DE1914955C - Verfahren zum Vernetzen hydrophiler Kolloide - Google Patents
Verfahren zum Vernetzen hydrophiler KolloideInfo
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Description
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Vernetzen hydrophiler Kolloide, welche Hydroxyl-,
Sulfhydryl-, Amino- oder Iminogruppen enthalten, mittels organischer Vernetzungsmittel, die mindestens
zwei mit dem Kolloid reaktionsfähige Gruppen enthalten, wovon mindestens eine ein Halogenatom
darstellt.
Aus der deutschen Patentschrift 1 113 807 ist ein
Verfahren zum Härten von Gelatineschichten bekannt, worin Substanzen als Härtungsmittel verwendet werden,
die mindestens zwei Chlorhydringruppen enthalten, bei denen die Hydroxylgruppe und das
Halogenatom an benachbarte Kohlenstoffatome gebunden sind, gegebenenfalls zusammen mit anderen
Häriungsmitteln und/oder Beschleunigern.
Aus der USA.-Patentschrift 2 983 611 sind Diaziridinyl-azine
als Härtungsmittel für Gelatine bekannt. Sie können auch in Gegenwart von sich in der Emulsion
befindlichen Stabilisatoten angewendet werden. Bei diesen Stabilisatoren handelt es sich um tertiäre,
jedoch nicht basische Stickstoffverbindungen, so daß sie keine Beschleunigung der Vernetzung bewirken.
Das erfindungsgemäße Verfahren zum Vernetzen hydrophiler Kolloide, welche Hydroxyl-, Sulfhydryl-,
Amino- oder Iminogruppen enthalten, mittels organischer
Vernetzungsmittel, die mindestens zwei mit dem Kolloid reaktionsfähige Gruppen enthalten,
wovon mindestens eine ein Halogenatom darstellt, ist dadurch gekennzeichnet, daß die Vernetzung in
Gegenwart einer basischen tertiären Stickstoffverbindung oder deren Salz ausgeführt wird.
Nach diesem Verfahren können die verschiedensten hydrophilen Kolloide vernetzt werden, sofern sie mit
den halogenhaltigen Vernetzungsmittel) zu reagieren vermögen. Das Verfahren eignet sich besonders gut
zum Vernetzen von Gelatine, aber auch von Gelatinederivaten,
wobei in erster Linie Gelatine für photographische Anwendung zu erwähnen ist. Es können
aber auch andere wäßrige Kolloide wie Polyvinylalkohol oder Alginate vernetzt werden. Auch können
der Gelatine andere natürliche oder synthetische, zur Bildung wäßrig-kolloidaler Lösungen befähigte Polymere,
wie Copolymerisate aus Acrylsäure. Acrylamiden. Acrylnitril. Acrylestcrn. Essigsäurevinylester.
Vinylpyridin und oder Vinylpyrrolidon sowicÄthyleniminen. zugesetzt werden. Somit sind beim vorliegenden
Verfahren solche mit den halogenhaltigen Vernetzungsmilteln reaktionsfähige organische Stoffe zu
verwenden, welche in wäßrigem Medium kolloidale Lösungen zu bilden vermögen oder unter Wasseraufnahme
quellbar sind.
Damit die als Vernetzungsmittel benutzten Verbindungen ihren Zweck erfüllen können, sollen sie
mindestens zwei reaktionsfähige Gruppen im Molekül enthalten, wovon mindestens eine ein Halogenatom
aufweist, vorzugsweise ein Chlor- oder Bromatom. Bevorzugt sind daher Verbindungen mit Halogenatomen,
welche an einer aktivierten Stelle des Moleküls stehen und beispielsweise an ein Kohlenstoffatom
gebunden sind. Die Vernetzungsmittel sollen sich im Temperaturbereich von 10 bis 80° C. insbesondere von
20 bis 60" C, mit den vernetzbaren Gruppen der wäßrigen Kolloide umsetzen lassen.
Gut brauchbare Vernetzungsmittel sind beispielsweise Verbindungen, die mindestens einen aus 3 bis
4 Kohlenstoffatomen und 3 bis 2 Stickstoffatomen gebildeten sechsgliedrigen heterocyclischen Ring
aromalischen Charakters und mindestens ein an ein Kohlenstoffatom dieses Ringes gebundenes Halogenatom,
vorzugsweise mindestens zwei solche Halogenatomen, und gegebenenfalls noch weitere Substituenten
enthalten. Besonders zu erwähnen sind hierbei Halogen-1,3,5-triazinverbindungen,
Halogenpyrimidinverbindungen, Halogenchinoxalinverbindungen und HaIogenchinazolinverbindungen,
insbesondere die Dihalogenverbindungen der Formel ·
oder Verbindungen, die z. B. ein Ringskelett der Formeln
c-
C
C
aufweisen, wobei X ein Bromatom oder vorzugsweise ein Chloratom und R ein Was. erstoITatorn oder einen
durch ein Kohlenstoffatom. Sauerstoffatom, Schwefelatom oder Stickstoffatom an den heterocyclischen
Ring gebundenen organischen Rest oder eine an den
heterocyclischen Ring gebundene Hydroxylgruppe oder primäre Aminogruppc bedeuten.
Im allgemeinen empfiehlt es sich. Vernetzungsmittel anzuwenden, die eine ausreichende Wasserlöslichkeit
besitzen, so daß sie den zu härtenden Stoffen als wäßrige Lösungen zugeführt ν erden können. Demgemäß
können die Verbindungen der Formeln (I), (2) and (3) saure wasserlöslichmachendc Gruppen wie
CarbonsäiiiCgruppen oder insbesondere Sulfonsäurcgruppen
enthalten, die vorzugsweise an Benzol- oder
Naphthalinrcste gebunden sind. Weiterhin ist zu bemerken, daß der Rest R dieser Verbindungen z. B.
ein aliphatischen aromatischer oder heteroeyclischer Rest sein kann, vorzugsweise ein unsubstituierter oder
mit Halogenatomen. Alkylgruppcn. Alkoxygruppen.
Aryloxygruppen.Aralkoxy.Aralkylgruppen, Hydroxylgruppen,
Carbalkoxygruppcn, Alkenylgruppen, sekundären oder tertiären Aminogruppen oder den schon
erwähnten sauren wasserlöslichmachenden Gruppen substituierter, direkt oder über ein Sauerstoff-,
Schwefel- oder Stickstoffatom an den heterocyclischen Rest gebundener Alkyl-, Cycloalkyl-, Benzol- oder
Naphthalinrcst.
Weiterhin eignen sich für das vorliegende Verfahren Vernetzungsmittel, die mindestens einen über ein
Sauerstoff- oder Stickstoffatom, eine Methylen-, Carbonyl- oder Sulfonylgruppc gebundenen, gegebenenfalls
ungesättigten aliphatischen Kohlenwasserstoffrest mit höchstens 3 Kohlenstoffatomen enthalten.
9i4955
ier mindestens ein itn das η- oder /-(-ständige Kohlen-,ioffiitom
gebundenes Brom- oder vorzugsweise Chlorltorn
aufweist. Dieser Rest kann ζ. Β. ein gegebenenfalls nit einer Methylgruppe oder mit weiteren Halogeniiomen
substituierter Halogenmethylrest sein, z. B. ■ine Chloracetylgruppe, oder ein entsprechender HaIoleiiathyirest
wie
— CO — CH2 — CH2 — Cl
-CO-CHCl-CH2Cl
:..Jer
-CO-CHBr-CH2Br
Jcr auch ein entsprechender Äthylenrest wie
-CO-CBr = CH2
■:Ordern kommen auch Vernetzungsmittel der ange-
■nen Art in Betracht, die als über ein Sauerstoff-
:.r Stickstoffatom gebundene Kohlenwasserstoff-■
ic /{-Halogenäthylreste enthalten, wie
-NH-CH2-CH2-CI
-NlCH2-CH2-Cl)2
1 -'scr
1 -'scr
— 0-CH2-CH2-Cl
/ahlreiche halogenhaltig Vernetzungsmittel sind .in sich bekannt, und weitere können nach üblichen
Methoden hergestellt werden.
Beispielsweise eignen sich für das vorliegende Verfahren die Umsetzungsprodukte von Halogeniria/.incn
oder Halogenpyrimidinen. vorzugsweise der chlorverbindungen wie Cyanurchlorid, mit aliphatischen
oder aromatischen Aminen. Hydroxycarbonsäuren oder Carbonsäuren, mit niedrigen aliphatischen
Alkoholen, mit Ammoniak oder Wasser oder auch mit Gelatine selbst. Mit Vorteil werden solche Umset/ungsprodukte
gewählt, welche noch zwei reaktionsfähige Chloratomc am Triazin- oder Pyrimidinring
enthalten. Besonders erwähnt seien die Verbindungen der Formel
Cl
25
C — R
14)
Cl
worin R einen der folgenden Reste bedeutet:
worin R einen der folgenden Reste bedeutet:
— HN —<f y— SOjNa
MN
-- HN
COOH
SO3K
-HN-CH2
,CH3-H3Cv
-NH1 —N
1^CH1-H1C
Weiterhin eignen sich I^-Dichlorchinazolin-o-carbonsäurechlorid
und Umsetzungsprodukte aus Gelatine und Cyanurchlorid oder !,^-Dichlor-o-phenylamino-l,3,5-triazin-4'-sulfonsäure.
Zu erwähnen sind weiterhin Vernetzungsmittel, die mindestens eine Halogenvinylgruppe enthalten, 2. B.
Verbindungen, die mindestens eine saure wasserlöslichmachende Gruppe und mindestens einen
n,/i'-äthy!enisch ungesättigten u-Halogencarbonsäureamidrest
enthalten.
Außerdem sind zu erwähnen Verbindungen der Formel
— HN — CH, — CH2 — OH — ONa
HN-C-R1
■ = S = O (5)
HN — C — R2
O
O
worin R1 und R2 je einen durch ein Heteroatom (O. N)
an die — CO —-Gruppe gebundenen, mit bewegliche Wasserstoffatome enthaltenden Verbindungen unter
Bildung von homoopolcrn Bindungen reaktionsfähigen
Rest bedeutet, wobei mindestens einer der Reste R1 und R2 ein reaktionsfähiges Halogenatom
aufweist.
Als Verbindungen, welche «-Halogen-methyl-carbonylreste
enthalten, können z. B. genannt werden: Dibrom-diacetyl und die Umsetzungsprodukte von
Ciiloracetylchlorid, u./i-Dichlor- oder «./f-Dibrompropionsäurechlorid
mit aliphatischen und aromatischen Diaminen. Die Umsetzungsprodukte können gegebenenfalls auch saure wasscrlöslichmachende
Gruppen enthalten.
Auch Umsctzungsprodukte aus Acylisocyanaten. beispielsweise aus Chloracetylisocyanat, mit Amino-
so hydroxyalkancn, Diaminoalkanen oder Dihydroxyalkancn
kommen in Frage. Andererseits eignen sich die Umsctzungsprodukte von Chloracetylisocyanat
mit geeigneten Reaktionspartnern, wie Acrylsäureamid. Glycidol, Äthylcnimin, Bis-^-chloräthylamin
oder //-Chloräthanol, sowie mit hydroxy- und aminogruppcnhaltigen
Polymeren für das vorgeschlagene Verfahren.
Wird an Stelle von Chloracetylchlorid oder -isocyanat
/i-Chlorpropionylchlorid oder -isocyanat ver-
fio wendet, so erhält man völlig analoge Produkte, welche,
wie ähnliche /i-Halogenäthylcarbonylreste enthaltende
Verbindungen, für das vorliegende Verfahren geeignet sind.
Insbesondere zu erwähnen sind Verbindungen der Formel
R—C-NH — C-X (6)
— O- CH, -0-C2H5
-- C2H,
worin R einen Rest der Zusammensetzung
H2CY — CH1 — oder H2CY — HCY —
(wobei Y ein Chlor- oder Bromatom darstellt) und X einen durch ein Heteroatom an die — CO —-Gruppe
gebundenen, mit bewegliche Wasserstoffatome enthaltenden Verbindungen reaktionsfähigen Rest bedeuten.
Die einzelnen reaktiven Gruppen können einmal oder mehrfach im Molekül des Vernetzungsmittel
vorkommen. Enthält dieses nur ein einziges reaktionsfähiges Halogenatom, so muß mindestens eine zweite
mit dem Kolloid reaktionsfähige Gruppe vorhanden sein, z. B. eine Acryl-, Vinylsulfonyl-, Aldehyd-, Epoxy-,
Äthylenimin- oder Anhydringruppe. Ferner können
auch zwei oder mehr als zwei verschiedene halogenhiiltigc
Gruppen vorliegen. Im allgemeinen genügt es. wenn ein Vernetzungsmittel zwei -eaktive Gruppierungen
enthält. Aber auch polymere Vernetzungsmittel können beim vorliegenden Verfahren angewendet
werden.
Als basische, tertiäre Stickstoffverbindungen oder auch deren Salze, die beim vorliegenden Verfahren
benötigt werden, können zweckmäßig solche verwendet werden, welche mindestens ein Stickstoffatom
aufweisen, das an Alkyl- oder Cycloalkylreste oder einen Aralkyl- oder Arylrest oder an ein gegebenenfalls
mit niedrigen Alkylresten substituiertes weiteres Stickstoffatom
gebunden ist oder das einem Ring mit aromatischem Charakter angehört. Es kommen somit
Amine. Alkylhydrazine und Verbindungen mit Ringstickstoff der angegebenen Art in Betracht. Die basische
Stickstoffverbindung kann beispielsweise ein Stickstoffatom enthalten, das an zwei Kohlensloffatomc
gebunden ist und zusammen mit diesen einen Teil eines mindestens fünfgliedrigcn, z. B. fünf- oder sechsgliedrigen,
Ringes bildet, der als weitere Ringglieder auch Sauerstoff-, Schwefel- oder zusätzliche Stickstoffatome
enthalten kann. Die basischen Stickstoffverbindungen können als weitere Substituenlcn Alkylgruppcn,
wie Methyl oder Äthyl, Alkoxygruppcn wie Mcthoxy oder Äthoxy, oder gegebenenfalls mit AlKylgruppcn
substituierte Amino- oder Hydroxygruppen tragen, wobei die Alkylgruppcn allgemein 1 bis
5 Kohlenstoffalume enthalten. Bevorzugt sind beispielsweise
Verbindungen der Formel
durch I bis 2 niedrigmolekularc Alkylgruppe weitersubstituierte
Aminogruppe und Y eine —CH1—,
— O—, — NH- oder
AlkyK
worin R1 und R2 gegebenenfalls wcilersubstiluicrte
nicdrigmolckularcAlkylrcstc oiler Cycloalkylreste und
R, einen gegebenenfalls wcilcrsubstituicrlen niedrigmolekularen
Alkylrcst oder eine Aminogruppe bedeuten, wobei R1 und R2 zusammen mit dem Stickstoffatom
oder R1, R2 und R, zusammen mit dem Stickstoffatom
ein hcterocyclischcs Ringsystem bilden können. Cyclische Verbindungen dieser Art entsprechen
beispielsweise der Formel
/CH2 - H2Cx
R, -N "(Y)11-, (8)
x CH, — H2C/
worin R-1 ein Wasscrsloffalom, eine primäre oder
N-Brücke
bedeutet, wobei R+
sein darf, wenn Y
sein darf, wenn Y
nur dann ein Wasserstoffatom
— N —
Alkyl
ist, und η gleich 1 oder 2 ist.
Im einzelnen seien folgende Stickstoffverbindungen erwähnt:
Trimethylamin.
Triälhylamin.
N-Äthyl-N-di-isopropylamin,
Dimethyl-dodecylamin.
Dimethyl-dodecylamin.
p-Dibenzylaminobenzaldehyd,
N-Methyl-N-di-äthylamin,
1.5-Diaza-bicyclo-(4.3,0)-5-noncn,
N-Methy !pyrrolidin.
N-Methylpiperazin.
N-Methylpiperazin.
N-Methylmorpholin,
Dimethyläthanolamin,
N-Methyl-N-äthyl-äthanolamin,
Methyl-diäthanolamin.
-i0 n-Picolin.
-i0 n-Picolin.
Chinaldin.
N.N-Diäthylhydrazin.
N.N-Di-(/i-'hydroxyäthyI)-hydrazin,
sowie folgende weitere Hydrazine erbindungen:
N-Aminopyrrolidon,
N-Aminopiperazin.
N-Aminomorpholin.
Die basischen organischen Stickstoffverbindungen können demnach nicht nur e;n, sondern auch mehr als
ein Stickstoffatom im Molekül enthalten. Sie brauchen nicht flüchtig zu sein, und der Siedepunkt der Stickstoffverbindungen
unter Normaldruck kann auch höher als 125 C liegen. Sogar hochmolekulare Verbindungen
kommen in Betracht. Die Stickstoffverbindungen können, in passenden Lösungsmitteln, z. B.
in Wasser, in mit Wasser mischbaren oder nicht mischbaren Lösungsmitteln gelöst, dem wäßrigen
Kolloid zugesetzt werden. Gegebenenfalls sind die Lösungen in an sich bekannter Weise im Kolloid in
feindisperse gleichmäßige Verteilung zu bringen.
Auch die Anwendung diffusionsfester Amine, z. B. solcher mit hohem Molekulargewicht oder sehi
langen rtlkylkettcn. kann zur Erzielung eines differenzierten
Härtungseffektes in verschiedenen Schichten vorteilhaft sein. Dadurch kann eine sonst sehr langsam
und schwer härtbare Schichi rasch in den gleichen Härtungszustand gebracht werden wie eine benachharte
no-mal härtbare Schicht. Dies kommt z. B.
bei der Anwendung bestimmter Emulsionszusätze, wie gewisser Farbkuppler oder Weichmacher, vor.
Im allgemeinen ist es aber vorteilhaft, den wäßrigen Kolloiden, insbesondere den zur Bildung von photographischen
Materialien bestimmten Gelatinczubereitiingcn. solche Stickstoffverbindungen zuzusetzen,
welche höchstens schwach gefärbt und genügend wasserlöslich sind, damit sie nicht sichtbar in der
Schicht ausfallen oder kristallisieren. Hierfür besonders
geeignet sind z. B. niedere Alkylaminc wie Triäthylamin,
N-Methylmorpholin. 1,4-Diaza-bicyclo-(2,2,2)-octan
und auch Hydrazine wie z. B. N.N-Dimethylhydrazin. F.s können auch verschiedene Stickstoffverbindungen
für das gleiche Kolloid in Kombination miteinander zur Anwendung gelangen.
Die Stickstoffverbindungen können auch in Form ihrer Salze mit Säuren, z. B. Carbonsäuren mit
höchstens 6 Kohlenstoffatomen, wie Oxalsäure und Citronensäure oder Mineralsäuren, wie Halogenwasserstoffsäuren,
Schwefelsäure und Salpetersäure. zur Anwendung gebracht werden. Diese Salze können
in isolierter Form der Lösung des Kolloids zugesetzt werden oder durch Auflösen des tertiären Amins und
Zusatz einer entsprechenden Menge Säure in Lösung gebildet werden. Weiter kommen auch Stickstoffverbindungen
in Betracht, die neben dem tertiären Stickstoffatom auch noch ein oder mehrere quaternäre
Stickstoffatome aufweisen, die mit üblichen Quaternierungsmitteln.
wie Alkylhalogenide. Benz.ylhalogenide. Äthylenhalogenhydrine. Epihalogenhydrine.
Halogenacetamide oder Cyanurchloride. oder wie Alkylsulfonate oder Toluolsulfonsäureester. hergestellt
werden.
Die basischen Stickstoffverbindungen und ihre Sal/e können gleichzeitig beim Auftragen in der
gleichen Schicht oder in einer Nachbarschicht, unter Umständen gleichzeitig oder unmittelbar aufeinanderfolgend,
angewendet werden Sie können auch erst später durch Wiederbefeuchten des Materials mit
einer Lösung des Amins, ζ B durch ein Tauch- oder
Aufsprühverfahren (Hierdurch Bedampfen.dem Material
zugeführt werden
In bezug auf das Mengenverhältnis zwischen Vernetzungsmittel
und basischer Stickstoffverbindung ist festzustellen, daß die Anwendung stöchiometrischer
Mengen Amin keineswegs erforderlich ist. Es ist im
(iegenteil meistens vorteilhaft, eine wesentlich geringere
Menge Stickstoffverbindung anzuwenden, als die der gegebenen Menge des halogenhaltigen Vernetzungsmittels
äquivalente Menge So kann die Menge der organischen Stickstoffverbindung z. B. höchstens
20 Gewichtsprozente und vorzugsweise 0.05 bis 10 Gewichtsprozent
der Menge des Vernctzungsmitte's betragen Ohne Einfluß auf das Ergebnis ist im allgemeinen,
ob die basische Stickstoffverbindung zuerst und dann das Vernetzungsmittel dem Kolloid zueeführt
werden oder ob man umgekehrt verfahrt.
Das vorliegende Verfahren eignet sich besonocrs
gut zum Vernetzen unter sauren bis höchstens schwach
alkalischen Bedingungen, ζ B. in der Weise, daß der
pH-Wert des wasserhaltigen Kolloides während der Vernetzung höchstens "7.5. beispielsweise höchstens 6
beträgt.
Für die Ausführung des Verfahrens bestehen verschiedene Möglichkeiten, von denen nachstehend
einige besonders wichtige umschrieben werden:
1. Dem wäßrigen Kolloid werden gleichzeitig das
Vernetzungsmittel und die Stickstoffverbindung zugeführt.
2. Dem wäßrigen Kolloid wird zuerst das Vernetzungsmittel und dann die Stickstoffverbindung
zugeführt.
3. Dem wäßrigen Kolloid wird zuerst die Stickstoffverbindung
und dann das Vernetzungsmittel zugeführt.
4. Man arbeitet nach 2. wobei die Stickstoffverbindung ersi unmittelbar vor der Herstellung der
Schicht dem wäßrigen Kolloid zugeführt wird.
5. Man arbeitet nach .1. wobei das Vernetzungsmittel erst unmittelbar vor der Herstellung der Schicht
dem wäßrigen Kolloid zugeführt wird.
6. Man arbeitel nach 2. wobei die Stickstoffverbindung
der Schicht des wiißrigen Kolloides, die das Vernetzungsmittel enthält, zugeführt wird.
ίο 7. Man arbeitet nach .1. wobei das Vernetzungsmittel
der Schicht des wäßrigen Kolloides, die die Stickstoffverbindung enthält, zugeführt wird.
8. Die Vernetzung erfolgt in Mehrschichten materialien, wobei das Vernetzungsmittel und die
8. Die Vernetzung erfolgt in Mehrschichten materialien, wobei das Vernetzungsmittel und die
■ 5 Stickstoffverbindung anfänglich in verschiedenen
Schichten vorhanden sind.
Somit kann der beim vorliegenden Verfahren erzielte Effekt der Vernetzungsbeschleunigung in sehr
ίο verschiedenartiger Weise verwirklicht werden. Nach
2 und 3 kann man das wäßrige Kolloid erst mit einem der beiden Zusätze, z. B. der für sich allein unwirksamen
Stickstoffverbindung, einige Minuten bis mehrere Stunden stehenlassen und den anderen
Zw»tz dann erst beifügen, wenn die eigentliche Auslösung
des Vernetzungsvorganges unmittelbar danach erwünscht ist Auch beide Stoffe können gemäß I erst
in diesem Zeitpunkt zugesetzt werden, entweder auf einmal, z. B zum Kolloid im Vorratsgefäß. oder
u> kontinuierlich. 1. B. in den Strom der ausfließenden
Kolloidzubereitung in wohlabgestimmter Dosierung. Für die Herstellung photographischcr Materialien
kann ein derartiges Zudosieren, ζ B. im Zufluß zu
einer Gießschale oder einer Dosiergießanlage. wie sie
in der USA-Patentschrift 2 7M 418 beschrieben ist.
sehr nützlich sein Nach 8 kann man beim Herstellen von Materialien mit mehreren Schichten entweder
nacheinander oder gleichzeitig erst eine Schicht mit dem Vernetzungsmittel und dann die darübcrliegcnde
Schicht mit der Stickstoffverbindung aufbringen, wesentlich ist dabei, daß mindestens em:r der beiden
Stoffe innerhalb des Schicht Verbandes diffundieren kann Natürlich kann man auch umgekehrt vorgehen.
d. h. zuerst die Schicht mit der Stickstoffverbindung vergießen und dann die Schicht mit dem Vernetzungsmittel.
Weiterhin kann man schichteigene Vernetzungseffekte erzeugen, z. B eine Schicht mehr als die andere
härten, wenn der eine der beiden Stoffe diffusionsfost
ist. Beide Stoffe können auch vor dem Zusammenbringen getrennt in zwei verschiedenen Kolloidzubereitungen
vorliegen und dann im gewünschten Zeitpunkt zusammengegossen «erden. Die Vernetzuncsmittel
und die Stickstoffverbindungen können ir festem Zustand oder als Lösung dem Kolloid zusegeben
werden. Auch eine Begasung von bereits ausgebreiteten Schichten mit flüchtigen Stickstoffbasen wit
Trimethylamin kommt in Betracht, in allen Fällen isi
jedoch auf eine genügende Verteilung beider Stoffe irr
ίο Kolloid zu achten. Diese kann durch eine ausreichend!
Wasserlöslichkeit schon weitgehend gewährleistet sein Wie erwähnt, ist es vorteilhaft, verhältnismäßig ge
ringe Mengen an Stickstoffverbindung anzuwenden so daß im Augenblick des Zusatzes keine merklich«:
oder doch keine schädliche Änderung der Temperatur der Viskosität, der Konzentration und insbesondere
des pH-Wertes eintritt. Erst die Vernet7rungsreaktioT selbst soll zu solchen Änderungen führen. Durch dii
kombinierte Anwendung von basischen Stickstoffverbindungen
und Vernetzungsmittel!! wird über einen weiten pH-Bereich, im allgemeinen von 3.5 bis II. insbesondere
von 4 bis 7.5. eine wesentliche Härtungsbeschleunigung erzielt. Dabei ist die härUingsbesci'ileunigende
Wirkung vom herrschenden pH-Wert des Kolloidmediums weitgehend unabhängig. Der
pH-Wert kann also den Notwendigkeiten des gerade
vorliegenden photographischen Systems angepaßt werden, ohne daß eine Beeinträchtigung des Härtungsvorganges zu befürchten ist. Praktisch ist der Vorteil
des vorliegenden Verfahrens vor allem darin zu erblicken, daß bei der Verwendung von Vernetzungsmitteln der angegebenen Art, ohne daß hierbei Nachteile in der Verarbeitung und den Eigenschaften des
Materials in Kauf genommen werden müssen, durch die Einwirkung der basischen Stickstoffverbindung
entweder der gleiche Härtungszustand rascher oder ein höherer Härtungszustand in der gleichen Zeit erreicht wird.
Mm stellt eine 6%ige Gelatinelösung in Wasser
auf übliche Weise bei 40' C her. desgleichen eine I%ijte Lösung des Natriumsalzes der 2,4-Dichlor-6 - phenylamino - 1.3.5 - triazin - 4' - sulfonsäure (Vernetzungsmittel. Härter) und eine l%ige Lösung von
;,4-I>iaza-bicyclo-(2.2,2)-octan (Amin) in Wasser bei
25 T.
Man mischt in der angegebenen Reihenfolge 100 ml der 6%igen Gelatinelösung mit 20 ml der l%igen
Härterlösung und 0 bis 2 ml der Lösung des Dia/abicyclo-octans bei 40' C. gießt 10 ml davon auf eine
substrierte Glasplatte von 13 χ 18 cm. läßt diese
2 Stunden bei 32 C trocknen und lagert die Glasplatte noch :!4 Stunden bei 20 bis 22 C und 50 bis 55%
Luftfeuchtigkeit Die ursprüngliche Lösung hält man so lange bei 40 C. bis sie klumpig erstarrt und mit
einem Glasstab nicht mehr gerührt werden kann. Dieser Punkt soll mit »fest« bezeichnet werden. In
einem Fall wurde der pH-Wert mit 0.4 g Citronensäure auf 6 gestellt.
Die Schmelzpunkte werden durch Eintauchen in ein durch Rühren bewegtes Wasserbad unter sukzessivem Aufheizen von Raumtemperatur bis zum
Siedepunkt bestimmt. Als Schmelzpunkt gilt diejenige Temperatur, bei welcher sich die Crelatineschicht
durch Auflösen von der Unterlage ablöst. Die Ergeb nisse einer so ausgeführten Vernetzung sind in der
Tabelle I festgehalten.
| ■ Aminlösung | Tabelle I | flüssig | : Guß | |
| . fest | : Schmelz | |||
| . fest | punkt | |||
| Nr | ml | Lösung | . fest | in C |
| O | . fest | n.icti | ||
| 0.5 | 24 Stunden | |||
| 1 | • 85 | |||
| I.I | -) | : > 95 | ||
| 1.2 | Konnten? | ; >95 | ||
| 1.3 | 0.4 2 | >95 | ||
| 1.4 | Citronen | >95 | ||
| 1.5 | säure. | nach 24 Std. | ||
| pH 6 | nach SO Min | |||
| nach 40 Min | ||||
| nach 15 Min | ||||
| nach 60 Min | ||||
Man verwendet eine auf gleiche Weise wie Beispiel I hergestellte 6%ige Gelatine- und l%ige Härterlösung,
außerdem eine analog wie im Beispiel 1 hergestellte Lösung von Diaza-bicyclo-octan (Amin) in Wasser.
Zuerst werden 33 ml 6%igc Gelatinelösung und ml l%ige Härterlösung bei 40"C gemischt und
dann 0 bis 20 ml der 0;05%igen Aminlösung zugesetzt,
ίο Man füllt dann auf 100 ml mit Wasser auf. Eine solche
Lösung enthält auf 100 g Gelatine 5 g Härtungsmittel und auf 100 g Härtungsmittel 0 bis 10 g Amin. Sofort
nach dem Zusatz der Aminlösung werden, wie im Beispiel 1 beschrieben, 10 ml auf eine Glasplatte gegossen,
is getrocknet und der Schmelzpunkt bestimmt.
Die restliche Lösung wird bei 4O0C gehalten und
der pH-Wert am Anfang, nach 2 und 18 Stunden aiii
übliche Weise bestimmt. Die erhaltenen Ergebnisse sind in der Tabelle II festgehalten.
Nr.
2.1
2.2
2.3
2.4
2.5
2.6
2.2
2.3
2.4
2.5
2.6
Aminlösung
ml
1.25
2.5
5.0
10,0
20.0
| Tabelle I | 0 | I | Lösung | 18 | Stunden | 4.4 | Schmelzpunkt | IH | Stunden | >95 |
| pH nach | 4.7 | 4.3 | in C nach | 42 | >l>5 | |||||
| 4.8 | 2 | 4.6 | 4.3 | 2 | 80 | >95 | ||||
| 4.8 | 4.6 | 4.2 | 90 | >95 | ||||||
| 4.8 | 4.4 | 4,2 | 95 | >95 | ||||||
| 4.8 | 4.3 | 4.2 | >95 | >95 >95 | ||||||
| 4.8 | 4.2 | I 3 | ||||||||
| 4.8 | spie | |||||||||
| Be |
Es werden die gleichen Lösungen und das gleich Verfahren wie im Beispiel 2 verwendet.
Auf 33 ml 6%ige Gelatinelösung werden 5 ml I %iü
Härterlösung und 0 bis 5 ml Aminlösung verwende Ergebnisse: s. Tabelle III.
Nr
3.1
3.4
r ι
Aminlösung
m!
0
0
0.3025
1.25
5.0
Lösung
pH nach
Stunden
Guß
5.1
5 j
5.1
5.1
5.0 4.9 4.S 4.8
36
60 95
B e i s ρ i e i 4
Es werden die gleichen Lösungen und das sleic
Verfahren wie im Beispiel 2 verwendet. Auf 33 ml Gelatinelösung werden 10 ml Hart·.
lösung und 5 ml Aminlösung verwendet.
Die pH-Eirstellung erfolgt mit 10%iger wäßrit
Citronensäurelösung unmittelbar nach Zusatz c
Aminlösung. Ergebnisse: s. Tabelle IV.
| 1% | 0.05% | |
| HSrUT- | Amin- | |
| Nr. | lösung | lösung |
| mi | ml | |
| 4.1 | 10 | 0 |
| 4.2 | 10 | 5 |
| 4.3 | 10 | 5 |
| 4.4 | 10 | 5 |
| 11 | ach | 4,0 | Ou B | 5 | 4 | C nach |
| Tabelle IV | 2 | 3,9 | Schmelzpunkt in | Stunden | 20 | |
| Lösung | Stunden | 4.1 | 2 | 34 | ||
| pFI ι | 4,0 | 4,2 | 39 | 35 | ||
| 0 | 4,0 | ρ i e 1 | 32 | 95 | 69 | |
| 4,25 | 36 | 95 | >95 | |||
| 4,5 | 80 | >95 | ||||
| Beis | 85 | |||||
Es werden die gleichen Lösungen und das gleiche Verfahren wie bei Beispiel 4 verwendet.
Auf 33 ml Gelatinelösung werden 5 ml Härter- und 1,25 ml Aminlösung verwendet.
Die pH-Einstellung erfolgt außerdem mit 2n-Natriumhydroxydlösung. Ergebnisse: s. Tabelle V.
Lösung
pH nach
pH nach
| 1% | 0,05% | 0 | |
| Hirter | Amin | ||
| Nr. | lösung | lösung | |
| ml | ml | ||
| 5.1 | 5 | ||
| 5.2 | ' 5 | ||
| 5.3 | 5 | ||
| 5.4 | 5 | ||
| 5.5 | 5 | ||
| 5.6 | 10 | ,25 | |
| ,25 | |||
| .25 | |||
| .25 | |||
| .25 |
Stunden
4.0
4,5
5.0
6,2
7.0
6.9
4,5
5.0
6,2
7.0
6.9
4.1
5.0 5.6 5.9
OuD
Schmelzpunkt in C nach
2 I 20 Stunden
34
40
85
>85
>85
39
38
ab 45 >95 >95 >95
Es werden die gleichen Lösungen und das gleiche Verfahren wie bei Beispiel 2 verwendet.
Auf 33 ml Gelatinelösung werden U) ml Härterund 0 bis 0.625 ml Aminlösung verwendet. Ergebnisse:
s. Tabelle VI.
| Nr. | 1% lliirtcriösuhg |
| 6.1 | 10 |
| 6.2 | 10 |
| 6.3 | 10 |
| 6.4 | 10 |
0,05% Aminlösiing
Guß Schmelzpunkt
in C nach 4 Stunden
0 85
0,156 94
0,312 >95
0,625 > 95
Völlig analog wie in den Beispielen I bis 6 werder mit IO ml l%iger Härterlösung und 10 ml 0,05%igei
Aminlösung folgende Resultate erhalten.
| Aminlösung | keines | Schmelzpunk'. | 4S | in | |
| Nr. | Diäthyl-äthanolamin | nach | |||
| Dimethyl-cyclohexylamin | 2 Stunden | tun | |||
| 7.1 | Äthyl-diisopropylamin | 35 | 78 | ||
| 7.2 | Dimethylanilin | 45 | 95 | ||
| 7.3 | N-Äthylmorpholin | 64 | 93 | ||
| 7.4 | Dodecahydro-1.4.7,9b-te- | 39 | 90 | ||
| 7.5 | trazophenalin | 38 | 90 | ||
| 7.0 | Pyridin | 38 | 95 | ||
| 7.7 | N.N-Dimethyl-hydrazin | 42 | 90 | ||
| 7.8 | 50 | 91 | |||
| 7.9 | 90 | 90 | |||
Beispiel 8
Zu 33 ml 6%iger Gelatinelösung gibt man bei 40 C 20 ml einer I %igen Lösung der Verbindung der Form«
Zu 33 ml 6%iger Gelatinelösung gibt man bei 40 C 20 ml einer I %igen Lösung der Verbindung der Form«
KO3S
H,C = BrC —C —HN- >—HN-C-CBr=CH2
SO5K
fr\ Wasser und 40 ml einer 0.05noigen Lösung von
M-Diaza-bicyclo-lZ.IJl-octan in Wasser und FuIIt
tnit Wasser auf 100 ml auf. 10 ml werden, wie im Beitpiel
2 beschrieben, auf eine Glasplatte gegossen, getrocknet
und 5 Tage bei Raumtemperatur gelagei Der Schmelzpunkt der Gelatine beträgt 7? C. E
Vergleich ohne Aminlösune schmilzt bei 38 C.
In 33 ml 6%iger Gelatinelösung gibt man bei 40 C gung der Reaktion der Hartungsmutel stellt man d
entweder 5 ml einer 2%igen unten aufgeführten Veränderung des pH-Wertes innerhalb der erstt
Härterlösung oder 10 ml einer l%igen Härterlösung. 65 2 Stunden fest, während man die Gelatinelösung!
jetzt 20 ml 0.05%ige M-Diaza-bicyelo-li^Ji-octan- auf 40 C hält, ähnlich wie dies im Beispiel 2 beschri
Lösung zu und stellt den pH-Wert mittels 2n-Natriumhvdroxvdlösuns auf 7.5 bis 7.8 ein. Zur Yerfolben
ist.
Härterlösungen:
H2C=HC—C—HN--C — NH—C—CH2—CH2—C1
14
1% in Äthanol
CH2-O-Co-NH-CO-CH2-CH2-CI
CH-O-CO-Nh-CO-CH2-CH2-CI
CH2-O-Co-NH-CO-CH2-CH2-CI
_ OO
/°\ Il Il
H2C CH-H2C-O-C-NH-C-CH2-CH2-CI
1% in Äthanol
2% in Äthanoi
| Härterlösung | Ainin lösung | pll a |
| 9.1 | mit | |
| 9.1 | ohne | |
| 9.2 | mit | |
| 9.2 | ohne | |
| 9.3 | mit | |
| 9.3 | ohne |
7,7 7,5 7.7 7,7 7.8 •7,5
In 33 ml 6%iger Gelatinelösung gibt man. wie im Beispiel 8 beschrieben. 5 ml einer l%igen Lösung der an
gegebenen Härtungsmittel und 10 ml einer 0,05%igen Lösung von l,4-Diaza-bicyclo-(2,2.2)-octan in Wasser un<
arbeitet wie sonst dort angegeben unter Vergleich mit einer entsprechenden Lösung ohne das tertiäre Amin.
| Ende | Differenz |
| 6,1 | -1,6 |
| 6,2 | - -1,3 |
| 6,5 | -1.2 |
| 6,7 | -1,0 |
| 6,9 | -0,9 |
| 6,8 | -0,7 |
1 % in Äthanoi
Cl
| C-N y ν \ / |
C-O-CH3 | BrH-C-C-C-CH2Br 1I Ii |
Il O |
| \ / C = N I |
Il O |
||
| Cl | |||
| CI I |
|||
| C-N / V K |
C-NH^^ | ||
| I | I COOH |
||
| Cl |
1 % in Äthanol
1% in Wasser unter Zusatz von so viel 2n-NaOH,
daß die Carbonsäure gelöst wird
daß die Carbonsäure gelöst wird
i% in Methanol
| lärter- | Amin- |
| lösung | lösung |
| 10.1 | mit |
| 10.1 | ohne |
| 10.2 | mit |
| 10.2 | ohne |
| 10.3 | mit |
| 10.3 | ohne |
| 10.4 | mit |
| 10.4 | ohne i |
Schmelzpunkt in C
56 nach 5 Std 86 nach 20 Std. 35 nach 5 Std. 36 nach 20 Std.
> 95 nach 3 Std. 34 nach 3 Std.
> 95 nach 3 Std. 34 nach 3 Std. 66 nach 5 Std. 62 nach 5 Std.
In 3.3 ml 6%iger Gelatinelösung gibt man bei 40 C 1.0 ml einer l%igen Lösung der Verbindung der
Formel
H2C CH-OC-Hn-C-NH-OC-CH2-CH2-CI
11.1
in Äthanol und 1.0 ml einer 0.05%igen wäßrigen Lösung von l.4-Diaza-bicyclo-(2,2.2)-octan und füllt
mit Wasser auf 10 ml auf. Man gießt, wie im Beispiel 2 beschrieben, auf eine Glasplatte und verfährt sonst wie
dort angegeben. Nach 15stündigem Trocknen ermittelt man einen Schmelzpunkt von S6 C. während eine
entsprechende Probe ohne 1.4-Diazo-bicydo-(2.2.2)-octan
nach dieser Zeil bei 37 C schmilzt.
B c i s ρ i e 1 I2 4c
Zu I kg einer hochempfindlichen Silberbromidiodid-Emulsion
mit einem Gclatinegehalt von 7% gibt man bei 40 C in bekannter Weise einen Rotsensibilisator
und die üblichen Gießzusätze, wie Stabilisator.
SO, H
OH
SO1II
Netzmittel jedoch kein Härtungsmittel, sowie den Cyanbildfarbstoff der Formel
-CO—NH
OH
12.1
HO3S
SO3H
50 ml einer 0.5%igen wäßrigen, mit Cilronensäuic
auf pH 6.5 eingestellten wäßrigen 1.4 - Diaza - bicyclo-(2.2.2)-octan-Lösung (Amin) werden ebenfalls
in das Gemisch eingerührt. Anschließend wird filtriert und durch Zugabe der erforderlichen Wassermenge
die Viskosität auf den gewünschten Wert eingestellt. Der pH-Wert im gießfertigen Gemisch beträgt ebenfalls
6.5. Auf einem photographischen Schichtträger wird bei einer Gießtemperatur von 40 C und einer
Gießgeschwindigkeit von 6 m Min. eine Schicht von 6 μ Dicke (im Trockenzustand) erzeugt.
über diese Schicht gießt man in üblicher Weise eine farblose Gelatincschicht von 2 μ Dicke (im Trockenzustand).
Diese Schicht enthält, auf trockene Gelatine bezogen, als Vernetzungsmittel (Härter) 5,9% 2.4-Dichlor
- 6 - phenylamino -1.3.5 - triazin - 4' - sulfonsaures
Natrium. Der pH-Wert im gießfertigen Gemisch beträgt 6.0.
Zum Vergleich wird ein entsprechendes Zwcischichtensystem
hergestellt, welches sich von dem beschriebenen nur dadurch unterscheidet, daß es in der
Emulsionsschicht kein Amin als Härtungsbeschlcunigungsmittel enthält.
Analoge Materialien werden hergestellt mit grünempfindlichen Schichten, mit einem Grünsensibilisator
und dem Purpur-Bildfarbstoff der Formel
NH- OC-NH
NH,
CO
12.3
ferner mit blaucmpfindlichcn Schichten, unsensibilisicrt und dem gelben Bildfarbstoff der Formel
SO.,H O—CH., 0-CH1 SO.,H
-N=N-
SO, H
N=N
SO3H
12.4
Nach einer Lagerzeit von 4 Stunden bei einem werden die Schmelzpunkte in Wasser bestimmt.
Raumklima von 20 C und 55% relativer Feuchtigkeit. Man erhält folgende Werte:
| Tubelle X | Cyan | Magen tu | Yellow | C | |
| 50 C | 45:C | 47' | C | ||
| Ohn | e Beschleuniger | >8(TC | >80 C | >80 | |
| Mit | Beschleuniger | piel 13 | |||
| Beis | |||||
Je 6 ml einer auf übliche Weise hergestellten 6%igen
Gelatinelösung werden bei 40" C mit je 2 ml einer l%igen wäßrigen Lösung von 2,4-Dichlor-6-phenylamino
- 1,3,5 - triazin - 4' - sulfonsäure - Natriumsalz (Härtungsmittel) und 0,25 ml einer 0,02n-wäßrigen
Lösung der Verbindungen 13.1 bis 13.5 versetzt, die erhaltene Mischung mit je 2 ml Wasser verdünnt und
auf eine auf übliche Weise substrierte Glasplatte von 13 χ 18 cm gegossen. Die so hergestellten Platten
werden anschließend während 2 Stunden bei 36 C getrocknet und die Schmelzpunkte wie im Beispiel 1
aiiüCizeben bestimmt.
| -N | h | belle | Xl | Schmelzpunkt der Schicht in C" nach 2 Stunden |
|
| Nr | i H |
Iornici | >95 | ||
| 3.1 | >95 | ||||
| 3.2 | >95 >95 |
||||
| }.} 3.4 |
,COO SO4" - |
>95 | |||
| 3.5 | C2O4 | ||||
| er | |||||
| Br | |||||
| CII J_ 2 |
|||||
| 1 2 |
|||||
40
Eine sonst gleiche Schicht ohne Ammoniumsalz hatte unter den gleichen Bedingungen nach 2 Stunden
einen Schmelzpunkt von 72 C.
B e i s ρ i c I 14
6 ml einer auf übliche Weise hergestellten Gelatinelösung werden bei 40 C mit 2 ml einer I % igen wäßrigen
Lösung der Verbindung 10.2. 0.5 ml einer 0,()2n-wäßrigen Lösung der Verbindung 13.1 und
1,5 ml Wasser versetzt und auf eine substrierte Glasplatte von 13 χ 18 cm gegossen. Nach einer Ίrocknungszcil
von 2 Stunden bei 36 C ist der Schmelzpunkt der S'nicht auf über 95 C angestiegen.
Zu je IO Gramm einer 6%igen wäßrigen Lösung von Polyvinylalkohol werden je 1,5 ml einer 2%igcn
Lösung des Härters aus Beispiel 1 und 0.3 (15.1), rcsp. **>
p,75 ml(l5.2)cinerO,()2n-wäßrigen Lösung von 1,4-Diazabicyclo-(2,2,2)-octan
zugesetzt. Die so hergestellte Mischung wird bis zu einem Totalgewicht von 15 g
mit Wasser verdünnt, auf eine auf übliche Weise substrierte
Glasplatte von 13 χ 18 cm gegossen und diese
<>5 2 Stunden bei 36 C getrocknet. Die Schmelzpunkte werden wie im Bcispici I bestimmt. Sie betragen bei
15.1 58 C. bei 15.2 55 C
Eine auf gleiche Weise hergestellte Schicht ohne Aminzusatz hat einen Schmelzpunkt von 343C
B e i s ρ i e ! 16
s
s
Je 6 ml einer auf übliche Weise hergestellten 6%igen Gelatinelösung werden bei 40 C mit je 2 ml
einer l%igen wäßrigen Lösung von 2,4-DichIor-6 - phenylamino - 1,3,5 - triuzin - 4' - sulfonsäure - Natriumsalz
(Vernetzungsmittel), je 2 ml Wasser und 0,25 ml einer 0,02n-wäßrigen Lösung der Verbindungen
16.1 bis 16.4 versetzt. Die so erhaltenen Mischungen
werden anschließend auf eine auf übliche Weise substrierte Glasplatte von 13 χ 18 cm gegossen und
die so hergestellten Platten 2 Stunden bei 36°C getrocknet.
Die Schmelzpunkte werden wie im Beispiel 1 angegeben
bestimmt. Die Ergebnisse sind in Tabelle XIl zusammengestellt.
Formel
Schmelzpunkt der Schicht in C nach 2 Stunden
16.1 j N
N — CH3
Cl
16.2 N N -CH,- CH1
Br
16.3 I N
16.4 N N — CH,
CT
OC H_,
OCH,
Cl
>95
>95
>95
>95
Eine gleiche Schicht ohne Ammoniumverbindung hat unter sonst gleichen Bedingungen einen Schmelzpunkt
von 72' C.
Je 6 ml einer auf übliche Weise hergestellten 6%igcn
Gelatinelösung werden bei 40 C mit je 2 ml einer r/nigen Lösung von 2,4-Dich1or-6-mcthoxy-l,3,5-lriazin
(Vernetzungsmittel), je 2 ml Wasser und 0,5 ml einer 0.02n-wäßrigen Lösung der Verbindungen 16.1
und 16.3 versetzt. Die so erhaltenen Mischungen werden
anschließend auf eine auf übliche Weise substricrle Glasplatte von 13 χ 18 cm gegossen und die
so hergestellten Platten 2 Stunden bei 36° C getrocknet. Die Schmelzpunkte wurden wie im Beispiel 1 bestimmt.
Sie liegen in beiden Fällen über 95"C.
Eine gleiche Schicht ohne Ammoniumverbindung hat unter sonst gleichen Bedingungen einen Schmelzpunkt
von 72" C.
i 914955
(t
Je 6 ml einer auf übliche Weiie hergestellten 6%igen
Gelatinelösung werden bei 4O0C je 2 ml der Härterlösung
aus Beispiel 16 und 0,3 bis 2,0 ml einer 0,004n-Lösung der Verbindung 16.2 bzw. 16.3 zugesetzt
und mit Wasser auf 10 ml ergänzt. Die so erhaltenen Mischungen werden anschließend auf substrierte
Glasplatten von 13 χ 18 cm gegossen und die
so hergestellten Platten 2 Stunden bei 36° C getrocknet. Nach dieser Zeit werden, wie im Beispie! 1 angegeben,
die Schmelzpunkte bestimmt. Sie liegen in allen Fällen über 95" C.
Eine gleiche Schicht ohne Ammoniumverbindung hat unter sonst gleichen Bedingungen einen Schmelzpunkt
von 72° C.
Beispiel 19
Je 6 ml einer auf übliche Weise hergestellten 6%igen
Gelatinelösung werden bei 40 C durch Zugabe von IO%igerZitronensäureIösung bzw. I n-NaOH auf den
gewünschten pH-Wert eingestellt, je 2 ml Härterlösung aus Beispiel 16 und 0.25 ml einer 0,02n-wäßrigen
Lösung der Verbindungen 16.1 und 16.3 versetzt und mit Wasser bis auf ein Totalvolumen von
10 ml verdünnt. Nach 3 Minuten werden die pH-Werte der Lösungen bei 40 C auf übliche Weise bestimmt,
dann werden die Lösungen auf substricrte Glasplatten
von 13 χ 18 cm gegossen, die Platten 2 Stunden bei
36 C gct/ocknet und anschließend die Schmelzpunkte
wie im Beispiel ! bestimmt. Die Resultate sind in Tabelle XIH zusammengestellt.
| Tabelle XIII | SchniL'l/punkl n;ich | |
| Zusatz der | 2 Stunden in C | |
| Verbindung Nr. | pll-VVcrl | 37 bis 42 |
| <cin Zusatz | 4.5 | 39 bis 41 |
| 5.4 | 70 | |
| 6,3 | 52 | |
| 6.5 | 90 bis 95 | |
| 16.1 | 4.6 | >95 |
| 5,3 | >95 | |
| 5.9 | >95 | |
| 6,1 | >95 | |
| 6.6 | 82 | |
| 16.3 | 4,6 | 85 |
| 5.4 | >95 | |
| 5.8 | >95 | |
| 6,1 | ||
Je 10 Gramm einer 6%igen wäßrigen Polyvinylalkohollösung
werden mit 1,5 ml einer 2%igcn wäßrigen Lösung des Härters aus Beispiel 16 und 0,3 bis
1,5 ml einer 0,02n-Lösung der Verbindung 16.1 bzw.
16.3 versetzt. Die erhaltenen Mischungen werden bis zu einem Totalgewicht von 15 g mit Wasser verdünnt
und auf substricrte Glasplatten von 13 χ 18 cm gegossen.
Niich einer Trockenzeit von 2 Stunden bei 36°C werden, wie im Beispiel I beschrieben, die
Schmelzpunkte bestimmt. Die Ergebnisse sind in Tabelle XlV zusammengestellt.
| Mo! | Beschleuniger | Schmelzpunkt in <-' | |
| Verbindung Nr. | pro | 100 g Härter | nach !Stunden |
| 16.1 | 0,02 | 52 | |
| 16.3 | 0,02 | 62 | |
| 0,05 | 70 | ||
| 0,10 | 70 |
Eine entsprechende Schicht ohne Beschleuniger hat unter den gleichen Bedingungen einen Schmelzpunkt
von 343C.
Claims (7)
1. Verfahren zum Vernetzen hydrophiler Kolloide, welche Hydroxyl-, Sulfhydryl-, Amino- oder
Iminogruppen enthalten, mittels organischer Vernetzungsmittel, die mindestens zwei mit dem
Kolloid reaktionsfähige Gruppen enthalten, wovon mindestens eine ein Halogenatom darstellt,
dadurch gekennzeichnet, daß die
Vernetzung in Gegenwart einer basischen tertiären Stickstoffverbindung oder deren Salz ausgeführt
wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß Gelatine in der angegebenen Weise
vernetzt wird.
3. Verfahren nach einem der Ansprüche I oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Vernetzung in
Schichtmaterialien, insbesondere in photographischen Schichten, die wäßrige Kolloide enthalten,
ausgeführt wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnci, daß die basische tertiäre
Stickstoffverbindung mindestens ein Stickstoffatom aufweist, das an Alkyl- oder Cycloalkylrcste
oder einen Aralkyl- oder Arylrest oder an ein gegebenenfalls mit niedrigen Alkylresten substituiertes
weiteres Stickstoffatom gebunden ist oder welches einem Ring mit aromatischem Charakter
angehört.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die basische Stickstoffverbindung
der Formel
R., — N
entspricht, worin R, und R2 gegebenenfalls weitersubstituicrtc
nicdrigmolckularc Alkylrestc oder gegebenenfalls weitersubstituierte Cycloalkylreste
und R3 einen gegebenenfalls weitersubstituierten niedrigmolekularen Alkylrest oder eine Aminogruppc
bedeuten, wobei R, und R2 zusammen mit dem Stickstoffatom ein heteroeyclisches Ringsystem bilden könnr;n.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die basische Stickstoffverbindung
der Formel
R4-N (Y)-,
^CH2 — H2C
entspricht, worin Rd ein Wassersloffatorn. eine
primäre oder durch I bis 2 niedrigmolekulare
Alkylreste weitersubstituierte Aminogruppe und Y eine — CH1 —, — O — — NH — oder
AIkyK
N-Brücke
bedeutet, wobei R4 nur dann ein Wasserstaffatom
sein darf, wenn Y
— N —
Alkyl
ist, und »i gleich 1 oder 2 ist.
ist, und »i gleich 1 oder 2 ist.
,
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß als basische Stickstoffverbindung
l,4-Diaza-bicyc|o-(2,2,2)-octan der Formel
H2C H3C CH2
H1C H1C CH1
χ// ■
verwendet wird.
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