DE19956238A1 - Verwendung von Formulierungen zur Behandlung von Oberflächen zur temporären Verbesserung des Schmutzablöseverhaltens - Google Patents
Verwendung von Formulierungen zur Behandlung von Oberflächen zur temporären Verbesserung des SchmutzablöseverhaltensInfo
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Abstract
Verwendung von Formulierungen, die ausgewählte Tenside enthalten, zur wiederholten Behandlung von festen Oberflächen während oder nach Reinigungsvorgängen, mit dem Ergebnis, daß spätere Verschmutzungen oder Kontaminationen von den so behandelten Oberflächen unter Einsatz üblicher Mittel leichter entfernbar sind, als wenn die Verschmutzungen oder Kontaminationen auf Oberflächen haften, die nicht mit den erfindungsgemäßen Formulierungen behandelt wurden.
Description
Die Erfindung betrifft die Verwendung von Formulierungen, die ausgewählte Ten
side enthalten, zur wiederholten Behandlung von festen Oberflächen während
oder nach Reinigungsvorgängen, mit dem Ergebnis, daß spätere Verschmutzun
gen oder Kontaminationen von den so behandelten Oberflächen unter Einsatz üb
licher Mittel leichter entfernbar sind, als wenn die Verschmutzungen oder Konta
minationen auf Oberflächen haften, die nicht mit den erfindungsgemäßen Formu
lierungen behandelt wurden.
Bei der Reinigung von Oberflächen, insbesondere von Oberflächen, die mit hart
näckigen Verschmutzungen verunreinigt sind, ist häufig großer Aufwand erforder
lich, um möglichst alle Rückstände von den Oberflächen zu entfernen. Die Reini
gungsmittel herstellende Industrie bietet von chemischer Seite Mittel an, die auf
grund Ihrer guten Wirksamkeit weitestgehend geeignet sind, die meisten Verun
reinigungen zu entfernen. Die Hersteller von Reinigungsmaschinen oder -anlagen
tragen dazu bei, durch geschickte Anlagenauslegung sowie abgestimmte Verfah
ren, Verunreinigungen von den verschiedensten Oberflächen zu entfernen.
Obwohl dieses Zusammenspiel von Reinigungsmitteln, Mechanik, Temperatur und
Zeit in vielen Fällen problemlos funktioniert, besteht der Bedarf, aus ökonomi
schen und ökologischen Gründen, Reinigungsvorgänge mit weniger und/oder
besser verträglichen Reinigungsmitteln und/oder in kürzerer Zeit und/oder bei
niedrigerer Temperatur und/oder mit geringerem mechanisch/maschinellem
und/oder manuellem Aufwand durchzuführen.
In der praktischen Anwendung ist es üblich, daß bei Senkung eines Verfahrenspa
rameters, wie z. B. der Zeit, Chemie, Temperatur oder der Mechanik gleichzeitig
ein anderer Verfahrensparameter erhöht wird. Dies hat den Nachteil, daß man
zwar in einem Kriterium, z. B. beim Chemieverbrauch, eine Verbesserung erzielen
kann, jedoch dadurch eine Verschlechterung bei anderen Kriterien in Kauf neh
men muß, wie z. B. bei der Temperatur bzw. zu hohem Energieverbrauch oder
Verlängerung des gesamten Prozesses.
Die Ausstattung von Oberflächen mit permanent haftenden Verbindungen würde
zwar eine Verringerung des Reinigungsaufwandes mit sich bringen. Es hat sich
jedoch in der Praxis herausgestellt, daß die für diese Permanent-Ausstattung ver
wendeten Verbindungen auf Basis von fluoraliphatischen Silylethern oder anderen
meist auf Siliciumverbindungen oder Fluorverbindungen basierenden Systemen in
der Regel verschiedene Nachteile mit sich bringen. Zum einen werden diese Per
manent-Ausstattungen über mehrere Reinigungsvorgänge hinweg entgegen ihrer
Aufgabe von der Oberfläche entfernt, was zu einem Verlust der schmutzabwei
senden Wirkung führt. Dadurch, daß auf diese Weise die stark anhaftenden Ver
bindungen, beispielsweise beim maschinellen Verfahren, in die Waschvorrichtung
sowie in die Leitungen und sonstige Peripherie gelangen, entstehenden Nachteile,
wie Ablagerungen und Ausfällungen bis hin zu faustgroßen Konglomeraten der
Beschichtung in der Reinigungsvorrichtung. Die Folge sind Störungen im Reini
gungsablauf bis hin zu Stillstand der Maschine. Es kommt hinzu, daß die übli
cherweise für die Permanentausstattung eingesetzten Silicium- oder Fluorverbin
dungen in der Regel kaum abbaubar sind und somit aus ökologischen Gründen
bedenklich sind.
Deshalb stellte sich die vorliegenden Erfindung nicht die Aufgabe, eine Perma
nent-Ausstattung von Oberflächen mit schmutzabweisenden Verbindungen zu er
reichen, sondern gezielt nach Formulierungen für die Behandlung von Oberflä
chen zu suchen, die während oder nach einem Reinigungsvorgang aufgetragen
werden können, und so lange die Oberfläche in einen Zustand versetzen, daß
Verschmutzungen oder Kontaminationen von den so behandelten Oberflächen
unter Einsatz üblicher Mittel besser entfernbar sind, als bei genau so verschmutz
ten oder kontaminierten Oberflächen, wobei die so behandelten Oberflächen den
angestrebten Effekt verlieren sollen, wenn nicht während oder nach dem nächsten
Reinigungsvorgang die Behandlung erneuert wird.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist somit die Verwendung von Formulie
rungen zur wiederholten Behandlung von festen Oberflächen während oder nach
einem Reinigungsvorgang, die eine oder mehrere Komponenten ausgewählt aus
den Gruppen der
- a) Alkylsulfate mit einer gesättigten oder ungesättigten, verzweigten oder linearen Alkylgruppe mit 8 bis 22 C-Atomen, vorzugsweise mit 10 bis 16 C-Atomen, be sonders bevorzugt Natriumlaurylsulfat,
- b) Alkylglukoside mit einer gesättigten oder ungesättigten, verzweigten oder linea ren Alkylgruppe mit 8 bis 22 C-Atomen, vorzugsweise mit 10 bis 16 C-Atomen, besonders bevorzugt Laurylglukosid,
- c) Fettsäure-Ethanolamide mit einer gesättigten oder ungesättigten, verzweigten oder linearen Alkylgruppe mit 8 bis 22 C-Atomen, vorzugsweise mit 10 bis 16 C- Atomen, besonders bevorzugt Laurylethanolamid
enthalten, um im Falle von späterer Verschmutzung oder Kontamination der so
behandelten Oberflächen die Verschmutzung oder Kontamination unter Einsatz
üblicher Mittel besser zu entfernen als bei genau so verschmutzten oder kontami
nierten identischen Oberflächen, die nicht mit Formulierungen behandelt wurden,
die eine oder mehrere Komponenten ausgewählt aus den Gruppen a) bis c) ent
hielten.
Unter üblichen Mitteln versteht die vorliegende Erfindung alkalische, neutrale oder
saure Mittel, die je nach Oberfläche und Reinigungsverfahren mit unterschiedli
chen Inhaltsstoffen, wie Tensiden, Enzymen, Oxydantien, Komplexbildnern,
Chlorderivaten, antimikrobiellen Wirkstoffen, Korrosionsinhibitoren oder anderen
Inhaltsstoffen versetzt sein können.
Eine grundlegende Eigenschaft von Tensiden ist es, Oberflächenspannung herab
zusetzen sowie die Hydrophilie an Oberflächen zu erhöhen. Der Fachmann, dem
die Aufgabe der vorliegenden Erfindung gestellt wird und glaubt, er könne einfach
irgendein Tensid verwenden, um den gewünschten Effekt zu erreichen, wird
schnell eines anderen belehrt. Wie auch aus den Beispielen hervorgeht, läßt sich
der durch die vorliegende Erfindung erzielte Effekt eben nicht durch jedes Tensid
erreichen.
Für den Fall, daß die erfindungsgemäß zu verwendenden Formulierungen Lauryl
glukosid enthalten, werden diese Formulierungen vorzugsweise so verwendet,
daß die behandelte Oberfläche aufgrund der antimikrobiellen Eigenschaften von
Laurylglukosid einen zusätzlichen antimikrobiellen Schutz erhält.
Vorzugsweise enthalten die erfindungsgemäß zu verwendenden Formulierungen
zusätzlich eine oder mehrere antimikrobiellen Komponenten ausgewählt aus den
Gruppen der Alkohole, Aldehyde, antimikrobiellen Säuren, Carbonsäureester,
Säureamide, Phenole, Phenolderivate, Diphenyle, Diphenylalkane, Harnstoffderi
vate, Sauerstoff-, Stickstoff-Acetale sowie -Formale, Benzamidine, Isothiazoline,
Phthalimidderivate, Pyridinderivate, antimikrobiellen oberflächenaktiven Verbin
dungen, Guanidine, antimikrobiellen amphoteren Verbindungen, Chinoline, 1,2-
Dibrom-2,4-dicyanobutan, Iodo-2-propynyl-butylcarbamat, Iod, Iodophore, Pero
xide, wobei es besonders bevorzugt ist, wenn die erfindungsgemäßen Formulie
rungen als antimikrobielle Komponenten eine oder mehrere Verbindungen ausge
wählt aus Ethanol, n-Propanol, i-Propanol, 1,3-Butandiol, Phenoxyethanol, 1,2-
Propylenglykol, Glycerin, Undecylensäure, Zitronensäure, 2-Benzyl-4-chlorphenol,
2,2'-Methylen-bis-(6-brom-4-chlorphenol), 2,4,4'-Trichlor-2'-hydroxydiphenylether,
N-(4-Chlorphenyl)-N-(3,4-dichlorphenyl)-harnstoff, N,N'-(1,10-decandiyldi-1-
pyridinyl-4-yliden)-bis-(1-octanamin)-dihydrochlorid, N,N'-Bis-(4-Chlorphenyl)-3,12-
diimino-2,4,11,13-tetraaza-tetradecandiimidamid, quaternären Ammoniumverbin
dungen oder Alkyl-Aminen, Guanidinen, Amphoteren enthalten.
Es ist weiterhin bevorzugt, daß die Formulierungen zusätzlich ein oder mehrere
weitere Tenside ausgewählt aus den Gruppen der anionischen, kationischen,
nichtionischen, amphoteren Tenside, der Alkylaminoxide, der Phosphorsäureester
und deren Salzen sowie der Silikonverbindungen enthalten, wobei es besonders
bevorzugt ist, daß die erfindungsgemäß zu verwendenden Formulierungen als
weiteres nichtionisches Tensid einen alkoxylierten Alkyl-Alkohol mit 8 bis 22 C-
Atomen in der Alkylkette enthalten, besonders bevorzugt aus der Gruppe der ge
mischten Ethoxylate/Propoxylate von verzweigten oder unverzweigten Alkyl-
Alkoholen mit 8 bis 22 C-Atomen in der Alkylkette und der endgruppenverschlos
senen Ethoxylate von verzweigten oder unverzweigten Alkyl-Alkoholen mit 8 bis
22 C-Atomen in der Alkylkette und ganz besonders bevorzugt aus der Gruppe
ethoxylierter und propoxylierter Alkyl-Alkohole mit 12 bis 22 C-Atomen im Alkylteil,
Butylether eines ethoxylierten Alkyl-Alkohols mit 12 bis 22 C-Atomen im Alkylteil
und Methylether eines ethoxylierten Alkyl-Alkohols mit 12 bis 22 C-Atomen im Al
kylteil, wobei es ebenfalls bevorzugt ist, daß die erfindungsgemäß zu verwenden
den Formulierungen als weiteres nichtionisches Tensid wenigstens ein Alkylpoly
glukosid mit 8 bis 14 C-Atomen in der Alkylgruppe und 1 bis 5 Glukoseeinheiten
enthalten und in einer ganz besonders bevorzugten Ausführung die in den erfin
dungsgemäß zu verwendenden Formulierungen enthaltenen Tenside entschäu
mende Eigenschaften haben, wobei diese Ausführungsform insbesondere dann
bevorzugt ist, wenn beispielsweise der Verzicht auf Tenside mit entschäumenden
Eigenschaften starkes Schäumen hervorrufen und der Reinigungs- oder Spülvor
gang in irgendwelcher Form behindert würde.
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform enthalten die erfindungsgemäß zu
verwendenden Formulierungen zusätzlich Lösevermittler, wie beispielsweise Cu
molsulfonat, einwertige Alkohole, wie Isopropanol, Butanol, Ethanol sowie mehr
wertige Alkohole wie Glykole oder Glycerin sowie deren Ether und Ester, wobei
unter dem Begriff Lösevermittler auch Tenside, wie Fettaminethoxylate und ande
re Stoffe mit lösungsvermittelnden Eigenschaften fallen können.
Es ist weiterhin bevorzugt, daß die erfindungsgemäß zu verwendenden Formu
lierungen in einer Darreichungsform, ausgewählt aus wäßriger Lösung, Gel, Emul
sion, Paste, Dispersion, Pulver, Granulat, Schuppen, Perlen, Tabletten, blockarti
ge Formkörper, Extrudat vorliegen, wobei es besonders bevorzugt ist, wenn die
verwendeten Formulierungen aus einer nicht wäßrigen Darreichungsform und ei
ner wasserlöslichen Hülle, die vorzugsweise auf Polyvinylalkohol basiert, beste
hen, und wenn ganz besonders bevorzugt die wasserlösliche Hülle einen Teil der
Formulierungsbestandteile enthält.
Weiterhin ist es bevorzugt, daß die erfindungsgemäß zu verwendenden Formulie
rungen, je nach Verschmutzungsart, Verfahrens-, Maschinen- und anderweitig
bedingten Voraussetzungen, in unverdünnter oder verdünnter Form auf die Ober
fläche aufgebracht werden, wobei es besonders bevorzugt ist, daß die zu behan
delnde Oberfläche durch Tauchen behandelt wird. In einer weiteren bevorzugten
Ausführung der vorliegenden Erfindung ist es bevorzugt, daß die erfindungsge
mäß zu verwendenden Formulierungen in unverdünnter oder verdünnter Form auf
die zu behandelnden Oberflächen über Hilfsmittel, die ausgewählt sein können
aus Pinsel, Schwamm, Rollen, Tücher, Lappen, Bürsten, Wischer, Gummi, Mops,
Flachwischbezüge, Sprühvorrichtungen aufgebracht wird.
Es ist weiterhin bevorzugt, die erfindungsgemäß zu verwendenden Formulierun
gen mit Wasser auf Konzentrationen unter 15000 ppm, besonders bevorzugt auf
15 bis 10 000 ppm und ganz besonders bevorzugt auf 50 bis 1000 ppm zu verdün
nen und in dieser Konzentration die zu behandelnden Oberflächen zu beaufschla
gen. Die Kontaktzeit zwischen den erfindungsgemäß zu verwendenden Formulie
rungen und den zu behandelnden Oberflächen ist vorzugsweise mindestens die
Zeit, die erforderlich ist, um die zu behandelnde Oberfläche zu benetzen, wobei es
besonders bevorzugt ist, wenn die Kontaktzeit länger als 5 Sekunden beträgt und
ganz besonders bevorzugt ist, wenn nach dem Kontakt kein Nachspülen mit Was
ser erfolgt. Die Behandlungstemperatur beträgt vorzugsweise 5 bis 95°C und liegt
besonders bevorzugt zwischen 20 und 85°C.
Vorzugsweise werden die erfindungsgemäß zu verwendenden Formulierungen für
die Behandlung von Oberflächen aus Kunststoff und/oder Glas und/oder Keramik
und/oder Porzellan und/oder Quarz und/oder Granit und/oder Metall und/oder Holz
herangezogen, wobei es besonders bevorzugt ist, daß die zu behandelnden
Oberflächen von Geschirr, Fenstern, Fliesen, Bodenbelägen, Holz- und Steinflä
chen und -böden und -wänden sowie beschichteten oder unbeschichteten Tanks
oder sonstigen Behältern, Leitungen, Transportbändern, Gebinden, wie beispiels
weise Mehrwegflaschen aus Glas, Kunststoff, wie PET, oder Textilien stammen.
In einer besonders bevorzugten Ausführung ist beim Einsatz der erfindungsgemäß
zu verwendenden Formulierungen zu beobachten, daß über einen längeren Zeit
raum beobachtet, der Verschleiß, die Verkratzungsanfälligkeit und die Korrosion
von Kunststoffen gesenkt werden kann.
Es ist ebenfalls bevorzugt, daß die erfindungsgemäß zu verwendenden Formulie
rungen während oder nach manuellen oder maschinellen Geschirrspül- und/oder
-reinigungsvorgängen mit den zu behandelnden Oberflächen in Kontakt gebracht
werden, wobei es besonders bevorzugt ist, die erfindungsgemäß zu verwenden
den Formulierungen als Klarspüler einzusetzen.
In einem Praxisversuch werden während des Spülprozesses in einer Spülmaschi
ne Porzellanteller mit einem Klarspüler beaufschlagt. Dabei wird untersucht, wie
Klarspüler, die den erfindungsgemäß zu verwendenden Formulierungen entspre
chen, sich im Vergleich zu handelsüblichen Klarspülern auf den soil release Effekt
auswirken.
In einer haushaltsüblichen Spülmaschine (z. B. Fa. Miele) werden Speiseteller für
den gewerblichen Gebrauch mit einem Durchmesser von 25 cm bei mindestens
70°C mit einem handelsüblichen Geschirrreiniger wie z. B. Perclin Supra vollstän
dig gereinigt. Diese so gereinigten Teller werden für die Versuche verwendet.
Der Tank einer Ein-Tank-Spülmaschine (z. B. Fa. Krefft) wird mit enthärtetem
Wasser gefüllt und auf 60°C Betriebstemperatur aufgeheizt. Die Reinigungslösung
wird so eingestellt, daß im Tank die Konzentration von Perclin Supra 1 g pro Liter
Wasser beträgt.
Zwischen Boiler und Tank der Geschirrspülmaschine (Ein-Tank-Spülmaschine)
wird die Zuleitung des Dosiergerätes für den Klarspüler angeschlossen. Die Ra
sterstellung des Dosiergerätes wird so eingestellt, daß pro Liter enthärtetem Was
ser ca. 0,57 g Klarspüler zudosiert werden. Pro Klarspülgang wird die Ein-Tank-
Spülmaschine auf einen Verbrauch von etwa 5 l enthärtetem Wasser eingestellt.
Die Temperatur des Wassers im Klarspülgang wird auf 75°C eingestellt.
In die nun so vorbereitete Ein-Tank-Spülmaschine werden pro Versuch 6 gerei
nigte Speiseteller mittels eines Geschirrkorbes eingesetzt. Die Speiseteller stehen
dabei aufrecht und versetzt in dem Geschirrkorb. Die Spülmaschine wird ver
schlossen und die Teller werden bei 60°C über 60 Sekunden einem Reinigungs
schritt mit einer wäßrigen Perclin Supra Lösung unterzogen. Im Anschluß an den
Reinigungsschritt setzt direkt der Nachspülgang ein. Durch eine Sprühvorrichtung
wird im Versuch 1 die wäßrige 70°C warme Lösung eines handelsüblichen Klar
spülers 1 und im Versuch 2 die wäßrige 70°C warme Lösung eines erfindungsge
mäßen Klarspülers 2 auf die Speiseteller aufgebracht. Nach Beendigung des
Nachspülganges wird die Spülmaschine geöffnet und der Geschirrkorb mit den
Tellern entnommen. Die so behandelten Speiseteller werden nach dem Abkühlen
und Trocknen bei Raumtemperatur gemäß einer standardisierten Testmethode mit
einer Stärkeverschmutzung angeschmutzt. Hierfür wird eine etwa 6%ige wäßrige
Maisstärke enthaltende Zusammensetzung nach Aufkochenlassen auf 75°C ab
gekühlt und davon je Teller ca. 4 mL mit Pinsel aufgetragen. Die so behandelten
Teller läßt man mindestens 3 Stunden stehen und läßt anschließend 16 Stunden
bei ca. 80°C trocknen. Nach dem Abkühlen werden die Teller wie im folgenden
Text beschrieben weiterbehandelt.
Mit den gemäß Versuch 1 und Versuch 2 mit unterschiedlichen Klarspülern be
handelten und danach angeschmutzten Speisetellern wird der Reinigungsschritt in
der Ein-Tank-Spülmaschine wiederholt. Dazu wird der Tank der Ein-Tank-
Spülmaschine wiederum mit enthärtetem Wasser gefüllt. Pro Liter enthärtetem
Wasser wird 1 g Geschirrspülmittel Perclin Supra hinzugegeben. Die Ein-Tank-
Spülmaschine wird auf eine Betriebstemperatur von 60°C gebracht. Die ange
schmutzten Teller werden wiederum in aufrechter Position mittels eines Geschirr
korbes in die Spülmaschine eingebracht und die Ein-Tank-Spülmaschine wird ge
schlossen. Der je 60 Sekunden dauernde Reinigungsschritt wird fünfmal wieder
holt, so daß insgesamt fünf Minuten gereinigt wird. Direkt danach wird die Spül
maschine geöffnet und der Geschirrkorb mit den Speisetellern der Spülmaschine
entnommen. Die Speiseteller trocken und kühlen bei Raumtemperatur ab. Die
Speiseteller werden zur Visualisierung der verbliebenen Stärkereste kurz in eine
standardmäßig durch Lösen von Jod und Kaliumjodid in Wasser vorbereitete Jod
lösung eingetaucht.
Die sichtbar gemachte verbliebene Stärkeanschmutzung wird mittels Vergleich
stellern bewertet. Die Bewertungssklala reicht von 0 = nicht sauber (keine Stär
keentfernung erkennbar) bis 10 = optimal sauber.
Die Speiseteller, die gemäß Versuch 1 mit einem handelsüblichen Klarspüler 1
behandelt werden, erzielen einen Durchschnittswert von 3,5.
Die Speiseteller, die gemäß Versuch 2 mit einem erfindungsgemäßen Klarspüler 2
behandelt werden und ansonsten gleiche Bedingungen durchlaufen, erzielen ei
nen Durchschnittswert von 6,5.
Die Bewertung des Reinigungsergebnisses fällt bei Einsatz einer erfindungsge
mäß zu verwendenden Formulierung um drei Punkte besser aus als bei Speise
tellern, die mit üblichen Formulierungen behandelt werden.
Die Behandlung mit einer Formulierung, die Natriumlaurylsulfat enthält, bringt also
eine sichtbare Erleichterung für den Reinigungsprozess von Oberflächen, wie im
Beispiel der Speiseteller gezeigt.
Claims (21)
1. Verwendung von Formulierungen zur wiederholten Behandlung von festen
Oberflächen während oder nach einem Reinigungsvorgang, die eine oder meh
rere Komponenten ausgewählt aus den Gruppen der
- a) Alkylsulfate mit einer gesättigten oder ungesättigten, verzweigten oder li nearen Alkylgruppe mit 8 bis 22 C-Atomen,
- b) Alkylglucoside mit einer gesättigten oder ungesättigten, verzweigten oder linearen Alkylgruppe mit 8 bis 22 C-Atomen,
- c) Fettsäure-Ethanolamide mit einer gesättigten oder ungesättigten, ver zweigten oder linearen Alkylgruppe mit 8 bis 22 C-Atomen,
2. Verwendung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Gruppe a)
Alkylsulfate mit einer gesättigten oder ungesättigten, verzweigten oder linearen
Alkylgruppe mit 10 bis 16 C-Atomen umfaßt.
3. Verwendung nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß aus der Gruppe a) Natriumlaurylsulfat enthalten ist.
4. Verwendung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß
die Gruppe b) Alkylglucoside mit einer gesättigten oder ungesättigten, ver
zweigten oder linearen Alkylgruppe mit 10 bis 16 C-Atomen umfaßt.
5. Verwendung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß
aus der Gruppe b) Laurylglucosid enthalten ist.
6. Verwendung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß
Laurylglucosid der behandelten Oberfläche einen zusätzlichen antimikrobiellen
Schutz gibt.
7. Verwendung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß
die Gruppe c) Fettsäure-ethanolamide mit einer gesättigten oder ungesättigten,
verzweigten oder linearen Alkylgruppe mit 10 bis 16 C-Atomen umfaßt.
8. Verwendung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß
aus der Gruppe c) das Laurylethanolamid enthalten ist.
9. Verwendung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß
die Formulierungen zusätzlich eine oder mehrere antimikrobielle Komponenten
ausgewählt aus den Gruppen der Alkohole, Aldehyde, antimikrobiellen Säuren,
Carbonsäureester, Säureamide, Phenole, Phenolderivate, Diphenyle, Diphe
nylalkane, Harnstoffderivate, Sauerstoff-, Stickstoff-Acetale sowie -Formale,
Benzamidine, Isothiazoline, Phthalimidderivate, Pyridinderivate, antimikrobiel
len oberflächenaktiven Verbindungen, Guanidine, antimikrobiellen amphoteren
Verbindungen, Chinoline, 1,2-Dibrom-2,4-dicyanobutan, Iodo-2-propynyl-butyl
carbamat, Iod, Iodophore, Peroxide enthalten.
10. Verwendung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß
die Formulierungen zusätzlich ein oder mehrere weitere Tenside ausgewählt
aus den Gruppen der anionischen, kationischen, nichtionischen, amphoteren
Tenside, der Alkylaminoxide, der Silikonverbindungen und der Phosphorsäu
reester und deren Salzen enthalten.
11. Verwendung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet,
daß als weiteres nichtionisches Tensid ein alkoxylierter Alkyl-Alkohol mit 8 bis
22 C-Atomen in der Alkylkette enthalten ist.
12. Verwendung nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet,
daß die Formulierungen zusätzlich Lösevermittler enthalten.
13. Verwendung nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet,
daß die Formulierungen als wäßrige Lösung, Gel, Emulsion, Paste, Dispersion,
Pulver, Granulat, Schuppen, Perlen, Tabletten, blockartige Formkörper, Extru
dat vorliegen.
14. Verwendung nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß die Formulie
rungen aus einer nicht wäßrigen Darreichungsform und einer wasserlöslichen
Hülle, die vorzugsweise auf Polyvinylalkohol basiert, bestehen.
15. Verwendung nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, daß die wasserlösli
che Hülle einen Teil der Formulierungsbestandteile enthält.
16. Verwendung nach einem der Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet,
daß die Formulierungen in unverdünnter oder verdünnter Form auf die Ober
fläche aufgebracht werden.
17. Verwendung nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, daß die zu behan
delnde Oberfläche durch Tauchen behandelt wird.
18. Verwendung nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, daß die zu behan
delnde Oberfläche über Hilfsmittel, die ausgewählt sein können aus Pinsel,
Schwamm, Rollen, Tücher, Lappen, Bürsten, Wischer, Gummi, Mops, Flach
wischbezüge, Sprühvorrichtung behandelt wird.
19. Verwendung nach einem der Ansprüche 1 bis 18, dadurch gekennzeichnet,
daß die Materialien der zu behandelnden Oberfläche ausgewählt sind aus
Kunststoff und/oder Glas und/oder Keramik und/oder Porzellan und/oder Quarz
und/oder Granit und/oder Metall und/oder Holz.
20. Verwendung von Formulierungen nach den Ansprüchen 1 bis 19, während oder
nach manuellen oder maschinellen Geschirrspül- und/oder -reinigungsvor
gängen.
21. Verwendung nach Anspruch 20, dadurch gekennzeichnet, daß Formulierungen
gemäß den Ansprüchen 1 bis 15 als Klarspüler eingesetzt werden.
Priority Applications (9)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19956238A DE19956238A1 (de) | 1999-11-23 | 1999-11-23 | Verwendung von Formulierungen zur Behandlung von Oberflächen zur temporären Verbesserung des Schmutzablöseverhaltens |
| PCT/EP2000/011219 WO2001038468A1 (de) | 1999-11-23 | 2000-11-14 | Verwendung von schmutzablösende formulierungen zur behandlung von oberflächen |
| DE50003481T DE50003481D1 (de) | 1999-11-23 | 2000-11-14 | Verwendung von schmutzablösenden formulierungen zur behandlung von oberflächen |
| PL00355625A PL355625A1 (en) | 1999-11-23 | 2000-11-14 | Use of formulations for treating surfaces for temporarily improving dirt-removing behavior |
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