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DE19860304A1 - Resorbierbarer Anastomosenschutz - Google Patents

Resorbierbarer Anastomosenschutz

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DE19860304A1
DE19860304A1 DE1998160304 DE19860304A DE19860304A1 DE 19860304 A1 DE19860304 A1 DE 19860304A1 DE 1998160304 DE1998160304 DE 1998160304 DE 19860304 A DE19860304 A DE 19860304A DE 19860304 A1 DE19860304 A1 DE 19860304A1
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Abstract

Ein resorbierbarer Anastomosenschutz (1) weist ein über Nerven- oder Gefäßenden schiebbares Röhrchen (2) auf, an dessen Außenseite (3) mindestens ein Halteflügel (4, 6) befestigt ist. Das Einsetzen des Anastomosenschutzes (1) kann mit Hilfe einer Einführeinrichtung erleichtert werden. Die Einführeinrichtung hat ein Hilfsröhrchen, das länger als das Röhrchen des Anastomosenschutzes ist und durch das Röhrchen des Anastomosenschutzes schiebbar ist. Im Innenraum des Hilfsröhrchens ist ein Faden geführt, der an beiden Stirnseiten des Hilfsröhrchens hervortritt und an einem seiner Enden zu einer Schlinge geformt ist.

Description

Die Erfindung betrifft einen resorbierbaren Anastomosenschutz, der insbesondere in der Nervenchirurgie und der Gefäßchirurgie angewendet werden kann.
Unter einer Anastomose versteht man eine Operationstechnik, bei der zwei getrennte Organenden zusammengefügt werden, um wieder ein funktionsfähiges Organ zu bilden. Auch das Operationsergeb­ nis wird als Anastomose bezeichnet. Anastomosen werden in der Regel dann angewendet, wenn ein Organsegment entfernt wurde und die beiden dadurch erzeugten Enden oder Stümpfe des Restorgans wieder miteinander verbunden werden sollen oder wenn ein durch­ trenntes Organ wieder funktionsfähig gemacht werden soll. Sie spielen zum Beispiel in der Darmchirurgie, in der Gefäßchirurgie und in der Nervenchirurgie eine Rolle.
Da Nerven- oder Gefäßenden, die mit Hilfe einer Anastomose mit­ einander verbunden werden sollen, oftmals eine geringe Größe haben, ist für eine solche Operation besonderes Geschick erfor­ derlich. Auch muß darauf geachtet werden, Verletzungen an den dünnen Organenden zu vermeiden und einen sicheren Heilungsprozeß zu gewährleisten.
Es ist Aufgabe der Erfindung, eine Möglichkeit zu schaffen, um das Erstellen von Anastomosen in der Nervenchirurgie und in der Gefäßchirurgie zu erleichtern.
Diese Aufgabe wird gelöst durch einen resorbierbaren Anastomo­ senschutz mit den Merkmalen des Anspruchs 1 sowie ein System mit den Merkmalen des Anspruchs 9, das aus einem derartigen Anasto­ mosenschutz und einer Einführeinrichtung besteht. Vorteilhafte Ausgestaltungen ergeben sich aus den Unteransprüchen.
Der erfindungsgemäße resorbierbare Anastomosenschutz weist ein über Nerven- oder Gefäßenden schiebbares Röhrchen auf, an dessen Außenseite mindestens ein Halteflügel befestigt ist. Vorzugs­ weise ist das Röhrchen geschlossenwandig.
Das über eine Anastomosenstelle geschobene Röhrchen dient als Schutz vor äußeren Einwirkungen. Wenn bei der Anastomose die zugehörigen Nerven- oder Gefäßenden nicht direkt miteinander verbunden werden können, sondern zunächst eine Lücke bestehen bleibt (zum Beispiel um übermäßige Spannungen zu vermeiden), wirkt das über dieser Defektstelle befindliche Röhrchen als Leitschiene für das Wachstum der Organenden, die im Inneren des Röhrchens unbehindert aufeinander zuwachsen können, bis sie sich selbst miteinander verbinden und wieder ein funktionsfähiges Organ entsteht. Wenn die Wandung des Röhrchens geschlossen ist, wird ein Einsprießen von umliegendem Gewebe zuverlässig verhin­ dert. Ferner stoppt das Röhrchen nach der Operation rasch Rest­ blutungen an der Anastomosenstelle.
Der mindestens eine Halteflügel erleichtert die Handhabbarkeit des Anastomosenschutzes, der an dem Halteflügel sicher zum Bei­ spiel mit einer Pinzette gegriffen und plaziert werden kann. Außerdem kann der Halteflügel die Stabilität des Röhrchens erhö­ hen, insbesondere wenn es dünnwandig und flexibel ist. Der Hal­ teflügel erleichtert auch das Fixieren des Anastomosenschutzes bei der Operation.
Bei einer bevorzugten Ausgestaltung ist der Anastomosenschutz aus einem schneidbaren Material gefertigt. In diesem Fall kann das Röhrchen während der Operation leicht auf die benötigte Länge zurechtgeschnitten werden. Auch kann es vorteilhaft sein, wenn sich der oder die Halteflügel bei der Operation in eine besondere Form schneiden oder bei Bedarf abschneiden lassen.
Vorzugsweise ist der mindestens eine Halteflügel nähbar, d. h. er kann mit einer chirurgischen Nadel durchgestochen werden, um den Halteflügel zum Fixieren des Anastomosenschutzes zum Beispiel mit Einzelknopfnähten am umliegenden Gewebe festzunähen. Wenn der Halteflügel auf diese Weise nähbar ist, sollte die Faden­ ausreißfestigkeit des verwendeten Materials ausreichend hoch sein. Bei härterem Material läßt sich eine Nähbarkeit durch Öff­ nungen im Halteflügel erzielen, durch die ein Faden geführt werden kann.
Der Innendurchmesser des Röhrchen sollte so gewählt werden, daß das Röhrchen locker um das Gefäß oder den Nerv liegt. Bei Ana­ stomosen, bei denen die Nerven- oder Gefäßenden miteinander vernäht werden, sollte im Innenraum des Röhrchens auch noch ausreichend Platz für die Aufnahme des Nahtmaterials vorhanden sein oder es sollte ausreichend flexibel sein, um seine Form an vorspringendes Nahtmaterial anzupassen.
Bei einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung ist das Röhr­ chen aus einem Folienstück gebildet, bei dem zwei entgegenge­ setzte Endbereiche mit den Innenseiten aneinanderliegend zur Ausbildung einer Längsnaht des Röhrchens und eines Halteflügels miteinander verbunden sind. Bei einer anderen Ausgestaltung ist das Röhrchen aus zwei einander gegenüberliegenden Folienstücken gebildet, bei denen an zwei entgegengesetzten Seiten der jewei­ lige Endbereich der Innenseite des einen Folienstücks an dem gegenüberliegenden Endbereich der Innenseite des anderen Folien­ stücks zur Ausbildung einer Längsnaht des Röhrchens und eines Halteflügels anliegt und damit verbunden ist. Bei der letzteren Ausgestaltung sind also zwei Halteflügel vorhanden. Die beiden Folienstücke können zunächst separat sein und bei der Herstel­ lung des Anastomosenschutzes übereinander angeordnet werden, oder sie können durch Umfalten einer größeren Folie ausgebildet werden, so daß bei dem fertigen Anastomosenschutz die entspre­ chende Faltlinie an der Außenkante eines der Halteflügel liegt. Bei beiden Ausgestaltungen sind aneinanderliegende Endbereiche des Folienstücks bzw. der Folienstücke vorzugsweise miteinander verklebt oder verschweißt. Diese Ausgestaltungen sind kostengün­ stig herstellbar und bewirken eine sichere Befestigung des Hal­ teflügels bzw. der Halteflügel an dem Röhrchen, da der oder die Halteflügel quasi einstückig mit dem Röhrchen ausgebildet sind.
Der Anastomosenschutz besteht aus resorbierbarem Material, damit im Zuge oder nach Ablauf des Heilungsprozesses kein körperfrem­ des Material zurückbleibt und zu Störungen führen könnte. Vor­ zugsweise weist der Anastomosenschutz Poly-p-dioxanon auf. Ande­ re vorbekannte resorbierbare Materialien sind ebenfalls verwend­ bar, zum Beispiel Copolymere aus Glykolid und Lactid.
Um das Einsetzen des Anastomosenschutzes bei einer Operation zu erleichtern, kann eine Einführeinrichtung mit einem Hilfsröhr­ chen benutzt werden. Das Hilfsröhrchen ist länger als das Röhr­ chen des Anastomosenschutzes und durch das Röhrchen des Anasto­ mosenschutzes schiebbar. Durch den Innenraum des Hilfsröhrchens ist ein Faden geführt, der an beiden Stirnseiten des Hilfsröhr­ chens hervortritt und an einem seiner Enden zu einer Schlinge geformt ist. Vorzugsweise ist das Hilfsröhrchen relativ steif oder starr und aus Kunststoff gefertigt. Die Einführeinrichtung erleichtert das Einsetzen des Anastomosenschutzes erheblich; wie sie angewendet wird, geht aus der nachfolgenden Beschreibung der Ausführungsbeispiele hervor.
Im folgenden wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen näher erläutert. Die Zeichnungen zeigen in
Fig. 1 eine perspektivische Ansicht einer Ausführungsform eines resorbierbaren Anastomosenschutzes,
Fig. 2 einen Querschnitt durch den Anastomosenschutz gemäß Fig. 1,
Fig. 3 einen Querschnitt gemäß Fig. 2, in den ein bei der Herstellung verwendetes Metallrohr mit eingezeichnet ist,
Fig. 4 einen Querschnitt durch eine zweite Ausführungsform eines resorbierbaren Anastomosenschutzes,
Fig. 5 eine perspektivische Ansicht einer dritten Ausführungs­ form eines resorbierbaren Anastomosenschutzes,
Fig. 6 eine perspektivische Ansicht einer vierten Ausführungs­ form eines resorbierbaren Anastomosenschutzes,
Fig. 7 eine perspektivische Ansicht einer fünften Ausführungs­ form eines resorbierbaren Anastomosenschutzes,
Fig. 8 eine perspektivische Ansicht einer Einführeinrichtung, die das Einsetzen eines Anastomosenschutzes erleich­ tert,
Fig. 9 in den Teilen (a) bis (e) schematische perspektivische Darstellungen, die aufeinanderfolgende Schritte beim Einsetzen des Anastomosenschutzes gemäß Fig. 1 mit Hilfe der Einführeinrichtung gemäß Fig. 8 veranschau­ lichen, und
Fig. 10 in Teil (a) eine schematische perspektivische Darstel­ lung, die einen Schritt bei einer Varianten der Opera­ tionstechnik gemäß Fig. 9 veranschaulicht, und in Teil (b) einen Längsschnitt durch den Anastomosenschutz nach Beendigung einer gemäß einer ähnlichen Operationstech­ nik durchgeführten Operation.
In Fig. 1 ist ein Anastomosenschutz 1 in perspektivischer An­ sicht dargestellt. Der Anastomosenschutz 1 weist ein an beiden Enden offenstehendes Röhrchen 2 auf, das im Ausführungsbeispiel zylinderförmig ausgebildet ist. An der Außenseite 3 des Röhr­ chens 2 sind zwei Halteflügel 4 und 6 befestigt.
Das Röhrchen 2 ist so dimensioniert, daß es über Nerven- oder Gefäßenden schiebbar ist, wobei es sich vorzugsweise locker um den Nerv bzw. das Gefäß legen sollte. Für einen konkreten Anwen­ dungsfall hängen die Maße des Röhrchens 2 also von der Größe der Organenden ab, an denen eine Anastomose vorgenommen werden soll. Typische Längen für das Röhrchen 2 liegen im Bereich von 1 mm bis 100 mm, typische Lumendurchmesser (d. h. Innendurchmesser) im Bereich von 0,2 mm bis 10 mm. Geeignete Wandstärken bewegen sich zum Beispiel im Bereich von 10 µm bis 50 µm. Das Röhrchen 2 sollte so stabil sein, daß es sein im Ausführungsbeispiel kreis­ rundes Lumen weitgehend behält, wenn keine oder nur geringe äußere Kräfte darauf einwirken.
Fig. 2 zeigt den Anastomosenschutz 1 aus Fig. 1 im Quer­ schnitt. Im Ausführungsbeispiel ist der Anastomosenschutz 1 aus zwei Folienstücken hergestellt, nämlich einem ersten Folienstück 10 mit der Innenseite 11 und einem zweiten Folienstück 12 mit der Innenseite 13. Das erste Folienstück 10 und das zweite Fo­ lienstück 12 liegen einander gegenüber. An zwei entgegengesetz­ ten Seiten (nämlich in der Darstellung gemäß Fig. 2 links und rechts) liegt der jeweilige Endbereich der Innenseite 11 des ersten Folienstücks 10 an dem gegenüberliegenden Endbereich der Innenseite 13 des zweiten Folienstücks 12 an und ist damit ver­ bunden (vorzugsweise verklebt oder verschweißt). Auf diese Weise wird das Röhrchen 2 von den mittleren Bereichen des ersten Fo­ lienstücks 10 und des zweiten Folienstücks 12 geformt, während durch die Endbereiche zwei Längsnähte an dem Röhrchen 2 sowie die Halteflügel 4 und 6 ausgebildet sind. Es ist auch denkbar, anstelle von zwei separaten Folienstücken 10 und 12 eine größere Folie zu verwenden, die entlang einer Faltlinie um 180° geklappt wird, wodurch ein erstes Folienstück und ein zweites Folienstück definiert werden. In diesem Fall würde die Faltlinie in der Ansicht gemäß Fig. 2 am äußersten linken oder rechten Ende liegen.
Fig. 3 zeigt eine Möglichkeit, wie der in Fig. 2 dargestellte Anastomosenschutz 1 hergestellt werden kann. Dazu werden das erste Folienstück 10 und das zweite Folienstück 12 um ein Me­ tallrohr 16 gelegt und in ihren Endbereichen, d. h. im Bereich der Halteflügel 4 und 6, miteinander verschweißt. Durch eine Wärmebehandlung läßt sich erreichen, daß das Röhrchen 2 auch nach dem Herausziehen des Metallrohres 16 seine Form beibehält.
In Fig. 4 ist im Querschnitt als zweite Ausführungsform ein Anastomosenschutz 1' dargestellt, der eine Variante des Anasto­ mosenschutzes 1 ist. Der Anastomosenschutz 1' weist ein Röhrchen 2' mit der Außenseite 3' auf und besitzt nur einen Halteflügel 4'. Wie aus Fig. 4 ersichtlich, ist der Anastomosenschutz 1' aus einem Folienstück 18 mit der Innenseite 19 geformt, so daß zwei entgegengesetzte Endbereiche des Folienstücks 18 mit den Innenseiten aneinanderliegend zur Ausbildung der Längsnaht des Röhrchens 2' und des Halteflügels 4' miteinander verbunden sind (vorzugsweise durch Verkleben oder Verschweißen). Der Anastomo­ senschutz 1' kann analog zu der in Fig. 3 veranschaulichten Weise hergestellt werden.
Bei diesen Ausführungsformen besteht der Anastomosenschutz aus zwei Folienstücken 10 und 12 bzw. aus einem Folienstück 18. Es sind jedoch auch Ausgestaltungen denkbar, bei denen das Röhrchen aus rohrartigem Ausgangsmaterial hergestellt wird und der oder die Halteflügel anschließend an der Außenseite des Röhrchens befestigt werden. Bei Bedarf können auch mehr als zwei Halteflü­ gel zum Einsatz kommen.
Für die Halteflügel sind viele verschiedene Formen denkbar. Die Fig. 5, 6 und 7 zeigen Beispiele dafür. Gemäß Fig. 5 hat ein Anastomosenschutz 20 mit einem Röhrchen 21 zwei im wesentlichen dreieckige Halteflügel 22 mit vorzugsweise abgerundeten Ecken. In Fig. 6 ist ein Anastomosenschutz 23 mit einem Röhrchen 24 dargestellt, das mit zwei wellenförmigen Halteflügeln 25 ver­ sehen ist. Fig. 7 zeigt als weitere Ausführungsform einen Ana­ stomosenschutz 26 mit einem Röhrchen 27. Der Anastomosenschutz 26 hat zwei Halteflügel 28, in denen sich Perforationsöffnungen 29 befinden. Die Perforationsöffnungen 29 können zum Beispiel in das Material der Halteflügel 28 gestanzt werden. Um den Anasto­ mosenschutz 26 im Laufe einer Operation im Körper des Patienten zu fixieren, kann das chirurgische Nahtmaterial durch die Perfo­ rationsöffnungen 29 geführt werden. Denkbar ist auch ein Anasto­ mosenschutz, bei dem die einzelnen Halteflügel unterschiedlich gestaltet sind.
Während die Halteflügel 28 des Anastomosenschutzes 26 aufgrund der Perforationsöffnungen 29 nähbar sind, ist es auch vorstell­ bar, für die Halteflügel ein Material zu verwenden, das im Ver­ lauf einer Operation einerseits relativ leicht von einer chir­ urgischen Nadel durchstoßen werden kann, andererseits aber eine so hohe Festigkeit aufweist, daß die Nahtstelle nicht aus dem Halteflügel ausreißt.
Vorzugsweise ist der Anastomosenschutz aus schneidbarem Material gefertigt, so daß er bei Bedarf im Verlauf einer Operation auf die passende Größe, d. h. insbesondere auf die passende Länge gebracht werden kann. Es ist jedoch auch denkbar, den oder die Halteflügel in eine an die jeweiligen anatomischen Gegebenheiten angepaßte Form zu bringen.
Der Anastomosenschutz ist resorbierbar, so daß einige Zeit nach der Operation kein Fremdmaterial im Körper des Patienten zurück­ bleibt und zu Beschwerden führen könnte. Ein geeignetes Materi­ al. zum Beispiel in Form von Folien, ist Poly-p-dioxanon, dessen Zugfestigkeit etwa 30 bis 50 Tage nach der Implantation auf den halben Anfangswert absinkt und das im Verlauf von etwa 180 Tagen vollständig abgebaut wird. Andere resorbierbare Materialien sind ebenfalls denkbar, zum Beispiel Homopolymere oder Copolymere aus Lactid und Glykolid. Das Röhrchen des Anastomosenschutzes ist vorzugsweise geschlossenwandig.
In Fig. 8 ist in perspektivischer Ansicht eine Einführeinrich­ tung 30 dargestellt, die das Einsetzen eines Anastomosenschut­ zes, zum Beispiel des Anastomosenschutzes 1, erleichtert. Die Einführeinrichtung 30 weist ein zylindrisches Hilfsröhrchen 32 auf, das an beiden Enden offensteht und dessen Außendurchmesser kleiner ist als der Innendurchmesser des darauf abgestimmten Anastomosenschutzes, also hier als der Innendurchmesser des Röhrchens 2. Durch den Innenraum des Hilfsröhrchens 32 ist ein Faden 34 geführt, der an beiden Stirnseiten des Hilfsröhrchens 32 hervortritt. Der Faden 34 kann aus nichtresorbierbarem oder resorbierbarem Material bestehen. An einem seiner Enden ist an dem Faden 34 eine Schlinge 36 ausgebildet, die sich vorzugsweise selbst zuzieht, wenn sie um einen Gegenstand gelegt ist und an dem Faden 34 gezogen wird. Das entgegengesetzte Ende 38 des Fadens 34 ist in Fig. 8 als einfaches Fadenstück dargestellt. Es kann jedoch von Vorteil sein, wenn das entgegengesetzte Ende 38 zu einer Schlaufe verknotet ist. Dadurch wird einerseits verhindert, daß das entgegengesetzte Ende 38 unbeabsichtigt in den Innenraum des Hilfsröhrchens 32 gelangen kann, und anderer­ seits erleichtert es die Schlaufe, an dem Faden 34 zu ziehen. Das Hilfsröhrchen 32 besteht vorzugsweise aus einem im wesentli­ chen starren (nicht resorbierbaren) Kunststoffmaterial.
In Fig. 9 sind verschiedene aufeinanderfolgende Schritte bei einer Operation veranschaulicht, die dazu dienen soll, ein er­ stes Nervenende 40 mit einem zweiten Nervenende 42 zu verbinden. Dabei wird der Anastomosenschutz 1 unter Anwendung der Einführ­ einrichtung 30 benutzt. In den Teilen (a) und (b) ist das zweite Nervenende 42 der Übersichtlichkeit halber nicht eingezeichnet.
Wie aus Fig. 9 Teil (a) hervorgeht, wird zunächst die Einführ­ einrichtung 30 mit dem über dem Hilfsröhrchen 32 angeordneten Anastomosenschutz 1 an das erste Nervenende 40 herangeführt. Dann wird die Schlinge 36 um das erste Nervenende 40 gelegt. Durch Zug am entgegengesetzten Ende 38 des Fadens 34 zieht sich die Schlinge 36 zusammen, und das erste Nervenende 40 kann an das Hilfsröhrchen 32 herangezogen werden, siehe Fig. 9 Teil (b). Wenn das erste Nervenende 40 nicht in Längsrichtung des Nerves verschoben werden soll, kann alternativ die Einführein­ richtung 30 mit dem Anastomosenschutz 1 an das erste Nervenende 40 heranbewegt werden. Sobald der in Fig. 9 Teil (b) gezeigte Zustand erreicht ist, läßt sich der Anastomosenschutz 1 ohne größere Probleme von dem Hilfsröhrchen 32 herunter und über den Nervenabschnitt mit dem ersten Nervenende 40 ziehen, siehe Fig. 9 Teil (c). Anschließend kann die Einführeinrichtung 30 aus dem Operationsgebiet herausgenommen werden. Wenn der Faden 34 resor­ bierbar ist, können Reste (z. B. die Schlinge 36) im Bereich der Anastomosenstelle verbleiben.
In Fig. 9 Teil (c) ist das zweite Nervenende 42 eingezeichnet, das nun an das erste Nervenende 40 heranbewegt wird. Die beiden Nervenenden 40 und 42 sollten spannungsfrei in Position gebracht werden. Wenn die beiden Nervenenden 40 und 42 in Kontakt sind, können sie fixiert werden, zum Beispiel mit Hilfe von Einzel­ knopfnähten 44, siehe Fig. 9 Teil (d). Abschließend wird der Anastomosenschutz 1 über die Nahtstelle geschoben, bis der in Fig. 9 Teil (e) dargestellte Endzustand erreicht ist. Der Ana­ stomosenschutz 1 schützt die Anastomosenstelle zuverlässig vor äußeren Einflüssen und stillt schnell etwaige Blutungen. Falls erforderlich, können die Halteflügel 4 und 6, die schon bei der bisherigen Handhabung des Anastomosenschutzes 1 eine große Hilfe waren, am Körpergewebe fixiert werden, zum Beispiel durch Fest­ nähen.
In Fig. 10 ist eine abweichende Operationstechnik veranschau­ licht, die dann zum Zuge kommt, wenn die Lücke zwischen dem ersten Nervenende (hier mit 40' bezeichnet) und dem zweiten Nervenende (hier mit 42' bezeichnet) so groß ist, daß die Ner­ venenden 40' und 42' nicht in Kontakt gebracht werden können.
Fig. 10 Teil (a) zeigt den Zustand der Operation, wie er dem in Fig. 9 Teil (c) und Teil (d) dargestellten entspricht. Die beiden nicht in unmittelbaren Kontakt bringbaren Nervenenden 40' und 42' werden mit Hilfe längerer Fadenstücke 46 fixiert, so daß sich die Nervenenden 40' und 42' nicht mehr auseinanderbewegen können. Anschließend kann der Anastomosenschutz 1 vom Bereich des ersten Nervenendes 40' über das zweite Nervenende 42' ge­ schoben werden, wobei die Fadenstücke 46 eine Hilfe sind.
Alternativ ist es auch denkbar, auf die Fadenstücke 46 zu ver­ zichten und das zweite Nervenende 42' nach dem Verschieben des Anastomosenschutzes 1 direkt in das Röhrchen 2 einzuführen, wie in Fig. 10 Teil (b) im Längsschnitt veranschaulicht.

Claims (9)

1. Resorbierbarer Anastomosenschutz, mit einem über Nerven- oder Gefäßenden schiebbaren Röhrchen (2), an dessen Außen­ seite (3) mindestens ein Halteflügel (4, 6) befestigt ist.
2. Anastomosenschutz nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Röhrchen (2') aus einem Folienstück (18) gebildet ist, bei dem zwei entgegengesetzte Endbereiche mit den In­ nenseiten (19) aneinanderliegend zur Ausbildung einer Längs­ naht des Röhrchens (2') und eines Halteflügels (4') mitein­ ander verbunden sind.
3. Anastomosenschutz nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Röhrchen (2) aus zwei einander gegenüberliegenden Folienstücken (10, 12) gebildet ist, bei denen an zwei ent­ gegengesetzten Seiten der jeweilige Endbereich der Innensei­ te (11) des einen Folienstücks (10) an dem gegenüberliegen­ den Endbereich der Innenseite (13) des anderen Folienstücks (12) zur Ausbildung einer Längsnaht des Röhrchens (2) und eines Halteflügels (4, 6) anliegt und damit verbunden ist.
4. Anastomosenschutz nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekenn­ zeichnet, daß aneinanderliegende Endbereiche des Folien­ stücks (18) bzw. der Folienstücke (10, 12) miteinander ver­ klebt oder verschweißt sind.
5. Anastomosenschutz nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Anastomosenschutz (1) aus einem schneidbaren Material gefertigt ist.
6. Anastomosenschutz nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der mindestens eine Halteflügel (4, 6; 28) nähbar ist.
7. Anastomosenschutz nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Röhrchen (2) geschlossenwandig ist.
8. Anastomosenschutz nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Anastomosenschutz (1) Poly-p-dioxa­ non aufweist.
9. System, bestehend aus
  • - einem Anastomosenschutz (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 8 und
  • - einer Einführeinrichtung (30) mit einem Hilfsröhrchen (32), das länger als das Röhrchen (2) des Anastomosenschut­ zes (1) ist und durch das Röhrchen (2) des Anastomosenschut­ zes (1) schiebbar ist und durch dessen Innenraum ein Faden (34) geführt ist, der an beiden Stirnseiten des Hilfsröhr­ chens (32) hervortritt und an einem seiner Enden zu einer Schlinge (36) geformt ist.
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