DE19909559C1 - Selbsterholende Strombegrenzungseinrichtung mit Flüssigmetall - Google Patents
Selbsterholende Strombegrenzungseinrichtung mit FlüssigmetallInfo
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Abstract
Die Erfindung betrifft eine selbsterholende Strombegrenzungseinrichtung mit Flüssigmetall. Sie enthält Elektroden (1) aus Festmetall und mehrere mit Flüssigmetall (7) teilweise aufgefüllte, zwischen den Elektroden (1) hintereinander liegende Verdichterräume (4). Diese werden durch druckfeste Isolierkörper (5; 11) und durch diese gehaltene isolierende Zwischenwände (12) mit Verbindungskanälen (8) gebildet. Zur Verbesserung der Strombegrenzungseigenschaften bestehen die Verbindungskanäle (8) aus Kanalpaaren (81, 82) eng benachbarter konischer Durchbrüche mit jeweils entgegengerichtetem Öffnungswinkel.
Description
Die Erfindung betrifft eine selbsterholende Strombegrenzungseinrichtung mit
Flüssigmetall nach dem Oberbegriff des Anspruches 1.
Aus der Druckschrift SU 922 911 A ist eine selbsterholende Strombegren
zungseinrichtung bekannt, die Elektroden aus Festmetall enthält, die durch als
druckfestes Isoliergehäuse ausgebildete erste Isolierkörper getrennt sind. In
nerhalb des Isoliergehäuses sind durch isolierende Zwischenwände und da
zwischen angeordnete zweite Isolierkörper, die als ringförmige Dichtscheiben
ausgeführt sind, mit Flüssigmetall teilweise aufgefüllte, hintereinander lie
gende Verdichterräume ausgebildet, die untereinander über mit Flüssigmetall
ausgefüllte, außermittig angeordnete Verbindungskanäle der Zwischenwände
verbunden sind. Damit besteht im Normalbetrieb über das Flüssigmetall eine
durchgehende innere leitende Verbindung zwischen den Elektroden. Im
Strombegrenzungsfall wird infolge der hohen Stromdichte das Flüssigmetall
aus den Verbindungskanälen verdrängt. Damit ist die elektrische Verbindung
der Elektroden über das Flüssigmetall unterbrochen, was zur Begrenzung des
Kurzschlußstromes führt. Nach Abschaltung oder Beseitigung des Kurzschlus
ses füllen sich die Verbindungskanäle wieder mit Flüssigmetall, worauf die
Strombegrenzungseinrichtung erneut betriebsbereit ist. In der Druckschrift DE
40 12 385 A1 wird eine Strombegrenzungseinrichtung mit nur einem Verdich
terraum beschrieben und als Medium über dem Flüssigkeitsspiegel Vakuum,
Schutzgas oder eine isolierende Flüssigkeit erwähnt. Zur Verbesserung der
Begrenzungseigenschaften sind nach Druckschrift SU 1 076 981 A die Ver
bindungskanäle benachbarter Zwischenwände gegeneinander versetzt ange
ordnet. Es ist nach Druckschrift DE 26 52 506 A1 bekannt, bei Kontaktein
richtungen Gallium-Legierungen, insbesondere GaInSn-Legierungen zu ver
wenden.
Bei Strombegrenzungseinrichtungen mit mehreren Verdichterräumen wird in
folge der hintereinander liegenden Verbindungskanäle beim Auftreten eines
Kurzschlusses durch die Anzahl der strombegrenzenden Lichtbögen ein ent
sprechend hoher Spannungsabfall aufgebaut, der schließlich zur Unterbre
chung des Kurzschlußstromes führt. Die Verbindungskanäle der bekannten
Strombegrenzungseinrichtungen sind als zylindrische Bohrungen ausgeführt.
Es wurde festgestellt, daß heißes Flüssigmetall, welches hauptsächlich an den
Rändern der Verbindungskanäle aufgeheizt wird, durch Flüssigmetallströmun
gen in das Kanalinnere transportiert wird. Da dieser Prozeß beidseitig der Zwi
schenwände auftritt, kann die Wärme aus den Verbindungskanälen nicht aus
reichend abgeführt werden. Dies führt bei Überlastströmen zu unerwünschten
Erwärmungen des Flüssigmetalls und somit zu einer unzulässigen Stromun
terbrechung. Damit sind die bekannten Strombegrenzungseinrichtungen bei
spielsweise nicht in Verbindung mit Motoren oder Transformatoren geeignet,
da deren hohen Anlaufströme bzw. Einschaltströme, die ein mehrfaches ihrer
Nennströme betragen, häufig zu einem unerwünschten Ansprechen der
Strombegrenzungseinrichtungen führen.
Aus der DE-PS 756 740 ist eine selbsterholende Strombegrenzungseinrich
tung mit Flüssigmetall bekannt, die einen Verbindungskanal aus einem Kanal
paar eng benachbarter paralleler Durchbrüche aufweist, die an beiden Enden
in trichterförmige Erweiterungen auslaufen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, das Überlastvermögen einer
Strombegrenzungseinrichtung zu erhöhen, ohne dabei ihrer Ansprechschwelle
und Ansprechzeit im Kurzschlußfall abzusenken.
Ausgehend von einer Strombegrenzungseinrichtung der eingangs genannten
Art wird die Aufgabe erfindungsgemäß durch die kennzeichnenden Merkmale
des unabhängigen Anspruches gelöst, während den abhängigen Ansprüchen
vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung zu entnehmen sind.
Aufgrund der entgegengesetzt gerichtet konischen Kanalpaare und der sich
daraus einstellenden Stromdichte- und Magnetkraftverteilung wird eine Um
laufströmung des Flüssigmetalls im Bereich der Kanalpaare bewirkt, die im
Nennbetrieb und im Überlastbetrieb unterhalb von Kurzschlußströmen für
einen vorteilhaften Temperaturausgleich im Flüssigmetall sorgt. Mit derartigen
Kanalpaaren ausgestattete Strombegrenzungseinrichtungen lassen sich an
beliebigen Netzpunkten mit einer zum nachfolgenden Schaltgerät, beispiels
weise Leistungsschalter, angepaßten Strombegrenzungskennlinie einsetzen,
womit ein Überlast- und Kurzschlußschutz für die Anwendungsbereiche
Generator- und Transformatorschutz, Kabel- und Leitungsschutz sowie Motor
schutz ermöglicht wird.
Durch die geometrischen Abmessungen der konischen Durchbrüche sind die
Strömungsgeschwindigkeit und das Umwälzvolumen des Flüssigmetalls und
damit die Strombegrenzungskennlinie der Strombegrenzungseinrichtung in
einem weiten Bereich wählbar. Zweckmäßig ist ein Öffnungswinkel der koni
schen Durchbrüche zwischen 30° und 90°.
Es ist einerseits zweckmäßig, wenn die Zwischenwände im Bereich der Ver
bindungskanäle Buchsen aus hochtemperatur- und abbrandfestem isolieren
dem Material aufweisen und im übrigen aus einem demgegenüber geringwer
tigeren Werkstoff, beispielsweise einem preiswerten keramischen Material be
stehen. Der Einsatz hochwertiger Materialien wird dadurch wirksam auf dieje
nigen Bereiche der Zwischenwände, die im Kurzschlußfall den extremen Be
dingungen ausgesetzt sind, eingeschränkt. Vorteilhaft sind die Zwischen
wände - ausgenommen die Buchsen - aus einem preiswerten Formstoff her
gestellt, der den außerhalb des Nahbereiches der Verbindungskanäle auftre
tenden geringeren Temperaturanforderungen genügt.
Es ist anderseits zweckmäßig, die Zwischenwände aus einem temperatur- und
abbrandfesten nichtkeramischen Werkstoff bestehen. Insbesondere Glimmer
ist ein preiswerter und leicht, beispielsweise mittels Zerspanung, bearbeitbarer
Werkstoff und weist eine ausreichende Beständigkeit gegen hohe Temperatu
ren und gegen Lichtbogeneinwirkung auf. Die Zwischenwände lassen sich
auch preiswert, insbesondere bei hohen Stückzahlen, aus einem hochtempe
raturfesten Formstoff herstellen.
Weiterhin ist es zweckmäßig, daß die Zwischenwände aus einer bearbeitbaren
Glaskeramik bestehen. Derartige Glaskeramiken sind heutzutage preiswerter
als die bisher für die Zwischenwände verwendeten herkömmlichen kerami
schen Werkstoffe, insbesondere lassen sie sich problemlos spanend bearbei
ten oder bei großen Stückzahlen als Formteil herstellen.
GaInSn-Legierungen als zu verwendendes Flüssigmetall sind einfach zu
handhaben durch ihre physiologische Unbedenklichkeit. Eine Legierung aus
660 Gewichtsanteilen Gallium, 205 Gewichtsanteilen Indium und 135 Ge
wichtsanteilen Zinn ist bei Normaldruck von 10°C bis 2000°C flüssig und be
sitzt eine ausreichende elektrische Leitfähigkeit.
Weitere Einzelheiten der Erfindung werden in dem nachfolgend beschriebe
nen Ausführungsbeispiel erläutert, wobei die Strombegrenzungseinrichtung in
der einzigen Fig. 1 im Längsschnitt dargestellt ist.
Die Strombegrenzungseinrichtung 10 enthält zu beiden Seiten je eine Elek
trode 1 aus Festmetall, vorzugsweise Kupfer, die bezüglich der Längsachse
der Strombegrenzungseinrichtung 10 rotationssymmetrisch ausgebildet ist und
in einen äußeren Anschlußleiter 2 übergeht. Zwischen den Elektroden 1 befin
den sich mehrere Verdichterräume 4, die durch eine entsprechende Anzahl
von ringförmigen Dichtscheiben 11 sowie von isolierenden Zwischenwänden
12 gebildet werden. Durch ein Formgehäuse 5 werden die Elektroden 1, die
Dichtscheiben 11 und die Zwischenwände 12 gehalten, wobei bekannte Mittel
zum Abdichten der Verdichterräume 4 und zum kraftschlüssigen Verbinden
der im Formgehäuse 5 gelagerten Elemente 1, 11 und 12 vorgesehen, jedoch
aus Gründen der Übersichtlichkeit nicht dargestellt sind. Die Mittel zum Ab
dichten können beispielsweise Dichtringe zwischen den Dichtscheiben 11 und
den Zwischenwänden 12 bzw. Elektroden 1 sein. Die Mittel zum kraftschlüssi
gen Verbinden sind beispielsweise durchgehende Spannschrauben entlang
der beiden Linien 3. Die beiden äußeren Verdichterräume 4 werden seitlich
jeweils durch eine der Elektroden 1 sowie durch eine Zwischenwand 12 be
grenzt. Die inneren Verdichterräume 4 werden seitlich jeweils durch zwei Zwi
schenwände 12 begrenzt. Das aus zwei gleichen Halbschalen 51 bestehende
Formgehäuse 5 und die Dichtscheiben 11 sind druckfeste erste bzw. zweite
Isolierkörper. Alle Verdichterräume 4 sind teilweise mit einem Flüssigmetall 7,
beispielsweise einer GaInSn-Legierung, ausgefüllt. Oberhalb des Flüssigkeits
spiegels 71 befindet sich in diesem Beispiel Vakuum oder ein Schutzgas.
Die Zwischenwände 12 sind mit Verbindungskanälen 8 versehen. Die Verbin
dungskanäle 8 sind ebenfalls mit Flüssigmetall 7 gefüllt, so daß zwischen den
Elektroden 1 eine durchgehende elektrisch leitende Verbindung besteht. Die
Verbindungskanäle 8 sind erfindungsgemäß aus Kanalpaaren 81, 82 zusam
mengesetzt. Die Kanalpaare 81, 82 sind als eng benachbarte konische
Durchbrüche 81 und 82 ausgebildet, wobei sich im Beispiel die oberen Durch
brüche 81 jeweils zum rechten und die unteren Durchbrüche 82 jeweils zum
linken benachbarten Verdichterraum 4 weiten. Durch diese Anordnung werden
im Normalbetrieb sowie bei Überlast - jedoch nicht bei Kurzschluß - temper
turausgleichende Strömungen des Flüssigmetalls 7, angedeutet durch den
Ringpfeil 72, im Bereich der Verbindungskanäle 8 hervorgerufen. Die Zwi
schenwände 12 bestehen aus einem temperaturbeständigen Formstoff, der
jedoch nicht den hohen Anforderungen an die Bedingungen genügen muß, die
im Kurzschlußfall durch die entstehenden hohe Temperaturen und die Licht
bögen entstehen. Dazu sind die Zwischenwände 12 im Bereich ihrer Verbin
dungskanäle 8 mit eingepreßten Buchsen 13 versehen, die aus einem be
kannten hochtemperatur- und abbrandfesten keramischen Material bestehen.
Die vorliegende Erfindung ist nicht auf die vorstehend beschriebene Ausfüh
rungsform beschränkt, sondern umfaßt auch alle im Sinne der Erfindung
gleichwirkenden Ausführungsformen. So läßt sich die Erfindung beispielsweise
auch dahingehend ausgestalten, daß die Zwischenwände 12 als Ganzes aus
einem hochtemperatur- und abbrandfesten Material, beispielsweise aus Glim
mer oder einer bearbeitbaren Glaskeramik, bestehen, wobei die Kanalpaare
81 und 82 direkt in die Zwischenwände 12 eingearbeitet sind.
Claims (6)
1. Selbsterholende Strombegrenzungseinrichtung mit Flüssigmetall, enthal
tend Elektroden (1) aus Festmetall zum Anschließen an einen zu schüt
zenden Stromkreis und mehrere mit Flüssigmetall (7) teilweise aufgefüllte,
zwischen den Elektroden (1) hintereinander liegende Verdichterräume (4),
die durch druckfeste Isolierkörper (5; 11) und durch diese gehaltene isolie
rende Zwischenwände (12) mit Verbindungskanälen (8) gebildet werden,
dadurch gekennzeichnet, daß die Verbindungskanäle (8) aus Kanal
paaren (81, 82) eng benachbarter konischer Durchbrüche (81; 82) mit je
weils entgegengerichtetem Öffnungswinkel bestehen.
2. Selbsterholende Strombegrenzungseinrichtung nach Anspruch 1, gekenn
zeichnet durch Öffnungswinkel in einem Bereich von 30° bis 90°.
3. Selbsterholende Strombegrenzungseinrichtung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß die Zwischenwände (12) im Bereich der
Verbindungskanäle (8) Buchsen (13) aus hochtemperatur- und abbrand
festem isolierendem Material aufweisen und im übrigen aus einem dem
gegenüber geringwertigeren Werkstoff bestehen.
4. Selbsterholende Strombegrenzungseinrichtung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß die Zwischenwände (12) aus einem
temperatur- und abbrandfesten nichtkeramischen Werkstoff, wie Glimmer
oder einem hochtemperaturfesten Formstoff, bestehen.
5. Selbsterholende Strombegrenzungseinrichtung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß die Zwischenwände (12) aus einer bear
beitbaren Glaskeramik bestehen.
6. Strombegrenzungseinrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche,
gekennzeichnet durch eine GaInSn-Legierung als Flüssigmetall (7).
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1999
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