DE19943222A1 - Vorrichtung zur Durchführung von Messungen an einem Patienten - Google Patents
Vorrichtung zur Durchführung von Messungen an einem PatientenInfo
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Abstract
Eine Vorrichtung zur Durchführung von Messungen an einem Patienten (1), insbesondere an einen Kleintier, mit einem Messraum (2) für den Patienten (1) und mindestens einem Messkabel (3) zur Verbindung des Patienten (1) mit mindestens einem außerhalb des Messraums (2) angeordneten Messgerät (4) ist im Hinblick auf die sichere Durchführung von Messungen unterschiedlichster Art derart ausgestaltet, dass der Messraum (2) und/oder der Patient (1) mittels einer Bewegungseinrichtung (5) relativ zum Patienten (1) oder zum Messraum (2) derart bewegbar ist, dass eine Bewegung des Patienten (1) relativ zum Messraum (2) zumindest teilweise kompensiert ist. Des Weiteren ist eine Vorrichtung zur Durchführung von Messungen an einem Patienten, insbesondere an einem Kleintier, mit einem Messraum für den Patienten und mindestens einem Messkabel zur Verbindung des Patienten mit mindestens einem außerhalb des Messraums angeordneten Messgerät, wobei das oder die Messkabel über ein kabelführendes Gelenk oder einen Gelenkarm geführt sind, ist derart ausgestaltet, dass das Gelenk oder der Gelenkarm oder zumindest ein Teil des Gelenks oder des Gelenkarms mittels einer Bewegungseinrichtung relativ zum Patienten derart bewegbar ist, dass die durch eine Bewegung des Patienten verursachten und auf das oder die Messkabel wirkende Kräfte möglichst weitgehend minimiert sind.
Description
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Durchführung von Messungen an ei
nem Patienten, insbesondere an einem Kleintier, mit einem Messraum für den
Patienten und mindestens einem Messkabel zur Verbindung des Patienten mit
mindestens einem außerhalb des Messraums angeordneten Messgerät.
Des Weiteren betrifft die vorliegende Erfindung eine wie oben beschriebene Vor
richtung, wobei das oder die Messkabel über ein kabelführendes Gelenk oder
einen Gelenkarm geführt sind.
Vorrichtungen der in Rede stehenden Art sind seit Jahren aus der Praxis bekannt
und existieren in den unterschiedlichsten Ausführungsformen. Die bekannten
Vorrichtungen werden insbesondere bei Kleintieren wie beispielsweise Mäusen
verwendet, wobei hinsichtlich des Patiententyps grundsätzlich keine Einschrän
kung vorzunehmen ist. Der Einfachheit halber wird jedoch die vorliegende Erfin
dung im folgenden beispielhaft anhand eines Kleintiers beschrieben. Ein derarti
ges Kleintier wird üblicherweise zur Durchführung von Messungen in einen
Messraum verbracht, wobei es dann mit mindestens einem Messkabel an einem
außerhalb des Messraums angeordneten Messgerät angeschlossen ist. Als
Messungen kommen jegliche Messungen in Frage, bei denen zur Messung eine
Verbindung zwischen dem Patienten und dem Messgerät über ein Messkabel
denkbar ist. Dabei könnte es sich beispielsweise um eine Blutdruckmessung
oder eine Körpertemperaturmessung handeln. Des Weiteren sind auch Messun
gen durchführbar, bei denen Proben körpereigener Flüssigkeiten - beispiels
weise Blut - zu entnehmen sind.
Bei der bekannten Vorrichtung zur Durchführung von Messungen an einem Pati
enten ist problematisch, dass die mit einem Messkabel verbundenen Patienten
häufig Eigenbewegungen durchführen, die zu einer Verdrillung und/oder Ver
wicklung des Messkabels oder mehrerer Messkabel untereinander führen. Eine
derartige Verdrillung oder Verwicklung kann ein Abquetschen oder sogar Abrei
ßen eines oder mehrerer Messkabel zur Folge haben. Folglich können der
Transport bei der Entnahme von körpereigenen Flüssigkeiten behindert und
Messungen unterbrochen werden. Damit ist eine sichere Durchführung der ge
wünschten Messungen nicht mehr gewährleistet.
Grundsätzlich gibt es zur Erfassung biologischer Daten in der Humanmedizin
oder in der Biologie im wesentlichen drei verschiedene Verfahren:
- 1. Der Patient trägt ein kleines Messgerät - einschließlich Batterie - bei sich, welches die Daten erfasst. Die Auswertung erfolgt dann zu einem späteren Zeitpunkt, wobei das Messgerät von dem Patienten abgenommen werden kann.
- 2. Der Patient trägt einen Sender - einschließlich Batterie - bei sich, der die Daten über Funk übermittelt.
- 3. Der Patient ist über ein Swivel-System mit einem leichtgängigen Drehgelenk und entsprechenden Kabeln oder Kathetern mit dem oder den Messgeräten verbunden.
Die obigen Verfahren weisen individuelle Nachteile auf. Die unter 1. und 2. ge
nannten Verfahren erlauben keine Entnahme von Proben körpereigener Flüssig
keiten - beispielsweise Blut - und sind wegen der nicht zuletzt durch die Batterie
bedingten Gewichte und Größen der Messgeräte an kleineren Tieren nur schwer
oder gar nicht anwendbar. Ebenso scheiden im Rahmen dieser Verfahren sämt
liche Messmethoden aus, die eine aufwendige Signalverarbeitung direkt am
Messaufnehmer erfordern, beispielsweise Durchblutungsmessungen und Ultra
schallmessungen. Das unter 3. genannte Verfahren erlaubt zwar die Entnahme
von Flüssigkeiten, ist aber wegen der aufzubringenden Kräfte an kleinen Tieren
ebenfalls nur sehr schwer bzw. gar nicht einsetzbar. Dies gilt insbesondere dann,
wenn über das Swivel-System auch Druckluftleitungen geführt werden müssen,
da die Druckluft zu einer erheblichen Erhöhung der Reibungswiderstände im
Drehgelenk führt. Schließlich sind bei dem unter 3. genannten Verfahren be
stimmte Messungen - beispielsweise Durchblutungsmessungen und Ultra
schallmessungen - aufgrund der mechanischen Konstruktion mit Schleifkontak
ten nicht durchführbar, da die dabei notwendige hochfrequente Meßspannung
von einigen MHz nicht über die Schleifkontakte übertragen werden kann.
Der vorliegenden Erfindung liegt nunmehr die Aufgabe zugrunde, eine Vorrich
tung zur Durchführung von Messungen an einem Patienten der eingangs ge
nannten Art anzugeben, bei der Messungen unterschiedlichster Art mit konstruk
tiv einfachen Mitteln sicher durchführbar sind.
Erfindungsgemäß wird die voranstehende Aufgabe durch eine Vorrichtung mit
den Merkmalen des Patentanspruchs 1 gelöst. Danach ist die in Rede stehende
Vorrichtung derart ausgestaltet, dass der Messraum und/oder der Patient mittels
einer Bewegungseinrichtung relativ zum Patienten oder zum Messraum derart
bewegbar ist, dass eine Bewegung des Patienten relativ zum Messraum zumin
dest teilweise kompensiert ist.
In erfindungsgemäßer Weise ist zunächst erkannt worden, dass eine zumindest
teilweise Kompensation der Bewegung des Patienten oder eines anderen belie
bigen Messobjekts relativ zum Messraum die obige Aufgabe auf überraschend
einfache Weise löst. Hierzu ist dann in weiter erfindungsgemäßer Weise der
Messraum und/oder der Patient mittels einer Bewegungseinrichtung bewegbar
ausgebildet und zwar relativ zum Patienten bzw. zum Messraum. Bewegt sich
bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung der Patient beispielsweise in Form einer
Drehung um seine eigene Achse, so würde ein Messkabel, das vom Patienten
aus nach oben weggeführt wird, im gleichen Ausmaß um seine Achse verdrillt
werden. Dieser Verdrillung wird bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung dadurch
entgegengewirkt, dass der Messraum entsprechend der Bewegung des Patien
ten relativ zum Patienten quasi nachgeführt wird. Im Ergebnis ist dann keine
Verdrillung des Messkabels mehr vorhanden.
In gleicher Weise könnte der Messraum relativ zum Patienten nachgeführt wer
den, wenn das Messkabel seitlich aus dem Messraum herausgeführt wird. Dabei
könnte eine Umwicklung des Kabels um den Patienten kompensiert werden.
Alternativ zu einer Bewegung des Messraums relativ zum Patienten könnte auch
der Patient relativ zum Messraum bewegt werden, um eine Eigenbewegung des
Patienten relativ zum Messraum zumindest teilweise zu kompensieren.
Im Ergebnis kann mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung zur Durchführung von
Messungen eine Verdrillung und Verwicklung des Messkabels während der Mes
sung verhindert werden, wodurch Messungen unterschiedlichster Art mit kon
struktiv einfachen Mitteln sicher durchführbar sind.
Im Hinblick auf einen besonders einfachen Kompensationsvorgang der Bewe
gung des Patienten könnte ein Sensor für die Bewegung des Patienten vorgese
hen sein. Ein derartiger Sensor könnte einem Bediener der Vorrichtung anzei
gen, in welchem Umfang und/oder in welche Richtung eine Kompensationsbe
wegung durchzuführen ist. Eine derartige Kompensationsbewegung könnte
durch den Benutzer mittels der Bewegungseinrichtung eingeleitet und/oder aus
geführt werden.
Im Hinblick auf eine besonders komfortable Vorrichtung könnte dem Sensor eine
mit der Bewegungseinrichtung funktionell gekoppelte Steuereinrichtung für die
Bewegung des Messraums zugeordnet sein. Eine derartige Steuereinrichtung
könnte auf eine durch den Sensor erfasste Bewegung des Patienten hin die Be
wegungseinrichtung zur Kompensation der Bewegung aktivieren und/oder steu
ern. Insoweit wäre eine automatische Kompensation der Bewegung des Patien
ten realisiert.
In besonders einfacher Weise könnte die Steuereinrichtung durch einen Rech
ner, vorzugsweise einen herkömmlichen Personal Computer, gebildet sein. Mit
tels der Steuereinrichtung könnten verschiedene Optionen hinsichtlich des Kom
pensationsvorgangs realisiert werden. Dabei könnte es sich um die Bewegungs
geschwindigkeit des Messraums bzw. des Patienten oder um einen möglichen
zeitlichen Versatz zwischen Bewegung des Patienten und Kompensationsvor
gang handeln.
Zur Gewährleistung einer besonders sicheren Aufnahme der Bewegung des Pa
tienten könnte der Sensor außerhalb des Messraums angeordnet sein. Dadurch
ist gewährleistet, dass der Sensor nicht mit im Messraum befindlichen Messka
beln oder dem Patienten störend in Kontakt gelangt.
In besonders einfacher Weise könnte der Sensor eine Kamera sein, mit der eine
entsprechende Bildverarbeitung möglich ist. Alternativ oder zusätzlich zu einer
derartigen Kamera könnte der Sensor einen dem oder den Messkabeln zugeord
neten Drehwinkelcodierer aufweisen. Ein derartiger Drehwinkelcodierer könnte
über die Bewegung der Messkabel die Bewegung des Patienten erfassen. Der
artige Drehwinkelcodierer dienen üblicherweise als Messeinrichtungen für Steue
rungssysteme, in denen Winkel- oder Linearverschiebungen gemessen werden
sollen, wobei die Drehbewegung in elektronische Signale umgewandelt wird, die
zur Anzeige und Steuerung verwendet werden. Derartige Systeme finden ihre
Anwendung beispielsweise bei einer "Computermaus". Das im Rahmen der er
findungsgemäßen Vorrichtung einsetzbare Messverfahren für die Bewegung der
Messkabel ähnelt dem Messprinzip, wie es bei einer "Computermaus" realisiert
ist.
Bei einer besonders einfach ausgestalteten Vorrichtung könnte die Bewegungs
einrichtung zur Drehung des Messraums und/oder des Patienten um eine verti
kale Achse ausgebildet sein. Bei aufwendiger ausgestalteten Vorrichtungen
könnten jedoch auch Bewegungen des Messraums und/oder des Patienten um
unterschiedliche, nicht parallele Achsen oder sogar Linearbewegungen möglich
sein.
Hinsichtlich einer besonders zuverlässigen Bewegungseinrichtung könnte die
Bewegungseinrichtung einen Elektromotor aufweisen. Dabei könnte der Elektro
motor ein Schritt- und/oder Stellmotor sein.
Zur Realisierung einer besonders sicheren unabhängigen Bewegung zwischen
Messraum und Patient könnte im Messraum eine Plattform oder ein Tisch für den
Patienten vorgesehen sein. Je nach Ausgestaltung der Vorrichtung könnte dabei
der Messraum relativ zu der Plattform oder dem Tisch bewegbar sein oder
könnte die Plattform oder der Tisch relativ zu dem Messraum bewegbar sein.
Bei einer konstruktiv besonders einfachen Vorrichtung könnte der Messraum ein
Käfig sein. Hierbei wäre eine besonders einfache Durchführung von Messkabeln
durch Maschen des Käfigs möglich. Des Weiteren wäre ein einfache Beobach
tung des Patienten von außerhalb des Messraums durch die Maschen des Kä
figs möglich.
In jedem Fall ist es erforderlich, dass der Messraum mindestens eine Durchfüh
rung für das oder die Messkabel aufweist. Die Durchführung könnte an einer
Seite oder an der Oberseite des Messraums angeordnet sein. Des Weiteren ist
es auch denkbar, dass Durchführungen sowohl an einer Seite als auch an der
Oberseite des Messraums vorgesehen sind. Dabei wäre ein universell nutzbarer
Messraum realisiert.
Des Weiteren wird die obige Aufgabe durch eine Vorrichtung mit den Merkmalen
des Patentanspruchs 17 gelöst. Danach ist die in Rede stehende Vorrichtung
derart ausgestaltet, dass das Gelenk oder der Gelenkarm oder zumindest ein
Teil des Gelenks oder des Gelenkarms mittels einer Bewegungseinrichtung rela
tiv zum Patienten derart bewegbar ist, dass die durch eine Bewegung des Pati
enten verursachten und auf das oder die Messkabel wirkenden Kräfte möglichst
weitgehend minimiert sind.
Bei dieser alternativen Ausgestaltung einer Vorrichtung ist dem Messkabel ein
Gelenk oder ein Gelenkarm zugeordnet. Das Gelenk oder der Gelenkarm kann in
quasi jedem Bereich des Messkabels vorgesehen sein. Dabei ist lediglich we
sentlich, dass die durch eine Bewegung des Patienten verursachten und auf das
oder die Messkabel wirkenden Kräfte möglichst weitgehend reduzierbar sind. Bei
dieser Ausgestaltung der Vorrichtung zur Durchführung von Messungen an ei
nem Patienten steht der Messraum fest. Die Kräfte zum Bewegen des Gelenks,
des Gelenkarms oder des oder der Teile des Gelenks oder des Gelenkarms sind
dabei nicht vom Patienten, beispielsweise einer Maus, aufzubringen, sondern
von der erfindungsgemäßen Bewegungseinrichtung. Damit ist eine Vorrichtung
zur Durchführung von Messungen an einem Patienten mit einem kabelführenden
Gelenk oder Gelenkarm auch bei kleinen Patienten, beispielsweise Kleintieren,
einsetzbar.
Bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung könnte insbesondere der dem Patienten
zugewandte Teil des Gelenks oder des Gelenkarms bewegbar sein. Hierdurch ist
eine Minimierung der Kräfte auf das oder die Messkabel im Bereich des Patien
ten besonders direkt realisiert.
Zur Minimierung der auf das oder die Messkabel wirkenden Kräfte könnte ein
Sensor die Bewegung des Patienten aufnehmen. Entsprechend könnte ein Mi
nimierungsvorgang eingeleitet und/oder durchgeführt werden. Dabei ist es be
sonders praktisch, wenn dem Sensor eine mit der Bewegungseinrichtung funk
tionell gekoppelte Steuereinrichtung für die Bewegung des Gelenks oder Ge
lenkarms oder des Teils oder der Teile des Gelenks oder Gelenkarms zugeord
net ist. Insoweit wäre auch bei dieser alternativen Ausgestaltung der Vorrichtung
ein automatischer Betrieb der Vorrichtung realisiert.
Die Steuereinrichtung könnte durch einen Rechner gebildet sein, wobei hier vor
zugsweise ein herkömmlicher Personal Computer eingesetzt werden könnte.
Mittels der Steuereinrichtung könnten verschiedene Optionen hinsichtlich des
Minimierungsvorgangs realisiert werden. Dabei könnte die Bewegungsgeschwin
digkeit des Gelenks oder des Gelenkarms oder des Teils oder der Teile des Ge
lenks oder des Gelenkarms oder ein möglicher zeitlicher Versatz zwischen Be
wegung des Patienten und Minimierungsvorgang gesteuert werden.
Zur Gewährleistung einer besonders sicheren Aufnahme der Bewegung des Pa
tienten könnte der Sensor außerhalb des Messraums angeordnet sein. Dadurch
ist gewährleistet, dass der Sensor nicht mit im Messraum befindlichen Messka
beln oder dem Patienten störend in Kontakt gelangt.
In besonders einfacher Weise könnte der Sensor eine Kamera sein, mit der eine
entsprechende Bildverarbeitung möglich ist. Alternativ oder zusätzlich zu einer
derartigen Kamera könnte der Sensor einen dem oder den Messkabeln zugeord
neten Drehwinkelcodierer aufweisen. Ein derartiger Drehwinkelcodierer könnte
über die Bewegung der Messkabel die Bewegung des Patienten erfassen. Der
artige Drehwinkelcodierer dienen üblicherweise als Messeinrichtungen für Steue
rungssysteme, in denen Winkel- oder Linearverschiebungen gemessen werden
sollen, wobei die Drehbewegung in elektronische Signale umgewandelt wird, die
zur Anzeige und Steuerung verwendet werden. Derartige Systeme finden ihre
Anwendung beispielsweise bei einer "Computermaus". Das im Rahmen der er
findungsgemäßen Vorrichtung einsetzbare Messverfahren für die Bewegung der
Messkabel ähnelt dem Messprinzip, wie es bei einer "Computermaus" realisiert
ist.
Des Weiteren könnte der Sensor die an dem oder den Messkabeln auftretenden
Kräfte detektieren. Entsprechend der Größe der Kräfte könnte dann ein Minimie
rungsvorgang durch die Bewegungseinrichtung durchgeführt werden.
Hinsichtlich einer besonders zuverlässigen Bewegungseinrichtung könnte die
Bewegungseinrichtung einen Elektromotor aufweisen. Dabei könnte der Elektro
motor ein Schritt- und/oder Stellmotor sein. Die Bewegungseinrichtung könnte in
das Gelenk oder in den Gelenkarm integriert sein.
Bei einer konstruktiv besonders einfachen Vorrichtung könnte der Messraum ein
Käfig sein. Hierbei wäre eine besonders einfache Durchführung von Messkabeln
durch Maschen des Käfigs möglich. Des Weiteren wäre ein einfache Beobach
tung des Patienten von außerhalb des Messraums durch die Maschen des Kä
figs möglich.
In jedem Fall ist es erforderlich, dass der Messraum mindestens eine Durchfüh
rung für das oder die Messkabel aufweist. Die Durchführung könnte an einer
Seite oder an der Oberseite des Messraums angeordnet sein. Des Weiteren ist
es auch denkbar, dass Durchführungen sowohl an einer Seite als auch an der
Oberseite des Messraums vorgesehen sind. Dabei wäre ein universell nutzbarer
Messraum realisiert.
Es gibt nun verschiedene Möglichkeiten, die Lehre der vorliegenden Erfindung in
vorteilhafter Weise auszugestalten und weiterzubilden. Dazu ist einerseits auf die
dem Patentanspruch 1 und dem Patentanspruch 17 nachgeordneten Ansprüche,
andererseits auf die nachfolgende Erläuterung zweier bevorzugter Ausführungs
beispiele der Erfindung anhand der Zeichnung zu verweisen. In Verbindung mit
der Erläuterung der bevorzugten Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand der
Zeichnung werden auch im allgemeinen bevorzugte Ausgestaltungen und Wei
terbildungen der Lehre erläutert. In der Zeichnung zeigen
Fig. 1 in einer perspektivischen Seitenansicht, schematisch, das erste
Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Vorrichtung zur
Durchführung von Messungen an einem Patienten und
Fig. 2 in einer perspektivischen Seitenansicht, schematisch, das zweite
Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Vorrichtung zur
Durchführung von Messungen an einem Patienten.
Fig. 1 zeigt in einer perspektivischen Seitenansicht den schematischen Aufbau
des ersten Ausführungsbeispiels einer erfindungsgemäßen Vorrichtung zur
Durchführung von Messungen an einem Patienten 1. Bei dem hier gezeigten Pa
tienten 1 handelt es sich um eine Maus. Der Patient 1 ist in einen Messraum 2
verbracht. Zur Messung ist der Patient 1 über ein Messkabel 3 mit einem Mess
gerät 4 verbunden. Das Messgerät 4 ist außerhalb des Messraums 2 angeord
net.
Der Messraum 2 ist mittels einer Bewegungseinrichtung 5 relativ zum Patienten
1 bewegbar. Hierdurch ist eine Bewegung des Patienten 1 relativ zum Messraum
2 zumindest teilweise kompensierbar.
Die Bewegung des Patienten 1 wird durch einen Sensor 6 aufgenommen. Der
Sensor 6 kann durch eine Kamera oder einen mit dem Messkabel 3 verbunde
nen Winkelsensor bzw. Drehwinkelcodierer realisiert sein. Die Bewegung des
Messraums 2 wird von den Signalen des Sensors 6 über die Bewegungseinrich
tung 5 so geregelt, dass Bewegungen des Patienten 1 durch Gegenbewegungen
des Messraums 2 kompensiert werden. Dadurch wird ein Verdrehen des Mess
kabels 3 oder mehrerer Messkabel auch dann vermieden, wenn sich der Patient
1 ausgiebig innerhalb des Messraums 2 bewegt.
Bei dem hier gezeigten Ausführungsbeispiel ist das Messgerät 4 zwischen dem
Sensor 6 und der Bewegungseinrichtung 5 angeordnet. Dabei werden sowohl
zur Durchführung der Messung an dem Patienten 1 als auch zur Steuerung der
Bewegungseinrichtung 5 dasselbe Kabel bzw. Messkabel 3 verwendet. Hierzu ist
das Messkabel 3 mehrpolig ausgestaltet.
Fig. 2 zeigt in einer perspektivischen Seitenansicht das zweite Ausführungsbei
spiel einer erfindungsgemäßen Vorrichtung zur Durchführung von Messungen an
einem Patienten 1 auf schematische Weise. Der Patient 1 ist in einen Messraum
2 verbracht und über ein Messkabel 3 mit einem Messgerät 4 verbunden, das
außerhalb des Messraums 2 positioniert ist. Im Bereich des Messkabels 3 ist ein
kabelführendes Gelenk 7 vorgesehen, das eine Verdrillung des Messkabels 3
vermeiden kann. Dem Gelenk 7 ist eine Bewegungseinrichtung 5 zugeordnet, die
einen Teil 8 des Gelenks derart bewegen kann, dass die durch eine Bewegung
des Patienten 1 verursachten und auf das Messkabel 3 wirkenden Kräfte mög
lichst weitgehend minimiert sind. Dabei handelt es sich insbesondere um Tor
sionskräfte. Zur Detektion derartiger Kräfte ist ein Sensor 6 am Messkabel 3 vor
gesehen. Mittels einer Steuereinrichtung ist die Bewegungseinrichtung 5 derart
aktivierbar, dass der dem Patienten 1 zugewandte Teil 8 des Gelenks 7 relativ
zum anderen Teil des Gelenks 7 bewegbar ist. Die Steuereinrichtung könnte in
das Gelenk 7 integriert sein oder außerhalb des Messraums 2 angeordnet sein.
Dabei müssen die Kräfte zum Bewegen des Gelenks 7 nicht vom Patienten 1
aufgebracht werden, sondern können von der mit dem Sensor 6 gekoppelten
Bewegungseinrichtung 5 aufgebracht werden.
Hinsichtlich weiterer vorteilhafter Ausgestaltungen und Weiterbildungen der er
findungsgemäßen Lehre wird einerseits auf den allgemeinen Teil der Beschrei
bung und andererseits auf die beigefügten Patentansprüche verwiesen.
Abschließend sei ganz besonders hervorgehoben, dass die zuvor rein willkürlich
gewählten Ausführungsbeispiele lediglich zur Erörterung der erfindungsgemäßen
Lehre dienen, diese jedoch nicht auf diese Ausführungsbeispiele einschränken.
Claims (30)
1. Vorrichtung zur Durchführung von Messungen an einem Patienten (1),
insbesondere an einem Kleintier, mit einem Messraum (2) für den Patienten (1)
und mindestens einem Messkabel (3) zur Verbindung des Patienten (1) mit min
destens einem außerhalb des Messraums (2) angeordneten Messgerät (4),
dadurch gekennzeichnet, dass der Messraum (2) und/oder der Pati
ent (1) mittels einer Bewegungseinrichtung (5) relativ zum Patienten (1) oder zum
Messraum (2) derart bewegbar ist, dass eine Bewegung des Patienten (1) relativ
zum Messraum (2) zumindest teilweise kompensiert ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass ein Sensor
(6) für die Bewegung des Patienten (1) vorgesehen ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass dem Sensor
(6) eine mit der Bewegungseinrichtung (5) funktionell gekoppelte Steuereinrich
tung für die Bewegung des Messraums (2) zugeordnet ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuer
einrichtung durch einen Rechner gebildet ist.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet,
dass der Sensor (6) außerhalb des Messraums (2) angeordnet ist.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet,
dass der Sensor (6) eine Kamera ist.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 6, dadurch gekennzeichnet,
dass der Sensor (6) einen dem oder den Messkabeln (3) zugeordneten Drehwin
kelcodierer aufweist.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet,
dass die Bewegungseinrichtung (5) zur Drehung des Messraums (2) und/oder
des Patienten (1) um eine vertikale Achse ausgebildet ist.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet,
dass die Bewegungseinrichtung (5) einen Elektromotor aufweist.
10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Elektro
motor ein Schritt- und/oder Stellmotor ist.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet,
dass im Messraum (2) eine Plattform oder ein Tisch für den Patienten (1) vorge
sehen ist.
12. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Mess
raum (2) relativ zu der Plattform oder dem Tisch bewegbar ist.
13. Vorrichtung nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, dass die
Plattform oder der Tisch relativ zu dem Messraum (2) bewegbar ist.
14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet,
dass der Messraum (2) ein Käfig ist.
15. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet,
dass der Messraum (2) mindestens eine Durchführung für das oder die Messka
bel (3) aufweist.
16. Vorrichtung nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Durch
führung an einer Seite oder der Oberseite des Messraums (2) angeordnet ist.
17. Vorrichtung zur Durchführung von Messungen an einem Patienten (1),
insbesondere an einem Kleintier, mit einem Messraum (2) für den Patienten (1)
und mindestens einem Messkabel (3) zur Verbindung des Patienten (1) mit min
destens einem außerhalb des Messraums (2) angeordneten Messgerät (4), wo
bei das oder die Messkabel (3) über ein kabelführendes Gelenk (7) oder einen
Gelenkarm geführt sind,
dadurch gekennzeichnet, dass das Gelenk (7) oder der Gelenkarm
oder zumindest ein Teil (8) des Gelenks (7) oder des Gelenkarms mittels einer
Bewegungseinrichtung (5) relativ zum Patienten (1) derart bewegbar ist, dass die
durch eine Bewegung des Patienten (1) verursachten und auf das oder die
Messkabel (3) wirkenden Kräfte möglichst weitgehend minimiert sind.
18. Vorrichtung nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, dass der dem
Patienten (1) zugewandte Teil des Gelenks (7) oder des Gelenkarms bewegbar
ist.
19. Vorrichtung nach Anspruch 17 oder 18, dadurch gekennzeichnet, dass ein
Sensor (6) für die Bewegung des Patienten (1) vorgesehen ist.
20. Vorrichtung nach Anspruch 19, dadurch gekennzeichnet, dass dem Sen
sor (6) eine mit der Bewegungseinrichtung (5) funktionell gekoppelte Steuerein
richtung für die Bewegung des Gelenks (7) oder Gelenkarms oder des Teils (8)
oder der Teile des Gelenks (7) oder Gelenkarms zugeordnet ist.
21. Vorrichtung nach Anspruch 20, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuer
einrichtung durch einen Rechner gebildet ist.
22. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 19 bis 21, dadurch gekennzeich
net, dass der Sensor (6) außerhalb des Messraums (2) angeordnet ist.
23. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 19 bis 22, dadurch gekennzeich
net, dass der Sensor (6) eine Kamera ist.
24. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 19 bis 23, dadurch gekennzeich
net, dass der Sensor (6) einen dem oder den Messkabeln (3) zugeordneten
Drehwinkelcodierer aufweist.
25. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 19 bis 24, dadurch gekennzeich
net, dass der Sensor (6) die an dem oder den Messkabeln (3) auftretenden
Kräfte detektiert.
26. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 17 bis 25, dadurch gekennzeich
net, dass die Bewegungseinrichtung (5) einen Elektromotor aufweist.
27. Vorrichtung nach Anspruch 26, dadurch gekennzeichnet, dass der Elek
tromotor ein Schritt- und/oder Stellmotor ist.
28. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 17 bis 27, dadurch gekennzeich
net, dass der Messraum (2) ein Käfig ist.
29. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 17 bis 28, dadurch gekennzeich
net, dass der Messraum (2) mindestens eine Durchführung für das oder die
Messkabel (3) aufweist.
30. Vorrichtung nach Anspruch 29, dadurch gekennzeichnet, dass die Durchfüh
rung an einer Seite oder der Oberseite des Messraums (2) angeordnet ist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1999143222 DE19943222A1 (de) | 1999-09-09 | 1999-09-09 | Vorrichtung zur Durchführung von Messungen an einem Patienten |
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|---|---|---|---|
| DE1999143222 DE19943222A1 (de) | 1999-09-09 | 1999-09-09 | Vorrichtung zur Durchführung von Messungen an einem Patienten |
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|---|---|
| DE19943222A1 true DE19943222A1 (de) | 2001-05-03 |
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ID=7921426
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| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1999143222 Withdrawn DE19943222A1 (de) | 1999-09-09 | 1999-09-09 | Vorrichtung zur Durchführung von Messungen an einem Patienten |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19943222A1 (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| WO2006066434A1 (de) * | 2004-12-23 | 2006-06-29 | Rcc Ltd. | Rattenkäfig |
Citations (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE19700402A1 (de) * | 1997-01-08 | 1998-07-09 | Ferdinand Dr Peer | Instrument zur Kompensation des Handzitterns bei der Manipulation feiner Strukturen |
-
1999
- 1999-09-09 DE DE1999143222 patent/DE19943222A1/de not_active Withdrawn
Patent Citations (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE19700402A1 (de) * | 1997-01-08 | 1998-07-09 | Ferdinand Dr Peer | Instrument zur Kompensation des Handzitterns bei der Manipulation feiner Strukturen |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| WO2006066434A1 (de) * | 2004-12-23 | 2006-06-29 | Rcc Ltd. | Rattenkäfig |
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