DE19921173A1 - Einrichtung zum Löschen eines Störlichtbogens - Google Patents
Einrichtung zum Löschen eines StörlichtbogensInfo
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Abstract
Es wird eine Einrichtung zum Löschen eines Störlichtbogens, insbesondere aufgrund eines Phasenkurzschlusses in einer elektrischen Schaltanlage beschrieben, bei der zwischen zwei Phasen (R, S; S, T) je eine Vakuumkammer (14, 15) mit schließbaren Kontaktstücken vorgesehen ist, die bei Auftreten eines Störlichtbogens schließt und in die der Strom des Störlichtbogens kommutiert.
Description
Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zum Löschen eines Störlichtbogens insbeson
dere aufgrund eines Phasenkurzschlusses in einer elektrischen Schaltanlage nach dem
Oberbegriff des Anspruches 1.
Störlichtbögen, die in einer elektrischen Schaltanlage entstehen, erzeugen aufgrund
ihrer Temperatur einen starken Druckanstieg des Gases innerhalb der Schaltanlage,
der sich in einem Zeitraum von wenigen Millisekunden aufbaut, und zu einer Zerstörung
der Schaltanlage durch Explosion führen kann. Daher werden Maßnahmen getroffen,
damit der Druck möglichst schnell abgebaut wird. Zu diesem Zweck besitzen die ein
zelnen Schaltfelder einer Schaltanlage Druckentlastungsöffnungen oder Druckentla
stungskanäle, über die das Gas in die Umgebung abströmen kann. Dabei besteht auch
die Gefahr, daß Bedienungspersonen, die sich im Bereich einer Schaltanlage innerhalb
eines Gebäudes befinden, verletzt werden.
Aufgabe der Erfindung ist es, eine Einrichtung der eingangs genannten Art zu schaffen,
mit der eine derartige Gefährdung vermieden wird.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch die Merkmale des Anspruches 1.
Erfindungsgemäß befinden sich zwischen je zwei Phasen eine Vakuumkammer mit
schließbaren Kontaktstücken, die bei Auftreten eines Störlichtbogens schließen und in
die der Strom des Störlichtbogens kommutiert. Dabei besteht auch die Möglichkeit, daß
bei drei Vakuumkammern diese sternförmig zusammengeschaltet sind. Dabei kann der
Sternpunkt geerdet sein oder auch nicht.
Wenn beispielsweise zwischen zwei Phasen ein Phasenkurzschluß auftritt und dabei
ein Lichtbogen entsteht, dann wird entweder das Licht des Lichtbogens oder der
Druckanstieg oder andere Ereignisse detektiert. Aufgrund des in der Regel äußerst
schnellen Druckaufbaues ist es entscheidend, daß eine leitfähige Verbindung in der
Vakuumkammer innerhalb weniger Millisekunden herbeigeführt wird. Dabei besteht die
Möglichkeit, innerhalb der Vakuumkammer mittels einer dritten Elektrode einen Licht
bogen zu zünden und/oder oder einen äußerst schnellen Antrieb zum Schließen der
Vakuumkammer zu verwenden. Wird eine Vakuumkammer, in der ein Lichtbogen ge
zündet werden kann, eingesetzt, so ist es zweckmäßig, diese Vakuumkammer, die
auch Triggered Vacuum Gap, TVG, bezeichnet wird, nach dem Zündvorgang zu
schließen, um eine thermische Überlastung des TVG mit anschließender Neuzündung
eines Störlichtbogens zu vermeiden. In diesem Fall wird die Vakuumkammern entweder
durch einen leichten und einfachen Antrieb oder durch den die Vakuumkammern
durchfließenden Fehlerstrom geschlossen. Zwar ist aus der Literaturstelle cigre, Ses
sion 1998, 13-108 "New types of triggered Vacuum switching devices for fast synchro
nized load commutation" bekannt, einen sog. Vakuumtriggerschalter (TVG) zwischen
einem Phasenleiter und Erde zu schalten, dem eine Zündeinrichtung zugeordnet ist, die
von einem Sensor angesteuert wird. Wenn ein Kurzschluß im Phasenleiter auftritt, wird
durch die Zündung der Vakuumkammer eine Strombegrenzung herbeigeführt. Da in
dieser Literaturstelle jedoch kein mechanisches Schließen der Vakuumkammer vor
gesehen ist, besteht die Gefahr, daß bei länger anstehendem Kurzschluß die Vaku
umkammer, wie oben beschrieben, thermisch überlastet wird. Bei der Anordnung, die
dort beschrieben ist, muß, im Gegensatz zu der erfindungsgemäßen Einrichtung ein
Leistungsschalter den Kurzschluß innerhalb ca. 100 Millisekunden abschalten. Im Hin
blick auf die Störlichtbogensicherheit von Anlagen ist jedoch in manchen Fällen gefor
dert, daß der Kurzschluß 1 Sekunde ansteht.
Für Zwecke des Schutzes gegen die Auswirkungen eines Störlichtbogens ist diese An
ordnung kaum verwendbar. In diesem Falle kann auf eine Zündung eines Lichtbogens
zur Kommutierung des Störlichtbogens in die Vakuumkammer verzichtet werden.
Eine weitere Möglichkeit besteht darin, wie bereits oben erwähnt, einen Antrieb zu ver
wenden, der in der Lage ist, die Vakuumkammer innerhalb weniger Millisekunden zu
schließen. Dazu kann erfindungsgemäß ein elektrodynamischer Antrieb verwendet
werden, der aufgrund seines induktionsarmen Aufbaus eine hohe Stromsteilheit zuläßt
und damit eine hohe Beschleunigung des beweglichen Kontaktstückes der Vakuum
kammer bewirkt.
Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen und Verbesserungen der Erfindung sind den Un
teransprüchen zu entnehmen.
Anhand der Zeichnung, in der einige Ausführungsbeispiele der Erfindung dargestellt
sind, sollen die Erfindung sowie weitere vorteilhafte Ausgestaltungen und Verbesse
rungen und weitere Vorteile näher erläutert und beschrieben werden.
Es zeigen:
Fig. 1 eine Schaltungsanordnung gemäß der Erfindung, und
Fig. 2 und 3 unterschiedliche Ausgestaltungen der Vakuumkammer.
In einem Netz mit den Netzleitern R, S, T, die in einem Sternpunkt 10 verbunden und
an Erde angeschaltet sind, befinden sich Spannungserzeuger URM USM und UTM wobei
der Index R, S, T andeuten soll, daß sich die Spannungserzeuger in den Leitern R, S, T
befinden. Zwischen den Leitern R und S ist eine triggerbare Vakuumkammer 14 und
zwischen den Leitern S und T eine triggerbare Vakuumkammer 15 angeordnet, die im
Normalfall beide in geöffneter Stellung sind.
Es sei nun angenommen, daß sich zwischen den Leitern R und S und den Leitern S
und T jeweils ein Phasenkurzschluß bildet, der mit den Bezugsziffern 16 und 17 ange
deutet ist. Die durch die Kurzschlüsse 16 und 17 veränderten Zustände innerhalb der
Schaltanlage werden von einem Sensor 18 detektiert, der entweder ein optischer, ein
akustischer oder ein Drucksensor sein kann. Über Übertragungsleitungen 19, 20, die
lediglich als Pfeil dargestellt sind, werden die von dem Sensor 18 erzeugten und abge
gebenen Signale jeweils einer Zündeinrichtung 21 und 22 zugeführt, von denen die
Zündeinrichtung 21 die Vakuumkammer 14 und die Zündeinrichtung 22 die Vakuum
kammer 15 triggert. Dadurch entstehen innerhalb der Vakuumkammern 14 und 15
Lichtbögen, in die der Kurzschlußstrom kommutiert, wodurch die Lichtbögen innerhalb
der Vakuumkammern beherrschbar sind. Wie eine solche Triggerung aussieht, ist bei
spielsweise der oben genannten Literaturstelle zu entnehmen. Die Lichtbögen 16 und
17 erlöschen und die in den Kammern 14 und 15 brennenden Lichtbögen werden da
durch weggeschaltet, daß die Kammern 14 und 15 geschlossen werden.
Die Fig. 1 zeigt die Anordnung mit einem besonderen Sensor. Es besteht auch die
Möglichkeit, anstatt einer Vakuumkammer mit Zündeinrichtung eine Anordnung vorzu
sehen, wie in den Fig. 2 und 3 dargestellt.
Die Anordnung gemäß Fig. 2 zeigt eine Vakuumkammer 23 mit einem Keramikzylinder
24, die auf ihrer in der Zeichnung oben befindlichen Seite einen Abschlußdeckel 25
besitzt, an dessen Außenfläche ein Kupferstab 26 befestigt ist, der mit beispielsweise
der Leitung R verbunden ist. Dieser Kupferstab 26 ist von einem Permanentmagneten
27 in Kreisform umgeben.
Die andere Stirnkante des Keramikzylinders 24 ist mit einem weiteren Deckel 28 ver
schlossen, der zentral und mittig einen Durchbruch 29 aufweist, durch den ein Kontakt
stengel 30 hindurchgreift, an dessen im Inneren des Zylinders 24 befindlichen Ende ein
Kontaktstück 31 aus ferromagnetischem Material befestigt ist. Damit der Innenraum der
Vakuumkammer 23 vakuumdicht ist, befindet sich zwischen dem weitere Deckel 28
und dem Kontaktstück 31 ein Faltenbalg 32, der vakuumdicht am Kontaktstück 31 und
am Deckel 28 befestigt ist.
Das freie Ende des Kontaktstengels 30 trägt eine Scheibe 33 aus Kupfer oder Alumi
nium, jedenfalls aus einem Material, in dem Wirbelströme erzeugt werden können. Be
zogen auf das bewegliche Kontaktstück 31 außerhalb der Scheibe 33 ist eine ringför
mige Spule 34 vorgesehen, mit Zuleitungen 35 und 36. Die Zuleitungen 35 und 36 sind
mit einer Kondensatoren enthaltenden Batterieanordnung verbunden (nicht gezeigt),
die von einem dem Sensor 18 gleichenden bzw. entsprechenden Sensor so angesteu
ert werden, daß sie ihre Energie auf die Zuleitungen übertragen, so daß damit die
Spule 34 von Strom durchflossen wird, wenn ein entsprechender Druckanstieg oder
Licht oder dgl. detektiert wird. Die Spule 34 wird durchgriffen von einem Koppelstab 37,
der in einer Linie mit dem Kontaktstengel 30 verläuft und an seinem Ende einen Kopf
38 aus ferromagnetischem Material trägt; im ausgeschalteten Zustand liegt der Kopf
38 gegen einen Permanentmagneten 39 an, von dem die Vakuumkammer in geöff
netem Zustand gehalten ist.
Wenn nun vom Sensor ein Störlichtbogen detektiert wird, dann fließt der Ansteuerstrom
durch die Spule 34; und erzeugt in der Scheibe 33 Wirbelströme, wodurch sich zwi
schen der Spule 34 und der Scheibe 33 ein starkes abstoßendes Feld bildet; dadurch
wird das bewegliche Kontaktstück 31 gegen die Innenfläche des Deckels 25 gedrückt,
die somit als Kontaktfläche des feststehenden Kontaktstückes dient. In dieser ge
schlossenen Stellung wird das Kontaktstück aus ferromagnetischem Material von dem
Permanentmagneten 27 festgehalten. Die Abstoßungskräfte zwischen der Spule 34
und der Scheibe 33 sind dabei so groß, daß der Kopf 38 vom Permanentmagneten 39
abgerissen wird. Da dieser Antrieb ein extrem schneller Antrieb ist, ist eine Zündvor
richtung nicht mehr erforderlich, da im Inneren der Vakuumkammer praktisch kein
Lichtbogen entsteht.
Die Anordnung gemäß Fig. 3 zeigt eine ähnliche Struktur einer Vakuumkammer, die die
Bezugsziffer 40 besitzt.
Die Vakuumkammer weist einen keramischen Zylinder 41 auf, der an einem Stirnende
mit einem Deckel 42 verschlossen ist. Auf der Innenseite des Deckels befindet sich
eine Scheibe 43 aus ferromagnetischem Material, die als feststehendes Kontaktstück
für die Vakuumkammer dient. Außerhalb des Deckels und mit der Scheibe 43 fluchtend
ist ein Permanentmagnet 44 befestigt und über ein topfförmiges Kontaktelement 45,
das mit seinem zylindrischen Abschnitt 46 den Permanentmagneten 44 umgibt und an
der Außenseite des Deckels 42 befestigt ist, wird der Strom aus der Vakuumkammer
ab- oder zugeführt. Das andere Ende ist in ähnlicher Weise wie bei der Anordnung ge
mäß Fig. 2 mit einem weiteren Deckel 47 verschlossen, der ebenfalls einen Druchbruch
48 zeigt, durch den ein Kontaktstengel 49 aus Kupfermaterial hindurchgeführt ist. Das
Innere Ende des Kontaktstengels 49 trägt ein bewegliches Kontaktstück 50 aus ferro
magnetischem Material. In bestimmten Abstand zu dem Kontaktstück 50 ist zum
Schutz der Innenfläche des keramischen Zylinders ein Schirm 51 befestigt; und zwi
schen dem Schirm 51 und dem Deckel 47 ist ein Faltenbalg 52 angebracht, der die Va
kuumkammer vakuumdicht verschließt.
Das freie Ende des Kontaktstengels 49 trägt in gleicher Weise wie die Anordnung nach
Fig. 2 eine Scheibe 43 aus Kupfer oder Aluminium und dieser Scheibe 53 ist eine Spule
54 zugeordnet, mit der Zuführung 55 und der Abführung 56.
An der Außenfläche der Scheibe 53, mit dem Kontaktstengel 59 fluchtend, ist ein Kop
pelelement 57 befestigt, dessen freies Ende einen Kopf 58 aus ferromagnetischem
Material trägt, der mit einem dem Permanentmagneten 39 gemäß Ausführung nach
Fig. 2 entsprechenden Permanentmagneten 59 zusammenwirkt. Die Wirkungsweise bei
der Anordnung nach der Fig. 3 ist die gleiche wie bei der gemäß Fig. 2.
Claims (6)
1. Einrichtung zum Löschen eines Störlichtbogens, insbesondere aufgrund eines
Phasenkurzschlusses in einer elektrischen Schaltanlage, dadurch gekennzeichnet, daß
zwischen zwei Phasen (R, S; S, T) je eine Vakuumkammer (14, 15) mit schließbaren
Kontaktstücken vorgesehen ist, die bei Auftreten eines Störlichtbogens schließt und in
die der Strom des Störlichtbogens kommutiert.
2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Vakuum
kammer eine Zündeinrichtung enthält, mit der bei Auftreten des Störlichtbogens ein
Lichtbogen zwischen den Kontaktstücken der Vakuumkammer erzeugt wird, wodurch
der Strom des Störlichtbogens in die Vakuumkammer kommutiert, und daß danach die
Kontaktstücke geschlossen werden.
3. Einrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß ein Sensor
(18) vorgesehen ist, der die Vakuumkammern und/oder die Zündeinrichtung ansteuert.
4. Einrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß ein Antrieb für jede Vakuumkammer vorgesehen ist.
5. Einrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Antrieb eine
mit dem Kontaktstengel für das bewegliche Kontaktstück verbundene Scheibe (53)
trägt, die aus einem Material hergestellt ist, daß darin Wirbelströme erzeugt werden
können, und daß der Scheibe (53) eine Spule mit niedriger Induktivität derart zugeord
net ist, daß bei Auftreten eines Störlichtbogens ein Stromfluß durch die Spule erzeugt
wird, so daß sich Wirbelströme in der Scheibe bilden und zwischen der Spule und der
Scheibe Abstoßungskräfte erzeugt werden, die die Kontaktstelle in der Vakuumkammer
schließen.
6. Einrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß an sich gegen
überliegenden Enden der Einrichtung Permanentmagnete vorgesehen sind, die die
Kontaktstelle in geschlossenem oder in geöffnetem Zustand festhalten.
Priority Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DE1999121173 DE19921173A1 (de) | 1999-05-07 | 1999-05-07 | Einrichtung zum Löschen eines Störlichtbogens |
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Publications (1)
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ID=7907357
Family Applications (1)
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| DE1999121173 Withdrawn DE19921173A1 (de) | 1999-05-07 | 1999-05-07 | Einrichtung zum Löschen eines Störlichtbogens |
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| 8127 | New person/name/address of the applicant |
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