DE204827C - - Google Patents
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung, um Schiffsgegenstände oder -teile, besonders
Schiffsgeschiitze, von den schwankenden Bewegungen des Schiffes unabhängig zu
machen. Zu diesem Zweck werden ein oder zwei Stäbe oder Achsen angeordnet, die das
Bestreben haben, stets in senkrechter Lage zu bleiben. Die Relativbewegungen der Achsen
gegen das Schiff werden dazu benutzt, elek-
irische Kontakte für Motoren zu schließen, die den Gegenstand in wagerechter Lage halten.
Die Verwendung von Pendeln, die aber an dem in seiner Lage zu erhaltenden Gegenstand
selbst angebracht sind, zum gleichen Zweck ist bereits bekannt. Die vorliegende Erfindung unterscheidet sich nun von den bekannten
derartigen Vorrichtungen hauptsächlich in folgenden drei Punkten:
1. die Achsen sind am Schiff selbst angebracht;
2. die stets senkrecht bleibenden Achsen sind in eigenartiger Weise ausgebildet, und
3. die aus den stets senkrecht bleibenden Achsen gebildete Regelvorrichtung wirkt mittels
Schwachstromes auf sogenannte Schaltmotoren, die erst den Starkstrom für die Bewegungsmotoren
regeln.
Da die stets senkrecht bleibenden Achsen auf dem Schiffe selbst angebracht sind, so
stellen die Relativbewegungen der Achse zum Schiffe zugleich die Bewegungen des Schiffes
zur Wagerechten, genau nach Schwingungsweite und Schwingungsgeschwindigkeit, dar.
Die Bewegungen, welche den Schiffsgegenständen oder -teilen durch die Motoren erteilt
werden, sind daher zu jeder Zeit genau über-40
45
einstimmend mit den Schiffsschwankungen, nur ihnen entgegengesetzt, so daß tatsächlich die
Relativbewegungen der entsprechenden Gegenstände zum Raum gleich Null sind.
Die bei den bekannten Vorrichtungen verwendeten Pendel haben den Nachteil, daß
Stöße und starke Erschütterungen, die das Schiff treffen, sowie die Schiffsschwankungen
selbst das Pendel in Schwingungen versetzen, die mit der eigentlichen Schiffsbewegung in
keinem Zusammenhang stehen und daher falsche Relativbewegungen ' des fraglichen
Schiffsgegenstandes hervorrufen. Aus diesem Grunde wird gemäß vorliegender Erfindung
die stets senkrecht bleibende Achse nicht als Pendel, sondern kardanisch in ihrem Schwerpunkt
aufgehängt, und zwar in einem mit einer trägen Flüssigkeit, z. B. Leinöl, gefüllten
Gefäß. An dem oberen Teil der Achse ist eine Schwimmkugel befestigt, die den Stab
infolge ihres Auftriebes senkrecht hält. Als Gegengewicht ist am unteren Teil der Achse
ein Gewicht angebracht. Da das Gefäß vollständig mit öl gefüllt ist, . so kommt bei
Stößen usw. nur die innere Bewegung des Leinöls als die Kraft in Frage, die den Stab
etwa in unerwünschte Schwankungen bringen könnte. Bei der trägen Masse des Leinöls
ist diese Bewegung aber außerordentlich ge- '65
ring.
Die richtende Kraft der stets senkrecht stehenden Achse soll nun dazu benutzt werden,
um Schiffsgegenstände oder -teile — im vorliegenden Falle ein Geschützrohr — in seiner
Lage zur Wagerechten zu erhalten. Zu diesem Zweck muß das Schiffsgeschütz selbst nach
55
jeder Richtung hin beweglich sein, damit es, entsprechend einer jeden Schiffsbewegung, relativ
zum SchiH zurückbewegt werden kann. Eine derartige Bewegung wird, wie bekannt,
durch eine gleichzeitige Drehung des entsprechenden Körpers um zwei senkrecht zueinander
stehende Achsen erreicht. Es wurde infolgedessen eine besondere Vorrichtung am Geschütz notwendig, die, zwischen Geschütz
ίο und Lafette eingeschaltet, unabhängig von
jedem Rückstoß und von jeder Richtvorrichtung imstande ist, dem Geschützrohr stets die
notwendige Lage zu erteilen. An dieser Vorrichtung, Zwischenlafette genannt, müssen nun
Motoren angreifen — am besten natürlich Elektromotoren — die ihre genau geregelte
Bewegung von der frei beweglichen Achse erhalten.
Bei den bekannten Vorrichtungen sind die Pendel o. dgl., wie bereits oben erwähnt
wurde, an dem in seiner Lage zu haltenden Gegenstande selbst angebracht. Sobald nun
beim Schwanken des Schiffes eine Relativbewegung des Pendels zum Gegenstande stattfindet,
erfolgt, nachdem bereits eine gewisse Neigung des Gegenstandes eingetreten ist, ein
Stromschluß ο. dgl., der mittels einer Maschine oder ähnlicher Vorrichtungen den Gegenstand
wieder in die ursprüngliche Lage zurückdreht.
Da also die Bewegungsvorrichtung erst in Kraft tritt, sobald der Gegenstand seine Lage verlassen
und schon eine gewisse Neigung erhalten hat, so findet ein immerwährendes
Pendeln um die ursprüngliche Lage statt, aber nicht ein Verharren des Gegenstandes in seiner
Lage zur Wagerechten, das allein durch eine genaue, mit der Schiffsbewegung übereinstimmende
stetige Relativbewegung zum Schiffe gewährleistet wird.
Die genau übereinstimmende Bewegung zwischen der Bewegung der senkrechten Achse
und den Antriebsmotoren der Zwischenlafette wird nun dadurch erreicht, daß in jeder Stellung
der Achse ein ganz bestimmter Strom-Schluß hergestellt wird — wegen der Feinheit
der Kontakte und der geringen Richtkraft der Achse muß es Schwachstrom sein —, zu
dem eine ganz bestimmte Lage des Schaltmotors gehört. Da in genau derselben Weise
auch eine Abhängigkeit zwischen Schaltmotor und dem Anker des Starkstrommotors vo'ihanden
ist, so muß sich der Anker in der durch die Achse geregelten Weise drehen.
Die genaue Beschreibung der Vorrichtung soll nun an Hand der Zeichnungen erfolgen. Es
stellt vor:
Fig. i, 2 und 3 ein Schiffsgeschütz im Grundriß,
Längsschnitt und Querschnitt,
Fig. 4 und 5 die Einrichtung der Regelvorrichtung und die Aufhängung der stets senkrecht
stehenden Achse,
Fig. 6 und 7 den Schaltmotor,
Fig. 8 a, 8 b und 8 c das Schaltungsschema,
Fig. 9 und 10 die Zwischenlafette und die Bewegungsvorrichtung am Geschütz,
Fig. 11 eine zweite Ausführung der Regelvorrichtung.
Das Geschützrohr α (Fig. 1, 2, 3, 9 und 10)
gleitet in der Wiege b während des Schusses zurück. Der Rückstoß soll in "bekannter
Weise durch Federn und Kolben aufgehalten werden. Die Wiege b ruht mit ihrem Schildzapfen
c in dem Teil dx der sogenannten Zwischenlafette.
Das Geschützrohr α kann gegen diese Zwischenlafette mit Hilfe der Richtvorrichtung
für die Höhenlage verstellt werden. Die Vorrichtung hierzu besteht aus dem Handrad h und den Zahnrädern m, mx, m2, m3
und Zahnkranz Ot4, der auf dem Teil dx sitzt.
Mit dem Teil dx soll die oben erwähnte Drehbarkeit
des Geschützes um die eine der beiden senkrecht zueinander stehenden Achsen erreicht
werden; Teil dx ist daher zylindrisch ausgebildet und dreht sich in dem zweiten
Teil d der Zwischenlafette, und zwar, wie dies weiter unten ausgeführt wird, so, daß die
Drehachsen der beiden Teile d und dx senkrecht
zueinander stehen. Den Antrieb der Drehung erhält dx durch die Motoren η und
das Getriebe nx, n2, M3, das auf den Zahnkranz
d2 einwirkt. Die Motoren-und das Getriebe
sind auf dem Teil d der Zwischenlafette gelagert, welcher schildzapfenartig in
der Hauptlafette selbst ruht. Da beim Schuß außerordentlich hohe Kräfte auftreten, so gilt
als Hauptbedingung für die Bauart der Zwischenlafette, daß eine vollständige Entlastung
der Antriebsmotoren gegen den Rückstoß vorhanden ist, oder in anderen Worten, daß keine
Komponente des Rückstoßes an einem Hebelarm auf die Zwischenlafette drehend einwirken
kann, damit die Antriebsmotoren, die auch während des Schusses arbeiten müssen, in ihrer stetigen Bewegung nicht gestört werden.
Es muß daher die Richtung der Seelenachse des Geschützrohres, welche auch zugleich
die Richtung des Rückstoßes ist, sich mit den beiden Drehachsen der Zwischenlafettenteile
-d und dx schneiden. Infolgedessen
muß die Seelenachse einen Schnittpunkt mit der Schildzapfenachse haben, da letztere zugleich
auch die Drehachse für den Teil d ist (Fig. 9). Die Drehachse für den Teil dx muß,
da sie, wie bereits oben erwähnt wurde, senkrecht zur Drehachse von Teil d stehen soll, 1^
senkrecht zur Blattebene der Fig. 9 durch den Punkt A1 gehen. Der Antrieb für den
Teil d erfolgt durch den mit der Lafette fest verbundenen Motor 0, Schnecke O1 und Getriebe
O2, O3.
Es ist aus dem Gesagten nun ersichtlich, daß durch Bewegung der Motoren 0 und η
dem Geschützrohr jede Bewegung und Lage erteilt werden kann, außer einer Drehung um
die senkrechte Achse, die aber bei den rollenden Bewegungen des Schiffes nicht auftritt.
Denkt man sich nun die beiden Motoren in ganz bestimmter und geregelter Weise übereinstimmend
mit den Schiffsschwankungen, nur umgekehrt, bewegt, so wird das Geschützrohr seine bestimmte, zur wagerechten Ebene
ίο einmal angenommene Lage behalten. Da infolgedessen
das Geschützrohr gegen das schwankende Schiff starke Bewegungen ausführen
wird, die einem Kanonier, der sich auf dem Schiff befindet, das Richten unmög-Hch
machen würde, so ist an dem Geschützrohr selbst ein Sitz^/ angebracht (Fig. 3), von
dem aus er dem Geschützrohr durch die Handräder- h und g jede beliebige Richtlage
geben kann.
Die Regelung der Motoren 0 und η erfolgt
nun je durch eine stets senkrecht stehende Achse, die sogenannte Regelvorrichtung, deren
Ausbildung aus den Fig. 4 und 5' zu ersehen ist. In einem Gefäß V, das vollständig mit
öl gefüllt ist, ist kardanisch in ihrem Schwerpunkt eine Achse B aufgehängt. Diese Achse
trägt in ihrem oberen und unteren Teil je eine Kugel B1 und B2. Es ist klar, daß infolgedessen
jeder Stoß, der auf den Stab durch Vermittelung der Aufhängung ausgeübt
wird, irgendeine Drehbewegung des in seinem Schwerpunkt aufgehängten Stabes nicht hervorrufen
kann. Da die Hohlkugel B1 in ihrem Volumen viel größer ist als B2, so muß
der Auftrieb der Kugel B1 in dem öle dem
Stab stets eine senkrechte Lage geben.
An den Enden des Stabes B ist je ein feiner, mit den Polen einer Schwachstromquelle
verbundener elektrischer Kontakt J1, J2
vorhanden, der auf einer aus vielen kleinen voneinander isolierten Lamellen C bestehenden
Kalotte schleift. Jede dieser Lamellen ist durch eine Leitung (Fig. 8 a) in ganz bestimmter
Weise mit Spulen verbunden, so daß jedesmal, wenn der Kontakt J1 und J2 zwei
Lamellen miteinander verbindet, ein elektrischer Strom geschlossen wird, der in zwei
gegenüberliegenden Spulen ein magnetisches Feld erzeugt, welches einen Anker a2 mitzu-.
50 drehen vermag. Eine Bewegung der Kontakte J1 und J2 von 0 bis 36 (Fig. 8 ä) wird
also einer Drehung des Ankers a2 um 360 °
entsprechen, und zu jeder Stellung der Kontakte auf den Lamellen wird eine ganz bestimmte
Stellung des Ankers vor den zugehörigen Spulen gehören. Nimmt man z. B. die
Grundstellung, in der das Schiff tatsächlich wagerecht liegt, so befinden sich die Kontakte
J1 und J2 auf den Lamellen 1,1, und
es geht der Strom, wie dies auch durch einen Pfeil angedeutet ist, von J1 über die Leitung
ι nach Spule 1, von dort nach Spule ig, die er in umgekehrter Richtung umfließt,
um dann durch Leitung (1 = 19) nach J2
und zur Stromquelle zurückzugehen. Alles Weitere ist aus der Zeichnung leicht zu ersehen.
Ist nun Anker a2 in irgendeiner Weise,
die noch näher ausgeführt wird, mit einem der Motoren η oder 0, z. B. 0, zwangläufig
verbunden, so ist es klar, daß der entsprechende Teil der Zwischenlafette, also d, ganz
bestimmte, mit den Relativbewegungen der Achse B übereinstimmende Bewegungen macht,
es ist nur notwendig, daß die Regelvorrichtung so aufgestellt ist, daß die Lamellen C
parallel mit der Drehachse des Teiles d der Zwischenlafette gerichtet sind.
Um den Motor η des Teiles d auch genau
mit den Schiffsbewegungen übereinstimmend zu drehen, muß er mit einer zweiten Regelvorrichtung
verbunden werden, deren Lamellen parallel zur Drehachse des Teiles dx, also
senkrecht zu den Lamellen des ersten Gefäßes, aufgestellt sind.
Man kann auch die Wirkung der beiden Regelvorrichtungen durch "ein Gefäß mit einer
Achse dadurch ersetzen, daß man die Lamellen der unteren Kalotte senkrecht zur Richtung
der Lamellen der oberen Kalotte legt (Fig. 11). Es dienen dann die Lamellen jeder
Kalotte zur Regelung der Bewegung desjenigen Zwischenlafettenteiles, mit dessen Drehachse
die Lamellen parallel laufen. Natürlich müssen nun über jede Kalotte zwei. Kontakte
J1 und /2 schleifen, und die Entfernung
der beiden Kontakte voneinander muß so groß sein, daß Stromschluß zwischen denjenigen
Lamellen C bewirkt wird, welche mit zwei gegenüberliegenden Spulen verbunden
sind.
Die Fig. 11 zeigt auch noch sonst eine andere,
gegen die Ausführung der Fig. 4 und 5 verschiedene Bauart. Der Grundgedanke ist allerdings auch hier festgehalten. Die Hohlkugel
K besteht aus zwei Halbkugeln, die beide von gleicher Masse sind. Da aber die
obere Halbkugel größer ist. wie die untere, so ist der Luftraum im oberen Teil größer
wie im unteren, die Achse der Kugel wird also ihre senkrechte Lage im öl beizubehalten
suchen. Dieses Bestreben soll nun noch dadurch unterstützt werden, daß ein elektrisch
angetriebener Schwungring R, der durch den feststehenden Anker M seine Drehung erhält,
in die Kugel eingebaut ist und infolge seines Bestrebens, seine Achsenlage stets beizubehalten,
der kardanisch aufgehängten Achse den erhöhten Widerstand gegen Schwankungen infolge von Stoßen usw. gibt.
Es werde jetzt Zweck und Wesen der sogenannten Schaltmotoren näher erklärt. Die
Bauart der Schaltmotoren ist aus den Fig. 6
und 7, das Schaltungsschema aus den Fig. 8 a, 8 b und 8 c zu ersehen.
Es war gezeigt worden, daß der Anker a2
(Fig. 8 a) Drehungen ausführt, die in Schwingungsweite und -zahl genau mit den Schwankungen
des Schiffes um eine Achse übereinstimmen. Die Kraft, mit der a2 gedreht
wird, ist aber viel zu schwach, um zur Drehung eines Zwischenlafettenteiles zu dienen,
und außerdem muß durch die Schaltmotoren eine Übersetzung ins Schnelle erreicht werden. Wenn das Schwanken des
Schiffes gegen die Wagerechte 15 ° beträgt, so macht, wie oben gezeigt, zwangläufig
Anker a2 eine volle Umdrehung. Soll das Geschützrohr nun seine Lage zur Wagerechten
beibehalten, so muß es in diesem äußersten Falle auch um einen Winkel von 15 ° um
seine Achse gedreht werden. Um Stöße, welche auf das Geschützrohr wirken, nicht auf die Antriebsmotoren η oder 0 wirken zu
lassen, arbeiten die beiden Motoren mit selbsthemmender eingängiger Schnecke auf
das Getriebe. Es entspricht also eine Umdrehung der Anker" s, t der Motoren η, ο der
Drehung der Zwischenlafette um einen Zahn. Da die Bauart derart ausgeführt ist, daß
durch eine Bewegung des Zwischenlafettenteiles um sechs Zähne eine Drehung um einen
Winkel von 15° erreicht wird, so muß der Anker a2 zu dem Anker s, t der Motoren η
und 0 eine Übersetzung von 1:6 haben. In Fig. 6 und 7 dreht sich der Anker a2 zwischen
den Spulen 1, 2, 3 bis 36 des Magnetringes av Es waren Anker und Spulen bereits
auf Fig. 8 a schematisch mit ihrer Stromzuführung dargestellt. Mit dem Anker a2
sitzt starr auf derselben Achse verbunden ein Bürstengestell mit den Bürsten ,S1 = ß2 und ß3.
Diese Bürsten vermitteln die Zuführung des Starkstromes und gleiten auf 36 Segmenten.
Bei einer Drehung des Ankers a2 drehen sich
also ganz genau übereinstimmend die Bürsten ,S1 = ß2 und ß3 über die Segmente 1 bis 36.
In. den Fig. 8b und 8c ist das Schema für die Starkstromleitung dargestellt. Die Zeiger ßx
und ß3 entsprechen den Bürsten ßx und P3
der Fig. 6 und 7, sie gleiten über die Segmente ι bis 36. Von diesen gehen Stromleitungen
ab zu den auf Fig. 8 b dargestellten, auf einem Ring D befindlichen sechs Spulen.
Die Schaltung ist dieselbe wie in Fig. 8 a. Ein Strom würde also von Zeiger oder
Bürste S1 über Segment- 1, Leitung 1 nach
Spule ι gehen, um von dort über Spule 4, die er umgekehrt umkreist, Leitung 4 zum
Segment 4 und Zeiger ß3 zurückzukehren.
Es ist nun klar, daß durch eine Drehung der beiden starr miteinander verbundenen
Ca Zeigerbürsten ßx und ß3 entsprechend der Anker
zwischen den Spulen 1 bis 6 in Fig. 8 b mitgenommen wird. Dieser Anker ist aber
der Anker s oder t der Motoren η und 0.
Da weiterhin bei einer Drehung der Bürsten um sechs Segmente der Anker s, t eine Umdrehung
gemacht hat, so wird bei einer vollen Umdrehung über 36 Segmente der Anker sechs Umdrehungen machen. Die Übersetzung
1:6 ist also erreicht.
Bei den Stellungen des Zeigers ßx auf den
Segmenten 1, 7, 13 usw. steht immer der Anker
s, t in der gezeichneten Stellung vor Spule ι und 4; es muß nun noch eine Vorrichtung
vorhanden sein, die den Anker zwingt, bei jeder Stellung des Zeigers eine ganz eindeutig
bestimmte Lage anzunehmen. Es muß also der Anker gezwungen werden, bei einer Stellung des Zeigers auf Segment 7 bereits
eine Umdrehung, bei einer Stellung auf 13 bereits zwei Umdrehungen gemacht zu haben
usw. Um dies zu erreichen, ist eine Vorrichtung angebracht, die nur durch die Fig. 8 b
schematisch dargestellt ist. Es ist auf der Welle der Anker s, t ein Zahnrad G angebracht,
welches mit dem sechsmal größeren Rade F kämmt. Dieses Rad ist als Schaltscheibe
ausgebildet und besitzt sechs gegeneinander isolierte Segmente I, II . . . ., auf
denen die Strombürste H schleift. Die Segmente I, II .... sind mit den gleichnamigen
Segmenten I, II .... der Sch'altmotoren verbunden. Über diese Segmente schleift Zeiger
ß2, der mit Zeiger ß1 verbunden ist. In
Fig. 6 fallen die Bürsten ß1 und ß2 in eine
breite Bürste, die gemeinsam über die Segmente 1 bis 36 und I bis VI schleifen, zusammen.
Die Schaltscheibe F bewirkt nun, daß nur bei richtiger Stellung bzw. Drehung der Anker
s, t zum Zeiger (S1 = ß2 und ß3 ein Strom-Schluß
entstehen kann, durch den der Anker, s, t mitgenommen wird.
Der Stromlauf im Schaltmotor ist an Hand des Schemas ohne weiteres ersichtlich.
Der Strom kommt von der Quelle E (einer Dynamomaschine o. dgl.) geht über die Bürsteß4,
Bürste ßs auf Segment 4, von dort über Leitung 4, Spule 4, Spule 1, Leitung 1, Segment
i, Bürste ß1 = ß2. Segment I des Schaltmotors,
Segment I des Schaltrades, Bürste H no zur Quelle E zurück. Wäre nun der Anker
s, t nicht in der der Bürstenstellung ß1 = ß2
auf Segment 1 entsprechenden Lage, sondern hätte er z. B. schon eine volle Umdrehung
gemacht, dann würde die Schaltscheibe F um 1Ze gedreht sein und die Schleifbürste H auf
Segment II statt auf I schleifen; ein Stromschluß und damit eine Bewegung der Anker
s, t könnte daher erst dann stattfinden, wenn die Bürste P1 = ß2 sich weiter gedreht hat
und auf das Segment II kommt.
Die Wirkungsweise der ganzen Vorrichtung
ist folgende: Auf der' Lafette e steht ein
Kasten k (Fig. i), in dem die beiden Ölgefäße
mit den regelnden Achsen aufgestellt sind. Links und rechts davon befinden sich
die dazugehörigen zwei Schaltmotoren I. Da bei jeder Drehung des Geschützes um seine
senkrechte Achse die Regelvorrichtungen mitbewegt werden, so ist es ersichtlich, daß die
Lamellen C der Ölgefäße stets die einmal an-
ίο genommene parallele Lage zu der Drehachse
ihres- Zwischenlafettenteiles beibehalten. Es wird angenommen, daß die ganze Vorrichtung
nur gebraucht und in Gang gesetzt wird, wenn geschossen werden ,soll. Ini Ruhezustand ist
der Stromkreis der Batterie wie auch des Starkstromes zu unterbrechen. Soll die Vorrichtung
in Gang gesetzt werden, sind nur die beiden Stromkreise zu schließen. Die Achse B,
die sich stets. bewegt, bewirkt dann sofort an der Stelle, an der sie sich befindet, einen
Kontakt und erregt während ihrer Bewegung der Reihe nach die entsprechenden Spulen,
bis diese den Anker a2 an irgendeiner Stelle
erfassen und mitnehmen. Damit werden auch die Bürsten J3X = ß2 und ß3 bewegt und die.
Anker s, t der Motoren η in Drehung versetzt. Stehen diese nun etwa in der Nullage, d. h.
vor.. den Spulen 1 und 4, und ist nun z. B. der Anker a2 vor Spule 7 gefaßt worden und
dreht sich langsam weiter, so kann der Anker s, t nicht mitgenommen werden, da die Schaltscheibe
F so steht, daß nur ein Stromschluß über das Segment I der Schaltscheibe stattfinden
kann, die Bürste ß2 aber bereits über das Segment II gleitet. Erst wenn bei der
Rückwärtsbewegung des Schiffes die Achse B, Anker a2 und Bürsten ßx = ß2 sich zurückbewegen,
wird beim Durchgang durch die Nulllage der Anker der Motoren ο, η mitgenommen
und führt nun in übereinstimmender Weise mit den Schiffsschwankungen seine Bewegung
und damit die Bewegungen der Zwischenlafettenteile mit aus. Man kann sich bei Schiffsgeschützen aber auch damit begnügen,
daß das Rohr nur von denjenigen Schiffsschwankungen unabhängig wird, die die Höhenrichtung
des Rohres ändern; dann wird bei noch immer erheblichen Vorteilen die ganze Konstruktion viel einfacher.
Die hier entwickelte Vorrichtung kann natürlich auch für andere Gegenstände, wie z. B.
Betten, Kabinen, Instrumententische usw., angewendet werden. Da diese Gegenstände ihre
Lage zum Schiff durch Drehen um eine senkrechte Achse, wie dies bei den Geschützen der
Fäll ist, nicht ändern, auch keine großen Kräfte plötzlich auftreten, wie sie der Rückstoß
des Geschützes bietet, so würde sich ihre Anwendung um vieles vereinfachen, und es
würde möglich sein, mehrere Gegenstände an eine Regelvorrichtung anzuschließen.
Claims (5)
1. Vorrichtung, um Schiffsgegenstände oder -teile, besonders Schiffsgeschütze, mit
Hilfe stets senkrecht stehender Achsen von den schwankenden Bewegungen des Schiffes ■
unabhängig zu machen, indem durch die relativen Bewegungen der Achsen gegen
das Schiff auf elektrischem Wege Motoren in Tätigkeit gesetzt werden, welche die
Gegenstände in· wagerechter Lage halten, dadurch gekennzeichnet, daß die stets senkrecht
bleibenden Achsen auf dem Schiff selbst- angebracht sind und die Relativbe- ;
wegungen, die sie gegen das Schiff ausführen, in genau nach Schwingungsweite und Schwingungsgeschwindigkeit übereinstimmender
Weise auf elektrischem Wege ' auf Schaltvorrichtungen übertragen, die
ihrerseits wiederum die Bewegung von Starkstrommotoren, die an einem in bekannter
Weise um zwei senkrecht zueinander stehende Achsen drehbaren Gegenstand
angreifen, derart regeln, daß der Gegenstand in seiner Lage zur Wagerechten erhalten bleibt.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß ein oberhalb
seines Schwerpunktes mit einer Schwimmkugel und unterhalb desselben mit einem Gegengewicht versehener Stab in meinem
geschlossenen, vollständig mit Öl gefüllten Behälter in seinem Schwerpunkte derartig
kardanisch aufgehängt ist, daß er in seinem Bestreben, sich stets senkrecht zu stellen,
bei beliebigen in Betracht kommenden Drehstellungen des Ölbehälters vermittels
einer elektrischen Schaltvorrichtung Stromschlüsse hervorzubringen vermag.
3: Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß ein elektrisch betriebener Schwungring in einer in einem ölbehälter kardanisch aufgehängten Hohlkugel,
die so gestaltet ist, daß der in der Richtung ihrer Symmetrieachse wirkende Auftrieb sie stets senkrecht zu stellen
sucht, derart mit senkrecht stehender Drehachse eingebaut ist, daß er, in Umdrehung
versetzt, in dem Bestreben, seine Drehachse stets senkrecht zu erhalten, durch das gleiche Bestreben der Hohlkugel
unterstützt wird.
4. Vorrichtung an Schiffsgeschützen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
die nur zum Drehen des Geschützrohres entgegengesetzt den Schiffsschwankungen dienenden Motoren ihre Drehung auf das
Rohr durch Vermittlung einer Zwischenlafette (d, dfj übertragen, in welcher das
Rohr bzw. seine Wiege so gelagert ist, daß ihm die schußtafelmäßige Erhöhung erteilt
werden kann.
5. Vorrichtung nach Anspruch ι und 4,
dadurch gekennzeichnet, daß die Richtung des Rückstoßes durch den Schnittpunkt der beiden senkrecht zueinander stehenden
Achsen geht, um welche die beiden Zwischenlafettenteile (d, d-y) sich drehen und
von denen die eine daher mit der Schildzapfenachse' des Rohres zusammenfallen
muß, so 'daß dieB Bewegungsvorrichtungen der Zwischenlafettenteile, die auch während
des Schusses arbeiten, von dem Rückstoß unbeeinflußt bleiben.
Hierzu 3 Blatt Zeichnungen.
Berlin, gedrückt in der
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE204827C true DE204827C (de) |
Family
ID=467124
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT204827D Active DE204827C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE204827C (de) |
-
0
- DE DENDAT204827D patent/DE204827C/de active Active
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