unterschied, daß die Temperatur und Dauer
der Heißfixierung verändert wurden. Die Heißfixierung wurde 5 Minuten bei 130°C bzw. 10 Minuten bei 150°C
durchgeführt Der Einfluß dieser Bedingungen auf den Stickstoffdurchgang ist graphisch in F i g. 8 zusammen mit
den Ergebnissen der Beispiele 1 bis 9 dargestellt
Wie die Kurven in F i g. 8 zeigen, wurden durch aufeinanderfolgende Kaltreckung und Heißreckung bei allen
Heißfixierbedingungen höhere Stickstoffdurchgangswerte als bei alleiniger Anwendung der Kaltreckung oder
Heißreckung erhalten.
Hierzu 4 Blatt Zeichnungen
Claims (1)
- Patentanspruch:Verfahren zur Herstellung offenzelliger mikroporöser Polypropylenfolien mit einer Kristallinität von 50 bis 100%, einem gegenüber der Ausgangsfolie um 15 bis 42% verringerten Raumgewicht, einer durchHg-Porosimetrie ermittelten Porengröße von 15 bis 300 am, einer Oberfläche von 30 bis 110 mVg, einer Bruchdehnung von 50 bis 150% und einer bei 25° C und 65% relativer Feuchtigkeit ermittelten elastischen Erholung aus 50% Dehnung von 60 bis 85%, wobei eine nichtporöse, elastische Folie aus kristallinem Polypropylen mit einem Schmelzindex von 0,5 bis 30, einer Ausgangskristallinität von mindestens 30% und einer elastischen Erholung aus 50% Dehnung von mindestens 50% in Längsrichtung um 10 bis 300%ίο verstreckt und dann unter Spannung bei im wesentlichen konstanter Länge bei Temperaturen von 130 bis 160cC während 1 bis 30 min wärmefixiert wird, dadurch gekennzeichnet, daß zum Erzielen eines langzeitstabilen Stickstoffdurchgangs von 50 bis 200 g-Mol/cm2 min χ 103 bei erhöhter temperatur die Ausgangsfolie in einer ersten Stufe bei Temperaturen im Bereich von 10 bis 700C und anschließend in einer zweiten Stufe bei Temperaturen im Bereich von 130 bis 1500C in der gleichen Richtung verstreckt wird und das Verhältnis der Verstreckung in der zweiten Stufe zur Gesamtverstreckung 0,6:1 bis 0,95 :1 beträgt.
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