DE19911414C1 - Fahrzeug - Google Patents
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Abstract
Bei einem Fahrzeug mit wenigstens einer Tür (3), die von einer automatischen Türsteuerung Öffnungsbefehle (TA¶2¶) und Schließbefehle erhält, und mit einer Klimaanlage und/oder einer Heizungs-Lüftungsanlage, bei deren Betrieb eine betrieblich bedingte Druckdifferenz (DELTAp¶B¶) zwischen einem gewünschten Luftdruck (p¶A¶) außerhalb des Fahrzeugs (1) entsteht, ist erfindungsgemäß vorgesehen, daß bei Abgabe eines Freigabebefehls (TA¶1¶) für die Öffnung der Tür (1) die betrieblich bedingte Druckdifferenz (DELTAp¶B¶) bis auf einen vorgebbaren Grenzwert (DELTAp¶OE¶) absenkbar ist und daß bei Abgabe eines Schließbefehls für die Tür (3) und/oder einer Geschlossen-Meldung für die Tür (3) der betrieblich gewünschte Luftdruck (p¶I¶) im Fahrzeuginneren nach einer vorgebbaren Zeitdauer (DELTAt) wieder aufbaubar ist.
Description
Die Erfindung betrifft ein Fahrzeug, insbesondere ein Nahver
kehrsschienenfahrzeug, mit wenigstens einer Tür, die von ei
ner automatischen Türsteuerung Öffnungsbefehle und Schließbe
fehle erhält, und mit einer Klimaanlage und/oder einer Hei
zungs-Lüftungsanlage, bei deren Betrieb eine betrieblich be
dingte Druckdifferenz zwischen einem betrieblich gewünschten
Luftdruck im Fahrzeuginneren und dem Luftdruck außerhalb des
Fahrzeugs entsteht.
Bei derartigen Schienenfahrzeugen ist es dem Fahrzeugführer
möglich, vom Führerstand aus sämtliche Türen des Fahrzeugs
automatisch zu schließen und zu öffnen bzw. die Bedienung der
Türen für die Fahrgäste freizugeben. Der jeweilige Türantrieb
erfolgt durch elektrische, pneumatische oder hydraulische An
triebe.
Bei Fahrzeugen mit einem relativ dichten Wagenkasten bzw. bei
knappen Abluftauslässen kann durch den Betrieb der Klimaanla
ge bzw. der Heizungs-Lüftungsanlage die betrieblich bedingte
Druckdifferenz zwischen dem gewünschten Luftdruck im Fahr
zeuginneren und dem Luftdruck außerhalb des Fahrzeugs relativ
große Werte annehmen. Dadurch können die Antriebe beim Öffnen
und beim Schließen der Türen relativ stark belastet werden.
Dies erweist sich als ungünstig für die Wartung und Lebens
dauer der Türmechanik sowie der elektrischen Ausrüstung der
Tür.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es deshalb, ein Fahr
zeug der eingangs genannten Art zu schaffen, daß auch beim
Betrieb einer Klimaanlage und/oder einer Heizungs-Lüftungs
anlage die Funktionsfähigkeit der automatischen Türsteuerung
nicht beeinträchtigt wird.
Die Aufgabe wird bei einem Fahrzeug gemäß Oberbegriff des An
spruchs 1 dadurch gelöst, daß bei Abgabe eines Freigabebe
fehls für die Öffnung der Tür die betrieblich bedingte Druck
differenz bis auf einen vorgebbaren Grenzwert absenkbar ist
und daß bei Abgabe eines Schließbefehls für die Tür und/oder
einer Geschlossen-Meldung für die Tür der betrieblich ge
wünschte Luftdruck im Fahrzeuginneren nach einer vorgebbaren
Zeitdauer wieder aufbaubar ist.
Durch die Absenkung der betrieblich bedingten Druckdifferenz
auf einen vorgebbaren Grenzwert wird sichergestellt, daß beim
Öffnen der Tür aufgrund eines Öffnungsbefehls, der zeitlich
nach dem Freigabebefehl für die Öffnung der Tür liegt, die
automatische Türsteuerung nicht beeinträchtigt wird. Weiter
hin wird dadurch, daß bei Abgabe des Schließbefehls für die
Tür und/oder einer Geschlossen-Meldung für die Tür, unter
Einhaltung einer vorgebbaren Zeitdauer, der betrieblich ge
wünschte Luftdruck wieder aufgebaut wird, eine optimale Kli
matisierung bzw. Beheizung und/oder Belüftung des Fahrzeugin
nenraums sichergestellt. Insbesondere wird durch den vermin
derten Luftaustritt aus dem Fahrzeug der für die Klimatisie
rung erforderliche Energieverbrauch reduziert.
Bereits in Betrieb genommene Fahrzeuge können durch die er
findungsgemäße Maßnahme auf einfache Weise umgerüstet bzw.
nachgerüstet werden.
Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung ist
der Abbau der betrieblich bedingten Druckdifferenz durch eine
gesteuerte Drehzahlverminderung des Ventilators der Klimaan
lage bzw. der Heizungs-Lüftungsanlage auslösbar. Die Reduzie
rung der Drehzahl des Ventilators (erforderlichenfalls bis
zum Stillstand des Ventilators) erfolgt mindestens so lange,
bis durch eine Sensoreinrichtung für die Druckdifferenz das
Erreichen des vorgebbaren Grenzwertes gemeldet wird. Damit
ist hinsichtlich der betrieblich bedingten Druckdifferenz ein
genau definierter Betrieb möglich und ein Schließen der Türen
gegen einen zu hohen Luftdruck im Fahrzeuginneren wird ver
mieden.
Eine alternative Variante des erfindungsgemäßen Fahrzeugs er
hält man dadurch, daß der Abbau der betrieblich bedingten
Druckdifferenz durch eine gesteuerte Drehzahlreduzierung des
Ventilators der Klimaanlage bzw. der Heizungs-Lüftungsanlage
für eine vorwählbare Zeitdauer nach dem Freigabebefehl für
die Öffnung der Tür erfolgt. Damit wird ein technisch einfach
realisierbarer Aufbau erreicht.
Bei einer weiteren Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Fahr
zeugs ist der Abbau der betrieblich bedingten Druckdifferenz
zwischen dem gewünschten Luftdruck im Fahrzeuginneren und dem
Luftdruck außerhalb des Fahrzeugs (Umgebungsluftdruck) unter
Umständen durch ein Reversieren des Ventilators der Klimaan
lage bzw. der Heizungs-Lüftungsanlage in Abhängigkeit vom
Aufbau der Klimaanlage bzw. der Heizungs-Lüftungsanlage mög
lich. Dadurch wird die Zeitdauer zwischen Abgabe des Freiga
bebefehls für die Öffnung der Tür und dem Öffnungsbefehl für
die tatsächlichen Öffnung der Tür minimiert.
Damit ein schnellstmögliches Öffnen der Tür bei einem Notfall
möglich ist, kann durch einen entsprechenden Notöffnungsbe
fehl ein Ansteuern der Türsteuerung ohne Zeitverzug ermög
licht werden.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend anhand
der Zeichnung näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 ein Schienenfahrzeug in vereinfachter Darstellung,
Fig. 2 den zeitlichen Verlauf der Druckdifferenz beim Öff
nen der Tür,
Fig. 3 den zeitlichen Verlauf des Freigabebefehls für die
Öffnung der Tür
Fig. 4 den zeitlichen Verlauf des Öffnungsbefehls für die
Tür.
In Fig. 1 ist mit 1 ein Schienenfahrzeug bezeichnet, das auf
einem Gleis 2 spurgeführt ist. Das Schienenfahrzeug 1 weist
Türen auf, durch die Fahrgäste den Innenraum des Schienen
fahrzeugs 1 betreten bzw. den Innenraum verlassen können. Aus
Gründen der Übersichtlichkeit ist in Fig. 1 nur eine Tür 3
dargestellt.
Das Schienenfahrzeug 1 weist im dargestellten Ausführungsbei
spiel ferner eine Klimaanlage 4 auf. Mit Hilfe der Klimaanla
ge 4 wird insbesondere das Überschreiten unzumutbarer Tempe
raturen im Inneren des Schienenfahrzeugs 1 verhindert. Wei
terhin kann durch die Klimaanlage 4 beispielsweise auch die
Luftfeuchtigkeit geregelt werden. Die Klimaanlage 4 umfaßt
einen Ventilator 5, der im regulären Betrieb Luft aus der Um
gebung ansaugt (Pfeil 6), diese auf die gewünschte Temperatur
kühlt bzw. erwärmt und in den Innenraum des Schienenfahrzeugs
1 einbringt. Aus dem Innenraum des Schienenfahrzeugs 1 strömt
die Luft als Abluft (Pfeil 7) über Luftauslässe (z. B. Aus
blasöffnungen, Spalten an der Tür), die aus Gründen der Über
sichtlichkeit nicht dargestellt sind, wieder ins Freie.
Sowohl die Klimaanlage 4 als auch die automatisch steuerbare
Tür 3 wird im dargestellten Ausführungsbeispiel durch eine
gemeinsame Steuereinrichtung 8 betätigt. Es versteht sich in
diesem Zusammenhang von selbst, daß der Fahrzeugführer auf
die Steuereinrichtung 8 bei Bedarf Einfluß nehmen kann.
Über eine Sensoreinrichtung, die zumindest einen Drucksensor
9 für den Umgebungsluftdruck pA und zumindest einen Drucksen
sor 10 für den Luftdruck pI im Inneren des Schienenfahrzeugs
1 umfaßt, kann entweder fortlaufend oder zumindest dann, wenn
die Tür 3 des Schienenfahrzeugs 1 geöffnet bzw. geschlossen
werden soll, die betrieblich bedingte Druckdifferenz ΔpB zwi
schen dem Luftdruck PI im Fahrzeuginneren und dem Luftdruck
pA außerhalb des Schienenfahrzeugs 1 ermittelt und an die
Steuereinrichtung 8 gemeldet werden. Dies ermöglicht die fol
genden beiden Betriebsarten, die in den Diagrammen gemäß den
Fig. 2 bis 4 für das Öffnen der Tür 3 gezeigt sind. Signifi
kante Zusammenhänge zwischen den drei Diagrammen sind dabei
durch gestrichelte Linien dargestellt.
Das Diagramm in Fig. 2 zeigt, daß im Fahrbetrieb des Schienen
fahrzeugs 1 eine betrieblich bedingte Druckdifferenz ΔpB auf
tritt, die der Einfachheit halber als konstant, jedoch als
nicht unbeträchtlich angenommen wird.
Zu einem Zeitpunkt t1 wird vom Fahrzeugführer ein Freigabebe
fehl TA1 für die Öffnung der Tür 3 ausgelöst, wie dies im
Diagramm gemäß Fig. 3 entnehmbar ist. Damit wird der Ventila
tor 5 der Klimaanlage 4 zumindest in seiner Drehzahl redu
ziert, unter Umständen sogar reversiert. Die betrieblich be
dingte Druckdifferenz ΔpB, die von den Drucksensoren 9 und 10
der Sensoreinrichtung gemessenen wird, sinkt dadurch ab. Dies
ist im Diagramm gemäß Fig. 2 durch eine fallende Flanke bei
der betrieblich bedingten Druckdifferenz ΔpB angedeutet. So
bald von der Sensoreinrichtung das Erreichen eines vorgebba
ren Grenzwertes ΔpOE für die betrieblich bedingte Druckdiffe
renz ΔpB gemeldet wird, erfolgt durch die Abgabe eines Öff
nungsbefehls TA2 die tatsächliche Öffnung der Tür 3 zum Zeit
punkt t2, der gegenüber dem Zeitpunkt t1 einen Zeitverzug Δt
aufweist. Dies ist im Diagramm gemäß Fig. 4 dargestellt.
Durch entsprechende Meßreihen bzw. durch Erfahrungswerte kann
der Zeitverzug Δt zwischen den aufeinanderfolgenden Zeit
punkten t1 und t2 festgestellt werden. Dadurch ist es auch
möglich, alternativ zu der vorstehend beschriebenen Betriebs
art, auf die Sensoreinrichtung zu verzichten und allein die
sen Zeitverzug Δt für die Steuerung der Tür 3 zu verwenden.
Der Öffnungsbefehl TA2 für die Öffnung der Tür 3 liegt bei
dieser zweiten Betriebsart damit immer um einen konstanten
Zeitverzug Δt nach dem Freigabebefehl TA1 für die Öffnung der
Tür 3.
Claims (5)
1. Fahrzeug, insbesondere Nahverkehrsschienenfahrzeug, mit
wenigstens einer Tür (3), die von einer automatischen Tür
steuerung Öffnungsbefehle (TA2) und Schließbefehle erhält,
und mit einer Klimaanlage (4) und/oder einer Heizungs-
Lüftungsanlage, bei deren Betrieb eine betrieblich bedingte
Druckdifferenz (ΔpB) zwischen einem betrieblich gewünschten
Luftdruck (pI) im Fahrzeuginneren und dem Luftdruck (pA) au
ßerhalb des Fahrzeugs entsteht,
dadurch gekennzeichnet,
daß bei Abgabe eines Freigabebefehls (TA1) für die Öffnung
der Tür (3) die betrieblich bedingte Druckdifferenz (ΔpB) bis
auf einen vorgebbaren Grenzwert (ΔpOE) absenkbar ist und daß
bei Abgabe eines Schließbefehls für die Tür (3) und/oder ei
ner Geschlossen-Meldung für die Tür (3) der betrieblich ge
wünschte Luftdruck (pI) im Fahrzeuginneren nach einer vorgeb
baren Zeitdauer (Δt) wieder aufbaubar ist.
2. Fahrzeug nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Abbau der betrieblich bedingten Druckdifferenz (ΔpB)
durch ein gesteuertes Abschalten des Ventilators (5) der Kli
maanlage (4) und/oder der Heizungs-Lüftungsanlage auslösbar
ist, wobei dieses Abschalten mindestens so lange erfolgt, bis
durch eine Sensoreinrichtung (9, 10) für die betrieblich be
dingte Druckdifferenz (ΔpB) das Erreichen des Grenzwertes
(ΔpOE) gemeldet wird.
3. Fahrzeug nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Abbau der betrieblich bedingten Druckdifferenz (ΔpB)
durch Abschalten des Ventilators (5) der Klimaanlage (4)
und/oder der Heizungs-Lüftungsanlage für eine vorwählbare
Zeitdauer (Δt) auslösbar ist.
4. Fahrzeug nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Abbau der betrieblich bedingten Druckdifferenz (ΔpB)
durch Reversieren des Ventilators (5) der Klimaanlage (4)
und/oder der Heizungs-Lüftungsanlage beschleunigbar ist.
5. Fahrzeug nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß durch einen Notöffnungsbefehl ein Öffnen der Tür (3) ohne
Zeitverzug erfolgt.
Priority Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DE1999111414 DE19911414C1 (de) | 1999-03-15 | 1999-03-15 | Fahrzeug |
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| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19911414C1 (de) |
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-
1999
- 1999-03-15 DE DE1999111414 patent/DE19911414C1/de not_active Expired - Fee Related
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