Maschinengehäuse einer elektrischen Maschine
Besehreibung
Die Erfindung betrifft ein Maschinengehäuse einer elektrischen Maschine. Die Erfindung betrifft weiterhin ein Verfahren zur Herstellung eines derartigen Maschinengehäuses .
Unter dem Stator von elektrischen Maschinen wie elektrischen Motoren und Generatoren versteht man im allgemeinen den fest stehenden Teil der elektrischen Maschine, während der Rotor den sich bewegenden Teil der Maschine darstellt und innerhalb des Stators angeordnet bzw. gelagert ist. Der Stator weist üblicherweise eine oder mehrere Wicklungen auf, durch die beim Motor durch den hindurch fließenden elektrischen Strom ein magnetisches Feld erzeugt wird, dessen Wirkung über den Luftspalt zwischen Stator und Läufer hinweg die Bewegung des Rotors hervorruft. Beim Generator wird in die Wicklung durch das sich mit dem Rotor drehende Magnetfeld hingegen elektri- scher Strom induziert. Für Anwendung bei denen sowohl eine Funktion als Generator als auch eine Funktion als Motor erwünscht ist, können auch beide Funktionen genutzt werden bzw. durch eine entsprechende Auslegung in einer elektrischen Maschine integriert werden. Derartige Anwendungen werden unter anderem üblicherweise bei regenerativen Brems- und Antriebssystemen bei Kraftfahrzeugen realisiert, indem mit der elektrische Maschine die Bremsenergie aufgebracht wird, diese in einem Speicher zwischengespeichert wird und über die elektrische Maschine wieder zum Antrieb des Kraftfahrzeuges genutzt wird.
Üblicherweise ist bei der Konstruktion derartiger elektrischer Maschinen ein Auslegungsziel einen möglichst hohen Wirkungsgrad zu erreichen. Hierzu wird unter anderem eine mög- liehst gute Ausbreitung des Magnetfeldes im Bereich der Statorwicklungen bzw. eine hohe Permeabilität der Statorwicklung angestrebt. Dazu wird die Statorentwicklung im allgemeinen in
ein Statorblechpaket, welches sich aus so genanntem Elektro- blech zusammensetzt, eingewickelt bzw. in diesem in entsprechenden Nuten geführt. Das Statorblechpaket selbst wird mit der Wicklung innerhalb des Stator- bzw. Maschinengehäuses po- sitioniert und befestigt. Dabei ist hierbei aufgrund der Bewegung des Rotors als auch durch die Erwärmung bei Betrieb ein hohe Festigkeit erforderlich. Deshalb wird das Statorblechpaket üblicherweise in das Maschinengehäuse eingeschrumpft, indem das Maschinengehäuse auf etwa 2000C erhitzt wird. Durch den sich anschließenden Abkühlvorgang und die damit einhergehende Querschnittsreduzierung des Statorgehäuses wird das Statorblechpaket im Statorgehäuse fixiert .
Der Stator ist beim Betrieb im allgemeinen einem großen Tem- peraturbereich von etwa -400C bis etwa 160° C ausgesetzt. Bei einigen Anwendungen wird der Stator daher mit einem Wasserkanal umgeben, um diesen mit Wasser zu kühlen.
Für eine Regelung und Steuerung der elektrischen Maschine mit einer Leistungselektronik können Module dieser Leistungselektronik am Umfang des Stators angebracht werden. Für die Steuerungs- und Regelungsfunktionen der Module können für einen Zugang zum Stator im Bereich der Module am Maschinengehäuse entsprechende Aussparungen vorgesehen sein.
Damit sich bei den unterschiedlichen Betriebstemperaturen das Statorblechpaket nicht lösen kann, wird das Maschinengehäuse üblicherweise aus Stahl gefertigt, weil Stahl einen ähnlichen Temperaturdehnungskoeffizient wie das Statorblechpaket auf- weist, so dass das Statorblechpaket bei allen Betriebstemperaturen im Maschinengehäuse fixiert bleibt.
Problematisch bei der Herstellung des Maschinengehäuses ist, dass die Fertigung des Maschinengehäuses aus Stahl ver- gleichsweise aufwendig und damit kostenintensiv ist. Dabei wird ein Maschinengehäuse üblicherweise zunächst gegossen und anschließend mit verschiedenen Bearbeitungsverfahren, wie
beispielsweise Fräsen, Bohren, Schweißen und Drehen weiterbearbeitet. Besonders aufwendig und damit kostenintensiv ist die Realisierung der verschiedenen Vorrichtungen für Anbauteile, die beispielsweise für die Leistungselektronik oder auch den Anschluss eines Getriebes benötigt werden. Für die Realisierung eines Kühlkanales werden ebenfalls zusätzliche Anbauteile und Verfahren benötigt, wodurch zusätzliche Kosten entstehen.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Maschinengehäuse anzugeben, das sich möglichst kostengünstig herstellen lässt.
Ein Maschinengehäuse setzt sich hierfür erfindungsgemäß aus einem innenseitig angeordneten Statorträger und einem außenseitig angeordneten Wassermantel zusammen, wobei sich ein Statorträger und ein Wassermantel aus unterschiedlichen Materialien zusammensetzen und über eine Anzahl von in Umfangs- richtung verlaufenden Rührreibschweißverbindungen miteinander verbunden sind.
Die Erfindung geht von der Überlegung aus, dass für eine kostengünstigere Herstellung eines Maschinengehäuses grundsätzlich Materialien verwendet werden müssen, die einfacher und damit preisgünstiger zu bearbeiten sind als Stahl. Problematisch an derartigen Materialien wie beispielsweise anderen Metallen ist allerdings, dass selbst bei einer rechnerisch korrekten Einschrumpfung des Statorblechpaketes aufgrund der unterschiedlichen Temperaturausdehnungskoeffizien- ten das Statorblechpaket sich bei einer Erwärmung lösen würde bzw. nicht mit einer ausreichenden Stabilität fixiert werden kann.
Die Erfindung geht auf dieser Überlegung aufbauend davon aus, dass sich die Problematik unterschiedlicher Wärmeausdehnungskoeffizienten nur durch die Teilung des Maschinengehäuses in verschieden Komponenten, umgehen lassen würde. Hierfür müsste
eine Komponente derart beschaffen sein, dass sich eine ausreichende Befestigungsfunktion erreichen lässt. Eine zweite Komponente müsste dagegen durch ihre Beschaffenheit eine günstigere Fertigung ermöglichen. Für eine Kombination beider Funktionen müssten die beiden Komponenten entsprechend miteinander verbunden werden. Die Ausrichtung der Komponenten auf die Befestigungsfunktion und Fertigungsfunktion kann im wesentlichen durch die Wahl verschiedener Materialien bzw. Metalle erreicht werden. Die Befestigungsfunktion wird durch einen Statorträger erfüllt, der innenseitig positioniert ist und in dem sich ein Statorblechpaket einschrumpfen lässt. Außenseitig wird ein Wassermantel positioniert, welcher durch sein Material für eine kostengünstige Herstellung ausgerichtet ist. Für eine Verbindung von Statorträger und Wasserman- tel wird erfindungsgemäß ein Rührreibschweißverfahren eingesetzt, weil sich mit diesem verschiedene Metalle miteinander verschweißen lassen. Eine Rührreibschweißverbindung verläuft dabei in Umfangsrichtung des Maschinengehäuses. Dabei können einerseits mehrere umlaufende Schweißnähte verwendet werden. Alternativ kann auch eine umlaufende Schweißnaht ausreichen, wenn ein Statorträger zusätzlich durch einen Anschlag am Wassermantel fixiert ist. Hierzu kann ein Statorträger, der end- seitig eine umlaufende Feder aufweist, bis zum Anschlag in den Wassermantel geschoben werden und im Bereich der Front- seite mit dem Wassermantel verschweißt werden.
Zweckmäßigerweise betrifft die Erfindung ein Maschinengehäuse eines Motors und/oder eines Generators.
Für eine Kühlung des Stators bzw. des Maschinengehäuses weist ein Maschinengehäuse zwischen Wassermantel und Statorträger vorteilhafterweise einen Wasserkanal auf. Ein Wasserkanal wird dabei innenseitig durch den Statorträger und außenseitig durch den Wassermantel begrenzt. Hierfür können im Wasserman- tel innenseitig entsprechende Vertiefung vorgesehen sein, während der Wasserkanal nach innen durch den zylindrischen ausgeführten Statorträger abgegrenzt ist.
Für eine hohe Festigkeit eines Statorblechpaketes im Statorträger ist dieser zweckmäßigerweise aus Stahl gefertigt. Durch die ähnlichen Wärmeausdehnungskoeffizienten von Stahl und eines Statorblechpaketes wird die Festigkeit bei unterschiedlichen Betriebstemperaturen nicht beeinflusst.
Um eine einfache und preisgünstige Fertigung des Statorträgers zu gewährleiste, setzt sich dieser vorzugsweise aus ei- nem Tiefziehteil zusammen.
Um einen Wassermantel möglichst kostengünstig zu fertigen, ist dieser vorteilhafterweise aus Aluminium gefertigt.
Für einen kostengünstigen Fertigungsprozess setzt sich ein
Wassermantel zweckmäßigerweise aus einem Druckgussteil zusammen. Nach dem Gießprozess kann ein Druckgussteil mit sich anschließenden Bearbeitungsverfahren weiter bearbeitet werden.
Zur Aufnahme von Modulen der Leistungselektronik zur Steuerung, weist ein Wassermantel vorzugsweise eine Anzahl von Aussparungen auf. Ein Modul der Leistungselektronik wird bei der Montage in einer Aussparung versenkt und mit dem Wassermantel verschraubt. Für eine Abdichtung des Wasserkanals kann dabei zwischen dem Modul der Leistungselektronik und dem Wassermantel eine Dichtung angeordnet werden.
Vorteilhafterweise weist ein Motor und/oder Generator ein oben beschriebenes Maschinengehäuse auf.
Zur Herstellung eines oben beschriebenen Maschinengehäuses wird zweckmäßigerweise ein Statorträger und ein Wassermantel mit Rührreibschweißen miteinander verschweißt.
Der Vorteil der Erfindung besteht in der Möglichkeit ein Maschinengehäuse einer elektrischen Maschine kostengünstig zu fertigen. Dieses kann insbesondere durch die Teilung des Ma-
schinengehäuses in zwei Komponenten gewährleistet werden, wodurch sich die Materialien der Komponenten entsprechend ihren Anforderungen wählen lassen. Dabei kann für den Wassermantel Aluminium eingesetzt werden, so dass dieses sehr kostengün- stig gefertigt werden kann, weil sich Aluminium vergleichsweise einfach bearbeiten lässt. Aluminium hat außerdem den Vorteil, dass es wesentlich leichter ist als Stahl, so dass sich das Gesamtgewicht des Motors bzw. des Generators reduziert. Ein zusätzlicher Vorteil der Erfindung ist, dass sich durch die Verbindung von Statorträger und Wassermantel sehr einfach ein Wasserkanal zur Kühlung des Stators realisieren lässt und hierfür kein zusätzlicher Aufwand notwendig ist.
Die Erfindung wird anhand eines Ausführungsbeispiels näher erläutert. Darin zeigt:
Figur 1 ein Maschinengehäuse 3 und ein Verfahren zum Herstellen eines Maschinengehäuses 3,
Figur 2 einen Wassermantel 2 eines Maschinengehäuses 3 nach Figur 1,
Figur 3 einen Statorträger 1 eines Maschinengehäuses 3 nach
Figur 1,
Figur 4 im Schnitt ein Maschinengehäuse 3 nach Figur 1, und
Figur 5 im Schnitt eine Gehäusewand eines Maschinengehäuses 3 nach Figur 1.
Figur 1 zeigt ein Maschinengehäuse 3 eines nicht näher dargestellten Elektromotors. Das Maschinengehäuse 3 ist insbesondere für eine möglichst kostengünstige Herstellung ausgelegt. Hierfür setzt sich das Maschinengehäuse 3 aus einem zylindrischen Statorträger 1 und einen diesen umgebenden Wassermantel 2 zusammen. Figur 1 zeigt dabei die beiden Komponenten vor dem Zusammenbau bzw. wie sie ineinander geschoben
werden. Für die Auslegung einer preisgünstigen Fertigung kann der Statorträger 1 und der Wassermantel 2 aus verschiedenen Materialien gefertigt sein. Im Ausführungsbeispiel ist der Statorträger 1 aus Stahl und der Wassermantel 2 aus Aluminium gefertigt.
Um diese Materialien bei der Verbindung der beiden Komponenten miteinander verbinden zu können, wird ein Rührreibscheiß- verfahren verwendet. In Figur 1 ist schematisch ein Rührreib- schweißgerät 18 dargestellt, mit dem der innen liegende
Statorträger an den außen liegenden Wassermantel angeschweißt wird. Beim Rührreibschweißen wird ein rotierender Stift, der aus einer rotierenden Schulter herausragt, mit großer Kraft in den Stumpfstoß von Statorträger 1 und Wassermantel 1 ge- drückt und entlang der Kontaktlinie bewegt. Die Materialien werden dabei durch die Reibung zwischen Schulter und den beiden Werkstücken erwärmt und durch die Rotation des Stiftes verrührt, so dass sich Statorträger 1 und Wassermantel 2 in einem Umformprozess verbinden.
Für eine preisgünstige Fertigung ist der Wassermantel 2 , der in Figur 2 dargestellt ist aus einem Druckgussteil gefertigt. Zur Aufnahme in eine Getriebeglocke weist dieser eine Anzahl von Befestigungsflansche 14 auf. Außerdem sind für die Befe- stigung von Modulen der Leistungselektronik zur Steuerung des Motors eine Anzahl von Leistungselektronikträgern 12 auf dem Umfang des Wassermantels 2 angebracht. Die Module werden bei der Montage in die hierfür vorgesehenen Aussparungen 6 eingebracht und mit den Leistungselektronikträgern 12 verschraubt. Dabei wird für die Abdichtung des Wassermantels 2 zwischen
Leitungselektronikträger 12 und Modul eine Dichtung positioniert .
Der zylindrische Statorträger 1, welcher in Figur 3 darge- stellt ist, ist für die Aufnahme des Statorblechpaketes des Elektromotors innenseitig glatt ausgeführt, so dass das Statorblechpaket in diesen bzw. in das Motorgehäuse 3 einge-
schrumpft werden kann. Für eine kostengünstige Fertigung besteht der Statorträger 1 aus einem Tiefziehteil . Um den Statorträger 1 nur mit einer Schweißnaht mit dem Wassermantel 2 zu verbinden und dabei eine ausreichende Abdichtung des Wasserkanals 4 zu gewährleisten, der sich aus dem Zwischenraum zwischen Statorträger 1 und Wassermantel 2 ergibt, weist der Statorträger 1 endseitig eine umlaufende Feder auf. Bei der Montage von Statorträger 1 und Wassermantel 2 wird der Statorträger 1 bis zum Anschlag an die Feder in den Wasserbe- hälter 2 geschoben und auf der anderen Seite kreisförmig mit dem Rührreibschweißgerät 18 verschweißt.
Figur 4 zeigt zur besseren Verdeutlichung das Maschinengehäuse 4 im Schnitt und Figur 5 im Schnitt die Gehäusewand des Maschinengehäuses 3. Wie aus den beiden Figuren hervorgeht bildet der Zwischenraum zwischen Statorträger 1 und dem Wassermantel 2 den Wasserkanal 4, der für die Kühlung des Maschinengehäuses 3 mit Wasser verwendet wird. Aus Figur 5 geht hervor, dass der Wasserkanal 4 noch zusätzlich mit einer um- laufenden Dichtung 10 zwischen Statorträger 1 und Wassermantel 2 abgedichtet ist.
Bezugszeichenliste
1 Statorträger
2 Wassermantel 3 Maschinengehäuse 4 Wasserkanal 6 Aussparung 10 Dichtung
12 Leistungselektronikträger 14 Befestigungsflansch 18 Rührreibschweißgerät