DE19850998A1 - Formbares, luftdurchlässiges Material mit absorbierenden Eigenschaften - Google Patents
Formbares, luftdurchlässiges Material mit absorbierenden EigenschaftenInfo
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Abstract
Es wird ein elastisches, selbsttragendes, hochluftdurchlässiges Material, bestehend aus hochluftdurchlässigem, dreidimensionalen elastischen Trägermaterial, an dessen Stegen oder Rippen Adsorbentien mit Hilfe einer Haftmasse befestigt sind, beschrieben. Das Material kann vor der Vernetzung der Haftmasse in eine bestimmte Form gebracht werden und wird in dieser durch die anschließende Vernetzung der Haftmasse dauerhaft fixiert.
Description
Zur Reinigung von Luftströmen werden vermehrt hochluftdurchlässige PU-Schaumplatten
eingesetzt, an deren Stegen mit Hilfe einer Haftmasse körnige Adsorbentien angebracht sind.
In einer besonderen Ausführung handelt es sich um einen großporigen, retikulierten PU-
Schaum mit einer Porosität von
8-12 ppi, der mit einem feuchtvernetzenden, präpolymeren Isocyanat abgequetscht
(Abquetscheffekt ca. 100%), mit Kugelkohle bestreut wird und an der Luft aushärtet. Die
Verwendung einer angefeuchteten Kohle beschleunigt die Vernetzung. Derartige Platten lassen
sich nicht mehr permanent verformen, weil der Schaum eine hohen Elastizität besitzt
(Rückstellvermögen) und die aufgebrachten Adsorbentien, die sich praktisch berühren, sich
ebenfalls einer Verformung widersetzen. Es besteht aber ein Bedarf an einem permanent
verformbaren Material, z. B. zur Herstellung von Faltenfiltern.
Es war deshalb die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, einen Weg zu finden, eine permanente
Verformung des Filtermaterials zu erreichen.
Die Problemlösung ist dem Anspruch 1 zu entnehmen. Es wurde gefunden, daß wenn die
Vernetzung des Klebers nach der Formgebung stattfindet, die Form beibehalten wird. Wichtig
ist dabei, daß bei der Formgebung die Adsorbentien nicht abgestreift werden. Es hat sich
gezeigt, daß bei Verwendung eines feuchtvernetzenden Klebers und eines angefeuchteten
Adsorbens schon nach 1-2 Minuten die Haftung zwischen dem Adsorbens und dem
feuchtvernetzenden Isocyanat ausreicht, um eine problemlose Handhabung zu garantieren.
Nach der Formgebung dringt die Feuchtigkeit mehr und mehr in den Kleber ein und fixiert die
Form durch die vollständige Vernetzung des Klebers.
Eine weitere Voraussetzung ist, daß das Rückstellvermögen des Klebers größer ist als jenes
des PU-Schaums. Da das fertige Material elastisch sein soll, werden Kleber auf Isocyanatbasis
bevorzugt. Theoretisch eignen sich Kleber, die folgende Voraussetzungen erfüllen: sehr hohe
Anfangshaftung, damit das Material vor der Vernetzung handhabbar ist und daß der
ausgehärtete Kleber das Rückstellvermögen des PU-Schaums blockiert. So kann beispielsweise
der PU-Schaum mit heißem Schmelzkleber beaufschlagt und auf beheizten Quetschwalzen
abgequetscht und mit Adsorbentien bestreut werden.
Die beladenen Schaummatten können in warmen Zustand verformt werden und behalten ihre
Form nach Abkühlung.
Die Verwendung eines Schmelzklebers als Haftmasse ist wegen der einfachen Arbeitsweise
verlockend, hat aber den Nachteil, daß sich die beladenen Matten in der Wärme durchbiegen
können. Der Effekt ist um so geringer, je dicker die Matte und je besser die Belegung ist, und
stört nicht, wenn die Filtermatte z. B. durch ein Drahtgeflecht gestützt ist. Es hat sich gezeigt,
daß die bereits erwähnten Faltenfilter durch ihre Form die Stabilität außerordentlich erhöhen,
sodaß die Verwendung von Schmelzklebern (mit vorzugsweise hoher Erweichungstemperatur)
in diesem Fall sinnvoll ist.
Eine interessante Anwendung der Erfindung sind Faltenfilter, die auf Grund der
selbsttragenden Eigenschaften keiner tragenden Elemente bedürfen. Bei Filterkästen, wie sie in
der Klimatechnik viel zur Anwendung kommen, kann das Filtermaterial bereits bei der
Herstellung in geeignete (Kunststoff)rahmen eingebracht werden und der Kleber in diesen
ausgehärtet werden.
Ein 20 mm dicker und 30 cm breiter großporigen, retikulierten PU-Schaum und einer
Porosität von 10 ppi wurde mit Levacast 43131 N der Bayer AG abgequetscht
(Abquetscheffekt 105%) und mit einer angefeuchteten Kugelkohle (25% feuchte, Durchmesser
ca. 0,5 mm, Hersteller Kureha, Japan) bestreut. Es konnten im Schaum 220 g/l Kohle
untergebracht werden. Eine Minute nach Einbringen der Kohle und abrütteln des Überschusses
wurde die 30 cm breite Schaumbahn in einen 15 cm hohen, 30 × 50 cm großen Kartonrahmen
in gefalteter Form eingelegt. Es ließen sich problemlos 240 cm Schaumbahn in Form von 16
Falten einführen, was einer Kohlemenge von mehr als 3 kg entspricht.
Vergleichsweise wurde der Rahmen mit 5 (nicht gefalteten) Schaumplatten die etwa die gleiche
Kohlemenge enthielten gefüllt (Gesamthöhe 10,4 cm). Der Luftwiderstand der mit Hilfe eines
Manometers bei 1 m/sec qualitativ geschätzt wurde, war ca. 2× größer als beim Faltenfilter mit
gleicher Kohlemenge.
Die Erfindung eignet sich auch grundsätzlich für Anwendungen wo eine permanente
Verformung gewünscht ist, die elastischen Eigenschaften des Materials aber erhalten bleiben
sollen. Als Beispiel seien Fluchtmasken, selbstabdichtende Filtereinsätze aber auch Einlagen
zur Verstärkung besonders gefährdeter Stellen in Schutzanzügen erwähnt.
Als Adsorbens eignet sich insbesondere Aktivkohle, die sauer oder basisch imprägniert sein
kann, aber auch stark saure und basische Ionenaustauscher, die flüchtige Basen und Säuren
sehr gut adsorbieren.
Die Teilchengröße der Adsorbentien kann von 0,1 bis 2 mm variieren, doch sind solche von
0,2 bis 1 mm insbesondere 0,3 bis 0,65 mm bevorzugt. Kugelkohle eignet sich wegen ihrer
guten Rieselfähigkeit besser als Splitterkohle, jedoch sind auch mit abgerundeter Kornkohle
vernünftige Beladungen erziehbar.
Claims (8)
1. Elastisches, selbsttragendes und permanent verformbares luftdurchlässiges Material mit
adsorbierenden Eigenschaften, bestehend aus einem hochluftdurchlässigen, dreidimensionalen
elastischen Trägermaterial, an dessen Stegen oder Rippen Adsorbentien mit Hilfe einer
Haftmasse befestigt sind, dadurch gekennzeichnet, daß das Material vor der Verfestigung der
Haftmasse verformbar ist und durch die Verfestigung der Hafimasse die Verformung fixiert ist.
2. Material nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Trägermaterial ein
großporiger, retikulierter PU-Schaum ist.
3. Material nach Anspruch 1 und/oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Haftmasse ein
feuchtvernetzendes präpolymeres Isocyanat ist.
4. Material nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche dadurch
gekennzeichnet, daß das Adorbens Aktivkohle ist.
5. Material nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche dadurch
gekennzeichnet, daß die Aktivkohle eine Kugelkohle oder eine Kornkohle mit einer
Teilchengröße von 0,1-2 mm, bevorzugterweise 0,2-1 mm, insbesondere 0,3-0,65 mm ist.
6. Material nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche dadurch
gekennzeichnet, daß das Adsorbens ein saurer oder basischer Ionenaustausch ist.
7. Selbsttragender, gegebenenfalls selbstabdichtende Faltenfilter, hergestellt nach einem oder
mehreren der vorhergehenden Ansprüche.
8. Fluchtmaske hergestellt nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche.
Priority Applications (1)
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| DE19850998A DE19850998A1 (de) | 1998-11-05 | 1998-11-05 | Formbares, luftdurchlässiges Material mit absorbierenden Eigenschaften |
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1998
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