DE19900559C1 - Elektromotor und Verwendung eines Elektromotors - Google Patents
Elektromotor und Verwendung eines ElektromotorsInfo
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Abstract
Bei einem Elektromotor mit einem auf einer Welle (5) angeordneten Rotor (3) und einem Stator (2) hat die Welle (5) ein Teilstück (18) mit einer hohen Wärmemittelfähigkeit und ein Teilstück (1) mit einer niedrigen Wärmeleitfähigkeit. Hierdurch wird in dem Elektromotor erzeugte Betriebswärme in eine Richtung abgeleitet und ein Wärmestau in dem Elektromotor vermieden. Der Elektromotor läßt sich zudem besonders kostengünstig fertigen. Hierdurch eignet sich der Elektromotor insbesondere für den Einsatz in einer elektrischen Lenkhilfe eines Kraftfahrzeuges.
Description
Die Erfindung betrifft einen Elektromotor mit einem Gehäuse zur Halterung
eines Stators und mit einem drehbar in dem Gehäuse gelagerten Rotor, wo
bei der Rotor drehfest mit einer Welle verbunden ist und das Gehäuse an
seinen Stirnseiten jeweils ein Lager für die Welle aufweist, wobei die Welle
ein Teilstück mit einer hohen Wärmeleitfähigkeit umfaßt. Weiterhin betrifft die
Erfindung vorteilhafte Verwendungen eines solchen Elektromotors.
Solche Elektromotoren werden beispielsweise in Kraftfahrzeugen zur Steige
rung des Komforts häufig eingesetzt und sind damit bekannt. Hierbei wird
der Elektromotor meist unterhalb von Verkleidungen wie beispielsweise einer
Türverkleidung des Kraftfahrzeuges montiert. Im Betrieb entwickelt der Elek
tromotor jedoch Wärme, die, um ein Absinken des Wirkungsgrades des
Elektromotors zu vermeiden, aus dem Gehäuse abgeführt werden muß. Die
Wärme entsteht hauptsächlich im Bereich einer Spulen/Magnetanordnung
des Stators und des Rotors. Das Gehäuse ist zur Ableitung der Wärme in
der Regel aus Blech und die Welle aus Metall gefertigt.
Nachteilig bei dem bekannten Elektromotor ist, daß er die Wärme meist an
dem nach außerhalb des Kraftfahrzeuges beispielsweise zu einem Getriebe
geführten Wellenende wesentlich besser ableiten kann als an seinem ge
genüberliegenden Ende. Zur Vermeidung des Absinkens des Wirkungsgra
des und unnötig hoher Lagertemperaturen muß das dem Getriebe gegen
überliegende Ende des Gehäuses aufwendig wärmeableitend gestaltet sein.
Zur Wärmeableitung kann dieses Ende des bekannten Elektromotors ein
Lagerschild aus Aluminium aufweisen.
Aus der DE-PS 7 16 266 ist eine Einrichtung zum Abführen von Wärme aus
dem Rotorkern eines Elektromotors bekannt, bei der zwischen der Welle und
dem die Wicklung tragenden Kern des Rotors eine Schicht von größerer
spezifischer Wärmeleitfähigkeit als sie Eisen oder Stahl besitzt vorgesehen
ist, welche außerhalb des Rotors mit einem Ventilator versehen ist. Weiterhin
ist aus der AT-PS 15 18 91 eine Einrichtung für elektrische Maschinen zur
Sicherung der Lager gegen unzulässige Erwärmung bekannt, bei der die ei
ner stärkeren Erwärmung unterworfenen Läuferteile durch Wärmebrücken
mit dem die Wärme an die Außenluft abgebenden Maschinengehäuse ver
bunden sind. In der DE 197 14 784 ist ein Kompaktantrieb mit einem Motor
beschrieben, wobei ein Frequenzumrichter an einer Stirnseite des Motors
und ein Getriebe an der anderen Stirnseite des Motors angeordnet sind, wo
bei über das Frequenzumrichtergehäuse und/oder eine Basisplatte des Ge
triebes Wärme nach außen ableitbar ist. Die DE 28 56 310 nennt schließlich
eine elektrische Maschine mit einem eine Wicklung und einen Komutator
aufweisenden Läufer, bei dem auf der Welle des Läufers ein die Komutator
lamellen tragender Isolierstoffring angeordnet ist.
Der Erfindung liegt das Problem zugrunde, einen Elektromotor der eingangs
genannten Art so zu gestalten, daß er besonders kostengünstig herstellbar
ist und innerhalb des Gehäuses eine möglichst geringe Temperatur aufweist.
Weiterhin soll eine vorteilhafte Verwendung eines solchen Elektromotors ge
schaffen werden.
Das erstgenannte Problem wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die
Welle im Bereich eines der Lager ein Teilstück mit einer hohen Wärmeleitfä
higkeit und im Bereich des zweiten Lagers ein Teilstück mit einer geringen
Wärmeleitfähigkeit aufweist.
Durch diese Gestaltung läßt sich durch eine entsprechende Anordnung der
Teilstücke die Aufheizung eines der Lager vermeiden. Von dem zweiten La
ger wird die Wärme meist ohnehin über ein mit dem Getriebe zu verschrau
bendes Lagerschild abgeleitet. Hierdurch läßt sich die Temperatur innerhalb
des Gehäuses besonders gering halten, so daß der erfindungsgemäße
Elektromotor einen besonders hohen Wirkungsgrad aufweist. Da das auf der
Seite des Teilstücks mit der geringen Wärmeleitfähigkeit angeordnete Lager
nur geringfügig aufgeheizt wird, ist eine aufwendige Ableitung der Wärme
aus diesem Bereich nicht erforderlich. Der erfindungsgemäße Elektromotor
läßt sich daher besonders kostengünstig fertigen.
Der Rotor hat häufig eine Wicklung und einen Kollektor zur Versorgung der
Wicklung mit elektrischem Strom. Die Temperatur innerhalb des Gehäuses läßt
sich gemäß einer anderen vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung besonders
gering halten, wenn das die niedrige Wärmeleitfähigkeit aufweisende Teilstück
der Welle im Bereich eines den Rotor mit elektrischem Strom versorgenden
Kollektors angeordnet ist.
Die Wärme läßt sich gemäß einer anderen vorteilhaften Weiterbildung der Er
findung besonders einfach aus dem Elektromotor ableiten, wenn das die hohe
Wärmeleitfähigkeit aufweisende Teilstück der Welle im Bereich eines aus Me
tall gefertigten und zur Befestigung an angrenzenden Bauteilen vorgesehenen
Lagerschildes angeordnet ist. Hierbei wird in dem unterhalb einer Verkleidung
des Kraftfahrzeuges montierten Elektromotor die Wärme über die mit dem
Elektromotor verbundenen Bauteile abgeleitet. Hierdurch wird ein Wärmestau
unterhalb der Verkleidung zuverlässig vermieden.
Zur weiteren Verringerung der Temperatur innerhalb des erfindungsgemäßen
Elektromotors trägt es bei, wenn das zur Befestigung an angrenzenden Bau
teilen vorgesehene Lagerschild aus Aluminium gefertigt ist.
Die Welle gestaltet sich gemäß einer anderen vorteilhaften Weiterbildung der
Erfindung konstruktiv besonders einfach, wenn die beiden Teilstücke der Welle
jeweils aus einem Material mit einer entsprechenden Wärmeleitfähigkeit gefer
tigt sind.
Die beiden Teilstücke könnten beispielsweise miteinander verschraubt werden.
Hierbei sind sehr viele kostenintensive Arbeitsschritte erforderlich. Die Welle
läßt sich gemäß einer anderen vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung in
großen Stückzahlen besonders kostengünstig fertigen, wenn die beiden Teil
stücke stoffschlüssig miteinander verbunden sind.
Die Welle kann gemäß einer anderen vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung
besonders unterschiedliche Wärmeleitfähigkeiten aufweisen, wenn sie aus ei
nem Material mit einer hohen Wärmeleitfähigkeit gefertigt ist und wenn das die
niedrige Wärmeleitfähigkeit aufweisende Teilstück eine Isolation aufweist. Da
hierbei die Teilstücke miteinander verschweißt oder verlötet werden müssen,
lassen sich nahezu beliebige Materialien einsetzen. Die Isolation kann bei
spielsweise als das Ende der aus Metall gefertigten Welle umschließende
Kunststoffhülse gestaltet sein.
Zur weiteren Verringerung der Fertigungskosten für den erfindungsgemäßen
Elektromotor trägt es bei, wenn der das schlechtleitende Teilstück der Welle
lagernde Bereich des Gehäuses aus Kunststoff gefertigt ist.
Das zweitgenannte Problem, nämlich die Schaffung einer vorteilhaften Ver
wendung eines solchen Elektromotors, wird erfindungsgemäß gelöst als Antrieb
für eine elektrische Lenkhilfe eines Kraftfahrzeuges oder auch für einen varai
blen Ventiltrieb für die Ventile (insbesondere die Einlaßventile) einer Brenn
kraftmaschine. Elektromotoren für elektrische Lenkhilfen werden meist unter
halb von Verkleidungen und für variable Ventiltriebe im Motorraum unter der
Motorhaube von Fahrzeugen (wodurch es zu Wärmestauungen kommt) ange
ordnet und benötigen eine gleichbleibende Leistungsabgabe, die dank der Er
findung nicht durch einen Wärmestau beeinträchtigt wird. Da die Wärme aus
dem Elektromotor zuverlässig abgeleitet wird, hat er einen gleichbleibenden
Wirkungsgrad und daher eine gleichbleibende Leistungsabgabe.
Die Erfindung läßt zahlreiche Ausführungsformen zu. Zur weiteren Verdeutli
chung ihres Grundprinzips sind zwei davon in der Zeichnung dargestellt und
werden nachfolgend beschrieben.
Diese zeigt in
Fig. 1 einen Längsschnitt durch einen erfindungs
gemäßen Elektromotor,
Fig. 2 eine weitere Ausführungsform des erfindungs
gemäßen Elektromotors im Längsschnitt.
Die Fig. 1 zeigt einen erfindungsgemäßen Elektromotor mit einem in einem
Gehäuse 1 befestigten Stator 2 und mit einem drehbar in dem Gehäuse 1 ge
lagerten Rotor 3. Der Stator 2 hat an dem Gehäuse 1 befestigte Magnetschalen
4. Der Rotor 3 hat eine Welle 5 und einen darauf befestigten Rotorkern 6 zur
Halterung von Spulen 7. Die Spulen 7 werden über einen Kollektor 8 mit elek
trischem Strom versorgt. Ein Ende der Welle 5 ragt aus dem Gehäuse 1 her
aus. An diesem Ende läßt sich beispielsweise ein nicht dargestelltes Getriebe
eines Lenkkraftverstärkers oder eines Fensterhebers eines Kraftfahrzeuges
anschließen. Das Gehäuse 1 hat einen Mantel 9 aus Blech und im Bereich des
aus dem Gehäuse 1 herausgeführten Endes der Welle 5 ein Lagerschild 10
aus Aluminium. Das Lagerschild 10, das auch Bestandteil des Gehäuses sein
kann, ist flanschartig gestaltet und dient zur Verschraubung des erfindungsge
mäßen Elektromotors mit ebenfalls nicht dargestellten angrenzenden Bauteilen
des Kraftfahrzeuges. Auf der dem herausgeführten Ende der Welle 5 gegen
überliegenden Seite hat das Gehäuse 1 ein Lagerschild 11 aus Kunststoff. Die
Lagerschilde 10, 11 tragen jeweils ein Lager 12, 13 für die Welle 5. Das aus
Kunststoff gefertigte Lagerschild 11 dient zur Halterung von Schächten 14, 15
für Kohlebürsten 16, 17. Bei einer Drehung des Rotors 3 gleiten die Kohlebür
sten 16, 17 über den Kollektor 8 und versorgen diesen mit elektrischem Strom.
Das dem Lagerschild 10 aus Aluminium zugewandte Ende der Welle 5 hat ein
Teilstück 18 mit einer hohen Wärmeleitfähigkeit. An diesem Teilstück 18
schließt sich ein in dem Lagerschild 11 aus Kunststoff gelagertes Teilstück 19
mit einer niedrigen Wärmeleitfähigkeit an. Hierdurch wird verhindert, daß im
Bereich der Spulen 7 und der Magnetschalen 4 erzeugte Wärme sich im Be
reich des Kollektors 8 aufstaut. Die Wärme wird vielmehr über den aus Blech
gefertigten Mantel 9 des Gehäuses 1 und über das aus Aluminium gefertigte
Lagerschild 10 abgeleitet. Deshalb hat der erfindungsgemäße Elektromotor
eine weitestgehende gleichbleibende Leistungsabgabe und einen konstanten
Wirkungsgrad. Die beiden Teilstücke 18, 19 der Welle sind miteinander stoff
schlüssig, beispielsweise durch Reibschweißen, verbunden.
Die Fig. 2 zeigt eine weitere Ausführungsform des erfindungsgemäßen Elek
tromotors. Der Elektromotor unterscheidet sich von dem aus Fig. 1 dadurch,
daß der Rotor 3 auf einer stufenförmigen Welle 20 befestigt ist. Der durchmes
sergroße Bereich der Welle 20 ist als Teilstück 21 mit einer hohen Wärmeleit
fähigkeit ausgebildet. Der durchmesserkleine Bereich der Welle 20 bildet ein
Teilstück 22 mit einer niedrigen Wärmeleitfähigkeit an seiner Oberfläche. Die
niedrige Wärmeleitfähigkeit wird durch die hülsenförmige Isolation 23 erreicht.
Claims (10)
1. Elektromotor mit einem Gehäuse zur Halterung eines Stators und mit ei
nem drehbar in dem Gehäuse gelagerten Rotor, wobei der Rotor drehfest
mit einer Welle verbunden ist und das Gehäuse an seinen Stirnseiten je
weils ein Lager für die Welle aufweist, wobei die Welle ein Teilstück mit
einer hohen Wärmeleitfähigkeit aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß
die Welle (5, 20) im Bereich eines der Lager (12) das Teilstück (18, 21)
mit der hohen Wärmeleitfähigkeit und im Bereich des zweiten Lagers (13)
ein Teilstück (19, 22) mit einer geringen Wärmeleitfähigkeit aufweist.
2. Elektromotor nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das die
niedrige Wärmeleitfähigkeit aufweisende Teilstück (19, 22) der Welle (5,
20) im Bereich eines den Rotor (3) mit elektrischem Strom versorgenden
Kollektors (8) angeordnet ist.
3. Elektromotor nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das
die hohe Wärmeleitfähigkeit aufweisende Teilstück (18, 21) der Welle (5,
20) im Bereich eines aus Metall gefertigten und zur Befestigung an an
grenzenden Bauteilen vorgesehenen Lagerschildes (10) angeordnet ist.
4. Elektromotor nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß das zur Befestigung an angrenzenden
Bauteilen vorgesehene Lagerschild (10) aus Aluminium gefertigt ist.
5. Elektromotor nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die beiden Teilstücke (18, 19) der Welle
(5) jeweils aus einem Material mit einer entsprechenden Wärmeleitfähig
keit gefertigt sind.
6. Elektromotor nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die beiden Teilstücke (18, 19) stoffschlüs
sig miteinander verbunden sind.
7. Elektromotor nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die Welle (20) aus einem Material mit ei
ner hohen Wärmeleitfähigkeit gefertigt ist und daß das die niedrige
Wärmeleitfähigkeit aufweisende Teilstück (22) eine Isolation (23) auf
weist.
8. Elektromotor nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß der das schlechtleitende Teilstück der
Welle (5, 20) lagernde Bereich des Gehäuses (1) aus Kunststoff gefertigt
ist.
9. Verwendung eines Elektromotors nach zumindest einem der vorherge
henden Ansprüche als Antrieb für eine elektrische Lenkhilfe eines Kraft
fahrzeuges.
10. Verwendung eines Elektromotors nach zumindest einem der vorherge
henden Ansprüche als Antrieb für einen variablen Ventiltrieb zur Ver
stellung von Ventilen einer Brennkraftmaschine insbesondere eines
Kraftfahrzeuges.
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