DE19950237A1 - Vorrichtung zur Erfassung des respiratorischen Nasenstroms - Google Patents
Vorrichtung zur Erfassung des respiratorischen NasenstromsInfo
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Abstract
Vorrichtung zur Registrierung des respiratorischen Nasenstroms, bei der in die Wand eines kleinen verformbaren Rohrstückes (1) zwei sehr empfindliche Drucksensoren (2) in einem bestimmten Abstand voneinander eingebracht sind, deren Meßsignale einer Meßvorrichtung (5) zur Ermittlung der aufzuzeichnenden Signaldifferenz zugeführt werden. Die verwendeten Drucksensoren (2) haben eine hohe obere Grenzfrequenz, vorzugsweise von mindestens 1000 Hz. Zwischen den beiden Drucksensoren (2) ist vorzugsweise eine Klemme (3) zur Optimierung der Signaldifferenz angeordnet. Die Signaldifferenz wird vorzugsweise in einer auf dem Schlauch (1) angebrachten Meßvorrichtung (5) ermittelt und telemetrisch übertragen.
Description
Gegenstand der Erfindung ist eine Vorrichtung zur Erfassung des
respiratorischen Nasenstroms mit den Merkmalen der Patentansprüche.
In der Intensivmedizin und in der Schlafanalyse besteht die Notwendigkeit, die
Atmung des Patienten möglichst nichtinvasiv, und somit nicht störend und
möglichst genau zu überwachen und zu analysieren. Das primäre Signal des
Atmens ist der respiratorische Strom. Daher bietet es sich an, diesen mit
möglichst empfindlichen Sensoren fortlaufend zu erfassen.
In der Intensivmedizin tritt das Problem der Überwachung der Atmung
insbesondere während der Entwöhnung von der Beatmungsmaschine auf: Man
entfernt den Tubus und möchte dann eine nichtinvasive Kontrolle darüber
haben, ob und wie der betreffende Patient spontan atmet. Thoraxbewegungen,
die sich elektrisch erfassen lassen, sind kein zuverlässiges Signal für eine
intakte Atmung; dies ist nur der Atemstrom durch den Mund und/oder die Nase,
wobei hier die Nase wichtiger ist, da sie normalerweise nicht verschlossen
werden kann.
Bezüglich der Schlafanalyse kommt es nicht nur darauf an, Atmungsstillstände,
sogen. Apnoen, festzustellen; worunter man definitionsgemäß ein Sistieren der
Atmung für länger als 10 Sekunden versteht. Diese Stillstände müssen zudem
differenziert werden, nämlich ob sie obstruktiv sind - d. h. durch eine
mechanische Verlegung der Atemwege bedingt sind - oder ob das nervale
Atmungszentrum aussetzt. Eine solche Unterscheidung kann mit Hilfe der
sogenannten kardiogenen respiratorischen Oszillationen gelingen, die im
Atemstrom gemessen werden; es handelt sich um herzschlagsynchrone
Variationen einer Signalgröße. Zwei Arten solcher Variationen unterscheidet
man: die einer Konzentration eines Atemgases (Kohlendioxid oder Sauerstoff)
und die Variation des Atemstroms. Die kardiogenen Oszillationen kommen
deshalb zustande, weil normalerweise der Herzschlag das Atemgas um knapp
10 ml kurzzeitig hin und her schiebt. (Barnikol, Perspektiven einer innovativen
Funktionsdiagnostik des Bronchialsystems, Dustri-Verlag 1997, ISBN-3-87185-
276-7), was zum normalen Atmungsvolumen von etwa 600 Millilitern
vergleichsweise wenig ist.
Misst man nun am Mund sowohl den periodischen Atemstrom und gleichzeitig
Kohlendioxid-Signale (beispielsweise mit einem Pneumotachographen bzw. mit
einem Kohlendioxid-Sensor), so fassen sich Apnoen (Atmungsstillstände) in
obstruktive und zentrale unterteilen. Ist nämlich weder ein Atemstrom noch ein
kardiogenes Signal vorhanden, so liegt eine obstruktive Apnoe vor; ist dagegen
nur das kardiogene Signal vorhanden, so wurde die Apnoe zentral ausgelöst;
denn das vom Herzen erzeugte Signal mit seiner typischen Grundfrequenz von
etwa 1 Hz indiziert einen offenen Atmungstrakt, da sonst diese Signale den
Mund nicht erreichen könnten.
Das Problem der kardio-respiratorischen Konzentrationssignale ist, dass sie
nicht in jedem Moment einen offenen Respirationstrakt anzeigen können, weil
sie nicht in jeder Phase des Atmungszyklus vorhanden sind, beispielsweise
während der Inspiration nicht. Sie können nämlich nur dann entstehen, wenn
der Konzentrations-Sensor gerade einen Konzentrationsgradienten "sieht".
Deshalb ist es erforderlich einen zuverlässigen Sensor, der sich am Mund im
Atemstrom befindet, für ein kardiogenes Signal zu haben. Anders als die
kardiogenen Konzentrationssignale ist der Atemstrom selbst ein zuverlässiges
kardiogenes Signal, denn die mechanischen kardio-respiratorischen
Oszillationen sind - unabhängig von der Zusammensetzung des Atemgases -
immer vorhanden. Allerdings muss ein hier brauchbarer Atemstrom-Sensor
extrem empfindlich sein, darf praktisch keine Ansprechzeit und muß eine
ausreichend geringe Einstellzeit von etwa 1 ms haben, um die stets kleinen
schnellen mechanischen kardio-respiratorischen Signale deutlich erfassen zu
können - und er darf nicht stören, weder die Atmung beeinflussen noch den
Menschen irritieren.
Eine Meßvorrichtung, die den vorsehend genannten Anforderungen entspricht,
ist im Stand der Technik nicht bekannt.
Die dargelegte Aufgabe wird erfindungsgemäß mit Hilfe eines
Nasenstromsensors gelöst, der zwei in der Wand eines elastischen Schlauchs
in bestimmtem Abstand angeordnete Drucksensoren aufweist und in eines der
beiden Nasenlöcher des betreffenden Menschen eingebracht wird. Das andere
Nasenloch kann offen bleiben und auch der Mund, sodass der
Nasenstromsensor nur einen Teil des Atemstroms erfasst. In jedem Teil des
Atemstroms findet sich immer auch die mechanische kardio-respiratorische
Komponente wieder.
Abb. 1 zeigt einen Längsschnitt des erfindungsgemäßen Nasenstromsensors.
Dieser besteht aus einem Stück Schlauch (1), in dessen Wand in einem
geeigneten Abstand zwei empfindliche Drucksensoren (2) derart eingebracht
sind, dass sie den Gasdruck im Inneren des Schlauchstückes signalisieren
können. Durch die Anordnung der Sensoren wird erreicht, dass das
Sensorsystem praktisch keine Ansprechzeit besitzt. Die Sensoren haben
vorzugsweise eine obere Grenzfrequenz von mindestens 1000 Hz. Zwischen
den beiden Sensoren befindet sich vorzugsweise eine Schlauchklemme (3), mit
deren Hilfe die Weite des Schlauches so optimiert werden kann, daß die
Signaldifferenz beider Drucksensoren während der Atmung des betreffenden
Menschen maximal wird. An einer Seite ist das Schlauchstück von einem
zylinderförmigen und leicht verformbaren Mantel (4) - beispielsweise aus
Schaumstoff - umgeben, mit dessen Hilfe der Sensor im Nasenloch gehalten
wird; das längere Schlauchstück weist nach außen. Um das freie längere Stück
des Schlauches herum ist gegebenenfalls die erforderliche Elektronik (5)
angebracht. Die Signale des Nasensensors werden über eine Kabelverbindung,
vorzugsweise aber telemetrisch (6) auf einen Empfänger übertragen.
Abb. 2 zeigt als Anwendung eines derartigen Sensors eine Originalregistrierung
von einer Normalperson; das freie Nasenloch war offen, der Mund des
Probanden geschlossen; die Registrierung erfolgte in Atmungsruhe. Während
einer kurzen Zeitspanne hat der Proband seine Glottis willkürlich geschlossen.
In dieser Zeit verschwinden die mechanischen respiratorischen Signale mit ihrer
typischen Grundfrequenz von etwa 1 Hz.
Claims (6)
1. Vorrichtung zur Registrierung des respiratorischen Nasenstroms, dadurch
gekennzeichnet, dass in die Wand eines kleinen verformbaren Rohrstückes (1)
zwei sehr empfindliche Drucksensoren (2) in einem bestimmten Abstand
voneinander eingebracht sind, deren Meßsignale einer Meßvorrichtung (5) zur
Ermittlung der aufzuzeichnenden Signaldifferenz zugeführt werden.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen den
beiden Drucksensoren (2) eine Klemme (3) angeordnet ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die
verwendeten Drucksensoren (2) eine hohe obere Grenzfrequenz, vorzugsweise
von mindestens 1000 Hz haben.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass
die Meßvorrichtung (4) auf dem Schlauch (1) angeordnet ist.
5. Vorrichtung nach einem der Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die
Signaldifferenz einem Telemetriesender (6) zugeführt wird.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß der
Telemetriesender (6) in die Meßvorrichtung (5) integriert ist.
Priority Applications (3)
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|---|---|---|---|
| DE1999150237 DE19950237A1 (de) | 1999-10-19 | 1999-10-19 | Vorrichtung zur Erfassung des respiratorischen Nasenstroms |
| AU15142/01A AU1514201A (en) | 1999-10-19 | 2000-09-27 | Device for recording the respiratory nasal partial flow |
| PCT/EP2000/009434 WO2001028421A1 (de) | 1999-10-19 | 2000-09-27 | Vorrichtung zur registrierung des respiratorischen nasenteilstroms |
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ID=7926101
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| DE1999150237 Withdrawn DE19950237A1 (de) | 1999-10-19 | 1999-10-19 | Vorrichtung zur Erfassung des respiratorischen Nasenstroms |
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Citations (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| EP0437055A1 (de) * | 1990-01-04 | 1991-07-17 | Glaxo Australia Pty., Ltd | Spirometer |
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| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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| DE2812093A1 (de) * | 1978-03-20 | 1979-10-04 | Juergen Prof Dr Eichler | Rhinomanometer mit widerstandsanzeige |
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| FI102453B1 (fi) * | 1997-03-17 | 1998-12-15 | Instrumentarium Oy | Parannettu mittausanturi ja järjestelmä kaasun virtausmittausta varten |
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1999
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| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
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Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| AU1514201A (en) | 2001-04-30 |
| WO2001028421A1 (de) | 2001-04-26 |
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