DE19908417A1 - Steuerventil für die Einspritzanlage eines Dieselmotors - Google Patents
Steuerventil für die Einspritzanlage eines DieselmotorsInfo
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Abstract
Das Steuerventil (10) für die Einspritzanlage eines Dieselmotors mit einem Kraftstoffinjektor mit einem Druckverstärker umfaßt ein Gehäuse (12) mit einem Eingangsanschluß (16) und einem Ausgangsanschluß (18) sowie einen Ventilkörper (20) mit einer ersten Ventilfläche (22), die in einem ersten Zustand an einem ersten Ventilsitz (24) anliegt und in einem zweiten Zustand davon abgehoben ist. Ein Ventilelement (36) am Ventilkörper (20) weist eine zweite Ventilfläche (38) auf, die im ersten Zustand von einem zweiten Ventilsitz (40) abgehoben ist und im zweiten Zustand daran anliegt.
Description
Die Erfindung betrifft ein Steuerventil für die Einspritzan
lage eines Dieselmotors gemäß dem Oberbegriff des Patentan
spruchs 1. Eine solche Anordnung ist aus der US-PS 5 407 131
bekannt.
Der Dieselmotor mit Direkteinspritzung ist die Verbrennungs
kraftmaschine mit dem höchsten thermodynamischen Wirkungs
grad. Hinsichtlich der Kraftstoffeinspritzung sind für ver
schiedene Motoren unterschiedliche Technologien im Einsatz.
Besonders im NKW-Bereich werden Systeme mit Druckverstärkung
im Kraftstoffinjektor eingesetzt. Ein Beispiel für einen
Kraftstoffinjektor mit druckverstärkender Übersetzung ist in
der US-PS 5 460 329 beschrieben. Dabei gelangt der Kraftstoff
über ein als Schieberventil ausgestaltetes elektromagneti
sches Steuerventil zu dem Druckverstärker im Injektor. Über
die elektromagnetische Ansteuerung des Steuerventils wird zu
festgelegten Zeiten bzw. Kurbelwinkeln der Kraftstoff vom
Druckverstärker unter hohen Druck gesetzt. Der unter hohen
Druck gesetzte Kraftstoff bewirkt dann auf die herkömmliche
Art, daß die Ventilnadel des Injektors von ihrem Sitz abhebt
und den Weg für den Kraftstoff zu der Einspritzdüse des In
jektors freigibt und der Kraftstoff in den Brennraum des Die
selmotors eingespritzt wird.
Eine andere Art von Steuerventil für einen Kraftstoffinjektor
mit einem nockenbetriebenen Druckverstärkerkolben ist in der
eingangs genannten US-PS 5 407 131 beschrieben. Das Steuer
ventil ist hier ein Sitzventil, das normalerweise offen ist
und das mit Hilfe eines Elektromagneten geschlossen werden
kann. Im offenen Zustand fließt der von einer Niederdruck-
Kraftstoffförderpumpe aus dem Tank beförderte Kraftstoff
durch das Steuerventil zum Tank zurück.
Eine Kraftstoffeinspritzung in den Brennraum eines Zylinders
des Dieselmotors wird dadurch eingeleitet, daß eine elektri
sche bzw. elektronische Motorsteuerung den Elektromagneten
des Steuerventils ansteuert. Die vom Elektromagneten erzeugte
magnetische Kraft bewirkt, daß das Sitzventil schließt. Der
Kraftstoff im Injektor, der nun nicht mehr abfließen kann,
wird in der Folge vom nockenbetätigten Kolben des Druckver
stärkers unter Druck gesetzt. Wenn der Druck den vorgegebenen
Düsennadelöffnungsdruck erreicht hat, beginnt die Einsprit
zung.
Die Kraftstoffeinspritzung wird dadurch beendet, daß der
Elektromagnet nicht weiter mit Strom versorgt wird. Nach dem
Zusammenbrechen des elektromagnetischen Feldes öffnet sich
das Sitzventil wieder, so daß der Kraftstoff wieder abfließen
kann und der Druck im Injektor abfällt.
Das Öffnen und Schließen des Sitzventils erfolgt natürlich in
Korrelation zu den Stellungen bzw. Bewegungen des Kolbens im
Zylinder des Motors und des mechanisch mit der Kurbelwelle in
Verbindung stehenden Druckverstärkerkolbens des Injektors.
Die bekannten Anordnungen haben den Nachteil, daß sowohl bei
den Schieberventilen als auch bei den Sitzventilen die Dicht
funktion nicht ausreicht. Die Schieberventile sind nur unge
nügend über den Dichtspalt abgedichtet, und bei den Sitzven
tilen wird die Dichtfunktion vom Sitz nur in einer Richtung
übernommen.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, das eingangs ge
nannte Steuerventil so auszugestalten, daß die Dichtfunktion
verbessert ist.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß mit den im Patentanspruch
1 angegebenen Maßnahmen gelöst. Bevorzugte Ausführungsformen
der Erfindung sind in den Unteransprüchen angeführt.
Die obige Aufgabe wird demnach erfindungsgemäß dadurch ge
löst, daß bei dem Steuerventil, das ein Gehäuse mit einer
Ventilkammer und mit einem Eingangsanschluß und einem Aus
gangsanschluß sowie einen in der Ventilkammer axial bewegli
chen Ventilkörper mit einer ersten Ventilfläche umfaßt, der
in einem ersten Zustand an einem ersten Ventilsitz am Gehäuse
anliegt und dadurch die Fluidverbindung zwischen Eingangsan
schluß und Ausgangsanschluß unterbindet, wobei in einem zwei
ten Zustand die erste Ventilfläche vom ersten Ventilsitz ab
gehoben ist und dadurch die Fluidverbindung zwischen Ein
gangsanschluß und Ausgangsanschluß hergestellt ist, ein Ven
tilelement vorgesehen ist, das am Ventilkörper befestigt ist
und das eine zweite Ventilfläche aufweist, die einem zweiten
Ventilsitz am Gehäuse gegenüberliegt, wobei im ersten Zustand
die zweite Ventilfläche vom zweiten Ventilsitz abgehoben ist
und dadurch eine Fluidverbindung zwischen Ausgangsanschluß
und einem Rücklauf hergestellt ist und im zweiten Zustand die
zweite Ventilfläche am zweiten Ventilsitz anliegt und dadurch
die Fluidverbindung zum Rücklauf sperrt.
Das erfindungsgemäße Steuerventil ist somit ein fast voll
ständig druckausgleichendes Sitzventil mit zwei Sitzkonfigu
rationen, die jeweils die Dichtfunktion übernehmen. Durch
diese Konstruktion ergibt sich der Vorteil einer Funktions
verbesserung durch den Druckausgleich in jeder Stellung des
Ventils. Dadurch werden die benötigten Verstellkräfte mini
miert. Außerdem können die beiden Sitzkonfigurationen des er
findungsgemäßen Sitzventils unabhängig voneinander gefertigt
und eingestellt werden, so daß die Herstellung des Sitzven
tils einfach ist. So läßt sich das Ventilelement plan auf den
Ventilkörper aufschrauben, wobei es sich selbständig an sei
nem vorzugsweise kegeligen Ventilsitz zentriert.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird im folgenden an
hand der Zeichnung näher erläutert.
Die Figur der Zeichnung zeigt einen Schnitt durch ein Steuer
ventil für einen Kraftstoffinjektor.
In der Zeichnung ist schematisch eine Schnittansicht eines
Steuerventils für einen Kraftstoffinjektor mit Druckverstär
ker für die Einspritzanlage eines Dieselmotors dargestellt.
Jeder Zylinder des Dieselmotors ist mit einem solchen Kraft
stoffinjektor versehen.
Das gezeigte Steuerventil 10 umfaßt ein Ventilgehäuse 12 mit
einer Ventilkammer 14. Das Gehäuse 12 weist einen Eingangsan
schluß 16 und einen Ausgangsanschluß 18 auf. An den Eingangs
anschluß 16 ist die Kraftstoffzuleitung von einem (nicht ge
zeigten) Druckspeicher angeschlossen, der eine gewisse Menge
an einem Medium, z. B. Kraftstoff oder Öl, unter einem relativ
geringen Druck enthält. Vom Ausgangsanschluß 18 gelangt das
Medium gegebenenfalls zum Druckverstärker des Kraftstoffin
jektors (ebenfalls nicht gezeigt). Sowohl der Eingangsan
schluß 16 als auch der Ausgangsanschluß 18 münden in die Ven
tilkammer 14 im Ventilgehäuse 12, das heißt genauer gesagt
jeweils in eine umlaufende Nut 16a bzw. 18a in der Wand der
Ventilkammer 14. Die beiden Nuten 16a, 18a sind in Axialrich
tung der Ventilkammer 14 beabstandet.
In der Ventilkammer 14 ist axial begrenzt beweglich ein Ven
tilkörper 20 angeordnet. Der Ventilkörper 20 weist eine kege
lige Ventilfläche 22 in der Form einer Schulter am Ventilkör
per 20 auf, die an einem dazu passenden Ventilsitz 24 in der
Form eines Vorsprungs in der Ventilkammer 14 zur Anlage kom
men kann.
Die Ventilfläche 22 und der Ventilsitz 24 sind in Axialrich
tung zwischen den beiden Nuten 16a, 18a am Eingangsanschluß
16 bzw. am Ausgangsanschluß 18 vorgesehen. Die Ventilfläche
22 am Ventilkörper 20 und der Ventilsitz 24 sind damit so an
geordnet, daß, wenn die Ventilfläche 22 am Ventilsitz 24 an
liegt, die Fluidverbindung vom Eingangsanschluß 16 über die
Ventilkammer 14 zum Ausgangsanschluß 18 durch den Ventilkör
per 20 unterbrochen wird. Die Anlage der Ventilfläche 22 am
Ventilsitz 24 wird durch eine Druckfeder 26 bewirkt.
Bei offenem Ventil, das heißt wenn die Ventilfläche 22 vom
Ventilsitz 24 abgehoben ist, besteht zwischen Eingangsan
schluß 16 und Ausgangsanschluß 18 eine Fluidverbindung.
Am Ventilkörper 20 ist, zum Beispiel mittels einer Schraube
28, in der axialen Verlängerung des Ventilkörpers 20 eine An
kerplatte 30 befestigt. Der Ankerplatte 30 liegt eine Ma
gneteinheit 32 mit einem Elektromagneten gegenüber. Der Elek
tromagnet kann von einer (nicht gezeigten) Steuereinheit an
gesteuert werden. Wenn die Magneteinheit 32 Strom zugeführt
erhält, wird die Ankerplatte 30 und der damit verbundene Ven
tilkörper 20 gegen die Wirkung der Druckfeder 26 axial in
Richtung Magneteinheit 32 gezogen. Die Ventilfläche 22 wird
dabei von ihrem Ventilsitz 24 abgehoben und die Fluidverbin
dung zwischen Eingangsanschluß 16 und Ausgangsanschluß 18
hergestellt.
An der anderen Seite des Ventilkörpers 20 ist, zum Beispiel
mittels einer weiteren Schraube 34, ein Tellerventilelement
36 mit einer kegeligen Ventilfläche 38 koaxial am Ventilkör
per 20 befestigt. Der Ventilfläche 38 liegt ein kegelförmiger
Ventilsitz 40 in der Form einer Schulter in der Wand der Ven
tilkammer 14 gegenüber, an der sich der Durchmesser der Ven
tilkammer 14 vergrößert.
Die zweite Ventilfläche 38 am Tellerventilelement 36 zeigt
axial in die entgegengesetzte Richtung wie die erste Ven
tilfläche 22 am Ventilkörper 20. Der axiale Öffnungsabstand
zwischen der ersten Ventilfläche 22 am Ventilkörper 20 und
der zweiten Ventilfläche 38 am Tellerventilelement 36 ist
gleich groß wie der axiale Öffnungsabstand des ersten Ventil
sitzes 24 für die erste Ventilfläche 22 vom zweiten Ventil
sitz 40 für das Tellerventilelement 36. Der Ventilkörper 20
kann sich daher axial zwischen den beiden Stellungen "Anlage
der ersten Ventilfläche 22 am ersten Ventilsitz 24" (erster
Zustand) und "Anlage der zweiten Ventilfläche 38 am zweiten
Ventilsitz 40" (zweiter Zustand) hin und her bewegen.
Im ersten Zustand, dem Ausgangszustand, der in der Zeichnung
dargestellt ist, ist die hydraulische Verbindung oder Fluid
verbindung des Druckmediums vom Speicher zum Druckverstärker
im Injektor unterbrochen, da der Ventilkörper 20 von der
Druckfeder 26 in der Darstellung der Zeichnung nach unten von
der Magneteinheit 32 weg gedrückt wird und deshalb die erste
Ventilfläche 22 abdichtend am ersten Ventilsitz 24 anliegt.
Der Ventilkörper 20 verschließt somit, wie bereits oben er
wähnt, den Eingangsanschluß 16.
In diesem Zustand ist die zweite Ventilfläche 38 vom zweiten
Ventilsitz 40 abgehoben. Das Druckmedium kann vom Ausgangsan
schluß 18 über eine Leitung 42 im Ventilgehäuse 12 zum Tel
lerventilelement 36 und, da dieses offen ist, weiter über ei
nen dem Tellerventilelement nachgeschalteten Rücklaufanschluß
44 abfließen. Dadurch erfolgt ein Druckausgleich auf der Aus
gangsseite des Steuerventils 10.
Eine Druckentlastungsöffnung 46, die in Höhe der Ankerplatte
30 aus dem Ventilgehäuse 12 herausführt und die mit dem
drucklosen Rücklauf verbunden ist, verhindert, daß sich durch
Leckströme ein Druck zwischen dem Ventilkörper 20 und dem
Ventilgehäuse 12 aufbaut, der eine Betätigung des Steuerven
tils 10 erschweren könnte.
Die Einspritzung wird eingeleitet durch eine Ansteuerung,
d. h. Bestromung der Magneteinheit 32. Die entstehende Magnet
kraft zieht die Ankerplatte 30 in axialer Richtung zur Ma
gneteinheit 32, so daß sich die mit der Ankerplatte 30 ver
bundene Ventileinheit aus Ventilkörper 20 und Tellerventil
element 36 in der Darstellung der Zeichnung nach oben bewegt,
bis das Tellerventilelement 36 an seinem Sitz 40 anliegt. Die
am zweiten Ventilsitz 40 anliegende zweite Ventilfläche 38
des Tellerventilelements 36 unterbricht die Verbindung zwi
schen dem Ausgangsanschluß 18 und dem Rücklauf. Gleichzeitig
wird durch das Abheben der ersten Ventilfläche 22 des Ventil
körpers 20 vom ersten Ventilsitz 24 die Verbindung zwischen
dem Eingangsanschluß 16 und dem Ausgangsanschluß 18 herge
stellt. Das Druckmedium bzw. der Kraftstoff kann damit vom
Speicher zum Druckverstärker strömen und der Druck durch den
Druckverstärker erhöht werden, bis die Einspritzung erfolgt.
Das Einspritzende wird erreicht, wenn die Bestromung der Ma
gneteinheit 32 beendet wird. Die Druckfeder 26 schiebt dann
den Ventilkörper 20 wieder in die Ausgangslage zurück, bis
die erste Ventilfläche 22 am Ventilkörper 20 am ersten Ven
tilsitz 24 anliegt. Gleichzeitig öffnet sich das Tellerventil
element 36. Damit ist einerseits die Verbindung zwischen dem
Eingangsanschluß 16 und dem Ausgangsanschluß 18 und damit die
Verbindung zwischen Speicher und Druckverstärker unterbrochen
und andererseits die Verbindung zwischen Ausgangsanschluß 18
und drucklosem Rücklauf wiederhergestellt.
Claims (3)
1. Steuerventil für die Einspritzanlage eines Dieselmotors
mit einem Kraftstoffinjektor mit einem Druckverstärker, dem
das Steuerventil (10) vorgeschaltet ist, wobei das Steuerven
til (10) ein Gehäuse (12) mit einer Ventilkammer (14) und mit
einem Eingangsanschluß (16) und einem Ausgangsanschluß (18)
sowie einen in der Ventilkammer (14) axial beweglichen Ven
tilkörper (20) mit einer ersten Ventilfläche (22) umfaßt, die
in einem ersten Zustand an einem ersten Ventilsitz (24) am
Gehäuse (12) anliegt und dadurch die Fluidverbindung zwischen
Eingangsanschluß (16) und Ausgangsanschluß (18) unterbindet,
wobei in einem zweiten Zustand die erste Ventilfläche (22)
vom ersten Ventilsitz (24) abgehoben ist und dadurch die
Fluidverbindung zwischen Eingangsanschluß (16) und Ausgangs
anschluß (18) hergestellt ist,
gekennzeichnet durch
ein Ventilelement (36), das am Ventilkörper (20) befe
stigt ist und das eine zweite Ventilfläche (38) aufweist, die
einem zweiten Ventilsitz (40) am Gehäuse (12) gegenüberliegt,
wobei im ersten Zustand die zweite Ventilfläche (38) vom
zweiten Ventilsitz (40) abgehoben ist und dadurch eine Fluid
verbindung zwischen Ausgangsanschluß (18) und einem Rücklauf
(44) hergestellt ist und im zweiten Zustand die zweite Ven
tilfläche (38) am zweiten Ventilsitz (40) anliegt und dadurch
die Fluidverbindung zum Rücklauf (44) sperrt.
2. Steuerventil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß das Ventilelement (36) ein koaxial an dem Ventilkörper
(20) befestigtes Tellerventilelement ist.
3. Steuerventil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die ersten und zweiten Ventilflächen (22, 38) und die er
sten und zweiten Ventilsitze (24, 40) kegelförmig sind.
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