DE19619173C1 - Schalldämpfer mit variabler Dämpfungscharakteristik - Google Patents
Schalldämpfer mit variabler DämpfungscharakteristikInfo
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Description
Die Erfindung betrifft Schalldämpfer mit variabler
Dämpfungscharakteristik für pulsierende Gase, insbesondere
Abgase von Verbrennungsmotoren, gemäß dem Oberbegriff des
Anspruchs 1.
Eine sehr einfache Konstruktion eines Schalldämpfers mit
umschaltbarer Dämpfungscharakteristik ist beschrieben in der
DE-Zeitschrift "MTZ Motortechnische Zeitschrift", 53 (1992),
S. 356 ff.
Es handelt sich um einen Schalldämpfer mit zwei
Endrohren. In das eine Endrohr ist eine Drehklappe
eingesetzt, mit deren Hilfe das Endrohr verschlossen werden
kann. Zur Betätigung der Ventilklappe ist als Aktor eine
Unterdruckdose vorgesehen, die mittels Magnetventil,
Vakuumspeicher und Rückschlagventil vom Unterdruck im
Ansaugtrakt eines Verbrennungsmotors betätigt wird. Das
Magnetventil wird betätigt durch ein Steuergerät, welches
die Motordrehzahl und die Drosselklappenstellung auswertet.
Diese Schalldämpferkonstruktion ist sehr aufwendig und
gleichzeitig in ihrer Wirkung begrenzt, da bei geschlossener
Drehklappe verstärkt Gasrauschen entsteht.
Aus der US 2 072 372 ist ein Schalldämpfer für
Verbrennungsmotoren bekannt, dessen Dämpfungscharakteristik
ebenfalls mittels Drehklappe verändert werden kann. Die
Betätigung der Drehklappe erfolgt mittels
Schub-Kurbel-Getriebe durch eine Membrandose als Aktor. Als
Steuerdruck wird der im Eingangsrohr des Schalldämpfers
gebildete Abgasüberdruck auf die Druckseite der Membran
geleitet.
Einen Schalldämpfer mit umschaltbarer
Dämpfungscharakteristik zeigt auch die DE-U 89 08 244. Hier
betätigt der im Eingangsrohr des Schalldämpfers entstehende
Abgasüberdruck einen Faltenbalg als Aktor, der über eine
Kolbenstange einen kegelförmigen Ventilteller bewegt. Der
Ventilteller arbeitet mit einem Ventilsitz zusammen, der in
das Ausgangsrohr des Schalldämpfers integriert ist.
Ein weiterer Schalldämpfer mit umschaltbarer
Dämpfungscharakteristik ist Gegenstand der DE-U 94 05 771.
Hier wird als Schließelement ein Ventilteller eingesetzt,
der auf das Ende eines gasführenden Rohres aufgesetzt bzw.
vom Rohrende abgehoben wird. Als Aktor ist eine Membrandose
vorgesehen, deren Membran eine Kolbenstange bewegt, auf der
der Ventilteller montiert ist. Der Steuerdruck wird über
eine in die Kolbenstange integrierte Druckleitung auf die
Druckseite der Membran geleitet.
Während der konstruktive Aufwand zum Verändern der
Dämpfungscharakteristik von Schalldämpfern insbesondere bei
der letztgenannten Konstruktion minimal gering ist und die
Dämpfungscharakteristik an praktisch jeden beliebigen
Anwendungsfall angepaßt werden kann, sind die
Druckeigenschaften noch nicht befriedigend. Dies resultiert
aus der Tatsache, daß ein gewisser Druckabfall nötig ist, um
die als Aktor verwendete Überdruckdose zu steuern. Auch die
eingangs beschriebene Ansteuerung des Aktors durch den aus
dem Ansaugtrakt des Verbrennungsmotors abgeleiteten
Unterdruck ist unbefriedigend, da der Aufwand für das
Magnetventil, den Vakuumspeicher, das Rückschlagventil und
die Sensoren für Motordrehzahl und Drosselklappenstellung
erheblich ist.
Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde,
einen Schalldämpfer der eingangs genannten Art anzugeben,
der ohne extern erzeugten Steuerdruck arbeitet, nur einen
geringen konstruktiven Aufwand aufweist und nur geringen
Druckverlust produziert.
Diese Aufgabe wird gelöst durch einen Schalldämpfer mit den
Merkmalen des Anspruchs 1.
Auch bei der vorliegenden Erfindung wird zum Ändern der
Dämpfungscharakteristik ein Schließelement verwendet,
welches mit einem Schließsitz zusammenarbeitet, wobei das
Schließelement von einem Aktor bewegt wird, der durch
Unterdruck bewegt wird. Im Rahmen der Erfindung wird der
Unterdruck jedoch durch die Gasströmung selbst erzeugt, die
durch eine Düse, vorzugsweise Venturi- oder Laval-Düse,
geführt ist. Diese Düsen erzeugen bei zunehmender
Gasströmung einen quadratisch zunehmenden Unterdruck, der
auch große Schließelemente bewegen kann. Sie haben selbst
auch eine schalldämpfende Wirkung. Die Gasströmung kann eine
Venturi- bzw. Laval-Düse praktisch ohne resultierenden
Druckverlust durchströmen.
Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist
der Aktor ein Faltenbalg. Dieser besteht ganz aus Metall und
kann daher auch den hohen Temperaturen in einem
Abgasschalldämpfer für Verbrennungsmotoren ausgesetzt
werden.
Alternativ dazu kann der Aktor als Membrandose ausgebildet
sein.
Vorzugsweise ist das Schließelement ein Ventilteller, der
eine Hubbewegung ausführt. Ein solcher Ventilteller kann
auch direkt auf dem Faltenbalg befestigt sein.
Als Schließsitz findet bevorzugt das Ende eines der Rohre
des Schalldämpfers Verwendung.
Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung sitzen
Schließelement und Schließsitz strömungstechnisch gesehen
vor der Düse. In diesem Fall wird der Massenstrom durch die
Düse geregelt, beispielsweise auf einen nahezu konstanten
Wert. Dies ermöglicht es, die Gasströmungsgeschwindigkeit in
der Düse so zu steuern, daß sie die für die optimale Wirkung
erforderliche Überschallgeschwindigkeit behält.
Gemäß einer Weiterbildung der Erfindung sind zwei oder mehr
Düsen, Aktoren und-oder Schließelemente vorgesehen. Damit
ist es möglich, die Dämpfungscharakteristik des
Schalldämpfers in mehreren Frequenzbereichen zu verstellen.
Vorzugsweise steuert eine Düse zwei oder mehr Aktoren, wobei
diese bevorzugt unterschiedliche Eigenschaften,
beispielsweise Ansprechwerte, aufweisen.
Anhand der Zeichnung soll die Erfindung in Form von
Ausführungsbeispielen näher erläutert werden. Es zeigen
jeweils schematisch und als Schnitt:
Fig. 1 ein erstes Ausführungsbeispiel eines Schalldämpfers
mit variabler Dämpfungscharakteristik bei geringem
Gasdurchsatz,
Fig. 2 den Schalldämpfer der Fig. 1 bei großem Gasdurchsatz,
Fig. 3 ein zweites Ausführungsbeispiel eines Schalldämpfers
mit variabler Dämpfungscharakteristik bei geringem
Gasdurchsatz,
Fig. 4 den Schalldämpfer der Fig. 3 bei hohem Gasdurchsatz
und
Fig. 5 als drittes Ausführungsbeispiel einen Schalldämpfer
mit mehrfach veränderbarer Dämpfungscharakteristik.
Fig. 1 zeigt ein erstes Ausführungsbeispiel eines
Schalldämpfers bei geringem Gasdurchsatz. Man erkennt ein
Gehäuse 1 mit Eingangsrohr 2 und Ausgangsrohr 3. Im Inneren
des Gehäuses 1 erkennt man eine nicht perforierte
Zwischenwand 6 sowie eine perforierte Zwischenwand 7. Ein
kurzes Rohr 4 mit großem Durchmesser und geringer Länge
durchdringt die nicht perforierte Zwischenwand 6.
In das Eingangsrohr 2 ist eine Venturi-Düse 10 eingesetzt.
Hinter der Düse 10 und vor der nicht perforierten
Zwischenwand 6 besitzt das Eingangsrohr 2 eine perforierte
Fläche, durch die die Gasströmung in die mittlere
Schalldämpferkammer strömt, um dann nach Durchtritt durch
die perforierte Zwischenwand in das Ausgangsrohr 3
einzutreten.
Von der Engstelle der Düse 10 zweigt eine Druckleitung 14
ab, die auf einen Faltenbalg 13 als Aktor geführt ist. Am
Faltenbalg 13 ist ein Ventilteller 12 befestigt, der mit
einem Ventilsitz 11 am Ende des Zwischenrohrs 4
zusammenwirkt und dieses Rohr 4 verschließt. Aus diesem
Grunde ist das Gas gezwungen, den Gasweg A mit geringem
Querschnitt und großer Länge zu nehmen.
Fig. 2 zeigt die Situation bei hohem Gasdurchsatz. Der an
der Engstelle der Düse 10 gebildete Unterdruck hat den
Faltenbalg 13 zusammengezogen. Der Ventilteller 12 ist vom
Ventilsitz 11 abgehoben, das kurze Zwischenrohr 4 ist offen.
Das Gas folgt dem Gasweg B durch das kurze Zwischenrohr 4
und durch die perforierte Zwischenwand 7 in das Ausgangsrohr
3.
Fig. 3 zeigt ein zweites Ausführungsbeispiel eines
Schalldämpfers mit variabler Dämpfungscharakteristik bei
geringem Gasdurchsatz. In diesem Ausführungsbeispiel hat das
Zwischenrohr 4 einen kleinen Durchmesser. Wesentlich ist ein
zweites Zwischenrohr 5 mit Ventilsitz 11 und das
Schließelement 12, die strömungstechnisch vor der Düse 10
angeordnet sind.
Bei geschlossenem Ventil 11, 12 folgt das Gas dem Gasweg A
mit großer Länge und geringem Querschnitt durch das enge
Zwischenrohr 4 und die perforierte Zwischenwand 7 in das
Ausgangsrohr 3.
Fig. 4 zeigt die Situation bei hohem Gasdurchsatz. Der in
der Düse 10 gebildete Unterdruck hat den Faltenbalg 13
bewegt, der Ventilteller 12 hat vom Ventilsitz 11 abgehoben
und das Gas folgt dem Gasweg B mit kurzer Länge und großem
Querschnitt aus dem kurzen Zwischenrohr 5 direkt in das
Ausgangsrohr 3.
Sobald der Gasweg B geöffnet wird, reduziert sich die die
Düse 10 durchströmende Gasmenge. Dadurch reduziert sich auch
der an der Engstelle der Düse 10 gebildete Unterdruck. Auf
diese Weise wird eine Rückkopplung erreicht, die
den Massenstrom durch die Düse 10 regelt. Ist die Düse 10
als Laval-Düse ausgebildet, läßt sich die Gasgeschwindigkeit
stets auf Überschallgeschwindigkeit einregeln, was den
optimalen schalldämpfenden Effekt bewirkt.
Fig. 5 zeigt ein drittes Ausführungsbeispiel eines
Schalldämpfers mit variabler Dämpfungscharakteristik. Hier
steuert eine Düse 10 zwei Aktoren 13, 13′ mit
unterschiedlicher Ansprechcharakteristik. Die Aktoren 13,
13′ bewegen daher die mit ihnen verbundenen Schließelemente
12 12′ nacheinander, und die Dämpfungscharakteristik des
Schalldämpfers wird in mehreren Stufen umgeschaltet.
Erste Versuche mit der vorliegenden Erfindung haben gezeigt,
daß in den Düsen ausreichend Unterdruck gebildet wird, um
auch große Schließelemente bewegen zu können. Insbesondere
haben die Versuche bestätigt, daß die Druckverluste dieser
Schalldämpfer erheblich geringer sind als bei den
überdruckgesteuerten Schalldämpfern. Auch entfällt die
Notwendigkeit, den Unterdruck extern zur Verfügung zu
stellen, beispielsweise durch Anzapfen des Ansaugtraktes
eines Verbrennungsmotores. Schließlich besteht die
Möglichkeit, ein sich selbst auf optimale Dämpfungswerte
regelndes System herzustellen.
Claims (11)
1. Schalldämpfer mit variabler Dämpfungscharakteristik für
pulsierende Gase, insbesondere Abgase von
Verbrennungsmotoren, umfassend
- - ein Gehäuse (1),
- - Eingangsrohr (2) und Ausgangsrohr (3),
- - im Gehäuse (1) integrierte Zwischenrohre (4, 5) und/oder Trennwände (6, 7),
- - die Zwischenrohre (4, 5) und/oder Trennwände (6, 7) definieren
- -- einen ersten Gasweg (A) mit reduziertem Querschnitt und/oder langem Strömungsweg und
- -- einen zweiten Gasweg (B) mit erweitertem Querschnitt und/oder kurzem Strömungsweg,
- - einen Schließsitz (11),
- - ein Schließelement (12)
- - und einen vom Gasdruck gesteuerten Aktor (13), der das Schließelement (12) bewegt, gekennzeichnet durch die Merkmale:
- - in das Eingangsrohr (2) bzw. in ein mit diesem strömungstechnisch unmittelbar verbundenes Rohr ist eine Düse (10) eingebaut,
- - der an der Düsenengstelle entstehende Unterdruck bewegt den Aktor (13).
2. Schalldämpfer nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch das
Merkmal:
- - die Düse (10) ist eine Venturi-Düse.
3. Schalldämpfer nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch das
Merkmal:
- - die Düse (10) ist eine Laval-Düse.
4. Schalldämpfer nach Anspruch 1, 2 oder 3, gekennzeichnet
durch das Merkmal:
- - der Aktor (13) ist ein Faltenbalg.
5. Schalldämpfer nach Anspruch 1, 2 oder 3, gekennzeichnet
durch das Merkmal:
- - der Aktor (13) ist eine Membrandose.
6. Schalldämpfer nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
gekennzeichnet durch das Merkmal:
- - das Schließelement (12) ist ein Ventilteller.
7. Schalldämpfer nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
gekennzeichnet durch das Merkmal:
- - das Ende eines der Rohre (2, 4, 5) ist als Schließsitz (11) ausgebildet.
8. Schalldämpfer nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
gekennzeichnet durch das Merkmal:
- - Schließelement (12) und Schließsitz (11) sitzen strömungstechnisch vor der Düse (10).
9. Schalldämpfer nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
gekennzeichnet durch das Merkmal:
- - es sind zwei oder mehr Düsen (10), Aktoren (13) und/oder Schließelemente (11, 12) vorgesehen.
10. Schalldämpfer nach Anspruch 9, gekennzeichnet durch das
Merkmal:
- - eine Düse (10) steuert zwei oder mehr Aktoren (13).
11. Schalldämpfer nach Anspruch 10, gekennzeichnet durch das
Merkmal:
- - die Aktoren (13) besitzen unterschiedliche Eigenschaften.
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|---|---|---|---|
| DE1996119173 DE19619173C1 (de) | 1996-05-11 | 1996-05-11 | Schalldämpfer mit variabler Dämpfungscharakteristik |
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Publications (1)
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