DE19906062A1 - Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung einer Materialbahn - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung einer MaterialbahnInfo
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Abstract
Bei einem Verfahren sowie einer Vorrichtung zur Herstellung einer Materialbahn wie insbesondere einer Papier- oder Kartonbahn wird eine zur Erzeugung der Materialbahn verwendete Stoffsuspension mittels eines Stoffauflaufs über die Maschinenbreite verteilt einer wenigstens ein Siebband umfassenden Bahnbildungszone zugeführt. Zur Beeinflussung der Bahnzusammensetzung über die Maschinenbreite wird dem Stoffauflauf zusätzlich sektionsweise jeweils wenigstens ein zumindest eine Komponente der Stoffsuspension enthaltender Dosierstoffstrom zugeführt, dessen Volumenstrom entsprechend einstellbar ist.
Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung einer Materialbahn
wie insbesondere einer Papier- oder Kartonbahn, bei dem eine zur Erzeu
gung der Materialbahn verwendete Stoffsuspension mittels eines Stoffauf
laufs über die Maschinenbreite verteilt einer wenigstens ein Siebband
umfassenden Bahnbildungszone zugeführt wird. Sie betrifft ferner eine
Vorrichtung der im Oberbegriff des Anspruchs 9 angegebenen Art.
Bei der Papierherstellung ist man u. a. bestrebt, möglichst gleichmäßige
bzw. gewünschte Quer- und Längsprofile von Qualitätsmerkmalen zu er
halten, zu denen beispielsweise die Flächenmasse, Faserorientierung,
Asche, Feinstoff, Glanz usw. zählen. Es sind bereits Verfahren und Vor
richtungen bekannt, bei denen das Flächenmassequerprofil am Ende der
Papiermaschine gemessen wird und bei einer auftretenden Soll-Ist-
Abweichung im Bereich des Stoffauflaufs vorgesehene Aktuatoren im Sin
ne einer Kompensation der Abweichung betätigt werden. Dabei kann eine
Steuerung oder eine Regelung erfolgen.
Zur Einstellung des Flächenmassequerprofils sind zwei Verfahren be
kannt. Bei einem dieser beiden bekannten Verfahren wird der Auslauf
spalt des Stoffauflaufes durch örtliches Verbiegen einer Blende über die
Maschinenbreite derart profiliert, daß die zuvor genannte Soll-Ist-
Abweichung des Flächenmassequerprofils kompensiert wird
(Verdrängungsregelung). Dagegen bleibt bei dem anderen bekannten Ver
fahren der Auslaufspalt des Stoffauflaufes über die Breite im wesentlichen
konstant. Das Flächenmassequerprofil wird hier dadurch beeinflußt, daß
über die Breite des Stoffauflaufes die lokalen Feststoffkonzentrationen der
Stoffsuspension sektional eingestellt werden. Dies geschieht dadurch, daß
im Stoffauflauf zwei Suspensionen unterschiedlicher Konzentration in
dem gewünschten Verhältnis gemischt werden. Dabei wird die Konzentra
tion des Mischvolumenstroms der betreffenden Sektion so eingestellt, daß
die dieser Sektion zugeordnete gewünschte Flächenmaße im produzierten
Papier erreicht wird. Dieses Prinzip der Verdünnungswasserregelung ist in
der DE 40 19 593 C2 beschrieben.
Zwischen dem Ort der Einstellung des gewünschten Flächenmassequer
profils im Bereich des Stoffauflaufs und dem Ort der Messung am Ende
der Papiermaschine wirken Störgrößen auf den Papierherstellungsprozeß
ein. So wird beispielsweise nur ein Teil der Masse, die über den Stoffauf
lauf auf ein Entwässerungssieb aufgegeben wird, auf dem Sieb weiter
transportiert. Ein bestimmter Teil der Masse fällt beim Entwässerungspro
zeß durch das Sieb bzw. im Fall eines Gap-Formers die Siebe hindurch.
Wieviel Masse verlorengeht und wieviel auf dem Sieb verbleibt (Retention),
hängt unter anderem zu einem wesentlichen Teil von der Zusammenset
zung der Suspension im Stoffauflauf, von der Gestaltung des Entwässe
rungsbereichs, der Leisten und Siebe usw. ab. Neben den Zellstoff bzw.
Holzstoffasern können je nach Papiersorte größere oder kleinere Mengen
von Füllstoffen (z. B. Asche), Feinstoffe, Aufheller vorhanden sein. Diese
Zuschlagstoffe können sich untereinander in Größe und Form unterschei
den.
So fällt bei Papiersorten mit kurzen Fasern und hohem Asche- bzw. Füll
stoffanteil mehr Feststoffmasse durch das Entwässerungssieb als bei Pa
piersorten mit langen Fasern und einem geringen Asche- bzw. Füllstoff
anteil. Entsprechend umgekehrt verhält sich die vom Entwässerungssieb
zurückgehaltene Feststoffmasse. Der Anteil der vom Sieb zurückgehalte
nen Masse zur gesamten auf das Entwässerungssieb aufgebrachten Masse
wird als Retention bezeichnet. Es ist bekannt, daß die Retention der Fest
stoffmasse über die Breite des Entwässerungsbereiches nicht gleichmäßig
ist. Diese Ungleichmäßigkeiten führen zu einem schlechten Flächenmas
sequerprofil und werden durch die zuvor genannten Prinzipien zur Flä
chenmassequerprofilregelung kompensiert.
Mit den bekannten Verfahren und Vorrichtungen erreicht man somit zwar
gute Flächenmassequerprofile, von Nachteil sind jedoch ungleichmäßige
Papiereigenschaften in der Blattebene.
Ziel der Erfindung ist es, das Verfahren sowie die Vorrichtung der ein
gangs genannten Art dahingehend zu verbessern, daß eine höhere
Gleichmäßigkeit der Materialbahn- bzw. Papiereigenschaften in der Blatt
ebene, insbesondere bessere Eigenschafts- und Zusammensetzungsquer
profile, und damit eine höhere Materialbahn- bzw. Papierqualität erzielbar
sind. Dabei soll eine Verbesserung der Material- bzw. Papierbahnzusam
mensetzung in Quer- und Längsrichtung erreicht werden.
Bezüglich des Verfahrens wird diese Aufgabe erfindungsgemäß dadurch
gelöst, daß dem Stoffauflauf zur Beeinflussung der Bahnzusammenset
zung über die Maschinenbreite zusätzlich sektionsweise jeweils wenig
stens ein zumindest eine Komponente der Stoffsuspension enthaltender
Dosierstoffstrom zugeführt wird, dessen Volumenstrom entsprechend ein
stellbar ist.
Damit wird insbesondere dem Umstand Rechnung getragen, daß die Re
tention der in der Fasersuspension enthaltenen Fest- und Zuschlag
stoffkomponenten zeitlich und örtlich über die Maschinenbreite unter
schiedlich sind. Aufgrund der erfindungsgemäßen Ausbildung können die
dadurch bedingten nachteiligen Auswirkungen auf die Qualität der er
zeugten Materialbahn zumindest im wesentlichen kompensiert werden.
Die gewünschte Qualität der erzeugten Materialbahn ist insbesondere
auch bei höheren Bahngeschwindigkeiten (z. B. V < 1500 m/min. insbe
sondere V < 1800 m/min) noch sichergestellt. Es ist somit insbesondere
auch möglich, die Zusammensetzung der Materialbahn über die Breite
einzustellen.
Bei einer bevorzugten praktischen Ausführungsform des erindungsgemä
ßen Verfahrens wird dem Stoffauflauf zur Beeinflussung des Bahnflä
chengewichts über die Maschinenbreite die Stoffsuspension sektionsweise
zugeführt, wobei die verschiedenen Sektionsströme jeweils durch Mischen
eines Suspensionsstromes höherer Stoffdichte und eines Suspensions
stromes geringerer Stoffdichte entsprechend eingestellt werden. Es ist so
mit insbesondere auch eine kombinierte Einstellung des örtlichen Flä
chengewichts und der Konzentration bzw. der Anteile der Komponenten in
der Materialbahn möglich.
Dabei werden die sektionalen Dosierstoffströme vorzugsweise den jeweili
gen Sektionsströmen zugemischt.
Bei einer bevorzugten zweckmäßigen Ausführungsform wird in wenigstens
einer Sektion einem Suspensionsstrom höherer Stoffdichte an in Strö
mungsrichtung hintereinanderliegenden Stellen ein Suspensionsstrom ge
ringerer Stoffdichte und wenigstens ein Dosierstrom zugemischt. Hierbei
kann sich insbesondere eine Art Reihenschaltung ergeben.
In bestimmten Fällen ist es von Vorteil, wenn in wenigstens einer Sektion
einem Suspensionsstrom höherer Stoffdichte ein Suspensionsstrom gerin
gerer Stoffdichte und dem Suspensionsstrom geringerer Stoffdichte zu
mindest ein Dosierstoffstrom zugemischt wird. Damit ist insbesondere ei
ne kaskadenartige Anordnung möglich. Dabei können dem Suspensi
onsstrom geringerer Stoffdichte kaskadenartig auch zwei oder mehrere
Dosierstoffströme zugemischt werden.
Grundsätzlich ist auch eine solche Anordnung denkbar, bei der dem Sus
pensionsstrom geringerer Stoffdichte an in Strömungsrichtung hinterein
anderliegenden Stellen wenigstens zwei Dosierstoffströme zugemischt
werden. Es sind somit insbesondere auch beliebige Mischformen der Rei
henschaltung und kaskadenartigen Anordnung möglich.
Bei Verwendung eines Mehrschichtstoffauflaufs oder eines Einschicht
stoffauflaufs mit verschiedenen Schichten kann durch eine entsprechende
Sektionierung die Bahnzusammensetzung auch in Richtung der Bahn
dichte beeinflußt werden. Die Erfindung ist somit insbesondere auch auf
einen Mehrschichtstoffauflauf oder einen Einschichtstoffauflauf mit ver
schiedenen Schichten anwendbar, wodurch sich die Verteilung der Kom
ponenten nicht nur in Querrichtung, sondern auch in z-Richtung, d. h. in
Richtung der Materialdicke einstellen läßt. Es können somit insbesondere
auch die Querprofile solcher Qualitätsmerkmale der produzierten Ma
terialbahn wie z. B. die Opazität, Helligkeit, Festigkeit, Glanz, Farbstellung,
Feuchte, usw. in der gewünschten Weise beeinflußt werden.
Bezüglich der Vorrichtung wird die Aufgabe erfindungsgemäß dadurch
gelöst, daß für eine zusätzliche Speisung des Stoffauflaufs sektionsweise
jeweils wenigstens eine Dosierleitung zum Zuführen eines zumindest eine
Komponente der Stoffsuspension enthaltenden Dosierstoffstroms vorgese
hen ist, dessen Volumenstrom einstellbar ist, um die Bahnzusammenset
zung über die Maschinenbreite entsprechend zu beeinflussen.
Vorteilhafte Ausführungsformen der erfindungsgemäßen Vorrichtung sind
in den Unteransprüchen angegeben.
Die Erfindung wird im folgenden anhand von Ausführungsbeispielen un
ter Bezugnahme auf die Zeichnung näher erläutert; in dieser zeigen:
Fig. 1 eine schematische Draufsicht einer möglichen Ausfüh
rungsform eines erfindungsgemäßen Stoffauflaufs,
Fig. 2 ein beispielhaftes Diagramm, in dem der Durchfall von Par
tikeln über der Partikelgröße dargestellt ist,
Fig. 3 ein beispielhaftes Diagramm für holzhaltige Papiere, in dem
die Asche-Retention über der Faser-Retention dargestellt
ist,
Fig. 4 eine mögliche erfindungsgemäße Anordnung von Dosierlei
tungen in einer betreffenden Sektion, durch die eine Art
Reihenschaltung gebildet wird,
Fig. 5 eine weitere mögliche erfindungsgemäße Anordnung von
Dosierleitungen in einer betreffenden Sektion, durch die
sich insgesamt ein kaskadenartiger Aufbau ergibt,
Fig. 6 eine weitere mögliche erfindungsgemäße Anordnung von
Dosierleitungen in einer betreffenden Sektion, die sich aus
einer Kombinationen der in den Fig. 5 und 6 gezeigten An
ordnungen ergibt,
Fig. 7 eine weitere mögliche erfindungsgemäße Anordnung von
Dosierleitungen in einer betreffenden Sektion, die sich aus
einer Kombination der in den Fig. 5 und 6 gezeigten Anord
nungen ergibt, und
Fig. 8 ein Beispiel für eine lokale Änderung der Retention.
Fig. 1 zeigt in schematischer Draufsicht eine mögliche Ausführungsform
des Stoffauflaufs 10 einer Vorrichtung zur Herstellung einer Materialbahn
12, bei der es sich im vorliegenden Fall um eine Papier- oder Kartonbahn
handelt.
Mittels des Stoffauflaufs 10 wird eine zur Erzeugung der Materialbahn 12
verwendete Stoffsuspension über die Maschinenbreite verteilt einer wenig
stens ein Siebband 14 umfassenden Bahnbildungszone 16 zugeführt. Im
vorliegenden Fall wird die Stoffsuspension dem Siebband 14 aufgegeben.
Die Bahnbildungszone 16 kann grundsätzlich ein oder mehrere Siebbän
der und dabei insbesondere auch einen Doppelsiebformer oder Gap-
Former umfassen.
Wie anhand der Fig. 1 zu erkennen ist, wird die Stoffsuspension einem
sektionierten Abschnitt 18 des Stoffauflaufs 10 in verschiedenen Sekti
onsströmen QS1-QSn zugeführt. Zwischen dem sektionierten Abschnitt 18
und einem beispielsweise düsenartigen Auslauf 20 ist ein Turbulenzein
satz 22 vorgesehen.
Fig. 2 zeigt beispielhaft ein Diagramm, in dem der Durchfall von Partikeln
beispielsweise durch das Siebband 14 oder beispielsweise durch zwei ein
ander gegenüberliegende Siebbänder eines Gap-Formers über der Parti
kelgröße dargestellt ist. Danach steigt der Verlust bei kleiner werdenden
Partikeln bei der Filtration überproportional an. Asche- und Feinstoffpar
tikel liegen in einem Größenbereich mit einer Untergrenze von beispiels
weise etwa 1-2 µm. Dagegen können Fasern Längen im mm-Bereich be
sitzen.
Fig. 3 zeigt beispielhaft ein Diagramm für holzhaltige Papiere, in dem die
Asche-Retention über der Faser-Retention (jeweils in %) dargestellt ist.
Dabei ist der Unterschied zwischen der Asche-Retention und der Faser-
Retention für holzhaltige Papiere mit unterschiedlicher Flächenmasse auf
gezeigt. Diese Zusammenhänge sind von der Beschaffenheit des bzw. der
Entwässerungssiebe, der Entwässerungsgeschwindigkeit, der abgelegten
Feststoffmasse auf dem Sieb, den Druckstößen der Entwässerungsele
mente usw. abhängig. Diese rein beispielhafte Aufzählung verdeutlicht die
Vielzahl der auf den Blattbildungsprozeß möglicherweise einwirkenden
Störfaktoren. Diese Störfaktoren wirken sich nicht gleichmäßig über die
Breite der Papiermaschine aus. So kann beispielsweise die Siebbeschaf
fenheit über die Breite unterschiedlich sein, oder die Entwässerungslei
sten können über die Breite unterschiedliche Radien an den Vorderkanten
aufweisen, die für die Höhe des Impulses des Entwässerungsdruckes ent
scheidend sind.
Um eine höhere Gleichmäßigkeit der Papiereigenschaften in der Blattebe
ne, d. h. insbesondere bessere Eigenschafts- und Zusammensetzungspro
file, und damit eine höhere Papierqualität zu erreichen, ist gemäß den Fig.
4 bis 7 für eine zusätzliche Speisung des Stoffauflaufs 10 sektionsweise
jeweils wenigstens eine Dosierleitung l1-li zum Zuführen eines zumindest
eine Komponente der Stoffsuspension enthaltenden Dosierstoffstroms
D1-Di vorgesehen, dessen Volumenstrom jeweils durch ein gesteuertes
und/oder geregeltes Ventil V1-Vi einstellbar ist. Entsprechend ist die
Bahnzusammensetzung über die Maschinenbreite beeinflußbar.
Für eine Beeinflussung des Bahnflächengewichts über die Maschinen
breite können die verschiedenen Sektionsströme QS jeweils durch Mischen
eines Suspensionsstromes HC höherer Stoffdichte CH und eines Suspensi
onsstromes LC geringerer Stoffdichte CL entsprechend eingestellt werden.
Die sektionalen Dosierstoffströme D1-Di werden den jeweiligen Sektions
strömen QS zugemischt.
Fig. 4 zeigt eine mögliche Anordnung von Dosierleitungen l1-li in einer
betreffenden Sektion, durch die eine Art Reihenschaltung gebildet wird.
Dabei ist in einer jeweiligen Sektion die betreffende Sektionsleitung lS (vgl.
auch Fig. 1) mit dem Suspensionsstrom HC höherer Stoffdichte CH ge
speist, dem an in Strömungsrichtung L hintereinander liegenden Misch
stellen M1, M2, Mi der Sektionsleitung lS über einen jeweiligen Mischer der
Suspensionsstrom LC geringerer Stoffdichte CL und die Dosierstoffströme
D1-Di zumischbar sind. Der Suspensionsstrom LC geringerer Stoffdichte
CL wird über die Leitung 10 mit zugeordnetem Ventil V0 zugeführt. Die Do
sierstoffströme D1-Di werden über Leitungen l1-li zugeführt, in denen
jeweils wieder ein Ventil V1-Vi angeordnet ist. Über die Ventile V0-Vi
können die jeweiligen Volumenströme entsprechend eingestellt werden.
Fig. 5 zeigt eine mögliche Anordnung von Dosierleitungen in einer betref
fenden Sektion, durch die sich insgesamt ein kaskadenartiger Aufbau er
gibt. Dabei ist die betreffende Sektionsleitung lS wieder mit dem Suspensi
onsstrom HC höherer Stoffdichte CH gespeist. Diesem Suspensionsstrom
HC höherer Stoffdichte CH wird an einer Mischstelle M1 ein Teilstrom QLD
zugeführt, der durch die Mischung des Suspensionsstromes LC geringerer
Stoffdichte CL mit einem Dosierstoffstrom D1,i an der Mischstelle M2 gebil
det wurde. Der Dosierstoffstrom D1,i wird wieder durch Mischen der Do
sierstoffströme D1, Di an der Mischstelle Mi gebildet. Der Suspensions
strom LC geringerer Stoffdichte CL wird wieder über eine mit einem Ventil
V0 versehene Leitung 10 zugeführt. Die Dosierstoffströme D1, Di werden
über jeweils mit einem Ventil V1, Vi versehene Dosierleitungen l1, li zuge
führt.
Wie der Fig. 5 zu entnehmen ist, liegt das Ventil V0 in Strömungsrichtung
L hinter der Mischstelle M2 und das Ventil V1 hinter der Mischstelle Mi. Im
vorliegenden Fall ergibt sich somit eine kaskadenartige Anordnung.
Die in der Fig. 6 gezeigte weitere Anordnung von Dosierleitungen in einer
betreffenden Sektion ergibt sich aus einer Kombination der in den Fig. 5
und 6 gezeigten Anordnungen. Dabei wird der über die Leitung l0 zuge
führte Suspensionsstrom LC geringerer Stoffdichte CL an der Mischstelle
M1 wieder dem Suspensionsstrom HC größerer Stoffdichte CH zugemischt.
In Strömungsrichtung L vor dem der Leitung l0 zugeordneten Ventil V0
werden dem Suspensionsstrom LC geringerer Stoffdichte CL hintereinan
der über die Dosierleitungen l1, li die Dosierstoffströme D1-Di zugeführt.
Auch in den Dosierleitungen l1-li ist jeweils wieder ein Ventil V1, Vi vorge
sehen.
Auch die in Fig. 7 gezeigte weitere mögliche Anordnung von Dosierleitun
gen in einer betreffenden Sektion ergibt sich wieder aus einer Kombination
der in den Fig. 5 und 6 gezeigten Anordnungen. Dabei wird der über eine
Leitung l0 zugeführte Suspensionsstrom LC geringerer Stoffdichte CL an
einer Mischstelle M1 wieder dem Suspensionsstrom HC höherer Stoff
dichte CH zugemischt. In Strömungsrichtung L vor dem Ventil V0 wird
dem Suspensionsstrom LC geringerer Stoffdichte CL an der Mischstelle M2
über die Dosierleitung l1 der Dosierstoffstrom D1 zugeführt, dessen Volu
menstrom wieder über ein Ventil V1 einstellbar ist. In Strömungsrichtung
L hinter der Mischstelle M1 wird dem Suspensionsstrom HC höherer Stoff
dichte CH an der Mischstelle Mi über die Dosierleitung Li ein weiterer Do
sierstoffstrom Di zugeführt, dessen Volumenstrom wieder über ein Ventil
Vi einstellbar ist.
Darüber hinaus sind beliebige Kombinationen z. B. der in den Fig. 4 bis 7
gezeigten Anordnungen möglich. Bei sämtlichen Ausführungsformen kön
nen die Ventile V0-Vi wieder einen solchen Aufbau besitzen, wie er in der
DE-A-44 02 516 beschrieben ist.
Der Suspensionsstrom LC geringerer Stoffdichte CL kann beispielsweise
Siebwasser und/oder Wasser enthalten. Die verschiedenen Dosier
stoffströme können eine unterschiedliche Konzentration aufweisen. Ein
jeweiliger Dosierstoff Di kann beispielsweise Asche, organischen Feinstoff,
Faserstoff, Retentionsmittel, Stärke, Aufheller, Chemikalien und/oder der
gleichen enthalten. An einer jeweiligen Mischstelle Mi kann jeweils ein Mi
scher vorgesehen sein.
Mit den beschriebenen Anordnungen ist es möglich, die Zusammenset
zung der Papierbahn über die Breite einzustellen. Die Erfindung ist auch
auf einen Mehrschicht-Stoffauflauf oder einen Einschicht-Stoffauflauf mit
verschiedenen Schichten anwendbar. Damit läßt sich die Verteilung der
Komponenten nicht nur in Querrichtung, sondern auch in z-Richtung,
d. h. in Richtung der Papierdicke, einstellen, wodurch auch die Querprofile
solcher Qualitätsmerkmale der produzierten Papierbahn wie beispielswei
se Opazität, Helligkeit, Festigkeit, Glanz, Farbstellung, Feuchte, usw. be
einflußt werden können.
Die Einstellung der Ventile Vi der Dosierleitungen kann beispielsweise
über Regeleinheiten erfolgen. Hierzu wird in der betreffenden Sektion ein
Ist-Wert der Konzentration bzw. des Anteils der Komponenten eines be
treffenden Dosierstoffstroms Di bzw. des Qualitätsmerkmals des Papiers
oder stellvertretend der Suspension gemessen. Dieser Ist-Wert wird in der
Regeleinheit mit einem Soll-Wert verglichen. Bei einer Abweichung zwi
schen dem Soll- und dem Ist-Wert wird das zugehörige Ventil Vi in der Do
sierleitung Di um einen vorausberechneten Wert derart verstellt, daß die
Soll-Ist-Abweichung wieder kleiner oder gar kompensiert wird.
In manchen Fällen ist es ausreichend, die Ventile beispielsweise von Hand
zu steuern. Ein solches Vorgehen ist für solche Komponenten sinnvoll, de
ren Anteil sich während des Herstellungsprozesses nur langsam oder we
nig ändert.
Ein weiterer Aspekt der Erfindung betrifft die kombinierte Einstellung des
örtlichen Flächengewichts und der Konzentration der Anteile der Kompo
nenten im Papier.
Wird das Flächengewichtsquerprofil der produzierten Papierbahn bei
spielsweise durch retentionsbedingte Störungen beeinträchtigt, so werden
die Flächengewichtsabweichungen an den entsprechenden Stellen, bei
spielsweise gemäß Fig. 5 (ohne die Komponente Di) durch Verstellen des
Ventiles V0 korrigiert. Dadurch ändert sich der Teilstrom bzw. Volumen
strom QLD. Dabei kann das Verhältnis der Volumenströme QLD und D1,i
bzw. D1 vor und nach dem Regelungseingriff konstant gehalten werden
(Verhältnisregelung).
Besitzt das Flächengewichtsquerprofil über die Breite beispielsweise kei
nen konstanten Wert, da z. B. ein bestimmtes Sollquerprofil vorgegeben
wurde und/oder die Papierbahn während des Trocknungsprozesses in
Querrichtung unterschiedlich stark geschrumpft ist (gemäß Fig. 5 ohne
die Komponente Di), so ändert sich für eine konstante Zusammensetzung
der Papierbahn über die Breite die Relation zwischen QLD und D1 bei der
örtlichen Korrektur des Flächengewichts. Die Ventile V0 und V1 werden
somit unabhängig voneinander eingestellt. Hierzu muß neben dem lokalen
Flächengewicht bzw. der Stoffdichte zusätzlich die lokale Konzentration
bzw. der lokale Anteil der Komponente D1 gemessen und als Ist-Wert einer
Regelungseinheit zugeführt werden.
Die beiden zuletzt angestellten beispielhaften Betrachtungen gelten für
konstante Konzentrationen CDi der Dosierstoffströme.
In der Fig. 8 ist rein schematisch das Prinzip für eine beispielhafte lokale
Änderung der Retention dargestellt. Dabei ist die Retention über dem Flä
chengewicht dargestellt. Die durchgezogene Kurve gibt den Verlauf bei
normaler Retention an. Mit der gestrichelten Kurve ist der Verlauf bei ge
störter Retention angedeutet. Mit "1" ist der Soll-Wert, mit "2" eine ge
störte Stelle und mit "3" die entsprechende Korrektur angegeben. In der
folgenden Tabelle sind rein beispielhaft einige repräsentative Größen für
eine solche lokale Änderung der Retention zusammengestellt:
Es sei folgendes angenommen:
- 1. Die relative Änderung der Ascheretention sei 1,5 bis 2 × größer als die relative Änderung der Gesamtretention.
- 2. Vereinfachend sei die Mischung Gesamtstoff aus dem Stoffauflauf kon stant gehalten. Dies entspricht Module Jet mit Klarfiltrat, oder Blen denregulierung.
Im Ergebnis folgt daraus, daß zur Korrektur leichterer Stellen zusätzlich
Asche dotiert werden muß.
10
Stoffauflauf
12
Materialbahn
14
Siebband
16
Bahnbildungszone
18
sektionierter Abschnitt
20
Auslauf
22
Turbulenzeinsatz
l0
l0
Leitung
l1
l1
Dosierleitung
li
li
Dosierleitung
lS
lS
Sektionsleitung
D1
D1
-Di
Dosierstoffströme
D1,i
D1,i
Dosierstoffstrom
HC Suspensionsstrom höherer Stoffdichte CH
L Strömungsrichtung
LC Suspensionsstrom geringerer Stoffdichte CL
HC Suspensionsstrom höherer Stoffdichte CH
L Strömungsrichtung
LC Suspensionsstrom geringerer Stoffdichte CL
QLD
Teilstrom
QS
QS
Sektionsstrom
V0
V0
-Vi
Ventile
Claims (18)
1. Verfahren zur Herstellung einer Materialbahn (12) wie insbesondere
einer Papier- oder Kartonbahn, bei dem eine zur Erzeugung der
Materialbahn (12) verwendete Stoffsuspension mittels eines Stoff
auflaufs (10) über die Maschinenbreite verteilt einer wenigstens ein
Siebband (14) umfassenden Bahnbildungszone (16) zugeführt wird,
dadurch gekennzeichnet,
daß dem Stoffauflauf (10) zur Beeinflussung der Bahnzusammen
setzung über die Maschinenbreite zusätzlich sektionsweise jeweils
wenigstens ein zumindest eine Komponente der Stoffsuspension
enthaltender Dosierstoffstrom (D1-Di) zugeführt wird, dessen Vo
lumenstrom entsprechend einstellbar ist.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß dem Stoffauflauf (10) zur Beeinflussung des Bahnflächenge
wichts über die Maschinenbreite die Stoffsuspension sektionsweise
zugeführt wird und die verschiedenen Sektionsströme (QS) jeweils
durch Mischen eines Suspensionsstromes (HC) höherer Stoffdichte
(CH) und eines Suspensionsstromes (LC) geringerer Stoffdichte (CL)
entsprechend eingestellt werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die sektionalen Dosierstoffströme (D1-Di) den jeweiligen Sekti
onsströmen (QS) zugemischt werden.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß in wenigstens einer Sektion einem Suspensionsstrom (HC) hö
herer Stoffdichte (CH) an in Strömungsrichtung (L) hintereinander
liegenden Stellen (M1-Mi) ein Suspensionsstrom (LC) geringerer
Stoffdichte (CH) und wenigstens ein Dosierstoffstrom (D1-Di) zuge
mischt wird.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß in wenigstens einer Sektion einem Suspensionsstrom (HC) hö
herer Stoffdichte (CH) ein Suspensionsstrom (LC) geringerer Stoff
dichte (CL) und dem Suspensionsstrom (LC) geringerer Stoffdichte
(CL) zumindest ein Dosierstoffstrom (D1-Di) zugemischt wird.
6. Verfahren nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß dem Suspensionsstrom (LC) geringerer Stoffdichte (CL) kaska
denartig wenigstens zwei Dosierstoffströme (D1-Di) zugemischt wer
den.
7. Verfahren nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß dem Suspensionsstrom (LC) geringerer Stoffdichte (CL) an in
Strömungsrichtung (L) hintereinanderliegenden Stellen (M2, Mi) we
nigstens zwei Dosierstoffströme (D1-Di) zugemischt werden.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß bei Verwendung eines Mehrschichtstoffauflaufs oder eines Ein
schichtstoffauflaufs mit verschiedenen Schichten durch eine ent
sprechende Sektionierung die Bahnzusammensetzung auch in
Richtung der Bahndicke beeinflußt wird.
9. Vorrichtung zur Herstellung einer Materialbahn (12) wie insbeson
dere einer Papier- oder Kartonbahn, bei der eine zur Erzeugung der
Materialbahn (12) verwendete Stoffsuspension mittels eines Stoff
auflaufs (10) über die Maschinenbreite verteilt einer wenigstens ein
Siebband (14) umfassenden Bahnbildungszone (16) zugeführt wird,
insbesondere zur Durchführung des Verfahrens nach einem der
vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß für eine zusätzliche Speisung des Stoffauflaufs (10) sektions
weise jeweils wenigstens eine Dosierleitung (l1-li) zum Zuführen ei
nes zumindest eine Komponente der Stoffsuspension enthaltenden
Dosierstoffstroms (D1-Di) vorgesehen ist, dessen Volumenstrom
einstellbar ist, um die Bahnzusammensetzung über die Maschinen
breite entsprechend zu beeinflussen.
10. Vorrichtung nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet,
daß für eine Beeinflussung des Bahnflächengewichts über die Ma
schinenbreite die Stoffsuspension dem Stoffauflauf (10) sektionswei
se über Sektionsleitungen (lS) zuführbar ist, und daß Mittel vorgese
hen sind, um die verschiedenen Sektionsströme (QS) jeweils durch
Mischen eines Suspensionsstromes (HC) höherer Stoffdichte (CH)
und eines Suspensionsstromes (LC) geringerer Stoffdichte (CL) ent
sprechend einzustellen.
11. Vorrichtung nach Anspruch 9 oder 10,
dadurch gekennzeichnet,
daß Mittel vorgesehen sind, um die sektionalen Dosierstoffströme
(D1-Di) den jeweiligen Sektionsströmen (QS) zuzumischen.
12. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß in wenigstens einer Sektion die betreffende Sektionsleitung (lS)
mit einem Suspensionsstrom (HC) höherer Stoffdichte (CH) gespeist
ist, dem an in Strömungsrichtung (L) hintereinanderliegenden
Mischstellen (M1, M2, Mi) der Sektionsleitung (lS) ein Suspensions
stromes (LC) geringerer Stoffdichte (CL) und wenigstens ein Dosier
stoffstrom (D1-Di) zumischbar ist.
13. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß in wenigstens einer Sektion die betreffende Sektionsleitung (lS)
mit einem Suspensionsstrom (HC) höherer Stoffdichte (CH) gespeist
ist, dem an einer Mischstelle (M1) der Sektionsleitung (lS) ein Sus
pensionsstrom (LC) geringerer Stoffdichte (CL) zumischbar ist, wobei
diesem Suspensionsstrom (LC) geringerer Stoffdichte (CL) zumindest
ein Dosierstoffstrom (D1-Di) zumischbar ist.
14. Vorrichtung nach Anspruch 13,
dadurch gekennzeichnet,
daß dem Suspensionsstrom (LC) geringerer Stoffdichte (CL) kaska
denartig wenigstens zwei Dosierstoffströme (D1-Di) zumischbar sind.
15. Vorrichtung nach Anspruch 13,
dadurch gekennzeichnet,
daß dem Suspensionsstrom (LC) geringerer Stoffdichte (CL) an in
Strömungsrichtung (L) hintereinanderliegenden Stellen (M2, Mi) ei
ner diesen Suspensionsstrom (LC) führenden Zuleitung (l0) wenig
stens zwei Dosierstoffströme (D1-Di) zumischbar sind.
16. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Volumenstrom wenigstens eines über eine Dosierleitung
(l1-li) zugeführten Dosierstoffstromes (D1-Di) durch ein gesteuertes
und/oder geregeltes Ventil (V1-Vi) einstellbar ist.
17. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Volumenstrom des dem Suspensionsstrom (HC) höherer
Stoffdichte (CH) zumischbaren Suspensionsstromes (LC) geringerer
Stoffdichte (CL) durch ein gesteuertes und/oder geregeltes Ventil (V0)
einstellbar ist.
18. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß im Fall eines Mehrschichtstoffauflaufs oder eines Einschicht
stoffauflaufs mit verschiedenen Schichten durch eine entsprechende
Sektionierung die Bahnzusammensetzung auch in Richtung der
Bahndicke beeinflußbar ist.
Priority Applications (2)
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| DE1999106062 DE19906062A1 (de) | 1999-02-12 | 1999-02-12 | Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung einer Materialbahn |
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