DE19909200C1 - Verfahren zur Herstellung von N-Phosphonomethyliminodiessigsäure - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von N-PhosphonomethyliminodiessigsäureInfo
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Abstract
Es wird ein Verfahren zur Herstellung von N-Phosphonomethyliminodiessigsäure durch Umsetzung von Iminodiessigsäure mit phosphoriger Säure und Formaldehyd in wäßriger Lösung in Gegenwart einer starken Mineralsäure beschrieben, welches dadurch gekennzeichnet ist, daß man die Reaktion bei einer Temperatur von 110 bis 150 DEG C unter Schutzgasatmosphäre durchführt. Die Hauptvorteile dieses Verfahrens stellen die hohen Ausbeuten und Reinheiten bzgl. der N-Phosphonomethyliminodiessigsäure sowie der nahezu stöchiometrische Bedarf an Edukten und die damit verbundenen geringeren Abfallmengen dar.
Description
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von
N-Phosphonomethyliminodiessigsäure ausgehend von Iminodiessigsäure.
N-Phosphonomethyliminodiessigsäure stellt bekanntermaßen eine wichtige
Zwischenverbindung zur Herstellung von N-Phosphonomethylglycin
(Glyphosate) dar. Entsprechend dem Stand der Technik erfolgt die
Herstellung von N-Phosphonomethyliminodiessigsäure durch Umsetzung
von Iminodiessigsäure mit Formaldehyd und phosphoriger Säure in
Gegenwart von starken Mineralsäuren, wobei als Mineralsäuren Salzsäure
oder Schwefelsäure bevorzugt eingesetzt werden.
Nachteilig bei den bisher bekannten Verfahren ist die Tatsache, daß
bislang erhebliche Überschüsse an allen beteiligten
Reaktionskomponenten bezogen auf die Iminodiessigsäure benötigt
werden, um zufriedenstellende Ausbeuten erzielen zu können. So werden
bspw. beim Verfahren gemäß WO 94/15 939 1,07 Äquivalente phosphorige
Säure, 1,24 Äquivalente Formaldehyd und 1,04 Äquivalente Schwefelsäure
pro Äquivalent Iminodiessigsäure eingesetzt, wobei isolierte Ausbeuten
von durchschnittlich ca. 90% und Reinheiten von ca. 96% erzielt werden.
Hierbei entsteht als dominierendes Nebenprodukt N-Methyliminodiessig
säure, welche durch reduktive Alkylierung von Iminodiessigsäure entsteht.
Eine Ausbeutesteigerung auf ca. 95% ist beim Verfahren gemäß der WO
94/15 939 zwar möglich, allerdings nur bei Zugabe von 1,40 Äquivalenten
anstelle von 1,07 Äquivalenten an phosphoriger Säure, d. h. in 40%igem
Überschuß. Neben den höheren Rohstoffkosten besteht ein weiterer
gravierender Nachteil darin, daß deutlich höhere Abfallmengen anfallen,
die ggf. aufwendig entsorgt oder aufgereinigt werden müssen.
Der vorliegenden Erfindung lag daher die Aufgabe zugrunde, ein
Verfahren zur Herstellung von N-Phosphonomethyliminodiessigsäure durch
Umsetzung von Iminodiessigsäure mit Formaldehyd und phosphoriger
Säure in Gegenwart von starken Mineralsäuren zu entwickeln, welches die
genannten Nachteile des Standes der Technik nicht aufweist, sondern auch
mit stöchiometrischen bzw. nahezu stöchiometrischen Mengen an
Ausgangsmaterialien die Herstellung von N-Phosphonomethylimino
diessigsäure in hohen Ausbeuten und hohen Reinheiten ermöglicht.
Diese Aufgabe wurde erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß man die
Reaktion bei einer Temperatur von 110 bis 150°C unter
Schutzgasatmosphäre durchführt.
Es hat sich hierbei nämlich überraschenderweise gezeigt, daß die
Umsetzung bei höheren Temperaturen im Vergleich zum Stand der Technik
zu einer deutlichen Ausbeutesteigerung führt und gleichzeitig weniger
Nebenprodukte bspw. in Form von N-Methyliminodiessigsäure gebildet
werden. Diese Ergebnisse sind deshalb so überraschend, da
Temperaturerhöhungen bei chemischen Mehrkomponentenreaktionen im
allgemeinen mit einer Zunahme der Nebenproduktbildung verbunden sind,
was im übrigen durch die WO 94/15 939 bestätigt wird (vgl. S. 4,
3. Abschnitt).
Beim Verfahren entsprechend der vorliegenden Erfindung erfolgt die
Umsetzung von Iminodiessigsäure mit phosphoriger Säure und
Formaldehyd in wäßriger Lösung in Gegenwart einer starken Mineralsäure
wie z. B. Schwefelsäure oder Salzsäure, wobei die Verwendung von
Schwefelsäure als bevorzugt anzusehen ist. Formaldehyd wird
vorzugsweise in Form einer 25 bis 60%igen, insbesondere 30%igen,
wäßrigen Lösung und phosphorige Säure vorzugsweise als 50 bis 85%ige
wäßrige Lösung eingesetzt.
Es ist als erfindungswesentlich anzusehen, daß die Reaktion bei
Temperaturen zwischen 110 und 150°C, vorzugsweise 125 bis 140°C,
durchgeführt wird. Nur auf diese Weise ist es möglich, ausgehend von
stöchiometrischen bzw. nahezu stöchiometrischen Mengen an
Ausgangsmaterialien hohe Ausbeuten und eine geringe
Nebenproduktbildung zu erzielen. Vorzugsweise werden pro Äquivalent
Iminodiessigsäure jeweils 1,0 bis 1,1, insbesondere 1,0 bis 1,05,
Äquivalente an Formaldehyd und phosphoriger Säure eingesetzt. Der Anteil
an starker Mineralsäure (bezogen auf Iminodiessigsäure) liegt
vorzugsweise bei 0,6 bis 1,1, insbesondere 0,9 bis 1,0, Äquivalenten pro
Äquivalent Iminodiessigsäure.
Der Konzentrationsbereich in der wäßrigen Reaktionslösung kann in weiten
Grenzen variiert werden, doch hat es sich aus Gründen der
Wirtschaftlichkeit als besonders vorteilhaft erwiesen, die Reaktion in einem
Konzentrationsbereich von 10 bis 50 Gew.-% bezogen auf die Menge der
eingesetzten Iminodiessigsäure durchzuführen.
Es ist desweiteren als erfindungswesentlich anzusehen, daß die Umsetzung
unter Schutzgasatmosphäre erfolgt, wobei aus Kostengründen Stickstoff als
Schutzgas bevorzugt eingesetzt wird. Es ist jedoch ohne weiteres möglich,
anstelle von Stickstoff auch Edelgase wie z. B. Argon oder Neon zu
verwenden.
Nach Abschluß der Reaktion, die in der Regel nach 1 bis 5 Stunden beendet
ist, wird die N-Phosphonomethyliminodiessigsäure nach bekannten
Methoden aufgearbeitet. Hierzu verdünnt man bspw. das Reaktionsgemisch
mit Wasser und läßt danach die N-Phosphonomethyliminodiessigsäure
auskristallisieren. Anschließend wird das Produkt bspw. durch Filtration
abgetrennt, ggf. mit Wasser gewaschen und getrocknet. Hierbei fällt die
N-Phosphonomethyliminodiessigsäure als weißer, feinkristalliner und sehr
gut filtrierbarer Feststoff an, wobei die isolierte Ausbeute bei ca. 93%, die
Reinheit bei < 98% und der Gesamtumsatz bei ca. 95% liegen. Der
Nebenproduktanteil an N-Methyliminodiessigsäure liegt bei < 2,5%,
insbesondere < 1,3%.
Die hohen Ausbeuten und Reinheiten bzgl. der N-Phosphonomethylimino
diessigsäure sowie der nahezu stöchiometrische Bedarf an Edukten und die
damit geringeren Abfallmengen stellen die Hauptvorteile des
erfindungsgemäßen Verfahrens dar.
Die nachfolgenden Beispiele sollen die Erfindung näher veranschaulichen.
Gemäß Beispiel 3 der WO 94/15 939 wird zur PMIDA-Synthese eine
Mischung von 11,2 g Wasser (0,623 mol), 49,8 g konzentrierter
Schwefelsäure (98%ig; 0,498 mol), 66,5 g Iminodiessigsäure (IDA)
(95,4%ig; 0,479 mol) und 42,6 g phosphoriger Säure (99%ig; 0,514 mol)
erhaltene Reaktionsmischung auf 115°C erhitzt. Bei dieser Temperatur wird
dann innerhalb von 2 h 48,2 g Formaldehyd (37%ig; 0,594 mol) zugetropft.
Während der Zugabe wird die Temperatur zwischen 110 und 120°C
gehalten. Anschließend läßt man 1 h bei 115°C reagieren und kühlt danach
auf 90°C ab. Bei 90°C wird dann innerhalb von 1 h 92,0 g
Verdünnungswasser zugegeben. Nach der weiteren, in der WO 94/15 939
beschriebenen Aufarbeitung wird N-Phosphonomethyliminodiessigsäure
(PMIDA) mit einer isolierten Ausbeute von 89,6% (Reinheit 95,6%)
erhalten, bei einem Gesamtumsatz von 93,0% bezogen auf PMIDA.
Bei der Wiederholung dieses Literaturbeispiels wurde zusätzlich der
Nebenproduktanteil an N-Methyliminodiessigsäure (MIDA) bestimmt.
Dabei wurde ein MIDA-Nebenproduktanteil von 3,9% gefunden.
Analog Beispiel 1 wird die ausgehend von 0,623 mol Wasser, sowie
äquimolaren Mengen an konzentrierter Schwefelsäure, Iminodiessigsäure
und phosphoriger Säure (jeweils 0,50 mol) erhaltene Reaktionsmischung
auf 115°C erhitzt. Bei dieser Temperatur wird dann innerhalb von 2 h
Formaldehyd in 1,10 molarem Überschuß (30%ig; 0,55 mol) zugetropft.
Anschließend wird 1 h bei 115°C reagieren gelassen. Nach Abkühlen auf
90°C wird bei dieser Temperatur innerhalb von 1 h 92,0 g
Verdünnungswasser zugegeben. Die weitere Aufarbeitung erfolgt wie in
der WO 94/15 939 beschrieben.
Dabei wird N-Phosphonomethyliminodiessigsäure (PMIDA) mit einer
isolierten Ausbeute von 84,1% (Reinheit 97,4%) erhalten, bei einem
Gesamtumsatz von 88,0% bezogen auf PMIDA. Der Nebenproduktanteil an
MIDA liegt bei 4,6%.
Zu einer Mischung aus 49,0 g konz. Schwefelsäure (98%ig; 0,49 mol) und
11,2 g Wasser werden 66,9 g Iminodiessigsäure (IDA; 99,5%ig; 0,5 mol)
und 42,9 g phosphorige Säure (99,5%ig; 0,5 mol) hinzugefügt. Das
Reaktionsgemisch wird unter Schutzgasatmosphäre (Stickstoff) auf 130°C
aufgeheizt (siedet nicht) und anschließend werden bei dieser Temperatur
55,0 g einer 30%igen wäßrigen Formaldehyd-Lösung (0,55 mol) innerhalb
von 2 h unter Beibehaltung der Schutzgasatmosphäre langsam zugetropft.
Dabei beginnt nach Zugabe von einigen Millilitern Lösung etwas Wasser zu
refluxieren und die Temperatur des Reaktionsgemisches fällt im Verlauf der
weiteren Formalinzugabe auf 116°C ab (nach ca. 75 Min. bildet sich ein
weißer Niederschlag). Nach beendeter Zugabe wird die
Reaktionstemperatur noch 2 h bei 116°C gehalten und anschließend auf
90°C innerhalb von 1 h abgesenkt. Zu der Reaktionsmischung werden
92,0 g Wasser zur Verdünnung innerhalb von 1 h zugefügt. Nach dem
Abkühlen des Reaktionsgemisches wird die auskristallisierte PMIDA
abfiltriert, 2 × mit je 30 ml Wasser gewaschen und bei 70°C im
Vakuumtrockenschrank getrocknet. Das PMIDA-Produkt fällt als weißer,
fein kristalliner und sehr gut filtrierbarer Feststoff an.
Dabei wird N-Phosphonomethyliminodiessigsäure (PMIDA) mit einer
isolierten Ausbeute von 91,8% (Reinheit 98,1%) erhalten, bei einem
Gesamtumsatz von 92,4% bezogen auf PMIDA. Der Nebenproduktanteil an
MIDA liegt bei 2,1%.
Man geht analog Beispiel 3 vor, jedoch mit dem Unterschied, daß 0,52 mol
phosphorige Säure sowie 0,50 mol Formalin (30%ig) verwendet werden,
entsprechend einem 1,04 molaren Überschuß an phosphoriger Säure und
einer exakt stöchiometrischen Menge (1,00 Äquivalente) an Formalin
bezogen auf IDA.
Dabei wird N-Phosphonomethyliminodiessigsäure (PMIDA) mit einer
isolierten Ausbeute von 91,1% (Reinheit 100,0%) erhalten, bei einem
Gesamtumsatz von 92,6% bezogen auf PMIDA. Der Nebenproduktanteil an
MIDA liegt bei 2,1%.
Man geht analog Beispiel 3 vor, jedoch mit dem Unterschied, daß jeweils
0,52 mol phosphorige Säure sowie Formalin (30%ig) verwendet werden,
entsprechend einem jeweils 1,04 molaren Überschuß an phosphoriger
Säure und Formalin bezogen auf IDA.
Dabei wird N-Phosphonomethyliminodiessigsäure (PMIDA) mit einer
isolierten Ausbeute von 93,0% (Reinheit 100,0%) erhalten, bei einem
Gesamtumsatz von 95,4% bezogen auf PMIDA. Der Nebenproduktanteil an
MIDA liegt bei 1,8%.
Man geht analog Beispiel 5 vor, jedoch mit dem Unterschied, daß die
Ansatzgröße von 0,5 mol auf 2,5 mol erhöht wird.
Dabei wird N-Phosphonomethyliminodiessigsäure (PMIDA) mit einer
isolierten Ausbeute von 91,6% (Reinheit 98,3%) erhalten, bei einem
Gesamtumsatz von 93,9% bezogen auf PMIDA. Der Nebenproduktanteil an
MIDA liegt bei 1,2%.
Man geht analog Beispiel 3 vor, jedoch mit dem Unterschied, daß 0,525 mol
phosphorige Säure sowie 0,50 mol Formalin (30%ig) verwendet werden,
entsprechend einem 1,05 molaren Überschuß an phosphoriger Säure und
einer exakt stöchiometrischen Menge (1,00 Äquivalente) an Formalin
bezogen auf IDA. Darüber hinaus wurde die Reaktionstemperatur von
130°C auf 140°C erhöht.
Dabei wird N-Phosphonomethyliminodiessigsäure (PMIDA) mit einer
isolierten Ausbeute von 90,7% (Reinheit 98,1%) erhalten, bei einem
Gesamtumsatz von 92,3% bezogen auf PMIDA. Der Nebenproduktanteil an
MIDA liegt bei 1,7%.
Claims (11)
1. Verfahren zur Herstellung von N-Phosphonomethyliminodiessigsäure,
durch Umsetzung von Iminodiessigsäure mit phosphoriger Säure und
Formaldehyd in wäßriger Lösung in Gegenwart einer starken
Mineralsäure, dadurch gekennzeichnet, daß man die Reaktion bei
einer Temperatur von 110 bis 150°C unter Schutzgasatmosphäre
durchführt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man
Formaldehyd in Form einer 20 bis 60%igen wäßrigen Lösung
verwendet.
3. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet,
daß die phosphorige Säure in Form einer 50 bis 85%igen wäßrigen
Lösung zum Einsatz kommt.
4. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 3, dadurch gekennzeichnet,
daß man als starke Mineralsäure Schwefelsäure einsetzt.
5. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß
man die Umsetzung bei einer Temperatur von 125 bis 140°C
durchführt.
6. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß
man pro Äquivalent Iminodiessigsäure jeweils 1,0 bis 1,1 Äquivalente
an phosphoriger Säure und Formaldehyd einsetzt.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß man pro
Äquivalent Iminodiessigsäure jeweils 1,0 bis 1,05 Äquivalente an
phosphoriger Säure und Formaldehyd einsetzt.
8. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß
man pro Äquivalent Iminodiessigsäure 0,6 bis 1,1 Äquivalente an
Mineralsäure einsetzt.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß man pro
Äquivalent Iminodiessigsäure 0,9 bis 1,0 Äquivalente an Mineralsäure
einsetzt.
10. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß
man als Schutzgas Stickstoff verwendet.
11. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet,
daß man die Konzentration in der wäßrigen Reaktionslösung auf 10 bis
50 Gew.-% bezogen auf die Menge der eingesetzten
Iminodiessigsäure einstellt.
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Representative=s name: WEICKMANN & WEICKMANN, 81679 MUENCHEN |
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