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DE19850564B4 - Verfahren zur Branderkennung mit Gassensoren - Google Patents

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DE19850564B4
DE19850564B4 DE1998150564 DE19850564A DE19850564B4 DE 19850564 B4 DE19850564 B4 DE 19850564B4 DE 1998150564 DE1998150564 DE 1998150564 DE 19850564 A DE19850564 A DE 19850564A DE 19850564 B4 DE19850564 B4 DE 19850564B4
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fire
sensors
gas
sensor
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Hauke Dipl.-Ing. Dittmer
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Minimax GmbH and Co KG
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Minimax GmbH and Co KG
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    • GPHYSICS
    • G08SIGNALLING
    • G08BSIGNALLING OR CALLING SYSTEMS; ORDER TELEGRAPHS; ALARM SYSTEMS
    • G08B17/00Fire alarms; Alarms responsive to explosion
    • G08B17/10Actuation by presence of smoke or gases, e.g. automatic alarm devices for analysing flowing fluid materials by the use of optical means
    • G08B17/117Actuation by presence of smoke or gases, e.g. automatic alarm devices for analysing flowing fluid materials by the use of optical means by using a detection device for specific gases, e.g. combustion products, produced by the fire
    • GPHYSICS
    • G01MEASURING; TESTING
    • G01NINVESTIGATING OR ANALYSING MATERIALS BY DETERMINING THEIR CHEMICAL OR PHYSICAL PROPERTIES
    • G01N33/00Investigating or analysing materials by specific methods not covered by groups G01N1/00 - G01N31/00
    • G01N33/0004Gaseous mixtures, e.g. polluted air
    • G01N33/0009General constructional details of gas analysers, e.g. portable test equipment
    • G01N33/0027General constructional details of gas analysers, e.g. portable test equipment concerning the detector
    • G01N33/0031General constructional details of gas analysers, e.g. portable test equipment concerning the detector comprising two or more sensors, e.g. a sensor array

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Abstract

Verfahren zur frühzeitigen Detektion von Bränden, wobei die Messwerte eines Streulicht-, Ionisations- oder Temperaturbrandmelders sowie Messwerte eines elektrochemischen Gassensors (1) zur selektiven Detektion von Kohlenmonoxid (CO) und Messwerte eines weiteren Gassensor (2) zur Detektion eines weiteren, besonders die Brandentstehungsphase kennzeichnenden Brandgases in zeitlich einstellbaren Intervallen Δt, durch den A/D-Wandler und den Mikrocontroller/Mikroprozessor (6) digitalisiert, verarbeitet und im Datenspeicher (7) gespeichert werden, wobei langsam sich verändernde Werte der Sensoren (1,2) durch Vergleich der gespeicherten mit aktuellen Sensordaten und Nachführen der Empfindlichkeit der Sensoren kompensiert werden und der aktuelle Gefahrengrad des Brandgeschehens durch brandtypische Verknüpfung der Sensorsignale ermittelt wird.

Description

  • Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Früherkennung und zur komplexen Bewertung von Bränden, wie offene und verdeckte Feuer oder Schwelbrände, insbesondere auch von schüttförmigen oder anderweitig gelagertem Gut, schon in ihrer Entstehungsphase.
  • In Gebäuden, öffentlichen Einrichtungen, industriellen Anlagen und Lagerhallen, aber auch in privaten Haushalten entstehen jährlich Millionenschäden durch den Ausbruch von Bränden. Solche Brände werden häufig durch Unachtsamkeit von Personen, Nachlässigkeit im Umgang mit brennbaren Stoffen oder technische Defekte, wie schadhafte elektrische Leitungen verursacht.
  • Treffen dabei Zündinitiale, wie glimmende Partikel oder Funkenflug auf brennbare Stoffe, führt dies oft zu Entzündungen weiteren brennbaren Materials in deren Umgebung.
  • Glimmbrände entstehen meist an einer Stelle oder sind bei mehreren Zündinitialen über mehrere Stellen verstreut.
  • In der Regel ist dann ein längerer Zeitraum erforderlich, um aus einem Schwel- oder Glimmbrand ein offenes Feuer entstehen zu lassen.
  • Mit den klassischen Brandmeldesystemen auf der Basis von Flammen- oder Rauchmeldern werden solche Glimmbrände in ihrer Entstehungsphase nicht erkannt.
  • Erst durch das Auftreten von Flammen oder Rauch sprechen mit diesen Sensorsystemen ausgestattete Brandmelder an und können eine Alarmierung auslösen und eine Löschanlage aktivieren.
  • Es geht wertvolle Zeit verloren, die bei einer Früherkennung eines Brandes zur Brandbekämpfung und Personenrettung vorteilhaft genutzt werden könnte, wobei bei einer frühzeitigen Brandbekämpfung auch mit erheblich geringeren Sachschäden zu rechnen ist.
  • Es ist allgemein bekannt, dass die ersten Anzeichen für die Entstehung eines Brandes, häufig in der Emission von Gasen, insbesondere von stoffabhängigen Schwelgasen, bestehen.
  • Während dieses Pyrolyseprozesses in einem Schwelbrand werden materialspezifische, gasförmige Produkte in unterschiedlichen Konzentrationen freigesetzt.
  • Hierzu zählen Kohlenmonoxid (CO), Wasserstoff (H2), Methan (CH4) sowie längerkettige gesättigte und ungesättigte Kohlenwasserstoffe und Schwefelverbindungen.
  • Im Verlauf der weiteren Brandentwicklung und mit zunehmender Temperatur erhöht sich die Emission von Produkten der vollständigen Verbrennung, wie CO2 und N2O.
  • Die in der Entstehungsphase eines Brandes vorerst in geringen Konzentrationen auftretenden Gase werden durch die Verwendung geeigneter Gassensorik frühzeitig detektiert. Dadurch werden Personen schnell alarmiert, und es werden geeignete Brandbekämpfungsmittel eingesetzt.
  • Eine Verwendung von Gassensoren zum Aufspüren von Bränden, insbesondere verdeckten Schwelbränden, ist aus der Patentliteratur bekannt.
  • So werden in der DE 4128494 A1 und der DE 4407328 A1 elektrochemische Sensoren offenbart, die besonders zur Bestimmung toxischer Gase, welche auch für eine Brandentstehung charakteristisch sein können ausgebildet sind.
  • Entsprechende elektrochemische Messzellen werden dabei in bekannter Weise mit einer Auswerteelektronik und einem Datenspeicher zur Überwachung und Verarbeitung der Konzentrationssignale verbunden, wie beispielsweise in der DE 4143092 A1 angegeben.
  • Die Korrektur der verschmutzungs- und lebensdauerabhängigen Messempfindlichkeit von Rauchmeldern durch geeignete schaltungstechnische Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der sicheren Alarmauslösung wird in der DE 3507344 C2 angegeben.
  • Weiterhin wird in der EP 0 608 483 A1 ein Verfahren und eine Einrichtung zur Ermittlung von Brand- und Explosionsgefahren von offenen oder verdeckten Bränden offenbart, bei dem die Gasentwicklung von Stoffen durch mindestens zwei durch ihr prinzipielles Widerstandsverhalten unterschiedlich auf Gase reagierende Halbleiter-Gassensoren ermittelt und ausgewertet wird, wobei vorzugsweise SnO2-Sensoren Verwendung finden. Das unterschiedliche Widerstandsverhalten der Sensoren soll durch unterschiedliche Betriebstemperaturen unterstützt und durch Ausnutzung unterschiedlicher physikalischer Vorgänge erreicht werden.
  • Verschiedene, eine Gefahrensituation kennzeichnende Gase werden durch mehrere Halbleiter-Widerstandssensoren mit prinzipiell unterschiedlichen Widerstandseigenschaften detektiert.
  • Bei Auftreten einer Gefahrensituation durch Gasbildung erfolgt eine Alarmauslösung in den Fällen, in denen die Messwerte der Sensoren einen kritischen Wertebereich überschreiten oder vorher gespeicherte kritische Muster detektiert werden.
  • Im Mittelpunkt dieser bekannten Erfindung steht eine frühzeitige Detektion von Gasen durch Halbleiter-Gassensoren, insbesondere für die Branderkennung in staubbelasteten Räumen.
  • Bisher bekannt gewordene Anwendungen von Halbleitersensoren zur Gasdetektion bei Schwelbränden haben aber den Nachteil, dass Feuchtigkeit in unterschiedlichen Konzentrationen und eine hohe Querempfindlichkeit von Störgasen einen wesentlichen Einfluss auf die Zuverlässigkeit der Messergebnisse ausüben und nicht mit einer gleichbleibenden Empfindlichkeit gerechnet werden kann. Außerdem ist die Anzahl der mittels Halbleiter-Sensoren detektierbaren Gasarten recht begrenzt.
  • Halbleiter-Sensoren haben eine sehr hohe Leistungsaufnahme, um die bis zu mehreren 100 °C Betriebstemperatur zu erreichen.
  • Zudem wird die Katalysatorschicht von Halbleiter-Sensoren durch Auftreten einiger Stoffe, wie Silikone, Blei, Phosphate und schwefelhaltige Verbindungen zersetzt, so dass die Funktion nicht mehr gewährleistet ist. Andere Verbindungen, wie Schwefelwasserstoff und halogenierte Kohlenwasserstoffe werden vom Katalysator der Halbleiter-Sensoren absorbiert und führen zu einer erheblichen Empfindlichkeitsreduzierung.
  • Die in vielen Bereichen von Industrie, Haushalten und öffentlichen Einrichtungen bestehenden Brandgefährdungen sind unterschiedlichster Art und machen ein flexibles, der Art der Gefährdung angepasstes sensorisches Konzept erforderlich.
  • Die Ermittlung der brandspezifischen Gase, Gaskonzentrationen und deren zeitlicher Verlauf ist für ein Frühwarnsystem im Brandschutz von großer Bedeutung.
  • In der Entstehungsphase eines Brandes schnell freiwerdende Pyrolysegase sind oft schon in geringen Konzentrationen toxisch und bilden eine primäre Gefahr für Mensch und Tier.
  • So wird in der US 4640628 vorgeschlagen, einen Flammen- oder Wärmesensor mit einem Halbleiter-Gassensor zu kombinieren und deren beider Signale zur Branderkennung zu verarbeiten. Aus der US 4667106 ist eine Feueridentifikationseinrichtung und ein Aufzeichnungsverfahren zum Brandverlauf bekannt, welches neben der Erfassung brandspezifischer Daten über den Zeitraum seit der Brandentstehung mittels optischer Sensoren, wie lonisationsrauchmelder auch elektrochemische Sensoren zur Bestimmung von CO2 oder Kohlenmonoxid aufweist. Dieses bekannte Verfahren hat allerdings das Ziel, charakteristische Daten der brennenden Stoffe zur zielgerichteten Brandbekämpfung zu liefern und liefert kein Verfahren zur Früherkennung von Bränden.
  • Der vorliegenden Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zu schaffen, welches eine frühzeitige und selektive Detektion der die Brandentstehung kennzeichnenden Gase erlaubt und in der Umgebung verschiedenster Stoffe und/oder Gefährdungsbereiche zur zuverlässigen Bestimmung von Gaskonzentrations-Meßwerten geeignet ist.
  • Diese Aufgabe wird durch die im ersten Anspruch angegebenen Merkmale gelöst.
  • In den Unteransprüchen sind vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung angegeben.
  • Die von einem entstehenden Brand ausgehenden und den Brandverlauf kennzeichnenden Gase (Pyrolysegase) werden von einem Brandmelder mit einem elektrochemischen Gassensore detektiert, wobei elektrochemische Gassensoren unterschiedlicher Bauart zur Detektion unterschiedlicher Gasarten verwendet werden.
  • Auch durch verschiedene geeignete Ansteuerungen der elektrochemischen Sensoren lassen sich unterschiedliche Gasarten in bestimmten Grenzen detektieren.
  • Elektrochemische Gassensoren erfassen gasförmige Stoffe dann, wenn sie in einer elektrochemischen Zelle Reaktionen eingehen oder in der Zelle ablaufende Reaktionen beeinflussen.
  • Elektrochemische Zellen bestehen aus mindestens zwei elektrochemischen Halbzellen. Eine Halbzelle besteht wiederum aus einem Elektrolyt und einer Elektrode.
  • Die Messung toxischer Gase erfolgt in sogenannten Dreielektroden-Systemen, mit einer Arbeits-Referenz- und Gegenelektrode, welche durch einen Elektrolyten leitend miteinander verbunden sind.
  • So gelangt ein zu detektierendes Gas beispielsweise durch eine hydrophobe Diffusionskapillare von der Arbeitselektrode aus in den Elektrolyten.
  • Die Elektrode besitzt eine gasspezifische elektrokatalytische Schicht. Sind Spuren des zu detektierenden Gases vorhanden, kommt es zu einer Dreiphasen-Reaktion, bei der die Gaskomponente umgesetzt wird.
  • An der Gegenelektrode der Zelle findet die entsprechende Gegenreaktion statt.
  • Durch Variation der elektrokatalytischen Schicht der Elektrode lässt sich die geeignete Selektivität zur Detektion unterschiedlicher Gasarten erzielen.
  • Die in der erfindungsgemäßen Einrichtung verwendeten Brandmelder nutzen ein oder mehrere unterschiedliche elektrochemische Sensoren (Messzellen) zur Bestimmung toxischer Gase und Sauerstoff.
  • Dazu sind ein oder mehrere gleiche oder unterschiedliche elektrochemische Gassensoren in einen Brandmelder integriert und mit einem Mikrocontroller zur Auswertung der Sensorsignale verbunden.
  • Brandmelder mit elektrochemischen Sensoren sind in der Lage, selbst geringste Gaskonzentrationen bis in den ppm-Bereich selektiv zu detektieren.
  • Mit Hilfe der in der unmittelbaren Umgebung des Brandmelders ermittelten Temperaturwerte und einer in dessen Mikrocontroller oder einer externen zentralen Recheneinheit implementierten intelligenten Steuerlogik (Software) lassen sich Temperatureinflüsse auf den oder die elektrochemischen Sensoren des Brandmelders kompensieren.
  • Neben der Detektion von den die Brandentstehung kennzeichnenden Gasen durch Brandmelder mit elektrochemischen Sensoren fällt auch die Bestimmung und Auswertung weiterer Brandkenngrößen in den Bereich der Erfindung.
  • Die zusätzliche Anordnung geeigneter Sensoren, wie Ionisations- und Streulicht- bzw. Durchlichtrauchsensoren, Temperatursensoren oder Strahlungssensoren für IR- oder UV-Strahlung ermöglicht es, weitere Brandkenngrößen zeitnah zu ermitteln und ebenfalls datentechnisch zu verarbeiten. Dabei ist es gleichgültig, ob diese Sensoren gemeinsam mit den elektrochemischen Sensoren in die Brandmelder integriert (Sensorarray) oder ob sie getrennt angeordnet sind.
  • Durch die Detektion eines oder mehrerer die Brandentstehung kennzeichnende Gaskomponenten mittels elektrochemischer Sensoren über eine bestimmte, variabel einstellbare Zeitspanne lassen sich Störgrößen aus Industrieumgebungen, wie beispielsweise durch Ausgasen von Stoffen oder im häuslichen Bereich durch Rauchen oder Kochen weitestgehend kompensieren.
  • Die von den elektrochemischen – und den anderen Sensorelementen detektierten Brandkenngrößen werden digitalisiert und in einem Speicher abgelegt.
  • Speicher und Auswerteschaltung (Mikrocontroller oder Mikroprozessor) können sich sowohl im Brandmelder befinden und/oder auch in der Rechnereinheit einer Brandmelderzentrale angeordnet sein.
  • Mit den in einem oder mehreren Speichern abgelegten Daten lässt sich der Verlauf der Sensorsignale verfolgen und eine automatisierte Nullpunktnachführung oder Empfindlichkeitsanpassung implementieren.
  • Über die zeitliche Betrachtung des Konzentrationsverlaufs eines oder mehrerer Gase und deren Ableitung sowie auch die zeitliche Betrachtung der Rauchaerosoldichte und des Temperaturanstieges und deren Vergleich mit den vorher in Brandversuchen erstellten Mustertabellen oder Algorithmen, ist eine sichere Identifizierung eines Brandes kurzfristig möglich.
  • Die Datenverarbeitung der Gesamtheit aller ermittelter Brandkenngrößen und der Konzentrationsverläufe der Gase vermittelt dann ein umfassendes Bild des aktuellen Brandverlaufs.
  • Ein besonderer Vorteil der Erfindung besteht in der Möglichkeit, durch die Auswahl geeigneter Sensoren in Verbindung mit einer Rechnereinheit einen Brandmelder aufzubauen, welcher frühzeitig alarmiert und wertvolle Informationen zur Art und zum Zustand des Brandes weiterleitet.
  • Dabei sind die Brandmelder mit entsprechenden Anzeigemitteln zur Anzeige der gemessenen Gaskonzentration ausgestattet.
  • Vorzugsweise können hier LC-Displays zur Anwendung kommen.
  • Bei Integration weiterer Sensortypen lassen sich neben Gaskonzentrationen weiterer Gase auch andere Brandkenngrößen mit dem Display des Brandmelders anzeigen. Dazu sind entsprechende Auswahlmittel vorgesehen.
  • Das erfindungsgemäße Verfahren ermöglicht die gezielte Einleitung von Gegenmaßnamen, wie z. B. den Einsatz eines für das Brandgut effektiven Löschmittels oder die Warnung von Personen im Gefahrenbereich vor der toxischen Belastung von identifizierten Brandgasen.
  • Im Gegensatz zu elektrochemischen Brandmeldern neigen nach dem Streulichtprinzip arbeitende Brandmelder aufgrund von Verschmutzungen der Messkammer zu Fehlalarmen.
  • Ionisationsmelder haben eine sehr hohe Empfindlichkeit und reagieren auf sichtbare und unsichtbare Aerosole, so dass es auch hier zu Fehlalarmen kommen kann.
  • Durch eine Verknüpfung mit einem oder mehreren geeigneten Gassensoren, kann die Empfindlichkeit der auf Rauch ansprechenden Sensoren gesteuert und die Fehlalarm-Rate gesenkt werden.
  • In einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung erfolgt die Verknüpfung und Auswertung der verschiedenen Sensorsignale und die Ermittlung des Gefahrengrades mit einem Expertensystem und/oder einer Fuzzilogik. Das Expertensystem oder die Fuzzilogik sind softwaremäßig in den Mikrocontroller des Brandmelders oder eine zentrale/dezentrale Rechnereinheit implementiert.
  • Die Erfindung soll nun anhand einer Zeichnung in einem Ausführungsbeispiel näher erläutert werden.
  • 1 zeigt eine schematische Darstellung der erfindungsgemäßen Einrichtung zur Branderkennung mit einem Brandmelder.
  • Die in 1 dargestellte erfindungsgemäße Einrichtung zur Branderkennung besteht im wesentlichen aus einem oder auch mehreren Brandmeldern 8, welche mit einem oder mehreren Sensoren 15, einem Mikrocontroller 6 und einem Datenspeicher 7 ausgestattet sind, wobei mindestens ein Sensor eines Brandmelders als elektrochemischer Gassensor ausgebildet ist.
  • Der in den Brandmelder 8 integrierte elektrochemische Gassensor 1 ist zur Detektion von Kohlenmonoxid (CO) ausgelegt und umfasst einen Messbereich von ca. 300 ppm mit einer Auflösung von 0,5 ppm. Ein zweiter, in den Brandmelder 8 integrierter elektrochemischer Gassensor 2 dient zur Detektion von Cyanwasserstoff (HCN) mit einem Messbereich von 50 ppm und einer Auflösung von 0,5 ppm. Er wird speziell zur Erkennung der Toxizität bei Kunststoffbränden verwendet.
  • Mit einem Halbleiter-Gassensor 3 lassen sich besonders gut brennbare Gas-Luft-Gemische und Kohlenwasserstoffe (CxHy) nachweisen. Wegen der sehr geringen Nachweisgrenze sind Halbleiter-Gassensoren hervorragend für den Einsatz in explosionsgefährdeten Zonen geeignet.
  • Ebenfalls in den Brandmelder 8 sind ein Temperatursensor 4 und ein Rauchgas- und/oder Strahlungssensor 5 integriert.
  • Der Temperatursensor 4 dient einerseits der Kompensation des Temperaturverhaltens der anderen Sensoren 1 bis 3 und liefert andererseits Temperaturmesswerte vom aktuellen Brandgeschehen.
  • Der Rauchgas- und/oder Strahlungssensor 5 liefert besonders in einer fortgeschritteneren Brandphase zusätzliche wertvolle Informationen zum Brandgeschehen.
  • Die Sensoren 1 bis 5 sind über einen A/D-Wandler mit einem Mikrocontroller 6 und einem Datenspeicher 7 verbunden.
  • Der Brandmelder 8 ist entweder selbst mit einem Display 10 zur Anzeige von Brandkenngrößen oder anderen, den Brand betreffenden Informationen, ausgestattet oder diese werden über eine Brandmelderzentrale 9 zur Anzeige gebracht.
  • Die nicht dargestellte Löschanlage ist zentral über die Brandmelderzentrale 9 oder direkt mit den Brandmeldern 8 einer Brandmeldelinie verbunden.
  • Die Verbindung zwischen den im Überwachungsbereich installierten Brandmeldern 8 und der Brandmelderzentrale 9 erfolgt hier in 2-Leitertechnik.
  • Messdaten werden kontinuierlich mittels einer standardisierten 4 bis 20 mA-Schnittstelle übertragen. Alternativ können bis zu hundert Brandmelder 8 an einer Brandmeldelinie betrieben werden.
  • Die Brandmelder 8 verfügen über umfangreiche Sicherheitsfunktionen, wie Sensorkontrolle, Spannungs- und Programmablaufüberwachung. Die Sensorkalibrierung erfolgt über ein Zusatzgerät als menügeführte Einmann-Kalibrierung oder es erfolgt eine automatische, elektronische Kalibrierung.
  • Der Brandmelder 8 wird entweder für Innenbereiche in einem Kunststoff-Deckengehäuse oder in einem robusten Industriegehäuse, das auch für den Außeneinsatz geeignet ist, untergebracht.
  • Die Komponenten der erfindungsgemäßen Einrichtung zur Branderkennung wirken verfahrensmäßig wie folgt zusammen.
  • Im Brandfall bilden sich zuerst Gase (Pyrolysegase, Schwelgase) der entzündeten Stoffe. Dies geschieht lange, bevor Rauchaerosole auftreten oder eine Temperaturerhöhung mittels Temperatursensor 4 detektiert werden kann.
  • Zudem haben diese Gase Molekülstruktur und breiten sich aufgrund ihrer im Verhältnis zu Rauchaerosolen sehr geringen Masse wesentlich schneller im Raumvolumen aus.
  • Das in dieser Entstehungsphase des Brandes meist zuerst auftretende Kohlenmonoxid wird von dem elektrochemischen Gassensor 1 daher frühzeitig detektiert.
  • Über den Analog-Digitalwandler werden kontinuierlich oder in einstellbaren Zeitintervallen die Sensorsignale der Sensoren 1 bis 5 aufgenommen, von dem Mikrocontroller 6 ausgewertet und in den Datenspeicher 7 geschrieben.
  • Anhand der Daten im Datenspeicher 7 können sich langsam verändernde Sensorsignale, die nicht von einem Brand hervorgerufen werden, sondern beispielsweise durch Sensoralterung oder Umgebungseinflüsse verursacht werden, kompensiert werden.
  • Die in der Umgebung des Brandmelders 8 mittels des elektrochemischen Gassensors 1 ermittelte Kohlenmonoxidkonzentration führt bei Überschreiten eines vorher festgelegten Grenzwertes bzw. bei Überschreiten einer Konzentrationsanstiegsgeschwindigkeit zur Auslösung eines Alarms.
  • Grenzwerte und Konzentrationsanstiegsgeschwindigkeiten werden entsprechend den örtlichen Gegebenheiten des Überwachungsbereichs und der Art der Brandgefährdung bestimmt und im Datenspeicher 7 des Mikrocontrollers 6 abgelegt.
  • Der Alarm wird an die Brandmelderzentrale 9 weitergeleitet, ausgewertet und angezeigt. Je nach Implementierung und Auslegung des oder der Alarmprogramme in der Rechnereinheit der Brandmelderzentrale 9 wird die nicht dargestellte Löschanlage sofort oder nach Auswertung weiterer Brandmelderdaten aktiviert.
  • Vor Aktivierung der Löschanlage können auch akustische und/oder optische Warnmeldungen abgegeben werden. Gefährdete Personen im Überwachungsbereich erhalten dadurch die Möglichkeit, sich rechtzeitig aus der Gefahrenzone zu entfernen.
  • Mit der Kombination von elektrochemischen Gassensoren verschiedener Bauart 1, 2 und/oder mit einem nach einem anderen (3) Messprinzip arbeitenden Gassensor 3 können weitere Informationen über den Brand und dessen Umgebungsbedingungen ermittelt werden, wie beispielsweise der Temperaturverlauf, die Rauchentwicklung und der Konzentrationsanstieg giftiger Gase.
  • So wird der bei der Verbrennung von Kunststoffen freigesetzte Cyanwasserstoff durch den elektrochemischen Gassensor 2 detektiert und dessen Konzentrationsverlauf mit Hilfe des Mikrocontrollers 6 oder in der Brandmelderzentrale 9 ausgewertet.
  • Bei der weiteren Brandentwicklung und zunehmender Temperatur erhöht sich die Emission von Produkten der vollständigen Verbrennung, wie CO2 und H2O.
  • Derartige Verbrennungsprodukte und/oder der Konzentrationsanstieg brennbarer Gase, insbesondere Kohlenwasserstoffe, werden zuverlässig durch den oder die in den Brandmelder integrierten Halbleiter-Gassensoren 3 detektiert.
  • Die Detektion weiterer Gasarten und deren zeitlicher Konzentrationsverlauf liefern wertvolle Informationen über die Brandart und die Brandentwicklung, so dass eine intelligente Auswertung der Gassensorsignale für die Auswahl eines für die Brandbekämpfung geeigneten Löschmittels oder anderer selektiver Brandbekämpfungsmaßnahmen verwendet werden kann.
  • Das Signal des Temperatursensors 4 übermittelt den aktuellen Temperaturverlauf im Erfassungsbereich des Brandmelders 8 und wird zur Kompensation des Temperatureinflusses auf die Gassensoren 1 bis 3 herangezogen.
  • Eine Integration von Rauchgassensoren 5 (Ionisationsrauchsensoren) und/oder Strahlungssensoren 5 (optische Strahlungssensoren, IR, UV) in den Brandmelder 8 liefert weitere Informationen zur Brandentwicklung, insbesondere in einer fortgeschritteneren Phase der Brandentwicklung.
  • Der Mikrocontroller 6 verarbeitet im wesentlichen alle von den Sensoren 1 bis 5 kommenden Signale, insbesondere auch die Sensorsignale zu den herkömmlichen Brandkenngrößen, wie Wärme (4), Rauch (5) sowie Infrarot- und Ultraviolettstrahlung (5) und verknüpft diese zu einer komplexen Zustandsfunktion der Brandentwicklung.
  • Die intelligente Auswertung der aus mehreren Quellen stammenden Sensordaten ermöglichen eine zuverlässigere Erkennung und Kompensation von Störgrößen, die eine Brandentstehung vortäuschen können, so dass Fehlalarme weitestgehend ausgeschlossen werden.
  • Dadurch wird eine frühzeitige und sichere Ansteuerung der Löschanlage möglich.
  • Eine weitere Aufgabe des Mikrocontrollers 6 besteht in der Überwachung, Einstellung und Kalibrierung der Sensoren 1 bis 5 und deren Beschaltung. Die entsprechenden Werte werden ebenfalls im Datenspeicher 7 abgelegt.
  • Die Ansteuerung des LC-Displays des Brandmelders 8 und/oder einer dezentralen oder zentralen Anzeigeeinrichtung 10 sowie Warnmeldungen an die Brandmelderzentrale 9 zur Verbesserung des Personenschutzes, erfolgen ebenfalls durch den Mikrocontroller 6. Der Mikrocontroller 6 kann dabei auch als eine programmierbare logische Anordnung oder als Mikroprozessor ausgebildet sein.
  • Es fällt auch in den Bereich der Erfindung, die verschiedenen Sensoren 1 bis 5 nicht in einen Brandmelder 8 zu integrieren, sondern getrennt voneinander anzuordnen.
  • Die Signalspeicherung und Auswertung erfolgt dann in einer Brandmelderzentrale oder in dezentralen Einrichtungen.
  • Wesentliche Vorteile der Erfindung bestehen in der Möglichkeit einer frühzeitigen Branderkennung, was in der Regel zu einer Verminderung der Brand- und Löschmittelschäden von Sachwerten führt und Gefahren von Personen abwendet.
  • Die verwendeten Brandmelder auf der Basis elektrochemischer Sensoren und die zusätzliche Anordnung weiterer, nach verschiedenen Messprinzipien arbeitender Sensoren sowie deren gemeinsame Signalauswertung und intelligente Verarbeitung erlauben nicht nur die Auswahl geeigneter Löschmittel, sondern liefern auch Informationen zu den Eigenschaften der brennenden Stoffe, wie die Gaskonzentrationen verschiedener Gase usw. In Kombination mit einer Fuzzilogik und entsprechenden Datenbanken stehen weitere Informationen, wie beispielsweise der empfohlene Schutzmaskentyp oder die zu erwartende Wärmeentwicklung für den Einsatz der Feuerwehr zur Verfügung.
  • Die Erfindung erlaubt eine genauere Beurteilung des aktuellen Brandgeschehens.
  • 1
    Elektrochemischer Gassensor für CO-Detektion
    2
    Elektrochemischer Gassensor für HCN-Detektion
    3
    Halbleiter-Gassensor für Cx Hy-Detektion (Detektion brennbarer
    Gase)
    4
    Temperatursensor
    5
    Rauchgassensor/Strahlungssensor (Ionisations-, Streulichtsensor/
    optischer Strahlungssensor)
    6
    Mikrocontroller/Mikroprozessor
    7
    Datenspeicher
    8
    Brandmelder
    9
    Brandmelderzentrale (Löschanlage)
    10
    Display, Anzeigeeinrichtung von Brandkenngrößen, Informationen
    zum Brand und Warnmeldungen

Claims (5)

  1. Verfahren zur frühzeitigen Detektion von Bränden, wobei die Messwerte eines Streulicht-, Ionisations- oder Temperaturbrandmelders sowie Messwerte eines elektrochemischen Gassensors (1) zur selektiven Detektion von Kohlenmonoxid (CO) und Messwerte eines weiteren Gassensor (2) zur Detektion eines weiteren, besonders die Brandentstehungsphase kennzeichnenden Brandgases in zeitlich einstellbaren Intervallen Δt, durch den A/D-Wandler und den Mikrocontroller/Mikroprozessor (6) digitalisiert, verarbeitet und im Datenspeicher (7) gespeichert werden, wobei langsam sich verändernde Werte der Sensoren (1,2) durch Vergleich der gespeicherten mit aktuellen Sensordaten und Nachführen der Empfindlichkeit der Sensoren kompensiert werden und der aktuelle Gefahrengrad des Brandgeschehens durch brandtypische Verknüpfung der Sensorsignale ermittelt wird.
  2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Hintergrundkonzentration eines weiteren für die Brandentstehung und den Brandverlauf typischen Brandgases in voreinstellbaren zeitlichen Abständen erfasst und die Empfindlichkeit der Gassensoren (1, 2) entsprechend nachgeführt wird.
  3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Auswertung der Sensorsignale (1 bis 5) eines oder mehrerer Brandmelder (8) mit einem Expertensystem (9) und/oder einer Fuzzilogikauswertung und/oder durch Vergleich mit Mustertabellen oder gespeicherten Algorithmen erfolgt, wobei zur Ermittlung des aktuellen Gefahrengrades des Brandgeschehens eine brandtypische Verknüpfung der Sensorsignale vorgenommen wird.
  4. Verfahren nach Anspruch 3 dadurch gekennzeichnet, dass der Temperatursensor (4) einerseits das Temperaturverhalten der Gassensoren (1 bis 3) durch Temperaturmessungen in unmittelbarer Nähe der Gassensoren und Übermittlung der Messdaten an den Mikrocontroller/Mikroprozessor (6) kompensiert und andererseits Temperaturmesswerte vom aktuellen Brandgeschehen aus der Umgebung des Brandmelders liefert.
  5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die zu dem Brand ermittelten und ausgewerteten Informationen und/oder Brandkenngrößen, wie Brandart, den Brand kennzeichnende Gasarten, Art der in Brand geratenen Stoffe und zusätzliche Hinweise zur Löschmittelauswahl und/oder zu bestehenden Personengefährdungen an eine ständig besetzte Stelle, wie die Leitstelle einer Feuerwehr, übermittelt und mittels Display (10) angezeigt und/oder speichert.
DE1998150564 1998-11-03 1998-11-03 Verfahren zur Branderkennung mit Gassensoren Expired - Lifetime DE19850564B4 (de)

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* Cited by examiner, † Cited by third party
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