DE19849819A1 - Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Minen für Kosmetikstifte oder dergleichen - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Minen für Kosmetikstifte oder dergleichenInfo
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Abstract
Bei einem Verfahren zur Herstellung von Minen für Kosmetikstifte oder dergleichen, wobei die Mine in eine Hülse eingegossen wird, die in eine Form eingelegt ist, und wobei die flüssige Gießmasse in der Hülle bzw. in der Form erstarrt, ist vorgesehen, daß die Hülse in der Halteeinrichtung in einem spitzen Winkel zur Horizontalen wenigstens mit ihrem unteren Ende derart gelagert ist, daß sie vom freien, gegenüberliegenden Ende her befüllbar ist, wobei sich an die Stirnfläche des unteren Endes der Hülse ein Verschlußbereich anschließt, und wobei die beim Gießen verdrängte Luft durch eine Entlüftungsbohrung austritt, welche sich im Bereich der Oberseite der unteren Stirnfläche der Hülse nach außen wegerstreckt.
Description
Die Erfindung richtet sich auf ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Her
stellung von Minen für Kosmetikstifte oder dergleichen, wobei die Mine in
eine Hülse eingegossen wird, die in eine Form eingelegt ist, und wobei die
flüssige Gießmasse in der Hülle bzw. in der Form erstarrt.
Ein derartiges Verfahren ist aus dem deutschen Patent 38 35 680 bekannt.
Bei dem bekannten Verfahren besteht die Hülse aus einem Kunststoff-
Formteil nach Art eines Röhrchens, welches längs seiner Mantelfläche ei
nen Schlitz aufweist und in eine horizontale Halteeinrichtung derart einge
legt wird, daß eine durchgehende Stirnplatte der Halteeinrichtung die
Kunststoff-Formteile so abdeckt, daß lediglich deren Schlitz zum Einfüllen
der Minengießmasse freibleibt. Durch ein derartiges horizontales Gießen
wird zwar eine optimale Minenstruktur erreicht, jedoch ist die Arbeitsge
schwindigkeit nicht zufriedenstellend.
Die DE 40 16 474 beschreibt ein Verfahren und eine Vorrichtung, wonach
vorgesehen ist, daß die mit Gießmasse zu füllenden Hülsen drehantreibbar
gelagert sind und die fließfähige Masse aus einem Vorratsbehälter heraus
unter Einwirkung der Zentrifugalkraft in die Hülsen gedrückt wird.
Aus DE 27 18 957 C3 und DE 40 05 894 A1 ist es bekannt, die Minenmas
se über eine Gießdüse vom rückwärtigen Ende der vertikal gelagerten Hül
se in diese einzufüllen. Dabei ergeben sich insbesondere bei vergleichswei
se langen bzw. dünnen Hülsen Probleme dadurch, daß man dafür Sorge
Wagen muß, daß in der Hülse keine Lufteinschlüsse entstehen, d. h. es muß
eine Möglichkeit eröffnet werden, damit die Luft während des Gießvorgan
ges abströmen kann.
Um diesem Problem gerecht zu werden, ist es bekannt, die flüssige Mi
nemuasse mit einer Art Injektionsnadel mit radialem Spiel zur Hülsenin
nenwand zu dosieren, wobei die Dosierdüse in das Innere der Hülse bis zu
deren Boden eingeführt und dann mittels einer relativ komplizierten Kine
matik sukzessive entsprechend dem fortschreitenden Füllstand der Hülse
angehoben wird. Dementsprechend kann die Luft zwischen der Gießdüse
und der Hülsenwand entweichen.
Diese Arbeitsweise macht das Vorsehen relativ komplizierter mechanischer
Maschinen zum präzisen Einführen der Gießdüse erforderlich, wobei so
wohl in radialer Richtung eine exakte Positionierung notwendig ist als auch
eine exakte Lageveränderung in vertikaler Richtung in Abhängigkeit von
dem Füllzustand der Hülse.
Aus der DE 43 03 563 ist es schließlich bekannt, in der Hülse einen Ver
schlußteil anzuordnen, welches sich zu Beginn des Gießvorgangs im Be
reich eines ersten Endes der Hülse befindet und mit fortschreitendem Gieß
vorgang entsprechend der Menge der zugeführten flüssigen Minenmasse in
der Hülse bis in den Bereich des zweiten Hülsenendes bewegt wird.
Diese bekannten Verfahren weisen nach Nachteil auf, daß schwerkraftab
hängig eine Minenseele entsteht, daß es zu Verschmutzungen der Gießform
kommt, und daß Strukturrisse, Luftblasen und Lunker aufgrund unter
schiedlicher Geometrie und Volumina von Dosierkammern und Mine sowie
rauher Innenoberfläche bzw. durch Kippen des Minenrohrs unmittelbar
nach dem Befüllen zu beobachten sind.
Hiervon ausgehend liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Verfah
ren und eine Vorrichtung der eingangs genannten Art so auszugestalten,
daß die aus dem Stand der Technik bekannten Nachteile vermieden werden
und zudem eine vergleichsweise hohe Produktionsgeschwindigkeit erziel
bar ist.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Hülse in der
Halteeinrichtung in einem spitzen Winkel zur Horizontalen wenigstens mit
ihrem unteren Ende derart gelagert ist, daß sie von dem freien, gegenüber
liegenden Ende her befüllbar ist, wobei sich an die Stirnfläche des unteren
Endes vorzugsweise ein Formbereich zur Ausbildung einer Spitze an
schließt und wobei die beim Gießen verdrängte Luft durch eine Lüftungs
bohrung austritt, welche sich im Bereich der Oberseite der unteren Stirnflä
che der Hülse nach außen wegerstreckt. Vorzugsweise liegt der Neigungs
winkel zur Horizontalen bei etwa 10°.
Durch die erfindungsgemäße Ausgestaltung ist es gelungen, in optimaler
Weise die grundsätzlichen Vorteile des horizontalen Gießens mit einer
schnellen und sauberen Produktionsmethode zu verbinden und dabei in
verblüffend einfacher Weise das Problem der Luftverdrängung zu lösen.
In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, daß die Hülse aus
einer Vor-Dosierkammer befüllt wird, welche mit einer Dosierpumpe ver
bunden ist, wobei deren Innem.aum in Volumen und Geometrie dem Innen
raum der Hülse angepaßt ist. Auf diese Weise lassen sich sehr hohe Pro
duktionskapazitäten erreichen, z. B. beim Arbeiten mit fünf Kesseln und je
zwei Dosierkammern eine Produktion von 100.000 Stück pro acht Stunden.
Vorteilhafterweise besitzt die Hülse eine glatte Innenfläche, was zu günsti
gen Mineneigenschaften führt.
Die Erfindung betrifft auch eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfah
rens, welches sich dadurch auszeichnet, daß eine Halterung zur form
schlüssigen Aufnahme wenigstens eines freien unteren Endes einer Hülse
derart vorgesehen ist, daß die Hülse in einem spitzen Winkel, vorzugsweise
10° zur Horizontalen, geneigt ist, wobei in der Halterung ein Formbereich
zur Ausbildung einer Minenspitze im Anschluß an die Stirnfläche der Hül
se ausgebildet ist und wobei wenigstens ein Entlüftungskanal sich von dem
Bereich der unteren Stirnseite der Hülse nach oben-außen wegerstreckt.
Vorzugsweise ist der Verschlußbereich als Formbereich zur Ausbildung
einer Minenspitze ausgebildet.
Nachfolgend wird die Erfindung anhand eines bevorzugten Ausführungs
beispiels in Verbindung mit der Zeichnung näher erläutert. Diese zeigt eine
schematische, geschnittene Darstellung einer erfindungsgemäßen Vorrich
tung.
Eine in der Zeichnung dargestellte Vorrichtung umfaßt eine Halterung 1 in
Form eines Metallblocks. In diesen Metallblock ist eine Mehrzahl von Boh
rungen 2 eingebracht, welche über eine Ringschulter 3 übergehen in einen
Formbereich 4 zur Ausbildung einer Spitze.
Die Bohrung 2 und die Ringschulter 3 sind so dimensioniert, daß eine Hül
se 5 derart einschiebbar ist, daß die Innenwand 6 der Hülse 5, vorzugsweise
einer Kunststoffhülse, im Bereich der Ringschulter 3 übergeht in die In
nenwand 7 des Formbereichs 4, d. h. die Stirnfläche 8 der Hülse 5 liegt an
der Ringschulter 3 der Halterung 1 an. Ein Belüftungskanal 9 erstreckt sich
von dem Formbereich 4 nach oben und mündet in eine Auslaßöffnung 10.
Die Bohrung 2 weist gegenüber der Horizontalen 11 einen Winkel α von
ca. 10° auf, so daß dementsprechend auch die Hülse 5 in einem derartigen
Winkel in der Bohrung 2 gehalten ist.
Mittels einer in der Zeichnung nicht dargestellten Dosierpumpe und einer
Dosierkammer wird ein dem Inhalt der Hülse 5 entsprechendes Volumen
an flüssiger, erhitzter Minenmasse in Richtung des Pfeils 12 zudosiert, wo
bei die Minenmasse aufgrund deren Neigung entsprechend dem Winkel α
das Innere der Hülse 5 und den Formbereich 4 ausfüllt, wobei die durch die
eindringende Minenmasse verdrängte Luft durch den Entlüftungskanal 9
austreten kann.
Nach dem Aushärten der verfestigten Minenmasse 13 kann die durch die
Minenmasse 13 und die Hülse 5 gebildete Mine entnommen werden und
ein neuer Produktionszyklus beginnen.
Claims (8)
1. Verfahren zur Herstellung von Minen für Kosmetikstifte oder derglei
chen, wobei die Mine in eine Hülse eingegossen wird, die in eine Form
eingelegt ist, und wobei die flüssige Gießmasse in der Hülle bzw. in der
Form erstarrt, dadurch gekennzeichnet, daß die Hülse in der Halteein
richtung in einem spitzen Winkel zur Horizontalen wenigstens mit ihrem
unteren Ende derart gelagert ist, daß sie vom freien, gegenüberliegenden
Ende her befüllbar ist, wobei sich an die Stirnfläche des unteren Endes der
Hülse ein Verschlußbereich anschließt, und wobei die beim Gießen ver
drängte Luft durch eine Entlüftungsbohrung austritt, welche sich im Be
reich der Oberseite der unteren Stirnfläche der Hülse nach außen weger
streckt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Ver
schlußbereich als Formbereich zur Formung einer Spitze ausgebildet ist.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Hülse in
einem Winkel von etwa 10° zur Horizontalen geneigt ist.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Hülse
aus einer Vor-Dosierkammer befüllt wird, welche mit einer Dosierpumpe
verbunden ist, wobei deren Innenraum in Volumen und Geometrie dem
Innenraum der Hülse angepaßt ist.
5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Hülse
eine glatte Innenfläche aufweist.
6. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprü
che 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß eine Halterung (1) zur form
schlüssigen Aufnahme wenigstens eines freien unteren Endes einer Hülse
(5) derart vorgesehen ist, daß die Hülse (5) in einem spitzen Winkel, vor
zugsweise 10° zur Horizontalen geneigt ist, wobei an der Halterung (1) ein
Verschlußbereich im Anschluß an die Stirnfläche der Hülse (5) ausgebildet
ist, und wobei wenigstens ein Entlüftungskanal (9) sich von dem Bereich
der unteren Stirnseite der Hülse (5) nach oben-außen wegerstreckt.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Ver
schlußbereich als Formbereich zur Formung der Spitze ausgebildet ist.
8. Verwendung einer Mine hergestellt nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
als Mine für einen Drehstift.
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