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DE19860304B4 - Anastomosesystem, bestehend aus einem resorbierbaren Anastomosenschutz - Google Patents

Anastomosesystem, bestehend aus einem resorbierbaren Anastomosenschutz Download PDF

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DE19860304B4
DE19860304B4 DE1998160304 DE19860304A DE19860304B4 DE 19860304 B4 DE19860304 B4 DE 19860304B4 DE 1998160304 DE1998160304 DE 1998160304 DE 19860304 A DE19860304 A DE 19860304A DE 19860304 B4 DE19860304 B4 DE 19860304B4
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Abstract

Anastomosesystem, bestehend aus
– einem resorbierbaren Anastomosenschutz (1), mit einem über Nerven- oder Gefäßenden schiebbaren Röhrchen (2), an dessen Außenseite (3) mindestens ein Halteflügel (4, 6) befestigt ist, und
– einer Einführeinrichtung (30) mit einem Hilfsröhrchen (32), das länger als das Röhrchen (2) des Anastomosenschutzes (1) ist und durch das Röhrchen (2) des Anastomosenschutzes (1) schiebbar ist und durch dessen Innenraum ein Faden (34) geführt ist, der an beiden Stirnseiten des Hilfsröhrchens (32) hervortritt und an einem seiner Enden zu einer Schlinge (36) geformt ist.

Description

  • Die Erfindung betrifft ein Anastomosesystem, bestehend aus einem resorbierbaren Anastomosenschutz mit einem über Nerven- oder Gefäßenden schiebbaren Röhrchen, an dessen Außenseite mindestens ein Halteflügel befestigt ist.
  • Unter einer Anastomose versteht man eine Operationstechnik, bei der zwei getrennte Organenden zusammengefügt werden, um wieder ein funktionsfähiges Organ zu bilden. Auch das Operationsergebnis wird als Anastomose bezeichnet. Anastomosen werden in der Regel dann angewendet, wenn ein Organsegment entfernt wurde und die beiden dadurch erzeugten Enden oder Stümpfe des Restorgans wieder miteinander verbunden werden sollen oder wenn ein durchtrenntes Organ wieder funktionsfähig gemacht werden soll. Sie spielen zum Beispiel in der Darmchirurgie, in der Gefäßchirurgie und in der Nervenchirurgie eine Rolle.
  • Da Nerven- oder Gefäßenden, die mit Hilfe einer Anastomose miteinander verbunden werden sollen, oftmals eine geringe Größe haben, ist für eine solche Operation besonderes Geschick erforderlich. Auch muß darauf geachtet werden, Verletzungen an den dünnen Organenden zu vermeiden und einen sicheren Heilungsprozeß zu gewährleisten.
  • Aus der US 5 586 987 A ist ein resorbierbarer Anastomosenschutz mit einem über Gefäßenden schiebbaren Röhrchen bekannt. An der Außenseite des Röhrchens ist ein Halteflügel befestigt.
  • In der US 4 586 504 ist ein flexibles, inelastisches Material beschrieben, das zum Herstellen einer Anastomose von Nervenenden durch Umschlagen um die zu behandelnde Stelle gelegt wird.
  • Die US 4 267 842 zeigt eine Vorrichtung zum Verbinden von Arterien oder ähnlichem, die aus einem inneren Rohr und einer dieses umgebenden hülsenartigen Greifeinrichtung besteht.
  • Die US 4 883 618 offenbart eine Vorrichtung zur Reparatur von Nerven, die eine zwei zu verbindende Nervenenden umgebende Einrichtung aufweist. Diese Einrichtung ist zweiteilig oder enthält einen längs aufklappbaren Deckel, so daß sie seitlich auf den zu behandelnden Nervenbereich aufgeschoben werden kann.
  • Eine in Längsrichtung aufklappbare Kupplungseinrichtung für Gefäße ist aus der US 3456 965 bekannt. Eine ähnliche Einrichtung zeigt die US 4 573 471 .
  • Aus der US 4 881 939 ist eine implantierbare Vorrichtung mit einem schraubenartigen aufblasbaren Körper bekannt, mit dessen Hilfe ein Organ, wie z.B. ein Nervenstrang oder ein Blutgefäß, mit Druck beaufschlagt werden kann.
  • Die US 4 778 467 beschreibt ein längsgeschlitztes Röhrchen und ähnliche Einrichtungen mit variablem Durchmesser, das bei der Regeneration von Nerven verwendet wird.
  • In der Druckschrift Rosen J M, Kaplan E N, Jewett D L, Daniels J R: "Fascicular Sutureless and Suture Repair of the Peripheral Nerves", in: Orthopaedic Review Vol. VIII, No. 4, April 1979, S. 85–92 schließlich wird eine Nervenanastomose mit Hilfe einer Membran beschrieben, die um die zu verbindenden Nervenenden umgeschlagen wird.
  • Der aus der US 5 586 987 A bekannte Anastomosenschutz ist speziell für Gefäßanastomosen eingerichtet. Zum Einsetzen des Röhrchens wird ein Gefäßende ganz durch das Röhrchen hindurch geschoben und danach umgestülpt. Anschließend wird das andere Gefäßende gedehnt und über das umgestülpte Ende geschoben. Diese Operationstechnik ist für Nervenanastomosen ungeeignet.
  • Die anderen genannten Druckschriften zeigen Strukturen, die von der Seite her zugänglich sind (und die zu diesem Zweck beispielsweise zwei zusammenfügbare Teile oder einen Längsschlitz haben oder von der Seite her über die Operationsstelle gelegt werden können), wozu aber eine relativ großflächige Freipräparation des Anastomosengebiets erforderlich ist. In allen Fällen ist das Anlegen des Anastomosenschutzes aufwendig und erfordert vom Operateur sehr großes Geschick.
  • Es ist Aufgabe der Erfindung, eine Möglichkeit zu schaffen, um das Erstellen von Anastomosen in der Nervenchirurgie und in der Gefäßchirurgie zu erleichtern.
  • Diese Aufgabe wird gelöst durch ein Anatomosesystem mit den Merkmalen des Anspruchs 1, das einen resorbierbaren Anastomosenschutz (wie er im Prinzip aus der US 5 586 987 A bekannt ist) und eine Einführeinrichtung enthält. Vorteilhafte Ausgestaltungen ergeben sich aus den Unteransprüchen.
  • Das erfindungsgemäße Anastomosesystem weist einen resorbierbaren Anastomosenschutz mit einem über Nerven- oder Gefäßenden schiebbaren Röhrchen, an dessen Außenseite mindestens ein Halteflügel befestigt ist, und eine Einführeinrichtung mit einem Hilfsröhrchen auf. Das Hilfsröhrchen ist länger als das Röhrchen des Anastomosenschutzes und durch das Röhrchen des Anastomosenschutzes schiebbar. Durch den Innenraum des Hilfsröhrchens ist ein Faden geführt, der an beiden Stirnseiten des Hilfsröhrchens hervortritt und an einem seiner Enden zu einer Schlinge geformt ist. Vorzugsweise ist das Röhrchen des Anastomosenschutzes geschlossenwandig.
  • Wie mit Hilfe des erfindungsgemäßen Anastomosesystems eine Anastomose ausgeführt werden kann, wird weiter unten ausführlich erläutert. Die Einführeinrichtung stellt eine erhebliche Hilfe dar, um den Anastomosenschutz auf relativ einfache Weise über der Anastomosenstelle zu plazieren. Eine großflächige Freipräparation des Gewebes ist dazu nicht erforderlich.
  • Das über eine Anastomosenstelle geschobene Röhrchen des Anastomosenschutzes dient als Schutz vor äußeren Einwirkungen. Wenn bei der Anastomose die zugehörigen Nerven- oder Gefäßenden nicht direkt miteinander verbunden werden können, sondern zunächst eine Lücke bestehen bleibt (zum Beispiel um übermäßige Spannungen zu vermeiden), wirkt das über dieser Defektstelle befindliche Röhrchen als Leitschiene für das Wachstum der Organenden, die im Inneren des Röhrchens unbehindert aufeinander zuwachsen können, bis sie sich selbst miteinander verbinden und wieder ein funktionsfähiges Organ entsteht. Wenn die Wandung des Röhrchens geschlossen ist, wird ein Einsprießen von umliegendem Gewebe zuverlässig verhindert. Ferner stoppt das Röhrchen nach der Operation rasch Restblutungen an der Anastomosenstelle.
  • Der mindestens eine Halteflügel erleichtert die Handhabbarkeit des Anastomosenschutzes, der an dem Halteflügel sicher zum Beispiel mit einer Pinzette gegriffen und plaziert werden kann. Außerdem kann der Halteflügel die Stabilität des Röhrchens erhöhen, insbesondere wenn es dünnwandig und flexibel ist. Der Halteflügel erleichtert auch das Fixieren des Anastomosenschutzes bei der Operation.
  • Bei einer bevorzugten Ausgestaltung ist der Anastomosenschutz aus einem schneidbaren Material gefertigt. In diesem Fall kann das Röhrchen während der Operation leicht auf die benötigte Länge zurechtgeschnitten werden. Auch kann es vorteilhaft sein, wenn sich der oder die Halteflügel bei der Operation in eine besondere Form schneiden oder bei Bedarf abschneiden lassen.
  • Vorzugsweise ist der mindestens eine Halteflügel nähbar, d.h. er kann mit einer chirurgischen Nadel durchgestochen werden, um den Halteflügel zum Fixieren des Anastomosenschutzes zum Beispiel mit Einzelknopfnähten am umliegenden Gewebe festzunähen. Wenn der Halteflügel auf diese Weise nähbar ist, sollte die Fadenausreißfestigkeit des verwendeten Materials ausreichend hoch sein. Bei härterem Material läßt sich eine Nähbarkeit durch Öffnungen im Halteflügel erzielen, durch die ein Faden geführt werden kann.
  • Der Innendurchmesser des Röhrchen sollte so gewählt werden, daß das Röhrchen locker um das Gefäß oder den Nerv liegt. Bei Anastomosen, bei denen die Nerven- oder Gefäßenden miteinander vernäht werden, sollte im Innenraum des Röhrchens auch noch ausreichend Platz für die Aufnahme des Nahtmaterials vorhanden sein oder es sollte ausreichend flexibel sein, um seine Form an vorspringendes Nahtmaterial anzupassen.
  • Bei einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung ist das Röhrchen aus einem Folienstück gebildet, bei dem zwei entgegengesetzte Endbereiche mit den Innenseiten aneinanderliegend zur Ausbildung einer Längsnaht des Röhrchens und eines Halteflügels miteinander verbunden sind. Bei einer anderen Ausgestaltung ist das Röhrchen aus zwei einander gegenüberliegenden Folienstücken gebildet, bei denen an zwei entgegengesetzten Seiten der jeweilige Endbereich der Innenseite des einen Folienstücks an dem gegenüberliegenden Endbereich der Innenseite des anderen Folienstücks zur Ausbildung einer Längsnaht des Röhrchens und eines Halteflügels anliegt und damit verbunden ist. Bei der letzteren Ausgestaltung sind also zwei Halteflügel vorhanden. Die beiden Folienstücke können zunächst separat sein und bei der Herstellung des Anastomosenschutzes übereinander angeordnet werden, oder sie können durch Umfalten einer größeren Folie ausgebildet werden, so daß bei dem fertigen Anastomosenschutz die entsprechende Faltlinie an der Außenkante eines der Halteflügel liegt. Bei beiden Ausgestaltungen sind aneinanderliegende Endbereiche des Folienstücks bzw. der Folienstücke vorzugsweise miteinander verklebt oder verschweißt. Diese Ausgestaltungen sind kostengünstig herstellbar und bewirken eine sichere Befestigung des Halteflügels bzw. der Halteflügel an dem Röhrchen, da der oder die Halteflügel quasi einstückig mit dem Röhrchen ausgebildet sind.
  • Der Anastomosenschutz besteht aus resorbierbarem Material, damit im Zuge oder nach Ablauf des Heilungsprozesses kein körperfremdes Material zurückbleibt und zu Störungen führen könnte. Vorzugsweise weist der Anastomosenschutz Poly-p-dioxanon auf. Andere vorbekannte resorbierbare Materialien sind ebenfalls verwendbar, zum Beispiel Copolymere aus Glykolid und Lactid.
  • Um das Einsetzen des Anastomosenschutzes bei einer Operation zu erleichtern, kann die Einführeinrichtung mit dem Hilfsröhrchen benutzt werden. Das Hilfsröhrchen ist länger als das Röhrchen des Anastomosenschutzes und durch das Röhrchen des Anastomosenschutzes schiebbar. Durch den Innenraum des Hilfsröhrchens ist ein Faden geführt, der an beiden Stirnseiten des Hilfsröhrchens hervortritt und an einem seiner Enden zu einer Schlinge geformt ist. Vorzugsweise ist das Hilfsröhrchen relativ steif oder starr und aus Kunststoff gefertigt. Die Einführeinrichtung erleichtert das Einsetzen des Anastomosenschutzes erheblich; wie sie angewendet wird, geht aus der nachfolgenden Beschreibung der Ausführungsbeispiele hervor.
  • Im folgenden wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen näher erläutert. Die Zeichnungen zeigen in
  • 1 eine perspektivische Ansicht einer Ausführungsform eines resorbierbaren Anastomosenschutzes,
  • 2 einen Querschnitt durch den Anastomosenschutz gemäß 1,
  • 3 einen Querschnitt gemäß 2, in den ein bei der Herstellung verwendetes Metallrohr mit eingezeichnet ist,
  • 4 einen Querschnitt durch eine zweite Ausführungsform eines resorbierbaren Anastomosenschutzes,
  • 5 eine perspektivische Ansicht einer dritten Ausführungsform eines resorbierbaren Anastomosenschutzes,
  • 6 eine perspektivische Ansicht einer vierten Ausführungsform eines resorbierbaren Anastomosenschutzes,
  • 7 eine perspektivische Ansicht einer fünften Ausführungsform eines resorbierbaren Anastomosenschutzes,
  • 8 eine perspektivische Ansicht einer Einführeinrichtung, die das Einsetzen eines Anastomosenschutzes erleichtert,
  • 9 in den Teilen (a) bis (e) schematische perspektivische Darstellungen, die aufeinanderfolgende Schritte beim Einsetzen des Anastomosenschutzes gemäß 1 mit Hilfe der Einführeinrichtung gemäß 8 veranschaulichen, und
  • 10 in Teil (a) eine schematische perspektivische Darstellung, die einen Schritt bei einer Varianten der Operationstechnik gemäß 9 veranschaulicht, und in Teil (b) einen Längsschnitt durch den Anastomosenschutz nach Beendigung einer gemäß einer ähnlichen Operationstechnik durchgeführten Operation.
  • In 1 ist ein Anastomosenschutz 1 in perspektivischer Ansicht dargestellt. Der Anastomosenschutz 1 weist ein an beiden Enden offenstehendes Röhrchen 2 auf, das im Ausführungsbeispiel zylinderförmig ausgebildet ist. An der Außenseite 3 des Röhrchens 2 sind zwei Halteflügel 4 und 6 befestigt.
  • Das Röhrchen 2 ist so dimensioniert, daß es über Nerven- oder Gefäßenden schiebbar ist, wobei es sich vorzugsweise locker um den Nerv bzw. das Gefäß legen sollte. Für einen konkreten Anwendungsfall hängen die Maße des Röhrchens 2 also von der Größe der Organenden ab, an denen eine Anastomose vorgenommen werden soll. Typische Längen für das Röhrchen 2 liegen im Bereich von 1 mm bis 100 mm, typische Lumendurchmesser (d.h. Innendurchmesser) im Bereich von 0,2 mm bis 10 mm. Geeignete Wandstärken bewegen sich zum Beispiel im Bereich von 10 μm bis 50 μm. Das Röhrchen 2 sollte so stabil sein, daß es sein im Ausführungsbeispiel kreisrundes Lumen weitgehend behält, wenn keine oder nur geringe äußere Kräfte darauf einwirken.
  • 2 zeigt den Anastomosenschutz 1 aus 1 im Querschnitt. Im Ausführungsbeispiel ist der Anastomosenschutz 1 aus zwei Folienstücken hergestellt, nämlich einem ersten Folienstück 10 mit der Innenseite 11 und einem zweiten Folienstück 12 mit der Innenseite 13. Das erste Folienstück 10 und das zweite Folienstück 12 liegen einander gegenüber. An zwei entgegengesetzten Seiten (nämlich in der Darstellung gemäß 2 links und rechts) liegt der jeweilige Endbereich der Innenseite 11 des ersten Folienstücks 10 an dem gegenüberliegenden Endbereich der Innenseite 13 des zweiten Folienstücks 12 an und ist damit verbunden (vorzugsweise verklebt oder verschweißt). Auf diese Weise wird das Röhrchen 2 von den mittleren Bereichen des ersten Folienstücks 10 und des zweiten Folienstücks 12 geformt, während durch die Endbereiche zwei Längsnähte an dem Röhrchen 2 sowie die Halteflügel 4 und 6 ausgebildet sind. Es ist auch denkbar, anstelle von zwei separaten Folienstücken 10 und 12 eine größere Folie zu verwenden, die entlang einer Faltlinie um 180° geklappt wird, wodurch ein erstes Folienstück und ein zweites Folienstück definiert werden. In diesem Fall würde die Faltlinie in der Ansicht gemäß 2 am äußersten linken oder rechten Ende liegen.
  • 3 zeigt eine Möglichkeit, wie der in 2 dargestellte Anastomosenschutz 1 hergestellt werden kann. Dazu werden das erste Folienstück 10 und das zweite Folienstück 12 um ein Metallrohr 16 gelegt und in ihren Endbereichen, d.h. im Bereich der Halteflügel 4 und 6, miteinander verschweißt. Durch eine Wärmebehandlung läßt sich erreichen, daß das Röhrchen 2 auch nach dem Herausziehen des Metallrohres 16 seine Form beibehält.
  • In 4 ist im Querschnitt als zweite Ausführungsform ein Anastomosenschutz 1' dargestellt, der eine Variante des Anastomosenschutzes 1 ist. Der Anastomosenschutz 1' weist ein Röhrchen 2' mit der Außenseite 3' auf und besitzt nur einen Halteflügel 4'. Wie aus 4 ersichtlich, ist der Anastomosenschutz 1' aus einem Folienstück 18 mit der Innenseite 19 geformt, so daß zwei entgegengesetzte Endbereiche des Folienstücks 18 mit den Innenseiten aneinanderliegend zur Ausbildung der Längsnaht des Röhrchens 2' und des Halteflügels 4' miteinander verbunden sind (vorzugsweise durch Verkleben oder Verschweißen). Der Anastomosenschutz 1' kann analog zu der in 3 veranschaulichten Weise hergestellt werden.
  • Bei diesen Ausführungsformen besteht der Anastomosenschutz aus zwei Folienstücken 10 und 12 bzw. aus einem Folienstück 18. Es sind jedoch auch Ausgestaltungen denkbar, bei denen das Röhrchen aus rohrartigem Ausgangsmaterial hergestellt wird und der oder die Halteflügel anschließend an der Außenseite des Röhrchens befestigt werden. Bei Bedarf können auch mehr als zwei Halteflügel zum Einsatz kommen.
  • Für die Halteflügel sind viele verschiedene Formen denkbar. Die 5, 6 und 7 zeigen Beispiele dafür. Gemäß 5 hat ein Anastomosenschutz 20 mit einem Röhrchen 21 zwei im wesentlichen dreieckige Halteflügel 22 mit vorzugsweise abgerundeten Ecken. In 6 ist ein Anastomosenschutz 23 mit einem Röhrchen 24 dargestellt, das mit zwei wellenförmigen Halteflügeln 25 versehen ist. 7 zeigt als weitere Ausführungsform einen Anastomosenschutz 26 mit einem Röhrchen 27. Der Anastomosenschutz 26 hat zwei Halteflügel 28, in denen sich Perforationsöffnungen 29 befinden. Die Perforationsöffnungen 29 können zum Beispiel in das Material der Halteflügel 28 gestanzt werden. Um den Anastomosenschutz 26 im Laufe einer Operation im Körper des Patienten zu fixieren, kann das chirurgische Nahtmaterial durch die Perforationsöffnungen 29 geführt werden. Denkbar ist auch ein Anastomosenschutz, bei dem die einzelnen Halteflügel unterschiedlich gestaltet sind.
  • Während die Halteflügel 28 des Anastomosenschutzes 26 aufgrund der Perforationsöffnungen 29 nähbar sind, ist es auch vorstellbar, für die Halteflügel ein Material zu verwenden, das im Verlauf einer Operation einerseits relativ leicht von einer chirurgischen Nadel durchstoßen werden kann, andererseits aber eine so hohe Festigkeit aufweist, daß die Nahtstelle nicht aus dem Halteflügel ausreißt.
  • Vorzugsweise ist der Anastomosenschutz aus schneidbarem Material gefertigt, so daß er bei Bedarf im Verlauf einer Operation auf die passende Größe, d.h. insbesondere auf die passende Länge gebracht werden kann. Es ist jedoch auch denkbar, den oder die Halteflügel in eine an die jeweiligen anatomischen Gegebenheiten angepaßte Form zu bringen.
  • Der Anastomosenschutz ist resorbierbar, so daß einige Zeit nach der Operation kein Fremdmaterial im Körper des Patienten zurückbleibt und zu Beschwerden führen könnte. Ein geeignetes Material, zum Beispiel in Form von Folien, ist Poly-p-dioxanon, dessen Zugfestigkeit etwa 30 bis 50 Tage nach der Implantation auf den halben Anfangswert absinkt und das im Verlauf von etwa 180 Tagen vollständig abgebaut wird. Andere resorbierbare Materialien sind ebenfalls denkbar, zum Beispiel Homopolymere oder Copolymere aus Lactid und Glykolid. Das Röhrchen des Anastomosenschutzes ist vorzugsweise geschlossenwandig.
  • In 8 ist in perspektivischer Ansicht eine Einführeinrichtung 30 dargestellt, die das Einsetzen eines Anastomosenschutzes, zum Beispiel des Anastomosenschutzes 1, erleichtert. Die Einführeinrichtung 30 weist ein zylindrisches Hilfsröhrchen 32 auf, das an beiden Enden offensteht und dessen Außendurchmesser kleiner ist als der Innendurchmesser des darauf abgestimmten Anastomosenschutzes, also hier als der Innendurchmesser des Röhrchens 2. Durch den Innenraum des Hilfsröhrchens 32 ist ein Faden 34 geführt, der an beiden Stirnseiten des Hilfsröhrchens 32 hervortritt. Der Faden 34 kann aus nichtresorbierbarem oder resorbierbarem Material bestehen. An einem seiner Enden ist an dem Faden 34 eine Schlinge 36 ausgebildet, die sich vorzugsweise selbst zuzieht, wenn sie um einen Gegenstand gelegt ist und an dem Faden 34 gezogen wird. Das entgegengesetzte Ende 38 des Fadens 34 ist in 8 als einfaches Fadenstück dargestellt. Es kann jedoch von Vorteil sein, wenn das entgegengesetzte Ende 38 zu einer Schlaufe verknotet ist. Dadurch wird einerseits verhindert, daß das entgegengesetzte Ende 38 unbeabsichtigt in den Innenraum des Hilfsröhrchens 32 gelangen kann, und andererseits erleichtert es die Schlaufe, an dem Faden 34 zu ziehen. Das Hilfsröhrchen 32 besteht vorzugsweise aus einem im wesentlichen starren (nicht resorbierbaren) Kunststoffmaterial.
  • In 9 sind verschiedene aufeinanderfolgende Schritte bei einer Operation veranschaulicht, die dazu dienen soll, ein erstes Nervenende 40 mit einem zweiten Nervenende 42 zu verbinden. Dabei wird der Anastomosenschutz 1 unter Anwendung der Einführeinrichtung 30 benutzt. In den Teilen (a) und (b) ist das zweite Nervenende 42 der Übersichtlichkeit halber nicht eingezeichnet.
  • Wie aus 9 Teil (a) hervorgeht, wird zunächst die Einführeinrichtung 30 mit dem über dem Hilfsröhrchen 32 angeordneten Anastomosenschutz 1 an das erste Nervenende 40 herangeführt. Dann wird die Schlinge 36 um das erste Nervenende 40 gelegt. Durch Zug am entgegengesetzten Ende 38 des Fadens 34 zieht sich die Schlinge 36 zusammen, und das erste Nervenende 40 kann an das Hilfsröhrchen 32 herangezogen werden, siehe 9 Teil (b). Wenn das erste Nervenende 40 nicht in Längsrichtung des Nerves verschoben werden soll, kann alternativ die Einführeinrichtung 30 mit dem Anastomosenschutz 1 an das erste Nervenende 40 heranbewegt werden. Sobald der in 9 Teil (b) gezeigte Zustand erreicht ist, läßt sich der Anastomosenschutz 1 ohne größere Probleme von dem Hilfsröhrchen 32 herunter und über den Nervenabschnitt mit dem ersten Nervenende 40 ziehen, siehe 9 Teil (c). Anschließend kann die Einführeinrichtung 30 aus dem Operationsgebiet herausgenommen werden. Wenn der Faden 34 resorbierbar ist, können Reste (z.B. die Schlinge 36) im Bereich der Anastomosenstelle verbleiben.
  • In 9 Teil (c) ist das zweite Nervenende 42 eingezeichnet, das nun an das erste Nervenende 40 heranbewegt wird. Die beiden Nervenenden 40 und 42 sollten spannungsfrei in Position gebracht werden. Wenn die beiden Nervenenden 40 und 42 in Kontakt sind, können sie fixiert werden, zum Beispiel mit Hilfe von Einzelknopfnähten 44, siehe 9 Teil (d). Abschließend wird der Anastomosenschutz 1 über die Nahtstelle geschoben, bis der in 9 Teil (e) dargestellte Endzustand erreicht ist. Der Anastomosenschutz 1 schützt die Anastomosenstelle zuverlässig vor äußeren Einflüssen und stillt schnell etwaige Blutungen. Falls erforderlich, können die Halteflügel 4 und 6, die schon bei der bisherigen Handhabung des Anastomosenschutzes 1 eine große Hilfe waren, am Körpergewebe fixiert werden, zum Beispiel durch Festnähen.
  • In 10 ist eine abweichende Operationstechnik veranschaulicht, die dann zum Zuge kommt, wenn die Lücke zwischen dem ersten Nervenende (hier mit 40' bezeichnet) und dem zweiten Nervenende (hier mit 42' bezeichnet) so groß ist, daß die Nervenenden 40' und 42' nicht in Kontakt gebracht werden können. 10 Teil (a) zeigt den Zustand der Operation, wie er dem in 9 Teil (c) und Teil (d) dargestellten entspricht. Die beiden nicht in unmittelbaren Kontakt bringbaren Nervenenden 40' und 42' werden mit Hilfe längerer Fadenstücke 46 fixiert, so daß sich die Nervenenden 40' und 42' nicht mehr auseinanderbewegen können. Anschließend kann der Anastomosenschutz 1 vom Bereich des ersten Nervenendes 40' über das zweite Nervenende 42' geschoben werden, wobei die Fadenstücke 46 eine Hilfe sind.
  • Alternativ ist es auch denkbar, auf die Fadenstücke 46 zu verzichten und das zweite Nervenende 42' nach dem Verschieben des Anastomosenschutzes 1 direkt in das Röhrchen 2 einzuführen, wie in 10 Teil (b) im Längsschnitt veranschaulicht.

Claims (8)

  1. Anastomosesystem, bestehend aus – einem resorbierbaren Anastomosenschutz (1), mit einem über Nerven- oder Gefäßenden schiebbaren Röhrchen (2), an dessen Außenseite (3) mindestens ein Halteflügel (4, 6) befestigt ist, und – einer Einführeinrichtung (30) mit einem Hilfsröhrchen (32), das länger als das Röhrchen (2) des Anastomosenschutzes (1) ist und durch das Röhrchen (2) des Anastomosenschutzes (1) schiebbar ist und durch dessen Innenraum ein Faden (34) geführt ist, der an beiden Stirnseiten des Hilfsröhrchens (32) hervortritt und an einem seiner Enden zu einer Schlinge (36) geformt ist.
  2. Anastomosesystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Röhrchen (2') des Anastomosenschutzes (1') aus einem Folienstück (18) gebildet ist, bei dem zwei entgegengesetzte Endbereiche mit den Innenseiten (19) aneinanderliegend zur Ausbildung einer Längsnaht des Röhrchens (2') und eines Halteflügels (4') miteinander verbunden sind.
  3. Anastomosesystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Röhrchen (2) des Anastomosenschutzes (1) aus zwei einander gegenüberliegenden Folienstücken (10, 12) gebildet ist, bei denen an zwei entgegengesetzten Seiten der jeweilige Endbereich der Innenseite (11) des einen Folienstücks (10) an dem gegenüberliegenden Endbereich der Innenseite (13) des anderen Folienstücks (12) zur Ausbildung einer Längsnaht des Röhrchens (2) und eines Halteflügels (4, 6) anliegt und damit verbunden ist.
  4. Anastomosesystem nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß aneinanderliegende Endbereiche des Folienstücks (18) bzw. der Folienstücke (10, 12) miteinander verklebt oder verschweißt sind.
  5. Anastomosesystem nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Anastomosenschutz (1) aus einem schneidbaren Material gefertigt ist.
  6. Anastomosesystem nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der mindestens eine Halteflügel (4, 6; 28) des Anastomosenschutzes (1) nähbar ist.
  7. Anastomosesystem nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Röhrchen (2) des Anastomosenschutzes (1) geschlossenwandig ist.
  8. Anastomosesystem nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Anastomosenschutz (1) Poly-p-dioxanon aufweist.
DE1998160304 1998-12-18 1998-12-18 Anastomosesystem, bestehend aus einem resorbierbaren Anastomosenschutz Expired - Fee Related DE19860304B4 (de)

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