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Maschine zum Aufbringen von in Rollen vorliegenden Bahnen Die Erfindung
betrifft eine Maschine zum Aufbringen von in Rollen vorliegenden Bahnen, insbesondere
Abdichtungsbahnen in llunnelröhren, mit mindestens einem auf einem fahrbaren Traggestell
im Mittelpunkt des rrunnelquerschnittes in Querschnitts ebenen des Tunnels schwenkbar
gelagerten Ausleger, der an seinem freien, in die Nähe der Tunnelwand reichenden
Ende eine Trag- und Abrollvorrichtung für die aufzubringende Bahn aufweist.
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Die Zunahme des großstädtischen Massenverkehrs zwingt immer mohr dazu,
Masfe;nvorkehrsmittel, insbesondere Untergrundbahnen, zu schaffen. Damit geht das
Bestreben einher, den Ausbau der notwendigen Tunnelröhren möglichst zu vereinfachen
bzw. zu beschleunigen. So ist man berei-ts dazu übergegangen, das notwe@@ige Ahdichten
der Tunnelröhren durch Aufbringen von mittels
Bitumen verklebten
und abgedichteten Abdiclitbahnen maschinell vorzunehmen.
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Die dazu bekannt gewordene eingangs erwähnte Maschine bes-teht aus
einem um 3600 in einer unnelquerschnittsebene schwenkbaren Ausleger, an dessen vorderem
freien Ende die aufzubringende Abdichtungsbahn an einer Drag- und Abrollvorriclitung
gehalten wird, wobei das Aufbringen der Bahn durch Schwenlren des Auslegers und
gleichzeitiges Abrollen der Abdichtungsbahn erfolgt. Dabei ist jedoch nachteilig,
daß diese Maschine nur für kreisförmige Tunnelquerschnitte geeignet ist und durch
genaue Justierung des Drehpunktes des Auslegers in den Mittelpunkt des Tunnelquerschnittes
dafür gesorgt werden muß, daß das freie Ende des Auslegers mit der-Trag- und Abrollvorrichtung
immer so nahe an der Tunnelwand entlang läuft, daß das Abrollen und Aufbringen der
Abdichtungsbahn möglich ist.
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Gewisse unvermeidliche Abweichungen von der Kreisform des Tunnelquerschnittes
können nur durch den sehr begrenzen Schwenkbereich der Abrollvorrichtung ausgeglichen
werden, wobei dieser chweii1ereich im allgemeinen nur so gross ist, daß die Unterschiede
zwischen dem Durchmesser einer neu eingelegten Bahnrolle und ihrem Wickelkern ausgeglichen
werden können.
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Zur Vermeidung dieser Flachteile liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde,
eine Maschine zu schaffen, die gegenüber der genannten bekannten Maschine vielseitiger
und insbesondere auch für nicht kreisförmige Tunnelquerschnitte verwendbar ist.
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Zur Lösung dieser Aufgabe wird erfindungsgemäss eine Maschine der
eingangs erwähnten Art vorgeschlagen, die dadurch gekezmzeichnet ist, daß die wirksame
Länge des Auslegers veränderbar ist und im Bereich der Trag- und Abrollvorrichtung
ein an der
Tunnelwand entlanggeführter Taster vorgesehen ist, derzdie
Länge des Auslegers entsprechend dem abstand Tunnelwand -Auslegerdrehpunkt selbsttätig
einstellt. Dadurch ist erdreich; daß die Maschine auch zum mechanischen Aufbringen
von Isolierbirnen in beispielsafeise im wesentlichen elliptischen Tunnelquerschnitten
geeignet ist, wobei der an der Gunnelwand entlanggleitende Taster Jeweils dafür
sorgt, daß die Trag- und Abrollvorrichtung jeweils unmittelbar an der Tunnelwand
entlanggefElrt wird Durch diese Ausbildung der Maschine ist es auch nicht mehr unbedingt
erforderlich, den Schwenkpunkt des Auslegers genau in den Mittelpunkt des Tunnelquerschnittes
zu legen. Die erfindungsgemäss vorgeschlagene Maschine bleibt auch dann anwendbar,
wenn der Tunnelauerschnitt so gross wird, daß die Dun-»zelwandung nicht mehr in
allen Bereichen von einem Schwenkpunkt des Auslegers aus erreichbar ist. Zwar ist
dann das Umsetzen des Traggestelles erforderlich, es ergibt sich jedoch eine wesentlich
vielseitigere Anwendbarkeit der Maschine auch für Sonderaufgaben, die durch eine
auf einen bestimmten Tunnelquerschnitt festgelegte Maschine nicht zu lösen sind.
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In zweckmässiger Ausbildung der Erfindung ist der Ausleger in seiner
Längsrichtung in einer Führungsbahn teleskopartig verschieblich gelagert, wobei
die Führungsbahn in Querschnittsebenen des Tunnels schwenkbar an dem Traggestell
befestigt ist.
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Dabei ist das den Ausleger bzw. die Bührungsbahn schwenkbar tragende
Traggestell als von einem Fahrgestell hochragender Turm ausgebildet, der um seine
in Richtung des senkrechten Tunneldurchmessers 1egende Längsachse dreh- und arretierbar
ist. Dies hat den Vorteil, daß für den Transport oder das Umsetzen der Maschine
der Ausleger durch Drehung des Turmes in die Längsachse des Tunnels verschwenkt
werden kann. Für Spezialaufgaben kann aber auch das Arbeiten mit schräg zum Fahrgestell
verschwenkten und arretierten Turm bzw. Ausleger notwendig sein.
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Zur weiteren Erhöhung der Vielseitigkeit der Maschine ist der Turm
erfindungsgemäss in sich höhenverstellbar. Das gleiche wird erreicht, weiu? der
Schwenkpunkt des Auslegers an dem Turm höhenverstellbar ausgebildet ist.
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In besonders zweckmässiger Ausbildung der Erfindung erfolgt die Veränderung
der wirksamen Länge des Auslegers hydraulisch, wobei zwischen Ausleger und Führungsbahn
ein doppelseitig wirkender Hydraulikzylinder angeordnet ist und der Taster das Steuerglied
eines Regelventiles im Speisekreislauf des Hydraulikzylinders ist.
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Damit der Taster nicht durch bereits auf die Tunnelwand auf gebrachte
Abdichtungsbahnen beeinflusst wird, ist der Taster erfindungsgemäss in Abrollrichtung
der Bahn vor der Rolle an dem Ausleger angebracht. Da durch den verstellbaren Ausleger
ein gewisser Druck in Richtung senkrecht zur Tunnelwand ausgeübt werden kann, können
in weiterer Vervollständigung der Maschine am freien Ende des Auslegers auf die
aufgebrachte Bahn wirkende Anpressrollen vorgesehen sein. Zweckmässig sind dabei
mehrere unabhängig wirkende «ber die Bahnbreite verteilte Anpressrollen angeordnet.
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Eine Ausführungsform der erfindungsgemässen Maschine wird anhand der
beigefügten~Zeichnungen erläutert. Es zeigen: Fig. 1 schematisch eine im Tunnelquerschnitt
befindliche erfindungsgemässe Maschine mit einer zweiten strichliert gezeigten Lage
des Auslegers; Fig. 2 schematisch eine Draufsicht auf die Maschine und
Fig.
3 in vergrösserter schematischer Darstellung eine Draufsicht auf das vordere Ende
des Auslegers.
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Die in den Fig. 1 und 2 dargestellte Ausführungsform der Maschine
gemäss der Erfindung umfasst einen mit Rädern 1 versehenen Fahrgestellrahmen 2,
in der Nähe von dessen vier Zecken an Auslegern 3 ausfahrbare Sicherungs-Standstempel
4 angeordnet sind. Vorzugsweise im Zentrum des Fahrgestellrahmens 2 ist über ein
Drehgestell 5 ein Turm 6 um die gemäss Fig. 1 senkrechte Achse dreh- und arretierbar
aufgebaut.- Der Turm 6 ist beispielsweise durch in den Punkten 7, 7' vorgesehene
Gelenke hydraulisch höhenverstellbar und trägt an seinem oberen Ende einen Ausleger
8, der bei 9 in der Zeichenebene der Fig. 1 schwenkbar an dem Turm 6 gelagert ist.
Zur Anpassung der Länge des Auslegers 8 an den jeweiligen Abstand zwischen Drehpunkt
9 und Tunnelwand 10 besteht der Ausleger 8 aus einem Auslegerarm 11, der an seinem
vorderen Ende eine Gabel 12 zur Aufnahme weiter unten erläuterter Binrich--tungen
trägt, und einem Führungskörper 13, in welchem der Auslegerarm 11 längsverschieblich
gelager-t ist. Die Verschiebung des Auslegerarmes 11 oberhalb des Führungskörpers
13 erfolgt durch einen doppelseitig wirkenden Ilydraulikzylinder, dessen Kolbenstange
14 an dem Arm 8 und dessen Zylinder 15 an dem Führungskörper 13 oder umgekehrt befestigt
sind. Bei der gezeigten Ausführungsform ist der Führungskörper 13 bei 9 am oberen
Ende des Turmes 6 schwenkbar gelagert. Die Schwenkung des Auslegers 8 innerhalb
der Zeichenebene der Fig. 1 erfolgt mittels eines doppelt wirkenden Ilydraulikzylinders
16, der Wber eine Antriebskette 17 und- Kettenräder 18, 19 das für das Verschwenken
des Auslegers 8 erforderliche Drehmoment um den Drehpunkt 9 erzeugt. In Fig. 1 ist
strichliert eine zweite Schwenklage des Auslegers 8 angedeutet.
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An den vorderen freien Enden der Gabel 12 des Auslegerarmes 11 ist
eine rrrag- und Abrollvorrichtung für die als Rolle 2t vorliegende aufzubringende
Abdichtungsbahn angeordnet. Die Vorrichtung besteht aus jeweils an der Gabel 12
angelenkten Schwenkarmen 21, an deren vorderen freien Enden eine durch den Kern
der Rolle 20 zu steckende Tragstange 22 lösbar befestigt ist. Auf die Schwenkarme
21 wirken an der Gabel 12 befestigte Hydraulikzylinder 23, durch die die Schwenlrarme
21 mit der Rolle der Abdichtungsbahn 2o gegen die Tunnelwand 1o gedrückt werden.
Oberhalb der Drag- und Äbrollvorrichtung für die Rolle 20, d.h. im Bereich vor der
aufzubringenden Abdichtungsbahn, ist an der Gabel 12 ein an der Tunnelwand 1o anliegender
und entlanggleitender Taster 24 angeordnet. Der Taster 24 steht unter dem Druck
einer sich an der Gabel 12 oder einem ihrer Teile abstützenden Druckfeder 25, die
den Taster 24 gegen die Tunnelwand 10 drückt. Der Taster 24 ist das Steuerglied
oder ist mit dem nicht dargestellten Steuerglied eines ebenfalls nicht dargestellten
Regelventiles im Speisekreislauf des Hydraulikzylinders 14 mechanisch verbunden.
Die Anordnung ist so ausgelegt, daß zum Aufbringen der Abdich-tungsbahn durch kontinuierliche
Bewegung des Auslegers 8 gemäss Fig. 1 von unten nach oben an der Tunnelwand 10
entlang, wobei das kontinuierliche Verschwenken des Auslegers 8 über den Hydraulikzylinder
16 und die Kette 17 erfolgt, die aus gefahrene Länge des Auslegers 8 durch den Taster
24 und den durch diesen gesteuerten Hydraulikzylinder 14, 15 imner so eingestellt
ist, daß sich die Trag- und Abrollvorrichtung für die Bahnrolle 20 in unmittelbarer
Nähe der Tunnelwand 10 befindet.
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Unterhalb der Bahnrolle 20, d.h. in dem Bereich, in dem die Abdichtungsbahn
von dieser Rolle bereits an die Tunnelwand lo geleg-t worden ist, befinden sich
über die Breite der 13ahll
verteilte und über Schweiilrme 26 an
der Gabel 12 des Ahslegers 8 schwenkbar gelagerte Anpressrollen 27, die durch Hydraulikzylinder
28, die sich ebenfalls an der Gabel 12 abstützen, gegen die aufgebrachte Bahn gepresst
werden.
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Zwischen den Schenkeln der Gabel 12 des Auslegers 8 ist um die Achse
35 schwenkbar eine Arbeitsbühne 29 angeordnet. Bin weiterer Arbeitskasten 30, der
einem Arbeiter Platz bietet, ist bei 31 schwenkbar an der Gabel 12 aufgehängt und
stützt sich über Rollen 32 an der Tunnelwand 1o ab. Der Arbeitskasten 3o ist durch
einen Hydraulikzylinder 33 verschweS:bar, der vorzugsweise die Rollen 52 in Anlage
an der Tunnelwand 1o hält. Bei 34 ist ein am Führungskörper 13 befestigtes Gegengewicht
angedeutet.
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Die in der vorstehenden Beschreibung mit Hydraulikzylinder bezeichneten
Teile können ganz oder teilweise auch durch Pneumatik-Zylinder ersetzt sein. Ebenso
kann die Auslösung der Längsverstellung des Auslegers 8 über den Taster 24 anders
als hydralilisch, beispielsweise elektrisch oder pneumatisch, erfolgen. Auch können
die Verstellbewegungen des Auslegers 8 bzw. Turmes 6 durch andere als die erläuterten
hydraulischen Antriebe erfolgen.
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Ansprüche: