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Mischkapsel Die Erfindung betrifft eine Mischkapsel.zum Mischen von
der Füllung von Zahnkavitäten dienenden Substanzen.
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Zur Zubereitung von Amalgampasten in zahnärztlichen Praxen sind Dosier-
und Mischgeräte bekannt, bei denen Quecksilber und Amalgamfeilung in dosierter Menge
in eine Mischkapsel eingebracht und in dieser Kapsel durch Vibration oder Schütteln
zu einer geschmeidigen und homogenen Paste in Form eines kleinen Amalgamklümpchens
innig
vermischt weiden. Ilach Abnahr.e der Isischkapsel vom Gerät
muß das Klümpchen aus der Kapsel manuell herausgenommen, auf ein Püllinstrur.ent,
z.R. eine Füllpistole oder einen Amal£amstopfer, aufgebracht und anschließend in
die Kavität des Zahnes eingediückt werden. Dies ist ein umständlicher, diffiziler
und zeitraubender 5olgang, bei der das Herausnehmen des Amalgamklümpchens aus der
Mischkapsel und das Aufbringen auf den Amalgamträger zumeist von einer Zahnarzthelferin
ausgeführt wird. Außerdein müssen die verwendeten Mischkapseln und Instrurente irrimer
wieder gereinigt und sterilisiert werden.
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Es sind weiterhin Mischkapseln bekannt, bei denen die zu vermischenden
Substanzen von vornherein in der Kapsel sind und, gegebenenfalls nach Durchbrechen
einer diese Substanzen trennenden, dünnen Wand, durch maschinelles Schütteln der
Kapsel miteinander vermischt werden. Auch hier muß wiederum die gemischte Substanz,
z.B. Amalgam, Zahnzement oder ein anderes Gemenge, zumeist von einer Helferin aus
der Kapsel herausgenommen, auf ein Füllinstrument gebracht und dem Zahnarzt gereicht
werden, was ebenfalls ein umständlicher, zeitraubender und eine gewisse Fingerfertigkeit
erfordernder Vorgang ist.
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Die Erfindung geht von der Aufgabe aus, die den bekannten Mischkapseln
anhaftenden Mängel zu beseitigen, insbesondere den Vorgang des manuellen Herausnehmens
der gemischten Substanz eus der Kapsel und Aufbringen auf ein Füllinstrumen zu --rmeiuen.
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Die Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöste daß die Kapsel mit
zwei lösbaren Endverschlüssen versehen und nach Öffnen der Verschlüsse an ihrem
einen Ende mit einer Ausbringvorrichtung derart verbindbar ist, daß bei Betätigung
der Ausbringvorrichtung die gemischte Füllsubstanz aus dem freien Ende der Kapsel
unmittelbar in die Kavität einbringbar ist.
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Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist die Mischkapsel
als ein zylindrisches Röhrchen mit einem Innendurchmesser zwischen etwa l und 4
mm ausgebildet.
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Vorteilhafterweise ist wenigstens ein Endverschluß als Abbrechverschluß
ausgebildet. Falls erforderlich, kann die erfindungsgemäße Kapsel eine zusätzliche
öffnung zum Einbringen dosierter Mengen der zu mischenden Substanzen aufweisen.
Günstig ist es, wenn ein Endverschluß als Kolben ausgebildet ist, der von der Ausbringvorrichtung
vorschiebbar ist. Schließlich ist es noch von Vorteil, die Kapsel so auszubilden,
daß sie mit einem handelsüblichen, Vibrationen erzeugenden Mischgerät verbindbar
ist.
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Die nachstehende Beschreibung bevorzugter Ausführungsformen der Erfindung
dient im Zusammenhang mit beiliegender Zeichnung dérweiteren Erläuterung. Es zeigen:
Fig. 1 eine Ausführungsform einer Mischkapsel gemäß der Erfindung und Fig. 2 eine
Ausbringvorrichtung zum Verbinden mit der Kapsel aus Fig. 1.
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Die in Fig. 1 gezeigte Mischkapsel besteht aus einem dünnen, langgestreckten
Röhrchen 1 aus Glas Kunststoff9 Metall od.dgl. mit einer Länge zwischen etwa 2 und
8 cm und einem Innendurchmesser zwischen 1 und 4 mm. Bevorzugte Abmessungen sind:
Länge etwa 6 cm, Innendurchmessrr etwa 2,5 mm. An seiner einen (in Fig. P rechts
gelegenen) Stirnseite weist das Röhrchen 1. einen Endverschluß in Form einer von
dem eigentlichen Rohrkörper abbrechbaren Kappe 2 auf, die von dem zylindrischen
Rohrkörper durch eine Kerbe 3 getrennt ist. An der der rappe 2 gegenüberliegenden
Stirnseite des Röhrchens l ist als EndverschluB ein Kunststoffpfropfen 4 so in das
Röhrchen eingepreßt, daß er sich bei Aufwendung einer gewissen Kraft wie ein Kolben
im Röhrchen l verschieben läßt. Das dem Pfropfen 4 benachbarte, äußerste Ende des
Röhrchens l ist mit einem Innengewinde 5 ausgestattet. Schließlich ist bei der Ausfuhrungsform
gemäß Fig. 1 noch eine Einbringöffnung 6 für die zu mischenden Substanzen vorgesehen.
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Fig. 2 zeigt (lediglich als Beispiel9 eine Ausbringvorrichtung 11,
die mit der in Fig. 1 gezeigten Mischkapsel verbindbar ist. Zu diesem Zweck weist
die Ausbringvorrichtung 11 ein mit Außengewinde 12 versehenes Ende aufn auf welches
das Röhrchen 1 mittels des Innengewindes 5 aufgeschraubt werden kann. Die Ausbringvorrichtung
11 enthält in einem im wesentlichen zylindrischen Gehäuse 13 mit Endflansch 14 einen
Ausbringstab 15 der durch eine zwischen eine Schulter 16 des Stabes 15 und eine
nach einwärts ragende Schulter 17 des Gehäuses 13 eingelegte Schraubenfeder
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in der Weise vorgespannt ist, daß ein mit dem Stab 15 verbundener Kopf 19 aus dem
Gehäuse 13 herausgedrückt ist, wobei das vordere Ende 21 des Stabes 15 ein kleines
Stück über das mit Gewinde 12 versehene Ende des Gehäuses 13 vorsteht. Dabei liegt
ein mit dem Stab 15 verbundener Anschlag 22 an der Innenseite einer Stirnwand 23
des Gehäuses 13 an. Man hält die Ausbringvorrichtung in der üblichen Weise - etwa
wie eine Zigarre - zwischen dem am Flansch 14 anliegenden Zeige- und Mittelfinger
einer Hand und drückt mit dem Daumen der Hand auf den Kopf 19, so daß sich das Ende
21 des Stabes 15 aus dem Gehäuse herausschiebt.
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Mit der erfindungsgemäßen Mischkapsel gemäß Fig. 1 wird in folgender
Weise gearbeitet: Zunächst werden die zu vermischenden Substanzen, z.B. Silberfeilung
und Quecksilber, durch die Einfüllöffnung 6 in das Röhrchen 1 eingebracht und durch
kräftiges Schütteln vermischt. Dies erfolgt in einfacher Weise dadurch, daß man
das Röhrchen 1 mit einem handelsüblichen Dosier- und Mischgerät verbindet, so daß
die zu vermischenden Substanzen in das Röhrchen eintreten und anschließend an Ort
und Stelle durch Vibrationen vermischt werden. Auf diese Weise entsteht in der Mischkapsel
ein in Fig. 1 dargestelltes, langgestrecktes Amalgam-Klümpchen 7. Nunmehr wird die
Kapsel vom Mischgerät abgenommen, die Endkappe 2 wird an der Kerbe 3 abgebrochen
und das Röhrchen wird mit dem Innengewinde 5 auf das Außengewinde 12 der Ausbringvorrichtung
11 aufgeschraubt. Anschließend wird das mit der Ausbringvorrichtung 11 verbundene
Röhrchen 1-in die Nähe der zu füllenden Zahnkavltät gebracht und durch
Eindrücken
des Ausbringstabes 15, dessen vorgeschobenes Ende 21 den Pfropfen 4 im Röhrchen
1 vorschiebt, das Klümpchen 7 unmittelbar in die Kavität eingepreßt. Anschließend
wird das Röhrchen 1 von der Ausbringvorrichtung 11 abgenommen und weggeworfen: Man
erspart auf diese Weise das manuelle Herausnehmen des gemischten Amalgam aus der
Mischkapsel, das manuelle Aufbringen auf ein Füllinstrument sowie das Reinigen der
Mischkapsel.
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Die in Fig. 1 dargestellte Mischkapsel läßt sich in vielfacher Weise
abwandeln. Die zu vermischenden Substanzen, z.B. ein Zahnzement mit der zugehörigen
Mischflüssigkeit, können beispielsweise von vorneherein in der Kapsel angeordnet
und in bekannter Weise durch eine vor dem Mischen zu durchstoßende Folie od.dgl.
getrennt sein. In diesem Fall entfällt die Einbringöffnung 6, und es genügt, die
Kapsel nach der Vereinigung der zu mischenden Substanzen mit einem Vibrationen ausführenden
Mischgerät zu verbinden.
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Die Verbindlrng der Mischkapsel mit der Ausbringvorrichtung kann statt
durch Gewinde auch durch Bajonnetverschluß, durch einfaches Aufstecken od.dgl. erfolgen.
Der Pfropfen 4 kann entfallen; wenn das ihm benachbarte Ende der Mischkapsel v.
andere Weise z.B. ebenfalls durch eine abbrechbere Kappe 2, verschlossen ist. In
diesem Fall ist ein kolbena-v-otiges Glied am Ende 21 der Ausbringstange 15 erforderlicht,
@@ nach Abbrechen bei der Kappe 2 die gemischte Substanz aus dem des freier Enee
der Kapsel herauszupressen.
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Auch die in Fig. 2 gezeigte Ausbringvorrichtung kann in anderer Weise
ausgebildet sein, ohne dadurch den der Erwindung zugrunde liegenden Zweck zu beeinträchlgen.
Insbesondere kann diese Vorrichtung so gestaltet sein, daß durch Hin- und Herbewegung
des Knopfes 19 das Ende 21 der Stange 15 jedesmal in der gleichen Richtung um eine
beatimste Wegstrecke aus dem Gehäuse 13 herausgeschoben ird. Auf diese Weise ist
ein dosiertes Ausbringen der gemischten Substanz aus der Mischkapsel möglich.
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Die Einfüllöffnung 6 an der Mischkapsel gemäß Fig. 1 kann auch dannkntfallen,
wenn die zu vermischenden Substansen durch die in Fig. 1 durch den Pfropfen 4 verschloszeine
öffnung des Röhrchens 1 eingeführt Werden. In diesem prall ist lediglich dafür Sorge
zu tragen, daß während des mischens der Substanzen diese öffnung vorübergehend,
z.B.
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durch ein am Mischgerät vorgesehenes Glied, verschlossen ist.
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Die Verbindung der Mischkapsel mit dem die Vibrations-oder Schüttelbewegungen
ausführenden Organ des Mischgerätes eP£olgt am einfachsten durch Klemmung oder Einspannung.
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Gegebenenfalls ist es auch möglich, an der Mischkapsel selbst Vorkehrungen
zu treffen, z.B. einen Wulst oder eine Vertiefung anzuordnen, um das Befestigen
am Mischgerät zu erleichtern.