DE1912097C - Verfahren zum Farben textiler Mate nahen - Google Patents
Verfahren zum Farben textiler Mate nahenInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sioh auf ein Verfahren zum Färben textiler Materialien,
Bei den bekannten Verfahren werden entweder die zu färbenden textlien Materialien in der in der Färbemaschine
enthaltenen Färbeflüssigkeit bewegt oder zirkuliert, oder die Färbeflüssigkeit wird bei hoher Temperatur
durch das Material hindurchbewegt oder In einem Kreislauf geführt. Durch diese beim Färben erfolgenden
Bewegungen und die hohen Temperaturen verziehen sich thermoplastische Fasern enthaltende textile
Materialien sehr häufig.
Sogar solche textile Materialien, die aus sich gegenüber hohen Temperaturen relativ stabil verhaltenden
Fasern bestehen, verziehen sich durch die beim Färben erfolgenden Bewegungen, wenn das Material ein ungeeignetes
Muster aufweist. Deshalb wurde häufig eine auf den Färbevorgang zurückzuführende Wertminderung
des textlien Materials beobachtet.
Bei insbesondere aus Bausch- oder Streckgarnen hergestellten, gewirkten oder gewebten Steffen sowie bei
lose gewebten Stoffen, in welchen die verwendeten Garne nur eine lockere Bindung relativ zueinander aufweisen,
ibt leicht die Gefahr gegeben, daß ein Dehnen, Verziehen und Zerknittern des Materials sowie eine
Verringerung der Bauschigkeit bzw. Streckfähigkeit auf Grund der beim Färben durchgeführten Bewegungen
auftritt. Darüber hinaus kann sich eine unerwünschte und ungeeignete Griffigkeit und unerwünschtes Aussehen
ergeben, wie auch Vorgarne während des Färbevorganges durch die durchgeführten Bewegungen
flachgedrückt werden und dadurch die Qualität der Garne in bezug auf die Griffigkeit verringern.
Man hat versucht, die vorbezeichneten Schwierigkeiten dadurch zu beheben, daß man beispielsweise
während des Färbens des Materials keine Spannung ausübte oder das verzogene Material nach dem Färben
durch eine Nachbehandlung korrigierte. Beim erstgenannten Versuch muß jedoch das Rühren der Färbefliissigkeit
und die Bewegung des Material verringert werden, um eine Dimensionsänderung und ein Verziehen
des Materials zu verhindern, was aber zur Folge hat, daß der gewünschte Egalisiereffekt der zum Färben
erforderlichen Bewegungen nicht erzielt werden kann. Beim zweiten Versuch erwies es sich als sehr schwierig,
die verringerte Streckfähigkeit und das verzogene Material vollständig /u korrigieren sowie die an der
Oberfläche des Materials bei der an den Färbevorgang anschließenden Schlußbehandlung entstandenen Knötchen
und den Faserrlaum zu entfernen.
Zusätzlich wurde noch folgendes Verfahren in Vorschlag
gebracht, um ein Verziehen des Materials während des Färbevorganges zu verhindern. Man hat
sich einer Wärmeiixierung des Materials vor dem Färbevorgang und eines Festlegens der Kreuzungspunkte der Fasern mittels eines Lösungsmittels vor dem
färben bedient, um die ursprüngliche Form des Materials
während des Färbens beizubehalten. Dieses Verfahren erwies sich jedoch nicht als befriedigend, da das
Material nach dem Färben einen groben und rauhen Griff aufwies; es war also nicht möglich, eine gewünschte
weiche Griffigkeit zu erzielen.
Hei dem bekannten Färbeverfahren war es erforderlich,
ein F.galisicrmittel der Färbeflüssigkeit zuzugeben, um die Bildung von Farbflecken und ein Verziehen des
gefärbten Materials zu verhindern. Außerdem erforderte es viel Zeit, die Färbeflüssigkeit allmählich
vor dem Färben zu erhitzen und danach allmählich ab-
Andererseits weist'des Carrier-Färbeverfahren den
Vorteil auf, daß keine hohen Temperaturen und kein
hoher Druck erforderliqh sind, um das Aufsaugen des
Farbstoffes durch das Material zu beschleunigen, aber
s es ist mit folgenden Nachtellen verbunden:
(1) Während des Färbevorganges ist der Carrier instabil, d, h., er neigt dazu, sich in der Färbeflüssigkeit
zusammenzuballen und an der Flüssig-
keitsoberfläche ölartige Tropfen bzw. Teer zu bilden,
so daß der Carrier in dieser Form nioht als Beschleuniger wirken kann und vielmehr Färb,
flecken oder Verunreinigungen auf dem Material erzeugt;
(2) die Verwendungsweise des Carriers ist kompliziert;
a0 (3) während des Färbens erzeugt der Carrier giftige
und übelriechende Dämpfe;
(4) die durch dieses Färbeverfahren verursachten Kosten liegen sehr hoch.
Es war folglich mit beträchtlichen Schwierigkeiten verbunden, geeignete Farbstoffe und Carriers auszuwählen,
da sich das Carrier-Färben nur auf solche Carriers beschränken konnte, die während des Färbens
relativ stabil waren, und nur solche Farbstoffe in Betracht kamen, die keine unerwünschten Einflüsse auf
den Carrier ausübten.
Die bekannten kontinuierlichen Färbeverfahren, wie das Thermosolverfahren und das Klotzdämpfverfahren,
weisen folgende Nachteile auf:
(1) Diese Verfahren können nur bei solchen Fasern angewendet werden, die hierzu geeignet sind;
(2) insbesondere dann, wenn diese Verfahren unter
hohem Druck durchgeführt werden ereehen sich
zahlreiche Probleme vom technic! rrs ry...- ',n-nkt
aus gesehen, da in Hen Vorrichtungen die ivi^u
rialein- und -auslasse abgedichtet sein müssen;
(3) das Material wird durch den Einlaß, Auslaß und die Führungswalzen flachgedrückt, so daß Bnuscherzeugnisse
ihren Handelswert verlieren;
(4) eine Farbstoffwanderung setzt erst beim Vortrocknen ein, was bei diesen Verfahren einen wesentlichen
Bestandteil darstellt.
Unter Berücksichtigung der vorstehenden Ausführungen liegt der Erfindung die Aufgabe zugrande
ein Verfahren zum Färben textiler Material en zi schaffen, welches die vorerwähnten Nachteile der be
kannten Färbeverfahren vermieden läßt, so insbe sondere ein Verziehen der textlien Materialien, wie au
Bausch- oder Streckgarnen hergestellten Stoffen, ver hindert und den Färbevorgang mit einem verbesüertei
Wirkungsgrad durchführen läßt.
Diese Aufgabe wird nach der Erfindung dadurch ge lößt, daß das textile Material mittels einer wässerige
Lösung wenigstens eines solchen Beschichtungsmittel aus der Gruppe der Cellulose-Alkyläther und dere
3 4
ratur von wenigstens 350C aufweist, daß das Farben Cellulose-Alkylftther in Wasser ejnerTemperatur, bei
des beschichteten Materials mittels einer wässerigen der normalerweise eine Qelbildung nicht erfolgt, zu
Färbeilüssigkeit einer Temperatur nicht niedriger als lösen. Er wird in Wasser von 10 bis 3O0C 'gelöst und in
diese Gelbildungstemperatur durchgeführt und daß das 5 Form einer wässerigen Lösung einer Konzentration in
Material schließlich mittels einer wässerigen Spül- der Größenordnung zwischen 0,2 und 50«/Ä (auf der
flüssigkeit einer Temperatur niedriger als diese Gel- Grundlage des Materialgewichts) in geeigneter Weise,
bildungstemperatur zum Entfernen des Beschichtungs- wie durch Klotzen, Sprühen, Beschichten, Eintauchen
mittels gespült wird, wobei der Farbstoff entweder od. dgl., dem Material aufgegeben.
in der Beschichtungslösung oder In der Färbeflüssigkeit jo Beim Überziehen des Materials mit Cellulose-Alkyl-
enthalten ist. Vorzugsweise kann das Beschichtungs- äther kann ein Farbstoff und/oder ein Carrier zugesetzt
mittel und/oder die Färbeflüssigkeit wenigstens einen werden und zusammen mit dem Celluiose-Alkyläther
Carrier enthalten. verwendet werden, selbstverständlich können auch
Zur Behandlung von Cellulose-Azetat-Gewcben Färbehilfsmittel zugesetzt werden, wie beispielsweise
wurde bereits die Verwendung einer alkalischen Lösung 15 ein Dispersionsmittel und ein den pH-Wert steuerndes
von Hydraxyüthyl-Cellulose vorgeschlagen. Bei dem Mittel, die beide auch normalerweise beim Färben
so bekanntgewordenen Verfahren wird die gelöste Verwendung finden.
Hydroxyäthyl-Cellulose auf dem Gewebe koaguliert Cellulose-Alkyläther haben sowohl hydrophile wie
und regeneriert, und zwar durch Behandlung mittels auch hydrophobe Radikale und können als eine Art
eines alkalischen, eines sauren oder eines neutralen ao oberflächenaktives Mittel angesehen werden. Da dieses
Koagulierungsmittels oder durch Erwärmung mittels die Eigenschaft eines Schutzkolloides aufweist und
Luft, infraroter Strahlen oder Dampf. Die Hydroxy- viskos ist, ist es nicht nur gegenüber wasserlöslichen
äthyl-Cellulose bildet dann eine wasserunlösliche Be- Farbstoffen, sondern auch gegenüber wasserunlös-
schichtung des Gewebes, die mittels eines Farbstoffes liehen Farbstoffen und Färbehilfsmitteln sehr stabil
eingefärbt wird, der für derartige Cellulosematerialien as Nachdem das Material mit Cellulose-Alkylättui
üblich ist. Dieses Verfahren, das in unwesentlich abge- überzogen wurde, wird es in diesem Zustand oder nach
wandelter Form auch für Polyamid-, Polyester- und einem Trocknen in eine heiße, wässerige Färbeflüssig-
Polyacrylnitrylfasermaterialien in Vorschlag gebracht keit ohne Druckanwendung gegeben. Der p.m Material
wurde, soll die färberischen Eigenschaften der Mate- anhaftende und es bedeckende Cellulose-Alkyläther
nahen verbessern und außerdem ein verbessertes 30 geliert bei einer Temperatur über 35"C im Wasser und
Wasseraufnahmevermögen des Grundgewebes, eine bildet eine Deckmembran auf der Oberfläche des
erhöhte Reaktionsfähigkeit gegenüber Agenzien, die mit Materials, ohne daß das Gel in der Färbeflüssigkeit
cellulosischen Hydroxylgruppen reagieren, und einen gelöst und getrennt wird, wodurch erreicht wird, daß
Verlust der für synthetische Materialien unangenehmen sich die das Material aufbauenden Fasern nicht relativ
Griffigkeit bringen. 35 zueinander verschieben. Somit wird das textile Mate-
Demgegenüber wird nach dem erfindungsgemäßen rial während des Färbeprozesses in seiner ursprüng-Verfahren
die Behandlung der textlien Materialien liehen Form gehalten. Der Cellulose-Alkyläther he
mittels der wässerigen Lösur.g eines Cellulose-Alkyl- wirkt jedoch einige Veränderungen entsprechend seiner
äthers bzw. eines Derivates von diesem zu dem Zweck Zusammensetzung und der Art der gleichzeitig vervorgeschlagen,
das Material nur während seiner Ein- 40 wendeten Färbehilfsmittel.
färbung mit einer Art Schutzhülle oder Schuuim··. -'. ;rdtn Farbstoff und'oder ! >t,i. · zusammen mit
bran zu umgeben, welche uiic ". ' · v -.;·.: i>h- Cellulose Ai'..ylätlK*r verwendet, ο -un -.virk: Jc (ViIu
" ■> ' ·' ■ "·';''' ' "aerials verhindert und lose-A'Vyläther als Träger bei «Ser Bildung jin, den
welche nach erfolgter Färbung dann wieder entfernt Farbstoff und den Carrier an der Oberfläche de-, gewird.
Mit dieser Maßnahme wird dann im wesentlichen 45 färbten Materials enthaltenden Gelmembran,
erzielt, daß ein Verziehen des Materials verhindert Es ist möglich, das Material sowohl in die unterhalb wird, was insbesondere für aus Bausch- oder Streck- der Gclbildungstemperatur des Cellulose-Alkyläthers garnen hergestellte Stoffe von sehr wesentlicher Bedeu- befindliche, heiße wässerige Färbeflüssigkeit — in tung ist. diesem Fall wird die Temperatur dann auf einen Wert
erzielt, daß ein Verziehen des Materials verhindert Es ist möglich, das Material sowohl in die unterhalb wird, was insbesondere für aus Bausch- oder Streck- der Gclbildungstemperatur des Cellulose-Alkyläthers garnen hergestellte Stoffe von sehr wesentlicher Bedeu- befindliche, heiße wässerige Färbeflüssigkeit — in tung ist. diesem Fall wird die Temperatur dann auf einen Wert
Die Gelbildungstemperatur bezieht sich in diesem 50 über Gelbildungstemperatur gebracht — als auch
Zusammenhang auf die Temperatur, bei welcher eine gleich in eine eine Temperatur über 35°C aufweisende
3°/oige wäßrige Losung von Cellulose-Alkyläther zu heiße wässerige Färbeflüssigkeit zu geben,
gelatinieren beginnt. Das in die heiße Flüssigkeit eingetauchte Material
Die erfindungsgemäß verwendeten Cellulose-Alkyl- wird unter geeigneten, der Faserart des Materials ent-
äther und ihre Derivate sind solche, bei denen die 55 sprechenden Färbebedingungen dadurch gefärbt, daß
Cellulosederivate das Hydroxylradikal im Glucoserest das Material über eine bestimmte Zeit auf einer zur
durch ein einen Verätherungsgrad von 0,6 bis 2,1 auf- Fixierung des Farbstoffes ausreichenden Temperatur
weisendes Alkoxyradikai substituiert haben. DieCellu- gehalten wird. Dabei kann diese Temperatur erst im
lose-Alkyläther und ihre Derivate schließen Cellulose- Laufe des Eintauchvorganges erreicht werden oder
Methyläther eines Vcrätherungsgrades von 0,7 bis 2,1, 60 schon vor dem Eintauchen auf diesen Wert gebracht
Cellulose-Äthyläther eines Verätherungsgrades von worden sein.
0,6 bis 2,1 und Cellulose-Methyläthyläther eines Ver- Nach dem Färben wird das gefärbte Material in
ätherungsgrades von 0,6 bis 2,1 und als deren Derivate Wasser gespült und geseift, die Cellulose-Alkyläther-
Cellulose-Alkyläther ein. bei welchem ein Teil der Gelmembran wird durch das kalte Wasser gelöst und
Alkylradikale durch ein Hydroxyalkylradikai, wie bei- 65 von der Materialoberfläche entfernt,
spielsweise Hydroxyiithyl, Hydroxypropyl und Hy- Das erfindungsgemäße Verfahren läßt sich auf einer
droxybutyl, substituiert ist. Diese Cellulose-Alkyläther Haspel-Färbemaschine, einer Paddelfärbemaschine
werden unabhängig oder als Gemisch verwendet. oder Jigger-Färbemaschine durchführen, wenn dis-
kontinuierlich gearbeitet wird, und auf «in en eine
Klotzmaschine angeschlossenes Behandlungebad dann anwenden, wenn kontinuierlich gearbeitet werden soll.
Textile Materlallen, auf die sich dau erfindungsge·
mäße Verfahren anwenden läßt, sind Naturfasern, wie Baumwolle, Wolle und Seide, regenerierte Fasern, wie
Kunstseide und Kifpferoxydammoniakseide, halbsynthetische
Fasern, wie Cellulose-Diazetat und CeIIulose-Triazetat.
und synthetische Fasern, wie Poly« akrylnitrile, Polyamide und Polyester, Alle diese
Fasern verziehen sich leicht beim herkömmlichen, in feuchtheißer Atmosphäre und bei hohen Temperaturen
erfolgenden Färbeprozeß, Pas erfindungsgemäße Verfahren eignet sich insbesondere für dünne Stoffe,
Fertiggarne und Gewirke aus Fertiggarnen.
Die Farbstoffe können entsprechend der Faserart aus einer Reihe von wasserlöslichen und wasserunlöslichen Farbstoffen geeignet ausgewählt werden; als
Carrier eignen sich die normalerweise beim Färben verwendeten Carrier, wie Benzoesäurederivate, Salizyl- ao
säurederivate. Ketone, Phenolderivate, Äther, Halogen enthaltende Verbindungen und Phenylmethanderivate.
Die Cellulose-Alkyläther üben nicht nur die vorbeschriebene Wirkung aus, sondern dienen auch als
Träger für den Farbstoff und den Carrier, wenn der a$ Farbstoff oder der Carrier zusammen mit dem Cellulose-Alkyläther verwendet wird, und vergrößert somit
die Dichte des Farbstoffes oder Carriers auf der Faseroberfläche, so daß ihr Wirkungsgrad verstärkt wird,
auch wenn sie sich im Flüssigkeitsverhältnis unter· scheiden; ein Drittel bis ein Zehntel der bei dem herkömmlichen Carrier-Färbeprozeß verwendeten Carriermenge reicht aus, um die gleiche Wirkung zu erzielen.
1st ein Carrier in einer wässerigen Flüssigkeit vorhanden, dann wirkt die Cellulose-Alkyläther-Membran
auf dem Material als ein absorbierendes Mittel, durch welches hindurch eine Wanderung und Diffusion des
Carriers m.v Material hin möglich ist Gleichzeitig
wirkt die Mcmoran dahingehend, daß sie das Material
in der Flüssigkeit vor durch Agglomeration un-i Niederschlag aus dem Carrier entstehende ölartige oder
tcorigc SuS'tar.'en schützt, so daß sie nicht üke^* im
taaterLti anhaften.
Wie tirtis" o.'h;, ausgeführt, läßt sich eine einheitliche 1 «i.-bjn^ Ji. einer bestimmten Flüisigkcitsieiiipt- ,j
retur erzielen, die wfthrend des gesamten Farbevorganges
beibehalten wird. Es entfallt auch das allmfth- Hohe Abkühlen dor Flüssigkeit nach dem Färben, war*
die Fftrbcdauer beträchtlich verkürzt.
Dadurch wird es möglich, dünne Stoffe, Fertiggarne
und aus diesen hergestellte Gewirke, Textilerzeugnisse
aus den vorgenannten gewebten und gewirkten Stoffen, insbesondere Bauscherzeugnisse in StUokform, wie
Strickjacken, deren Einfärben naoh dem bekannten Verfahren auf Grund des während des Färbeyorganges
auftretenden Verziehens des Materials sohwierig war, ohne Schwierigkeiten zu färben.
Die Erfindung hat demzufolge eine sehr weitreichende wirtschaftliche Bedeutung, da sie eine Kleinserienfertigung sowie Massenproduktion und die Herstellung einer Vielzahl von Produkten rationell durchzuführen gestattet.
Die Erfindung wird nachstehend an Hand von Ausführungsbeispielen im einzelnen weiter beschrieben.
Im folgenden wird mit »°/0 owf« dei Prozentsatz bezogen auf das Fasergewicht bezeichnet.
Ein aus hochbauschigen Akrylfaser-Garnen, bestehend aus einem Kopolymer von 93 Gewichtsprozent Akrylnitril und 7 Gewichtsprozent Vinylazetat,
gestrickter Jersey wurde einer Bauschbehandlung unterworfen.
Die Beschichtungslösung wurde dadurch vorbereitet, daß 3 Gewichtsprozent Cellulose-Methyläther
einer Gelbildungstemperatur von 480C und eines Verätherungsgrades von 1,64 bis 2,03 und 1 Gewichtsprozent Polyoxyäthylenalkylphenoläther als Benetzungsmittel in einer Mischlösung von Methanol und
Wasser bei 2O0C bei einem Mischverhältnis von 6:4
gelöst wurden. Der Bauschjersey wurde mit dieser Beschichtungslösung geklotzt und bei einer Temperatur
von 8O0C in einti.i Τγομπκ! ί.. «.tu >
'·« ;;;trc.V i»t.
Das vorgetrocknete Materi'.! wurde in eine Haspe!-
Färbemasch'.,t mit einer ' IvXiIt^i(KeH im Flüssigkeitsverh£!i^ii ! >i ?egei woui 1 »■·? Färbeflüssig-V-eit e-ner <*H-^irt von 4,5 u.v*. rinn Zusatz von 2°,'o
ο*·' J .^ik«T|-b'au GL (rnrbmdex G»,..,^blai» Nr. 54)
uci legenden chemischen Zusammensetzung hatte:
N= C-N = N-CH3
-N(C4H9J2
CH3SO4
Das Färben des Jerseys begann bei einer Temperatur von 60°C, die allmählich auf 98° C erhöht und über
eine Zeitdauer von 60 Minuten beibehalten wurde.
Nach allmählichem Abkühlen der heißen Flüssigkeit wurde der gefärbte Jersey in kaltem Wasser von
200C gespült und über einen Zeitraum von 30 Minuten
bei einer Temperatur von 4O0C in einer 1 ccm/1 Polyoxyäthylenalkylphenoläther und 1 g/l Natriumtripolyphosphat enthaltende Waschlösung gewaschen, um
den Cellulose-Methyläther sowie auf der Oberfläche des Jerseys zurückgebliebenen, ünfixierten Farbstoff zu
entfernen.
verzogen, er wies auch keine Knitterstellen und keinen
Faserflaum auf, die Maschen waren ordnungsgemäß angeordnet, die Oberfläche des Jerseys wies ein
schönes, bauschiges Aussehen auf, seine Griffigkeit und Elastizität waren ausgezeichnet.
Die in Längsrichtung erfolgte Dehnung des gefärbten Jerseys betrug nur 3,8%, Im Vergleich hierzu sei angegeben, daß ein nicht mit Cellulose-Methyläther beschichteter Jersey nach dem Färben eine Dehnung von
19,5°/o in Längsrichtung erfuhr. Daraus folgt, daß ein
nach dem erfindungsgemäßen Verfahren behandelter Jersey seine ursprüngliche Form und Größe beibehält.
1 Q 1 O Π Q 7
1 i^ 1 b uui
| 7 | Färbeverfahren | Verwendete Carriermenge |
Während des Färbcns auftretender Geruch |
Stabilität des Carriers im Bad |
8 | Farbwert des gefärbten Materials |
| Erlindungsgemäßes Verfahren Zum Vergleich angewandtes Verfahren |
2,41VoOWf 3.00/Oowf |
kein starke Geruch entwicklung |
gut Entstehung ölartiger Tropfen und teeriger Substanz |
FarbstofTflecken auf dem gefärbten Material |
K/S*)'- 9,66 K/S - 9,50 |
|
| keine Carrier-Flecke . und Teer-Ver unreinigungen |
||||||
·) Nach Kubelka-Munk.
Ausführungsbeispiel 2
Aus den im Ausführungsbeispiel 1
Akrylfaser-Bauschgarnen wurde eine
■ jacke gestrickt.
Akrylfaser-Bauschgarnen wurde eine
■ jacke gestrickt.
Die Beschichtungslösung wurde dadurch hergestellt,
daß 1,5 Gewichtsprozent Cellulose-Methyläther eines
beschriebenen Verätherungsgrades von 1,64 bis 2,03, 2,5 Gewichts-
Bauschstrick- prozent Astrazon Schwarz WRL (Farbindex Grund-
schwarz Nr. 2)
(H5Ca)2N -
OH
Cl-
und 5 Gewichtsprozent Phenylpropionitril als Carrier
in Wasser gelöst wurden. Die Bauschstrickjacke wurde in die bei einer Temperatur von 400C gehaltenen Behandlungslösung
eingetaucht, und in einer Zentrifuge zu etwa 1200O °wf Wasser entzogen. Durch Lösen von
0.2 g'l Essigsäure. 0.2 g 1 Natriumazetat und lOg'l
kristallinem Glaubersalz in Wasser wurde die Färbeflüssigkeit vorbereitet. In einer Paddelfärbemaschine
wurde die Strickjacke über einen Zeitraum von 30 Minuten in der eine Temperatur von 980C aufweisenden
Färbeflüssigkeit gefärbt. Nach dem Färben wurde die Strickjacke in kaltem Wasser von 200C gespült und
bei 40vC gewaschen, um den Cellulosemethyläther und
den auf der Oberfläche der Strickjacke zurückbleibenden unlixierten Farbstoff zu entfernen.
Der Farbstoff war fast vollständig vom Material aufgebracht. Die gefärbte Strickjacke zeigte eine
gleichmäßige tiefschwarze Färbung ohne irgendwelche Farbflecken.
Das nach dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellte Erzeugnis wies eine ausgezeichnete Griffigkeit
und schönes Aussehen auf. keinerlei Formänderung wie auch keine Bildung von Knötchen oder Faserflaum
wurde festgestellt, was darauf zurückgeführt werden kann, daß die Färbedauer verkürzt und das zu
färbende Material durch die Cellulosemethyläther· Gelschicht geschützt war.
Ausführungsheispiel 3
Aus Cellulose-Dia/ctat-Fascrn wurde ein Trikotgewebe
hergestellt. Durch Lösen von 2 Gewichtsprozent Cellulosc-HydroxypropylmethyliUhor eines Ver-Uthcrungsgrudcs
von 1 ,KS bis 2.12 und einer liclbil·
dungstcmpcratur von W) C. 0.5
< icwichtspro/ent Celli«
ton farbechtem Rosa FF3B (Farbindex Dispers-Rot Nr. 11) der chemischen Zusammensetzung
O NH,
-OCH,
O NH8
und 3 Gewichtsprozent emulgiertem Diallylphthalat
so in Wasser wurde die Schutzlösung hergestellt. Das
Trikotgewebe wurde mit dieser Schutzlösung bei 30JC
geklotzt, und das Wasser wurde in analoger Art und Weise zu Ausführungsbeispiel 2 entzogen. Unmittelbar
anschließend wurde das entwässerte Gewebe konti-
SS nuierlich durch ein Behandlungsbad von heißem Wasser einer Temperatur von 8O0C über einen Zeitraum
von 7 Minuten geschickt. Nach dem Behandlungsbad wurde das Gewebe in kaltem Wasser von
20 C gespült und in einer Detergenslösung von 1 ccm/l
P^lyuxyäthylenalkylphenoläther und 1 g'l Natriumtripol
> phosphat bei einer Temperatur von 40 C gewaschen. Das fertige Trikotgewebe zeigte eine leuchtcnduvtu
Farbe, sein Aussehen wurde weder durch ein Verziehen des Gewebes noch durch Verunreinigungen
6s durch aus Carrier und Farbstoff entstehende Teersubstanzen
oder durch Bildung von Farbstoff· oder Curricrflcckc beeinträchtigt. Der I ürbevorgang nahm
nur einen sehr kurzen /citrullin in Anspruch.
10964C7273
Claims (2)
1. Verfahren zum Färben textiler Materialien, dadurch gekennzeichnet, daß das
textile Material mittels einer wässerigen Lösung wenigstens eines solchen Beschichtungsmittels aus
der Gruppe der Cellulose-Alkyläther und deren Derivate beschichtet wird, das eine Gelbildungstemperatur
von wenigstens 35°C aufweist, daß das Färben des beschichteten Materials mittels einer
wässerigen Färbeflüssigkeit einer Temperatur nicht niedriger als diese Gelbildungstemperatur durchgeführt
und daß das Material schließlich mittels einer wässerigen Spülflüssigkeit einer Temperatur niedriger
als diese Gelbildungstemperatur zum Entfernen des Beschichtungsmittels gespült wird, wobei
der Farbstoff entweder in der Beschichtungslösung oder in der Färbeflüssigkeit enthalten ist
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Beschichtungsmittel und'oder die
Färbeflüssigkeit wenigstens einen Carrier enthält.
Family
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