DE1921084C - Hydraulisch abbindendes Trockenmor telpulver - Google Patents
Hydraulisch abbindendes Trockenmor telpulverInfo
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Description
1. gasdichte und tragfähige Streckenbeglcitdämme
für ausgekohlte Abbaufelder herzustellen,
2. Hohl'äume zwischen Ausbau- und Ausbruchsqucrs hnitt in bergmännischen Grubenbauen zu
verfüllen.
3. einen flexiblen Spritzbclag in Wölbungen und Manschetten im Streckenumfang mit hoher
Festigkeit herzustellen,
4. ausreichend feste Überzüge auf Verschlagen als
Widerlager von Abschlußdämmen zur Einsparung von *u errichtenden Abschlußmauern herzustellen und
5. Gebirge zu verfestigen und Sickerwasser abzu- *5
dichten.
Zur Lösung dieser Aufgabe ist folgendes bekannt. In Querrichtung zu den Abbaustrecken befindefV sich
die Abbaufelder. Um den Ausbau der Abbaustrecken ao zu schonen, Selbstentzündung durch Schlechtwetterströme im Alten Mann zu verhüten und durch Vermeidung von Wcttervcrlusten durch den ausgekohlten
Raum klimatische Schwierigkeiten im Streb zu verhindern, werden zusätzlich parallel zu den Abbau- as
strecken zur Abstützung des Hangenden im bereits entkohlten Teil der Abbaufelder Holzpfeiler errichtet,
die dann mit Bergen verfüllt und gegebenenfalls zusätzlich abgedichtet werden. Die Holzpfeiler sollen
den Druck der Hangendschichten aufnehmen, während die Berge mit einer zusltzlichen Abdichtung zur
Vermeidung von Wetterverlusten dienen sollen, um so die Wetterführung in den Abbaustrecken zu verbessern. Die Holzpfeiler werden auf einer Breite von
etwa 3 m errichtet. Es kommt indes häufig vor, daß die Abbaustrecken nachträglich laufend wieder ausgebessert werden müssen; die Holzpfeiler können
den Gebirgsdruck nur ungenügend aufnehmen, da durch ungleichmäßige Druckaufnahme nur eine
punktförmige Belastung gegeben ist. Ferner ist die Gasabdichtung — jedenfalls ohne zusätzliche Maßnahmen — unzureichend, weil die locker zwischen
den Pfeilern eingebrachten Berge gasdurchlässig lind.
Hohlräume zwischen Ausbau- und Ausbruchquerschnitt werden in bergmännischen Grubenbauen nur
mit Handbergen verpackt Dadurch ergeben sich möglicherweise in Auskenehingen Methanansammhntgcn oder aber auf alle Fälle nicht bewetterte
Stellen·
Zum Herstellen einet flexiblen Spritzbelages in
Wölbungen und Manschetten im Streckenumfang mit hoher Festigkeit wird eine Zement-Gesteinsstaub
aufschlämmung mit gutem Erfolg angewendet, wo nur geringe Festigkeiten erforderlich sind. Wenn
indes höhere Festigkeiten nötig sind, verwendet man unter anderem Zementinörtelmischungen. Ein Nachteil dieser erhärteten Zementmörtelmischungen ist
ihre Sprödigkcit, so daß der Spritzbelag schon bei geringstem Druck abplatzt. Zum Abschluß ausgeraubter Abbaustrecken werden Dämme im Untertagebetrieb des Steinkohlenbergbaus in der Weise
hsrgetleUt, daß man in den ausgeraubten Strecken
am Dämmende und am Dammanfang Stützwände «richtet und den durch diese Wände gebildeten
Hohlraum zunächst mit Bergeversatz und dann mit efrwm pumpfähigen, aas praktisch reinem hochpitwentifem Kalksteinmehl, gegebenenfalls Zement
und Wasser bestehenden Brei anfüllt. Die Errichtung von Abschlußdimmen ist ein sehr aufwendiges und
lohnintensives Verfahren.
Für die Gebirgsverfestigung und Abdichtung von Sickerwasser wird eine Zementtrübe benutzt, die
mittels einer in einem abgedichteten Bohrloch befindlichen Sonde in das anstehende Gebirge gedrückt
wird. Durch Sickerwasser kommt es häufig vor, daß die Zementtrübe herausgewaschen wird und somit
der ganze Effekt nutzlos ist.
Es wurde überraschenderweise gefunden, daß sich zur Lösung der vorliegenden Erfindung zugrunde
liegenden Aufgabe unter Vermeidung der Nachteile der bekannten Verfahren ein hydraulisch abbindendes Trockenmörtelpulver folgender Zusammensetzung hervorragend eignet:
20,0 bis 65,0 Gewichtsprozent eines hydraulischen
0,2 bis 6,0 Gewichtsprozent Kaliumchlorid
(wasserfrei),
76,8 bis 30,0 Gewichtsprozent eines Kalkmergels
mit mindestens 5·/, Tonanteil,
3,0 bis 15,0 Gewichtsprozent eines schwach gebrannten Zementklinkers, vorzugsweise Lepolofenklinker mit einem
Litergewicht (bestimmt aus der Fraktion 5 bis 7 mm) von weniger als 1000 g/l, vorzugsweise 600 bis 800 g/l.
wobei allerdings eine restlose Entsäuerung des Rohmaterials gewährleistet sein muß.
Eine bevorzugte Zusammensetzung des hydraulischen Mörtels ist:
54,0 Gewichtsprozent Zementklinker,
40,0 Gewichtsprozent Kalkmergel mit mindestens
S Gewichtsprozent Ton,
1,0 Gewichtsprozent Kalziumchlorid (wasserfrei)
und
5,0 Gewichtsprozent schwach gebrannter Lepol·-
ofenklinker.
45
Die durch eine gemeinsame Vermahlung der vorstehend angegebenen Bestandteile entstehende homogene Mischung wird mittels einer Blasvorrichtung
trocken geblasen und in einer Mischdüse eine solche
so Menge Wasser zugedüst, daß ein plastischer Brei entsteht, der dann unter Druck gegen Widerlager
gespritzt werden kann. Die Menge zugesetzten Wassers liegt, bezogen auf die Mischung, zwischen
23,0 und 40,0 Gewichtsprozent; der bevorzugte
SS Wassergehalt liegt bei 27,5 Gewichtsprozent. Der
bekannte Zusatz von Kalziumchlorid zu hydraulischen Bindemitteln bewirkt neben der an sich nicht
erwünschten verflüssigenden Wirkung eine schnelle Anfangserhärtung. Um zu verhindern, daß wegen
βο der verflüssigenden Wirkung des Kalziumchlorids die
gegen Widerlager gespritzte Masse wegfließt, wird der Mischung schwach gebrannter Lepolofenklinker
zugesetzt. Der schwach gebrannte Lepolofenklinker bindet einen Teil des zugesetzten Wassers, womit
•s eine sofortige Versteifung der Maue eintritt. Diese
Masse ist dann nicht mehr fließfähig und klebt, vor allem auch wegen des vorliegenden Tons, an den
errichteten Widerlagern.
I 921
Eine Prüfung der Druckfestigkeit der erhärteten Masse bei verschiedenen Temperaturen nach 6 bis
28 Tagen ergab folgende Werte:
6 Stunden
24 Stunden
24 Stunden
3 Tage
28 Tage
28 Tage
20" C
3O0C
15 kp/cm1
80 bis 100 kp/cm1
etwa 160 kp/cm*
> 300 kp/cm·
20 kp/cm1
100 bis 125 kp/cm*
etwa 160 kp/cm*
£ 300 kp/cm*
Die Versuchsergebnisse zeigen, daB bei einer höheren Temperatur zunächst höhere Festigkeiten
erreicht werden.
Durch eine Erhöhung der Menge Zementklinkrranteil auf Kosten de» Kal'>Tiergels werden höhere
Festigkeiten erreicht; aber aann muß ein Kalkmergel mit einem verhältnismäßig hohen Gehalt an Ton
verwendet werden, um Gasdichtigkeit des Abschlußdammes od. dgl. zu erzielen.
Die Verwendung des erfindungsgemäßen Gemisches hat den großen Vorteil, daß man stark benutzte
Strecken im Untertagebetrieb entlasten kann, indem man über größere Entfernungen das Gemisch in »5
Rohrleitungen bläst
Mit Hilfe des «rf. uungsgemäßen Gemisches lassen
sich parallel zu den Abbaustrecken gasdichte und tragfähige Streckenbegleitdämme errichten, indem
man diese Mischung gegen Widerlager, z. B. einen Holzverschlag oder eine Wettertuchabsperrung spritzt
und so den Begleitdamm kontinuierlich aufbaut. Die erzielten Druckfestigkeiten nach 24 Stunden liegen
über den Festigkeiten der Holzstöße. Gleichzeitig ist im Gegensatz zu dem bekannten Verfahren Gasdichtigkeit
gewährleistet.
Mit der erfindungsgemäßen Mischung können Hohlräume zwischen Ausbau· und Ausbruchquerschnitt
gasdicht verfallt und Ausspritzungen von Wölbungen und Manschetten von hoher Festigkeit
aber auch von großer Flexibilitit durchgeführt werden.
Weiterhin lassen sich mit der ernndungsgemäßen Mischung an Stelle von gemauerten Winden am
Anfang und am EmIe von Atxchlufidimmen ausreichend feste Widerlager errichten, indem man die
Mischung in ausreichender Stärke auf Verschlage spritzt und nach Erhärtung den Hohlraum gasdicht
mit einer wäßrigen Aufschlämmung von Gesteinsstaub und Zement verfüllen kann. Man spart also
die lohnintensive und aufwendige Arbeit zur Errichtung von Abschlußmauern.
Die erfindungsgemäße Mischung eignet sich sehr gut zum Verfestigen von Gebirge und zum Abdichten
von Sickerwasser, weil der im Kalkmergel enthaltende Ton in die feinsten Kapillaren eindringen und durch
das Quellen des Tones Verstopfungen und außerdem hohe Festigkeiten erzielt werden.
Claims (2)
1. Hydraulisch abbindendes Trockenmörtelpulver, gekennzeichnet durch seine
Zusammensetzung aus:
20,0 bis 65,0 Gewichtsprozent eines hydraulischen Bindemittels,
0,2 bis 6,0 Gewichtsprozent Kalziumchlorid ^wasserfrei),
76,8 bis 30,0 Gewichtsprozent eines Kalkmcrgels
mit mindestens 5*/, Tonanteil,
3,0 bis 15,0 Gewichtsprozent eines schwach gebrannten Zementklinkers, vorzugsweise Lepolofenklinker mit einem Litergewicht (bestimmt aus der Fraktion S bis 7 mm) von weniger als 1000 g/l, vorzugsweise 600 bis 800 g/l, wobei allerdings eine restlose Entsäuerung des Rohmaterials gewährleistet sein muß.
3,0 bis 15,0 Gewichtsprozent eines schwach gebrannten Zementklinkers, vorzugsweise Lepolofenklinker mit einem Litergewicht (bestimmt aus der Fraktion S bis 7 mm) von weniger als 1000 g/l, vorzugsweise 600 bis 800 g/l, wobei allerdings eine restlose Entsäuerung des Rohmaterials gewährleistet sein muß.
2. Hydraulischer Mörtel nach Anspruch I, gekennzeichnet
durch einen Gehalt an:
54,0 Gewichtsprozent Zementklinker.
40,0 Gewichtsprozent Kalkmergel mit mindestens S Gewichtsprozent Ton.
1,0 Gewichtsprozent Katziumchlorid (wasserfrei) und
S1O Gewichtsprozent schwach gebrannter
Lepolofenklinker.
Family
ID=
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE3209267A1 (de) * | 1982-03-13 | 1983-09-29 | Gebr. Knauf Westdeutsche Gipswerke, 8715 Iphofen | Bergbaumoertel zur streckensicherung |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE3209267A1 (de) * | 1982-03-13 | 1983-09-29 | Gebr. Knauf Westdeutsche Gipswerke, 8715 Iphofen | Bergbaumoertel zur streckensicherung |
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