DE19906885A1 - Bohrwerkzeug - Google Patents
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Abstract
Es wird ein Bohrwerkzeug insbesondere ein Gesteinsbohrer vorgeschlagen, bei welchem die Oberflächenbeschaffenheit hinsichtlich der Wandreibung sowie Korrosionseigenschaften verbessert werden soll. Hierfür wird die Förderwendel und/oder der Einspannschaft ganz oder teilweise mit einer Beschichtung versehen.
Description
Die Erfindung betrifft ein Bohrwerkzeug nach dem Oberbegriff
des Anspruchs 1.
Bohrwerkzeuge und insbesondere Gesteinsbohrer bestehen aus
einem Bohrerkopf, einer sich hieran anschließenden
Förderwendel zur Abführung des Bohrmehls und einem sich
hieran anschließenden Einspannschaft zum Einspannen in eine
Antriebsmaschine.
Je nach Anwendungsart sind der Bohrerkopf sowie die Boh
rer-Förderwendel einem Verschleiß unterworfen.
Bei Gesteinsbohrern übernimmt die Hartmetallschneide im
Bohrerkopf in Verbindung mit der schlagenden Beanspruchung
des abzutragenden Materials die Hauptarbeit des Bohrens. Der
Durchmesser der Hartmetallschneide ist im allgemeinen größer
ausgebildet, als der Außendurchmesser der Förderwendel. Bei
Gesteinsbohrern hat deshalb die Förderwendel keine
abtragende, sondern im wesentlichen führende und Bohrloch
glättende Funktion. Aufgrund dieser Führungseigenschaften ist
es für Bohrwerkzeuge und insbesondere für Gesteinsbohrer
äußerst wichtig, eine möglich geringe Wandungsreibung
aufzuweisen. Dies wird durch einen niedrigen
Reibungskoeffizienten erreicht.
Der Reibungskoeffizient zwischen dem Material des
Bohrwerkzeugs, nämlich Werkzeugstahl und dem zu bohrenden
Werkstoff, nämlich Gestein oder Beton, liegt in aller Regel
in einer Größe, die verbesserungswürdig erscheint.
Darüberhinaus muß das Verschleißverhalten zwischen Stahl und
dem abzutragenden Beton beachtet werden, da eine
verschlissene Förderwendel zu erheblichen Reibungsverlusten
führt. Schließlich sind auch Korrosionseigenschaften des
Bohrwerkzeugs zu beachten.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Bohrwerkzeug
vorzuschlagen, das den zuvor diskutierten Problemen Rechnung
trägt.
Die Aufgabe wird durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.
Durch die Unteransprüche sind vorteilhafte und zweckmäßige
Weiterbildungen des im Anspruch 1 angegebenen Bohrwerkzeugs
verwirklicht.
Der Erfindung liegt der Kerngedanke zugrunde, daß ein
Bohrwerkzeug mit einer zusätzlichen Beschichtung versehen
wird, die dann Vorteile bringt, wenn diese Beschichtung
bestimmte technische Eigenschaften aufweist. Zum einen muß
die Beschichtung eine hohe Verschleißfestigkeit aufweisen und
zu einer Verminderung des Reibungskoeffizienten zwischen
Werkzeug und Werkstück führen. Hierdurch wird das
Bohrergebnis verbessert, da die in das Werkzeug eingebrachte
Energie im wesentlichen zur Zertrümmerung beispielsweise des
Gesteins umgesetzt werden kann. Eine hochfeste Förderwendel
führt dabei zu einer guten Führung des Bohrwerkzeugs im
Bohrloch, wobei eine zusätzliche Glättung des Bohrwerkzeugs
erfolgt. Dabei soll der Verschleiß des Bohrwerkzeugs und
insbesondere der Förderwendel möglichst gering gehalten
werden.
Die Erfindung wird dadurch spezifiziert, indem die
Förderwendel ganz oder teilweise mit einer
korrosionswirksamen und/oder verschleißfesten Beschichtung
versehen wird. Dabei kann die Beschichtung aus einer
druckbeständigen Dispersionsschicht bestehen, die einen
äußerst niedrigen Reibungskoeffizient aufweist und dadurch
verschleißfest und auch korrosionsfest ist. Dies erfolgt auch
bis in Temperaturbereiche, denen die Bohrwerkzeuge im Bereich
der Förderwendel normalerweise ausgesetzt sind.
Besonders vorteilhaft wird eine druckbeständige
Dispersionsschicht verwendet, die aus festen Schmierstoffen
wie z. B. Molybdändisulfid, PTFE oder Graphit besteht, die in
ein organisches oder anorganisches Bindersystem mit
Lösungsmittel eingelagert sind.
Bei einer solchen Schicht findet eine Glättung der
Oberflächenrauhigkeit des Grundmaterials statt, indem das
Beschichtungsmaterial in die Oberfläche eingelagert wird.
Hierdurch erniedrigt sich der Reibungskoeffizient auf Werte
von µ ≈ 0,04. Die Beschichtung kann eine zusätzliche
Grundschicht aufweisen, die zur Verbesserung der Haftung der
aufzubringenden Dispersionsschicht dient und darüber hinaus
einen erhöhten Verschleiß- und Korrosionsschutz bietet. Die
Schichtdicke beträgt z. B. ca. 5 bis 10 µm.
Derartige Schichten sind aus anderen Anwendungsgebieten
grundsätzlich bekannt und werden beispielsweise von der Fa.
Gebrüder Gramm GmbH & Co. KG als sogenannte "Gleitcoat"-Be
schichtungen angeboten. Die vorliegende Erfindung bezieht
sich deshalb auf die Verwendung einer derartigen Beschichtung
speziell für Bohrwerkzeuge und die mit hier verbundenen
erheblichen Vorteile, wie zuvor beschrieben.
Weiterhin wirkt sich die Beschichtung des Bohrwerkzeugs bzw.
des Einsteckendes eines Bohrwerkzeuges mit einer
reibungsmindernden, abriebfesten und korrisionsbeständigen
Schicht positiv auf dessen Lebensdauer aus. Insbesondere bei
Bohrwerkzeugen, die als sogenannte Hammerbohrer eingesetzt
werden, kommt der Qualität des Einsteckendes eine besondere
Bedeutung zu, da der Hammerbohrer während des Bohrvorgangs
axial im Futter der Schlagbohrmaschine schwingt. Um einen zu
großen Verschleiß bzw. das Fressen zu verhindern, muß auf das
Einsteckende des Hammerbohrers regelmäßig Fett aufgetragen
werden. Durch eine Beschichtung des Einsteckendes können
diese Schmierintervalle beträchtlich vergrößert werden und
der Hammerbohrer besitzt für den Fall, daß das
Schmierintervall nicht eingehalten wird, sogenannte
Notlaufeigenschaften. Selbstverständlich wirkt sich eine
Beschichtung des Einsteckendes auch bei Bohrwerkzeugen, die
nicht als Hammerbohrer zum Einsatz kommen, positiv auf die
Lebensdauer im Bereich des Einsteckendes aus.
Besonders vorteilhaft ist der Einsatz von Bohrwerkzeugen, bei
denen die Beschichtung im Lackierverfahren aufgebracht wird
und bei Bedarf bei Temperaturen unter 200°C eingebrannt
werden kann. Eine solche Beschichtung der Bohrwerkzeuge ist
besonders vorteilhaft, da sie mit technisch einfachen
Verfahren aufgebracht werden kann und einen zusätzlichen
Arbeitsgang zur Konservierung der Bohrer überflüssig macht.
Bei Bedarf kann dann die im Lackierverfahren aufgebrachte
Schicht noch bei Temperaturen unter 200°C eingebrannt
werden, so daß ihre Qualität entscheidend erhöht wird, ohne
daß die Gefahr besteht, das Grundmaterial durch die
Temperatureinwirkung zu schädigen.
Aus dem Stand der Technik sind zwar für Bohrwerkzeuge aus
Stahl oder Hartmetall CVD und PVD-Beschichtungen bekannt. Bei
diesen besteht aber immer die Gefahr einer Schädigung der
Grundmaterialien, da z. B. eine PVD-Beschichtung bei ca. 500°C
erfolgt. Außerdem sind diese Beschichtungen aufgrund ihres
komplizierten Verfahrens sehr teuer.
Claims (7)
1. Bohrwerkzeug, insbesondere Gesteinsbohrer, bestehend aus
einem Bohrerkopf, einer Bohrer-Förderwendel sowie einem
Einspannschaft, dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens die
Förderwendel und/oder der Einspanschaft ganz oder teilweise
eine reibungsmindernde und/oder korrosionswirksame und/oder
verschleißfeste Beschichtung aufweist, wobei die Beschichtung
wenigstens eine druckbeständige Dispersionsschicht umfaßt und
die Oberflächenrauhigkeit des Bohrer-Grundmaterials in Form
einer Einlagerung des Beschichtungsmaterials geglättet sind.
2. Bohrwerkzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Beschichtung aus einem organischen oder anorganischen
Bindersystem mit Lösungsmittel besteht, in welches feste
Schmierstoffe eingelagert sind.
3. Bohrwerkzeug nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,
daß als feste Schmierstoffe Molybdändisulfid (MOS2), PTFE
oder Graphit verwendbar sind.
4. Bohrwerkzeug nach einem der vorgenannten Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die Beschichtung einen niedrigen
Reibungskoeffizienten von µ ≈ 0,04 aufweist.
5. Bohrwerkzeug nach einem der vorgenannten Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die Beschichtung eine
Schichtdicke von 5 bis 10 µm aufweist.
6. Bohrwerkzeug nach einem der vorgenannten Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens das Einsteckende des
Bohrwerkzeugs mit einer reibungsmindernden, abriebfesten und
korrisionsbeständigen Schicht versehen ist.
7. Bohrwerkzeug nach einem der vorgenannten Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die Beschichtung auf das
Bohrwerkzeug im Lackierverfahren aufgebracht wird und bei
Bedarf bei Temperaturen unter 200°C eingebrannt ist.
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