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In
Notsituationen drückt
ein Fahrer üblicherweise
ein Bremspedal schnell nieder. Jedoch kann es vorkommen, dass der
Fahrer das Bremspedal nicht ausreichend betätigt oder dass der Fahrer die
notwendige Betätigungskraft
nicht für
eine notwendige Zeitdauer halten kann. Um die Fahrzeugsicherheit
zu verbessern, sind einige Automatik-Bremsassistentsysteme bereits
in den Markt eingeführt
worden. Derartige herkömmliche
Bremsassistentsysteme wenden einen Unterdruckverstärker an,
um die Betätigungskraft
automatisch zu verstärken,
wenn der Fahrer das Bremspedal schnell niederdrückt.
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Eine
Bremsregelvorrichtung mit den Merkmalen des Oberbegriffs von Patentanspruch
1 ist bekannt durch Dokument
DE 195 01 760 A1 . Bei dieser bekannten Bremsregelvorrichtung
ist vorgesehen, dass während
der Bremsassistentregelung das erste Ventil geschlossen ist und
dass das zweite Ventil geöffnet
ist. Da bei diesem Betriebszustand der Ausgangsdruck vom Hauptbremszylinder
größer ist
als der Druck der Bremsflüssigkeit
im Reservoir, entnimmt die Pumpe dem Reservoir weniger Bremsflüssigkeit,
als wenn das zweite Ventil geschlossen ist. Dies kann zur Folge
haben, dass dann, wenn gleichzeitig eine Antiblockierregelung erfolgt,
das Reservoir nicht genug Bremsflüssigkeit aufnehmen kann und
dadurch der Antiblockierbetrieb gestört ist.
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Die
Veröffentlichung
DE 40 35 527 A1 offenbart
eine Bremsregelvorrichtung mit einem zweiten Ventil in einer zweiten
Leitung. Anders als bei der gattungsgemäßen Bremsregelvorrichtung verbindet
die zweite Leitung die Saugseite der Pumpe nicht mit dem Hauptbremszylinder,
sondern mit einem Bremsflüssigkeitsbehälter. Die
durch die Veröffentlichung
DE 40 35 527 A1 bekannte
Bremsregelvorrichtung kann eine Antiblockierregelung und eine Antriebsschlupfregelung
durchführen,
nicht jedoch eine Bremsassistentregelung. Während der Antriebsschlupfregelung
wird das zweite Ventil zunächst
geöffnet,
damit ein Druckaufbau im Radbremszylinder erfolgt. Zum Druckhalten
wird das zweite Ventil geschlossen und auch zum Druckabbau nimmt
das zweite Ventil seine Sperrstellung ein. Dabei wird das zweite
Ventil geschlossen, ohne dass die Umsteuerung in die Sperrstellung
vom Ausgangsdruck des Hauptbremszylinders und einer Blockierneigung
des Rades abhängt.
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Der
Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die gattungsgemäße Bremsregelvorrichtung
dahingehend weiterzubilden, dass der Antiblockierbetrieb durch die
Bremsassistentregelung nicht beeinträchtigt wird.
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Diese
Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die
Bremsregelvorrichtung gemäß Patentanspruch
1 gelöst.
Erfindungsgemäß ist vorgesehen,
dass der Regler während
der Bremsassistentregelung das zweite Ventil schließt, wenn
der Ausgangsdruck vom Hauptbremszylinder einen Wert annimmt, bei
dem das Rad blockieren würde.
Dadurch wird während der
Bremsassistentregelung ein Zustand herbeigeführt, während dessen das zweite Ventil
geschlossen ist und somit die Pumpe Bremsflüssigkeit aus dem Reservoir
fördern
kann, so dass der Gefahr vorgebeugt ist, dass das Reservoir voll
ist und keine Bremsflüssigkeit
mehr aufnehmen kann.
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Ein
Ausführungsbeispiel
der Erfindung wird im Folgenden unter Bezugnahme auf die Zeichnungen
näher erläutert.
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Es
zeigen:
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1 ein
Blockdiagramm eines Gesamtsystems mit einer erfindungsgemäßen Bremsregelvorrichtung;
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2 einen
Schaltplan einer erfindungsgemäßen Bremsregelvorrichtung;
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3 ein
generelles Fließbild
einer Gesamtregelung;
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4 ein
ausführliches
Fließbild
der Bremsassistentenregelung gemäß 3;
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5 ein
ausführliches
Fließbild
von Variablenberechnungen für
die Bremsassistentenregelung;
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6 ein
Diagramm verschiedener Verläufe in
Abhängigkeit
von der Zeit bei der Bremsassistentenregelung;
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7 und 8 ausführliche
Fließbilder
der Bremsdruckregelung gemäß 3;
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9 ein
Diagramm zur Erläuterung
eines Startbereichs zur Bremsassistentenregelung gemäß 3;
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10 ein
Diagramm, das die Beziehungen zwischen Druckmodulationsmoden und
Parametern für
eine Bremsdruckregelung wiedergibt.
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1 zeigt
ein Blockdiagramm eines Gesamtsystems mit einer Bremsregelvorrichtung
gemäß einem
Ausführungsbeispiel
der Erfindung. Ein Brennkraftmotor EG hat einen Drosselregler TH
und einen Kraftstoffeinspritzer FI. Der Drosselregler TH regelt
ein Hauptdrosselventil MT und ein Nebendrosselventil ST. Das Hauptdrosselventil
MT wird in Übereinstimmung
mit einer Fahrer-Betätigung
eines Gaspedals AP gesteuert. Das Nebendrosselventil ST wird mittels
eines elektronischen Reglers ECU gesteuert. Der elektronische Regler
ECU steuert auch den Kraftstoffeinspritzer FI zur Einstellung einer
zu dem Brennkraftmotor EG gespeisten Kraftstoffmenge. In diesem
Ausführungsbeispiel
treibt der Brennkraftmotor EG über
einen Antriebszug GS und ein Differentialgetriebe DF Hinterräder RR und
RL an. Mit anderen Worten wendet dieses Ausführungsbeispiel den sogenannten
Hinterradantrieb an. Es ist allerdings für den Fachmann offensichtlich,
dass die vorliegende Erfindung auch in anderen Antriebssystemen,
wie etwa dem Vorderradantrieb und dem Allradantrieb, übernommen
werden kann.
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Rechte
und linke vordere Räder
bzw. Vorderräder
FR, FL weisen Radbremszylinder Wfr und Wfl auf, die im Folgenden
als Radzylinder bezeichnet werden. Die rechten und linken Hinterräder RR,
RL weisen Radbremszylinder Wrr und Wrl auf, die im Folgenden ebenfalls
als Radzylinder bezeichnet werden. All diese Radzylinder Wfr, Wfl,
Wrr und Wrl sind mit einem Bremsdruckregler BC hydraulisch verbunden.
Der Bremsdruckregler BC wird später
anhand der 2 erläutert.
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Alle
Räder FR,
FL, RR und RL weisen Radgeschwindigkeitssensoren WS1, WS2, WS3 und WS4
auf. Diese Geschwindigkeitssensoren WS1, WS2, WS3 und WS4 sind allesamt
mit dem elektronischen Regler ECU elektrisch verbunden, um individuelle
Geschwindigkeiten der Räder
FR, FL, RR und RL darstellende Pulssignale zu dem elektronischen Regler
ECU zu liefern. Der Bremsdruckregler BC weist einen Hauptbremszylinder
MC der im Folgenden als Hauptzylinder bezeichnet wird, und einen Drucksensor
PS auf. Der Drucksensor PS erfasst einen Ausgangsdruck Pmc des Hauptzylinders
MC. Der Drucksensor PS ist mit dem elektronischen Regler ECU elektrisch
verbunden, um den Ausgangsdruck Pmc zu dem elektronischen Regler
ECU zu liefern. Der Hauptzylinder MC ist mechanisch mit einem Bremspedal
BP verbunden, um eine Bremsbetätigung
des Fahrers aufzunehmen. Das Bremspedal BP hat einen Bremsschalter
BS. Der Bremsschalter BS ist eingeschaltet, während der Fahrer das Bremspedal
BP betätigt.
Der Bremsschalter BS liefert ein die Bremsbetätigung des Fahrers darstellendes
elektrisches Signal zu dem elektronischen Regler ECU. Der elektronische
Regler ECU empfängt
Signale von einem (nicht gezeigten) Lenkwinkelsensor, um einen Lenkwinkel
der Vorderräder
FR, FL zu erfassen. Ferner empfängt
die elektronische Regeleinheit ECU Signale von einem Querbeschleunigungssensor
LAS, um eine Querbeschleunigung Gy eines Fahrzeugs zu erfassen,
und von einem (nicht gezeigten) Gierratensensor, um eine Gierrate
des Fahrzeugs zu erfassen.
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Der
elektronische Regler ECU enthält
einen Mikrocomputer MCP. Der Mikrocomputer MCP umfasst eine zentrale
Verarbeitungseinheit CPU, einen ROM-Speicher (Nur-Lese-Speicher), einen RAM-Speicher
(Speicher mit wahlfreiem Zugriff), Eingabeanschlüsse IPT und Ausgabeschlüsse OPT.
Die verschiedenen Signale werden mittel Verstärker AMP verstärkt und
von den Radgeschwindigkeitssensoren WS1, WS2, WS3, WS4, dem Drucksensor PS,
dem Bremsschalter BS, dem Lenkwinkelsensor, dem Gierratensensor
und dem Querbeschleunigungssensor LAS werden mit Hilfe von Verstärkern AMP
verstärkt
und zu der zentralen Verarbeitungseinheit CPU geführt. Ferner
werden verschiedene Signale von der zentralen Verarbeitungseinheit
CPU über
Abtriebsglieder ACT zu dem Drossregler TH und dem Bremsdruckregler
BC geliefert.
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Der
Mirkocomputer MCP führt
die in 3, 4, 5, 7 und 8 gezeigten
Programme durch, während
ein (nicht gezeigter) Zündschalter
geschlossen ist, um den Brennkraftmotor EG zu betreiben. Diese Programme
sind in den ROM-Speichern gespeichert. Der Mikrocomputer MCP speichert
zeitweilig Variablen in den RAM-Speicher, um die Programme durchzuführen. Für den Fachmann ist
offensichtlich, für
verschiedene mittels der Programme definierte Aufgaben eine Vielzahl
von Mikrocomputern anzuwenden.
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2 zeigt
einen Schaltplan der Bremsregelvorrichtung einschließlich des
Bremsdruckreglers BC. Der Hauptzylinder MC wird mittels eines Unterdruckverstärkers VB
in Übereinstimmung
mit einer Betätigung
des Bremspedals BP des Fahrers angetrieben. Auf die Betätigung des
Bremspedals BP des Fahrers hin setzt der Hauptzylinder MC eine in
einem Hauptreservoir LRS gespeicherte Bremsflüssigkeit unter Druck und führt die
druckbeaufschlagte Bremsflüssigkeit
zu einem ersten Leitungssystem und einem zweiten Leitungssystem.
Das erste Leitungssystem verbindet eine erste Druckkammer MCa des Hauptzylinders
MC mit den Radzylindern Wfr und Wrl. Das zweite Leitungssystem verbindet
eine zweiten Kammer MCb des Hauptzylinders MC mit den Radzylindern
Wfl und Wrr. In diesem Ausführungsbeispiel
ist der Hauptzylinder MC von einer Tandem-Bauart, während das erste und das zweite
Leitungssystem eine Hydraulikbremse einer Diagonal-Bauart ausbilden.
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In
dem ersten Leitungssystem für
die Radzylinder Wfr und Wrl ist die erste Druckkammer MCa mit einer
ersten Leitung bzw. Hauptleitung MF verbunden, die sich in zwei
Zweigleitungen MF1 und MF2 verzweigt. Die Zweigleitung MF1 ist mit
dem Radzylinder Wfr verbunden. Die andere Zweigleitung MF2 ist mit
dem Radzylinder Wrl verbunden. Ein erstes Ventil SC1 ist in die
Hauptleitung MF eingesetzt. Das Ventil SC1 ist ein Wegeventil zum Öffnen oder
Schließen der Hauptleitung MF und ist normalerweise geöffnet. Ferner
ist die erste Druckkammer MCa über eine
zweite Leitung MFc mit Einwegventilen CV5 und CV6 verbunden. Der
Drucksensor PS ist mit der zweiten Leitung MFc verbunden, um den
Ausgangsdruck Pmc des Hauptzylinder MC zu erfassen. Um die Betätigung des
Bremspedals BP des Fahrers zu erfassen, kann anstelle des Bremsschalters
BS der Drucksensor PS verwendet werden. Es ist für den Fachmann auch offensichtlich,
anstelle des Bremsschalters BS einen Bremshubsensor zu verwenden.
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In
den Zweigleitungen MF1 und MF2 sind Ventile PC1 und PC2 eingesetzt.
Diese Ventile PC1 und PC2 dienen zum Öffnen oder Schließen der
jeweiligen Zweigleitung und sind normalerweise geöffnet. Einwegventile
CV1 und CV2 sind parallel zu den Ventilen PC1 und PC2 vorgesehen.
Diese Einwegventile CV1 und CV2 gestatten, dass die Bremsflüssigkeit
lediglich in Richtung zum Hauptzylinder MC fließt. Die Bremsflüssigkeit
in den Radzylindern Wfr und Wrl wird durch die Einwegventile CV1,
CV2 und das Ventil SC1 zu dem Hauptzylinder MC und dem Hauptreservoir
LRS zurückgeführt. Demgemäß können auf
eine Freigabe des Bremspedals BP durch den Fahrer hin die Drücke in den
Radzylindern Wfr und Wrl schnell dem sinkenden Ausgangsdruck Pmc des
Hauptzylinders MC folgen. Die Radzylinder Wfr und Wrl sind ferner über Ventile
PC5 und PC6 mit Rückflusszweigleitungen
RF1 und RF2 verbunden. Die Ventile PC5 und PC6 können eine Offen- und eine Schließstellung
einnehmen und sind normalerweise geschlossen. Die Rückflusszweileitungen
RF1 und RF2 sind mit einer Rückflussleitung
RF verbunden. Die Rückflussleitung
RF ist mit einem Reservoir RS1 verbunden. Die Ventile PC1, PC2,
PC5 und PC6 sind Modulatorventile, wobei die Ventile PC1 und PC5
einen Modulator bilden und die Ventile PC2 und PC6 einen Modulator
bilden.
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Der
Einlassanschluss bzw. die Saugseite einer hydraulischen Pumpe HP1
ist durch die Einwegventile CV6 und CV5 mit dem Reservoir RS1 verbunden.
Der Auslassanschluss der Pumpe HP1 ist über ein Einwegventil CV7 und
eine Leitung MFp mit den Ventilen PC1 und PC2 verbunden. Die Pumpe
HP1 wird mittels eines Elektromotors M angetrieben, um die Bremsflüssigkeit
von dem Einlassanschluss anzusaugen und um die druckbeaufschlagte
Bremsflüssigkeit
von dem Auslassanschluss aus zu verdrängen. Der Elektromotor M treibt üblicherweise
auch eine hydraulische Pumpe HP2 an, die für das zweite Leitungssystem
zuständig
ist. Das Reservoir RS1 wird unter Fachleuten auch als „Akkumulator" bezeichnet und ist
von dem Hauptreservoir LRS unabhängig.
Das Reservoir RS1 hat einen beweglichen Kolben und eine Feder, so
dass eine vorbestimmte Bremsflüssigkeitsmenge
zeitweilig in dem Hilfsreservoir RS1 gespeichert werden kann.
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Der
Hauptzylinder MC ist durch die zweite Leitung MFc mit den Einwegventilen
CV5 und CV6 verbunden. Das Einwegventil CV5 verhindert, dass die
Bremsflüssigkeit
von dem Hauptzylinder MC zu dem Reservoir RS1 fließt, wogegen
es den Gegenfluss von dem Reservoir RS1 zu dem Hauptzylinder MC
gestattet. Die Einwegventile CV6 und CV7 sorgen dafür, dass
die Bremsflüssigkeit
von dem Einlassanschluss zu dem Auslassanschluss der Hydraulikpumpe
HP1 fließen
kann. Die Einwegventile CV6 und CV7 sind gewöhnlicherweise in die Pumpe
HP1 integriert. Ein zweites Ventil SI1 ist in die zweite Leitung MFc
eingesetzt. Das Ventil SI1 dient zum Öffnen oder Schließen der
zweiten Leitung und ist normalerweise geschlossen, um den Hauptzylinder
MC von dem Einlassanschluss der Pumpe HP1 zu brennen. Mit anderen
Worten ist der Einlassanschluss der Pumpe HP1 mit dem Hauptzylinder
MC verbunden, während das
Ventil SI1 mittels des elektronischen Reglers ECU geöffnet ist.
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Ein
Entlastungsventil RV1 und ein Einwegventil AV1 sind parallel mit
dem Ventil SC1 geschaltet. Um den Lieferdruck der Pumpe HP1 einzustellen, sperrt
das Entlastungsventil RV1 in Strömungsrichtung
von dem Hauptzylinder MC zu den Ventilen PC1 und PC2, wogegen es
eine Strömung
in der Gegenrichtung zulässt,
während
eine Druckdifferenz zwischen der Hauptleitung MF und dem Hauptzylinder MC
einen vorbestimmten Wert überschreitet.
Das Einwegventil AV1 gestattet, dass Bremsflüssigkeit in Richtung zu den
Radzylindern Wfr und Wrl fließt,
wobei es jedoch den Gegenfluss sperrt. Aufgrund des Einwegventils
AV1 werden auf die Betätigung
des Bremspedals BP durch den Fahrer hin Drücke in den Radzylindern Wfr
und Wrl selbst dann erhöht,
wenn das Ventil SC1 geschlossen ist. Überdies ist am Auslassanschluss
der Pumpe HP1 eine Speichereinrichtung DP1 angeordnet. Vor dem Einlassanschluss
des Hinterradzylinders Wrl ist ein Proportionierventil PV1 angeordnet.
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Das
zweite Leitungssystem für
die Radzylinder Wfl und Wrr besteht aus den gleichen Elementen in
gleicher Schaltung wie denen des ersten Leitungssystems. Das zweite
Leitungssystem umfasst ein Reservoir RS2, eine Speichereinrichtung
DP2, ein Proportionierventil PV2, ein normalerweise geöffnetes Ventil
SC2, ein normalerweise geschlossenes Ventil SI2, Ventile PC3, PC4,
PC7 und PC8, die wiederum Modulatorventile sind, Einwegventile CV3,
CV4, CV8, CV9, CV10, ein Entlastungsventil RV2 und ein Einwegventil
AV2. Die hydraulische Pumpe HP2 wird mittels des gemeinsamen Elektromotors
M zusammen mit der Pumpe HP1 angetrieben.
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Der
elektronische Regler ECU steuert den Elektromotor M, die Ventile
SC1, SC2, SI1, SI2 und die Ventile PC1, PC2, PC3, PC4, PC5, PC6,
PC7, PC8, um eine Bremsassistentregelung, eine Anti-Blockierregelung,
eine Fahrzeugstabilitätsregelung (d.h.
eine Übersteuerungs-/Untersteuerungs-Reduzierregelung),
eine Vorder- und Hinterradbremskraft-Verteilungsregelung und eine
Traktionsregelung durchzuführen.
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In
dem vorliegenden Ausführungsbeispiel führt der
elektronische Regler ECU Programme gemäß der 3, 4, 5, 7 und 8 durch,
während
der (nicht gezeigte) Zündschalter durch
den Fahrer geschlossen ist.
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3 zeigt
ein allgemeines Fließbild
einer Gesamtregelung gemäß dem vorliegenden
Ausführungsbeispiel.
In Schritt 101 wird der Mikrocomputer MCP initialisiert,
um Variablen zu löschen
und die Eingabe- und Ausgabeanschlüsse zurückzusetzen. In Schritt 102 werden
Signale von den Radgeschwindigkeitssensoren WS1, WS2, WS3, WS4 und
dem Drucksensor PS aufgenommen. Ferner werden in Schritt 102 auch
Signale von dem Lenkwinkelsensor, dem Gierratensensor und dem Querbeschleunigungssensor
LAS aufgenommen.
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In
Schritt 103 wird der Ausgangsdruck Pmc des Hauptzylinders
MC differenziert, so dass eine Änderungsrate
DPmc des Ausgabedruckes Pmc berechnet wird. In Schritt 104 wird
jede Radgeschwindigkeit Vw** („**" bezieht sich jeweils
auf eines der Räder
FR, FL, RR und RL) berechnet. Ferner wird in Schritt 104 jede
Radgeschwindigkeit Vw** differenziert, so dass auch jede Radbeschleunigung
DVw** berechnet wird. In Schritt 105 wird eine geschätzte Fahrzeuggeschwindigkeit
Vso des Schwerpunkts des Fahrzeugs mit der Formel Vso = MAX(Vw**)
berechnet. Mit anderen Worten gleicht die geschätzte Fahrzeuggeschwindigkeit
der größten Radgeschwindigkeit
Vw**. In Schritt 105 wird die jeweils geschätzte Fahrzeuggeschwindigkeit
Vso** auch an Positionen des jeweiligen Rades FR, FL, RR, RL berechnet. Ferner
kann, falls notwendig, die jeweilige Fahrzeuggeschwindigkeit Vso**
normalisiert werden, um Fehler aufgrund einer Kurvenfahrt des Fahrzeugs
zu reduzieren. Überdies
wird in Schritt 105 eine geschätzte Fahrzeugverzögerung DVso
entlang der Längsrichtung
des Fahrzeugs am Schwerpunkt des Fahrzeugs berechnet. Die Fahrzeugverzögerung DVso wird
bestimmt, indem die geschätzte
Fahrzeuggeschwindigkeit DVso differenziert wird. Für den Fachmann
ist offensichtlich, dass die Fahrzeugverzögerung mit Ausnahme des Vorzeichens
der Fahrzeugbeschleunigung entspricht.
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In
Schritt 106 wird eine Schlupfrate Sa** für jedes
Rad FR, FL, RR, RL basierend auf der jeweiligen Radgeschwindigkeit
Vw** und jeder Fahrzeuggeschwindigkeit Vso** (oder normalisierten
Fahrzeuggeschwindigkeit) über
die Formel Sa** = (Vso** – Vw**)/Vso**
berechnet. In Schritt 107 wird ein Straßenoberflächenreibungskoeffizient μ annäherungsweise
basierend auf der Fahrzeugverzögerung
DVso und der Querbeschleunigung Gy durch die Formel γ = (DVso2 + Gy2)1/2 geschätzt. Es
kann möglich
sein, jeden Straßenoberflächenreibungskoeffizienten μ** für jedes
Rad FR, FL, RR, RL basierend auf dem Radoberflächen-Reibungskoeffizienten μ und jedem
geschätzten
Radzylinderdruck Pw** zu schätzen.
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In
Schritt 108 wird die Bremsassistentregelung durchgeführt. Einzelheiten
der Bremsassistentregelung werden später erläutert. In Schritt 109 werden
verschiedene Regelmoden und Sollschlupfraten festgelegt, um eine
Bremsassistentregelung, eine Anti-Blockierregelung, eine Fahrzeugstabilitätsregelung
(d.h. eine Übersteuerungs-/Untersteuerungs-Reduzierregelung),
eine Vorder- und Hinterradbremskraft-Verteilungsregelung und eine
Traktionsregelung durchzuführen.
In Schritt 110 werden Hydraulikdrücke mittels des Bremsdruckreglers
BC so gesteuert, dass die Bremskräfte an den Rädern FR,
FL, RR und RL gesteuert werden. Für die Bremsassistentregelung
steuert der Bremsdruckregler BC den Elektromotor M und die Ventile
SC1, SC2, SI1, SI2.
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Mit
Bezug auf 4 wird die Bremsassistentregelung
weiter erläutert. 4 zeigt
ein ausführliches
Fließbild
der Bremsassistentregelung in Schritt 108 gemäß 3.
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In
Schritt 201 wird eine Bremsassistentregelmarke FL überprüft. Wenn
die Marke FL nicht gleich einer Initialisierungsmarke F1 oder einer
Betriebsmarke F2 ist, wird Schritt 202 durchgeführt. Hierbei zeigt
die Marke F1 an, dass die Bremsassistentregelung bereits gestartet
worden ist, sich allerdings noch innerhalb einer Initialzeitdauer
befindet. Die Marke F2 zeigt an, dass die Bremsassistentregelung
aktiv betrieben wird. In Schritt 202 beurteilt der elektronische
Regler ECU, ob eine Startbedingung für die Bremsassistentregelung
erfüllt
worden ist. Sofern die Startbedingung in Schritt 202 erfüllt ist,
wird Schritt 203 durchgeführt, um die Regelmarke FL auf
die Initialisierungsmarke F1 zu setzen. Hier startet die Bremsassistentregelung
gemäß 9 im
schraffierten Bereich, wonach (a) der Ausgangsdruck Pmc des Hauptzylinders
MC bestimmte Werte überschreitet und
(b) die Änderungsrate
DPmc des Ausgangsdruckes Pmc bestimmte Werte überschreitet.
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In
Schritt 204 bestimmt der elektronische Regler ECU das Lastverhältnis Dis
für die
Ventile SI1, SI2 und die Zeitdauer Ts für die Initialzeitdauer. Das Lastverhältnis Dis
wird aus einem (nicht gezeigten) Kennfeld in Abhängigkeit vom Ausgangsdruck
Pmc und von der Änderungsrate
DPmc ausgewählt.
Das Lastverhältnis
Dis wird größer, wenn
der Ausgangsdruck Pmc größer wird.
Das Lastverhältnis
Dis wird ebenso größer, wenn
die Änderungsrate
DPmc größer wird.
Ferner wird die Zeitdauer Ts auf die kürzere von entweder (c) einer
Zeitdauer für
die Einspeisung einer Sollmenge Vc der Bremsflüssigkeit zu den Radzylindern
Wfr, Wfl, Wrr, Wrl oder (d) einer konstanten Zeitdauer Tc (beispielsweise
eine Sekunde) festgelegt. Die Zeitdauer zur Speisung der Sollmenge
Vc der Bremsflüssigkeit
kann mittels des Lastverhältnisses
Dis der Ventile SI1, SI2 und der Liefermenge VP der Pumpen HP1 und
HP2 je Zeiteinheit bestimmt werden.
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In
Schritt 205 legt der elektronische Regler ECU das Lastverhältnis Dis
auf den Wert fest, der sich in Schritt 204 für die Ventile
SI1 und SI2 ergibt. Der elektronische Regler ECU setzt in Schritt 205 auch
ein weiteres Lastverhältnis
auf 100 für
die Ventile SC1 und SC2. In Schritt 206 beurteilt der elektronische
Regler ECU, ob die Zeitdauer Ts verstrichen ist. Sofern die Zeitdauer
Ts nicht verstrichen ist, kehrt der elektronische Regler ECU zu
der Hauptroutine gemäß 3 zurück. Ansonsten
führt der
elektronische Regler ECU Schritt 207 aus, um die Marke
FL auf die Betriebsmarke F2 zu setzen. Nach Schritt 207 kehrt
der elektronische Regler ECU zu der in 3 gezeigten
Hauptroutine zurück.
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Wenn
in Schritt 201 die Marke FL gleich der Initialisierungsmarke
F1 oder der Betriebsmarke F2 ist, wird Schritt 208 durchgeführt. In
Schritt 208 beurteilt der elektronische Regler ECU, ob
zumindest eine der Beendigungsbedingungen für die Bremsassistentregelung
erfüllt worden
ist. Hierbei sind die Beendigungsbedingungen: (e) der Bremsschalter
BS ist ausgeschaltet (d.h. der Fahrer gibt das Bremspedal BP frei);
oder (f) die geschätzte
Fahrzeuggeschwindigkeit Vso am Schwerpunkt des Fahrzeugs ist kleiner
als ein bestimmter Wert; oder (g) der Ausgangsdruck Pmc ist kleiner
als ein bestimmter Druck Pa (beispielsweise 1 MPa); oder (h) der
Ausgangsdruck Pmc überschreitet
einen bestimmten Druck Pb, wobei der bestimmte Druck Pb den minimalen
Druck darstellt, bei dem ein Rad auf einer normalen (oder nicht
rutschigen) Straßenoberfläche blockiert.
Wenn in Schritt 208 keine der Beendigungsbedingungen erfüllt worden
ist, führt
der elektronische Regler ECU Schritt 209 aus, um die Marke
FL zu beurteilen. Wenn in Schritt 209 die Marke gleich
der Initialisierungsmarke F1 ist, führt der elektronische Regler
ECU die Schritte 205, 206 und 207 aus.
Wenn in Schritt 209 die Marke FL gleich der Betriebsmarke
F2 ist, führt der
elektronische Regler ECU Schritt 210 aus.
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In
Schritt 210 legt der elektronische Regler ECU eine Sollverzögerung Gt
fest. Der elektronische Regler ECU bestimmt zunächst basierend auf dem Ausgangsdruck
Pmc des Hauptzylinders MC eine Fahrzeugverzögerung Gm. Dann wählt die
elektronische Regeleinheit ECU von konstanten Verzögerungen Δg eine davon
für die
Bremsassistentregelung aus, und zwar in Übereinstimmung mit dem Ausgangsdruck
Pmc des Hauptzylinders MC, um die ausgewählte konstante Verzögerung Δg der Fahrzeugverzögerung Gm
hinzuzufügen.
Mit anderen Worten ist die Sollverzögerung Gt die Summe aus der
Fahrzeugverzögerung
Gm und der ausgewählten konstanten
Verzögerung Δg, was bedeutet,
dass die Sollverzögerung
Gt in Übereinstimmung
mit dem Ausgabedruck Pmc des Hauptzylinders MC festgelegt wird.
In Schritt 211 berechnet der elektronische Regler ECU die
Differenz zwischen der Sollverzögerung
Gt und der geschätzten Fahrzeugverzögerung DVso,
wobei diese Differenz als Zusatzfahrzeugverzögerung ΔG bezeichnet wird.
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In
Schritt 220 beurteilt der elektronische Regler ECU, ob
oder ob nicht die Antiblockierregelung in Ausführung ist. Sofern die Antiblockierregelung
in Ausführung
ist, wird Schritt 221 durchgeführt, um den Maximalwert MAX(DVso)
der geschätzten
Fahrzeugverzögerung
DVso zu berechnen. Dabei berechnet der elektronische Regler ECU
die maximale Fahrzeugverzögerung
MAX(DVso) innerhalb einer vorbestimmten Zeitdauer (beispielsweise
500 Millisekunden). Diese Fahrzeugverzögerung DVso ist auf einen Bremsflüssigkeitsdruck
und auf ein Maximum des Straßenoberflächenreibungskoeffizienten μ bezogen.
Es kann aber auch ein Beschleunigungssensor verwendet werden, um
den Maximalwert der Fahrzeugverzögerung
DVso in Längsrichtung
des Fahrzeugs unmittelbar zu erfassen. Ferner kann der geschätzte Radzylinderdruck
in die Fahrzeugverzögerung
DVso umgerechnet werden und daraus der Maximalwert der Fahrzeugverzögerung DVso
bestimmt werden.
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Nach
Schritt 221 oder, wenn die Antiblockierregelung in Schritt 220 nicht
in Ausführung
ist, wird Schritt 212 durchgeführt, um den Regelbetrag der Bremsassistentunterstützung in
Abhängigkeit
von der Zusatzfahrzeugverzögerung ΔG zu berechnen. In
Schritt 213 wird der Regelbetrag der Bremsassistentunterstützung auf
die Räder
FR, FL, RR und RL verteilt. Durch diese Verteilung wird die Bremskraft und
die Sollschlupfrate sachgemäß für jedes
Rad FR, FL, RR und RL eingestellt, um die dynamischen Fahrzeugeigenschaften
stabil zu halten.
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Wenn
der elektronische Regler ECU feststellt, dass eine der Beendigungsbedingungen
in Schritt 208 erfüllt
worden ist, wird Schritt 214 durchgeführt, um die Marke FL auf eine
Beendigungsmarke F3 zu setzen. In Schritt 215 bestimmt
der elektronische Regler ECU ein Lastverhältnis Dce für die Ventile SC1, SC2 und
eine Zeitdauer Te für
die Beendigungszeitdauer. Das Lastverhältnis Dce wird aus einem (nicht
gezeigten) Kennfeld ausgewählt,
und zwar in Abhängigkeit
von der abnehmenden Änderungsrate
DPmc des Ausgangsdruckes Pmc. Das Lastverhältnis Dce wird größer, wenn
die abnehmende Änderungsrate
DPmc größer wird.
Ferner wird die Zeitdauer Te auf eine konstante Zeitdauer (beispielsweise
0,2 Sekunden) festgelegt.
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In
Schritt 216 legt der elektronische Regler ECU das Lastverhältnis Dce
auf den in Schritt 215 ausgewählten Wert fest und legt dieser
ferner das Lastverhältnis
für die
Ventile SI1 und SI2 auf Null % fest. In Schritt 217 beurteilt
der elektronische Regler ECU, ob die Zeitdauer Te verstrichen ist.
Sofern die Zeitdauer Te nicht verstrichen ist, kehrt der elektronische
Regler ECU zu der in 3 gezeigten Hauptroutine zurück. Ansonsten
führt der
elektronische Regler ECU Schritt 218 aus, um die Marke
FL auf eine Ruhemarke FO zu setzen. Nach Schritt 218 kehrt
der elektronische Regler ECU zu der in 3 gezeigten
Hauptroutine zurück.
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Wenn
in Schritt 202 die Startbedingung nicht erfüllt ist,
führt der
elektronische Regler ECU Schritt 219 durch, um zu überprüfen, ob
die Marke FL gleich der Beendigungsmarke F3 ist. Wenn die Marke
FL gleich der Beendigungsmarke F3 ist, führt der elektronische Regler
ECU die Schritte 216, 217 und 218 durch
und kehrt zu der in 3 gezeigten Hauptroutine zurück. Wenn
in Schritt 219 die Marke FL nicht die Beendigungsmarke
F3 ist, kehrt der elektronische Regler ECU zu der in 3 gezeigten
Hauptroutine zurück,
da die Marke FL den Ruhemodus (d.h. einen Nicht-Regelmodus) darstellt.
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5 zeigt
ein ausführliches
Fließbild
einer Berechnung des Regelbetrags der Bremsassistentunterstützung.
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In
Schritt 401 berechnet der elektronische Regler ECU Lastverhältnisse
Di und Dc für
Ventile SI1, SI2, SC1 und SC2 basierend auf der Zusatzfahrzeugverzögerung ΔG. Während der
Bremsdruck erhöht
wird und die Zusatzfahrzeugverzögerung ΔG positiv
ist, wird das Lastverhältnis
Di für
die Ventile SI1 und SI2 proportional zu der Zusatzfahrzeugverzögerung ΔG festgelegt
und wird das Lastverhältnis Dc
auf nahezu 100% festgelegt, um die Ventile SC1 und SC2 im Wesentlichen
zu schließen.
Hierbei wird, während
die Zusatzfahrzeugverzögerung ΔG sich in dem
Bereich zwischen 0 und einer Konstanten Gk befindet (d.h. 0 < ΔG < Gk), das Lastverhältnis Di
auf 0% gesetzt, um die Ventile SI1 und SI2 zu schließen. Während der
Bremsdruck verringert wird und die Zusatzfahrzeugverzögerung ΔG negativ
ist, wird das Lastverhältnis
Dc für
die Ventile SC1 und SC2 proportional zu der Zusatzfahrzeugverzögerung ΔG festgelegt
und wird das Lastverhältnis
Di auf nahezu 0% festgelegt, um die Ventile SI1 und SI2 im Wesentlichen
zu schließen.
Ferner hat das Lastverhältnis
Di für
das Ventil SI1 und SI2 eine obere Grenze Dup, die von dem Lastverhältnis Di
nicht überschritten
wird, und zwar ungeachtet der Zusatzfahrzeugverzögerung ΔG. Aufgrund der oberen Grenze
Dup können die
Pumpen HP1 und HP2 keine übermäßig große Menge
der Bremsflüssigkeit
von dem Hauptzylinder MC abziehen. Daher kann das Bremspedal nicht
unabhängig
von der Fahrer-Betätigung
ausweichen. Ferner kann der Ausgangsdruck Pmc des Hauptzylinders
MC stabilisiert werden.
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In
Schritt 402 beurteilt der elektronische Regler ECU, ob
eine Zeitdauer Td verstrichen ist. Die Zeitdauer Td ist eine Sollzeitdauer
nach der Initialzeitperiode (d.h, nach der Ausführung des Schrittes 207).
In Schritt 403 multipliziert der elektronische Regler ECU
während
der Zeitdauer Td eine Konstante Ke (Ke < 1, beispielsweise Ke = 0,5) mit dem Lastverhältnis Di
für die
Ventile SI1 und SI2. Demgemäß ist das
Lastverhältnis
Di für
die Ventile SI1 und SI2 auf beispielsweise 50% begrenzt. Mit anderen
Worten verwendet der elektronische Regler ECU unmittelbar nach der
Initialzeitperiode nicht das in Schritt 401 festgelegte
Lastverhältnis
Di, sondern führt
dieser eine Abwärtsverstärkungsregelung
durch, um das Lastverhältnis
Di während
der Zeitdauer Td um 50% zu reduzieren.
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In
Schritt 404 beurteilt der elektronische Regler ECU, ob
die Zusatzfahrzeugverzögerung ΔG größer als
oder gleich der Konstanten Gk ist. Wenn die Zusatzfahrzeugverzögerung ΔG größer, oder
gleich der Konstanten Gk ist, führt
der elektronische Regler ECU Schritt 405 durch, um zu beurteilen,
ob eine Fahrzeugverzögerung
G(Pmc) größer ist
als eine Summe des Maximalwerts MAX (DVso) und einer Konstanten α. Hierbei
ist die Fahrzeugverzögerung G(Pmc)
eine aus dem Ausgangsdruck Pmc des Hauptzylinders Mc geschätzte Fahrzeugverzögerung.
Ferner wird die Konstante α festgelegt,
um zu verhindern, dass ein Pendeln erzeugt wird. Wenn die Bedingung
in Schritt 405 erfüllt
ist, führt
der elektronische Regler ECU Schritt 406 durch, um das
Lastverhältnis
Di auf 0% zu setzen, so dass die Ventile SI1 und SI2 geschlossen
werden. Im Falle, dass eine der Bedingungen in den Schritten 404 und 405 nicht
erfüllt
ist, kehrt der elektronische Regler ECU zu der in 4 gezeigten
Unterroutine zurück.
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In
diesem Ausführungsbeispiel
wird die Antiblockierregelung durchgeführt, wenn der Bremsflüssigkeitsdruck
in einem der Radzylinder Wfr, Wfl, Wrr und Wrl einen Wert entsprechend
dem Maximalwert des Straßenoberflächenreibungskoeffizienten μ überschreitet.
Während
die Bremsassistentregelung durchgeführt wird, sind die Bremsflüssigkeitsdrücke in den
Radzylindern Wfr, Wfl, Wrr und Wrl stets größer als der Ausgangsdruck Pmc des
Hauptzylinders MC. Nachdem die Antiblockierregelung gestartet worden
ist, ist demzufolge die von dem Ausgangsdruck Pmc geschätzte Fahrzeugverzögerung G(Pmc)
stets größer als
der Maximalwert MAX (DVso), der in Schritt 221 von den
Bremsflüssigkeitsdrücken geschätzt worden
ist. Wenn in diesem Ausführungsbeispiel
die Bedingung im Schritt 405 erfüllt ist (d.h. während der
Ausgangsdruck Pmc eines der Räder
FR, FL, RR und RL blockiert), wird das Lastverhältnis Di in Schritt 406 auf
0% gesetzt. Mit anderen Worten wird, solange die Bedingung in Schritt 405 nicht
erfüllt
ist (d.h. während
der Ausgangsdruck Pmc die Räder
FR, FL, RR und RL nicht blockiert), das Lastverhältnis Di in Schritt 401 festgelegt.
Daher wird die Bremsassistentregelung in Übereinstimmung mit der Fahrer-Betätigung gut
durchgeführt.
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Die
Bedingung in Schritt 405 kann abgewandelt werden. Beispielsweise
kann der Maximalwert MAX(DVso) durch den von dem (nicht gezeigten) Längsbeschleunigungssensor
erfaßten
Maximalwert während
der Antiblockierregelung und/oder der Bremsassistentregelung ersetzt
werden. Ferner kann der Maximalwert MAX(DVso) durch einen Maximalwert
ersetzt werden, der aus den geschätzten Bremsflüssigkeitsdrücken in
den Radzylindern Wfr, Wfl, Wrr und Wrl umgerechnet wird. Ferner
kann in Schritt 405 der Ausgangsdruck Pmc mit dem maximalen
Bremsflüssigkeitsdruck
in den Radzylindern Wfr, Wfl, Wrr und Wrl verglichen werden.
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6 zeigt
ein Diagramm verschiedener Verläufe
in Abhängigkeit
von der Zeit bei der Bremsassistentregelung. Das Diagramm (A) zeigt
den Verlauf des Ausgangsdruckes Pmc des Hauptzylinders. Der Ausgangsdruck
Pmc entspricht im Wesentlichen der Betätigung des Bremspedals BP durch
den Fahrer. Eine durchgezogene Linie zeigt einen beispielhaften
Verlauf des Ausgangsdruckes Pmc mit Bremsassistentregelung, wogegen
eine strich-doppelpunktierte Linie einen beispielhaften Verlauf
ohne eine Bremsassistentregelung zeigt. Eine gestrichelte Linie
zeigt einen beispielhaften Verlauf des Bremsflüssigkeitsdruckes in einem der
Radzylinder Wfr, Wfl, Wrr und Wrl unter einer Bremsassistentregelung. Das
Diagramm (B) zeigt Regelmoden der Bremsassistentregelung. Im Diagramm
(B) beginnt die Bremsassistentregelung ausgehend von der Ruhedauer mit
der Initialzeitdauer und wird fortgesetzt durch die Zeitdauer zur
Abwärtsverstärkungsregelung,
die Betriebsdauer, die Beendigungsdauer und eine Ruhedauer. Das
Diagramm (C) zeigt beispielhaft den Verlauf der Reduzierung des
Ausgangsdruckes Pmc des Hauptzylinders MC aufgrund der Bremsassistentregelung.
Das Diagramm (D) zeigt das Ausmaß der Abhängigkeit vom Drucksensor PS
innerhalb der Bremsassistentregelung. Das Diagramm (E) zeigt einen beispielhaften
Verlauf der Zusatzfahrzeugverzögerung ΔG. Das Diagramm
(F) zeigt beispielhafte Verläufe
der Schaltverhältnisse
Di und Dc für
Ventile SI1, SI2, SC1 und SC2.
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In 6 beginnt
die Initialzeitdauer bei Punkt (a), in welchem der Ausgangsdruck
Pmc und die Änderungsrate
DPmc die vorbestimmten Werte überschreiten.
Anschließend
wird während
der Zeitdauer Ts bzw. zwischen dem Punkt (a) und einem Punkt (b) das
Lastverhältnis
Di für
die Ventile SI1 und SI2 bei einem aus dem Kennfeld ausgewählten konstanten Wert
gehalten. Nachdem die Initialzeitdauer an dem Punkt (b) vorüber ist,
wird die Abwärtsverstärkungsregelung
derart durchgeführt,
dass das Lastverhältnis
Di auf 50% des ursprünglich
ausgewählten
Wertes während
der Zeitdauer Td bzw. zwischen dem Punkt (b) und dem Punkt (c) begrenzt
wird.
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Dann
wird die Regelung des Bremsflüssigkeitsdrucks
während
der Betriebsdauer bzw. zwischen dem Punkt (c) und einem Punkt (f)
derart durchgeführt,
dass die Lastverhältnisse
Di und Dc auf zweckmäßige Werte
proportional zu der Zusatzfahrzeugverzögerung ΔG festgelegt werden. Mit anderen Worten
werden die Ventile SI1, SI2, SC1 und SC2 entsprechend den Lastverhältnissen
Di und Dc abwechselnd derart geöffnet
und geschlossen, dass der (durch die gepunktete Linie im Diagramm
(A) gezeigte) Bremsflüssigkeitsdruck
im Radzylinder größer wird
als der (durch die Strich-Doppelpunkt-Linie im Diagramm (A) gezeigte)
Ausgangsdruck Pmc. Im Diagramm (A) ist die Differenz zwischen der
gepunkteten Linie und der Strich-Doppelpunkt-Linie
konstant. Da jedoch Bremsflüssigkeit
durch die Pumpen HP1 und HP2 aufgenommen wird, ist der der durchgezogenen
Linie im Diagramm (A) folgende tatsächliche Ausgangsdruck Pmc kleiner
als der durch die Strich-Doppelpunkt-Linie
wiedergegebene Druck.
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Wenn
der Fahrer das Bremspedal BP am Punkt (d) etwas freigibt, wird die
Zusatzfahrzeugverzögerung ΔG negativ
(d.h. Beschleunigung). Wenn der Fahrer danach das Bremspedal BP
am Punkt (e) niederdrückt,
wird die Zusatzfahrzeugverzögerung ΔG erhöht. Ferner
wird das Lastverhältnis
Di für
die Ventile SI1 und SI2 auch erhöht,
wenn die Zusatzfahrzeugverzögerung ΔG erhöht wird.
Wenn das Lastverhältnis
Di so erhöht
werden würde,
wie dies durch eine gepunktete Linie im Diagramm (F) gezeigt, würde der
Ausgangsdruck Pmc entsprechend der gepunkteten Linie in der Nähe des Punktes
(e) im Diagramm (A) gesenkt werden, und zwar aufgrund einer erhöhten Menge
der durch die Pumpen HP1 und HP2 aufgenommenen Bremsflüssigkeit.
Dies würde
eine geringere Gegenkraft am Bremspedal BP verursachen, so dass
sich der Fahrer etwas unsicher fühlen
kann. Um dies zu verhindern, wird das Lastverhältnis Di derart begrenzt, dass
es die im Diagramm (F) in der Nähe
des Punktes (e) mit der durchgezogenen Linie gezeigte obere Grenze
Dup nicht überschreitet.
Wenn dann am Punkt (f) der Ausgangsdruck Pmc kleiner wird als der
vorbestimmte Wert, beginnt die Beendigungsdauer Te, so daß das Lastverhältnis Dce
aus dem Kennfeld für
die Ventile SC1 und SC2 ausgewählt
wird. Nach der Beendigungsdauer Te befindet sich die Bremsassistentregelung
in der Ruhedauer.
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Mit
Bezug auf die 7 und 8 wird die Bremsdruckregelung
des vorliegenden Ausführungsbeispiels
ausführlich
erläutert.
Die in den 7 und 8 gezeigte
Bremsdruckregelung entspricht dem Schritt 109 gemäß 3.
Bei der Bremsdruckregelung werden die Bremsflüssigkeitsdrücke in den jeweiligen Radzylindern
Wfr, Wfl, Wrr und Wrl geregelt.
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In
Schritt 301 beurteilt der elektronische Regler ECU, ob
die Fahrzeugstabilitätsregelung
in Ausführung
ist. Sofern die Fahrzeugstabilitätsregelung
in Ausführung
ist, führt
der elektronische Regler ECU Schritt 302 durch, um für die Räder FR,
FL, RR und RL eine vorbestimmte Schlupfrate Sv** als jeweilige Sollschlupfraten
St** festzulegen. Wenn sich die Fahrzeugstabilitätsregelung in Schritt 301 nicht
in Ausführung
befindet, führt
der elektronische Regler ECU Schritt 303 durch, um jede
der Sollschlupfraten St** auf Null zu setzen. In Schritt 304 beurteilt
der elektronische Regler ECU, ob sich die Bremsassistentregelung
innerhalb der Betriebszeitdauer befindet, d.h. ob gilt FL = F2.
Wenn sich die Bremsassistentregelung in der Betriebszeitdauer befindet,
führt der
elektronische Regler ECU Schritt 305 durch, um jeder der
Sollschlupfraten St** einen Schlupfraten-Kompensationswert ΔSb** hinzuzufügen. In Schritt 306 berechnet
der elektronische Regler ECU die Summe aus einem Kompensationswert ΔSd** zur Bremskraftverteilung
für eine
Nicksteuerung, einem Schlupfraten-Kompensationswert ΔSr** für die Traktionsregelung
und einem Schlupfraten-Kompensationswert ΔSs** für die Anti-Blockierregelung, wobei anschließend der
elektronische Regler ECU diese Summe zu jeder der Sollschlupfraten
St** hinzu addiert. Der Kompensationswert ΔSd** zur Bremskraftverteilung für eine Nicksteuerung,
der Schlupfraten-Kompensationswert ΔSr** und der Schlupfraten-Kompensationswert ΔSs** werden
auf Null gesetzt, während
die zugehörigen
Regelungen nicht durchgeführt
werden.
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In
Schritt 307 berechnet der elektronische Regler ECU Schlupfratenänderungen ΔSt** für jeweilige
Räder FR,
FL, RR und RL. In Schritt 308 berechnet der elektronische
Regler ECU eine Fahrzeugverzögerungsänderung ΔDVso**. Die
Schlupfratenänderungen ΔSt** sind
Differenzen zwischen den Sollschlupfraten St** und den tatsächlichen
Schlupfraten Sa** (d.h. ΔSt**
= St** – Sa**).
Die Fahrzeugverzögerungsänderungen ΔDVso** sind
Differenzen zwischen der Fahrzeugverzögerung DVso und den Radbeschleunigungen
DVw** (d.h. ΔDVso**
= DVso – DVw**).
Obwohl. die tatsächlichen
Schlupfraten Sa** und die Fahrzeugverzögerungsänderung ΔDVso** unter verschiedenartigen
Regelungen verschiedenartige Werte annehmen können, wird eine ausführliche
Erläuterung
weggelassen.
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In
Schritt 309 vergleicht der elektronische Regler ECU die
Schlupfratenänderungen ΔSt** mit einer
Konstante Ka. Wenn der Absolutwert der Schlupfratenänderungen ΔSt** größer oder
gleich der Konstante Ka ist, führt
der elektronische Regler ECU Schritt 311 durch, um eine
Integration IΔSt**
der Schlupfratenänderungen ΔSt** zu aktualisieren.
Mit anderen Worten wird die aktuelle Integration IΔSt** die
Summe aus der letzten Integration IΔSt** und einem Produkt aus der
aktuellen Schlupfratenänderung ΔSt** und
einem Verstärkungsfaktor
GI**. Im Falle, dass der Absolutwert der Schlupfratenänderungen
|ΔSt**|
kleiner sind als die Konstante Ka, setzt der elektronische Regler
ECU in Schritt 310 die Integration IΔSt** auf Null. In den Schritten 312, 313, 314 und 315 wird
die Integration IΔSt**
auf einen Bereich zwischen einer oberen Grenze Kb und einer unteren Grenze
Kc begrenzt (d.h. Kc ≤ hΔSt** ≤ Kb). In Schritt 313 legt
der elektronische Regler ECU die Integration IΔSt** auf die obere Grenze Kb
fest, wenn die Integration IΔSt**
die obere Grenze Kb überschreitet.
In Schritt 315 legt der elektronische Regler ECU die Integration
IΔSt** auf
die untere Grenze Kc fest, sofern die Integration IΔSt** kleiner
ist als die untere Grenze Kc.
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In
Schritt 316 werden für
verschiedene Bremsdruckregelungen Parameter Y** durch die Formel
Y** = Gs**·(ΔSt** + IΔSt**) berechnet.
In Schritt 317 werden weitere Parameter X** durch die Formel X**
= Gd**·ΔDVso** berechnet.
Hierbei sind die Verstärkungsfaktoren
Gs** und Gd** vorbestimmte Werte.
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In
Schritt 318 wählt
der elektronische Regler ECU basierend auf den Parametern X** und
Y** einen der in 10 gezeigten Druckmodulationsmoden
aus. Das Diagramm gemäß 10 zeigt
die Beziehungen zwischen Druckmodulationsmoden und den Parametern
X**, Y** für
die Bremsdruckregelung. Basierend auf den Parametern X** und Y** wählt der
elektronische Regler ECU einen aus den folgenden Bereichen aus:
Bereich einer schnellen Druckreduzierung, Bereich einer pulsierenden Druckreduzierung,
Haltebereiche, Bereich einer pulsierenden Druckerhöhung und
Bereich einer schnellen Druckerhöhung.
Im Falle, dass keine Bremsdruckregelung durchgeführt wird, wird kein Druckmodulationsmodus
ausgewählt.
-
Im
Falle, dass der Druckmodulationsmodus von einer Reduzierung auf
eine Erhöhung
oder von einer Erhöhung
auf eine Reduzierung geschaltet wird, führt der elektronische Regler
ECU Schritt 319 durch, um den Bremsdruckübergang
zu glätten. Wenn
beispielsweise der elektronische Regler ECU den Druckmodulationsmodus
von dem Schnellreduzierungsmodus zu dem Modus einer pulsierenden Erhöhung schaltet,
wird zunächst
der Modus einer schnellen Erhöhung
für eine
Zeitdauer durchgeführt, die
von der Dauer des letzten Modus einer schnellen Reduzierung abhängt. In
Schritt 320 werden die ausgewählten Druckmodulationsmoden
auf jedes Rad FR, FL, RR und RL unter Berücksichtigung der anderen Räder festgelegt.
Beispielsweise regelt im Falle, dass der elektronische Regler ECU
ein sogenanntes Niederauswahlverfahren für Hinterräder RR und RL anwendet, der
elektronische Regler ECU den Bremsdruck basierend auf dem Rad mit
der niedrigeren Geschwindigkeit.
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In
Schritt 321 treibt der elektronische Regler ECU die Ventile
SI1, SI2, SC1, SC2 und den Elektromotor M basierend auf den Lastverhältnissen
Di und Dc an, die in den Schritten 205, 212 und 216 bestimmt
worden sind. Wenn in Schritt 404 in 5 die Fahrzeugverzögerung G(Pmc)
größer ist
als die Summe des Maximalwerts MAX(DVso) und der Konstanten α, hält der elektronische
Regler ECU die Ventile SI1, SI2, SC1 und SC2 geschlossen und hält er den
Elektromotor M angetrieben, so dass die Bremsassistentregelung kontinuierlich
durchgeführt
wird. Obwohl die Ventile SI1 und SI2 geschlossen sind, kann, falls
notwendig, die Bremsflüssigkeit über die Einwegventile
AV1 und AV2 zu den Radzylindern Wfr, Wfl, Wrr und Wrl gespeist werden.
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In
Schritt 321 treibt der elektronische Regler ECU die Modulatorventile
PC1, PC2, PC3, PC4, PC5, PC6, PC7 und PC8 an, um die Bremskräfte der Räder FR,
FL, RR und RL einzustellen.
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In
diesem Ausführungsbeispiel
schließt
der elektronische Regler ECU die zweiten Ventile SI1, SI2, während der
Drucksensor PS einen Ausgangsdruck Pmc oberhalb eines durch den
Straßenoberflächenzustand
festgelegten bestimmten Wertes erfasst. Daher können die Pumpen die Bremsflüssigkeit
aus den Reservoirs RS1 und RS2 entnehmen, während die Bremsassistentregelung
und die Antiblockierregelung gleichzeitig durchgeführt werden.