DE19943142A1 - Dosiervorrichtung - Google Patents
DosiervorrichtungInfo
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Abstract
Die Dosiervorrichtung weist auf eine in einem Gehäuse (17) axialverschiebbar geführte Ventilnadel (20, 30), die zusammen mit einer Wand des Gehäuses ein nach außen öffnendes Ventil darstellt, einem Aktorraum (26) zur Aufnahme eines elektromechanischen Aktors, der sich an dem Gehäuse abstützt, wobei mittels einer Dehnung des Aktors eine Hubbewegung der Ventilnadel zur Öffnung und Schließung des Ventils steuerbar ist, das Ventil gegenüber dem Aktorraum fluidisch abgedichtet ist, dadurch gekennzeichnet, daß bei Aufsatz der Ventilnadel auf einen Ventilsitz (2) des Ventils mindestens eine druckbeaufschlagbare Bohrung (14, 21) in die durch die Ventilnadel und den Ventilsitz gebildete Dichtfläche mündet.
Description
Die Erfindung betrifft eine Dosiervorrichtung, insbesondere
zur Einspritzung von Kraftstoff in eine Brennkammer.
Aus DE 43 06 072 C2 ist eine Dosiervorrichtung bekannt, bei
der in einem Gehäuse eine Ventilnadel axial verschiebbar ge
führt wird, wobei die Ventilnadel zusammen mit einer Wand des
Gehäuses ein nach außen öffnendes Ventil darstellt. Weiterhin
ist ein Aktorraum zur Aufnahme eines Piezoaktors vorhanden,
welcher sich einerseits an dem Gehäuse abstützt und anderer
seits eine Hydraulikkammer begrenzt. Mittels einer Dehnung
des Piezoaktors ist über die Hydraulikkammer ein Hub der Ven
tilnadel steuerbar. Innerhalb des Gehäuses befindet sich ein
druckbeaufschlagbarer Ventilraum, über den Fluid durch das
Ventil nach außen abgebbar ist.
Aus "Das Common-Rail-Einspritzsystem - ein neues Kapitel der
Diesel-Einspritz-Technik", MTZ Motortechnische Zeitschrift 58
(1997) 10, S. 576 ist eine Einspritzdüse mit einem optimier
ten Sitz und einer beschichteten Ventilnadel offenbart, bei
der durch eine Verschiebung der nach innen öffnenden Ventil
nadel eine Verbindung zwischen einer Einspritzöffnung und ei
nem druckbeaufschlagbaren Ventilraum herstellbar ist. Auf
Seite 594 werden verschiedene Formen der Kraftstoffaufberei
tung dargestellt, bei denen jedesmal eine Einspritzöffnung in
einer Verbindung mit einem druckbeaufschlagten Ventilraum
steht.
Bei diesen bekannten Dosiervorrichtungen ergibt sich der
Nachteil, daß die Antriebseinheit gegenüber dem druckbeauf
schlagten Ventilraum temperaturstabil und dauerstandfest ab
gedichtet werden muß. Dieses Problem tritt insbesondere bei
einer Hochdruckbefüllung des Ventilraums auf.
Weiterhin tritt das Problem auf, daß das in der Dosiervor
richtung gespeicherte Fluid, welches sich beispielsweise im
Ventilraum und in einer Zuleitung zwischen Ventilraum und Do
sieröffnung befindet, wie ein Druckspeicher wirkt und bei ei
nem schnellen Öffnen der Dosiervorrichtung ein Einstellen ei
nes Gleichgewichtsdruckes verzögert. Dadurch wird auch ein
Einstellen eines Gleichgewichts-Volumenstroms erschwert, wo
durch eine exakte Dosierung kleiner Dosiermengen gestört
wird.
Es ist eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Dosier
vorrichtung mit einer verzögerungsarmen Möglichkeit zur exak
ten Dosierung auch kleiner Mengen bereitzustellen.
Es ist eine weitere Aufgabe, eine Dosiervorrichtung mit einer
temperaturstabilen und dauerstandfesten Abdichtung der An
triebseinheit gegenüber dem Ventilraum bereitzustellen.
Diese Aufgaben werden mittels einer Dosiervorrichtung gemäß
des Patentanspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen
sind den Unteransprüchen entnehmbar.
Die Dosiervorrichtung weist eine Ventilnadel auf, welche in
einem Gehäuse axialverschiebbar führbar ist. Zusammen mit
einer Wand des Gehäuses formt die Ventilnadel ein nach außen
öffnendes Ventil, über das Fluid abgebbar ist. Unter einem
nach außen öffnenden Ventil wird dabei allgemein ein Ventil
verstanden, bei dem zur Öffnung des Ventils die Ventilnadel
durch eine Verschiebung aus dem Gehäuse heraus von einem
Ventilsitz abgehoben wird.
Die Dosiervorrichtung weist weiterhin einen Aktorraum auf, in
welchem sich ein elektromechanischer Aktor befindet. Unter
einem elektromechanischen Aktor wird ein Aktor verstanden,
welcher durch Anlegen eines elektrischen Signals, z. B. einer
Spannung oder eines Stroms, dehnbar ist. Ein Beispiel für ei
nen elektromechanischen Aktor ist ein magnetostriktiver, ein
elektrostriktiver oder insbesondere ein piezoelektrischer Ak
tor.
Der Aktor ist an dem Gehäuse abstützbar. Gleichzeitig ist ein
mechanischer Kraftschluß zwischen dem Aktor und der Ventil
nadel gegeben, so daß mittels einer Dehnung des elektromecha
nischen Aktors eine Hubbewegung der Ventilnadel steuerbar
ist. Dabei ist die spezielle Ausgestaltung des Kraftschlusses
zwischen Aktor und Ventilnadel dem Fachmann freigestellt.
Beispielsweise kann ein rein mechanischer Kraftschluß gegeben
sein, z. B. durch eine direkte Anlenkung der Ventilnadel an
den Piezoaktor. Es kann aber auch ein mechanisch-hydrauli
scher Kraftschluß vorliegen, bei der die Dehnung des Aktors
über eine Hydraulikkammer oder über ein Servoventil an die
Ventilnadel weitergebbar ist. Durch die Hubbewegung der Ven
tilnadel ist eine Öffnung des Ventils durch Abheben der Ven
tilnadel vom Ventilsitz steuerbar.
Bei einem Aufsatz der Ventilnadel auf den dichtenden Ventil
sitz des Gehäuses, auch Dichtsitz genannt, wird durch den
Kontakt von Ventilsitz und Ventilnadel eine fluidisch dich
tende Dichtfläche, die im wesentlichen der Kontaktfläche ent
spricht, definiert. Diese Dichtfläche ist bei einem Abheben
der Ventilnadel weiterhin für eine gleiche Fläche an der Ven
tilnadel und am Ventilsitz definiert.
Bei dieser Dosiervorrichtung mündet mindestens eine mit dem
zu dosierenden Fluid druckbeaufschlagbare Bohrung in die
Dichtfläche. Dadurch wird erreicht, daß bei Aufsatz der Ven
tilnadel auf dem Ventilsitz auch die mindestens eine Bohrung
verschlossen wird und bei dem Abheben der Ventilnadel die
Mündung der mindestens einen Bohrung freigegeben wird.
Es können eine oder mehrere Bohrungen in den Ventilsitz mün
den. Diese können einen, je nach Einsatzzweck jeweils unter
schiedlichen, Durchmesser aufweisen. Dabei ist zunächst uner
heblich, an welcher Stelle die mindestens eine Bohrung in die
Dichtfläche mündet. So ist es möglich, daß die Bohrungen
alleine durch das Gehäuse, alleine durch die Ventilnadel oder
durch Gehäuse und Ventilnadel geführt werden.
Diese Dosiervorrichtung besitzt den Vorteil, daß nur noch ein
vernachlässigbar kleines oder kein Speichervolumen des
Fluids, also des Totvolumens, im Gehäuse mehr vorhanden ist.
Dadurch ist eine exakte Dosierung auch einer kleinen Ein
spritzmenge möglich.
Auch ergibt sich der Vorteil, daß ein maximaler Volumenstrom
des zu dosierenden Fluids durch die Anzahl und den Durchmes
ser der mindestens einen Bohrung genau einstellbar ist.
Es ist ein weiterer Vorteil der Dosiervorrichtung, daß durch
die beliebige Verteilung der Bohrungen, auch mit untereinan
der verschiedenen Durchmessern, eine Vielfalt, auch asymme
trischer, Strahlbilder erzeugbar ist.
Es ist zum Schutz des Aktors vorteilhaft, wenn der Aktorraum
gegenüber dem Ventil fluidisch abgedichtet ist. Zur Abdich
tung ist nur eine Niederdruck-Abdichtung erforderlich, weil
das zu dosierende Fluid bei geöffnetem Ventil nahezu ungehin
dert aus den Bohrungen austreten kann, so daß nur ein gerin
ger Druckaufbau an der Niederdruck-Abdichtung gebildet wird.
Es ist zur weitflächigen Dosierung sowie zur preiswerten Her
stellung der Dosiervorrichtung vorteilhaft, wenn die minde
stens eine Bohrung in der Ventilnadel vorhanden ist. Dabei
ist es zunächst unerheblich, ob die mindestens eine Bohrung
mit einer vollständig durch die Ventilnadel geführten druck
beaufschlagbaren Fluidzuleitung verbunden ist oder ob die
Fluidzuleitung teilweise in der Ventilnadel und, beispiels
weise über eine Verbindungsleitung, teilweise im Gehäuse ge
führt wird.
Es ist zur einfachen Herstellung und zur Sicherstellung einer
langen Lebensdauer besonders vorteilhaft, wenn die Fluidzu
leitung vollständig durch die Ventilnadel geführt wird, bei
spielsweise um die Längsachse zentriert. Dabei ist es zum
einfachen Anschluß zweckmäßig, die Ventilnadel durch eine im
elektromechanischen Aktor zentrisch vorhandene Durchführung
zu führen.
Es kann aber auch vorteilhaft sein, die Fluidzuleitung nur
teilweise in der Ventilnadel zu führen und andererseits im
Gehäuse. Dadurch ist z. B. erreichbar, daß der elektromecha
nische Aktor nicht modifiziert werden muß.
Es ist auch günstig, wenn die Bohrungen und die damit verbun
dene Fluidzuleitung vollständig im Gehäuse untergebracht ist,
weil so das System Aktor-Ventilnadel, welches typischerweise
fein abzustimmen ist, nicht modifiziert werden muß. In diesem
Fall kann auf ein herkömmliches bzw. nur leicht modifiziertes
Antriebssystem zurückgegriffen werden, so daß sich eine
vereinfachte Konstruktion und Herstellung ergibt.
Es ist auch günstig, wenn die mindestens eine Bohrung gedros
selt ausgeführt ist, weil dadurch der maximale Volumenstrom
aus der Bohrung heraus einfach und präzise einstellbar ist.
Es ist weiterhin vorteilhaft, wenn mehrere Bohrungen vorhan
den sind, weil sich so eine feine und großflächige Dosierung
bzw. Zerstäubung ergibt.
Es ist besonders vorteilhaft, wenn der elektromechanische
Aktor ein Vielschicht-Piezoaktor ist, weil dieser zuverlässig
herstellbar und gut elongierbar ist.
Eine solche Dosiervorrichtung ist besonders vorteilhaft ein
setzbar zur Direkteinspritzung von Brennstoff in eine Brenn
kammer eines Kraftstoffmotors. Insbesondere günstig ist ein
Einsatz zur Benzin-Direkteinspritzung in Ottomotoren und zur
Diesel-Direkteinspritzung in Dieselmotoren.
Selbstverständlich sind aber auch andere Anwendungsfälle
denkbar, z. B. eine Einspritzung von Kerosin, Alkohol oder
Methan sowie eine Zerstäubung von Lösungsmitteln, Wasser oder
anderen Stoffen zur Oberflächenbenetzung.
In den folgenden Ausführungsbeispielen wird die Dosiervor
richtung schematisch dargestellt.
Fig. 1 zeigt ein Ausführungsbeispiel einer Dosiervorrichtung
in Form eines Kraftstoffeinspritzers zur Benzin-Di
rekteinspritzung,
Fig. 2 zeigt eine weitere Ausführungsform einer Dosiervor
richtung zur Kraftstoff-Direkteinspritzung,
Fig. 3 zeigt einen Ausschnitt einer Dosiervorrichtung gemäß
Fig. 1 oder Fig. 2 im Bereich der Bohrungen,
Fig. 4 zeigt eine herkömmliche Dosiervorrichtung,
Fig. 5 zeigt eine weitere Ausführungsform einer Dosiervor
richtung.
Fig. 4 zeigt als Schnittdarstellung in Seitenansicht eine
Dosiervorrichtung zur Direkteinspritzung von Benzin in einen
Brennraum eines Ottomotors.
Ein Gehäuse 1 weist einen Aktorraum 26 zur Aufnahme eines
elektromechanischen Aktors auf. Der elektromechanische Aktor
besteht aus einem Vielschicht-Piezoaktor ("Piezoelectric mul
tilayer actor" = PMA) 11, der mit einer Endfläche auf einer
Kopfplatte 12 aufliegt und mit seiner anderen Endfläche auf
einer Fußplatte 13 aufliegt. Weiterhin zum Aktor gehört eine
Rohrfeder 24, die den PMA 11 seitlich umschließt und die so
mit der Kopfplatte 12 und mit der Fußplatte 13 verschweißt
ist, daß mit ihrer Hilfe der PMA 11 unter einer Druckvorspan
nung gehalten wird. Durch die Druckvorspannung wird ein Ent
stehen einer schädlichen Zugspannung im Piezoaktor auch im
dynamischen Betrieb verhindert. Eine Dehnung des PMA 11 in
Längsrichtung ist über elektrische Anschlüsse 25 steuerbar.
Der Aktor wird durch eine Verschweißung der Fußplatte 13 mit
dem Gehäuse 1 am Gehäuse 1 abgestützt.
An der Kopfplatts 12 ist eine Ventilnadel 3 angelenkt. An dem
der Kopfplatte 12 entgegengesetzten Ende ist die Ventilnadel
3 in Form eines Tellerventils 4 ausgearbeitet, so daß sie zu
sammen mit einer Wand des Gehäuses 1 ein nach außen öffnendes
Ventil darstellt. Das Gehäuse 1 und die Ventilnadel 3 begren
zen einen Ventilraum 9, der mittels einer Fluidzuleitung 10
druckbeaufschlagbar ist. Die Fluidzuleitung 10 kann bei
spielsweise mit einer Hochdruck-Kraftstoffpumpe verbunden
sein.
Der Ventilraum 9 ist vom Aktorraum 26 durch einen Dichtblock
7 sowie durch eine in eine Nut des Dichtblocks 7 eingebrachte
Abdichtung 8 getrennt. Die Abdichtung 8, hier: ein O-Ring aus
einem Elastomermaterial, wird auf die Ventilnadel 3 gepreßt
und verhindert so einen Fluidfluß vom Ventilraum 9 durch die
Passung zwischen Dichtblock 7 und Ventilnadel 3 in den Aktor
raum 26. Dadurch ist der Aktor vor einem schädlichen Einfluß
des zu dosierenden Fluids geschützt.
Im Ventilraum 9 befindet sich eine Rückstellfeder 5, die sich
einerseits am Gehäuse 1 und andererseits an einem an der Ven
tilnadel 3 angebrachten Sprengring 6 abstützt. Mittels der
Rückstellfeder 5 wird die Ventilnadel 3 in Richtung des
Aktors gedrückt und sorgt für eine zusätzliche Druckkraft auf
den PMA 11. Andererseits sargt die Rückstellfeder 5 dafür,
daß der Ventilteller 4 der Ventilnadel 3 auch bei einem höhe
ren Druck des Fluids (typischerweise bis zu 300 bar bei einer
Benzin-Direkteinspritzung) in den vom Gehäuse 1 gebildeten
Ventilsitz 2 gedrückt wird.
Im geschlossenen Zustand ist der PMA 11 und damit der Aktor
in Längsrichtung kontrahiert. Die Ventilnadel 3 ist maximal
in das Gehäuse 1 zurückgezogen, und der Ventilteller 4 setzt
dichtend auf den Ventilsitz 2 auf. Es wird kein Fluid nach
außen abgegeben.
Zur dosierten Abgabe von Fluid wird über die elektrischen An
schlüsse 25 ein elektrisches Signal an den PMA 11 geleitet,
der dadurch in seiner Längsrichtung elongiert wird. Weil der
Aktor über seine Fußplatte 13 fest mit dem Gehäuse 1 verbun
den ist, wird die Elongation des PMA 11 in einen Hub der Ven
tilnadel 3 umgewandelt. Durch die Hubbewegung der Ventilnadel
3 wird ihr Ventilteller 4 vom Ventilsitz 2 abgehoben und da
durch eine Dosieröffnung des Ventils freigegeben. Die Dosier
öffnung weist im wesentlichen einen ringförmigen Querschnitt
auf, der durch den Durchmesser des Ventilsitzes 2 (auf der
Dichtlinie) und dem entsprechenden Durchmesser der Ventilna
del 3 bestimmt wird. Bei geöffnetem Ventil fließt Fluid aus
der weiten Passung zwischen Ventilnadel 3 und Gehäuse 1 durch
die Dosieröffnung nach außen. Im weiteren Verlauf des Dosier
vorgangs wird Fluid aus der Fluidzuleitung 10 und aus dem
Ventilraum 9 nachgeliefert.
Zum Schließen des Ventils wird der PMA 11 kontrahiert, bei
spielsweise durch Kurzschließen an den elektrischen An
schlüssen 25, worauf der PMA 11 wieder durch die von der
Rohrfeder 24 und der Rückstellfeder 25 aufgegebenen Kräfte
auf seine Länge im Ausgangszustand reduziert wird. Dadurch
wird die Ventilnadel 3 in das Gehäuse 1 zurückgezogen und der
Ventilteller 4 setzt dichtend auf den Ventilsitz 2 auf.
Eine solche herkömmliche Dosiervorrichtung weist u. a. den
Nachteil auf, daß zwischen der Fluidzuleitung 10 und der Do
sieröffnung bzw. dem Ventil ein Totvolumen vorhanden ist,
welches hier aus dem Volumen des Ventilraums 9 und dem Volu
men der weiten Passung zwischen Ventilnadel 3 und Gehäuse 1
besteht. Ein solches Totvolumen ist aufgrund seiner verzö
gernden sowie fluiddynamischen Eigenschaften zur exakten Do
sierung einer sehr kleinen Dosiermenge sehr nachteilig.
Weiterhin nachteilig ist, daß eine individuelle Einstellung
des Strahlbildes, beispielsweise eines asymmetrischen Strahl
bildes, nur durch einen vergleichsweise hohen konstruktiven
Aufwand erreichbar ist, wobei zudem durch eine Änderung der
Form des Ventilsitzes oder der weiten Passung eine ver
schlechterte Steuerbarkeit oder ein erhöhter Aufwand zur
Sicherstellung einer sicheren Betätigung kommt.
Zudem ist eine genaue Einstellung des maximalen Volumenstroms
durch die Dosieröffnung nur schwer erreichbar.
Es kommt nachteilig hinzu, daß zur Abdichtung des druckbe
füllten Ventilraums 9 gegenüber dem in der Regel drucklosen
und mit Luft gefüllten Aktorraum 26 eine hochdruckfeste Ab
dichtung 8 erforderlich ist, welche entsprechend aufwendig
ausfällt.
Fig. 1 zeigt als Schnittdarstellung in Seitenansicht eine
Ausführungsform der Dosiervorrichtung.
Im Gegensatz zur Dosiervorrichtung in Fig. 4 wird nun die
Fluidzuleitung 15 durch das Gehäuse und, über eine flexible
Zuleitung 27 verbunden, durch die Ventilnadel 20 geführt. Die
Fluidzuleitung 15 reicht in der Ventilnadel 20 bis in den
Ventilteller 4 und ist dort mit zwei oder mehreren Bohrungen
14 verbunden, welche in eine durch Dichtsitz 2 und Ventil
nadel 20 gebildete Dichtfläche münden. Dadurch wird bei ge
schlossener Dosiervorrichtung jede Bohrung 14 durch den Ven
tilsitz 2 des Gehäuses 17 verschlossen, und somit eine Abgabe
von Fluid aus den Bohrungen unterbunden.
Zur Dosierung wird der Aktor elongiert und die Ventilnadel 20
verschiebt sich aus dem Gehäuse 17 heraus. Dadurch hebt der
Ventilteller 28 vom Gehäuse 17 ab. Durch das Abheben des Ven
tiltellers 28 werden die Öffnungen der Bohrungen 14 freigege
ben, worauf Fluid aus ihnen abgegeben wird.
Zur Beendigung eines Dosiervorgangs wird der Aktor wieder
kontrahiert, so daß der Ventilteller 28 auf den Dichtsitz 2
aufsetzt und somit die Mündungen 14 verschlossen werden.
Eine solche Dosiervorrichtung weist den Vorteil auf, daß
durch eine Wahl eines oder mehrerer Durchmesser der Bohrungen
14 ein maximaler Volumenstrom des Fluids einstellbar ist.
Zudem ist durch eine beliebige Verteilung der Bohrungen 14,
wobei diese auch einen untereinander unterschiedlichen Durch
messer aufweisen können, eine Erzeugung einer Vielfalt, auch
asymmetrischer, Strahlbilder möglich. Dies ist ein besonderer
Vorteil bei einer gezielten Steuerung einer Verbrennung in
einem Brennraum.
Weiterhin sehr vorteilhaft ist eine Vermeidung eines Totvolu
mens zwischen der Fluidzuleitung 15 und der Einspritzöffnung,
welche sich in diesem Fall durch die Summe der Einspritzöff
nungen der Bohrungen 14 ergibt. Dadurch ist es möglich,
kleine und kleinste Einspritzmengen exakt zu dosieren.
Zudem muß das Ventil gegenüber dem Aktorraum 26 lediglich
durch eine Niederdruck-Abdichtung 23 abgeschlossen werden,
wodurch sich ein Vorteil in Bezug auf eine einfache Konstruk
tion, eine erhöhte Langlebigkeit und eine größere Auswahl
einsetzbarer Materialien ergibt. Der niedrige Druck in der
Passung zwischen Ventilnadel 20 und Gehäuse 17, also der
Nadelführung 16, ist dadurch zu erklären, daß das Fluid bei
geöffneter Dosiervorrichtung nahezu ungehindert aus den Boh
rungen 14 austreten kann. Dadurch staut sich kaum Fluid in
der Nadelführung 16 entlang der Ventilnadel 20 auf, so daß
sich in ihr auch kein nennenswerter Druck bilden kann. Zur
Erlangung eines gleichmäßigen Kegelstrahlbildes sind mehrere
Bohrungen 14 vorteilhaft.
Diese Dosiervorrichtung besitzt auch den Vorteil, daß sich
ein nur geringerer Mehraufwand in der Herstellung und der
Einstellung im Vergleich zur Dosiervorrichtung in Fig. 4 er
gibt.
Fig. 2 zeigt als Schnittdarstellung in Seitenansicht eine
weitere Ausführungsform der Dosiervorrichtung in Form eines
direkt angetriebenen, nach außen öffnenden Kraftstoffein
spritzers.
Im Vergleich zur Dosiervorrichtung in Fig. 1 wird nun die
Fluidzuleitung 22 vollständig durch die Ventilnadel 30 ge
führt. Dadurch entfällt die flexible Verbindung 27. Die weg
fallende Bearbeitung des Gehäuses 17 und der Wegfall der fle
xiblen Verbindung 27 resultiert in einer vereinfachten Her
stellung.
Zur Anbindung der Fluidzuleitung 22 an einen externen
Fluidspeicher wird in diesem Ausführungsbeispiel die Ventil
nadel 30 durch eine im Aktor vorhandene Aussparung geführt.
Dazu enthalten die Kopfplatte 12 und die Fußplatte 13 jeweils
eine um die Längsachse des PMA 11 zentrierte Durchführung.
Auch ist der PMA 11 mit einer analogen Durchführung ausge
stattet. Zwar ergibt sich hierbei der Nachteil, daß eine Her
stellung des Aktors, insbesondere des PMA 11, aufwendiger ist
als bei den Dosiervorrichtungen gemäß Fig. 1 und 4, aller
dings kann die Ventilnadel 30 vergleichsweise einfach mit dem
Aktor verbunden werden.
Fig. 3 zeigt eine vergrößerte Darstellung einer Dosiervor
richtung gemäß Fig. 1 oder Fig. 2 im Bereich des Ventils.
Der Ventilteller 28 und der Ventilsitz 2 sind im Bereich
ihrer Dichtfläche kegelförmig ausgestaltet. Der Kegelwinkel
des Ventiltellers 28 ist identisch mit dem Kegelwinkel des
Ventilsitzes 2. Dadurch ergibt sich eine Dichtfläche (d. h.
eine Kontaktfläche zwischen Ventilteller 28 und Ventilsitz 2
im geschlossenen Zustand).
Im geschlossenen Zustand der Dosiervorrichtung münden zwei
oder mehrere gedrosselte Bohrungen 14 in diese Dichtfläche.
Die Bohrungen 14 sind mit einer zentralen Fluidzuleitung
15, 22 fluidisch verbunden. Zahl und Durchmesser der Bohrungen
14 werden so festgelegt, daß durch deren Wahl der maximale
Durchfluß von Fluid durch die Bohrungen 14 auf ein, typi
scherweise auf den Anwendungsfall festgelegtes, Sollmaß be
grenzt wird. Zudem wird durch die Wahl das gewünschte, in der
Regel gleichmäßige, Kegelstrahlbild am Austritt der Dosier
vorrichtung eingestellt. Die Mündungen der Bohrungen 14 sind
so eingebracht, daß sie im geschlossenen Zustand der Dosier
vorrichtung sowohl zur Nadelführung 16 hin als auch zum
Strahlaustritt hin durch die Dichtfläche verschlossen sind.
Fig. 5 zeigt eine weitere Ausführungsform der Dosiervorrich
tung als Schnittdarstellung in Seitenansicht zur Verwendung
als Kraftstoffeinspritzer.
In diesem Ausführungsbeispiel sind die gedrosselten Bohrungen
21 in den Ventilsitz 2 des Gehäuses 1 eingearbeitet. Im Ge
häuse 17 befindet sich eine Ringnut 19, die das zu dosierende
Fluid über den Umfang verteilt. Der Ventilsitz 2 bildet zu
sammen mit dem Ventilteller 28 eine kegelförmige Flächendich
tung, bei der der Kegelwinkel des Ventiltellers 28 dem Kegel
winkel des Ventilsitzes 2 entspricht. Die Bohrungen 21 sind
mit der Ringnut 19 verbunden, welche wiederum mit einer zen
tralen Fluidzuleitung 18 verbunden ist.
Im geschlossenen Zustand der Dosiervorrichtung werden die
Mündungen der Bohrungen 21 mittels der Dichtfläche zur Nadel
führung 16 und zum Strahlaustritt hin dicht verschlossen.
Öffnet die Dosiervorrichtung durch Aufladen des PMA 11, so
öffnen sich durch Abheben des Ventiltellers 28 die Mündungen
der gedrosselten Bohrungen 21, und das Fluid kann durch das
Ventil ausströmen. Der Druck des Fluids im Düsenspalt zwi
schen Ventilteller 28 und Ventilsitz 2 wird durch die Dros
selwirkung der gedrosselten Bohrungen 21 reduziert. Weil das
Fluid durch den Düsenspalt nahezu ungehindert austreten kann,
staut sich auch kaum Fluid in der Nadelführung 16 entlang der
Ventilnadel 20 auf, und es kann sich kein nennenswerter Druck
in der Nadelführung 16 aufbauen.
Claims (7)
1. Dosiervorrichtung, aufweisend
- - eine in einem Gehäuse (17) axialverschiebbar geführte Ven tilnadel (20,30), die zusammen mit einer Wand des Gehäuses (17) ein nach außen öffnendes Ventil darstellt,
- - einem Aktorraum (26) zur Aufnahme eines elektromechani schen Aktors, der sich an dem Gehäuse (17) abstützt, wobei mittels einer Dehnung des Aktors eine Hubbewegung der Ven tilnadel (20,30) zur Öffnung und Schließung des Ventils steuerbar ist,
2. Dosiervorrichtung nach Anspruch 1, bei der
die mindestens eine Bohrung (14) in der Ventilnadel (20, 30)
vorhanden ist.
3. Dosiervorrichtung nach Anspruch 1, bei der
die mindestens eine Bohrung (21) im Gehäuse (17) vorhanden
ist.
4. Dosiervorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
bei der die mindestens eine Bohrung (14, 21) gedrosselt ist.
5. Dosiervorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei der das Ventil
gegenüber dem Aktorraum (26) fluidisch abgedichtet ist.
6. Dosiervorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
bei der der elektromechanische Aktor ein Vielschicht-Piezoak
tor (11) ist.
7. Dosiervorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche
zur Einspritzung von Kraftstoff in eine Brennkammer.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1999143142 DE19943142A1 (de) | 1999-09-09 | 1999-09-09 | Dosiervorrichtung |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1999143142 DE19943142A1 (de) | 1999-09-09 | 1999-09-09 | Dosiervorrichtung |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19943142A1 true DE19943142A1 (de) | 2001-04-12 |
Family
ID=7921377
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1999143142 Withdrawn DE19943142A1 (de) | 1999-09-09 | 1999-09-09 | Dosiervorrichtung |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19943142A1 (de) |
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- 1999-09-09 DE DE1999143142 patent/DE19943142A1/de not_active Withdrawn
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