DE19820391A1 - Sicherheitsvorrichtung für den Fahrer eines Fahrzeugs mit einem Bremspedal - Google Patents
Sicherheitsvorrichtung für den Fahrer eines Fahrzeugs mit einem BremspedalInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Sicherheitsvorrichtung gemäß dem Oberbegriff des Patentan
spruchs 1.
In der Patentliteratur ist bereits eine Vielzahl von Sicherheitsvorrichtungen angegeben, die
bei einem Auffahrunfall des Fahrzeugs Fußverletzungen des Fahrers durch das Bremspedal
verhindern sollen und zu diesem Zweck das Bremspedal bei einem derartigen Unfall selbst
tätig nach vom, d. h. in Richtung Spritzwand des Fahrzeugs, schwenken. So beschreibt die
DE 195 17 604 A1 eine Lösung, bei der den beiden Druckkammern des Bremskraftverstär
kers zusätzliche, über eine Steuereinheit mit Unfallsensor angesteuerte Ventile zugeordnet
sind, die die Druckverhältnisse in ihm bei einem Unfall so ändern, daß er das Bremspedal in
Richtung Spritzwand und damit in eine für den Fahrer relativ ungefährliche Stellung
schwenkt. In dem in der DE 43 40 633 A1 beschriebenen Rückholsystem für das Pedalsy
stem des Fahrzeugs wird die Pedalschwenkbewegung durch Auslösen eines pyrotechni
schen Treibsatzes hervorgerufen. Gemeinsam ist diesem Stand der Technik ein relativ
großer Aufwand an nichtmechanischen Einrichtungen.
Die gattungsgemäße Sicherheitsvorrichtung nach der DE 43 35 511 A1 sieht als wesentli
chen Bestandteil eine rein mechanisch arbeitende Schubstange zwischen Antriebsaggregat
des Fahrzeugs und dem freien oberen Ende des Bremspedals vor, das in einem mehr mittle
ren Bereich eine Anlenkungsstelle für eine stangen- oder zugförmiges Betätigungsorgan der
Bremse aufweist. Zwischen der Schubstange einerseits und ihrem Lager am Antriebsaggre
gat andererseits ist so großes Spiel vorgesehen, daß betriebsbedingte Relativbewegungen
des Antriebsaggregats keine Bewegungen der Schubstange hervorrufen. Sobald jedoch eine
unfallbedingte Rückwärtsbewegung des Antriebsaggregats auftritt, bewirkt die Schubstange
als Druckstange die erwünschte Schwenkung des Bremspedals jetzt um ein zusätzliches
Pedallager im Bereich der Angriffsstelle des erwähnten stangen- oder zugartigen Betäti
gungsvorgangs in Richtung auf die Spritzwand, wo eine Aufnahmevertiefung für das Pedal
vorgesehen ist. Bei dieser bekannten Sicherheitsvorrichtung bleibt also die am oberen Ende
des Pedals vorgesehene Betriebsschwenkachse bei einem Unfall nicht erhalten, vielmehr
muß ein zweites, mehr mittig gelegenes Schwenklager an der Spritzwand vorgesehen sein,
und zwar in solcher Auslegung, daß es während des normalen Fahrbetriebs unwirksam ist.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine gattungsgemäße Sicherheitsvorrichtung zu
schaffen, die die Verhältnisse bei einem stets an seinem oberen Ende schwenkbar aufge
hängten Bremspedal berücksichtigt.
Die erfindungsgemäße Lösung dieser Aufgabe besteht in den kennzeichnenden Merkmalen
des Hauptanspruchs, vorteilhafte Ausbildungen der Erfindung beschreiben die Unteransprü
che.
Während der zuletzt behandelte, gattungsbildende Stand der Technik als wesentlichen Be
standteil der Sicherheitsvorrichtung also eine längenkonstante, bei einem Unfall im wesentli
chen längsverschobene Schubstange vorsieht, die bei ihrer Wirksamkeit die erwünschte
Schwenkung des Pedals in Richtung Spritzwand durch Ausübung von Druck auf das beim
Unfall frei werdende obere Pedalende hervorruft, sieht die Erfindung im Prinzip ein sich beim
Auftreten einer unfallbedingten Rückwärtsbewegung beispielsweise des Antriebsmotors des
Fahrzeugs in Richtung seiner Länge gleichsam zusammenziehendes Bauteil vor, nämlich
ein solches nach Art einer Nürnberger Schere, das rein mechanisch arbeitet. Es besitzt den
Vorteil, daß sich leicht optimale Bewegungsübersetzungsverhältnisse einstellen lassen.
Zwei Ausführungsbeispiele der Erfindung werden im folgenden anhand der Zeichnung erläu
tert, deren Figuren nur die im Rahmen der Erfindung interessierenden Bestandteile eines
Personenkraftwagens schematisch wiedergeben.
Betrachtet man zunächst Fig. 1, so sind von dem eigentlichen Fahrzeug lediglich das An
triebsaggregat 1 und die Spritzwand 2 dargestellt, an der über den Lagerbock 3 mittels der
im Fahrzeug quer angeordneten Schwenkachse 4 das Bremspedal 5 angelenkt ist. An die
sem greift bei 6 die Kolbenstange 7 des Tandem-Hauptbremszylinders 8 an, dessen eigent
licher Zylinder 9 an der Spritzwand festgelegt ist. Betätigt der Fahrer zum Zwecke des
Bremsens das Bremspedal 5, wird dieses also im Sinne des Pfeils 10 verschwenkt und er
zeugt in dem Tandem-Hauptbremszylinder 8 Druckverhältnisse, die über Hydraulikleitungen
zu den Bremsen in bekannter Weise übertragen werden.
Während das freie obere Ende des Bremspedals 5 also bei 4 schwenkbar aufgehängt ist,
erkennt man im Bereich des unteren Pedalendes das nach Art einer Nürnberger Schere auf
gebaute Bauteil 11, das aus einer Reihe in einer gemeinsamen Ebene liegender Gelenkvier
ecke 12 besteht, die ihrerseits durch an ihren Kreuzungsstellen 13 gelenkig verbundene
Stäbe 14 realisiert sind. Während das Bauelement 11 im Bereich seiner rechten End-Kreu
zungsstelle 15 am Bremspedal 5 angelenkt ist, trägt es im Bereich seiner in der Figur linken
End-Kreuzungsstelle 16 das Aufprallelement 17. Vor einem Unfall liegt das Aufprallelement
17 in einem derart großen Abstand a hinter dem Antriebsaggregat 1, daß normale Betriebs
wegungen des Antriebsaggregats keinen Einfluß auf das Aufprallelement 17 und damit auf
das Bauteil 11 haben. Sobald aber das Antriebsaggregat 1 unfallbedingt entsprechend dem
Pfeil 18 eine Rückverlagerung, d. h. eine Bewegung in Fig. 1 in Richtung nach rechts, aus
geführt hat, die größer ist als der Abstand a, erfolgt entsprechend dem Pfeil 19 ein Stauchen
des Bauteils 11, das, bedingt durch den Aufbau desselben, eine Bewegung des in Fig. 1
rechten End-Gelenks 15 entsprechend dem Pfeil 20 in Richtung auf die Spritzwand 2 zu zur
Folge hat. Damit verbunden ist wiederum eine Schwenkbewegung des Pedals 5 im Sinne
des Pfeils 10, d. h. in eine Stellung, in der es praktisch nicht in den Fußraum hineinragt. Es
ist auch möglich, in der Spritzwand 2, wie an sich aus der oben behandelten DE 43 35 511 A1
bekannt, eine Aufnahmevertiefung für das Bremspedal 5 vorzusehen, in die dieses nur
bei einem Unfall hineingeschwenkt wird.
Während in dem eben beschriebenen Ausführungsbeispiel das Bauteil 11 selber in den
Rückverlagerungsweg des Antriebsaggregats 1 ragt, nutzt die Ausführungsform der Erfin
dung nach Fig. 2 den Tandem-Hauptbremszylinder 30 als Träger des dem Aufprallele
ments 17 in Fig. 1 entsprechenden Aufprallelements 31 aus, das im Rückverlagerungsweg
des Antriebsaggregats 32 liegt. In dieser Variante der Erfindung liegt die Besonderheit vor,
daß der Zylinder 33 des Tandem-Bremszylinders 30 nicht an der Spritzwand 43 festgelegt
ist, sondern im Betrieb auf dem Kolben 34 gleitet, dessen Kolbenstange 35 ihrerseits an der
Spritzwand 43 gehalten ist. Das bedeutet, daß die zum Bremsen erforderlichen Druckver
hältnisse durch Bewegen des Zylinders 30 in Fig. 2 nach rechts in Richtung auf die Spritz
wand 43 hergestellt werden müssen. Dem dient das Bauteil 36, das wie das Bauteil 11 in
Fig. 1 nach Art einer Nürnberger Schere aufgebaut ist. Die in Fig. 2 rechte End-Gelenk
stelle 37 ist mit dem Bremspedal 38 verbunden, das in Fig. 2 linke End-Gelenk 39 in dem
Langloch 40 geführt, das in fester Verbindung mit dem Zylinder 33 steht. Wie schon im Falle
der Konstruktion nach Fig. 1, ist eine zwischen den Enden des Bauteils 36 liegende Ge
lenkstelle 41 an der Spritzwand 43 gelagert.
In diesem Ausführungsbeispiel liegt eine Art "Wirkungsumkehr" vor bzw. wird sie ausgenutzt:
Zur Bremsenbetätigung erfolgt wie schon in der Ausführungsform nach Fig. 1 eine
Schwenkung des Bremspedals 38 durch den Fahrerfuß im Uhrzeigersinn. Dadurch wird das
zwischen Pedal 38 und Spritzwand 43 eingespannte Gelenkviereck verkürzt was eine Ver
kürzung auch des zwischen den Stellen 39 und 41 liegenden Gelenkvierecks zur Folge hat:
Der Zylinder 33 wird in der Figur nach rechts in Richtung auf die Spritzwand 43 bewegt und in ihm werden die zur Bremsenbetätigung erforderlichen Druckverhältnisse erzeugt. Sobald dagegen infolge unfallbedingter Rückwärtsverlagerung des Antriebsaggregats 32 auch eine Rückwärtsverlagerung des Zylinders 33 erfolgt, hat dies primär eine Verkürzung des in Fig. 2 linken Gelenkvierecks des Bauteils 36 zur Folge, die ihrerseits eine Verkürzung auch des in Fig. 2 rechten Gelenkvierecks und damit die erwünschte Schwenkung des Bremspedals 37 in Richtung auf die Spritzwand 43 hervorruft.
Der Zylinder 33 wird in der Figur nach rechts in Richtung auf die Spritzwand 43 bewegt und in ihm werden die zur Bremsenbetätigung erforderlichen Druckverhältnisse erzeugt. Sobald dagegen infolge unfallbedingter Rückwärtsverlagerung des Antriebsaggregats 32 auch eine Rückwärtsverlagerung des Zylinders 33 erfolgt, hat dies primär eine Verkürzung des in Fig. 2 linken Gelenkvierecks des Bauteils 36 zur Folge, die ihrerseits eine Verkürzung auch des in Fig. 2 rechten Gelenkvierecks und damit die erwünschte Schwenkung des Bremspedals 37 in Richtung auf die Spritzwand 43 hervorruft.
Wie bei 42 angedeutet, kann der der Spritzwand 43 zugekehrten Pedalunterseite zur
Dämpfung des Pedalaufpralls ein Deformationsglied, beispielsweise in Wabenform, zuge
ordnet sein.
Wie auch die Beschreibung der beiden Ausführungsbeispiele zeigt, arbeitet die erfindungs
gemäße Sicherheitsvorrichtung ohne Veränderung der Schwenkachse (4 in Fig. 1, 44 in
Fig. 2) des Bremspedals. Es kann jedoch, wie in Fig. 1 bei 21 angedeutet, beispielsweise
aus Toleranzgründen oder zur Erzielung unterschiedlicher Schwenkwinkel des Bremspedals
im normalen Betrieb und bei einem Unfall, zweckmäßig sein, das obere Pedalende mit Spiel,
beispielsweise mittels eines Langlochs, anzulenken.
Claims (3)
1. Sicherheitsvorrichtung für den Fahrer eines Fahrzeugs mit einem um eine Schwenk
achse an einer Fahrzeug-Spritzwand schwenkbar aufgehängten Bremspedal, von dem
ein Betätigungsglied für einen Bremszylinder abgeht und dem ein nur unfallbedingte
Rückwärtsbewegungen eines Vorderwagenbestandteils, insbesondere eines Antriebs
aggregats, in Schwenkbewegungen des Bremspedals in Richtung Spritzwand
umsetzendes Bauteil zugeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, daß bei einem an seinem
oberen Ende schwenkbar aufgehängten (4) Bremspedal (5) das Bauteil (11) nach Art
einer Nürnberger Schere aus eine Reihe von Gelenkvierecken (12) bildenden, an ihren
Kreuzungsstellen (13, 15, 16) gelenkig verbundenen Stäben (14) besteht, wobei eine
End-Kreuzungsstelle (16) an den unfallbedingten Rückwärtsbewegungen teilnehmend
angeordnet ist, die andere End-Kreuzungsstelle (15) am Bremspedal (5) liegt und eine
dazwischen liegende Kreuzungsstelle an der Spritzwand (2) abgestützt ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die eine End-Kreuzungs
stelle (39) an dem auf einem Kolben (34) mit einer Kolbenstange (7) verschiebbaren
Bremszylinder (30) festgelegt ist, die mit ihrem freien Ende an der Spritzwand (33) be
festigt ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der der Spritzwand
(33) zugekehrten Unterseite des Bremspedals (38) ein Deformationselement (42) zuge
ordnet ist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19820391A DE19820391A1 (de) | 1997-05-14 | 1998-05-07 | Sicherheitsvorrichtung für den Fahrer eines Fahrzeugs mit einem Bremspedal |
Applications Claiming Priority (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19720128 | 1997-05-14 | ||
| DE19820391A DE19820391A1 (de) | 1997-05-14 | 1998-05-07 | Sicherheitsvorrichtung für den Fahrer eines Fahrzeugs mit einem Bremspedal |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19820391A1 true DE19820391A1 (de) | 1998-11-19 |
Family
ID=7829400
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19820391A Withdrawn DE19820391A1 (de) | 1997-05-14 | 1998-05-07 | Sicherheitsvorrichtung für den Fahrer eines Fahrzeugs mit einem Bremspedal |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19820391A1 (de) |
Cited By (4)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE10033703A1 (de) * | 2000-07-12 | 2002-02-07 | Fico Cables Sa | Verstellbares Pedal |
| DE10058362A1 (de) * | 2000-11-24 | 2002-05-29 | Bayerische Motoren Werke Ag | Kraftfahrzeug-Pedal mit verformbarer oder komprimierbarer Betätigungsstange |
| EP1101659A3 (de) * | 1999-11-20 | 2002-08-21 | Draftex Industries Limited | Fahrzeugsteuerpedal |
| FR2960201A1 (fr) * | 2010-05-18 | 2011-11-25 | Peugeot Citroen Automobiles Sa | Vehicule a porte a faux avant reduit comportant un agencement d'un amplificateur de freinage optimise en cas de choc frontal |
-
1998
- 1998-05-07 DE DE19820391A patent/DE19820391A1/de not_active Withdrawn
Cited By (5)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| EP1101659A3 (de) * | 1999-11-20 | 2002-08-21 | Draftex Industries Limited | Fahrzeugsteuerpedal |
| DE10033703A1 (de) * | 2000-07-12 | 2002-02-07 | Fico Cables Sa | Verstellbares Pedal |
| DE10033703B4 (de) * | 2000-07-12 | 2006-08-24 | Fico Cables, S.A., Rubi | Verstellbares Pedal |
| DE10058362A1 (de) * | 2000-11-24 | 2002-05-29 | Bayerische Motoren Werke Ag | Kraftfahrzeug-Pedal mit verformbarer oder komprimierbarer Betätigungsstange |
| FR2960201A1 (fr) * | 2010-05-18 | 2011-11-25 | Peugeot Citroen Automobiles Sa | Vehicule a porte a faux avant reduit comportant un agencement d'un amplificateur de freinage optimise en cas de choc frontal |
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Legal Events
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|---|---|---|---|
| 8139 | Disposal/non-payment of the annual fee |