DE19903281A1 - Schienenfahrzeug mit selbsttragendem Wagenkasten - Google Patents
Schienenfahrzeug mit selbsttragendem WagenkastenInfo
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Abstract
Es wird ein Schienenfahrzeug mit einem selbsttragenden Wagenkasten mit einem Boden und einem Dach sowie mit Seitenwänden vorgeschlagen, welche Fenster und Einstiegsbereiche aufweisen, wobei die Seitenwände jeweils von einem mit dem Boden biegesteif verbundenen Rahmen mit Seitenwandelementen gebildet sind. Die Wagenkastenhautelemente sind tragend ausgebildet und zur Bildung eines verrippten Plattentragewerks (1, 8) kraftschlüssig an Rahmenelementen (2) befestigt. Die Wagenkastenhautelemente weisen eine integrierte Zwischenschicht (5) mit schwingungsdämpfenden Eigenschaften auf. Es können kraftschlüssige Klebeverbindungen (7) oder kraftschlüssige Schraub- oder Nietverbindungen (9) zwischen Rahmenelementen (2) und den tragenden Wagenkastenhautelementen vorgesehen sein. Die tragenden Wagenkastenhautelemente sind als tragende Sandwichelemente (3) ausgestaltet, gebildet durch eine Außenschicht (4), eine abstandshaltende Zwischenschicht (5) mit wärme- und/oder schallisolierenden und schwingungsdämpfenden Eigenschaften und eine Innenschicht (6).
Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein Schienenfahrzeug mit einem selbsttragenden Wagenkasten
mit einem Boden und einem Dach sowie mit Seitenwänden, welche Fenster und
Einstiegsbereiche aufweisen, wobei die Seitenwände jeweils von einem mit dem Boden
biegesteif verbundenen Rahmen (Fachwerk, Tragwerk) mit Seitenwandelementen gebildet
sind.
Ein derartiges Schienenfahrzeug ist aus der DE 195 12 629 Al bekannt. Beim bekannten
Schienenfahrzeug sind die Seitenwandelemente steif (nicht schwingungsdämpfend)
ausgebildet und am Fachwerk mittels Klebeverbindung nichttragend befestigt, wobei die
Klebeverbindung zur Schwingungsdämpfung von beim Betrieb des Schienenfahrzeuges
auftretenden Schwingungen dient. Die Klebung muß eine ausreichende Schichtdicke
aufweisen, um die zur Absorption der Schwingungen eingeplante Dämpfungsarbeit zu leisten.
Dabei wird ausgeführt, daß eine zu dünne Klebeschicht zu keiner Dämpfung sondern zu
Steifigkeit der Konstruktion führen würde, was andere Maßnahmen zur Beherrschung der
störenden Schwingungen erfordern würde und nur mit entsprechend festigkeitsmäßig als
tragend ausgelegten Seitenwandelementen realisierbar wäre.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein besonders leichtes Schienenfahrzeug mit
einem selbsttragenden Wagenkasten der eingangs genannten Art anzugeben.
Diese Aufgabe wird in Verbindung mit den Merkmalen des Oberbegriffes des Anspruchs 1
dadurch gelöst, daß die Wagenkastenhautelemente tragend ausgebildet und zur Bildung eines
verrippten Plattentragewerks kraftschlüssig an Rahmenelementen befestigt sind und daß die
Wagenkastenhautelemente eine integrierte Zwischenschicht mit schwingungsdämpfenden
Eigenschaften aufweisen.
Die mit der Erfindung erzielbaren Vorteile bestehen insbesondere darin, daß die
Rahmenelemente des erfindungsgemäß ausgebildeten Schienenfahrzeuges leichter und
geringer (schlanker) dimensioniert gestaltet werden können als beim bekannten Fall. Da die
Wagenkastenhautelemente selbst als tragende Baukomponenten ausgeführt sind, übernehmen
sie einen Teil der Tragefunktion des Fachwerkes. Insgesamt gelangt man zu einem
gewichtsreduziertem und damit kostengünstigen Wagenkasten. Von großer Wichtigkeit sind
dabei die als Klebe- oder Schraub- oder Nietverbindungen ausgeführten kraftschlüssigen
Befestigungen zwischen Wagenkastenhautelementen und Rahmenelementen. Die Dämpfung
von beim Betrieb des Schienenfahrzeuges auftretenden störenden Schwingungen
(Biegeeigenschwingungen) erfolgt in ausreichendem Maße durch eine entsprechend gestaltete
Zwischenschicht in den vorzugsweise in Form von Sandwichelementen ausgeführten
Wagenkastenhautelementen. Es ist ein hohes Maß an Fahrkomfort über den gesamten
angeregten Frequenzbereich gewährleistet.
Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen gekennzeichnet.
Weitere Vorteile des vorgeschlagenen Schienenfahrzeuges sind aus der nachstehenden
Beschreibung ersichtlich.
Die Erfindung wird nachstehend anhand der in der Zeichnung dargestellten
Ausführungsbeispiele näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 ein verripptes Plattentragewerk gemäß einer ersten Ausführungsform,
Fig. 2 ein verripptes Plattentragewerk gemäß einer zweiten Ausführungsform,
Fig. 3 eine alternative kraftschlüssige Verbindung für das verrippte Plattentragewerk
gemäß der ersten Ausführungsform,
Fig. 4 eine alternative kraftschlüssige Verbindung für das verrippte Plattentragewerk
gemäß der zweiten Ausführungsform.
In Fig. 1 ist ein verripptes Plattentragewerk gemäß einer ersten Ausführungsform dargestellt.
Das verrippte Plattentragewerk 1 wird aus Rahmenelementen 2 (Fachwerkelementen,
Tragwerkelementen) und als tragende Sandwichelemente 3 gestaltete
Wagenkastenhautelementen gebildet. Unter den Wagenkastenhautelementen werden
insbesondere die Seitenwandelemente sowie gegebenenfalls Dachelemente und/oder
Bodenelemente verstanden.
Ein tragendes Sandwichelement 3 besteht aus einer Außenschicht 4 (Oberschicht, Oberlage,
Deckplatte), einer abstandshaltenden Zwischenschicht 5 mit wärme- und/oder
schallisolierenden und schwingungsdämpfenden Eigenschaften und einer Innenschicht 6
(Unterschicht, Unterlage). Außenschicht 4 und/oder Innenschicht 6 können aus Blech
(Aluminium), aus einem Kunststofflaminat, aus einem Vlies oder aus einer Gewebeschicht
gebildet sein, wobei beispielsweise vorteilhaft eine Carbongewebeschicht verwendet werden
kann.
Von besonderer Wichtigkeit ist die kraftschlüssige Klebeverbindungen 7 zwischen den
Rahmenelementen 2 und den tragenden Wagenkastenhautelementen, d. h. den
Sandwichelementen 3. Dabei können geeignete Einkomponenten- oder
Mehrkomponentenkleber verwendet werden. Bei der ersten Ausführungsform gemäß Fig. 1 ist
dabei jedes Sandwichelement 3 vollständig von der Außenschicht 4 und der Innenschicht 6
umschlossen, wozu die Innenschicht 6 an den Schmalseiten des Sandwichelementes 3
umlaufend rechtwinklig abgekantet ist und die Außenkanten von Außenschicht 4 und
Innenschicht 6 miteinander kraftschlüssig verbunden sind, um derart den für die Verklebung
mit den nach außen gerichteten Seiten der Rahmenelemente 2 erforderlichen umlaufenden
Steg des Sandwichelementes 3 zu bilden.
In Fig. 2 ist ein verripptes Plattentragewerk gemäß einer zweiten Ausführungsform
dargestellt. Das verrippte Plattentragewerk 8 wird wiederum aus Rahmenelementen 2 und als
tragende Sandwichelemente 3 gestaltete Wagenkastenhautelementen gebildet. Ein tragendes
Sandwichelement 3 besteht wiederum aus einer Außenschicht 4, einer abstandshaltenden
Zwischenschicht 5 mit wärme- und/oder schallisolierenden und schwingungsdämpfenden
Eigenschaften und einer Innenschicht 6. Im Unterschied zur Ausführungsform gemäß Fig. 1
sind getrennte kraftschlüssige Klebeverbindungen 7 zwischen den nach außen gerichteten
Seiten der Rahmenelemente 2 und der Außenschicht 4 sowie zwischen den nach innen
gerichteten Seiten der Rahmenelemente 2 und der Innenschicht 6 vorgesehen. Die Ausbildung
der Außenschicht 4 und der Innenschicht 6 ist wie unter Figur erläutert.
In Fig. 3 ist eine alternative kraftschlüssige Verbindung für das verrippte Plattentragewerk
gemäß der ersten Ausführungsform dargestellt. Dabei wird an Stelle der Klebeverbindung 7
eine kraftschlüssige Schraub- oder Nietverbindung 9 zwischen den nach außen gerichteten
Seiten der Rahmenelemente 2 und den Sandwichelementen 3 (mit umlaufendem Steg)
eingesetzt.
In Fig. 4 ist eine alternative kraftschlüssige Verbindung für das verrippte Plattentragewerk
gemäß der zweiten Ausführungsform dargestellt. Dabei wird an Stelle der Klebeverbindung 7
eine kraftschlüssige Schraub- oder Nietverbindung 9 zwischen den nach außen gerichteten
Seiten der Rahmenelemente 2 und der Außenschicht 4 sowie zwischen den nach innen
gerichteten Seiten der Rahmenelemente 2 und der Innenschicht 6 eingesetzt.
Ein besonders leichter selbsttragender Wagenkasten wird gebildet, wenn die tragenden
Wagenkastenhautelemente eine belastungsangepaßte Materialdicke und/oder Werkstoff
Kennwertverteilung aufweisen, was beispielsweise bei Einsatz von Faserverbundwerkstoffen
durch gezielte Orientierung der Fasern der Außenschicht 4 und/oder Innenschicht 6 erfolgen
kann. Bei dieser Ausführungsform gelangen an kräftemäßig unterschiedlich belasteten
Abschnitten des Wagenkastens unterschiedliche, der tatsächlich auftretenden Belastung exakt
und im Hinblick auf Gewichtsreduzierung angepaßte, festigkeitsmäßig jeweils als tragend
ausgelegte Wagenkastenhautelemente (Sandwichelemente 3) zum Einsatz, wobei
vorzugsweise auch die entsprechenden Rahmenelemente 2 in gleicher Weise jeweils
unterschiedlich, hinsichtlich des Gewichtes optimiert und belastungsangepaßt ausgebildet
sind.
1
verripptes Plattentragwerk
2
Rahmenelement
3
tragendes Sandwichelement
4
Außenschicht
5
Zwischenschicht
6
Innenschicht
7
kraftschlüssige Klebeverbindung
8
verripptes Plattentragwerk
9
kraftschlüssige Schraub- oder Nietverbindung
Claims (11)
1. Schienenfahrzeug mit einem selbsttragenden Wagenkasten mit einem Boden und einem
Dach sowie mit Seitenwänden, welche Fenster und Einstiegsbereiche aufweisen, wobei
die oberhalb des Bodens befindlichen Wagenkastenstrukturelemente von einem mit dem
Boden biegesteif verbundenen Rahmen mit daran angebrachten Seitenwand- bzw.
Dachelementen oder dergleichen gebildet sind, dadurch gekennzeichnet, daß die
Wagenkastenhautelemente tragend ausgebildet und zur Bildung eines verrippten
Plattentragewerks (1, 8) definiert mittragend an Rahmenelementen (2) befestigt sind,
und daß die Wagenkastenhautelemente eine integrierte Zwischenschicht (5) mit
definiert schwingungsdämpfenden Eigenschaften aufweisen.
2. Schienenfahrzeug nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch kraftschlüssige
Klebeverbindungen (7) zwischen Rahmenelementen (2) und den tragenden
Wagenkastenhautelementen.
3. Schienenfahrzeug nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch kraftschlüssige Schraub-
oder Nietverbindungen (9) zwischen Rahmenelementen (2) und den tragenden
Wagenkastenhautelementen.
4. Schienenfahrzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 3, gekennzeichnet durch eine
Ausbildung der tragenden Wagenkastenhautelemente als tragende Sandwichelemente
(3), gebildet durch eine Außenschicht (4), eine abstandshaltende Zwischenschicht (5)
mit mechanischen und/oder wärme- und/oder schallisolierenden und
schwingungsdämpfenden Eigenschaften und eine Innenschicht (6).
5. Schienenfahrzeug nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß Außenschicht (4)
und/oder Innenschicht (6) aus Blech gebildet sind.
6. Schienenfahrzeug nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß Außenschicht (4)
und/oder Innenschicht (6) aus Faserverbundwerkstoff gebildet sind.
7. Schienenfahrzeug nach Anspruch 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß Außenschicht
(4) und/oder Innenschicht (6) aus einem Kunststofflaminat gebildet sind.
8. Schienenfahrzeug nach Anspruch 4 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß Außenschicht
(4) und/oder Innenschicht (6) aus einem Vlies gebildet sind.
9. Schienenfahrzeug nach Anspruch 4 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß Außenschicht
(4) und/oder Innenschicht (6) aus einer Gewebeschicht gebildet sind.
10. Schienenfahrzeug nach Anspruch 9, gekennzeichnet durch eine Carbonatgewebeschicht.
11. Schienenfahrzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß die
tragenden Wagenkastenhautelemente eine belastungsangepaßte Materialdicke und/oder
belastungsangepaßte Werkstoff-Kennwertverteilung aufweisen.
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