DE19916711C1 - Vorrichtung zum Heben und Senken einer Abschlepp- oder Bergegabel - Google Patents
Vorrichtung zum Heben und Senken einer Abschlepp- oder BergegabelInfo
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Abstract
Vorgeschlagen wird eine Hebeeinrichtung an einem Bergefahrzeug, die eine Abschleppgabel beliebig heben und senken kann zur Einstellung der Gabel in Bezug auf ein Schadfahrzeug, wobei die Hebeeinrichtung nach dem Einkuppeln von der Gabel abgetrennt und nach oben geschwenkt wird.
Description
Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum Heben und Senken einer Abschlepp-
oder Bergegabel nach den Merkmalen des Oberbegriffs des Patentanspruches 1.
Derartige Vorrichtungen sind an Bergefahrzeugen angebracht und bestehen
beispielsweise aus einer fremdkraftbetriebenen Hebeeinrichtung.
Im Einsatz auf dem Gefechtsfeld besteht die Aufgabe für die Truppe, liegengebliebene
und beschädigte Fahrzeuge abzuschleppen und zu bergen, damit sie außerhalb des
Gefahrenbereichs der Instandsetzung zugeführt werden können. Dabei soll die Besatzung
des Bergefahrzeugs das Fahrzeug nicht verlassen, um sich nicht einer Gefährdung durch
Beschuß oder sonstige Einwirkung auszusetzen. Deshalb soll die Bergegabel aus dem
Innenraum des Bergefahrzeugs bedient werden. Das Problem hierbei ist, den
erforderlichen Freigang und die Beweglichkeit der Bergegabel herzustellen, um das
Schadfahrzeug bei Höhenversatz im Gelände an- und abkuppeln zu können.
Bekannt ist die Einrichtung einer Bergegabel vorn am Bug des Bergefahrzeugs, die mit
einer seilzugbetätigten Einkuppelvorrichtung ausgeführt ist. Auch für den Anbau am Heck
des Bergefahrzeugs ist eine derartige Einrichtung bekanntgeworden.
Bei derartigen Lösungen ist der Freigang der Bergegabel in Bezug auf die
Höheneinstellung nicht gewährleistet und benötigt deshalb eine manuelle Nachsteuerung
des Freigangs während des Abschleppens oder einen Seillängenausgleich. Dadurch wird
die Abschleppgeschwindigkeit stark herabgesetzt und die Abschleppgabel kann
beschädigt werden.
Aus der US 5,772,230 A ist ein an einem Zugfahrzeug angelenkter Zugarm bekannt,
welcher zum automatischen Aus- und Einkuppeln hydraulisch anhebbar oder absenkbar
ist. Die Vorrichtung zum Anheben und Absenken des Zugarmes ist einerseits am Heck
des Zugfahrzeuges und andererseits an dem Zugarm angelenkt. Die Verkürzung und
Verlängerung derselben erfolgt durch Ein- und Ausfahren von Hydraulikzylindern, wobei
Federeinrichtungen mit den Hydraulikzylindern in Reihe geschaltet sind (Fig. 6/7), welche
das Gewicht des Zugarmes tragen, aber Ausgleichsbewegungen des freien Endes des
Zugarmes in vertikaler Richtung gestatten. Die Vorrichtung zum Anheben und Absenken
des Zugarmes ist betrieblich unlösbar mit dem Zugarm verbunden.
Aus der US 4,953,883 ist eine Hilfseinrichtung zum Ankuppeln einer Zugdeichsel an ein
Zugfahrzeug bekannt. Dabei ist ein Hebel in seinem mittleren Bereich an dem
Zugfahrzeug um eine horizontale Achse schwenkbar gelagert und kann durch einen
zwischen dem Zugfahrzeug um dem zugfahrzeugseitigen Ende des Hebels angebrachten
Hydraulikzylinder verschwenkt werden. Zum Ankuppeln wird der Hebel zunächst so
verschwenkt, daß sein freies, vom Zugfahrzeug weg gerichtetes Ende in eine möglichst
tiefe Position kommt. In dieser Position wird das Zugfahrzeug Richtung Zugdeichsel
bewegt, wodurch das freie Ende des Hebels die Zugöse untergreifen kann, dann wird das
freie Ende durch den Hydraulikzylinder nach oben verschwenkt und die Zugöse dadurch
angehoben. Bei einer weiteren horizontalen Annäherung des Zugfahrzeuges an die
Zugdeichsel kommt die Zugöse dann in den Bereich des Kupplungshakens und kann mit
dem Zugfahrzeug verbunden werden. Nach dem erfolgten Ankuppeln wird das freie Ende
des Hebels von der Zugdeichsel weg nach unten verschwenkt, damit die Zugdeichsel die
im Fahrbetrieb erforderlichen Ausgleichsbewegungen durchführen kann, ohne daß der
zum Anheben der Deichsel benutzte Hebel hinderlich wäre.
Schließlich ist aus der DE 34 07 896 C2 eine rechts und links an einem Räumschild eines
Bergepanzers um eine horizontale Schwenkachse gelenkig gelagerte Bergegabel
bekannt, bei welcher in der Nähe der Gelenke Federn vorgesehen sind, welche das
Gewicht des Bergegabel am Räumschild abstützen und eine gefederte Bewegung der
Gabel um die horizontale Schwenkachse zulassen. Auf diese Weise ist durch
Winkelbewegungen um die horizontale Achse ein federnder Höhenausgleich zwischen
dem Bergepanzer und dem zu bergenden Fahrzeug bei der Fahrt in einem unebenen
Gelände möglich.
Aufgabe der Erfindung ist es, eine Vorrichtung bereitzustellen, die als Hebeeinrichtung
das Ein- und Auskuppeln der Bergegabel, in die Kupplung am Schadfahrzeug
ermöglichen und während des Abschleppens eine völlige Trennung zwischen der
Hebeeinrichtung und der Bergegabel sicherstellen soll.
Gelöst wird diese Aufgabe durch die im Kennzeichen des Patentanspruches 1 stehenden
Merkmale. Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung gehen aus den Merkmalen der
Unteransprüche hervor.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung besteht aus einer zum Beispiel hydraulisch angetriebenen
Hebeeinrichtung für das Heben und Senken der Bergegabel. Die Hebeeinrichtung als
Betätigungshebel für die Bergegabel wird in der Schwenkachse der Bergegabel drehbar am
Fahrzeugheck gelagert, wo auch die Bergegabel gelagert ist. Ein Hydraulikzylinder ist mit einem
Ende oben am Fahrzeugheck und mit dem anderen Ende an der Hebeeinrichtung in einem
Abstand zur Schwenkachse beweglich verbunden, so daß die Hebeeinrichtung um die
waagerechte Schwenkachse um einen Winkel von ca. 80 Grad nach oben und unten geschwenkt
werden kann. Die dreieckförmige, aus zwei Armen bestehende Bergegabel ist mit einer
Quertraverse versehen, die zwischen den Gabelarmen befestigt ist. An der Hebeeinrichtung
befindet sich vorn ein hydraulisch längs in Richtung der Hebeeinrichtung verschiebbarer Bolzen
in einer Lagerung, der beim Heben und Senken der Bergegabel unter die Quertraverse
ausgefahren ist, so daß die Bergegabel von der Hebeeinrichtung mitgenommen wird. Nach
Einkuppeln der Bergegabel am Schadfahrzeug wird der Bolzen hydraulisch nach hinten gefahren
und die Verbindung zwischen Hebeeinrichtung und Bergegabel damit gelöst. Die
Hebeeinrichtung wird in eine obere Stellung gefahren und dort verriegelt. Anschließend kann
sich die Bergegabel beim Bergen völlig frei von der Hebeeinrichtung bewegen entsprechend den
Fahrzeugbewegungen beim Fahren.
Zum Trennen der Bergegabel vom Schadfahrzeug wird die Hebeeinrichtung wieder nach unten
gefahren und der Bolzen wird nach außen ausgefahren, so daß er unter die Quertraverse der
Bergegabel reicht und die Bergegabel damit nach Lösen der Gabel am Schadfahrzeug wieder
nach oben mit der Hebeeinrichtung und weg vom Schadfahrzeug abgehoben werden kann.
Vorteilhaft ist, daß für die erfindungsgemäße Lösung kein Windenseil benötigt wird. Als Antrieb
für die Hebeeinrichtung können elektromotorische Spindelantriebe oder Hydraulikzylinder
verwendet werden, ebenso für die Bolzenbetätigung. Ein besonderer Vorteil ist die völlige
Trennung von Hebeeinrichtung und Bergegabel während des Abschleppvorgangs. Die
Bergegabel kann mittels der Hebeeinrichtung in einem weiten Bereich um die waagerechte
Schwenkachse in der Höhe geschwenkt und eingestellt werden.
Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in der Zeichnung schematisch dargestellt. Es zeigen:
Fig. 1: eine Seitenansicht der Hebeeinrichtung in Ruhestellung
Fig. 2: eine Seitenansicht der Hebeeinrichtung in Funktionsstellung
Fig. 3: eine Draufsicht der Hebeeinrichtung
In den Fig. 1 und 3 ist an einem Fahrzeugheck 1 eines Bergefahrzeugs an einer
Anlenkkonsole 5 eine Hebeeinrichtung 4 mit einer waagerechten Achse 11 höhenschwenkbar
gelagert dargestellt. In der gleichen Achse 11 ist auch die Bergegabel 7 mit weiteren
Lagerpunkten höhenschwenkbar am Bergefahrzeug gelagert. Ein Hydraulikzylinder 8 ist mit
einem Ende an der oberen Heckkante 9 und mit dem anderen Ende am Lagerpunkt 10 an der
Hebeeinrichtung 4 beweglich befestigt und in der gezeigten Stellung ganz eingefahren, wodurch
die Hebeeinrichtung ganz nach oben geschwenkt ist. Ein Hydraulikzylinder 2 ist seitlich an der
Hebeeinrichtung 4 so befestigt, daß ein mit dem Zylinder verbundener und bewegbarer Bolzen
12 in einer Führung 3 (im Querschnitt gezeigt) längsverschieblich bewegt werden kann, wobei
der Zylinder mit dem Bolzen in der gezeigten Stellung ganz eingefahren ist. Die Bergegabel 7
besitzt eine Quertraverse 6 in einem bestimmten Abstand zur Achse 11. Die Bergegabel befindet
sich in der gezeigten Stellung in der Funktionsstellung und eingekuppelt an einem
Schadfahrzeug (nicht dargestellt).
Die Fig. 2 zeigt die Hebeeinrichtung 4 in einer mittels des Hydraulikzylinders 8 nach unten
gefahren gefahrenen Stellung, wobei der Bolzen 12 mittels des Hydraulikzylinders 2 ausgefahren
ist, so daß der Bolzen 12 unter die Quertraverse 6 zu liegen kommt. Damit kann bei
Wiederanheben der Hebeeinrichtung 4 die Bergegabel 7 mittels des Bolzeneingriffs 12 an der
Quertraverse 6 mitangehoben werden. Damit kann die Bergegabel in die Funktionsstellungen A,
B oder C und beliebige Zwischenstellungen angehoben bzw. abgesenkt werden, um die
Bergegabel passend zur Kupplungsstelle an einem Schadfahrzeug (nicht dargestellt) einstellen zu
können. In Stellung A ist die Bergegabel nach oben geschwenkt und verriegelt als
Transportstellung für die Fahrt zum Einsatz.
1
Fahrzeugheck
2
Hydraulikzylinder
3
Führung
4
Hebevorrichtung
5
Anlenkkonsole
6
Quertraverse
7
Bergegabel
8
Hydraulikzylinder
9
Heckkante
10
Lagerpunkt
11
Achse
12
Bolzen
A, B, C Funktionsstellungen
A, B, C Funktionsstellungen
Claims (6)
1. Vorrichtung zum Heben und Senken einer Abschlepp- oder Bergegabel für schwere
militärische Fahrzeuge und zusätzlicher Verwendung im Gelände bestehend aus einer
fremdkraftbetätigten Hebeeinrichtung und einer Gabel, die am Abschlepp- und am
Schadfahrzeug manuell oder automatisch ein- und auskuppelbar ist, dadurch
gekennzeichnet, daß eine Hebeeinrichtung (4) als einseitig am Fahrzeug um eine
Schwenkachse (11) angelenkter Hebel mittels eines Antriebes (8) nach oben und unten
schwenkbar ist und fallweise mittels eines verschieblichen Bolzens (12) an eine Traverse (6)
der Bergegabel (7) eingreift, so daß die Bergegabel mittels der Hebeeinrichtung heb- und
senkbar ist, und die Bergegabel (7) nach Einkuppeln am Schadfahrzeug und nach
Verschieben des Bolzens (12) an der Hebeeinrichtung vollständig von der Hebeeinrichtung
trennbar ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Bolzen (12) in einer
Führung (3) längsverschieblich gelagert und mittels eines fernbedienbaren Antriebes (2)
verschiebbar ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Bolzen (12) mittels
Antrieb (2) in Richtung des Radius um die Schwenkachse (11) und in Richtung der
Hebellänge der Hebeeinrichtung (4) verschiebbar ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Antrieb (8) als
Linearantrieb mit einer Seite am Fahrzeugheck (9) und mit der anderen Seite (10) an der
Hebeeinrichtung (4) drehbar verbunden ist, so daß die Hebeeinrichtung (4) nach oben und
unten mittels des Antriebes schwenkbar ist.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die
waagerechte Schwenkachse (11) sowohl die Schwenkachse für die Hebeeinrichtung (4) als
auch die Schwenkachse für die Bergegabel (7) darstellt oder diese Achsen parallel verlaufen
und nur einen geringen Abstand voneinander aufweisen.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die
Hebeeinrichtung (4) mittels des Antriebs (8) auf die Höhe oder unterhalb der Lage der
Bergegabel (7) schwenkbar ist und der Bolzen (12) mittels des Antriebs (2) ausfahrbar ist, so
daß der Bolzen unterhalb der Traverse (6) an der Bergegabel (7) eingreift und die Bergegabel
bei Anheben der Hebeeinrichtung mittels des Antriebs (8) mit nach oben anhebbar ist.
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