DE19954389A1 - Prooftestapparatur für keramische Dentalwurzelstifte - Google Patents
Prooftestapparatur für keramische DentalwurzelstifteInfo
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Abstract
Die Erfindung mit dem Titel "Prooftestapparatur für keramische Dentalwurzelstifte" beinhaltet eine Konstruktion, mit der dentalprothetische Wurzelstifte aus keramischen Werkstoffen kurz vor dem klinischen Einsatz auf mögliche Fehlstellen im Material hin geprüft werden können. DOLLAR A Die Maschine ist so ausgelegt, dass Wurzelstifte, die aufgrund von keramiktypischen kritischen Mikrofehlstellen eine geforderte klinische Einsatzbeanspruchung nicht ertragen können, durch das Kriterium Bruch ausgelesen werden. DOLLAR A Keramische Werkstoffe frakturieren immer aufgrund von Zugspannungsspitzen im Bereich von Fehlstellen. Daher können solche Fehlstellen indirekt über die Beanspruchbarkeit des Werkstoffs detektiert werden. Diesen Zusammenhang macht sich die Erfindung für keramische Dentalwurzelstifte zunutze. Mit Hilfe der Apparatur könnten klinische Fälle ausgeschossen werden, bei denen keramische Dentalwurzelstifte, die von aussen nicht sichtbare aber bruchmechanisch kritische Fehlstellen enthalten, am Patienten eingegliedert werden und dann im Mund frakturieren.
Description
Die Erfindung betrifft eine Apparatur, mit deren Hilfe keramische Dentalwurzelstifte kurz
vor ihrem klinischen Einsatz auf ihre Beanspruchbarkeit hin mit Hilfe eines sogenannten
Prooftests untersucht werden können.
Für Restaurationen mit Stiftaufbauten stehen metallische und seit einiger Zeit auch Den
talwurzelstifte aus keramischen Werkstoffen (z. B. Zirkonoxid, ZrO2) zur Verfügung.
Diese Dentalwurzelstifte dienen zur Verankerung einer Krone (Stiftkrone) in der Wurzel
eines endodontisch vorbehandelten Zahnes. Die Vorteile der keramischen Stifte liegen
darin, daß sie hohe Ansprüche an die Ästhetik erfüllen können. Im Gegensatz zu konven
tionellen Wurzelstiften aus Titan weisen keramische Wurzelstifte nämlich keine negativen
Farbeffekte auf, wenn ein Aufbau mit einer vollkeramischen Zahnkrone erfolgen soll. Au
ßerdem gelten keramische Werkstoffe als biokompatibler im Vergleich zu Metallen.
Zur Zeit kommerziell erhältliche keramische Wurzelstifte (Typ Cosmopost, Ivoclar,
Schaan, FL und Typ Cerapost, Komet, Lemgo, FRG) sind ca. 20 mm lang und haben
Durchmesser zwischen 1,4 und 1,7 mm. In Stiftachsenrichtung besitzen sie einen zylindri
schen und einen konischen Abschnitt. Mit dem konischen Abschnitt wird der Wurzelstift
klinisch im distalen Bereich der Pulpa, d. h. zur Pulpaspitze hin, verankert. Am proxima
len, zylindrischen, nicht konischen Ende des Wurzelstiftes, d. h. auf der entgegengesetzten
Seite wird mit einem Aufbaumaterial ein künstlicher Zahnstumpf befestigt, der dann sei
nerseits zur Befestigung einer künstlichen Zahnkrone dient.
Es ist bekannt, dass wie bei allen Bauteilen aus keramischen Werkstoffen auch bei kerami
schen Dentalwurzelstiften aufgrund der statistischen Fehlstellenpopulation die Festigkeits
werte streuen. Das bedeutet, dass es für keramische Wurzelstifte keinen einzelnen Festig
keitswert gibt, sondern, dass nur eine Ausfallwahrscheinlichkeit für eine charakteristische
Festigkeit angegeben werden kann. Gerade im medizinischen Bereich ist jedoch eine Aus
fallwahrscheinlichkeit von 0% unter den auftretenden Einsatzspannungen gewünscht, um
Reoperationen zu vermeiden.
Es ist weiterhin bekannt, dass eine Ausfallwahrscheinlichkeit von 0% bei einer definierten
Einsatzspannung durch den im technischen Bereich etablierten Prooftest sichergestellt
werden kann. Dabei handelt es sich um einen Auslesetest. Dies bedeutet, dass die Bauteile,
die den Beanspruchungen im späteren Einsatz nicht standhalten, ausgelesen werden. Das
Auslesen erfolgt durch das Kriterium Bruch. Die induzierte Prüfspannung wird dabei als
Überlastspannung gewählt, um einen Sicherheitsabstand zur Einsatzbeanspruchung zu rea
lisieren. Diese Überlastspannung wird auf der Grundlage des sogenannten Veff/Seff-Modells
(z. B. Munz, D., Fett, T.: Mechanisches Verhalten keramischer Werkstoffe, Springer, Ber
lin, 1989) kalkuliert. Dieses Rechenmodell ist so ausgelegt, dass die Ausfallwahrschein
lichkeit der Bauteile, die den Prooftest bestehen (kein Bruch), im späteren Einsatz in Bezug
auf die zuvor definierte Einsatzbeanspruchung 0% ist.
Es ist auch bekannt, dass für verschiedene keramische Komponenten ein individuell zuge
schnittener Prooftest entwickelt worden ist. Ein Beispiel hierfür ist ein Prooftest für Röhren
aus gesinterter Keramik, die mittels eines aufgebrachten Innendruckes getestet werden
(Proof-testing of the strength of tubes of sintered ceramic material, Veröffentlichungs
nummer GB 1531557). Es ist weiterhin bekannt, dass für Prooftests auch Thermospan
nungen eingesetzt werden können (Prooftest for ceramic parts DE 44 19 750). Die verschie
denen Prüfapparaturen wurden jeweils auf die speziellen konstruktiven Eigenheiten der
Komponenten und auf die individuell verschiedenen Einsatzrandbedingungen abgestimmt.
Es ist weiterhin bekannt, dass im medizinischen Bereich der Prooftest seit vielen Jahren als
Auslesetest für keramische Hüftgelenkendoprothesen (Werkstoffe: Aluminiumoxid, Al2O3
und Zirkonoxid, ZrO2) angewandt wird (Verfahren zum Prüfen von keramischen Pfannen
für Hüftgelenkendoprothesen, DE 197 18 615 A 199 80 108). Dabei werden die zu testenden
keramischen Pfannen abgestimmt auf die physiologische Belastungssituation im Hüftge
lenksbereich mit einer Überlast zyklisch beansprucht. Für keramische Komponenten, die
im zahnmedizinischen oder zahntechnischen Bereich in Form von Prothesen oder Implan
taten zum Einsatz kommen, sind bisher keine Testapparaturen entwickelt worden, mit de
nen die Bauteile einem Prooftest unterzogen werden könnten.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Apparatur zu schaffen, mit der keramische
Dentalwurzelstifte kurz vor dem klinischen Einsatz auf mögliche Fehlstellen im Material
hin geprüft werden können. Dabei sollen die Wurzelstifte durch eine auf den theoretischen
Grundlagen des Prooftests (Seff/Veff-Modell) definierte Überlast mechanisch beansprucht
werden. Die durch diese Überlast beim Test im Bauteil erzeugten (Zug-)Spannungen sollen
sich dabei an den später im Mund erwarteten maximalen (Zug-)Einsatzspannungen orien
tieren.
Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch eine sogenannte Prooftestapparatur gelöst, bei
der kommerziell erhältliche Dental-Wurzelstifte aus keramischen Werkstoffen (z. B. aus
Aluminiumoxid und Zirkonoxid) einem Auslesetest unterzogen werden. Die Stifte werden
dabei einer Biegebelastung ausgesetzt. Die durch die Höhe der Biegebelastung erzeugte
Zugbeanspruchung orientiert sich an den in vivo auftretenden Spannungen.
Ein notwendiges Konstruktionsmerkmal der vorliegenden Erfindung besteht darin, dass die
Last als Vier-Punkt-Biegebelastung aufgebracht wird. Dadurch wird der Wurzelstift über
einen weiten Bereich einem konstanten maximalen Biegemoment unterzogen. Die Last
wird über ein Gestänge, abgefedert durch ein Dämfersystem mit einstellbarem Vorschub,
aufgebracht.
Eine weiteres notwendiges Konstruktionsmerkmal der vorliegenden Erfindung besteht
darin, dass die Biegebelastung in definierten Winkelschritten mehrfach hintereinander auf
gebracht werden kann. Der Wurzelstift wird dazu entlastet, um einen definierten Winkel
schritt um seine Achse gedreht und anschließend wieder belastet. Dieser Vorgang wieder
holt sich über dem gesamten Umfang des Wurzelstiftes. Dadurch wird ein maximal mögli
ches Teilvolumen bzw. eine maximal mögliche Teiloberfläche des dentalkeramischen
Wurzelstiftes mit (für Keramik versagensrelevanten) Zugspannungen beansprucht und da
mit auf Fehlstellen hin geprüft.
Erfindungsgemäß ist vorgesehen, die Roationsbewegung des Wurzelstiftes vorzugsweise
mit Hilfe eines Schrittmotors auszuführen.
Erfindungsgemäß ist ferner vorgesehen, dass die Rotationsbewegung alternativ mittels ei
nes gerasterten Drehknopfes von Hand ausgeführt werden kann.
Erfindungsgemäß ist ferner vorgesehen, dass die Ankopplung zwischen Rotationseinheit
und Wurzelstift über eine lösbare Kupplung erfolgt. Die Kupplungseinheit besteht auf der
Seite der Rotationseinheit aus einem Elektromagneten und auf der Seite des dentalen Wur
zelstiftes aus einer ferromagnetischen Hülse, die mittels Konusklemmsitz auf den koni
schen Abschnitt des Wurzelstiftes aufgesteckt ist.
Erfindungsgemäß ist ferner vorgesehen, dass die Rotationseinheit in Richtung der Wurzel
stiftachse verschiebbar gelagert ist, so daß sie an den Wurzelstift mit aufgesteckter ferro
magnetischer Hülse herangefahren und wieder zurückgefahren werden kann.
Erfindungsgemäß ist vorgesehen, dass kurz vor der jeweiligen Belastung des keramischen
Dentalwurzelstiftes durch Abschalten des Elektromagneten die Verbindung zwischen Wur
zelstift (mit aufgeklemmter ferromagnetischer Hülse) und Rotationseinheit getrennt und
die Rotationseinheit zurückgefahren werden kann.
Erfindungsgemäß ist ferner vorgesehen, dass nach dem jeweiligen Belastungsvorgang des
dentalkeramischen Wurzelstiftes zum Drehen des Stiftes in einem definierten Winkelschritt
nach Heranfahren der Rotationseinheit an der Wurzelstift durch Anschalten des Elektro
magneten die Verbindung zwischen Wurzelstift (mit aufgeklemmter ferromagnetischer
Hülse) und Rotationseinheit drehmomentübertragend geschlossen werden kann.
Auf der beiliegenden Skizze mit angefügter Bezugszeichenliste ist ein Ausführungsbeispiel
für die Erfindung dargestellt.
1
keramischer Dentalwurzelstift
2
unteres Auflager mit Rollen
3
oberes Auflager mit Rollen
4
Last
5
Gestänge
6
Dämpfersystem
7
Rotationseinheit, in Richtung der Wurzelstiftachse verfahrbar
8
Elektromagnet
9
ferromagnetische Hülse mit angepaßtem Innenkonus
Anmerkung
Zur Vier-Punkt-Biegeeinheit gehören die Komponenten
Anmerkung
Zur Vier-Punkt-Biegeeinheit gehören die Komponenten
2
und
3
,
zur Belastungseinheit gehören die Komponenten
zur Belastungseinheit gehören die Komponenten
3-6
,
zur Rotationseinheit gehören die Komponenten
zur Rotationseinheit gehören die Komponenten
7
und
8
und
zur Kupplungseinheit gehören die Komponenten
zur Kupplungseinheit gehören die Komponenten
8
und
9
.
Claims (10)
1. Prooftestapparatur für keramische Dentalwurzelstifte, gekennzeichnet durch folgende
Merkmale:
- - Belastungseinheit, die die keramischen Dentalwurzelstifte mit einsatzrelevanten Zug spannungen beansprucht,
- - Rotationseinheit, mit der die keramischen Dentalwurzelstifte unabhängig vom Belas tungsvorgang um ihre eigene Achse in definierten Winkelschritten, reproduzierbar gedreht werden können und
- - Kupplungseinheit, über die Belastungs- und Rotationsvorgang der keramischen Dental wurzelstifte entkoppelt voneinander ausgeführt werden können.
2. Prooftestapparatur nach Schutzanspruch 1
dadurch gekennzeichnet,
dass die Belastungseinheit vorzugsweise als Vier-Punkt-Biege-Vorrichtung ausgeführt ist.
3. Prooftestapparatur nach Schutzanspruch 1
dadurch gekennzeichnet,
dass die Belastungseinheit alternativ als Drei-Punkt-Biege-Vorrichtung ausgeführt ist.
4. Prooftestapparatur nach Schutzanspruch 2 und 3
dadurch gekennzeichnet,
dass die Belastungen durch aufgelegte Gewichte aufgebracht werden.
5. Prooftestapparatur nach Schutzanspruch 2 und 3
dadurch gekennzeichnet,
dass die Lastanstiegsgeschwindigkeit durch ein Dämpfersystem eingestellt werden kann,
das sich zwischen aufgelegten Gewichten und Biegeeinheit befindet.
6. Prooftestapparatur nach Schutzanspruch 1
dadurch gekennzeichnet,
dass die Kupplungseinheit aus einem Elektromagneten und einer auf das konische Ende
des keramischen Dentalwurzelstiftes aufgesteckten ferromagnetischen Hülse mit angepaß
ter konischer Innenbohrung besteht.
7. Prooftestapparatur nach Schutzanspruch 1
dadurch gekennzeichnet,
dass die Rotationseinheit aus einer Welle besteht, an deren Ende sich die Kupplungseinheit
befindet.
8. Prooftestapparatur nach Schutzanspruch 7
dadurch gekennzeichnet,
dass die Rotationseinheit in Richtung der Wurzelstiftachse verschiebbar gelagert ist.
9. Prooftestapparatur nach Schutzanspruch 7
dadurch gekennzeichnet,
dass die Rotationseinheit vorzugsweise mit Hilfe eines Schrittmotors rotiert wird.
10. Prooftestapparatur nach Schutzanspruch 7
dadurch gekennzeichnet,
dass die Rotationseinheit alternativ durch einen gerasterten Drehknopf von Hand rotiert
wird.
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| DE1999154389 DE19954389C2 (de) | 1999-11-12 | 1999-11-12 | Prooftestapparatur für keramische Dentalwurzelstifte |
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Publications (2)
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|---|---|
| DE (1) | DE19954389C2 (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| CN118190597A (zh) * | 2024-04-09 | 2024-06-14 | 严选(山东)医疗服务集团有限公司 | 一种口腔正畸牙周膜拉伸测试装置 |
| CN120142020A (zh) * | 2025-05-15 | 2025-06-13 | 山西省人民医院 | 基于牙釉质裂纹特征的体外正畸力测试工装及加力方法 |
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| DE19733323A1 (de) * | 1997-08-01 | 1999-02-18 | Rainer Prof Dr Ing Renz | Verfahren und Vorrichtung zur Bestimmung der Festigkeit von Fasern, insbesondere Keramikfasern |
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| GB1531557A (en) * | 1977-06-24 | 1978-11-08 | Chloride Silent Power Ltd | Proof-testing of the strength of tubes of sintered ceramic material |
| DE4419750C1 (de) * | 1994-06-06 | 1995-06-22 | Siemens Ag | Prooftest für keramische Bauteile |
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1999
- 1999-11-12 DE DE1999154389 patent/DE19954389C2/de not_active Expired - Fee Related
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Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DE19954389C2 (de) | 2002-07-04 |
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Legal Events
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