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Elektrisches Heiß und Kochendwassergerät Die Erfindung betrifft ein
elektrisches Heiß- und Kochendwassergerät mit einem thermische Ausdehnungsflüssigkeit
enthaltenden Tempera turbegrenzer mit zwei ebenfalls Ausdehnungsflüssigkeit enthaltenden
Temperaturfühlern, deren Flüssigkeitsausdehnungen sich addieren und von denen der
erste von der Wassertemperatur beaufschlagbar ist, während der zweite thermisch
an ein Dampfableitrohr angekoppelt ist.
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Ein derartiges Heiß- und KochendwassergerätX im Folgenden kurz Gerät
genannt, ist bekannt (nAS 1 150 462). Dieses Gerät besticht an sich durch seinen
einfachen Aufbau und seine sichere Funktionsweise. Dennoch ist es aus folgenden
Gründen verbesserungsbedürftig0 Wenn der in dem Gerät enthaltene Temperaturbegrenzer
auf "Kochend" gestellt wird, schaltet dieser ab, wenn die Temperatur der im ersten
Temperaturfühler enthaltenen Ausdehnungsflüssigkeit 100°C erreicht hat und sich
diese entsprechend ausgedeht hat und wenn gleichzeitig eine ausreichende Ausdehnung
der im zweiten Temperaturfühler enthaltenen Ausdehnungsflüssigkeit durch Dampfeinwirkung
stattgefunden hat. Da nun bereits vor dem Beginn des Kochens Dampfschwaden durch
das Dampfableitrohr hindurchtreten, kann sich der zweite Temperaturfühler bereits
vor Beginn des Kochens soweit erwärmt haben <laß der Temperaturbegrenzer die
elektrische Heizung im Gerät schon abschaltet, wenn das Wasser noch gar nicht zum
Kochen gekommen ist.
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Zur Behebung dieser Erscheinung ist es bereits bekannt geworden, im
Behälter oberhalb des höchstmöglichen Wasserstandes wenigstens eine unverschlossene
Öffnung vorzuschen, durch welche die während des Ankochons
entstehenden
Dampfschwaden entweichen können, so daß eine Erwärmung des zweiten Temperaturfühlers
tatsächlich erst dann stattfindet, weim das Wasser im Gerät zum Kochen yekommen
ist, wenn also starke Dampfbildung eingesetzt hat (DBGm 6 750 477)o Damit ist zwar
der Gebrauchswert eines Heiß- und Kochendwassergerätes verbessert, vom Benutzer
eines solchen Gerätes werden jedoch noch höhere Ansprüche gestellt. Es ist nämlich
zwar erwünscht, daß sich das Gerät bei Erreichen des Kochpunkttes selbst~ tätig
abschaltet, es soll aber dennoch die Möglichkeit gegeben sein, während eines längeren
Zeitraumes kochendes Wasser zapfen zu können. Letzteres ist bei den bekannten Geräte
nicht der Fall, weil sie sofort nach Erreichen des Kochpunktes abschalten und sich
erst nach längerer Zeit wieder einschalten lassen. Daß sich die Geräte nach dem
Abschalten nicht sofo t wieder einschalten lassen, rührt daher, daß die erwärmte
Masse des zweiten Temperaturfühlers und des Dampfableitrohres relativ groß ist,
so daß beidenach ihrer Erwärmung nur langsam wieder abkühlen.
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Aufgabe der Erfindung ist es, ein Gerät zu.schaffen, welches sich
bei Erreichen des Kochpunktes zwar abschaltet, aber dennoch ge stattet, längere
Zeit kochendes Wasser zu zapfen Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Kombination
folgender Merkmale gelöst: a) Der zweite Temperaturfiihler ist ein um das Dampfablei
trohr yewickeltes Kapillarrohr, b) im Behälter des Heiß- und Kochendwassergerätes
be findet sich oberhalb des höchstmöglichen Wasserstandes wenigstens eine Öffnung
zum Durchlaß der vor Beginn des Kochens entstehenden Dampfschwaden und eines nach
Auf hören des Kochens entstehenden Luft-Konvektionsstromes durch das Dampfableitrohr.
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Durch die Kombination der bei den Merkmale wird folgendes erreicht:
Der Temperaturbegrenzer schaltet das Gerät tatsächlich erst ab, nachdem das Wasser
zum Kochen gelangt ist, da die vorher entstehenden D'impfschwaden durch die im Behälter
befindliche Öffnung oder Öffnungen abziehen können, so daß sie zur Erwärmung des
zweiten Temperaturfühlers nicht beitragen können. Wenn das Wasser kocht, entsicht
soviel Dampf, daß dieser auch durch das Dampfableitrohr strömt, den dort angekoppelten
zweiten Temperaturfühler erwärmt und damit die Abschaltung des Gerätes durch den
Temperaturbegrenzer bewirkt. Nunmehr kommt die erfindungsgemäße Kombination der
genannten Merkmale zur Wirkung. Zum einen enthält das um das Dampfableitrohr gewickelt
Kapillarrohr im Verhältnis zu seiner Oberfläche sehr wenig Flüssigkeit, so daß diese
schnell abkühlen kann. Zum anderen entsteht durch das Dampfableitrohr und durch
die im Behälter befindliche Öffnung ein Luft-Konvektionsstrom, der eine schnelle
Abkühlung des Dampfableitrohres und des herumgewickelten Kapillarrohres bewirkt.
Auf diese Weise wird erreicht, tlaß das Gerät durch den Temperaturbegrenzer schon
nach kurzer Zeit wieder einschaltbar ist, so daß das Wasser trotz der vorangegangenen
Abschaltung des Gerätes wieder zum Kochen gebracht werden kann und der Benutzer
des Gerätes ohne große Zeitverlust während eines längeren Zeitraumes kochendes Wasser
zapfen kann.
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Eine vorteilhafte Weiterbildung des Erfindungsgegenstandes besteht
darin, daß der Teil des Dampfableitrohres, an welchen der zweite Temperaturfühler
angekoppelt ist, in bekannter Weise thermischen vom restlichen Dampfrohr isoliert
ist. Dadurch wird erreicht, daß von dem Teil deees Dampfableitrohres, welcher mit
dem heißen Wasser in Berührung kommt, keine Wärme zu dem Teil abgeleitet wird, um
welchen das Kapillarrohr herumgewickelt ist.
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Zur Erläuterung des Erfindungsgedankens wird anhand der Zeichnung
ein Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen elektrischen Heiß- und
Kochendwassergerätes
beschrieben. Das Gerät enthält einen Behälter 1 und einen darunter befindlichen
Schaltraum 2 in welchem der Temperaturbegrenzer 3 angeordnet ist.
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Dessen Begrenzertemperatur läßt sich durch einen Drehknopf 4 auf unterschiedliche
Abschalttemperaturen einstellen. Durch Druck auf den Drehknopf 4 läßt sich die Kontaktstrecke
8 schließen. Wenn die Ausdehnung der Flüssigkeiten im ersten Temperaturfühler 5
und im zweiten Temperaturfühler 6 ein gewisses Maß übersteigt, öffnet der Faltenbalg
7 die Kontaktstrecke 8, die elektrisch in Reihe zum nicht gezeigten elektrischen
Heizkörper des Heizt und Kochendwassergerätes geschaltet ist.
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Das Dampfableitrohr besteht aus zwei Teilen. Der obere Teil 9a ist
vom unteren Teil 9b durch eine wärmeisolierende Hülse 10 getrennt.
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Oben im Behälter 1 befinden stich einige Öffnungen il, durch welche
vor Erreichen des Kochpunktes Dampschwaden abziehen können. Durch das Dampfableitrohr
mit seinen Teilen 9a und 9b und die Öffnungen. 11 kann nach Aufhören der DampfentwicklungI
d.h. also nach dem Abschalten des Temperaturbegrenzers 3 Luft strömen, welche durch
Konvektionswirkung den unteren Teil 9b des Dampfableitrohres und den thermisch daran
angekoppelten zweiten Temperaturfühler 6 der ein Kapillarrohr ist, kühlt.
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Durch die Kühlung ist erreichbar, daß sich das Heiß~ und Kochendwasser
gerät durch Schließen der Kontaktstrecke 8 durch Druck auf den Drehknopf 4 schon
bald nach Abschalten des Temperaturbegrenzers 3 wieder einschalten läßt.
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Wenn das Gerät lediglich zur Heißwasserbereitung benutzt wird, wenn
also der Kochpunkt nicht erreicht werden sollX bleibt der zweite Temperaturfiihler
6 wirkungslos und der Temperaturbegrenzer 3 schaltet dann ab, wenn der erste Temperaturfühler
5 die am Drehknopf 4 einige stellte Temperntur erreicht hat.