DE19909924A1 - Verfahren zum Innenhochdruck-Umformen - Google Patents
Verfahren zum Innenhochdruck-UmformenInfo
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Abstract
Ein erfindungsgemäßes Verfahren zum Innenhochdruck-Umformen eines Hohlprofils in einem Umformwerkzeug, bei dem ein Fluid mit hohem Druck in das Hohlprofil eingebracht wird, um dieses über eine plastische Verformung von einem Ausgangszustand (Istmaß) in einen Endzustand (Nennmaß) zu bringen, zeichnet sich dadurch aus, daß ein Untermaß (Differenz zwischen Nennmaß und Istmaß) unabhängig von den weiteren Hohlprofil-Abmessungen als absolutes Maß vorgegeben wird. DOLLAR A Gegenüber der Vorgabe eines prozentualen Untermaßes wird dabei erreicht, daß das Hohlprofil nach erfolgter Umformung in sämtlichen Wandbereichen das geforderte Nennmaß erreicht.
Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Innenhochdruck-Umfor
men eines Hohlprofiles in einem Umformwerkzeug, wobei ein Fluid mit ho
hem Druck in das Hohlprofil eingebracht wird, um dieses über eine plasti
sche Verformung von einem Ausgangszustand (Istmaß) in einen Endzustand
(Nennmaß) zu bringen.
Das Verfahren zum Innenhochdruck-Umformen ist sowohl in der allgemei
nen Literatur als auch in der Patentliteratur eingehend beschrieben und ge
würdigt worden. Beispielhaft sei hier auf die DE 44 41 192 C2 verwiesen, die
sich der Aufgabe widmet, die Verfahrensweise so auszugestalten, daß eine
exakte Regelung der Umformparameter, insbesondere des Innendruckes,
erfolgen kann.
Das Innenhochdruck-Umformen wird beispielsweise auch zum Kalibrieren
von Strangpreßprofilen eingesetzt. Da solche Profile nur mit einer begrenz
ten maßlichen Genauigkeit gefertigt werden können, ist eine nachfolgende
Kalibrierung häufig unumgänglich. Zu diesem Zweck wird das Strangpreß
profil beträchtlich unter dem geforderten Nennmaß gefertigt (Untermaß!), um
beim nachfolgenden Innenhochdruckumformen eine Verformung im plasti
schen Bereich zu gewährleisten.
Nach bekanntem Stand der Technik wird ein der Bauteilgeometrie entspre
chendes prozentuales Untermaß gewählt. Nun wurde erkannt, daß diese
Vorgehensweise nicht immer geeignet ist, beim Umformen eine Dehnung im
plastischen Bereich in einem Maße zu ermöglichen, wie sie zum Erreichen
des Nennmaßes nötig wäre. Anhand Fig. 1 läßt sich dies näher erläutern:
Dabei ist ein Hohlprofil 1, hier mit einen Steg 2 versehen, in ein Werkzeug 3
eingelegt, wobei die Hohlräume von einem Fluid mit hohem Druck PI
beaufschlagt werden, um das Hohlprofil 1 letztlich so weit aufzuweiten, daß
es sich an die Innenwand 4 des Werkzeuges 3 anlegt. Wie der mit
strichpunktierten Linie 5 angedeutete Endzustand des Hohlprofiles 1
verdeutlicht, gelingt dies mit der Vorgehensweise nach dem Stand der
Technik nicht in optimaler Weise.
So legen sich bei steigendem Fluiddruck PI zunächst die mittigen Abschnitte
der Seitenwände (9-12) an die Werkzeuggravur an. Aufgrund des hohen
Fluiddruckes PI und der damit verbundenen Normalkraft FN, die für eine
große Reibungskraft zwischen Hohlprofil 1 und Werkzeug-Innenwand 4
sorgt, kommt es an diesem tribologischem System zum Haften der
Seitenwände 9-12 an der Werkzeuggravur. Die Folge ist, daß sich der
Materialfluß nicht über die gesamte Breite einer jeden Seitenwand 9-12
vollzieht. Bei der Umformung kommt es daher nur im kantennahen Bereich
6, in dem geringere Reibungskräfte herrschen, zum Fließen des
Werkstoffes.
Wird ein prozentuales Untermaß gewählt, so bezieht man den Prozeß der
plastischen Verformung auf die gesamte Breite einer Seitenwand 9-12. Es
wird damit nicht berücksichtigt, daß sich die Formänderung zum Ausbilden
der Kanten 7 nur in einem bestimmten Bereich (kantennaher Bereich 6) voll
zieht. Es ergibt sich der Nachteil, daß sich das Hohlprofil 1, insbesondere
jedoch die Kanten 7, nicht richtig ausformen.
Liegt ein Mehrkammerprofil vor, wie aufgrund des vorhandenen Steges 2
gemäß Fig. 1 der Fall, so ergeben sich weitere nachteilige Auswirkungen.
Bei der herkömmlichen Ausführung des Steges 2 ergibt sich, daß sich dieser
bei der Innenhochdruckumformung geringfügiger verformt als die äußere
Hohlprofilwandung. Die Folge ist, daß sich das Hohlprofil 1 nicht symme
trisch umformt. Im Anschlußbereich 8 des Steges 2 entsteht eine nach innen
gewölbte Vertiefung, der Steg 2 hält die Hohlprofilwandung während des
Innenhochdruckumformens zurück.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Verfahrensweise zum Innen
hochdruckumformen nach dem Oberbegriff des Patentanspruches 1 in der
Weise weiterzubilden, daß das Hohlprofil 1 nach erfolgter Umformung in
sämtlichen Wandbereichen das geforderte Nennmaß erreicht.
Die erfindungsgemäße Lösung ist im Kennzeichen des Patentanspruches 1
zu sehen. Vorteilhafte Weiterbildungen und Ausgestaltungen der erfin
dungsgemäßen Verfahrensweise sind in den Unteransprüchen angegeben.
Das Istmaß des Hohlprofiles 1 ist also so gewählt, daß bei der Innenhoch
druckumformung noch so viel Freiraum verbleibt, daß das Hohlprofil 1 bis in
den plastischen Bereich gedehnt werden kann. Andererseits ist der Freiraum
nicht zu groß gewählt, so daß nicht die Gefahr besteht, daß zu viel Material
dem kantennahen Bereich 6 zufließen müßte. Dies würde den Nachteil nach
sich ziehen, daß sich die Hohlprofilwandung im Kantenbereich einschnürt.
Wie erwähnt ist der kantennahe Bereich 6, in dem das Material nachfließen
kann, begrenzt. In Versuchen hat sich gezeigt, daß dieser Bereich 6 etwa 15
mm breit ist. Dabei ist es unerheblich, welche Abmessungen das Hohlprofil 1
ansonsten aufweist. Um bei der Innenhochdruckumformung eine plastische
Formänderung zu erreichen, sollte beispielsweise das Material des
Hohlprofiles 1 eine Dehnung von 0,5% erfahren. Demzufolge wäre aufgrund
der Beziehung
ΔI = ε × I0
(ΔI = Differenz von Istmaß zu Nennmaß, ε = Dehnung in Prozent, I0 = Breite des in die Kante 7 nachfließenden kantennahen Bereiches 6 des Hohlprofiles 1)
ein absolutes Untermaß von etwa 0,75 mm angebracht. Auch mit 0,5 mm und 1,0 mm sind noch gute Ergebnisse erzielbar.
ΔI = ε × I0
(ΔI = Differenz von Istmaß zu Nennmaß, ε = Dehnung in Prozent, I0 = Breite des in die Kante 7 nachfließenden kantennahen Bereiches 6 des Hohlprofiles 1)
ein absolutes Untermaß von etwa 0,75 mm angebracht. Auch mit 0,5 mm und 1,0 mm sind noch gute Ergebnisse erzielbar.
In einer Weiterbildung der Erfindung wird, wie in Fig. 2 schematisch ange
deutet, bei Mehrkammerprofilen der Steg 2 so ausgeführt (etwas breiter als
die Seitenwände 9, 10), daß dieser recht nahe an die Hohlprofil-Innenwand
4 herangeführt wird und sich damit bei der späteren Innenhochdruc
kumformung ein geringerer Umformweg für den Steg 2 ergibt.
Claims (3)
1. Verfahren zum Innenhochdruck-Umformen eines Hohlprofiles in einem
Umformwerkzeug, wobei ein Fluid mit hohem Druck in das Hohlprofil ein
gebracht wird, um dieses über eine plastische Verformung von einem
Ausgangszustand (Istmaß) in einen Endzustand (Nennmaß) zu bringen,
dadurch gekennzeichnet, daß ein Untermaß (Differenz zwischen Nenn
maß und Istmaß) unabhängig von den weiteren Hohlprofil-Abmessungen
als absolutes Maß vorgegeben wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß ein Untermaß
von 0,5 bis 1,0 mm, vorzugsweise 0,75 mm gewählt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß im Anschluß
bereich eines Steges (2) an eine Hohlprofilwand (11, 12) ein geringeres
Untermaß gewählt wird.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1999109924 DE19909924C2 (de) | 1999-03-06 | 1999-03-06 | Verfahren zum Innenhochdruck-Umformen |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1999109924 DE19909924C2 (de) | 1999-03-06 | 1999-03-06 | Verfahren zum Innenhochdruck-Umformen |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19909924A1 true DE19909924A1 (de) | 2000-09-14 |
| DE19909924C2 DE19909924C2 (de) | 2003-04-03 |
Family
ID=7899956
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1999109924 Expired - Fee Related DE19909924C2 (de) | 1999-03-06 | 1999-03-06 | Verfahren zum Innenhochdruck-Umformen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19909924C2 (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| WO2005046903A1 (de) * | 2003-11-03 | 2005-05-26 | Daimlerchrysler Ag | Verfahren zur herstellung eines doppelkammerhohlprofils |
| WO2006058677A1 (de) * | 2004-12-03 | 2006-06-08 | Daimlerchrysler Ag | Verfahren und vorrichtung zur herstellung eines mehrkammerprofils |
Citations (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE4322711A1 (de) * | 1993-07-08 | 1995-01-19 | Rofo Rohrbogen Und Formstuecke | Verfahren zum Herstellen eines Rohrbogens, insbesondere Normbogens |
Family Cites Families (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE4441192C2 (de) * | 1994-11-18 | 1998-05-20 | Schnupp Gmbh & Co Hydraulik Kg | Verfahren zum Innenhochdruck-Umformen |
-
1999
- 1999-03-06 DE DE1999109924 patent/DE19909924C2/de not_active Expired - Fee Related
Patent Citations (1)
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|---|---|---|---|---|
| DE4322711A1 (de) * | 1993-07-08 | 1995-01-19 | Rofo Rohrbogen Und Formstuecke | Verfahren zum Herstellen eines Rohrbogens, insbesondere Normbogens |
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| WO2006058677A1 (de) * | 2004-12-03 | 2006-06-08 | Daimlerchrysler Ag | Verfahren und vorrichtung zur herstellung eines mehrkammerprofils |
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DE19909924C2 (de) | 2003-04-03 |
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