DE19946949A1 - Vorrichtung zur kontinuierlichen Herstellung einer biaxial verstreckten Folie aus einem thermoplastischen Kunststoff - Google Patents
Vorrichtung zur kontinuierlichen Herstellung einer biaxial verstreckten Folie aus einem thermoplastischen KunststoffInfo
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Abstract
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur kontinuierlichen Herstellung einer biaxial verstreckten Folie aus einem thermoplastischen Kunststoff mit mindestens einem Extruder und einer Ringspaltdüse für die Extrusion eines Primärschlauches des thermoplastischen Kunststoffs, einer Abzugs- und Abkühleinrichtung für den Primärschlauch, einer nachfolgenden Heizeinrichtung zum Aufheizen des abgekühlten Primärschlauchs auf eine Blasformgebungstemperatur und einer Einrichtung zum Aufblasen des aufgeheizten Primärschlauchs zu einem Sekundärschlauch, der nachfolgend von einer Flachlege- und Aufwickeleinrichtung zu der Folie aufwickelbar ist, wobei ein den Primärschlauch (3) ausgangsseitig der Heizeinrichtung (5) umgebender Stabilisierungsring (50) vorgesehen ist.
Description
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur kontinuierlichen Herstellung einer
biaxial verstreckten Folie aus einem thermoplastischen Kunststoff mit
mindestens einem Extruder und einer Ringspaltdüse für die Extrusion eines
Primärschlauchs des thermoplastischen Kunststoffs, einer Abzugs- und
Abkühleinrichtung für den Primärschlauch, einer nachfolgenden
Heizeinrichtung zum Aufheizen des abgekühlten Primärschlauchs auf eine
Blasformgebungstemperatur und einer Einrichtung zum Aufblasen des
aufgeheizten Primärschlauchs zu einem Sekundärschlauch, der nachfolgend
von einer Flachlege- und Aufwickeleinrichtung zu der Folie aufwickelbar ist.
Bei einer derartigen Vorrichtung wird eine an sich bekannte Extrusionsanlage
zur Schlauchfolienextrusion mit dem sog. "Double bubble"-Verfahren zu einer
Inline-Produktion für biaxial verstreckte Folien kombiniert, die eine Alternative
zur bekannten Offline-Produktion von biaxial verstreckten Folien darstellt, bei
der eine zuvor extrudierte Flachfolie auf großflächigen Zweistufenreckwerken
verstreckt wird.
Eine derartige Vorrichtung ist beispielsweise aus der DE 196 04 654 A1
bekannt geworden, auf deren Offenbarungsgehalt hier ausdrücklich Bezug
genommen wird.
Beim Betrieb einer derartigen bekannten Vorrichtung kann es jedoch durch
schwankende physikalische Werte, beispielsweise Umgebungstemperatur
veränderungen, Schwankungen in der Rohstoffzusammensetzung etc. zu
Instabilitäten kommen, die die Aufweitung des Primärschlauchs zum
Sekundärschlauch unter gleichzeitiger biaxialer Verstreckung negativ
beeinflussen, was zu einer schwankenden Produktqualität führt und von daher
verbesserungswürdig erscheint.
Aufgabe der Erfindung ist es daher, eine Vorrichtung der eingangs genannten
Art dahingehend weiterzubilden, daß eine biaxial verstreckte Folie aus
thermoplastischem Kunststoff mit einer höheren Genauigkeit und größeren
Unempfindlichkeit gegenüber sich ändernden Umgebungsbedingungen
hergestellt werden kann.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch Ausgestaltung einer Vorrichtung
gemäß den kennzeichnenden Merkmalen des Patentanspruches 1 gelöst.
Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung sind
Gegenstand der Unteransprüche.
Zur Lösung der gestellten Aufgabe wird erfindungsgemäß vorgeschlagen, daß
ein den Primärschlauch ausgangsseitig der Heizeinrichtung umgebender
Stabilisierungsring vorgesehen ist.
Durch die erfindungsgemäß vorgeschlagene Installation eines
Stabilisierungsringes nach der Heizeinrichtung kann der Reckpunkt der Folie,
d. h. der Bereich, in welchem der Primärschlauch nach seinem Austritt aus der
Heizeinrichtung durch Aufblasen zum Sekundärschlauch aufgeweitet wird,
fixiert und festgelegt werden. Damit kann auch die für die Eigenschaften der
erhaltenen biaxial verstreckten Folie wesentliche Halslänge des
Primärschlauches und somit auch der Aufweitungspunkt des Primärschlauches
bestimmt und festgelegt werden.
Der Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde, daß die Bestimmung und genaue
Festlegung des Reckpunktes sich entscheidend auf die physikalischen
Eigenschaften der erhaltenen biaxial verstreckten Folie aus der
erfindungsgemäßen Vorrichtung auswirkt.
Aufgrund des erfindungsgemäß vorgeschlagenen und den Primärschlauch nach
seinem Austritt aus der Heizeinrichtung außenseitig umgebenden
Stabilisierungsring wird in dem Bereich, in welchem der Stabilisierungsring
außenseitig am Primärschlauch anliegt, der Reckpunkt stabil festgelegt. Erst
nach dem Durchtritt des Primärschlauchs durch den erfindungsgemäßen
Stabilisierungsring kann das Aufweiten zum Sekundärschlauch erfolgen,
wodurch unabhängig von Änderungen der Umgebungsbedingungen eine stets
gleichförmige Produktion der biaxial verstreckten Folie mit konstanten
Eigenschaften ermöglicht wird. Eine unerwünschte Verlagerung des
Reckpunktes bei sich ändernden Umgebungsbedingungen o. dgl., die eine
Beeinflussung der Folienqualität zur Folge hat, wird somit ausgeschlossen.
Um Reibungseinflüsse des Stabilisierungsringes auf den bei seinem Austritt
aus der Heizeinrichtung in Blasformgebungstemperatur vorliegenden
Primärschlauch zu verhindern, wird vorgeschlagen, daß der Stabilisierungsring
zumindest auf seiner dem Primärschlauch zugewandten Innenseite aus einem
Material mit besonders niedrigem Reibungskoeffizienten gefertigt ist, wobei
insbesondere die Herstellung auf Basis von Polytetrafluorethylen als vorteilhaft
angesehen wird.
Ferner ist es auch möglich, zur Reduzierung von Reibungseinflüssen den
Stabilisierungsring mit Heiz- und/oder Kühlelementen auszubilden, so daß die
dem Primärschlauch zugewandte Innenseite des Stabilisierungsringes
temperierbar ist und auf eine solche Temperatur eingeregelt werden kann, in
der sie den aus der Heizeinrichtung austretenden und auf seine
Blasformgebungstemperatur erwärmten Primärschlauch möglichst gering
beeinflußt.
In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung wird
vorgeschlagen, daß der Stabilisierungsring mit mindestens einem
Temperatursensor zur Messung der Temperatur des Primärschlauches
ausgebildet ist. Hierdurch kann nicht nur mittels des Stabilisierungsringes eine
Festlegung des Reckpunktes und der Halslänge des Primärschlauches bewirkt
werden, sondern es kann gleichzeitig im Bereich des Reckpunktes die
Temperatur des Primärschlauches gemessen werden, um in Abhängigkeit vom
Meßergebnis beispielsweise die Heizleistung der den Primärschlauch auf seine
Blasformgebungstemperatur erwärmenden Heizeinrichtung steuern und regeln
zu können. Das so gewonnene Meßergebnis kann in einer entsprechenden
Steuerung der Vorrichtung ausgewertet werden.
Der Temperatursensor kann beispielsweise in eine außenseitig im
Stabilisierungsring ausgebildete radiale Ausnehmung desselben eingesetzt
werden.
Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung kann auch
vorgesehen sein, daß eine Verstelleinrichtung vorgesehen ist, mittels derer der
Abstand des Stabilisierungsringes zur Heizeinrichtung veränderbar ist, so daß
hier beispielsweise ein Einfluß auf die Halslänge des Primärschlauches und den
Reckpunkt desselben entsprechend den jeweils vorherrschenden
Anforderungen vorgenommen werden kann.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand der lediglich ein Ausführungsbeispiel
darstellenden Zeichnung näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 eine Seitenansicht der erfindungsgemäßen Vorrichtung,
Fig. 2 den Ausschnitt E gemäß Fig. 1 in vergrößerter Darstellung.
Die in der Fig. 1 dargestellte Vorrichtung ist zur kontinuierlichen Herstellung
von biaxial verstreckten Folien aus einem thermoplastischen Kunststoff
vorgesehen.
Die Vorrichtung umfaßt in ihren wesentlichen Baugruppen mindestens einen
Extruder 1 mit einer daran anschließenden Ringspaltdüse 2 für die Extrusion
eines Primärschlauches 3 des thermoplastischen Kunststoffs, der in dem
mindestens einen Extruder 1 aufgeschmolzen, plastifiziert und der
Ringspaltdüse 2 zugeführt wird. Ferner umfaßt die Vorrichtung gemäß Fig. 1
an die Ringspaltdüse 2 für die Extrusion des Primärschlauches 3 anschließend
eine Abzugs- und Abkühleinrichtung 4 für den Primärschlauch 3, der im
gekühlten Zustand flachlegbar bleibt, nachfolgend eine Heizeinrichtung 5 zur
Erwärmung des Primärschlauches 3 auf seine Blasformgebungstemperatur,
eine Einrichtung 6 zum Aufblasen des Primärschlauches 3 zu einem
langgestreckten Sekundärschlauch 7 von größerem Durchmesser als der
Primärschlauch 3 sowie eine Flachlegeeinrichtung 8 und eine
Aufwickeleinrichtung 9 zum Aufwickeln der hergestellten Folie.
Die Funktionsweise der solchermaßen aufgebauten Vorrichtung gemäß Fig. 1
ist folgende:
In dem mindestens einen Extruder 1 wird der zur Herstellung der biaxial verstreckten Folie vorgesehene Kunststoff aufgeschmolzen und plastifiziert und der Ringspaltdüse 2 unter hohem Druck zugeführt, aus welchem dieser als Primärschlauch 3 austritt und über nicht näher dargestellte beispielsweise wassergekühlte Innen- und Außenkühleinrichtungen abgeschreckt wird. Der solchermaßen abgekühlte und in der Fig. 1 mit Bezugszeichen 3a versehene Bereich des Primärschlauches 3 wird sodann von einem ersten Abzugswalzenpaar 10a erfaßt und abgezogen, wobei hierbei der Abzug des Primärschlauchabschnittes 3a abwärts geführt ist. Der Primärschlauch abschnitt 3a wird in dem ersten Abzugswalzenpaar 10a flachgelegt und sodann bis zu einem zweiten Abzugswalzenpaar 10b am Einlauf der Heizeinrichtung 5 über mehrere nicht näher dargestellte Umlenkwalzen aufwärts geführt. Nach dem Durchtritt des Primärschlauchabschnittes 3b durch das zweite Abzugswalzenpaar 10b wird nunmehr der mit Bezugsziffer 3c gekennzeichnete Primärschlauchabschnitt abwärts in die Heizeinrichtung 5 geführt und dort mittels beispielsweise nicht näher dargestellter Infrarotstrahler auf die Blasformgebungstemperatur des thermoplastischen Kunststoffs erwärmt, die dieser am Austritt der Heizeinrichtung 5 erreicht. Die Heizeinrichtung 5 umgibt dabei den Primärschlauch 3 tunnelartig und bildet eine Heizstrecke, über deren Länge die Erwärmung des Primärschlauches 3 auf seine Blasformgebungstemperatur erfolgt.
In dem mindestens einen Extruder 1 wird der zur Herstellung der biaxial verstreckten Folie vorgesehene Kunststoff aufgeschmolzen und plastifiziert und der Ringspaltdüse 2 unter hohem Druck zugeführt, aus welchem dieser als Primärschlauch 3 austritt und über nicht näher dargestellte beispielsweise wassergekühlte Innen- und Außenkühleinrichtungen abgeschreckt wird. Der solchermaßen abgekühlte und in der Fig. 1 mit Bezugszeichen 3a versehene Bereich des Primärschlauches 3 wird sodann von einem ersten Abzugswalzenpaar 10a erfaßt und abgezogen, wobei hierbei der Abzug des Primärschlauchabschnittes 3a abwärts geführt ist. Der Primärschlauch abschnitt 3a wird in dem ersten Abzugswalzenpaar 10a flachgelegt und sodann bis zu einem zweiten Abzugswalzenpaar 10b am Einlauf der Heizeinrichtung 5 über mehrere nicht näher dargestellte Umlenkwalzen aufwärts geführt. Nach dem Durchtritt des Primärschlauchabschnittes 3b durch das zweite Abzugswalzenpaar 10b wird nunmehr der mit Bezugsziffer 3c gekennzeichnete Primärschlauchabschnitt abwärts in die Heizeinrichtung 5 geführt und dort mittels beispielsweise nicht näher dargestellter Infrarotstrahler auf die Blasformgebungstemperatur des thermoplastischen Kunststoffs erwärmt, die dieser am Austritt der Heizeinrichtung 5 erreicht. Die Heizeinrichtung 5 umgibt dabei den Primärschlauch 3 tunnelartig und bildet eine Heizstrecke, über deren Länge die Erwärmung des Primärschlauches 3 auf seine Blasformgebungstemperatur erfolgt.
Unmittelbar nach seinem Austritt aus der Heizeinrichtung 5 wird der
solchermaßen auf seine Blasformgebungstemperatur erwärmte Primärschlauch
3 zu einer langgestreckten Folienblase, die auch als Sekundärschlauch 7
bezeichnet wird, aufgeweitet, wobei der thermoplastische Kunststoff eine
starke Reckung erfährt. Nachfolgend wird der solchermaßen aufgeweitete
Sekundärschlauch 14 von der Flachlege- und Abzugseinrichtung 8 mittels des
dritten Abzugswalzenpaares 10c zu einem Folienschlauch in an sich bekannter
Weise flachgelegt und auf eine bzw. nach Auftrennen des Folienschlauches
auch auf die beiden dargestellten Aufwickeleinrichtungen 9 als Folie
aufgewickelt. Wesentlich ist hierbei, daß die Abzugskräfte des dritten
Abzugswalzenpaares 10c, die auf den Sekundärschlauch 7 einwirken, sich mit
den Kräften während des Aufweitens vom Primärschlauchabschnitt 3c zum
Sekundärschlauch 7 überlagern, so daß die solchermaßen hergestellte Folie
eine biaxiale Verstreckung erfährt.
Zum Aufweiten des Primärschlauchabschnittes 3c nach dessen Austreten aus
der Heizeinrichtung 5 zu einem Sekundärschlauch 7 ist im Bereich der
Ringspaltdüse 12 eine Einrichtung zum Aufblasen des Primärschlauch
abschnittes 3c zum Sekundärschlauch 7 vorgesehen. Hierzu weist die
Einrichtung 6 ein Blasluftrohr 11 auf, welches in den Innenraum des
Primärschlauches 3 im Bereich des ersten Primärschlauchabschnittes 3a
hineinreicht und an der Innenwandung des Primärschlauchabschnittes 3a
mittels eines Dichtungsringes 15 abschließt. Über dieses Blasluftrohr 11 kann
Luft in den Innenraum 16 des Primärschlauchabschnittes 3a eingeblasen
werden, die sich nachfolgend über den Primärschlauchabschnitt 3b und den
Primärschlauchabschnitt 3c bis hin in den Innenraum 14 des
Sekundärschlauches 7 ansammeln kann.
Die vorangehend bereits erläuterten Abzugswalzenpaare 10a, 10b und 10c
sind hierzu schaltbar ausgebildet und werden beim Anfahren der Vorrichtung
geöffnet und können nach erfolgtem Einblasen einer ausreichenden Luftmenge
geschlossen werden, so daß sich letztlich das vorangehend erläuterte
Aufweiten des auf seine Blasformgebungstemperatur erwärmten
Primärschlauchabschnittes 3c nach dessen Austreten aus der Heizeinrichtung
5 zu einem Sekundärschlauch 7 in bekannter Weise einstellt.
Hierzu ist, wie sich aus der vergrößerten Detailansicht gemäß Fig. 1 ergibt,
eine Walze 17 des Abzugswalzenpaares 10b zylindrisch ausgebildet, während
die Gegenwalze 18 in ihrem mittleren Bereich 19 einen geringeren
Durchmesser als an ihren beiden Enden aufweist, so daß ein genügender
Freiraum für das Hindurchleiten des flachgelegten Primärschlauchabschnittes
3b und das Hindurchleiten von über das Blasluftrohr 11 eingeleiteter Blasluft
verbleibt.
Wesentlich für die mit der dargestellten Vorrichtung gemäß Fig. 1 erzielte
Produktqualität der biaxial verstreckten Folie ist die Genauigkeit der
Aufweitung des Primärschlauchabschnittes 3c nach dessen Austritt aus der
Heizeinrichtung 5 zum Sekundärschlauch 7, was anhand der vergrößerten
Darstellung in Fig. 2 verdeutlicht wird.
Wie aus dieser Darstellung gemäß Fig. 2 ersichtlich, erfährt der aus der
Heizeinrichtung 5 in Pfeilrichtung P austretende Primärschlauch 3 eine starke
Aufweitung, wobei der Übergang vom Primärschlauch 3 zum
Sekundärschlauch 7, d. h. der Punkt, an welchem die Aufweitung des
Primärschlauches 3 einsetzt, als Reckpunkt bezeichnet wird, der in der Fig. 2
mit Bezugsziffer R gekennzeichnet ist. Eine möglichst gleichmäßige
Verstreckung und damit gleichförmige Produktqualität wird immer dann
erreicht, wenn dieser Reckpunkt R auch bei wechselnden
Umgebungsbedingungen möglichst konstant bleibt, d. h. ortsfest stabilisiert
ist.
Um diese Konstanz der Position des Reckpunktes R zu gewährleisten, ist
ausgangsseitig der Heizeinrichtung 5 ein den Primärschlauch 3 umgebender
Stabilisierungsring 50 vorgesehen, durch welchen der Primärschlauch 3 vor
seiner Aufweitung zum Sekundärschlauch 7 in Pfeilrichtung P hindurchgeleitet
wird. Der Stabilisierungsring 50 weist dabei einen dem Außendurchmesser des
Primärschlauches 3 entsprechenden Innendurchmesser auf, so daß der
Primärschlauch 3 umfangsseitig anliegend durch den Stabilisierungsring 50
hindurchgeführt wird.
Es ist von daher offensichtlich, daß das Aufweiten des Primärschlauches 3
nach dessen Austreten aus der Heizeinrichtung 5 erst dann erfolgen kann,
wenn der Primärschlauch 3 auch den Stabilisierungsring 50 passiert hat, so
daß der Reckpunkt R auch bei wechselnden Umgebungsbedingungen
festgelegt und fixiert wird. Der Reckpunkt R befindet sich demzufolge stets an
der Position, an der der Stabilisierungsring 50 angeordnet ist.
Der Stabilisierungsring 50 ist hierbei beispielsweise aus einem
Polytetrafluorethylen hergestellt, welches dem auf seine Blasform
gebungstemperatur erwärmten Primärschlauch 3 einen möglichst geringen
Reibungswiderstand entgegensetzt.
Ferner ist der Fig. 2 entnehmbar, daß im Stabilisierungsring 50 ein
Temperatursensor 52 in einer radialen Ausnehmung 51 von der Außenseite
des Stabilisierungsringes 50 her eingesetzt ist, mittels dessen die Temperatur
des Primärschlauches 3 im Bereich des Reckpunktes R gemessen werden
kann. Die Meßergebnisse dieses Temperatursensors 52 können beispielsweise
zur Steuerung der Heizeinrichtung 5 verwendet werden, um sicherzustellen,
daß ausgangsseitig der Heizeinrichtung der Primärschlauch 3 stets die
optimale Blasformgebungstemperatur aufweist.
Zur weiteren Beeinflussung der Produktqualität kann überdies eine
Verstelleinrichtung 53 vorgesehen sein, mittels derer der Abstand A des
Stabilisierungsringes 50 zur Heizeinrichtung 5 und damit die sog. Halslänge
des Primärschlauchabschnittes 3c des Primärschlauches 3 vor der Aufweitung
zum Sekundärschlauch 7 in gewissen Grenzen variiert werden kann, wenn
dies die Produktionsbedingungen und -anforderungen erfordern. Der Halslänge
entspricht hierbei die Länge des Primärschlauchabschnittes 3c, d. h. der
Abstand vom Abzugswalzenpaar 1 Ob bis zum Stabilisierungsring 50.
Durch den vorangehend erläuterten Stabilisierungsring 50 im Bereich des
Reckpunktes R des Primärschlauches 3 können insbesondere Schwankungen
in der Temperatur des in der Heizeinrichtung 5 aufgeheizten Primärschlauches
3 und/oder Schwankungen in der Umgebungstemperatur nicht mehr zu einem
Auswandern des Reckpunktes R in oder entgegen der Pfeilrichtung P führen,
was bei den bisher bekannten Vorrichtungen der genannten Art stets der Fall
gewesen ist. Vielmehr erfolgt durch den Primärschlauch 3 außenseitig im
Bereich des Reckpunktes R umgebenden Stabilisierungsring 50 eine
zwangsweise Fixierung des Reckpunktes R auf den Bereich, in welchem sich
der Stabilisierungsring 50 befindet, so daß eine erhebliche Vergleichmäßigung
der Verstreckung der mit der vorangehend erläuterten Vorrichtung
hergestellten biaxial verstreckten Folie ermöglicht wird.
Ein Auswandern des Reckpunktes R entgegen Pfeil P in Richtung auf die
Heizeinrichtung 5, z. B. bei zu starker Aufheizung des Primärschlauches 3 wird
damit ebenso vermieden wie ein Auswandern des Reckpunktes R in
Pfeilrichtung P infolge anderer Schwankungen der Umgebungsbedingungen.
Die mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung hergestellten biaxial verstreckten
Folien können beispielsweise auf Basis von PP, PE-HD, PE-LLD und mPE als
ein- und mehrschichtige Polyolefinverbunde ausgebildet sein. Die erhaltenen
biaxial verstreckten Folien können beispielsweise als Schrumpffolien eingesetzt
werden und zeichnen sich durch leichte Maschinengängigkeit auf halb- und
vollautomatischen Verpackungsmaschinen aus und zeigen bei der
Trennschweißung starke Nähte.
Aufgrund des isotropen Schrumpfverhaltens und der exzellenten Optik eignet
sich die erhaltene biaxial verstreckte Folie für Warenpräsentationen bei
kosmetischen Artikeln, Süßwaren etc. und wird ebenso als leichte und feste,
Verpackungsfolie für Bücher, Zeitschriften, Audio- und Videokassetten
verwendet, wie auch im technischen Bereich für Kondensatorfolien und
Automatenschrumpfverpackungen breite Einsatzgebiete vorliegen.
Claims (6)
1. Vorrichtung zur kontinuierlichen Herstellung einer biaxial verstreckten Folie
aus einem thermoplastischen Kunststoff mit mindestens einem Extruder
und einer Ringspaltdüse für die Extrusion eines Primärschlauchs des
thermoplastischen Kunststoffs, einer Abzugs- und Abkühleinrichtung für
den Primärschlauch, einer nachfolgenden Heizeinrichtung zum Aufheizen
des abgekühlten Primärschlauchs auf eine Blasformgebungstemperatur und
einer Einrichtung zum Aufblasen des aufgeheizten Primärschlauchs zu
einem Sekundärschlauch, der nachfolgend von einer Flachlege- und
Aufwickeleinrichtung zu der Folie aufwickelbar ist, dadurch
gekennzeichnet, daß ein den Primärschlauch (3) ausgangsseitig der
Heizeinrichtung (5) umgebender Stabilisierungsring (50) vorgesehen ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der
Stabilisierungsring (50) zumindest auf seiner dem Primärschlauch (3)
zugewandten Innenseite auf Basis von Polytetrafluorethylen hergestellt ist.
3. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß der Stabilisierungsring (50) mit mindestens einem Temperatursensor
(52) zur Messung der Temperatur des Primärschlauches (3) ausgebildet ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der
Temperatursensor (52) in eine außenseitige radiale Ausnehmung (51) des
Stabilisierungsringes (50) einsetzbar ist.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet,
daß eine Verstelleinrichtung (53) vorgesehen ist, mittels derer der Abstand
A des Stabilisierungsringes (50) zur Heizeinrichtung (5) veränderbar ist.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet,
daß der Stabilisierungsring (50) mit Heiz- und/oder Kühlelementen
ausgebildet ist, so daß die dem Primärschlauch (3) zugewandte Innenseite
des Stabilisierungsringes (50) temperierbar ist.
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Country Status (1)
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| DE (1) | DE19946949A1 (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| EP3098059A1 (de) | 2015-05-28 | 2016-11-30 | Technische Universität Dortmund | Verfahren zur herstellung eines orientierten polymers |
| CN111516250A (zh) * | 2020-04-30 | 2020-08-11 | 辛集市旭远新材料科技有限公司 | 一种复合塑料薄膜吹膜机以及制备方法 |
Citations (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| JPH05261809A (ja) * | 1992-03-23 | 1993-10-12 | Okura Ind Co Ltd | 二軸延伸ポリブチレンテレフタレートフィルムの製造方法 |
| DE19545526A1 (de) * | 1995-12-06 | 1997-06-12 | Doboczky Zoltan Andreas | Vorrichtung zum biaxialen Recken einer schlauchförmigen Folie aus thermoplastischem Kunststoff |
| DE19604654A1 (de) * | 1996-02-09 | 1997-08-14 | Reifenhaeuser Masch | Anlage für die kontinuierliche Herstellung von biaxial-verstreckten Kunststoff-Blasfolien und Verfahren zum Anfahren der Anlage |
-
1999
- 1999-09-30 DE DE1999146949 patent/DE19946949A1/de not_active Ceased
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