DE19911175C5 - Verfahren zur Entsorgung gefährlicher oder hochenergetischer Materialien sowie Vorrichtung zur Durchführung dieses Verfahrens - Google Patents
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Abstract
Description
- Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Entsorgung von Munition, bei dem diese in einem druckfesten Gehäuse unter kontrollierten Bedingungen zur Auslösung einer Explosion gebracht wird, deren Endprodukte ungefährlich sind, sowie eine Vorrichtung zur Entsorgung von Munition mit einem druckfesten Gehäuse, in dem die Munition unter kontrollierten Bedingungen zur Auslösung einer Explosion bringbar ist, deren Endprodukte ungefährlich sind.
- Zur Entsorgung von Sprengstoffen oder Explosivstoffen ist es bekannt, diese in ein druckfestes Gehäuse einzubringen und dort kontrolliert zur Detonation zu bringen. Ein Beispiel hierfür findet sich in der
. Nachteilig bei diesen bekannten Vorrichtungen bzw. Verfahren ist, daß die Entsorgung nur chargenweise stattfinden kann und der Ablauf der Reaktion schwer steuerbar ist.WO 97/43594 A1 - Die
EP 0 075 899 B1 betrifft allgemein den Transport von Feststoffen mittels eines Wanderbettes, ohne jedoch einen Bezug zur Entsorgung von Materialien herzustellen. - Aus der
US 5582119 sind ein Verfahren und eine Vorrichtung bekannt, bei dem bzw. der unter anderem Artilleriemunition in einem druckfesten Gehäuse zur Explosion gebracht wird. Im unteren Bereich des Innenraums des Gehäuses befindet sich ein Bett aus granularem Material, das insgesamt auf eine Temperatur gebracht wird, welche der Zündtemperatur entspricht. Die Artilleriemunition fällt durch eine Einlassöffnung in den Innenraum des Gehäuses, wo sie auf das heisse Bett trifft und bei der Berührung mit diesem explodiert. - Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Verfahren der eingangs genannten Art so fortzubilden, daß ein kontinuierlicher Betrieb möglich und der Ablauf der Reaktion gut kontrollierbar ist.
- Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
- Erfindungsgemäß wird also die zu entsorgende Munition gemeinsam mit dem Schüttgut in das druckfeste Gehäuse eingegeben, in dem sich im dynamischen Gleichgewicht ein Wanderbett ausbildet. Dieses behält zwar seine äußerlich erkennbare Gestalt im wesentlichen kontinuierlich bei; die nähere Betrachtung zeigt dabei jedoch, daß die Materialien, aus denen sich das Wanderbett bildet, kontinuierlich in Bewegung sind. Auf diese Weise lässt sich die Munition zunächst in eine gewisse Tiefe des Wanderbettes hinein bewegen, wo sie dann zur Explosion gebracht wird. Das umgebende Wanderbett nimmt dabei frei werdende Energie sowohl in mechanischer als auch in thermischer Form auf. Das Wanderbett bietet – wo dies gewünscht wird – große Oberflächen, an denen eine Reaktion ablaufen kann. Schließlich stellt das Wanderbett auch einen Wärmespeicher dar, der für Energieeinsparungen sorgen kann. Schüttgut und Munition können dem Wanderbett in vermischtem Zustand zugeführt werden oder getrennt auf das Wanderbett ”aufgestreut” werden, so daß sich die Mischung erst innerhalb des Wanderbettes bildet.
- Wenn als Schüttgut Kugeln verwendet werden, so ist die erforderliche innere Beweglichkeit des Wanderbettes besonders gut gewährleistet. Abweichungen von der Kugelform sind jedoch möglich, sofern nur die Eigenreibung des Schüttgutes nicht so groß wird, daß die innere Beweglichkeit des Wanderbettes gefährdet ist.
- Vorzugsweise werden Kugeln aus Stahl oder Keramik verwendet. Beide Materialien haben die erforderliche Festigkeit zur Aufnahme mechanischer oder thermischer Energie und sind im allgemeinen gegen die zu entsorgenden Materialien resistent.
- Im günstigsten Fall läßt sich ohne Zuhilfenahme externer Energie ausschließlich mit Hilfe der Reaktionswärme in dem Wanderbett ein Temperaturprofil einstellen, bei dem die Zündtemperatur in einem gewissen Abstand von der Oberfläche im Inneren des Wanderbettes erreicht wird.
- Ist jedoch die Munition nicht ausreichend energiehaltig, um die Zündtemperatur zu erreichen, muß externe Wärme zugeführt werden. Dies kann im einfachsten Fall durch Zufuhr von Brennstoffen oder sonstigen Entzündungshilfen erfolgen. Alternativ kann diese zum Erreichen der Zündtemperatur erforderliche Wärmezufuhr auch über einen Lichtbogen oder induktiv geschehen. Im letzteren Falle muß das Wanderbett elektrisch leitfähige Materialien enthalten, z. B. Stahlkugeln als Schüttgut.
- Besonders vorteilhaft ist diejenige Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens, bei welcher das Schüttgut aus der aus dem Wanderbett austretenden Materialmischung abgeschieden und zumindest teilweise wieder dem Eingang des Wanderbettes zugeführt wird. So läßt sich der Verbrauch des Schüttgutes gering halten.
- Dem Wanderbett können zur Durchführung des Verfahrens notwendige oder dieses fördernde Hilfsstoffe zugeführt werden. Dabei ist insbesondere an Brennstoffe gedacht, welche die Temperatur des Wanderbettes erhöhen, an Luft, welche insbesondere der Zufuhr von Sauerstoff dient, an Temperiergas, mit dem insbesondere im Bereich der freien Oberfläche des Wanderbettes eine Vortemperierung erfolgen kann, an Chemikalien, mit denen die zu entsorgenden Materialien umgesetzt werden sollen, sowie an Chemisorbentien, welche bestimmte Reaktionsprodukte an sich binden.
- Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es ferner, eine Vorrichtung der eingangs genannten Art so auszugestalten, daß sie kontinuierlich betrieben und die Entsorgungsreaktion gut kontrolliert werden kann.
- Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß mit den Merkmalen des Anspruchs 11 gelöst.
- Die Vorteile, die mit einer derartigen Vorrichtung gegenüber solchen nach dem Stande der Technik erzielbar sind, entsprechen sinngemäß den oben erläuterten Vorteilen des erfindungsgemäßen Verfahrens. Gleiches gilt für die Vorteile der Ausführungsformen der erfindungsgemäßen Vorrichtung, die in den Ansprüchen 11 bis 17 dargelegt sind.
- Besonders erwähnenswert an dieser Stelle ist die Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung nach Anspruch 18, bei welcher die Wand des Gehäuses von außen nach innen folgende Schichten umfaßt:
- a) einen Druckmantel;
- b) eine schallabsorbierende Schicht;
- c) eine elastische Schicht;
- d) eine von der elastischen Schicht abgestützte verformbare Schale aus verschleißfestem Material.
- Dieser Wandaufbau hat sich zur Bewältigung der komplexen Aufgaben, welche die Wand insbesondere im Blick auf die Aufnahme thermischer und mechanischer Energie sowie die Schalldämmung von Geräuschen bewältigen muß, besonders bewährt.
- Die schalldämmende Schicht kann dabei aus Sand oder Holz, die elastische Schicht aus einem Elastomer oder einem komprimierten Fluid bestehen.
- Günstig ist, wenn Temperierkanäle durch die elastische Schicht hindurchgeführt sind. Durch ein geeignetes, diese Temperierkanäle durchströmendes Medium läßt sich nicht nur Reaktionswärme abführen sondern generell durch Kühlung oder Erwärmung ein bestimmtes Temperaturprofil im Wanderbett in Durchströmungsrichtung einstellen. Bei heißem Betrieb kann die innere Schale zusätzlich gekühlt werden, sodaß die höhere Zähigkeit und Festigkeit des Materials bei niedrigeren Temperaturen genutzt werden kann.
- Die verschleißfeste (innere) Schale der Wand ist vorzugsweise mit Einrichtungen versehen, welche eine elastische Durchmesserveränderung der Schale ermöglichen. Die verschleißfeste Schale kann dann zur Absorption von Druckstössen ”atmen” und auf diese Weise die mechanische Energie gut an die elastische Schicht abgeben, von der sie abgestützt ist.
- Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend anhand der Zeichnung näher erläutert; es zeigen
-
1 : einen vertikalen Schnitt durch einen Schachtofen zur Entsorgung von Munition; -
2 : einen horizontalen Schnitt durch einen Bereich der Wandstruktur des Schachtofens von1 . - Der in
1 im Vertikalschnitt dargestellte und insgesamt mit dem Bezugszeichen1 versehene Schachtofen dient der Entsorgung von Munition. Er umfaßt ein Gehäuse2 mit einem oberen, im wesentlichen zylindrischen Abschnitt3 und einem unteren, sich nach unten konisch verjüngenden Austragabschnitt4 . Der Austragabschnitt4 besitzt eine Auslaßöffnung5 , über welche der Innenraum des Austragabschnittes4 mit dem Innenraum eines Austrag-Sammelgehäuses6 kommuniziert. In der Nähe des Bodens des Austrag-Sammelgehäuses6 befindet sich eine Austragöffnung7 ; in etwas größerem Abstand vom Boden des Austrag-Sammelgehäuses6 ist eine Gaseinlaß- und Auslaßöffnung8 vorgesehen. Diese ist in1 durch einen Flansch9 verschlossen. - Auf den zylindrischen Abschnitt
3 des Gehäuses2 ist ein deckelartiges Gehäuseoberteil10 aufgesetzt, in dem sich verschiedene Einlaßöffnungen11 ,12 ,13 ,14 und15 befinden. - Über die Einlaßöffnung
12 wird dem Innenraum des Gehäuses2 in noch näher zu beschreibender Weise eine Schüttung von Stahlkugeln zugeführt, welche im betriebsbereiten Zustand des Schachtofens1 in der in1 dargestellten Weise einen Teil des Austrag-Sammelgehäuses6 , den gesamten konischen Austragabschnitt4 und den gesamten zylindrischen Abschnitt3 des Gehäuses2 ausfüllt. Die Stahlkugeln sind dabei so dimensioniert, daß sie innerhalb des Gehäuses2 eine ”fließfähige” Schüttung16 nach Art eines Wanderbettes bilden. - In einem gewissen Abstand unterhalb der der Einlaßöffnung
12 benachbarten Oberfläche des Wanderbettes16 ist eine Zündvorrichtung18 , beispielsweise in Gestalt zweier einen Lichtbogen erzeugender Elektroden, vorgesehen. - Über die Einlaßöffnung
14 im Gehäuseoberteil10 wird die zu entsorgende Munition zugeführt. Diese vermischt sich dabei mit den über die Einlaßöffnung12 eingeleiteten Stahlkugeln und bewegt sich gemeinsam mit diesen, in das Wanderbett16 integriert, innerhalb des Schachtofens1 nach unten, wie weiter unten noch deutlicher wird. - Über die im Durchmesser kleiner dargestellten Einlaßöffnungen
11 ,13 und15 im Gehäuseoberteil10 können nach Bedarf Hilfsstoffe ins Innere des Gehäuses2 eingeführt werden, so etwa Wasser, Brennstoffe, Luft, Heißgas, Kühlungsgas und Chemikalien, insbesondere Chemisorbentien, je nach Art der Materialen, die in dem Schachtofen1 entsorgt werden sollen. Nicht benötigte Einlaßöffnungen11 ,13 ,15 , werden selbstverständlich im Betrieb des Schachtofens verschlossen. - Die Austragöffnung
7 des Austrag-Sammelgehäuses6 ist über eine Leitung19 und eine Schüttgut-Abscheideeinrichtung20 sowie eine weitere Leitung22 mit einer in der Zeichnung nicht mehr dargestellten Austrageinrichtung verbunden. Diese zieht über die Leitung19 das sich im Austrag-Sammelbehälter6 befindliche Material ab, welches eine Mischung aus den als Schüttgut (Wanderbettmaterial) verwendeten Stahlkugeln und dem Schrott und sonstigen Reststoffen ist, die bei der Explosion der Munition entstehen. Dabei wird gleichzeitig der gesamte Innenraum des Gehäuses2 beispielsweise durch Absaugung über die Leitung8 unter Unterdruck gehalten, so daß keine Gase aus dem Gehäuse2 entweichen können. - In der Schüttgut-Abscheideeinrichtung
20 wird das Schüttgut von den sonstigen Reststoffen, insbesondere dem Schrott getrennt. Das Schüttgut wird über eine weitere Leitung21 dem Einlaß12 im Gehäuseoberteil10 wieder zugeführt, während der Schrott und die sonstigen aus der Reaktion stammenden festen Reststoffe über die Leitung22 der endgültigen Entsorgung gefahrlos zugeführt werden können. - Der oben beschriebene Schachtofen
1 arbeitet wie folgt:
Durch die kontinuierliche Zufuhr von Stahlkugeln über die Einlaßöffnung12 im Gehäuseoberteil10 und die im gleichen Maße stattfindende Entnahme von Stahlkugeln über die Austragöffnung7 im Austrag-Sammelgehäuse6 sowie durch die Rückführung der in der Schüttgut-Abscheideeinrichtung20 wiedergewonnenen Stahlkugeln über die Leitung21 wird ein kontinuierlicher Kreislauf der Stahlkugeln aufrechterhalten. Über die Leitung35 wird von außen nur jeweils der Ergänzungsbedarf frischer Stahlkugeln eingebracht. Im Inneren des Reaktors bildet sich das in1 dargestellte Wanderbett16 aus, welches im dynamischen Gleichgewicht von Zufluß17 und Abfluß etwa die dargestellte Form behält. Die zu entsorgende Munition wird in einer entsprechend abgestimmten Menge über die Einlaßöffnung14 im Gehäuseoberteil10 zugeführt und dabei unter die Stahlkugeln gemischt. In der Nähe der Einlaßöffnungen12 und14 17 besitzt das Wanderbett16 eine Temperatur, die unterhalb der Zündtemperatur der Munition liegt. Je tiefer jedoch die Munition mit den Stahlkugeln im Wanderbett16 nach unten absinkt, um so höher wird die Temperatur, der sie ausgesetzt ist. Kommt die Munition in die Nähe der Zündvorrichtung18 , so hat sie bereits eine Temperatur, die nicht mehr weit von der Zündtemperatur entfernt ist. Es genügt nunmehr eine verhältnismäßig kleine weitere Temperaturerhöhung durch die Zündvorrichtung18 , um die gesteuerte Explosion auszulösen. Die dabei freigesetzte thermische und mechanische Energie wird von den die Munition umgebenden Stahlkugeln aufge nommen und zum Teil an die Wände3 des Gehäuses2 weitergegeben, die hierzu in einer bestimmten, weiter unter näher erläuterten Weise ausgebildet sind. Die mit der Explosion verbundenen und ggf. nachfolgenden Reaktionen sind abgeschlossen, wenn die das Wanderbett16 bildenden Materialien in den unteren Austragabschnitt4 des Gehäuses2 eintreten. Hier enthält das Wanderbett16 also im wesentlichen Stahlkugeln, Metallschrott, der bei der Explosion aus den metallischen Munitionsteilen entstanden ist, ungefährliche Chemikalien als Reaktionsprodukte und ggf. Gase. Diese Mischung wird über das Austrag-Sammelgehäuse6 in der oben schon geschilderten Weise ausgetragen, wobei eventuell vorhandende Gase über die Gaseinlaß-/Auslaßöffnung8 abgezogen werden. - Das Wanderbett
16 wirkt bei den oben geschilderten Vorgängen nicht nur druckstoßdämpfend; vielmehr dienen die über die Schüttgut-Abscheideeinrichtung20 und die Leitung21 rezirkulierten Stahlkugeln gleichzeitig als regenerativer Wärmetauscher bzw. Wärmespeicher. Dieser vermindert den Energiebedarf, der zur Erwärmung der Munition bis nahe an die Zündtemperatur erforderlich ist. - Die Schüttgut-Abscheideeinrichtung
20 kann unterschiedliche Bauweisen besitzen: Im oben geschilderten Fall, in dem das Schüttgut aus Stahlkugeln besteht und der in der Explosion entstandene Schrott im wesentlichen aus Eisen, kann sie magnetisch arbeiten. - Statt der Kugeln aus Stahl können als Schüttgut auch Kugeln aus anderem Material, insbesondere keramische Kugeln, eingesetzt werden. Auch eine exakte Kugelform ist nicht erforderlich; es reicht jede Form aus, die zu dem gewünschten ”fließfähigen” Wanderbett
16 führt. - Wird als Material für das Schüttgut ein Metall verwendet, kann statt der mit einem Lichtbogen arbeitenden Zündvorrichtung
18 auch eine Induktionsspule eingesetzt werden. - Diese ruft in dem Schüttgut wärmeerzeugende Wirbelströme hervor, die dann für die zur Zündung erforderliche Temperatur sorgen. Bei energiereichen Materialien kann unter Umständen auf eine gesonderte Zündvorrichtung vollständig verzichtet werden, da die zur Reaktionseinleitung erforderliche Temperatur ohne äußere Energiezufuhr aus der Reaktionswärme im Wanderbett
16 erreicht wird. - Wie schon oben erwähnt wurde, muß die Wandung
3 des Gehäuses2 erhebliche thermische und mechanische Belastungen aushalten; darüber hinaus können die im Wanderbett16 stattfindenden Explosion mit einer erheblichen Geräuschentwicklung verbunden sein, so daß eine schalldämmende Eigenschaft der Wand3 erwünscht ist. Hierzu besitzt die Wand3 den in2 schematisch dargestellten Aufbau:
Radial innerhalb eines äußeren, herkömmlichen Druckmantels25 aus Metall befindet sich eine schallabsorbierende Zwischenschicht26 , die z. B. aus Sand oder Holz bestehen kann. Die schallabsorbierende Zwischenschicht26 ist über eine metallische Schale27 von einer weiteren Zwischenschicht28 getrennt, die aus einem elastischen Medium, im dargestellten Beispiel aus Gummi, besteht. Die elastische Zwischenschicht28 wird durch eine Vielzahl achsparalleler Temperierbohrungen29 durchzogen. Durch diese Temperierbohrungen29 wird je nach Bedarf ein Temperiermittel (Kühlmittel oder Heizmittel) geleitet, welches zur Aufrechterhaltung einer bestimmten Temperatur in einem bestimmten Abschnitt des Gehäuses2 erforderlich ist. - Die radial am weitesten innenliegende Schicht der Wand
3 ist eine verschleißfeste Schale30 , welche aufgrund ihrer Eigenelastizität verformbar ist und aufgrund von achsparallelen Sicken31 in dem Sinne ”atmen” kann, als sie unter dem Einfluß von inneren Druckstößen ihren Durchmesser verändern kann. Die verschleißfeste Schale30 stützt sich dabei an der elastischen Zwischenschicht28 ab, welche letztendlich die Deformationsenergie aufnimmt.
Claims (25)
- Verfahren zur Entsorgung von Munition, bei dem diese in einem druckfesten Gehäuse unter kontrollierten Bedingungen zur Auslösung einer Explosion gebracht wird, deren Endprodukte ungefährlich sind, dadurch gekennzeichnet, daß die Munition bei einer Temperatur, die unterhalb der Zündtemperatur liegt, mit einem Schüttgut vermischt wird, mit dem zusammen sie ein Wanderbett (
16 ) bildet, wobei die Explosion in einem gewissen Abstand von der Oberfläche im Inneren des Wanderbetts (16 ), wo die Temperatur die Zündtemperatur erreicht, ausgelöst wird. - Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als Schüttgut Kugeln verwendet werden.
- Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß Kugeln aus Stahl verwendet werden.
- Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß Kugeln aus Keramik verwendet werden.
- Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Reaktion durch externe Wärmezufuhr eingeleitet wird.
- Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die externe Wärme durch verlorene Zündhilfen zugeführt wird.
- Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die externe Wärme durch einen Lichtbogen zugeführt wird.
- Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß elektrisch leitendes Schüttgut verwendet wird und die Wärme induktiv zugeführt wird.
- Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Schüttgut aus der aus dem Wanderbett (
16 ) austretenden Materialmischung abgeschieden und zumindest teilweise wieder dem Eingang des Wanderbettes (16 ) zugeführt wird. - Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß dem Wanderbett Hilfsstoffe, insbesondere Brennstoffe, Luft, Temperiergas, Chemikalien, Chemisorbentien, zugeführt werden.
- Vorrichtung zur Entsorgung von Munition mit einem druckfesten Gehäuse, in dem die Munition unter kontrollierten Bedingungen zur Auslösung einer Explosion bringbar ist, deren Endprodukte ungefährlich sind, dadurch gekennzeichnet, daß in dem Gehäuse (
2 ) ein sich von oben nach unten bewegendes Wanderbett (16 ) im dynamischen Gleichgewicht zwischen der Zufuhr eines Schüttgutes und der Munition einerseits und dem Austrag einer Mischung aus Schüttgut und der Explosion entstammenden Reststoffen andererseits ausgebildet ist, wobei in der Nähe der Einlassöffnung (14 ) für die Munition eine Temperatur herrscht, die unter der Zündtemperatur liegt, und wobei eine Einrichtung (18 ) vorgesehen ist, welche dafür sorgt, daß die Explosion erst in einem gewissen Abstand von der Oberfläche im Inneren des Wanderbettes (16 ) ausgelöst wird, indem dort die Zündtemperatur erreicht wird. - Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß unterhalb der Oberfläche des Wanderbetts (
16 ) eine Zündvorrichtung (18 ) vorgesehen ist. - Vorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Zündvorrichtung (
18 ) Elektroden umfaßt, zwischen denen ein Lichtbogen erzeugbar ist. - Vorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Zündvorrichtung (
18 ) eine Induktionsspule umfaßt, mit welcher das Wanderbett (16 ) induktiv erwärmbar ist. - Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß eine Kühleinrichtung vorgesehen ist, mit welcher das Temperaturprofil im Wanderbett (
16 ) in Durchströmungsrichtung einstellbar ist. - Vorrichtung nach einem der Ansprüche 11 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß sie eine Schüttgut-Abscheideeinrichtung (
20 ) umfaßt, der die das Wanderbett (16 ) verlassende Materialmischung zuführbar ist und aus dieser das Schüttgut abtrennt, wobei der Schüttgut-Auslaß dieser Schüttgut-Abscheideeinrichtung (20 ) mit dem Schütt gut-Einlaß (12 ) des Gehäuses (2 ) verbunden ist. - Vorrichtung nach einem der Ansprüche 11 bis 16, dadurch gekennzeichnet, daß das Gehäuse (
2 ) mindestens einen zusätzlichen Einlaß (11 ,13 ,15 ) zur Zufuhr von Hilfsstoffen, insbesondere von Brennstoffen, Luft, Temperiergas, Chemikalien, Chemiesorbentien, aufweist. - Vorrichtung nach einem der Ansprüche 11 bis 17, dadurch gekennzeichnet, daß eine Saugeinrichtung vorgesehen ist, welche das Innere des Gehäuses (
2 ) unter Unterdruck hält. - Vorrichtung nach einem der Ansprüche 11 bis 18, dadurch gekennzeichnet, daß die Wand (
3 ) des Gehäuses (2 ) von außen nach innen folgende Schichten umfaßt: a) einen Druckmantel (25 ); b) eine schallabsorbierende Schicht (26 ); c) eine elastische Schicht (28 ); d) eine von der elastischen Schicht (28 ) abgestützte verformbare Schale (30 ) aus verschleißfestem Material. - Vorrichtung nach Anspruch 19, dadurch gekennzeichnet, daß die schallabsorbierende Schicht (
26 ) aus Sand besteht. - Vorrichtung nach Anspruch 19, dadurch gekennzeichnet, daß die schallabsorbierende Schicht aus Holz besteht.
- Vorrichtung nach einem der Ansprüche 19 bis 21, dadurch gekennzeichnet, daß die elastische Schicht (
28 ) aus einem Elastomer besteht. - Verfahren nach einem der Ansprüche 19 bis 21, dadurch gekennzeichnet, daß die elastische Schicht (
28 ) aus einem komprimierten Fluid besteht. - Vorrichtung nach einem der Ansprüche 19 bis 23, dadurch gekennzeichnet, daß Temperierkanäle (
29 ) durch die elastische Schicht (28 ) hindurchgeführt sind. - Vorrichtung nach einem der Ansprüche 19 bis 24, dadurch gekennzeichnet, daß die verschleißfeste Schale (
30 ) mit Einrichtungen (31 ) versehen ist, welche eine elastische Durchmesserveränderung der Schale (30 ) ermöglichen.
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