DE2041643A1 - Einrichtung zur regelbaren Entnahme von fliessfaehigem Gut aus einem Drucksystem - Google Patents
Einrichtung zur regelbaren Entnahme von fliessfaehigem Gut aus einem DrucksystemInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zur regelbaren
Entnahme von fließfähigem Gut, insbesondere Schlamm od.dgl. Suspensionen, aus einem Drucksystem. Ein Beispiel
ist die Entnahme von Abwasserschlämmen aus einer Anlage,
in der der Schlamm unter einem Druck von ca. 15 - 25 atü
duroh Erwärmen und gegebenenfalls Dampfzufuhr konditioniert
wird, um seine Entwässerbarkeit zu verbessern. Die Entnahme des Schlamms bzw. allgemein beliebiger fließfähiger
Stoffe aus einem geschlossenen Drucksystam muß in dosier™
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ter Form und zwar vorzugsweise in selbsttätiger Regelung
in Abhängigkeit von den im Drucksystem herrschenden Bedingungen (z.B. Füllstand) und/oder in Abhängigkeit von
äußeren Bedingungen (z.B. zulaufende oder benötigte Menge des Gutes) erfolgen. Die gesteuerte Entnahme aus dem Drucksystera
bereitet in vielen Fällen» z.B. bei Feststoffsuspensionen wie Abwasserschlämmen, Schwierigkeiten.
Es sind Entnahraesysterae bekannt, die mit Droßaölveütilen
arbeiten. Die Drosselspalte sind relativ klein Und die im Schlamm enthaltenen Grobstoffe führen leicht zu
Verstopfungen und somit zu Betriebsstörungen. Darüberhinaus führen die im Schlamm enthaltenen abrasiven Stoffe» z.B.
Sand, - Intensiviert durch die im engen Drosselspalt herrschende hohe Strömungsgeschwindigkeit - zu schnellem Verschleiß
des Spaltes und damit wegen der geänderten Spaltabmessungen zu gestörten Betriebsbedingungen.
Ein anderes bekanntes Entnahmesystem arbeitet mit W einem Absperrschieber, der in Abhängigkeit von einer Niveaukontrolle
im Drucksystem geöffnet oder geschlossen wird. Bei dem sich entsprechenden Füllstandsschwankungen
periodisch wiederholenden Schließen des Schiebers wird die Strömung des Gutes abrupt unterbrochen und das Entnahmesystem
schlagartig mit dem im Drucksystem herrschenden
Druck beaufschlagt. Dies führt au unerwünsohten Druok-
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spitzen itn System. Außerdem ist dieses Regelsystem kompliziert,
da vom Füllstand im Druoksystern auch die Gasentnahme
gesteuert werden muß,
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Entnahmevorrichtung
zu schaffen, die die beschriebenen Nachteile nicht besitzt und einfach, insbesondere als separater
Regelkreis, zu steuern ist.
Die Einrichtung ist erfindungsgemäß dadurch gekennzeichnet, daß sie aus einem Druckspeichergefäß (Windkessel)
sowie je einem diesem vor- und nachgesohalteten Absperrorgan
besteht, wobei die Absperrorgane derart gesteuert sind, daß jeweils nur höchstens eines von ihnen geöffnet
ist.
Es wird hierdurch auch der Vorteil erreicht, daß sioh
bei der Entnahme zunächst im Windkessel ein Gregendruck aufbaut, der im Grenzfall den im Drucksystem herrschenden
Druck erreicht, so daß das dem Druckkessel vorgeschaltete Absperrorgan dann geschlossen werden kann, ohne daß
Druckspitzen auftreten. Wird dann das Gut aus dem Windkessel
entleert, so sinkt dessen Druck wieder auf Atmosphärendruck, so daß dann auch das dem Windkessel nachgeschaltete
Absperrorgan ohne Stoßbelastung wieder geschlossen werden kann·
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bar sein.
Die beiden Absperrorgane sind vorzugsweise durch eine Zeitschaltvorrichtung alternativ gesteuert, wobei
die Zeitintervalle zur Regelung der Dosierung einstellbar sind. Vorteilhafterweise kann zusätzlich das dem
Druckspeichergefäß vorgeschaltete Absperrorgan durch einen auf den Druck im Druckspeicherbehälter anspreohenden
Druckmeßfühler gesteuert sein. Man kann hierdurch erreichen, daß dieses Absperrorgan genau dann geschlossen
wird, wenn der Druck im Drucksystem und im Druckspeicherbehälter gleich sind, so daß keine Stoßbelastung
auftritt. Anschließend an jeden dieser Sohließvorgänge können dann die übrigen Betätigungen der Absperrorgane
durch die Zeitschaltvorrichtung entsprechend der benötigten Dosie-rmenge gesteuert werden.
Um den Entnahmevorgang zu vergleichmäßigen, können zwei je einen Druckspeicherbehälter und zwei Absperrorgane
umfassende Entnahmeeinrichtungen parallel zueinander an das Drucksystera angeschlossen und im Gegentakt betreib-
Ausführungsformen der Erfindung werden im folgenden anhand der Zeichnungen erläutert.
Pig. 1 zeigt im schematischen Pließbild eine mit
der erfindungsgemäßen Einrichtung versehene Schlaramkonditionieranlage.
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Fig. 2 zeigt schematise!! eine abgeänderte Ausführungsform der Entnahmeeinrichtung.
Das in Fig. 1. beispielsweise gezeigte Drucksystem
ist eine Anlage zur thermischen Schlamrakonditionierung,
um die Entwässerbarkeit von Abwasserschlämmen zu verbessern.
Der Schlamm wird in einem Eindickerbecken 1 durch Wasserentzug vorkonzentriert. Eine Druckpumpe 2 fördert
den Schlamm anschließend mit einem Druck von beispielsweise
15 - 25 atü in den Schlamradruckkessel 5. Im Wärmetauscher
3 wird der Schlamm in der Regel auf 140 - 180° erwärmt. Durch Dampfzufuhr beispielsweise bei 13 vor dem
Eintritt in den Druckkessel 5 wird die Schlammtemperatur so erhöht, daß sie im Druckkessel 5 üblicherweise 180° 220°
C beträgt. Über dem Schlammspiegel bildet sich prozeßbedingt
ein Gaspolster 4 aus.
Die Verweilzeit des Schlammes im Druckkessel 5 ergibt
sich aus dem Verhältnis zwischen dem Schlammvolumen im Druckkessel 5 und der Zufördermenge pro Zeiteinheit.
Anschließend fließt der nunmehr konditionierte Schlamm vom Druckkessel 5 unter dam Systemdruck in den Wärmetauscher
3 zurück und gibt hier im Gegensttom den größten
Teil seines Warmeinhaltes an den zufließenden Schlamm ab,
Die Entnahme des Sohlammes aus äem Drucksystöai &v-
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folgt dann durch die erfindungsgemäße Entnahmeeinrichtung,
die im wesentlichen aus den beiden Absperrorganen 6 und 9 und dem dazwischen als Dosierschleuse angeordneten
Windkessel 7 besteht. Zur Steuerung der Absperrorgane
sind ein auf den Druck im Windkessel 7 ansprechender Druckschalter 11 sowie eine Zeitschaltvorrichtung 12 vorgesehen·
Die Vorrichtung funktioniert wie folgt:
Bei Beginn der Entnahme ist das Absperrorgan 9 geschlossen
und das Absperrorgan 6 wird durch die Zeitschaltung 12 geöffnet. Der Schlamm fließt aus dem Drucksystera
in den Windkessel 7. Hier findet mit zunehmendem Füllungßgrad ein entsprechender Druckanstieg statt, de*
bis im Grenzfall der Systemdruck erreicht ist. Durch diesen
Druckanstieg im Windkessel 7 wird die Strömungsgeschwindigkeit im System verringert und allmählich auf
Null abgebremst. Dann wird das Absperrorgan 6 wieder geschlossen. Dieser Schließvorgang könnte ebenfalls durch
die Zeitsohaltvorrichtung 12 gesteuert werden, exakter * ist jedoch eine Steuerung durch den Druckschalter 11.
Die beim Schließen des Absperrorgans 6 auftretende stoil·- ,.
artige Druckbelastung ist wegen des im Windkessel 7 herrsohenden
Gegendruckes sehr gering und entfällt ganz, wenn der Druck im Windkessel 7 gleich dein Systemdruck ist.
Nach dem Schließen des Abaperrorgans 6 wird das
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Absperrorgan 9 geöffnet und der Windkessel 7 in das Auffangbecken
10 entleert. Diese Entleerung kann durch ein Luftnachsaugeventil 8 oder durch Druckluftbelüftung intensiviert
werden. Bei funktionsgerechter Ausbildung des Windkessels 7 ist dies jedoch nicht erforderlich.
Primäre Regelgröße für die Entnahmedosierung ist
das Zeitintervall zwischen zwei Öffnungsvorgängen des Absperrorgans 6, welches durch das Zeitschaltwerk 12 vorzugsweise
einstellbar festgelegt ist. Durch Verändern der am Meßfühler 11 eingestellten Druckschwelle kann das
Püllvolumen des Windkessels 7 entsprechend mitverändert
und hierdurch eine weitere Regelgröße in Punktion gesetzt werden.
Bei größeren Anlagen und insbesondere wenn ein gleichmäßigerer Entnahmevorgang erwünscht ist, kann die erfindungsgemäße
Einrichtung gemäß Pig. 2 als parallel geschaltetes Doppelsystera ausgestaltet sein. In dieser Pigur sind
7!
die beiden Windkessel 7»und das Auffangbecken 10 schematisch in Draufsicht als Kreise dargestellt. Hierbei werden die beiden Entnahmesysteme 6, 7, 9 bzw. 61, 71» 91 phasenverschoben gesteuert, d.h. während des Püllens des Windkessels 7 (6 offen, 9 geschlossen) wird der Windkessel entleert (6* geschlossen, 91 offen) und umgekehrt.
die beiden Windkessel 7»und das Auffangbecken 10 schematisch in Draufsicht als Kreise dargestellt. Hierbei werden die beiden Entnahmesysteme 6, 7, 9 bzw. 61, 71» 91 phasenverschoben gesteuert, d.h. während des Püllens des Windkessels 7 (6 offen, 9 geschlossen) wird der Windkessel entleert (6* geschlossen, 91 offen) und umgekehrt.
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bzw. 9' Der aus dem Absperrorgan 9/austretende Schlamm
fließt in das Auffangbecken 10, welches in der Regel ein Eindiokbehälter zum weiteren Wasserentzug ist. Das
Absperrorgan 9 (bzw. 91) wird zweckmäßigerweise ebenfalls
durch das Zeitschaltwerk 12 geschlossen. Das anschließende öffnen des Absperrorgans 6 durch das ZeItsohaltwerk
12 kann davon abhängig gemacht werden, daß vorher beispielsweise ein Endlagensohalter eine einwandfreie
Sohließposition des Absperrorgans 9 (bzw. 91) gemeldet hat.
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Claims (1)
- P- a t β η t a η s ρ r ü c h θ· ) Einrichtung zur regelbaren Entnahme von fließfähigem Gut, insbesondere Schlamm od.dgl. Suspensionen, aas einem Drucksystem, dadaroh, gekennzeiohn e t, daß sie aus einem Druckspeichergefäß (Windkessel) (7) sowie aus je einem diesem vor- und nachgesohalteten Absperrorgan (6, 9) besteht, und daß die Absperrorgane derart gesteuert sind, daß jeweils nur höchstens eines von ihnen geöffnet ist.2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch g β kennzeichnet, daß die beiden Absperrorgane (6, 9) alternativ durch eine Zeitsohaltvorrichtung (12) gesteuert sind.5. Einrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Zeitintervalle der Zeitschaltung (12) zwecks Regelung der Dosierung einstellbar sind.1 -209809/09284. Einrichtung nach einem dec Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens das dem Druokspeicherbehälter (7) vorgeschaltete Absperrorgan (6) duroh einen auf den Druck im Druckspeicherbehälter ansprechenden Druckmeßfühler (11) gesteuert let,5» Einrichtung nach Anspruch 4t dadurch g e -kennzeichnet, daß die Druckschwelle des Druclcmeßfühlere (11), bei der das Absperrorgan (6) geschlossen wird, zwecks Regelung der Dosiermenge einstellbar 1st.6. Einrichtung nach Anspruch 2 und 4t dadurch gekennzeichne.t, daß das Schließen des dem Druckspeloherbehälter vorgeschalteten Absperrorgane (6) duroh den Druckmeßfühler (11) und die übrigen Betätigungen der Absperrorgane (6, 9) durch die ZeItschaltvorriohtung (12) gesteuert sind.- 2 -209809/0926
Priority Applications (3)
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|---|---|---|---|
| DE2041643A DE2041643C3 (de) | 1970-08-21 | 1970-08-21 | Vorrichtung zur regelbaren Entnahme von fließfähigem Abwasserklärschlamm od.dgl. Suspensionen aus einem Druck system |
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| GB3914271A GB1360498A (en) | 1970-08-21 | 1971-08-20 | Apparatus for the controllable removal from a pressurised system of material capable of flow |
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Publications (3)
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| GB (1) | GB1360498A (de) |
Families Citing this family (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| ITNA20130033A1 (it) * | 2013-06-18 | 2014-12-19 | Giovanni Perillo | Trattamento termico dei fanghi biologici civili e industriali per variare lo stato fisico e renderli filtrabili |
-
1970
- 1970-08-21 DE DE2041643A patent/DE2041643C3/de not_active Expired
-
1971
- 1971-08-03 CH CH1137271A patent/CH529074A/de not_active IP Right Cessation
- 1971-08-20 GB GB3914271A patent/GB1360498A/en not_active Expired
Also Published As
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|---|---|
| GB1360498A (en) | 1974-07-17 |
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| DE2041643B2 (de) | 1973-07-05 |
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