DE19961323A1 - Optischer Generator für die Diagnostik des visuellen Systems - Google Patents
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Abstract
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Anordnung zur optischen Stimulation des visuellen Systems mit einem Generator und zur Auswertung adäquater stimulusbezogener physiologischer Größen. DOLLAR A Im Stand der Technik sind Stimulationssysteme bekannt, die binär gesteuerte Lichtstimulatoren verwenden. So werden beispielsweise in der Perimetrie kurz-zeitig monofokal aufleuchtende Lichtmarken definierter Intensität benutzt, um die Funktionsfähigkeit des visuellen Systems zu überprüfen. In neueren Systemen werden multifokale (simultan an mehreren Orten) optische Reize eingesetzt, deren zeitlicher Ablauf in der Regel von pseudo-zufälligen binären Sequenzen - allgemein als m-Sequenzen, MLS (Maximum Lenght Sequence) oder PRBS (Pseudo Random Binary Sequence) bekannt - gesteuert wird. DOLLAR A Bei den bisherigen Verfahren ist nachteilig, daß die verwendeten m-Sequenzen nur näherungsweise den signaltheoretischen Forderungen bezüglich ihrer Autokorrelationsfunktion (AKF) entsprechen und zum Teil erhebliche Irregularitäten bzw. Anomalien in Abhängigkeit von ihrer Länge aufweisen. Aus der elektrophysiologischen Sicht sind binäre Folgen in Verbindung mit auf CRT-Monitoren produzierten Mustern für die Funktionsdiagnostik nicht...
Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Anordnung zur optischen
Stimulation des visuellen Systems mit einem Generator und zur Auswertung
adäquater stimulusbezogener physiologischer Größen.
Im Stand der Technik sind Stimulationssysteme bekannt, die binär gesteuerte
Lichtstimulatoren verwenden. So werden beispielsweise in der Perimetrie
kurzzeitig monofokal aufleuchtende Lichtmarken definierter Intensität benutzt,
um die Funktionsfähigkeit des visuellen Systems zu überprüfen. In neueren
Systemen werden multifokale (simultan an mehreren Orten) optische Reize
eingesetzt, deren zeitlicher Ablauf in der Regel von pseudo-zufälligen binären
Sequenzen - allgemein als m-Sequenzen, MLS (Maximum Length Sequence)
oder PRBS (Pseudo Random Binary Sequence) bekannt - gesteuert wird.
Bei den bisherigen Verfahren ist nachteilig, daß die verwendeten m-Sequenzen
nur näherungsweise den signaltheoretischen Forderungen bezüglich ihrer
Autokorrelationsfunktion (AKF) entsprechen und zum Teil erhebliche
Irregularitäten bzw. Anomalien in Abhängigkeit von ihrer Länge aufweisen. Aus
der elektrophysiologischen Sicht sind binäre Folgen in Verbindung mit auf
CRT-Monitoren produzierten Mustern für die Funktionsdiagnostik nicht
optimal geeignet. Der Grund liegt in der Physiologie des Sehens: Sobald im
betrachteten Bild eine Information bzw. eine Informationsänderung explizit
vorhanden ist, wird sie nach der Wahrnehmung vom visuellen System
verarbeitet. Diese Informationsverarbeitung spiegelt sich zwar in den
Reizantworten des visuellen Systems wieder, jedoch sie ist sehr differenziert
und kaum reproduzierbar. Daher wäre es vorteilhaft, in der Reizantwort nur die
reine Reizleitung bzw. Wahrnehmung ohne höhere Verarbeitungsstufen zu
erhalten. Ein weiterer Nachteil bei der Verwendung von binären Sequenzen
besteht darin, daß wenn sie insbesondere multifokal eingesetzt werden,
unterliegt der gesamte zeitliche Ablauf strengen Regeln, so daß Veränderungen
oder Korrekturen im Untersuchungsverlauf nahezu ausgeschlossen sind.
Ein wesentlicher Nachteil der bisherigen Verfahren besteht darin, daß die Größe
der Stimulationsfläche einzelner Reizelemente vom Zentrum aus in die
Peripherie den retinalen bzw. kortikalen Vergrößerungsfaktor berücksichtigend
zunehmen muß. Dies führt dazu, daß vordefinierte großflächige Reizfelder
entstehen und damit jegliche Flexibilität hinsichtlich der Reizpositionierung oder
Reizgröße verhindert wird.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine Vorrichtung
anzugeben, mit den es möglich ist, in sinnesphysiologisch adäquater Weise
einen bezüglich des Zeitverlaufs und des räumlichen Musters im Sinne der
Signaltheorie optimierten optischen Reiz zu generieren und anhand einer oder
mehrerer physiologischer Größen die Wahrnehmungsfunktion topographisch zu
überprüfen.
Erfindungsgemäß gelingt die Lösung der Aufgabe dadurch, daß dem Betrachter
simultan aus mehreren definierten Positionen des Gesichtsfeldes (multifokal)
physiologisch adäquate Lichtreize mit vorgegebenen lichttechnischen
Parametern abgeleitet von einer vorgegebenen Korrelationsfunktion präsentiert
werden, daß die im ERG und/oder im EEG/MEG enthaltenen Reizantworten
erfaßt und ausgewertet werden, daß anhand der ausgewerteten Reizantworten
die Funktion des visuellen Systems überprüft wird.
Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren kann die subjektive Wahrnehmung der
präsentierten Lichtreize objektiv über die Auswertung des EEG/MEG und/oder
des ERG beurteilt werden. Die Ergebnisse der Auswertung werden dazu
verwendet, die Funktionsfähigkeit des visuellen Systems topographisch
darzustellen.
Bei der erfindungsgemäßen Anordnung ist im Blickfeld des Betrachters eine
plane oder gekrümmte Fläche positioniert, in der an vorbestimmten Stellen mit
geeigneten Lichtquellen optische Reize mit definiertem zeitlichen
Intensitätsverlauf produziert werden. Die Lichtintensität sowie der zeitliche
Verlauf des von den Lichtquellen produzierten Lichtreizes sind in ausreichender
Breite über den physiologisch interessierenden Bereich einstellbar.
Vom Vorteil ist hierbei, daß auf Grund des zeitlichen Verlaufs der
Lichtintensität an den Reizorten ein solcher Reizmodus unabhängig von der
Anzahl aktiver Lichtquellen für das visuelle System ein informationsloses bzw.
-minimiertes Signal darstellt. Daher wird davon ausgegangen, daß die
analysierten physiologischen Größen nur die Reizantworten bezüglich der
Wahrnehmung - die gut reproduzierbar sind - und keine Anteile aus der
höheren Informationsverarbeitung des visuellen Systems - welche kaum
reproduzierbar sind - enthalten. Ein weiterer wesentlicher Vorteil besteht darin,
daß Reizantworten auf bezüglich ihrer Größe bzw. Topologie frei wählbare
Reizareale bezogen, berechnet werden können. Dies wird mit Methoden der
Signalverarbeitung in der Auswertung durchgeführt und man ist nicht - wie bei
den bisherigen Verfahren - auf die vordefinierten Reizflächen beschränkt. Ein
weiterer wesentlicher Vorteil gegenüber der Stimulation mit binären Sequenzen
besteht darin, daß die Untersuchungsdauer völlig frei nach einfachen
Qualitätskriterien auch während der Untersuchung gewählt werden kann. Dies
war mit binären Sequenzen nicht möglich, da diese nach strengen
mathematischen Regeln vollständig abgearbeitet werden müssen. Hinzu kommt,
daß im Gegenteil zu binären Sequenzen bei dieser Stimulationsart die
Reizantworten rekursiv in Echtzeit ausgewertet und dargestellt werden können,
so daß der Untersucher jederzeit einen Überblick über die Stärke der
Reizantworten hat und somit bei einer ausreichend hohen Qualität der
Ergebnisse die weitere Stimulation abbrechen kann.
Die Erfindung wird im folgenden anhand eines Ausführungsbeispieles näher
erläutert. In den zugehörigen Zeichnungen zeigt:
- - Fig. 1 das Übersichtsschaltbild des Meßplatzes und
- - Fig. 2 das Schaltbild einer Realisierung des multifokalen Stimulators.
Der Patient sitzt vor einer kugelförmigen Projektionsfläche - dem Perimeter (1)
-, in dem an definierten Stellen optoelektronische Lichtquellen (LED,
Lichtemittierende Dioden) befestigt sind. Diese Lichtquellen werden von vier
Elektronik (2) derart gesteuert, daß der zeitliche Intensitätsverlauf des
abgestrahlten Lichtes entsprechend den Forderungen der Signaltheorie in seinen
statistischen Momenten der vorgegebenen Korrelationsfunktion entspricht. Ein
solcher optischer Reiz ruft Veränderungen - auch Reizantworten genannt - im
EEG/MEG hervor. Diese Antworten werden mit geeigneter Technik (3) erfaßt,
verstärkt und digitalisiert. Die digitalisierten Reizantworten werden im Rechner
(2) verarbeitet und ausgewertet.
Solange die LED einzeln aufleuchten, ist auch eine subjektive Beantwortung
der Frage nach dem Gesehenwerden der Lichtblitze durch den Patienten
möglich, falls dieser kooperativ ist. Um die Untersuchungszeit deutlich zu
verkürzen, werden die LED nicht einzeln, sondern definiert simultan
angesteuert. Diese Art der Stimulation wird als multifokale Reizung bezeichnet.
Hierbei ist keine subjektive Beurteilung der Reizantworten mehr möglich, die
Auswertung übernimmt der Rechner (2). Da bei der Auswertung bekannt ist,
mit welchem Signal die einzelnen Reizpositionen angesteuert wurden, läßt sich
aus der gemeinsamen Potentialantwort die jeder Reizposition zugehörige
Reizantwort berechnen.
Im Beispiel übernimmt die Steuerung des multifokalen Perimeters ein
Mikrocontroller (7). Dieser legt anhand vorgegebener bzw. vom
übergeordneten Rechner (2) erhaltener Parameter den Zeitablauf der
multifokalen Reizung für die Zeitsteuerung (8) fest. Im Zeitablauf werden
vorher festgelegte räumliche Muster (6) der aufleuchtenden LED von der
Zeitsteuerung (8) abgearbeitet. Die Lichtintensität der LED läßt sich mit Hilfe
von Digital-Analog-Wandlern (5) für jede Position auch in ihrem zeitlichen
Ablauf einzeln einstellen. Auf diese Weise kann die Untersuchungszeit zur
Kontrolle des Gesichtsfeldes gegenüber der monofokalen Reizung um einen
Faktor verkürzt werden, der in der Größenordnung der Anzahl von multifokal
aufleuchtenden LED entspricht.
EEG Elektroenzephalogramm
MEG Magnetoenzephalogramm
ERG Elektroretinogramm
MEG Magnetoenzephalogramm
ERG Elektroretinogramm
1
Stimulatorkugel mit Lichtquellen
2
Steuerrechner
3
ERG/EEG-Meßsystem, AD-Wandler
4
Steuerung der Lichtintensität,
96
DA-Wandler
5
Steuerung des räumlichen Musters
6
Mikrocontroller/Mikroprozessor
7
Zeitsteuerung
Claims (2)
1. Verfahren zur automatischen Funktionskontrolle des Gesichtsfeldes,
dadurch gekennzeichnet, daß
- - auf einer Fläche ein multifokales räumliches Muster aus mindestens zwei Lichtreizen einem Betrachter präsentiert wird und
- - der Zeitverlauf der Lichtintensität der präsentierten Reize in seinen statistischen Momenten einer vorgegebenen Korrelationsfunktion entspricht und
- - mit Hilfe eines EEG/MEG- und/oder eines ERG-Meßsystems die Potentialantworten des Betrachters erfaßt werden und
- - nach Auswertung dieser Potentialantworten eine Aussage über die Funktionstüchtigkeit der getesteten Reizlokalisationen gemacht wird.
2. Schaltungsanordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das
räumliche Muster der Lichtreize, deren Helligkeit und zeitlicher Verlauf von
einem Rechner derart gesteuert werden, daß der zeitliche Verlauf der
Lichtintensität in seinen statistischen Momenten einer vorgegebenen
Korrelationsfunktion entspricht und daß das EEG/MEG und/oder das ERG
mit Hilfe eines Meßsystems erfaßt und in digitaler Form einem Rechner
zugeführt wird.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19961323A DE19961323A1 (de) | 1999-09-17 | 1999-12-09 | Optischer Generator für die Diagnostik des visuellen Systems |
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Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19961323A1 true DE19961323A1 (de) | 2001-06-07 |
Family
ID=7922359
Family Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DE19961323A Withdrawn DE19961323A1 (de) | 1999-09-17 | 1999-12-09 | Optischer Generator für die Diagnostik des visuellen Systems |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19961323A1 (de) |
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- 1999-12-09 DE DE19961323A patent/DE19961323A1/de not_active Withdrawn
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| CN109222970A (zh) * | 2018-07-09 | 2019-01-18 | 司法鉴定科学研究院 | 视力客观评定的设备及视觉诱发电位的检测系统与方法 |
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