DE19920673C2 - Platinen-Segment - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft ein Platinen-Segment für eine Tex
tilmaschine mit einer Vielzahl von maschenbildenden Elementen,
die äquidistant angeordnet, parallel ausgerichtet und jeweils
im Bereich eines Fußabschnittes miteinander verbunden sind.
Derartige Segmente werden ganz allgemein bei Trikotagenmaschi
nen, Kettenwirkautomaten, Raschel-, Häkelgalonmaschinen, Web
stühlen eingesetzt, um den erforderlichen Fadenversatz gegen
über den Strick- oder Wirknadeln zu erzeugen bzw. Fäden über
einen Teilungskamm zu führen. Hierzu wird eine Vielzahl von
Fadenführungselementen, wie beispielsweise Stricknadeln oder
Platinen dicht nebeneinander äquidistant angeordnet und par
allel ausgerichtet von einem Halter aufgenommen.
Der Halter selbst ist korrespondierend zu Aufnahmeelementen der
Textilmaschine gestaltet und kann durch einfache Fixiermittel,
wie beispielsweise eine Schraube, lösbar fixiert werden. Häufig
werden Halter mit standardisierten Breiten, besonders im
Bereich zwischen 1/2 und 3 Zoll verwendet, die der
Maschinenteilung entsprechend nebeneinander aufgereiht werden.
Bislang werden überwiegend Segmente eingesetzt, deren Halter
aus einer Zinnlegierung bestehen und im Druck- oder Spritz
gießverfahren hergestellt werden, wobei die maschenbildenden
Elemente unmittelbar eingegossen werden. Nachteilig ist in
diesem Zusammenhang der erforderliche Herstellungsaufwand, da
nicht nur eine Gießform für den Halter erforderlich ist, son
dern die maschenbildenden Elemente manuell in ihre endgültige
Position ausgerichtet werden müssen.
Auch sind maschenbildende Segmente im Handel erhältlich, bei
denen die maschenbildenden Elemente in einen vorgefertigten
Träger eingesetzt und darin mittels eines aushärtbaren Kleb
stoffes fixiert sind. Hierzu ist im Träger eine Nut vorgesehen,
in die die maschenbildenden Elemente eingelegt und durch
Ausgießen mit dem Klebstoff fixiert werden. Der Fertigungs
aufwand ist gegenüber dem eingangs beschriebenen maschenbil
denden Segment noch höher, da der Träger zunächst vorgefertigt
und anschließend erst mit den maschenbildenden Elementen be
stückt wird.
Den beiden vorgenannten Konzepten haftet darüber hinaus der
Nachteil an, dass die Halter aufgrund ihrer massiven Guss
ausführung eine vergleichsweise hohe Masse besitzen, die sich
äußerst negativ auf das Beschleunigungsverhalten auswirkt. Die
Tendenz im Textilmaschinenbau zu immer höheren Arbeits
geschwindigkeiten bedingt, dass die maschenbildenden Segmente
immer höheren Beschleunigungen und Verzögerungen unterworfen
sind. Es kommt deshalb darauf an, die Massen so gering wie
möglich zu halten, ohne die Belastbarkeit des Segments, die
maßgeblich durch die Einwirkung des Fadens bestimmt wird, zu
beeinträchtigen.
Aus der DE 44 41 995 A1 ist es schließlich bekannt, den Halter 6
nicht mehr als Gussteil, sondern in Leichtbauweise aus einem
Stanzteil zu formen. Die gewünschte Strukturfestigkeit wird
durch gekantete oder umgebogene Randabschnitte erreicht, die
gleichzeitig die Lochnadeln in entsprechend gestalteten kamm
artigen Abschnitten aufnehmen.
Auch bei diesem maschenbildenden Segment besteht jedoch nach
wie vor das Problem einer vergleichsweise aufwendigen Ferti
gung. Zwar kann aufgrund der hochpräzisen Fertigung der die
Lochnadeln aufnehmenden Einschnitte ein Nachjustieren entfal
len. Jedoch muss auch hier der Träger als separates Bauteil
vorgefertigt, das heißt gestanzt und umgeformt werden.
Aus der DE 197 53 590 C1 ist ein Wirkelemente tragendes Segment
für Kettenwirkmaschinen bekannt, welches eine Anzahl gleicher
Platinen aufweist. In den Platinen sind Löcher vorgesehen. Die
Löcher werden von mindestens einem hohlen Stift durchsetzt.
Dieser ist an seinem Umfang mit den Platinen verbunden. Dies
ergibt zwar gewichtsarme Segmente zum Anbringen an der Barre
einer Kettenwirkmaschine, jedoch ist ein relativ hoher
Fertigungsaufwand notwendig, welcher zu hohen Produktionskosten
führt.
Schließlich ist aus der DD 232 938 A1 bekannt, die maschen
bildenden Elemente durch einen Konstruktionswerkstoff unmit
telbar miteinander im erforderlichen Teilungsabstand zu ver
binden und durch eine entsprechende geometrische Gestaltung der
Fußabschnitte der Elemente eine unmittelbare Anbringung an der
Textilmaschine zu ermöglichen. Auf den üblichen Halter kann
somit vollständig verzichtet werden, was einerseits eine
erhebliche Reduzierung der Herstellkosten ermöglicht, ande
rerseits durch die damit verbundene Gewichtseinsparung die
dynamische Belastung der Textilmaschine erheblich reduziert.
Als willkommener Nebeneffekt der Gewichtsreduzierung verringert
sich auch die Geräuschemission an der Maschine, wodurch sich
ein weiteres Einsparungspotential bei den vorgeschriebenen
Lärmschutzmaßnahmen einstellt. Dennoch ist bei dieser
Ausführungsform weiterhin ein hoher Fertigungsaufwand
notwendig.
Der vorliegenden Erfindung lag daher das Problem zugrunde, ein 1
maschenbildendes Segment der eingangs genannten Art derart
weiterzuentwickeln, dass es die geschilderten Nachteile nicht
mehr aufweist. Insbesondere sollte ein maschenbildendes Segment
für Textilmaschinen geschaffen werden, das einfach und
kostengünstig gefertigt werden kann und darüber hinaus eine
möglichst geringe Masse aufweist.
Das Problem wird mit einem maschenbildenden Segment gelöst, das
die kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs 1 aufweist.
Vorteilhafte Ausgestaltungsformen des maschenbildenden Segments
sind durch die Merkmale der Unteransprüche angegeben.
Die Erfindung basiert auf der Idee, als Konstruktionswerkstoff
einen aushärtbaren Klebstoff zu verwenden und die maschinen
bildenden Elemente im Bereich der Fußabschnitte durch einen
oder mehrere Stränge des aushärtbaren Klebstoffs zu verbinden.
Die Fußabschnitte weisen zu diesem Zweck Löcher oder Ausspa
rungen auf, die von den Klebstoffsträngen durchsetzt sind.
Diese Konfiguration hat den Vorteil, dass die die maschen
bildenden Elemente verbindenden Klebstoffstränge vollständig
innerhalb des Konturverlaufes der Elemente angeordnet sind.
Somit entsteht ein maschenbildendes Segment, welches extrem
flach baut, so dass sich eine äußerst kompakte Maschinenbau
weise realisieren lässt.
Grundsätzlich sind an sich beliebige Ausgestaltungsvarianten
der die maschenbildenden Elemente verbindenden Klebstoffstränge
denkbar, sofern sie im ausgehärteten Zustand die gewünschte
selbsttragende Funktion erfüllen.
Hervorragende Ergebnisse konnten mit zwei parallel zueinander
angeordneten Klebstoffsträngen erzielt werden, die senkrecht
zur Längsrichtung der Elemente verlaufend angeordnet sind. Die
Längserstreckung der jeweiligen Fußabschnitte muss hierbei so
gewählt sein, dass die beiden Klebstoffstränge mit Abstand
zueinander anbringbar sind.
Als Klebstoff eignet sich besonders ein Konstruktionsklebstoff,
insbesondere ein Zweikomponenten-Epoxidharz, welches sich her
vorragend verarbeiten lässt und nach dem Aushärten die für die
hohe Beanspruchung erforderliche Festigkeit gewährleistet.
Eine kostengünstige Fertigung gelingt mit Hilfe eines Dosier
automaten, mit dem der Klebstoff direkt in die Löcher einge
spritzt wird. Somit ist lediglich ein Einlegekamm erforderlich,
der die maschenbildenden Elemente aufnimmt und exakt
positioniert, bis der in die Löcher eingespritzte Klebstoff
ausgehärtet ist. Die einzelnen Klebstoffstränge werden so
aufgebaut, dass der Dosierautomat bei vertikal übereinander
positionierten maschenbildenden Elementen eine Klebstoffraupe
aufbaut, die an dem untersten Element beginnt und durch Hoch
fahren des Dosierautomaten nach oben hin aufgebaut wird. Die
Dosierung der Klebstoffmenge wird in Abhängigkeit des Loch
durchmessers und der Verfahrgeschwindigkeit des Dosierautomaten
exakt eingestellt, so dass keine zusätzliche Spritzform
erforderlich ist. Auch fällt keinerlei mechanische Nachbear
beitung an.
Die unmittelbare Befestigung der auf diese Weise gebildeten,
selbsttragenden Segmente erfolgt durch eine geeignete geome
trische Gestaltung der Fußabschnitte, so dass sich beispiels
weise eine formschlüssige Anlage an einer Nut oder einer anders
gearteten Aufnahme der Barre der Maschine ergibt. Dies führt zu
einer verbesserten Servicefreundlichkeit beim Wechseln
verbrauchter Segmente.
Konkret kann dies dadurch erreicht werden, dass beispielsweise
im Bereich der Fußabschnitte Einschnitte in Dreiecksform oder
auch nach Art eines Schwalbenschwanzes vorgesehen sind.
Es versteht sich von selbst, dass sich mit dem erfindungs
gemäßen Konzept Segmente in an sich jeglicher gewünschten
Breite und Teilung aufbauen lassen. Als Elemente können prak
tisch sämtliche bekannten Elemente, wie Fadenkamm-, Schieber-,
Kettenstuhl-, Fräsblech- oder Stechkammplatinen verwendet
werden.
Die Erfindung wird nachstehend anhand des in den Figuren sche
matisch dargestellten Ausführungsbeispiels erläutert. Es zei
gen:
Fig. 1 Maschenbildendes Segment in Draufsicht,
Fig. 2 Maschenbildendes Segment gem. Fig. 1, Ansicht von
links.
In Fig. 1 ist ein vollständiges Platinen-Segment 1 dargestellt.
Es besteht aus einer Vielzahl von maschenbildenden Elementen
10, die äquidistant, das heißt mit einer vorgegebenen Teilung,
angeordnet und exakt parallel ausgerichtet sind. Sie werden
jeweils im Bereich eines Fußabschnitts 12 durch zwei Stränge 20
eines aushärtbaren Klebstoffes miteinander verbunden. Die
Klebstoffstränge 20 verlaufen parallel zueinander und senkrecht
zur Längsrichtung der Elemente 10.
Wie sich insbesondere aus Fig. 2 ergibt, weist jeder Fußab
schnitt 12 zwei beabstandet zueinander angeordnete Löcher 14
auf. Die Klebstoffstränge 20 werden durch direktes Einspritzen
eines Konstruktionsklebstoffes, beispielsweise eines Zwei
komponenten-Epoxidharzes in die Löcher 14 mittels eines Do
sierautomaten geformt. Die Klebstoffstränge 20 werden so prä
zise angelegt, dass sie nach dem Aushärten keinerlei Nach
bearbeitung mehr bedürfen. Es ist somit lediglich erforderlich,
die Elemente 10 solange in einem Teilungskamm zu fixieren, bis
der eingespritzte Klebstoff soweit ausgehärtet ist, dass er die
Elemente 10 sicher in ihrer Position hält.
Im Fußbereich 12 sind dreiecksförmige Einschnitte 16 vorhanden,
die eine formschlüssige Anlage an einer korrespondierend
gestalteten Barre erlauben. Das Segment 1 kann damit als
selbsttragendes Segment unmittelbar an der Textilmaschine
befestigt werden. Ein bislang vorhandener Halter kann damit
vollständig entfallen.
1
Platinen-Segment
10
maschenbildendes Element, Rietplatine
12
Fußabschnitt
14
Loch
16
Einschnitt
20
Klebstoffstrang
Claims (6)
1. Platinen-Segment (1) für eine Textilmaschine, mit einer
Vielzahl von maschenbildenden Elementen (10), die äqui
distant angeordnet, parallel ausgerichtet und jeweils im
Bereich eines Fußabschnitts (12) durch einen oder mehrere
Stränge (20) eines aushärtbaren Klebstoffes verbunden und
unmittelbar an der Textilmaschine befestigbar sind, wobei
jeder Fußabschnitt (12) Löcher (14) oder Aussparungen
aufweist, die von den Klebstoffsträngen (20) durchsetzt
sind.
2. Segment nach Anspruch 1,
gekennzeichnet durch zwei parallel
zueinander und senkrecht zur Längsrichtung der Elemente
(10) angeordnete Klebstoffstränge (20).
3. Segment nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die
Klebstoffstränge (20) aus einem Konstruktionsklebstoff,
insbesondere einem Zweikomponenten-Epoxidharz bestehen.
4. Segment nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die
Fußabschnitte (12) Einschnitte (16) zur Bildung einer
formschlüssigen, unmittelbaren Anlage an der Textilma
schine aufweisen.
5. Segment nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, dass die
Einschnitte (16) zur Bildung einer Nut dreieckförmig
gestaltet sind.
6. Verfahren zum Herstellen des Platinen-Segments nach einem
der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichent, dass die
Klebstoffstränge (20) durch direktes Einspritzen in die
Löcher (14) mittels eines Dosierautomaten geformt werden.
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