DE19914969A1 - Wälzlager-Außenring - Google Patents
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Abstract
Die Erfindung betrifft einen Außenring (1) für ein Wälzlager, insbesondere für ein Radlager, und ein Verfahren zur Herstellung eines derartigen Außenrings (1). Das erfindungsgemäße Herstellungsverfahren zeichnet sich dadurch aus, daß der Außenring (1) in einem axialen Teilbereich in radialer Richtung derart aufgeweitet wird, daß eine auf der äußeren Mantelfläche ringförmig umlaufende Vertiefung (12) entsteht. Die Aufweitung erfolgt vorzugsweise mittels eines Freiform-Schmiedeschritts. Der erfindungsgemäße Außenring (1) zeichnet sich dadurch aus, daß seine äußere Mantelfläche eine ringförmig umlaufende Vertiefung (12) aufweist, die aus einer Aufweitung eines axialen Teilbereichs des Außenrings (1) in radialer Richtung resultiert.
Description
Die Erfindung betrifft einen Außenring für ein Wälzlager, insbesondere für ein Radlager,
und ein Verfahren zur Herstellung eines derartigen Außenrings.
Aus der DE 39 09 557 A1 ist bereits ein Außenring für ein Wälzlager mit Wälzkörpern
bekannt, die auf Laufflächen an der Innenseite des Außenrings abrollen. Die
Formgebung der Innenseite des Außenrings ist dabei durch die Funktionalität der
Laufflächen im wesentlichen festgelegt. Bezüglich der Formgebung der Außenseite des
Außenrings besteht dagegen ein gewisser Freiraum der allenfalls durch gewisse
Stabiltätskriterien, durch die Einbauumgebung des Wälzlagers und das für die
Herstellung des Außenrings gewählte Verfahren eingeschränkt ist. Der bekannte
Außenring weist, wie bei derartigen Außenringen allgemein üblich, an seiner Außenseite
eine leicht kegelige Oberfläche auf, die im Bereich einer der axialen Endflächen des
Außenrings in einen radial nach außen verlaufendem Befestigungsflansch übergeht. Der
Befestigungsflansch ist mit Bohrungen versehen, die in einem spitzen Winkel zur Achse
des Wälzlagers verlaufen. Bei ähnlichen bekannten Wätzlagern verlaufen die Bohrungen
parallel zur Achse des Wälzlagers.
Obwohl die bekannten Außenringe bereits gute Ergebnisse liefern, ist eine weitere
Optimierung der äußeren Form und auch des Verfahrens zur Herstellung der Außenringe
wünschenswert.
Es ist daher Aufgabe der Erfindung, die äußere Form des Außenrings weiter zu
optimieren und ein Herstellungsverfahren anzugeben, mit dem ein Außenring mit einer
derartig optimierten äußeren Form effizient hergestellt werden kann.
Diese Aufgabe wird durch die Merkmalskombinationen der Ansprüche 1, 4 und 6 gelöst.
Der erfindungsgemäße Außenring zeichnet sich durch eine auf seiner äußeren
Mantelfläche umlaufende Vertiefung aus. Die Vertiefung ist axial in einem Bereich
angeordnet, in dem die Wandstärke des Außenrings ohne Vertiefung größer ist als ein
im Sinne einer ausreichenden Stabilität des Außenrings erforderlicher Wert, so daß die
mechanischen Eigenschaften des Außenrings durch die Vertiefung nicht in unzulässiger
Weise negativ beeinflußt werden. Die Vertiefung hat den Vorteil, daß sie zu einer
Materialeinsparung führt und somit im Hinblick auf den Materialverbrauch eine
kostengünstigere Fertigung ermöglicht. Ein weiterer Vorteil der Vertiefung besteht
darin, daß sie zu einer deutlichen Reduzierung des Gewichts des Außenrings führt, was
insbesondere bei einem Einsatz in einem Radlager wünschenswert ist. Ein weiterer
Vorteil des erfindungsgemäßen Außenrings besteht darin, daß durch die Vertiefung ein
zusätzlicher Freiraum geschaffen wird, was sich insbesondere bei einer beengten
Einbauumgebung positiv auswirkt und darüber hinaus das Anbringen von
Befestigungsschrauben erleichtert.
Das erfindungsgemäße Verfahren beruht darauf, daß im Rahmen eines
Gesenkschmiedeverfahrens zunächst ein verglichen mit bekannten Außenringen relativ
dünnwandiger Rohling für den Außenring hergestellt wird und der Außenring
anschließend durch einen axialen Freiform-Schmiedeschritt bereichsweise derart
aufgeweitet wird, daß er seine endgültige Form erhält. Das erfindungsgemäße Verfahren
hat den Vorteil, daß eine Umrüstung ausgehend von bekannten
Gesenkschmiedeverfahren relativ leicht möglich ist. Ein weiterer Vorteil besteht darin,
daß die Vertiefung in der äußeren Mantelfläche des Außenrings ohne Materialabtrag
hergestellt wird. Dadurch wird der Werkzeugverschleiß stark reduziert und der Aufwand
für die Handhabung der bei spanender Fertigung anfallenden Späne entfällt. Zudem läßt
sich mit dem Freiform-Schmiedeschritt eine wesentlich höhere
Fertigungsgeschwindigkeit erreichen als mit spanabhebenden Verfahren.
Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung werden
nachstehend anhand der Zeichnung erläutert.
Es zeigen:
Fig. 1 ein Radlager mit dem erfindungsgemäßen Außenring in Schnittdarstellung,
Fig. 2 den erfindungsgemäßen Außenring vor Durchführung des Freiform-
Schmiedeschritts in Schnittdarstellung,
Fig. 3 den erfindungsgemäßen Außenring nach Durchführung des
Freiform-Schmiedeschritts und Fertigbearbeitung in Schnittdarstellung,
Fig. 4, 5 und 6 weitere Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Außenrings in
Schnittdarstellung und
Fig. 7 einen Außenring gemäß dem Stand der Technik in Schnittdarstellung.
Fig. 1 zeigt ein Radlager mit dem erfindungsgemäßen Außenring in Schnittdarstellung.
Das Radlager weist neben dem Außenring 1 zwei Innenringe 2 auf, die konzentrisch
innerhalb des Außenrings 1 angeordnet sind und mit ihren Stirnflächen
aneinanderstoßen. Die Innenringe 2 werden mittels eines Befestigungsrings 3
zusammengehalten. Zwischen dem Außenring 1 und den Innenringen 2 sind zwei Sätze
von Kegelrollen 4 angeordnet, die am Außenring 1 auf Laufflächen 5 und an den
Innenringen 2 auf Laufflächen 6 abrollen. Die Kegelrollen 5 werden von Käfigen 7
gehalten. Der Spalt zwischen dem Außenring 1 und einem der Innenringe 2 wird durch
eine Dichtung 8 zu einer Seite hin abgedichtet. Zur Befestigung des Radlagers ist an
einem aalen Ende des Außenrings 1 eine Schulter 9 ausgebildet, von der sich ein
einstückig mit dem Außenring 1 ausgebildeter Befestigungsflansch 10 radial nach außen
erstreckt. Der Befestigungsflansch 10 weist Bohrungen 11 zur Aufnahme von
Befestigungsschrauben auf. Zwischen dem Befestigungsflansch 10 und dem
gegenüberliegenden axialen Ende des Außenrings 1 ist eine ringförmig umlaufende
Vertiefung 12 in der äußeren Mantelfläche des Außenrings 1 ausgebildet. Die
Wandstärke des Außenrings 1 im Bereich der Vertiefung 12 ist so bemessen, daß die
mechanische Stabilität des Außenrings 1 durch die Vertiefung 12 nicht in unzulässiger
Weise reduziert wird.
Fig. 2 und 3 zeigen den erfindungsgemäßen Außenring vor bzw. nach dem
Freiform-Schmiedeschritt in Schnittdarstellung. Um eine Zuordnung zur Darstellung
gemäß Fig. 1 zu erleichtern, ist der Außenring jeweils in seinen fertigbearbeiteten
Konturen dargestellt. Tatsächlich erfolgt die Fertigbearbeitung aber erst nach dem
Freiform-Schmieden, d. h. die in Fig. 2 und 3 dargestellten Werkstücke weisen in der
Realität eine etwas gröbere Form auf.
Das Werkstück gemäß Fig. 2 wurde mittels eines Gesenk-Schmiedeverfahrens
hergestellt. Beim Gesenkschmieden wird das erwärmte Werkstück in eine Form
(Gesenk) eingelegt, dessen Innenkonturen der gewünschten äußeren Gestalt des
Werkstücks entsprechen. Ein Schmiedehammer, dessen Außenkonturen der
gewünschten Innenform des Werkstücks entsprechen, schlägt dann gegen das im Gesenk
liegende Werkstück und formt das Werkstück dabei so um, daß es mit den
Innenkonturen des Gesenks und den Außenkonturen des Schmiedehammers
übereinstimmt. Die mit diesem Verfahren realisierbaren Werkstückformgebungen sind
jedoch dadurch begrenzt, daß der Schmiedehammer wieder zurückgefahren werden muß
und das Werkstück wieder aus dem Gesenkt entfernt werden muß. Radiale Vertiefungen
an der Innenseite des Werkstücks sind daher nicht möglich, da sich der Radius der
Innenseite des Werkstücks in wenigstens eine axiale Richtung vergrößern muß. Für
radiale Vertiefungen an der Außenseite des Werkstücks werden geteilte Gesenke
benötigt, was zu einem höheren Fertigungsaufwand führt.
Zur Herstellung der in Fig. 3 dargestellten Formgebung mittels Freiform-Schmieden
wird das Werkstück nicht in ein Gesenk eingelegt, sondern mittels einer geeigneten
Haltevorrichtung "frei" gehalten. Der Schmiedehammer schlägt dann bis zu einem
vorgebbaren Haltepunkt gegen das Werkstück. Radiale Vertiefungen an der Außenseite
des Werkstücks wie die Vertiefung 12 des Außenrings 1 lassen sich im
Freiform-Schmiedeverfahren problemlos herstellen.
Aus einem Vergleich der Fig. 2 und 3 ist erkennbar, daß der Außenring durch den
Freiform-Schmiedeschritt aufgeweitet wird, wobei der im Bereich des
Befestigungsflansches 10 liegende Abschnitt des Außenrings 1 nicht von der Aufweitung
betroffen ist. Durch die Aufweitung des Außenrings 1 erhält die dem
Befestigungsflansch 10 axial gegenüberliegende Lauffläche 6 des Außenrings 1 ihre
endgültige Orientierung relativ zur Achse des Außenrings 1. Desweiteren wird durch das
Aufweiten des Außenrings 1 die ringförmig umlaufende Vertiefung 12 in der äußeren
Mantelfläche des Außenrings 1 erzeugt.
Fig. 4 zeigt eine weitere Ausführungsform des erfindungsgemäßen Außenrings in
Schittdarstellung. Die Ausführungsform gemäß Fig. 4 unterscheidet sich von der
Ausführungsform gemäß Fig. 3 dadurch, daß der Außenring 1 auf seiner äußeren
Mantelfläche in axialer Richtung verlaufende Verstärkungsrippen 13 aufweist. Durch die
Verstärkungsrippen 13 wird die mechanische Stabilität des Außenrings 1 erhöht, so daß
eine vorgegebene Stabilitätsanforderung bereits mit einer geringeren Wandstärke des
Außenrings 1 erfüllt werden kann als bei Außenringen 1 ohne Verstärkungsrippen 13.
Dadurch sind mit dem erfindungsgemäßen Verfahren noch geringere Wandstärken
möglich.
Fig. 5 zeigt eine Ausführungsform des erfindungsgemäßen Außenrings 1, bei der eine
Befestigungsmöglichkeit für eine Bremsscheibe vorgesehen ist. Die dargestellte
Ausführungsform des Außenrings 1 ist für den Einsatz bei einem Radlager vorgesehen
und weist einen Befestigungsarm 14 auf, über den eine Verbindung zwischen dem
Außenring 1 und einer Bremsscheibe hergestellt werden kann. Der Befestigungsarm 14
mündet in den Befestigungsflansch 10 und erstreckt sich in etwa in axialer Richtung.
Fig. 6 zeigt eine Ausführungsform des erfindungsgemäßen Außenrings 1, bei der eine
weitere Befestigungsmöglichkeit einer Bremsscheibe vorgesehen ist. Bei der in Fig. 6
dargestellten Ausführungsform des Außenrings 1 erfolgt die Befestigung der
Bremsscheibe mittels einer Verzahnung 15, die der dem Befestigungsflansch 10
gegenüberliegenden Endfläche des Außenrings 1 benachbart ist und sich in radialer
Richtung erstreckt. Die Verzahnung 15 greift in eine entsprechende Verzahnung der
Bremsscheibe ein und stellt so eine formschlüssige Verbindung zwischen Außenring 1
und Bremsscheibe her.
Fig. 7 zeigt einen Außenring gemäß dem Stand der Technik in Schnittdarstellung. Die
Außenseite des Außenrings 1 verläuft achsparallel oder leicht konisch, wobei der Radius
zu der dem Befestigungsflansch 10 gegenüberliegenden Endfläche des Außenrings 1
abnimmt. Eine Vertiefung weist die Außenseite des Außenrings 1 nicht auf.
1
Außenring
2
Innenring
3
Befestigungsring
4
Kegelrolle
5
Lauffläche (Außenring)
6
Lauffläche (Innenring)
7
Käfig
8
Dichtung
9
Schulter
10
Befestigungsflansch
11
Bohrung
12
Vertiefung
13
Verstärkungsrippe
14
Befestigungsarm
15
Verzahnung
Claims (6)
1. Verfahren zur Herstellung eines Außenrings für ein Wälzlager, insbesondere für ein
Radlager,
- - wobei am Außenring (1) eine innere Mantelfläche und eine äußere Mantelfläche ausgebildet werden,
- - wobei auf der inneren Mantelfläche wenigstens eine Abrollfläche (5) für Wälzkörper (4) ausgebildet wird, dadurch gekennzeichnet, daß
- - der Außenring (1) in einem axialen Teilbereich in radialer Richtung derart aufgeweitet wird, daß eine auf der äußeren Mantelfläche ringförmig umlaufende Vertiefung (12) entsteht.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Außenring (1) durch
einen Freiform-Schmiedeschritt aufgeweitet wird.
3. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
der axiale Teilbereich, in dem der Außenring (1) aufgeweitet wird einem Ende des
Außenrings (1) benachbart ist.
4. Außenring für ein Wälzlager, insbesondere für ein Radlager, mit einer inneren
Mantelfläche, auf der wenigstens eine Abrollfläche (5) für Wälzkörper (4)
ausgebildet ist, und einer äußeren Mantelfläche, dadurch gekennzeichnet, daß
- - die äußere Mantelfläche des Außenrings (1) eine ringförmig umlaufende Vertiefung (12) aufweist, die aus einer Aufweitung eines axialen Teilbereichs des Außenrings (1) in radialer Richtung resultiert.
5. Außenring nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß im Bereich der
Vertiefung (12) in axialer Richtung verlaufende Verstärkungsrippen (13) angeordnet
sind.
6. Wälzlager, insbesondere Radlager mit einem Innenring (2), einem Außenring (1) und
zwischen Innenring (2) und Außenring (1) angeordneten Wälzkörpern (4), wobei der
Außenring (1) eine innere Mantelfläche aufweist, auf der wenigstens, eine
Abrollfläche (5) für die Wälzkörper (4) ausgebildet ist, und eine äußere Mantelfläche,
dadurch gekennzeichnet, daß
- - die äußere Mantelfläche des Außenrings (1) eine ringförmig umlaufende Vertiefung (12) aufweist, die aus einer Aufweitung eines axialen Teilbereichs des Außenrings (1) in radialer Richtung resultiert.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19914969A DE19914969A1 (de) | 1999-04-01 | 1999-04-01 | Wälzlager-Außenring |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19914969A DE19914969A1 (de) | 1999-04-01 | 1999-04-01 | Wälzlager-Außenring |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19914969A1 true DE19914969A1 (de) | 2000-10-05 |
Family
ID=7903325
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19914969A Withdrawn DE19914969A1 (de) | 1999-04-01 | 1999-04-01 | Wälzlager-Außenring |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19914969A1 (de) |
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-
1999
- 1999-04-01 DE DE19914969A patent/DE19914969A1/de not_active Withdrawn
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