DE19930997A1 - Anordnung zum Steuern eines hydraulischen Fahrzeugantriebs - Google Patents
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Abstract
In einem hydraulischen Fahrzeugantrieb, der einen aus einer Verstellpumpe und einem oder mehreren Hydromotoren bestehenden geschlossenen Hydrokreislauf aufweist, wird die Verstellpumpe 2 durch einen Dieselmotor 1 angetrieben. Beim Brems- und Schiebebetrieb des Fahrzeuges wird der Hydromotor zur Pumpe und treibt die Verstellpumpe 2 an, die nun ihrerseits als Motor auf den Dieselmotor 1 einwirkt und diesen zu beschleunigen sucht. Die dadurch erzielte und beabsichtigte Bremswirkung birgt die Gefahr, daß der Dieselmotor 1 unzulässig hohe Drehzahlen erreicht, was besonders für Dieselmotoren mit Turbolader gefährlich ist. Zum Vermeiden unzulässig hoher Drehzahlen wird in die Rückströmleitung 12 zwischen Hydromotor und Verstellpumpe 2 ein als Drossel wirkendes Druckregelventil 13 eingesetzt. Das Ventil 13 drosselt die Durchflußmenge, wenn im Bremsbetrieb der Druck der Hydraulikflüssigkeit in der Leitung 12 einen bestimmten Einstellwert überschreitet. Auf diese Weise wird ein zu hoher Druck an der Verstellpumpe 2 vermieden, und der Dieselmotor 1 kommt nicht in den Bereich gefährlicher Drehzahlen.
Description
Die Erfindung betrifft eine Anordnung zum Steuern eines hydraulischen Fahr
zeugantriebs mit einem geschlossenen Hydrokreislauf, der eine durch einen Die
selmotor angetriebene Verstellpumpe, einen die Antriebsräder des Fahrzeuges
antreibenden Hydromotor und zwei die Verstellpumpe und den Hydromotor ver
bindende Leitungen für die Hydraulikflüssigkeit aufweist, wobei jede der Leitun
gen je nach Fahrtrichtung des Fahrzeuges Hin- oder Rückleitung für den Hydro
motor sein kann.
Wenn die Verstellpumpe und der Hydromotor für zwei Förderrichtungen einge
richtet sind, kann das Fahrzeug von der Vorwärts- auf die Rückwärtsfahrt umge
schaltet werden, indem die Strömungsrichtung der Hydraulikflüssigkeit umge
kehrt wird. Ferner kann der hydraulische Fahrzeugantrieb auch als Bremse wir
ken. Hierbei geht der die Verstellpumpe antreibende Dieselmotor in den Leerlauf,
und es wird durch Reduzieren des Pumpenschwenkwinkels der Förderstrom der
Verstellpumpe auf Null herabgesetzt. Infolge der Massenträgheit des sich bewe
genden Fahrzeuges bleibt aber die Fahrgeschwindigkeit zunächst unverändert.
Dann dreht sich der Leistungsfluß von der Verstellpumpe zu dem oder den Hy
dromotoren um, und der Hydromotor oder die Hydromotoren arbeiten als Pumpe.
Die Verstellpumpe ihrerseits wirkt dann als Hydromotor. Die Strömungsrichtung
der Hydraulikflüssigkeit bleibt unverändert, aber sie wird nunmehr von dem Hy
dromotor in Richtung zur Verstellpumpe gefördert. Die Verstellpumpe baut hy
draulischen Widerstand auf, und dadurch erhöht sich der Betriebsdruck
(Bremsdruck) des geschlossenen Hydrokreises. Es ergibt sich ein Drehmoment,
das den Dieselmotor im Schlepp- oder Schiebebetrieb zu beschleunigen sucht.
Dieser Betrieb kann für Dieselmotoren besonders dann kritisch werden, wenn die
Dieselmotoren mit Turboladern versehen sind. Bei sehr großen Fahrzeugen kann
daher die aus der Verstellpumpe rührende Beschleunigungswirkung so groß wer
den, daß der Dieselmotor seine Nenndrehzahl wesentlich übersteigt und dadurch
beschädigt wird. Eine Schädigung der übrigen Komponenten sowie ein Verlust
der hydrostatischen Bremsfähigkeit ist in diesem Fall nicht auszuschließen.
Hier bezweckt die Erfindung eine Verbesserung. Es besteht die Aufgabe, eine
gattungsgemäße Anordnung zum Steuern eines hydraulischen Fahrzeugantriebs
derart auszubilden, daß zwar die Möglichkeiten der hydraulischen Bremsung in
vollem Umfang ausgenutzt werden, dabei aber unzulässig hohe Drehzahlen des
die Verstellpumpe antreibenden Dieselmotors vermieden werden.
Dieses Ziel wird dadurch erreicht, daß in einer der Leitungen ein als Drossel wir
kendes Druckregelventil angeordnet ist, das bei erhöhtem Druck der von dem Hy
dromotor zu der Verstellpumpe strömenden Flüssigkeit wirksam wird.
Bei einer derartigen Anordnung strömt wie üblich zunächst die Hydraulikflüssig
keit durch die eine Leitung unter höherem Druck zu dem Hydromotor hin und
durch die andere Leitung unter niedrigerem Druck zu der Verstellpumpe zurück.
Geht das Fahrzeug aber in den Bremsbetrieb über, so behält die Hydraulikflüssig
keit zwar ihre Strömungsrichtung bei, aber der Hydromotor wirkt nunmehr als
Pumpe; infolgedessen steigt der Druck in der Rückleitung auf einen höheren Wert
an. Sobald er einen Wert erreicht, der zu unzulässig hohen Drehzahlen der Ver
stellpumpe und damit des Dieselmotors führen könnte, spricht das erfindungsge
mäß angeordnete Druckregelventil an. Während es im Normalbetrieb vollständig
geöffnet war, wirkt es nach dem Ansprechen auf den erhöhten Druck der von dem
Hydromotor zurückströmenden Hydraulikflüssigkeit als Strömungsdrossel, zum
Beispiel in Form einer Blende. Damit findet eine gezielte Energieumwandlung
von Strömungsenergie in Wärme statt, und die Bremsenergie wird entsprechend
verringert. Die erfindungsgemäße Anordnung kann so abgestimmt werden, daß
eine maximale hydraulische Bremswirkung mit einer für den Dieselmotor unge
fährlichen Drehzahl vereinigt ist.
In der Praxis sind die Fahrzeuge für hohe Überführungsgeschwindigkeiten, d. h.
für schnelle Vorwärtsfahrt ausgelegt. Sie können also vorwärts schneller als
rückwärts fahren. Gerade beim Abbremsen aus schneller Vorwärtsfahrt treten die
aufgezeigten Probleme auf. Die erfindungsgemäße Anordnung ist daher besonders
dann von Bedeutung, wenn sie bei der Vorwärtsfahrt wirksam wird.
Gemäß einer ersten Weiterbildung kann aber auch in jeder der beiden Leitungen
je ein Druckregelventil vorgesehen werden, so daß die erfindungsgemäße Anord
nung für Vorwärts- und Rückwärtsfahrt Verwendung findet.
Das in einer Leitung angeordnete Druckregelventil bildet einen Strömungswider
stand, wenn die Hydraulikflüssigkeit diese Leitung in entgegengesetzter Richtung
durchströmt, die Leitung also als Zuleitung für den Hydraulikmotor dient. Zur
Beseitigung dieses Nachteils ist gemäß einer weiteren Fortbildung ein im Neben
schluß zu dem Druckregelventil angeordnetes, in Richtung der Zufuhr von Hy
draulikflüssigkeit zum Hydraulikmotor öffnendes Rückschlagventil vorgesehen.
Die Zufuhr von Hydraulikflüssigkeit zu dem Hydromotor bei entgegengesetzter
Fahrtrichtung kann somit trotzt des vorhandenen Druckregelventils ohne zusätzli
che Strömungswiderstände erfolgen.
Die Ansteuerung des Druckregelventils ist auf alle bekannten Arten, also bei
spielsweise elektrisch oder hydraulisch möglich.
Durch geschickte Abstimmung der gesamten Anordnung läßt sich nach einer
vorteilhaften Weiterbildung ein bestimmter Betriebsdruck der Hydraulikflüssig
keit im geschlossenen Kreislauf an der Verstellpumpe abweichend von dem Be
triebsdruck am Hydromotor aufbauen. Dieser Betriebsdruck steht dann als exakt
definierter Bremsdruck für das Fahrzeug zur Verfügung.
In der einzigen Figur ist eine Ausführungsform der Erfindung näher erläutert. Sie
zeigt einen heute üblichen hydraulischen Fahrzeugantrieb, der mit der erfindungs
gemäßen Steueranordnung ausgerüstet ist.
Ein Dieselmotor 1 treibt eine Verstellpumpe 2 und eine Speisepumpe 3 an. Mit 4
ist ein Speisedruck-Begrenzungsventil und mit 5 die Servoverstellung für den
Schwenkwinkel der Verstellpumpe 2 bezeichnet. Einspeise- und Hochdruck-
Begrenzungsventile 6, 7 versorgen den Antrieb und seine Steuerung mit Hydrau
likflüssigkeit in der erforderlichen Druckhöhe. Ein Wechselschieber 8 und ein als
Spülventil dienendes Druckbegrenzungsventil 9 ermöglichen den Spülvorgang im
geschlossenen Hydrokreislauf. Von der Verstellpumpe 2 führt eine Leitung 11 zu
dem Hydromotor 10; die dort verbrauchte Hydraulikflüssigkeit strömt über die
Leitung 12 zu der Verstellpumpe 2 zurück. Bei einer Vorwärtsfahrt ist beispiels
weise die Leitung 11 die unter Hochdruck stehende Zuleitung zum Hydromotor
10, während die Leitung 12 als Rückleitung dient und unter niedrigerem Druck
steht. Bei Rückwärtsfahrt ist es umgekehrt, dann steht die Leitung 12 unter hohem
und die Leitung 11 unter niedrigem Druck. In die Leitung 12 ist ein Druckregel
ventil nach Art einer Drossel eingebaut, die wirksam wird, wenn der Druck in der
Leitung 12 einen bestimmten Einstellwert erreicht. Parallel im Nebenschluß zu
dem Druckregelventil 13 befindet sich ein Rückschlagventil 14. Dieses ist so ge
schaltet, daß es den Rückfluß von Hydraulikflüssigkeit von dem Hydromotor zu
der Verstellpumpe 2 sperrt, aber öffnet, wenn bei entgegengesetzter Fahrtrichtung
die Hydraulikflüssigkeit von der Verstellpumpe 2 durch die Leitung 12 zu dem
Hydromotor 10 strömt. Die Abtriebswelle des Hydromotors 10 wirkt auf das Ge
triebe 15, das seinerseits die Antriebsräder des Fahrzeugs in Drehbewegung ver
setzt.
Die beschriebene Anordnung arbeitet wie folgt:
Solange das Fahrzeug zur Vorwärtsfahrt angetrieben ist, strömt Hydraulikflüssig keit von der Verstellpumpe 2 durch die Leitung 11 zu dem Hydromotor 10. Dieser treibt über das Getriebe 15 die Antriebsräder des Fahrzeuges an, und die Hydrau likflüssigkeit strömt durch die Leitung 12 bei vollständig geöffnetem Druckregel ventil 13 zu der Verstellpumpe 2 zurück. Geht nun das Fahrzeug in den Brems- oder Schiebebetrieb über, so wird durch Reduzieren des Pumpenschwenkwinkels die Förderleistung der Verstellpumpe 2 auf Null verringert. Das infolge der Mas senträgheit schiebende Fahrzeug treibt über die Antriebsräder und das Getriebe 15 den Hydromotor 10 zur Drehung an, so daß dieser nunmehr zur Hydropumpe wird. Bei unveränderter Strömungsrichtung der Hydraulikflüssigkeit wird nun mehr in der Leitung 12 und an der Verstellpumpe 2 ein höherer Druck aufgebaut. Sobald der Druck in der Leitung 12 einen vorbestimmten voreingestellten Wert erreicht, wird das Druckregelventil 13 als Drosselventil tätig; dadurch wird der Druck in der Leitung 12 auf ein bestimmtes Höchstmaß begrenzt, und es wird Strömungsenergie in Wärme umgesetzt. Der Druck der der Verstellpumpe zuge führten Hydraulikflüssigkeit wird dadurch auf ein Maß begrenzt, das auch das von der Verstellpumpe auf den Dieselmotor übertragene beschleunigende Moment nicht zu stark werden läßt. Der Dieselmotor 1 trägt damit zum Abbremsen des Fahrzeuges bei, erreicht aber keine gefährlichen Drehzahlen. Beim Bremsbetrieb verhindert das Rückschlagventil 14, daß Hydraulikflüssigkeit an dem Druckregel ventil 13 vorbei zur Verstellpumpe 2 zurückströmt.
Solange das Fahrzeug zur Vorwärtsfahrt angetrieben ist, strömt Hydraulikflüssig keit von der Verstellpumpe 2 durch die Leitung 11 zu dem Hydromotor 10. Dieser treibt über das Getriebe 15 die Antriebsräder des Fahrzeuges an, und die Hydrau likflüssigkeit strömt durch die Leitung 12 bei vollständig geöffnetem Druckregel ventil 13 zu der Verstellpumpe 2 zurück. Geht nun das Fahrzeug in den Brems- oder Schiebebetrieb über, so wird durch Reduzieren des Pumpenschwenkwinkels die Förderleistung der Verstellpumpe 2 auf Null verringert. Das infolge der Mas senträgheit schiebende Fahrzeug treibt über die Antriebsräder und das Getriebe 15 den Hydromotor 10 zur Drehung an, so daß dieser nunmehr zur Hydropumpe wird. Bei unveränderter Strömungsrichtung der Hydraulikflüssigkeit wird nun mehr in der Leitung 12 und an der Verstellpumpe 2 ein höherer Druck aufgebaut. Sobald der Druck in der Leitung 12 einen vorbestimmten voreingestellten Wert erreicht, wird das Druckregelventil 13 als Drosselventil tätig; dadurch wird der Druck in der Leitung 12 auf ein bestimmtes Höchstmaß begrenzt, und es wird Strömungsenergie in Wärme umgesetzt. Der Druck der der Verstellpumpe zuge führten Hydraulikflüssigkeit wird dadurch auf ein Maß begrenzt, das auch das von der Verstellpumpe auf den Dieselmotor übertragene beschleunigende Moment nicht zu stark werden läßt. Der Dieselmotor 1 trägt damit zum Abbremsen des Fahrzeuges bei, erreicht aber keine gefährlichen Drehzahlen. Beim Bremsbetrieb verhindert das Rückschlagventil 14, daß Hydraulikflüssigkeit an dem Druckregel ventil 13 vorbei zur Verstellpumpe 2 zurückströmt.
Wird aber die Fahrtrichtung des Fahrzeuges umgekehrt, so dient die Leitung 12
als Zuleitung, die Hydraulikflüssigkeit von der Verstellpumpe 2 dem Hydromotor
10 zuführt. Unter dem Druck der zuströmenden Hydraulikflüssigkeit öffnet das
Rückschlagventil 14, und die Hydraulikflüssigkeit kann ungestört von konstruktiv
bedingten Strömungswiderständen selbst des geöffneten Druckregelventils dem
Hydromotor 10 zuströmen. Für ein Druckregelventil in der Leitung 11 laufen die
Vorgänge entsprechend ab.
Claims (5)
1. Anordnung zum Steuern eines hydraulischen Fahrzeugantriebs, mit einem
geschlossenen Hydrokreislauf, der eine durch einen Dieselmotor (1) angetrie
bene Verstellpumpe (2), einen die Antriebsräder des Fahrzeugs antreibenden
Hydromotor (10) und zwei die Verstellpumpe (2) und den Hydromotor (10)
verbindende Leitungen (11, 12) für die Hydraulikflüssigkeit aufweist, wobei
jede der Leitungen (11, 12) je nach Fahrtrichtung des Fahrzeugs Hin- oder
Rückleitung für den Hydromotor (10) sein kann, dadurch gekennzeichnet, daß
in einer der Leitungen (11, 12) ein als Drossel wirkendes Druckregelventil
(13) angeordnet ist, das bei erhöhtem Druck der von dem Hydromotor (10) zu
der Verstellpumpe (2) strömenden Hydraulikflüssigkeit wirksam wird.
2. Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß in jeder Leitung
(11, 12) je ein Druckregelventil (13) vorgesehen ist.
3. Anordnung nach Anspruch 1 oder 2, gekennzeichnet durch ein im Neben
schluß zu dem Druckregelventil (13) angeordnetes, in Richtung der Zufuhr
von Hydraulikflüssigkeit zum Hydraulikmotor (10) öffnendes Rückschlag
ventil (14).
4. Anordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß
das Druckregelventil (13) elektrisch oder hydraulisch ansteuerbar ist.
5. Anordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, gekennzeichnet durch den
Aufbau eines bestimmten Betriebsdruckes der Hydraulikflüssigkeit im ge
schlossenen Kreislauf an der Verstellpumpe (2) abweichend von dem Be
triebsdruck am Hydromotor (10).
Priority Applications (2)
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| US09/443,693 US6338247B1 (en) | 1998-11-20 | 1999-11-19 | System for controlling a hydraulic vehicle drive |
Applications Claiming Priority (3)
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| DE19853679.8 | 1998-11-20 | ||
| DE19853679 | 1998-11-20 | ||
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Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
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| DE19930997A1 true DE19930997A1 (de) | 2000-05-31 |
| DE19930997B4 DE19930997B4 (de) | 2005-10-06 |
Family
ID=7888509
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19930997A Expired - Lifetime DE19930997B4 (de) | 1998-11-20 | 1999-07-05 | Anordnung zum Steuern eines hydraulischen Fahrzeugantriebs |
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