DE19919872C2 - Bremskraftverstärker - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft einen Bremskraftverstärker für Kraftfahrzeuge mit einem
Bremskraftverstärkergehäuse, mindestens einer Unterdruckkammer und mindestens einer
weiteren Druckkammer, welche bei Betätigung eines mit dem Bremskraftverstärker ver
bundenen Betätigungspedals für die Bremsanlage des Kraftfahrzeuges mit Umgebungsdruck
und in der Ruhestellung des Betätigungspedals mit Unterdruck beaufschlagbar ist. Die
Unterdruckkammer und die Druckkammer sind dabei durch einen verschiebbaren Kolben
voneinander getrennt. Ferner weist der Bremskraftverstärker mindestens eine Zusatz-
Unterdruckkammer auf, die über eine Schaltvorrichtung mit der Druckkammer verbindbar
ist. Ein derartiger Bremskraftverstärker geht beispielsweise aus der US 4 576 004, der US
3 303 751 oder der US 3 646 758 hervor.
Um den Fahrer eines Kraftfahrzeuges im Falle eines Bremsvorganges zu unterstützen und
zusätzliche Bremskräfte zur Betätigung der Bremsanlage bereitzustellen, werden heute
üblicherweise Bremskraftverstärker der gattungsgemäßen Art in der Kraftfahrzeugindustrie
eingesetzt. Zur Verstärkung der Bremskraft wird die Hilfe des vom Motor erzeugten
Unterdrucks benutzt, wobei die durch Verschwenken des Betätigungspedals in das
Bremssystem eingeleitete Bremskraft bis auf den fünffachen Wert verstärkt werden kann.
Dies geschieht prinzipiell dadurch, daß die Unterdruckkammer und die Druckkammer des
Bremskraftverstärkers in der Ruhestellung der Bremsanlage beide mit dem motorseitig
erzeugten Unterdruck beaufschlagt sind und sich somit im Gleichgewicht befinden. Eine
Verschwenkung des Betätigungspedals der Bremsanlage unterbricht die zwischen beiden
Kammern vorhandene Verbindung und öffnet die dem Betätigungspedal zugewandte hintere
Druckkammer des Bremskraftverstärkers zur Außenluft, so daß Luft mit atmosphärischem
Druck in diese Druckkammer einströmen kann. Durch den atmosphärischen Druck wird der
sich zwischen Unterdruckkammer und Druckkammer befindliche Kolben zusammen mit der
daran angeschlossenen Membran nach vorn, also in Richtung Motor verschoben und die
Schwenkbewegung des Betätigungspedals somit unterstützt, wobei die Kolbenbewegung
über geeignete Übertragungsglieder auf die Kolbenstange eines angeschlossenen
Hauptbremszylinders wirkt. Nach Beendigung des Verschwenkens des Betätigungspedals
wird die unterbrochene Verbindung zwischen Druckkammer, Unterdruckkammer und
motorseitigem Unterdruckanschluß wieder hergestellt, so daß eine Rückwärtsbewegung des
Betätigungspedals in seine Ausgangsstellung ermöglicht wird.
Problematisch für den Einsatz dieser herkömmlichen Bremskraftverstärker ist es, daß der
notwendige Unterdruck von den zunehmend eingesetzten modernen Benzin- und Diesel
motoren nicht mehr in ausreichendem Maße bereitgestellt werden kann. Dies trifft
insbesondere auf Motoren mit Kraftstoffeinspritzung zu, bei denen der durch den Motor
bereitgestellte Unterdruck nicht mehr ausreicht, die erwünschte Zusatzverstärkung der
Bremskräfte und die notwendige Bremsdynamik zu realisieren. Man begegnet dieser Pro
blematik durch den Einsatz zusätzlicher Unterdruckpumpen, die jedoch hinsichtlich ihres
Bedarfs an Einbauraum unvorteilhaft sind und darüber hinaus die Produktionskosten der
Gesamtbremsanlage nicht unwesentlich erhöhen.
Eine Vergrößerung der Kolbenfläche der verwendeten Bremskraftverstärker scheidet als
mögliche Lösungsmöglichkeit aufgrund der beschränkten Platzverhältnisse in den Motoren
räumen moderner Kraftfahrzeuge ebenfalls aus.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, einen Bremskraftverstärker für die Brems
anlage eines Kraftfahrzeuges so weiterzuentwickeln, daß auf einfache bauliche Weise immer
eine ausreichende Unterdruckmenge für eine genügende Anzahl von aufeinander folgenden
Bremsvorgängen vorhanden ist. Die Kosten für einen derartigen Bremskraftverstärker sollen
sich hierbei gegenüber den bislang eingesetzten Bremskraftverstärkervarianten - wenn
überhaupt - nur geringfügig erhöhen.
Diese Aufgabe wird zusammen mit den gattungsbildenden Merkmalen durch die im
kennzeichnenden Teil des Anspruches 1 offenbarte technische Lehre gelöst.
Entsprechend dieser technischen Lehre ist es vorteilhaft, wenn die Schaltvorrichtung bei
Rückführung des Betätigungspedales nach dem Betätigungsvorgang die Verbindung
zwischen Druckkammer und Zusatz-Unterdruckkammer herstellt.
Diese Verbindung kann in Form einer Verbindungsleitung ausgeführt sein.
Die Zusatz-Unterdruckkammer bildet hierbei einen Energiespeicher, der während des
Bremsvorganges benutzt werden kann und in den Zeitabschnitten, in denen kein
Bremsvorgang stattfindet, von der Motorseite her aufgeladen wird. Die Speicherung des
Unterdruckes gewährleistet, daß selbst bei den heute eingesetzten modernen
Kraftfahrzeugmotoren der noch bereitgestellte geringe Unterdruck für eine ausreichende
Zahl von Bremsvorgängen ausreicht. Der Zusatz-Unterdruckspeicher stellt sicher, daß der
beim Zurückfahren des Kolbens des Bremskraftverstärkers notwendige Unterdruck trotz
der geringen Saugwirkung des Motors auch für eine schnelle Folge von Bremsmanövern
ausreichend ist. Die spezielle erfindungsgemäße Ausgestaltung erfordert keine zusätzliche
Fremdenergiequelle, sondern nur zusätzliche Kosten durch die Bereitstellung einer
geeigneten Schaltvorrichtung, mit der die Zusatz-Unterdruckkammer mit der Druckkammer
verbunden werden kann.
Weitere spezielle Ausgestaltungen des Gegenstandes der Erfindung ergeben sich zusammen
mit der technischen Lehre des Hauptanspruches aus den Merkmalen der Unteransprüche.
Es hat sich insbesondere als vorteilhaft erwiesen, daß die Zusatz-Unterdruckkammer
innerhalb des Bremskraftverstärkergehäuses in einem Versteifungshohlraum angeordnet ist.
Versteifungshohlräume innerhalb des Bremskraftverstärkergehäuses aus Kunststoff sind
aufgrund der notwendigen Festigkeiten des Bremskraftverstärkergehäuses bei allen üblichen
Bauarten von Bremskraftverstärkern üblich und vorhanden. Diese Hohlräume lassen sich in
erfindungsgemäßer Weise ohne Vergrößerung des Gesamtbauvolumens des
Bremskraftverstärkers für die notwendige Zusatz-Unterdruckkammer nutzen. Es entstehen
somit keine zusätzlichen Kosten durch einen externen mit dem Bremskraftverstärker
verbundenen Unterdruckspeicher.
Gemäß einer weiteren Ausbildung der Erfindung ist ferner vorgesehen, die
Schaltvorrichtung als Elektromagnetschaltventil auszuführen.
Im Folgenden wird ein Ausführungsbeispiel des Gegenstandes der Erfindung anhand der
beigefügten Zeichnung näher erläutert.
Die Zeichnung zeigt eine Seitenschnittdarstellung durch den Bremskraftverstärker eines
Kraftfahrzeuges mit am Bremskraftverstärker angeordneten Betätigungspedal.
Der in seiner Gesamtheit mit 1 bezeichnete Bremskraftverstärker besitzt ein
Bremskraftverstärkergehäuse 2, welches aus einer vorderen motorseitigen Gehäuseglocke 3
und einem hinteren dem Betätigungspedal 5 zugewandten Gehäuseboden 4 besteht. Sowohl
Gehäuseglocke 3 als auch Gehäuseboden 4 sind aus Kunststoff gefertigt. Der
Gehäuseboden 4 weist einen Aufnahmebock 6 auf, an dem in einer Schwenklagerung 7 das
obere freie Ende des Betätigungspedales 5 angelenkt ist. Im Inneren des
Bremskraftverstärkergehäuses 2 ist eine Membran 8 aus einem elastischen Werkstoff,
vorzugsweise Gummi, angeordnet, welche zusammen einem Kolben 9 in Richtung der
Hauptachse 10 des Bremskraftverstärkers 1 axial verschieblich ist. Der Kolben 9 und die
Membran 8 sind mit einer Betätigungsstange 11 verbunden, die mit ihrem freien aus dem
Bremskraftverstärker 1 vorstehenden Ende in einem Langloch 12 des Betätigungspedales 5
gelagert ist.
In der beigefügten Zeichnung ist der erfindungsgemäße Bremskraftverstärker sowohl in
einer Ruheposition I dargestellt als auch in einer Bremsbetätigungsposition II, in der das
Betätigungspedal 5 (in strichpunktierter Darstellung) durch den Fahrzeugführer nach vorn,
in Richtung des Motorraumes verschwenkt worden ist. Die Ruheposition I des Bremskraft
verstärkers ist im oberen Teilbereich über der Hauptachse 10 dargestellt, während die Betä
tigungsposition II unterhalb der Hauptachse 10 im unteren Bereich des Bremskraftverstär
kers 1 dargestellt ist. Es wird deutlich, daß in der Ruheposition 1 sich zwischen der vorde
ren motorseitigen Bremskraftverstärkergehäusewandung und dem Kolben 9 eine unter
druckbeaufschlagte Unterdruckkammer 13 befindet. Die gegenüberliegende Seite 14 des
Kolbens 9 ist in der Ruhestellung 1 ebenfalls unterdruckbeaufschlagt und bildet eine in
Ruhestellung als schmaler Spalt ausgebildete Druckkammer 14. Die Druckkammer 14 ist
zum Gehäuseboden 4 durch eine Wandung 16 begrenzt. Zwischen der Wandung 16 und der
Außenseite des Bremskraftverstärkergehäuses befinden sich mehrere Versteifungsrippen 15,
die aufgrund ihrer Anordnung eine abgeschlossene Zusatz-Unterdruckkammer 17
definieren. Diese Zusatzvakuum-Unterdruckkammer 17 ist über eine Schaltvorrichtung 18
mit einem motorseitigen Unterdruckanschluß verbunden, der hier der Deutlichkeit halber
nicht näher dargestellt ist.
In der Ruhestellung I sind sowohl die Unterdruckkammer 13, die Druckkammer 14 als auch
die Zusatz-Unterdruckkammer 17 mit dem motorseitig bereitgestellten Unterdruck
beaufschlagt.
Wird das Betätigungspedal 5 im Rahmen eines Bremsvorganges in die in der Zeichnung mit
II dargestellte Position gebracht, so wird die Verbindung der Druckkammer 14 mit der
motorseitigen Unterdruckleitung unterbrochen. Gleichzeitig wird eine Verbindung zur
Umgebungsluft hergestellt, so daß die Druckkammer 14 nunmehr mit Atmosphärendruck
beaufschlagt ist und die Schwenkbewegung des Betätigungspedals durch die Druck
beaufschlagung des Kolbens 9 in Richtung des Pfeiles P unterstützt wird. Die Endstellung
der Schwenkbewegung des Betätigungspedales 5 in der Teildarstellung II zeigt, daß die
Unterdruckkammer 13 durch die Axialverschiebung des Kolbens 9 wesentlich verkleinert
worden ist, wohingegen sich das Volumen der Druckkammer 14 gegenüber der Ruhestel
lung I maßgeblich vergrößert hat.
Um eine Rückwärtsbewegung des Kolbens 9 in Verbindung mit einem Zurückschwenken
des Betätigungspedales 5 zu ermöglichen, wird nach Beendigung des Bremsvorganges
durch die Schaltvorrichtung 18 eine Verbindung zwischen der Zusatz-Unterdruckkammer
17 und der Druckkammer 14 geschaffen. Auf diese Weise wird die Druckbeaufschlagung
des Kolbens 9 beseitigt, so daß die gesamte Bremsanlage unterstützt durch geeignete Feder
kräfte wieder in ihre Ruhestellung zurückkehren kann. Eine unmittelbar nach der Rückkehr
in die Ruhestellung durchgeführte nochmalige Verschwenkung des Betätigungspedales 5
führt zu einer erneuten Druckbeaufschlagung der Druckkammer 14 mit Atmosphärendruck
und somit zu einer erneuten Verschiebung des Kolbens 9 in Richtung des Pfeiles P. Durch
den innerhalb der Zusatz-Unterdruckkammer gespeicherten Unterdruck sind mehrere
aufeinander folgende Bremsvorgänge mit entsprechender Unterstützung durch den
Bremskraftverstärker möglich, ohne daß ein Nachlassen der bremsunterstützenden Kräfte
erfolgt, auch wenn der angeschlossene Kraftfahrzeugmotor in der Kürze der Aufeinander
folge der Bremsvorgänge für sich allein einen ausreichenden Unterdruck nicht bereitstellen
könnte.
Auf diese Weise wird ohne Vergrößerung des Bauvolumens eines herkömmlichen Brems
kraftverstärkers immer ein ausreichender Unterdruck für die Betätigung der Bremsanlage
des Kraftfahrzeuges bereitgestellt. Es tritt somit eine Verbesserung der Leistung des Unter
druckbremskraftsystems ein, ohne daß zusätzliche Antriebe oder Fremdenergiequellen
Verwendung finden, darüber hinaus entstehen nur äußerst geringe Zusatzkosten durch
Verwendung einer geeigneten Schaltvorrichtung, die mit Hilfe eines
Elektromagnetschaltventils realisiert werden kann.
Bei dem in der Zeichnung dargestellten erfindungsgemäßen Bremskraftverstärker handelt es
sich um eine sogenannte einstufige Variante. In vielen Bereichen des Kraftfahrzeugbaus
werden zur Vergrößerung der Bremskräfte auch zweistufige Bauvarianten eingesetzt, bei
denen sich innerhalb des Bremskraftverstärkergehäuses zwei druckbeaufschlagte Kolben
gemeinsam bewegen. Bei dieser Bauvariante ist die erfindungsgemäße Gestaltung
selbstverständlich ebenfalls möglich, indem die erfindungsgemäße Zusatz-
Unterdruckkammer mit den jeweiligen Druckkammern der einzelnen Kolben verbindbar
gestaltet wird.
Darüber hinaus ist es natürlich denkbar, die Zusatz-Unterdruckkammer entsprechend den
Baugegegebenheiten der eingesetzten Bremskraftverstärker in mehrere Einzelkammern
aufzuteilen, die gemeinsam den notwendigen Unterdruck für eine Anzahl von
Bremsvorgängen bereitstellen.
1
Bremskraftverstärker
2
Bremskraftverstärkergehäuse
3
Gehäuseglocke
4
Gehäuseboden
5
Betätigungspedal
6
Aufnahmebock
7
Schwenklagerung
8
Membran
9
Kolben
10
Hauptachse
11
Betätigungsstange
12
Langloch
13
Unterdruckkammer
14
Druckkammer
15
Versteifungsrippen
16
Wandung
17
Zusatz-Unterdruckkammer
18
Schaltvorrichtung
Claims (3)
1. Bremskraftverstärker mit einem Bremskraftverstärkergehäuse, mindestens einer
Unterdruckkammer und mindestens einer weiteren Druckkammer, welche bei
Betätigung eines mit dem Bremskraftverstärker verbundenen Betätigungspedals für die
Bremsanlage des Kraftfahrzeuges mit Umgebungsdruck und in der Ruhestellung des
Betätigungspedals mit Unterdruck beaufschlagbar ist, wobei Unterdruckkammer und
Druckkammer durch einen verschiebbaren Kolben voneinander getrennt sind und wobei
der Bremskraftverstärker mindestens eine Zusatz-Unterdruckkammer aufweist, die über
eine Schaltvorrichtung mit der Druckkammer verbindbar ist,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Schaltvorrichtung (18) bei Rückführung des Betätigungspedales (5) nach dem
Betätigungsvorgang die Verbindung zwischen Druckkammer (14) und Zusatz-
Unterdruckkammer (17) herstellt.
2. Bremskraftverstärker nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Zusatz-Unterdruckkammer (17) innerhalb des Bremskraftverstärkergehäuses (2) in
einem Versteifungshohlraum angeordnet ist.
3. Bremskraftverstärker nach einem der Ansprüche 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Schaltvorrichtung (18) als Elektromagnetschaltventil ausgeführt ist.
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