DE19908496A1 - Wickelmaschine zum kontinuierlichen Aufwickeln einer Materialbahn - Google Patents
Wickelmaschine zum kontinuierlichen Aufwickeln einer MaterialbahnInfo
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Abstract
Wickelmaschine (1) zum kontinuierlichen Aufwickeln einer Materialbahn (4), insbesondere einer Papier- oder Kartonbahn, auf einen Tambour (10) zu einer Wickelrolle (6), DOLLAR A a. mit einer Tragtrommel (2), die mit der Wickelrolle (6) einen Nip (7) bildet, DOLLAR A b. mit einer mindestens eine Transporteinrichtung umfassenden Lagerung, die den Tambour (10) entlang einer bevorzugterweise horizontalen Führungsbahn führt und DOLLAR A c. mit einer im unteren Bereich der Wickelmaschine (1) angebrachten Luftabquetschvorrichtung (12), die an die Wickelrolle (6) anlegbar ist, wobei DOLLAR A die Luftabquetschvorrichtung (12) als mindestens ein auf mindestens einem Rahmen (16) angebrachtes Verbundelement (13) mit einem Grundkörper (14) und einem an der möglichen Kontaktfläche angebrachten reibungsarmen Belag (15) ausgebildet ist, oder DOLLAR A die Luftabquetschvorrichtung (12) aus einer Anordnung mehrerer kleiner Einzelrollen (17) besteht, die auf mindestens einem Rahmen (18) angebracht sind, oder DOLLAR A die Luftabquetschvorrichtung (12) aus mindestens einem auf mindestens einem Rahmen (21) angebrachten Kontaktelement (20) mit der Form eines Tragflügels und mit einem reibungsarmen Belag (15) besteht.
Description
Die Erfindung betrifft eine Wickelmaschine zum kontinuierlichen Aufwickeln einer
Materialbahn, insbesondere einer Papier- oder Kartonbahn, auf einen Tambour zu
einer Wickelrolle nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1, 6 oder 12.
Derartige Wickelmaschinen sind hinlänglich bekannt und werden insbesondere in
Maschinen zur Herstellung oder zur Veredelung von Materialbahnen, wie beispiels
weise Papier oder Karton, benutzt.
Bei modernen Wickelkonzepten ist es heute notwendig, zur Vorbereitung eines Tam
bourwechsels den Tambour mit der beinahe voll bewickelten Wickelrolle ("Fertigtam
bour") in eine Endposition zu bringen, in welcher dann kein Wirkkontakt, kein soge
nannter Nip, zwischen der Tragtrommel und der Wickelrolle mehr besteht. In dieser
Zeit, in der kein Nip mehr besteht, muß durch geeignete Maßnamen sichergestellt
werden, daß Lufteinschlüsse zwischen den einzelnen Lagen der beinahe voll bewickelten
Wickelrolle entstehen. Auch muß die "eingewickelte" Bahnspannung aufrecht
erhalten bleiben, um so auch im äußeren Bereich der Wickelrolle die gewünschte
Wickelqualität gewährleisten zu können. Das dabei entstehende Problem wird um so
größer, je schneller die Wickelmaschinen betrieben werden (Größenordnung 1500-
2000 m/min) und je größer die hergestellten Durchmesser der Fertigtamboure sind
(Größenordnung 2,5-4 m).
In einer Wickelmaschine der beschriebenen Art ist bereits versucht worden, dieses
Problem zu lösen, wie in der deutschen Offenlegungsschrift DE 44 01 804 A1
(PA10035 DE) der Anmelderin offenbart ist. Es ist dort eine Einrichtung vorgesehen,
umfassend eine Andrückwalze mit einem elastischen Überzug, die an eine, von einer
Tragtrommel entfernte Wickelrolle mittels eines pneumatischen Antriebs andrückbar
ist. Diese Einrichtung hat den Sinn, das Entstehen von Lufteinschlüssen zwischen den
einzelnen Lagen der Wickelrolle zu unterbinden und während des Tambourwechsels
die "eingewickelte" Bahnspannung aufrecht zu erhalten. Die Andrückwalze besitzt je
doch den gravierenden Nachteil, daß sie einer Durchbiegung aufgrund ihres Eigenge
wichts unterliegt und deshalb sich nicht gleichmäßig an die Oberflächenkontur der
beinahe voll bewickelten Wickelrolle über die Bahnbreite hinweg anlegen kann. Als
Folge ergibt sich hieraus, daß das Entstehen von Lufteinschlüssen zwischen den
äußeren Lagen der beinahe voll bewickelten Wickelrolle nicht vollständig vermieden
werden kann.
Die US-Patentschrift US 5,779,183 (= WO 95/34 495) offenbart ein Verfahren und eine
Vorrichtung zum Aufbringen von abschließenden Bahnschichten auf die Wickelrolle in
einer Wickelmaschine, die während des Wickelvorgangs erzeugt wurde. Dabei ist vor
gesehen, daß vor Aufbringen der abschließenden Bahnschichten eine Luftab
quetschvorrichtung in Wirkkontakt mit der Oberfläche der Wickelrolle gebracht wird,
daß danach die Wickelrolle unter Beibehaltung des Wirkkontakts in ihre Auswechsel
position verfahren und dabei eine gewünschte Stärke des Wirkkontakts zwecks der
Vermeidung des Entstehens von Lufteinschlüssen zwischen den einzelnen Lagen der
Wickelrolle aufrechterhalten wird. Das andrückende Luftabquetschelement der Luftab
quetschvorrichtung ist eine Bürste. Durchgeführte Versuche haben ergeben, daß die
Verwendung einer Bürste insofern nachteilig sein kann, daß die permanente Gefahr
besteht, daß die Bürstenhaare empfindliche Papiersorten beschädigen, daß sich ein
zelne Bürstenhaare lösen und als Störstoff in den Papierkreislauf kommen oder daß
die Bürstenhaare selbst beschädigt werden.
Ferner sind Wickelmaschinen bekannt, bei denen nach jedem Tambourwechsel
während des gesamten weiteren Wickelvorgangs kein Kontakt zwischen Tragtrommel
und Wickelrolle vorhanden ist. Deshalb ist wiederum eine Luftabquetschvorrichtung
mit einem Luftabquetschelement in Form einer dauernd an der Wickelrolle anliegen
den Andrückwalze vorgesehen.
Eine solche Wickelmaschine ist beispielsweise aus den beiden deutschen Ge
brauchsmusterschriften G 88 08 923.5 (= US 5,249,758) und DE 298 11 053 U1 be
kannt.
Beiden genannten Gebrauchsmusterschriften ist wiederum nachteilhaft, daß in breiten
Papier- oder Kartonmaschinen die Gefahr der Durchbiegung besteht. Die Bauweise
gemäß der genannten DE 298 11 053 U1 ist wegen der Forderung, daß während des
Wickelvorgangs der Auflagepunkt der Tastwalze an die Bahn in Wickelrichtung um
einen vorgebbaren Winkel nach dem Anlaufpunkt der Bahn unter Beibehaltung eines
vorgebbaren Anpreßdrucks an die auf den Tambour aufgewickelte Bahn positionier
bar ist, kompliziert und aufwendig.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Wickelmaschine zum konti
nuierlichen Aufwickeln einer Materialbahn der eingangs genannten Art so weiterzu
bilden, daß sowohl keine Lufteinschlüsse zwischen den einzelnen Lagen der Wickel
rolle aufgrund von Unebenheiten in der Oberflächenkontur der beinahe voll bewic
kelten Wickelrolle entstehen als auch die "eingewickelte" Bahnspannung aufrecht er
halten bleibt.
Die Aufgabe kann gemäß der Erfindung durch unterschiedliche Maßnahmen gelöst
werden, die in den Ansprüchen 1, 6 oder 12 angegeben sind.
Gemäß einem ersten Aspekt der Erfindung ist vorgesehen, daß die Luftabquetschvor
richtung als mindestens ein auf mindestens einem Rahmen angebrachtes Verbund
element mit einem Grundkörper und einem an der möglichen Kontaktfläche ange
brachten reibungsarmen Belag ausgebildet ist. Hierdurch ergibt sich der Vorteil, daß
die einzelne Bauteile der Luftabquetschvorrichtung unabhängig von einander und da
mit kostengünstig ausgetauscht werden können.
Eine Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, daß der Grundkörper aus einem flexiblen
Material mit einem E-Modul von 0,05 bis 1 N/mm2, vorzugsweise 0,2 N/mm2, besteht.
Dadurch ergeben sich Festigkeitswerte für das flexible Material, die eine Anpassung
an verschiedene Sorten von Materialbahnen ermöglicht.
Eine weitere Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, daß der reibungsarme Belag aus
einer Beschichtung aus Polytetraflourethylen oder Baumwollvlies besteht. Beide Ma
terialien besitzen sehr gute Gleiteigenschaften und üben dadurch keinen verschleiß
behafteten Einfluß auf die Materialbahn auf.
Eine andere, vorteilhafte Ausbildung der Erfindung liegt vor, wenn der reibungsarme
Belag mit einem Krümmungsradius von 100 bis 300 mm, vorzugsweise 180 mm, ver
sehen ist. Durch diesen Krümmungsradius wird sichergestellt, daß die Luftab
quetschvorrichtung entlang der Wirkfläche sicher, d. h. mit einer Mindestlänge in Um
fangsrichtung der beinahe voll bewickelten Wickelrolle an ihm, anliegt.
Bevorzugt beträgt die in Bahnlaufrichtung gemessene Länge des Verbundelements
zwischen 100 und 300 mm, vorzugsweise 180 mm. Damit wird erreicht, daß die Funk
tionssicherheit des Luftabquetschelements während des Betriebs fortwährend ge
währleistet ist und eine ausreichend Länge der Luftabquetschvorrichtung zur Ver
hinderung von Lufteinschlüssen vorliegt.
Gemäß einem zweiten Aspekt der Erfindung ist vorgesehen, daß die Luftab
quetschvorrichtung aus einer Anordnung mehrerer kleiner Einzelrollen besteht, die auf
mindestens einem Rahmen angebracht sind. Durch die Verwendung kleiner Einzel
rollen ergibt sich der Vorteil, daß die beschleunigenden Massen klein gehalten wer
den können, wobei der Wirkungsgrad der Luftabquetschvorrichtung hoch gehalten
werden kann. Ferner können sich kleine Einzelrollen optimal der Wickelrollenkontur
anpassen.
In bevorzugter Ausgestaltung sind die Einzelrollen in mindestens zwei zueinander pa
rallelen Reihen, die parallel zur Mittelachse der Wickelrolle verlaufen, angeordnet
sind. Hierdurch wird erreicht, daß die Flächenpressung in der auf den Tambour gewic
kelten Materialbahn relativ klein gehalten werden kann.
In weiterer Ausgestaltung der Erfindung sind die Reihen von Einzelrollen in Richtung
der Mittelachse der Wickelrolle versetzt angeordnet sind. Damit wird sichergestellt,
daß kein Steg in Längsrichtung der Wickelrolle entsteht, durch den ggf. Luft ungehin
dert eingewickelt werden kann. Ferner wird das Entstehen von Markierungen aufgrund
von großen Anpreßdrücken und langen Anpreßdauern auf einzelne Papier- oder Kar
tonstreifen verhindert.
Vorteilhaft ist es auch, wenn die Einzelrollen einen Rollendurchmesser von 30 bis 150
mm, bevorzugterweise 80 mm, aufweisen. Bei diesen Durchmessern lassen sich sehr
gute Wirkungsgrade für die Luftabquetschvorrichtung bei optimalen Kosten für die
Einzelrollen erzielen.
Weiterhin ist vorgesehen, daß die Einzelrollen mit einer weichen Gummibeschichtung
versehen sind. Dadurch wird erreicht, daß einerseits keine Oberflächenbeschädi
gungen an der Materialbahn entstehen und andererseits ein guter Kontakt zwischen
Materialbahn und einzelner Rolle hergestellt werden kann, der wiederum ein ungehin
dertes Einwickeln von Luft verhindert.
Eine weitere bevorzugte Ausgestaltung liegt vor, wenn die Einzelrollen mit mindestens
je einem Federelement zur Aufbringung einer einstellbaren Anpreßkraft versehen
sind. Durch die Möglichkeit einer einstellbaren, auf die Materialbahn wirkenden An
preßkraft wird sichergestellt, daß sowohl zu jedem Zeitpunkt während des Anliegens
der Luftabquetschvorrichtung als auch an jeden Anpreßpunkt ein optimales Kräfte
verhältnis gewährleistet wird.
Gemäß einem dritten Aspekt der Erfindung ist vorgesehen, daß die Luftabquetschvor
richtung aus mindestens einem auf mindestens einem Rahmen angebrachten Kon
taktelement mit der Form eines Tragflügels und mit einem reibungsarmen Belag be
steht.
In bevorzugter Ausgestaltung der Erfindung besteht der reibungsarme Belag aus einer
Beschichtung aus Polytetraflourethylen oder Baumwollvlies. Beide Materialien be
sitzen, wie bereits oben erwähnt, sehr gute Gleiteigenschaften und üben dadurch
keinen verschleißbehafteten Einfluß auf die Materialbahn auf.
Eine weitere Ausgestaltung sieht vor, daß das Kontaktelement mit einem Federele
ment zur Aufbringung einer einstellbaren Anpreßkraft versehen ist. Wie bereits aus
geführt, wird durch die Möglichkeit einer einstellbaren, auf die Materialbahn wirkenden
Anpreßkraft sichergestellt, daß sowohl zu jedem Zeitpunkt während des Anliegens der
Luftabquetschvorrichtung als auch an jeden Anpreßpunkt ein optimales
Kräfteverhältnis gewährleistet wird.
Ferner wird erfindungsgemäß vorgeschlagen, daß bei Ausbildung eines Wirkbereichs
zwischen der Wickelrolle und der Luftabquetschvorrichtung die Wirkkraft im Wirkbe
reich durch eine Verlagerung der Luftabquetschvorrichtung regelbar ist. Hierdurch
kann ein gutes, bis in die letzten Wickellagen vorliegendes Wickelergebnis, daß heißt
eine Wickelrolle mit einer definierten, gleichmäßigen Wickelhärte über die gesamte
Wickeldauer, erzielt werden, da eine Feinstregulierung der Wirkkraft im Wirkbereich
zwischen der Wickelrolle und der Luftabquetschvorrichtung auch während der ab
schließenden Wickelphase, in der kein Nip zwischen der Tragtrommel und der Wic
kelrolle mehr vorliegt, möglich ist.
Es versteht sich, daß die vorstehend genannten und nachstehend noch zu erläutern
den Merkmale der Erfindung nicht nur in der jeweils angegebenen Kombination, son
dern auch in anderen Kombinationen oder in Alleinstellung verwendbar sind, ohne
den Rahmen der Erfindung zu verlassen.
Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen
und der nachfolgenden Beschreibung bevorzugter Ausführungsbeispiele unter Bezug
nahme auf die Zeichnungen.
Die Erfindung soll nachfolgend anhand der Zeichnungen näher erläutert werden. Es
stellen dar:
Fig. 1 eine Seitenansicht einer Wickelmaschine mit erfindungsgemäßer
Luftabquetschvorrichtung während der Hauptwickelphase;
Fig. 2 eine Seitenansicht einer Wickelmaschine mit erfindungsgemäßer
Luftabquetschvorrichtung während der Endwickelphase und
Fig. 3-6 vereinfachte Darstellungen von erfindungsgemäßen Luftab
quetschvorrichtungen.
Die in Fig. 1 in stark schematisierter Form dargestellte Wickelmaschine 1 umfaßt
eine auch als Anpreßtrommel oder Stützwalze bezeichnete Tragtrommel 2, die ent
weder starr gelagert oder entlang einer gedachten - gestrichelt dargestellten horizon
talen Geraden G mittels einer nicht dargestellten Anpreßeinrichtung verlagerbar ist
(Doppelpfeil 3) und von einem Antrieb, im dargestellten Fall von einem Zentrumsan
trieb, angetrieben ist. Die verschiedenen Lagerungs- und Bewegungsarten für die
Tragtrommel 2 sind insbesondere in der nicht vorveröffentlichten deutschen Pa
tentanmeldung DE 198 07 897.8 (PA10678 DE) der Anmelderin offenbart. Ihr Inhalt
wird hiermit zum Gegenstand dieser Beschreibung gemacht. Die Materialbahn 4 wird
entweder aus einem hier nicht dargestellten Glättwerk oder auch einer hier ebenfalls
nicht dargestellten Trockenpartie einer Papier- oder Kartonmaschine herausgeführt,
umschlingt dann zunächst eine nicht dargestellte Breitstreckwalze und läuft sodann in
Pfeilrichtung auf der Mantelfläche 5 der Tragtrommel 2 auf, umschlingt die Mantel
fläche 5 der Tragtrommel 2 um einen gewissen Winkel (Umfangsbereich) bis zum Ab
lösen durch die entstehende Wickelrolle 6. Das Ablösen der Materialbahn 4 von der
Tragtrommel 2 und das Überführen auf die entstehende Wickelrolle 6 geschieht im
sogenannten Nip 7, der sich während der Hauptwickelphase zwischen der Tragtrom
mel 2 und der Wickelrolle 6 ausbildet. Die Wickelrolle 6 wird mittels einer nicht darge
stellten Hubeinrichtung einer verfahrbaren Transporteinrichtung in die mit dem Pfeil 8
gekennzeichnete Bewegungsrichtung geführt. Die Hubeinrichtung kann beispiels
weise von einem Spindelantrieb gebildet werden, der ein von einem Elektromotor an
getriebene Gewindespindel umfaßt. Die Transporteinrichtung dient zum Halten und
Führen der auf den Schienen (Führungsbahn) 9 aufliegenden Tambours 10 der Wic
kelrolle 6. Eine Vorrichtung zum Regeln der im Nip 7 entstehenden Linienkraft L
während der Hauptwickelphase ist beispielsweise in der bereits genannten, nicht vor
veröffentlichten deutschen Patentanmeldung DE 198 07 897.8 (PA10678 DE) der
Anmelderin offenbart. In der in Fig. 1 dargestellten Hauptwickelphase wird ein leerer
Tambour ("Leertambour") 11 von einer nicht dargestellten Haltevorrichtung in einem
Abstand von der Tragtrommel 2 gehalten ("Bereitschaftsposition").
Unterhalb der Wickelrolle 6 ist in strich-punktierter Form die Luftabquetschvorrichtung
12 dargestellt, die während der dargestellten Hauptwickelphase in keinem Wirkver
hältnis mit der Wickelrolle 6 steht. Sie steht vielmehr in einer Warteposition. Die
Luftabquetschvorrichtung 12 kann mit allgemein gekannten Mechanismen sowohl ver
tikal als auch horizontal bewegt werden.
Die Fig. 2 zeigt eine Seitenansicht einer Wickelmaschine 1 mit erfindungsgemäßer
Luftabquetschvorrichtung 12 während der Endwickelphase. Während dieser Endwic
kelphase wird die Wickelrolle 6 mit der bereits beschriebenen Transporteinrichtung
von der Tragtrommel 2 unter Auflösung des Nips 7 und unter Ausbildung eines freien
Bahnzugs weg bewegt. Zeitlich versetzt wird dann der bisher in einem Abstand von
der Tragtrommel 2 gehaltene leere Tambour 11 von der nicht dargestellten Haltevor
richtung auf die Tragtrommel 2 mit Ausbildung eines Nips 7 aufgesetzt. Mit der nicht
dargestellten Bahntrennung beginnt dann die Anwickelphase für den leeren Tambour
11, wobei die Wickelrolle 6 dann nicht mehr bewickelt wird und horizontal in eine Ent
nahmeposition bewegt wird.
Erfindungsgemäß wird nun vor Auflösung des Nips 7 zwischen der Tragtrommel 2 und
der Wickelrolle 6 die Luftabquetschvorrichtung 12 an die Wickelrolle 6 angelegt. So
fort bei Ausbildung eines Wirkbereichs zwischen der Wickelrolle 6 und der Luftab
quetschvorrichtung 12 wird die Wirkkraft W im Wirkbereich B durch eine Verlagerung
der Luftabquetschvorrichtung 12 geregelt. Ein solcher Regelkreis gehört zum Wis
sensbereich des Durchschnittsfachmanns und ist beispielsweise in der bereits ge
nannten, nicht vorveröffentlichten deutschen Patentanmeldung DE 198 07 897.8
(PA10678 DE) der Anmelderin für eine Tragtrommel offenbart. Die Luftabquetschvor
richtung 12 wird unter Beibehaltung der Wirkkraft W im Wirkbereich B synchron zur
Wickelrolle 6 verlagert. Die synchrone Verlagerung wird erst dann beendet, wenn die
Wickelrolle 6 horizontal in ihre Entnahmeposition erreicht ist.
Die Fig. 3 bis 6 stellen vereinfachte Darstellungen von erfindungsgemäßen
Luftabquetschvorrichtungen 12 dar. Allen Figuren ist gemeinsam, daß sowohl der die
Luftabquetschvorrichtung tragende Träger als auch die Verlagerungsvorrichtung für
den Träger nicht dargestellt ist.
Die Fig. 3 zeigt eine als ein Verbundelement 13 ausgeführte Luftabquetschvorrich
tung 12. Das Verbundelement 13 besteht aus einem Grundkörper 14, beispielsweise
ein flexibles Material, und einem reibungsarmen Belag 15, beispielsweise eine Be
schichtung aus Polytetraflourethylen oder Baumwollvlies. Das Verbundelement 13 ist
auf einem Rahmen 16 fixiert. Die reibungsarme Beschichtung 15 ist vorzugsweise mit
einem Krümmungsradius R von 180 mm versehen und die in Bahnlaufrichtung ge
messene Länge H des Verbundelements 13 beträgt vorzugsweise 180 mm.
Die Fig. 4 zeigt eine Luftabquetschvorrichtung 12, die aus in drei Reihen angeord
neten Einzelrollen 17, welche direkt an der Wickelrolle 6 anliegen, besteht. Die darge
stellten drei Reihen von Einzelrollen sind auf einem gemeinsamen Rahmen 18 mon
tiert, wobei jede Einzelrolle von mindestens einem Federmechanismus 19 gelagert
wird und mit einer individuell einstellbaren Federkraft F beaufschlagbar ist.
Die Fig. 5 zeigt die Ansicht Y der Fig. 4. Es ist klar erkennbar, daß die jeweiligen
Einzelrollen 17 der Luftabquetschvorrichtung 12 in Richtung der Mittelachse der nicht
dargestellten Wickelrolle versetzt angeordnet sind, vorzugsweise mittig zueinander
ausgerichtet sind.
Die Fig. 6 zeigt eine Luftabquetschvorrichtung 12, die aus einem auf einem Rahmen
21 angebrachten Kontaktelement 20 mit der Form eines Tragflügels und mit einem
reibungsarmen Belag besteht. Das Kontaktelement 20 wird von einem Federmecha
nismus 22 gelagert und ist mit einer individuell einstellbaren Federkraft F beauf
schlagbar.
Zusammenfassend ist festzuhalten, daß durch die Erfindung eine Wickelmaschine
zum kontinuierlichen Aufwickeln einer Materialbahn der eingangs genannten Art so
weitergebildet wird, daß sowohl keine Lufteinschlüsse in den einzelnen Lagen der
Wickelrolle aufgrund von Unebenheiten in der Oberflächenkontur der beinahe voll be
wickelten Wickelrolle entstehen als auch die "eingewickelte" Bahnspannung aufrecht
erhalten bleibt.
1
Wickelmaschine
2
Tragtrommel
3
Doppelpfeil
4
Materialbahn
5
Mantelfläche
6
Wickelrolle
7
Nip
8
Pfeil
9
Schiene
10
Tambour
11
leerer Tambour ("Leertambour")
12
Luftabquetschvorrichtung
13
Verbundelement
14
Grundkörper
15
Reibungsarmer Belag
16
Rahmen
17
Einzelrollen
18
Rahmen
19
Federmechanismus
20
Kontaktelement
21
Rahmen
22
Federmechanismus
B Wirkbereich
F Federkraft
G Horizontale Gerade
H Länge
L Linienkraft
R Krümmungsradius
W Wirkkraft
Y Ansicht
B Wirkbereich
F Federkraft
G Horizontale Gerade
H Länge
L Linienkraft
R Krümmungsradius
W Wirkkraft
Y Ansicht
Claims (15)
1. Wickelmaschine (1) zum kontinuierlichen Aufwickeln einer Materialbahn (4), ins
besondere einer Papier- oder Kartonbahn, auf einen Tambour (10) zu einer Wic
kelrolle (6),
- 1. a) mit einer Tragtrommel (2), die mit der Wickelrolle (6) einen Nip (7) bildet,
- 2. b) mit einer mindestens eine Transporteinrichtung umfassenden Lagerung, die den Tambour (10) entlang einer bevorzugterweise horizontalen Führungsbahn führt und
- 3. c) mit einer im unteren Bereich der Wickelmaschine (6) angebrachten Luftab quetschvorrichtung (12), die an die Wickelrolle (6) anlegbar ist,
2. Wickelmaschine nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß
der Grundkörper (14) aus einem flexiblen Material mit einem E-Modul von 0,05
bis 1 N/mm2, vorzugsweise 0,2 N/mm2, besteht.
3. Wickelmaschine nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß
der reibungsarme Belag (15) aus einer Beschichtung aus Polytetraflourethylen
oder Baumwollvlies besteht.
4. Wickelmaschine nach einem der Ansprüche 1 oder 3,
dadurch gekennzeichnet, daß
der reibungsarme Belag (15) mit einem Krümmungsradius (R) von 100 bis 300
mm, vorzugsweise 180 mm, versehen ist.
5. Wickelmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß
die in Bahnlaufrichtung gemessene Länge (H) des Verbundselements (13)
zwischen 100 und 300 mm, vorzugsweise 180 mm, beträgt.
6. Wickelmaschine nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Luftabquetschvorrichtung (12) aus einer Anordnung mehrerer kleiner Einzel
rollen (17) besteht, die auf mindestens einem Rahmen (18) angebracht sind.
7. Wickelmaschine nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Einzelrollen (17) in mindestens zwei zueinander parallelen Reihen, die
parallel zur Mittelachse der Wickelrolle (6) verlaufen, angeordnet sind.
8. Wickelmaschine nach Anspruch 6 oder 7,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Reihen von Einzelrollen (17) in Richtung der Mittelachse der Wickelrolle (6)
versetzt angeordnet sind.
9. Wickelmaschine nach einem der Ansprüche 6 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Einzelrollen (17) einen Rollendurchmesser von 30 bis 150 mm, bevor
zugterweise 80 mm, aufweisen.
10. Wickelmaschine nach einem der Ansprüche 6 bis 9,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Einzelrollen (17) mit einer weichen Gummibeschichtung versehen sind.
11. Wickelmaschine nach einem der Ansprüche 6 bis 10,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Einzelrollen (17) mit mindestens je einem Federmechanismus (19) zur Auf
bringung einer einstellbaren Anpreßkraft versehen sind.
12. Wickelmaschine nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Luftabquetschvorrichtung (12) aus mindestens einem auf mindestens einem
Rahmen (21) angebrachten Kontaktelement (20) mit der Form eines Tragflügels
und mit einem reibungsarmen Belag (15) besteht.
13. Wickelmaschine nach Anspruch 12,
dadurch gekennzeichnet, daß
der reibungsarme Belag (15) aus einer Beschichtung aus Polytetraflourethylen
oder Baumwollvlies besteht.
14. Wickelmaschine nach Anspruch 12 oder 13,
dadurch gekennzeichnet, daß
das Kontaktelement (20) mit einem Federmechanismus (22) zur Aufbringung
einer einstellbaren Anpreßkraft versehen ist.
15. Wickelmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß
bei Ausbildung eines Wirkbereichs (B) zwischen der Wickelrolle (6) und der
Luftabquetschvorrichtung (12) die Wirkkraft (W) im Wirkbereich (B) durch eine
Verlagerung der Luftabquetschvorrichtung (12) regelbar ist.
Priority Applications (2)
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| DE1999108496 DE19908496A1 (de) | 1999-02-26 | 1999-02-26 | Wickelmaschine zum kontinuierlichen Aufwickeln einer Materialbahn |
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Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
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| DE1999108496 DE19908496A1 (de) | 1999-02-26 | 1999-02-26 | Wickelmaschine zum kontinuierlichen Aufwickeln einer Materialbahn |
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ID=7899055
Family Applications (1)
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| EP1038815A2 (de) | 2000-09-27 |
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