Die Erfindung betrifft ein Bezahlterminal nach dem Oberbe
griff des Patentanspruchs 1.
Zum Bezahlen von Kaufgegenständen ist es in dem Handelsbe
reich bekannt, Bezahlkarten vorzusehen, die mit einem Bezahl
terminal gekoppelt sind. Die Bezahlkarten können als Kredit
karten, denen ein Kreditrahmen von Werteinheiten auf einem
Kundenkonto zugewiesen sind, oder als mit Werteinheiten wie
deraufladbare Geldkarten ausgebildet sein. Wie aus der US 5 744 787
bekannt ist, kann die Bezahlkarte auch als eine Kom
bination aus Kreditkarte und Geldkarte ausgebildet sein. Das
Bezahlterminal kann als Point of sale (POS) ausgebildet sein,
das den Bezahlvorgang am Kaufort steuert und die Übertragung
bzw. die Verringerung der den Kaufpreis repräsentierenden
Werteinheiten in der Bezahlkarte oder auf einem in einem Hin
tergrundterminal angeordneten Kundenkonto und die Erhöhung
der entsprechenden Werteinheiten auf einem Händlerkonto. Das
Händlerkonto kann unmittelbar am POS oder auf einem Hinter
grundterminal geführt sein.
Soweit die gesetzlichen Rahmenbedingungen es zulassen, kann
der Kauf von Gegenständen mit einem Rabatt versehen sein, der
zu einer Preisreduktion führt oder die Sammlung von Bonusda
ten für den Kauf zu günstigeren Bedingungen von anderen Kauf
gegenständen ermöglicht. Diese Bonusdaten werden während des
Bezahlvorgangs im Rahmen eines Bonusprogramms erzeugt und
dann auf der Bezahlkarte und/oder in dem Hintergrundterminal
gespeichert, siehe WO 99/13438 A1. Nachteilig an dem bekann
ten, in dem Bezahlterminal abgespeicherten Bonusprogramm ist
jedoch, daß es eine starre Struktur aufweist, die die Erwei
terung auf zusätzliche Bonusmodalitäten erschwert. Diesbezüg
lich ist eine aufwendige Neukonfiguration bzw. Anpassung er
forderlich.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, ein Bezahl
terminal für mit einem Bonussystem integrierte Bezahlvorgänge
derart weiterzubilden, daß der Aufbau des Bezahlvorgang fle
xibler und einfacher durchgeführt werden kann.
Zur Lösung dieser Aufgabe weist die Erfindung die Merkmale
des Patentanspruchs 1 auf.
Der Vorteil der Erfindung besteht insbesondere darin, daß
durch das Vorsehen eines Entscheidungsnetzwerkes bestehend
aus einer Mehrzahl von Entscheidungsknoten mit jeweils zuge
ordneten Bedingungen und von diesen abhängigen Verzweigungs
regeln ein einfaches und leicht modifizierbares Bonussystem
generierbar ist.
Nach einer Ausführungsform der Erfindung ist die jeweils ei
nem Entscheidungsknoten zugeordnete Bedingung mit einer zwei
Folgeentscheidungen zulassenden Verzweigung, insbesondere ei
nem Ja-Zweig und einem Nein-Zweig, gekoppelt, so daß ein ein
deutiger Weg innerhalb des Entscheidungsnetzwerkes vorgegeben
ist, der durch weitere Entscheidungsknoten beliebig erweiter
bar ist.
Durch Vorsehen von Entscheidungsknoten, die im Ausgangszu
stand nur einen einzigen Zweig vorsehen, kann durch Hinzufü
gen eines weiteren Zweigs das Entscheidungsnetzwerk baumartig
einfach und zeitgünstig erweitert werden.
Nach einer Weiterbildung der Erfindung ist das Entscheidungs
netzwerk als Textscript aufbereitet und ermöglicht somit eine
einfache Eingabe bzw. Änderung des Inhalts.
Nach einer Ausgestaltung der Erfindung ist das Entscheidungs
netzwerk von dem mit dem POS in Verbindung stehenden Hinter
grundterminal abrufbar und in dem POS ablaufbar.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend anhand
der Zeichnungen näher beschrieben.
Es zeigen:
Fig. 1 ein Blockschaltbild eines Bezahlsystems mit einem
Bezahlterminal und
Fig. 2 eine schematische Darstellung der Struktur eines in
dem Bezahlterminal implementierten Entscheidungs
netzwerkes.
Ein Bezahlsystem besteht im wesentlichen aus einem Hinter
grundsystem (Hintergrundterminal 1) und einer Mehrzahl mit
demselben verbundenen Bezahlterminals 2, die mit einer Be
zahlkarte 3 in Kommunikation treten kann.
Das Bezahlterminal 2, das beispielsweise als Händlerterminal
(Point of sale (POS)) ausgebildet sein kann, weist Mittel
auf, die den Ablauf eines Bezahlvorgangs steuern und dafür
sorgen, daß eine vorgegebene Werteinheit von der Bezahlkarte
abgebucht und einem in dem Hintergrundterminal 1 geführten
Händlerkonto gutgeschrieben wird. Vorzugsweise kann das Händ
lerterminal selbst eine Händlerkarte aufweisen, auf die die
entsprechende von der Bezahlkarte 3 übertragene Werteinheit
gespeichert wird, um nach Sammlung mehrerer Werteinheiten an
das Hintergrundterminal 1 weitergeleitet zu werden.
Die Bezahlkarte 3 ist als Chipkarte ausgebildet mit einem Mi
kroprozessor und einem Speicher und weist Mittel auf, so daß
eine sichere und zuverlässige Kommunikation mit dem Bezahl
terminal 3 gewährleistet ist.
Das Bezahlterminal 2 weist eine Steuereinheit (Mikroprozessor
und Speicher) und eine Kommunikationseinheit
(Kartenlesegerät) auf. In einem Speicher des Bezahlterminals
2 ist ein Bonusprogramm 4 vorgesehen, das während eines Be
zahlvorgangs aktiviert ist und feststellt, ob dem Inhaber der
Bezahlkarte Bonuspunkte gewährt werden oder nicht. Nach Ab
lauf des Bonusprogramms 4 werden die gewährten Bonuspunkte
als Bonusdaten zur Bezahlkarte 3 hin übertragen und dort ab
gespeichert.
Das Bonusprogramm 4 weist ein oder mehrere Entscheidungsnetz
werke 5 auf, die jeweils einer Bonusapplikation oder Bonus
börse 6 zugeordnet sind. Die Bonusapplikation kann beispiels
weise bei Mehrwertkarten einem Händler zugeordnet sein. Das
Entscheidungsnetzwerk 5 ermöglicht aufgrund seiner Baumstruk
tur und der Programmierung in einer strukturellen Program
miersprache ein effizientes und einfach erweiterbares Bonus
programm 4.
Wie aus Fig. 2 ersichtlich ist, besteht das Entscheidungs
netzwerk 5 aus einer Mehrzahl von Entscheidungsknoten N, de
nen jeweils eine Bedingung C zuordenbar ist. Beispielsweise
ist dem Entscheidungsknoten N1 eine Bedingung C3 zugeordnet,
die besagt, ob der Kaufen von Lebensmitteln vorliegt?
In Abhängigkeit von dem Ergebnis erfolgt eine Verzweigung V
über einen Ja-Zweig J und einen Nein-Zweig K zu weiteren Ent
scheidungsknoten N2 oder N3.
In dem Entscheidungsknoten N1 wird für den Fall eines positi
ven Ergebnisses eine Entscheidungsregel R2 ausgeführt, nach
der dem Inhaber der Bezahlkarte zwanzig Bonuspunkte gutge
schrieben werden, und über den Ja-Zweig J zu dem Entschei
dungsknoten N2 verzweigt. Für den Fall eines negativen Ergeb
nisses wird eine Entscheidungsregel R3 ausgeführt, nach der
ein Bonuspunkt pro Liter Benzin gutgeschrieben wird, und über
den Nein-Zweig K zu dem Entscheidungsknoten N3 verzweigt.
Den weiteren Entscheidungsknoten N2, N3 sind jeweils gleiche
Bedingungen C5 zugeordnet, die abfragen, ob dies der zehnte
Besuch des Karteninhabers ist? Der Entscheidungsknoten N2
weist eine Verzweigung V mit einem Ja-Zweig J und einem Nein-
Zweig K auf, die beide zu einem Entscheidungsknoten N4 füh
ren, während sich an den Entscheidungsknoten N3 keine Ver
zweigung V anschließt.
Im Entscheidungsknoten N2 wird für den Fall eines positiven
Ergebnisses eine Entscheidungsregel R2 ausgeführt, nach der
dem Inhaber der Bezahlkarte zwanzig Bonuspunkte gutgeschrie
ben werden, und über den Ja-Zweig J zu dem Entscheidungskno
ten N4 verzweigt. Für den Fall eines negativen Ergebnisses
wird keine Entscheidungsregel R ausgeführt und über den Nein-
Zweig zu demselben Entscheidungsknoten N4 verzweigt.
Im Entscheidungsknoten N3 wird für den Fall eines positiven
Ergebnisses eine Entscheidungsregel R5 ausgeführt, wonach
der ein Zähler auf Null gesetzt wird. Für den Fall eines ne
gativen Ergebnisses wird eine Entscheidungsregel R4 ausge
führt, wonach der Zähler um eins inkrementiert wird.
Die Entscheidungsknoten N2 und N3 stellen sicher, daß zum ei
nen Bonuspunkte bei Vorliegen der Bedingung C5 vergeben wer
den und zum anderen eine eindeutige Feststellung des Vorlie
gen bzw. Nichtvorliegens der Bedingung C5 ermöglicht wird.
Das Entscheidungsnetzwerk 5 ermöglicht somit eine variable
Verknüpfung von Entscheidungsknoten N, denen jeweils Bedin
gungen C einerseits und eine Verzweigung V und/oder ein oder
zwei Entscheidungsregeln R anderseits zugeordnet sind. Hier
durch lassen sich beliebig viele Bedingungen C mit Entschei
dungsregeln R verknüpfen, wobei die Baumstruktur eine gute
grafische Übersicht ermöglicht, die sich programmiervereinfa
chend auswirkt. Dadurch, daß die Verzweigung V als Ja-/Nein-
Verzweigung mit einem Ja-Zweig und einem Nein-Zweig ausgebil
det ist, wird eine einfache Baumstruktur gewährleistet.